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Gibt es noch gute Boxen?

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gummibaer
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 30. Mrz 2004, 17:54
hi,
ich suche ein Paar guter Lautsprecher. Persönlich finde ich dass ein geschlosene Box am besten klingt( ich hoffe das heißt so) Für mein Zimmer
2,75m breit
4,00m lang
2,55m hoch
und einem Budget von 300 bis 400 pro Paar findet sich meist nur Kompaktboxen mit 2 Weg und mit Bassreflexgehäuse. Kennt ihr andere Lautsprecher mit geschlossenem und (wenn bei Budget möglich) vernünftige 3 Weg?
Gruß Gumibaer


[Beitrag von gummibaer am 30. Mrz 2004, 17:57 bearbeitet]
das_n
Inventar
#2 erstellt: 30. Mrz 2004, 17:58
warum 3weg? 3 wege sind nicht besser als 2 wege..........
Malcolm
Inventar
#3 erstellt: 30. Mrz 2004, 18:06
Und eine gute BR hat gegenüber der geschlossenen bei einem anständigen Raum auch eine Menge Vorteile!
Durch das BR-Rohr werden z.B. Bässe am mehreren Positionen des Raumes "angeregt". Davon abgesehen bringen gute! BR-Bochsen keine hörbaren (oder Meßbaren) Nachteile gegenüber einer geschlossenen Box....
Hör´ Dir bei dem Budget z.B. mal eine Nubox 380 an. Ist eine BR 2-Wege, und mit Sicherheit den meisten 3-Wege LS in der Preisklasse überlegen
hgisbit
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 30. Mrz 2004, 18:07
Hi,

normalerweise findest du mit dem Budget schon was brauchbares.
Guck doch mal zu www.hifimeile.de
Da gibts im Moment die JMLAB-Chorus 715 Standboxen für 350,- Euro oder die JMLAB-Cobalt 806 für 450,- Euro.
Oder bei www.hirsch-ille.de
da gibts momentan die HECO MYTHOS 700 Standboxen für 466,- Euro oder die MYTHOS 500 für 320,- Euro (vorher probehören, oder Dich versichern, dass Du die Boxen rel. unkompliziert zurückschicken kannst, bei den Mythos scheiden sich hier im Forum die Geister ;-)
Weiter hin bei Hirsch&Ille die MAGNAT Vector 77 für 266,- Euro/Paar... kann ich nix zu sagen, ein Bekannter hat die Vector Needle mit Keramik-Hochtöner, die klingen eigentlich sehr vernünftig.
Bei www.hifi-Schluderbacher.de
gibts im Moment auch ein Paar KEF Q3 für 400,- Euro Paarpreis. Das ist ein Koax-Lautsprecher, sicherlich auch interessant.

So, hoffe ich konnte dir helfen.
Und guck natürlich noch bei www.highendmarkt.de und www.audiomarkt.de , da findest du mit Sicherheit interessantere Angebote als bei Ebay wo alle steigern wie die Kranken.

Gruß
Leisehöhrer
Inventar
#5 erstellt: 30. Mrz 2004, 19:31
Hallo,

bei ACT gibt es noch ein geschlossenes Model. Ich glaube die ACT AL 15 ist das. Eine Kompaktbox mit einem 17er Tiefmitteltöner. Kosten ca. 400 Euro das Paar. Die sehen gut verarbeitet aus. Ich kann mir die für Deine Raumgrösse gut vorstellen.

Gruss leisehörer
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 31. Mrz 2004, 14:27
Hallo,

daneben solltest du mal die aktuell "abgefeierten" Boxen Dali Concept 2 und Monitor Audio Bronze 2 näher testen!

Markus
AH.
Inventar
#7 erstellt: 31. Mrz 2004, 15:20
leider gibt es kaum gute, günstige Lautsprecher.

Das Dreiwegesystem hat gegenüber Zweiwegesystemen eindeutige Vorteile bezüglich nicht-harmonischer Verzerrungen. Zweiwegesysteme leiden aufgrund der verschiedenen Strahlergröße im Übernahmebereich zudem oft an einer Sprungstelle im Abstrahlverhalten.
Dieser Nachteil kann sich in einen Vorteil wandeln, wenn die Richtwirkung des Hochtöners an den Tiefmitteltöner angepaßt wurde (Waveguide etc.). Das läßt sich aber auch mit drei Wegen machen.

Zweiwegesysteme haben letztlich nur einen gewichten Vorteil: Sie sind billig.

Gut konstruierte Baßreflexboxen weisen im Vergleich zu geschlossenen Gehäusen einen höheren Wirkungsgrad auf und können daher höhere unverzerrte Pegel im Tieftonbereich erzeugen. Demgegenüber steht ein schlechteres Impuls/Gruppenlaufzeitverhalten, was im hier zur Diskussion stehenden Tieftonbereich die Hörschwelle überschreiten kann.

Baßreflexsysteme haben letztlich denselben gewichtigen Vorteil, wie Zweiwegesysteme

Was nicht heißt, daß sich ordentliche LS mit gutem Preis-Leistungsverhältnis als Zweiwege- und Baßreflexsysteme ausführen ließen.

Auf dem Bausatz-Sektor gibt es noch eine geschlossene Box mit echtem Mitteltöner.
http://www.lautsprechershop.de/hifi/duplex.htm
Bei dieser Konstruktion wurde weitgehend "alles richtig gemacht", aufgrund der breiten Abstrahlcharakteristik sollte man jedoch geringe Hörabstände und/oder einen gut gedämpften Hörraum haben.

Im Fertigsektor finden sich solche Dreiwegesysteme in geschlossener Ausführung nur noch bei einigen hochwertigen Studio-Regielautsprechern, allerdings zu Preisen, die den eingangs genannten um den Faktor 10 oder mehr übertreffen.....

Gruß

Andreas
das_n
Inventar
#8 erstellt: 31. Mrz 2004, 15:43
aha und probleme in den übergangsfrequenzen der verschiedenen töner sagen dir gar nix? da gibt es auslöschungen, und da ein 3-wegerich doppelt so viele übergangsfrequenzen wie ein 2-wegerich hat, sind da die probleme bestimmt nicht geringer......

auf jeden fall leuchtet mir diese erklärung, die in ähnlicher form von günther nubert stammt, ein.


[Beitrag von das_n am 31. Mrz 2004, 15:44 bearbeitet]
AH.
Inventar
#9 erstellt: 31. Mrz 2004, 16:34
Hallo das_n:

diese Erklärung ist schlicht und einfach falsch und stammt so auch ganz sicher nicht von G. Nubert. Ob und wie stark Auslöschungen auftreten, hängt (1) vom Strahlerabstand in Relation zur Wellenlänge, (2) von der Strahleranordnung allgemein, (3) von der Filterordnung ab....

Einige Beispiele:

1. Ganz normale Dreiwegesysteme (Strahler übereinander montiert) sind oft um ~ 500Hz getrennt. Dies entspricht 68cm Wellenlänge. Grob gesagt, dürfen Tief- und Mitteltöner (Chassiszentrum zu Chassiszentrum) bis zu 34cm voneinander entfernt sein, um die Bedingung zu erfüllen, daß keine Interferenzen auftreten. Dies ist sehr leicht zu erfüllen.
Im Gegenteil ist das Dreiwegesystem bezüglich Interferenzen bevorzugt, da ein kleiner Mitteltöner eingesetzt werden kann und so der Abstand zwischen Mitteltöner und Hochtöner kleiner ausfallen kann, als bei Zweiwegesystemen mit großem Tiefmitteltöner. Hier spielen aufgrund der geringen Wellenlängen (2,5kHz = 13,6cm Wellenlänge) Interferenzen tatsächlich eine Rolle.

2. Koaxial aufgebaute Systeme: Hier treten ohnehin keine Interferenzen auf, ganz unabhängig von der Filterordnung.

3. Sehr hohe Filterordnungen (z.B. 96dB/8ve) machen den Interferenzbereich wenige Hz schmal, so daß er gehörmäßig irrelevant wird. Man könnte einwenden, daß hohe Filterordnungen hörbare Laufzeitverzerrungen erzeugen. Im Zeitalter linearphasiger digitaler FIR-Filter ist dieser Einwand jedoch gegenstandslos. Hohe Filterordnungen sind bei konventionell ausgelegten Dreiwegesystemen jedoch nicht nötig (siehe 1), da der zusätzliche Frequenzübergang ohnehin aufgrund der großen Wellenlängen unkritisch ist.


Gruß

Andreas
das_n
Inventar
#10 erstellt: 31. Mrz 2004, 16:39
naja, vielleicht habe ich das falsch verstanden, bin ja auch kein akustiktechniker..... schau selber was ich meine:

http://www.nuforum.de/nuforum/viewtopic.php?t=57&highlight=2wege
Master_J
Inventar
#11 erstellt: 31. Mrz 2004, 17:19

Sehr hohe Filterordnungen (z.B. 96dB/8ve)...

Führe das mal passiv aus.

Gruss
Jochen
Leisehöhrer
Inventar
#12 erstellt: 31. Mrz 2004, 17:30
Hallo,

ich habe diesen Bericht gelesen und verstehe es so das Herr Nubert bei 3 Wegen Nachteile gegenüber 2 oder 2 1/2 Wegen sieht. Was ich aber bisher nicht verstanden habe ist das Herr Nubert Nachteile darin sah das ein Mitteltöner zu beiden Seiten, also Hoch und Tiefton, begrenzt wird.
Dabei sind in 3 Modellen seiner Standboxen ebenfalls die Tiefmitteltöner zu beiden Seiten begrenzt. Nur das es in den Fällen eben keine reinen Mitteltöner sind. Das wurde bei den nuWave 125, nuLine100, nuWave 10, so gemacht.

Gruss leisehörer
Master_J
Inventar
#13 erstellt: 31. Mrz 2004, 17:38

Dabei sind in 3 Modellen seiner Standboxen ebenfalls die Tiefmitteltöner zu beiden Seiten begrenzt. Nur das es in den Fällen eben keine reinen Mitteltöner sind. Das wurde bei den nuWave 125, nuLine100, nuWave 10, so gemacht.

Aber mechanisch (Gehäuseabstimmung), nicht elektrisch (Frequenzweiche).

Gruss
Jochen
gummibaer
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 31. Mrz 2004, 17:43
hallo,
ich habe das Thema gibt es noch gute boxen genannt weil
a) Ich natürlich noch welche suche und
b) es einmal Zeiten gab (die ich nicht miterlebt hab) in denen mein Vater die Dual CL 1200 geschenkt bekommen hat, die 3 Wege haben und ein geschlossenes Chasis(oder Gehäuse) und gut aber nicht ganz perfekt klingen(vielleicht weil sie so alt sind) was meint ihr, was der Grund ist warum meißt nur noch die 2 Wege mit BR produziert werden? Hat sich vielleicht die Hörgewohnheit umgestellt?
Ich hoffe ich kann hier eine kleine Diskussion entfachen
Für jeden der sich fragt warum ich so einen Tick mit den 3 Wegen hab: ein Freund von mir ist recht musikalisch und besitzt ein (fast) absolutes Gehör, und er meine er würde einen klaren Unterschied zwischen beiden Hören. Auch sein Vater, der etwas in diese Richtung arbeitet ist der meinung ein 3 Wege system hat klare Vorteile(vom Preis abgesehen)gegenüber 2 Wegen

Gruß Gummibaer


[Beitrag von gummibaer am 31. Mrz 2004, 17:44 bearbeitet]
benno40
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 31. Mrz 2004, 18:26
Höhr Dir mal die kleinen Dynaudio kompakten an , wie die 40. Klingen fürs Geld echt klasse. Ist nur ein Tip am Rande.

Gruß
Benno
AH.
Inventar
#16 erstellt: 01. Apr 2004, 09:09
Hallo,

Herr Nubert zielt in seiner Argumentation darauf ab, daß ein passiv ausgeführter Bandpaß, vereinfacht gesagt, ein von den Betriebsbedingungen abhängiges Verhalten aufweisen kann. Dies würde z.B. bedeuten, daß sich der Amplitudenfrequenzgang des LS in Abhängigkeit von der Wiedergabelautstärke ändert.

Dazu einige Anmerkungen: Prof. J. Sennheiser war sehr stolz darauf, daß das Prinzip des Aktivlautsprechers in seiner Firma erfunden wurde und 1963 (!) ein System am Markt eingeführt wurde, welches dem Wettbewert technisch vollkommen überlegen war. Ein kommerzieller Erfolg war das nicht, er sagte daher in solchen Fällen: "Ach wissen sie, BAUEN kann man alles".
Darüber, daß es 40 Jahre später überhaupt noch Passivlautsprecher gibt, kann man eigentlich nur lachen.

Weiters muß man die immer noch vorhandenen Vorteile des passiven Dreiwegesystems gegen seine Nachteile abwägen. Hier würde ich keineswegs sagen, daß die Sache eindeutig zugunsten des Zweiwegesystems ausgeht.

G. Nuberts Argumentation beißt sich an folgender Stelle in den Schwanz: Einerseits sagt er, daß (1) Zweiwegesysteme gegenüber Dreiwegesystemen bevorteilt sind, andererseits (2) Aktivsysteme gegenüber Passivsystemen keine Vorteile hätten.
(1) Gilt nach seiner Argumentation nur unter der Randbedingung passiver Ausführung, (2) gilt nach seiner Argumentation nur unter der Randbedingung, daß es sich um ein Zweiwegesystem handelt.
-> Alle fundamentalen, prinzipbedingten Limitierungen des Zweiwegesystems sind jedoch ohne weitere Nachteile bei Ausführung als aktives Dreiwegesystem zu umgehen......Nicht umsonst hat sich das vollaktive Dreiwegesystem seit Jahrzehnten bei hochwertigen Studio-Regielautsprechern durchgesetzt. Durch den Einsatz eines vierten Weges lassen sich noch weitere Vorteile gegenüber drei Wegen erreichen, allerdings ist der Fortschritt gemessen am Aufwand gegenüber dem Schritt von zwei auf drei Wege geringer.

Ich schätze Herrn Nubert übrigens als einen sehr kompetenten Lautsprecherentwickler mit für LS-Entwickler überdurchschnittlichen Psychoakustik-Kenntnissen. Soweit ich es beurteilen kann, macht er bezüglich der gegebenen, die Qualität limitierenden Randbedingungen (passiv, kleine Lautsprecher) bei seinen Konstruktionen eigentlich "alles richtig".

Im Übrigen ließe sich der Einsatz eines passiven Bandpasses für den Mitteltöner auch bei passiven Dreiwegesystemen umgehen, indem der Mitteltöner bereits die gewünschte Filterfunktion auf akustische Weise mitbringt, was sowohl für den Hochpaß (geschlosssenes Gehäuse), aus meiner Sicht aber noch günstiger für den Tiefpaß realisierbar ist. Für letzteres müßte man die Membrane bloß sehr steif machen, dann zeigt sie automatisch im bezüglich der Richtwirkung sinnvollen Abkoppelbereich ein akustisches Tiefpaßverhalten 2. Ordnung. Solche Lautsprecher sind z.Zt. jedoch nicht kommerziell erhältlich.

Um noch auf den Einwand bezüglich der Realisierbarkeit hoher Filterordnungen einzugehen: Wenn wir über zwei Wege vs. drei Wege diskutieren, dann diskutieren wir über einen zusätzlichen Frequenzübergang bei ca. 500Hz, der aufgrund des Verhältnisses von Wellenlänge zu Strahlerabstand keine hohen Filterordnungen zur Vermeidung von Interferenzen benötigt.
Interferenzprobleme treten beim Frequenzübergang mid-high auf, wovon Zweiwegesysteme im selben oder stärkeren (großer Tieftmitteltöner) Maße betroffen sind.

Gruß

Andreas
Leisehöhrer
Inventar
#17 erstellt: 01. Apr 2004, 09:09
Hallo,

ich habe bei einem Bekannten geschlossene 3 Wege Lautsprecher gehört. Die Marke heisst Audio. Die genaue Bezeichnung weiss ich jetzt nicht. Das sind jedenfalls mittelgrosse Boxen Die im Bass aktivierbar sein sollen.
So sagte mir der Besitzer. Und sie kosteten vor 10 Jahren um die 8000 DM. Ich schätze die Boxen sind ca. 1 m-1,10 m hoch, 25 cm breit und 35 cm tief.
Der Raum ist nicht grösser als 16 m/2 und 2,5 m hoch.
Nicht gannz quadratisch. Ziemlich vollgestellt ist der Raum auch. Meiner Meinung nach würden in dem Raum Standboxen mit Bassreflex schlechter klingen wie diese alten Boxen. Die Boxen stehen übrigens nur 20 cm weg von der Rückwand. Ich finde den Klang sehr gut . Ich habe das immer darauf zurückgeführt das die Boxen geschlossen sind.
Ich habe offt gelesen das geschlossene Boxen sehr gross sein müssen um mit Bassreflexboxen im Bass mithalten zu können. Ich denke das diese Aussagen nicht richtig sind.
In der Theorie mag es so sein. Aber bestimmt nur wenn die Raumakustik dabei nicht berücksichtigt wird. Also bei Freifeldbedingungen oder in Schalltoten Räumen. Die alten Boxen vom Bekannten sind nicht grösser wie mittelgrosse Standboxen die es jetzt zu kaufen gibt. Ich vermute jetzt das Bassreflex sich nur durchgesetzt hat weil die meissten Menschen Wert auf viel Bass legen. In günstigen Räumen sehe ich auch keinen Nachteil von Bassreflex gegenüber den Geschlossenen. Ich bin aber auch kein Fachmann.

Gruss leisehörer
Werner_B.
Inventar
#18 erstellt: 01. Apr 2004, 09:41
Leisehörer,


Ich vermute jetzt das Bassreflex sich nur durchgesetzt hat weil die meissten Menschen Wert auf viel Bass legen.


Das mag ein Grund sein. Ich glaube aber: wichtiger ist dieser Grund:


Zweiwegesysteme haben letztlich nur einen gewichten Vorteil: Sie sind billig.


Geiz ist ja angeblich geil ...

Gruss, Werner B.
AH.
Inventar
#19 erstellt: 01. Apr 2004, 10:16
ich will nochmal weiter auf einige Zielkonflikte eingehen:

Bei einem Zweiwegesystem verbietet sich der Einsatz großflächiger Tieftöner aufgrund von deren Richtcharakteristik. Immerhin muß der Tieftöner bis ca. 2kHz übertragen, ohne das bei dem Übergang auf den Hochtöner eine Sprungstelle in der Richtcharakteristik entsteht.
Um aus einem kleinflächigen Tiefmitteltonsystem überhaupt etwas unverzerrten Baß zu bekommen, ist die Ausführung mit zusätzlichem Helmholtzresonator zur Baßerzeugung ("Baßreflexbauweise") unumgänglich. Die große Bandbreite bei Zweiwegesystemen führt bei Übersteuerung des Tiefmitteltöners sonst zu Intermodulationsverzerrungen im gesamten Übertragungsbereich des Tieftöners.

Bei einem Dreiwegesystem kann man beispielsweise einfach einen 300mm oder 400mm Tieftöner (oder zwei Stück 250er) einsetzen, eine solches System braucht für irgendwie normal geartete Pegelbedürfnisse keinen zusätzlichen Helmholtzresonator zur Baßerzeugung.

Auch bezüglich der Richtcharakterstik (bzw. Diffusfeld-Frequenzgang) hat man weniger Probleme bei drei Wegen. Herr Nubert schreibt selbst irgendwo, daß der Hochtöner im Übernahmebereich das bessere Abstrahlverhalten, jedoch das schlechtere Impulsverhalten habe, beim Tieftöner sei es genau umgekehrt. Durch den Einsatz eines regelrechten Mitteltöners läßt sich auch dieser Zielkonflikt von vorneherein vermeiden, denn der Mitteltöner kann entsprechend klein (typisch 50....90mm effektiver Strahlerdurchmesser) sein, so daß keine Probleme mit der Richtwirkung auftreten.

Wenn es um ein gutes Kosten/Nutzen-Verhältnis geht, ist die passive Zweiwege-Baßreflexbauweise sicher die beste Lösung. Was mich jedoch stört, ist, daß nicht selten teure (und oft auch noch schlecht/falsch konstruierte) "highend" Systeme in dieser Bauweise angeboten werden, wo keine vernünftige Relation zwischen Kosten und Nutzen besteht.

Gruß

Andreas
martin
Hat sich gelöscht
#20 erstellt: 01. Apr 2004, 10:24
Hi Werner_B,

ich denke, bei kleinen passiven Kompakten ist es eine Notwendigkeit mit Bassreflexunterstützung zu arbeiten um auch höhere Pegel unverzerrt wiedergeben zu können.

Ich hatte beispielsweise noch eine kleine kompakte Canton GLE 50 von '86 nebenher laufen. Geschlossene 3-Wege Box mit Kalotten Hoch- und Mitteltöner und 16er Pappmembran, dazu Echtholzfurnier. So etwas konnte man schon damals im Discountersegment anbieten
Da fragt man sich schon, warum das heute nicht mehr möglich sein soll...

Machte übrigens eine gute Abbildung, hatte aber neben der 'eingebauten Loudness' eben das angesprochene Problem, dass sie nicht laut ging.

Grüße
martin
AH.
Inventar
#21 erstellt: 01. Apr 2004, 10:42
ich mache gleich noch etwas weiter:

Setzt man Systeme großer Bandbreite ein, hat dies automatisch Nachteile bezüglich der Kennempfindlichkeit. Der Hersteller muß sich also entscheiden, ob die Box laut oder tief gehen soll.

der Rückgriff auf mehrere Wege erlaubt es, die Kennempfindlichkeit des Systems beträchtlich zu erhöhen, ohne Einbußen bezüglich der unteren Grenzfrequenz. Hierfür sind im Tieftonbereich nur größere Gehäuse nötig.
Ein Mitteltöner, der erst ab 500Hz übertragen muß, darf eine viel höhere Kennempfindlichkeit aufweisen, als ein Tiefmitteltöner, dessen Wirkungsgrad im Tieftonbereich nicht zu sehr absinken darf. Der Zielkonflikt zwischen Wirkungsgrad und Bandbreite ist physikalisch vorgegeben und nicht zu überwinden.

Eine hohe Kennempfindlichkeit hat Vorteile bezüglich geringerer Powerkompression. Eine Box mit nur 85dB/W @ 1m braucht zur Erzeugung von 105dB/SPL @ 1m überschlägig 100W. Davon werden ~ 99W in der Schwingspule als Wärme frei, deren Widerstand erhöht sich entsprechend, bei gleicher Eingangsspannung (Verstärker) sinkt daher der Pegel gegenüber kaltem Zustand um mehrere dB.
Da die einzelnen Systeme von Musik unterschiedlich belastet werden und unterschiedliche Kennlinien der Kompression aufweisen, kann es passieren, daß sich der Amplitudenfrequenzgang des Gesamtlautsprechers als Funktion des Pegels ändert, weil ein Strahler stärker komprimiert, als der andere.

Gruß

Andreas
Werner_B.
Inventar
#22 erstellt: 01. Apr 2004, 10:59
Martin,


Ich hatte beispielsweise noch eine kleine kompakte Canton GLE 50 von '86 nebenher laufen. Geschlossene 3-Wege Box mit Kalotten Hoch- und Mitteltöner und 16er Pappmembran, dazu Echtholzfurnier. So etwas konnte man schon damals im Discountersegment anbieten
Da fragt man sich schon, warum das heute nicht mehr möglich sein soll...

Machte übrigens eine gute Abbildung, hatte aber neben der 'eingebauten Loudness' eben das angesprochene Problem, dass sie nicht laut ging.


Ich hatte nur geschlossene 3-Weg: Canton LE 900, Canton Quinto 510, Braun CM7, jetzt die Hummeln. Mir waren alle laut genug ... Sicher war die LE 900 die grösste, damals im elterlichen Haus hat man die Musik bei geschlossenen Fenstern noch 20m weiter beim Nachbarn gut gehört (am Receiver Saba 9240 digital mit 2x70 W Sinus DIN an 4 Ohm) ... Die kleineren reichen m.E. allemal für übliche Wohnverhältnisse mit 25-30 qm. So laut wie damals live bei Mitch Ryder, wonach mir die Ohren geklingelt haben, will ich nicht gerade dauerhaft hören ... Man sollte da die Kirche auch mal im Dorf lassen. Der Einsatzweck Disco ist ja nun nicht der vordringliche für die meisten hier.

Und noch zum Billigsegment: rechnet man die Inflation realistisch mit ein, dann liegt das Billigsegment heute eine Ecke tiefer als vor 20 Jahren, das wäre ohne höhere Produktivität (auch incl. einfacheren Produktaufbaus) gar nicht möglich. Das sieht man inzwischen auch bei zahlreichen anderen Produkten, dass an allen Ecken gespart wird. Die beste (nein, eigentlich muss ich genauer sagen: die aufwendigste) Qualität bekam man m.E. so Ende 70er bis Ende 80er Jahre. Das ging nur so langsam abwärts, dass ein Gewöhnungseffekt eintrat.

Gruss, Werner B.


[Beitrag von Werner_B. am 01. Apr 2004, 11:21 bearbeitet]
ATetzlaff1
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 01. Apr 2004, 11:12
Hallo,

mein Hifi-Händler empfielt in letzter Zeit Neu in dem Preisbereich die Tannoy Reveal passiv od. aktiv (siehe z. B. in (sehr günstig): http://www.musik-service.de/ProduX/Recording/Monitore/Tannoy_Reveal_passiv.htm). Kommen eigentlich aus dem Studiobereich, aber auf Boxenständer gestellt gehen die gut ab.

Weitere Möglichkeiten gebraucht:
Acoustic Research Redbox 1 od. 2
Acoustic Research 122
Linn Kan
Royd
Leisehöhrer
Inventar
#24 erstellt: 02. Apr 2004, 20:19
Hallo,

ich finde es mehr als schade das fast keine geschlossenen 3 Wegeboxen gebaut werden. Ich werde mir Lautsprecher demnächst selberbauen. Dann kann ich selber bestimmen was gut für mich ist. Wenn es noch geschlossene 3 Wegeboxen gäbe würde ich nicht selberbauen wollen. Ich brauche beim bauen natürlich Hilfe aber da gibt es genug Möglichkeiten.

Gruss leisehörer
wolfi
Inventar
#25 erstellt: 05. Apr 2004, 12:23
Hallo,
mit Verlaub - ich halte dies hier für eine Märchenstunde. Dreiwegboxen sind nicht zwangsläufig besser als Zweiwege. Bei gleichem Preis muss ein zusätzliches Chassis und fast der doppelte Weichenaufwand getrieben werden. Demgemäß schneiden bei "Tests" seit Jahrzehnten Zweiwege fast regelmäßig besser ab ( bei vergleicbarem Preis ). So feierte schon im Oktober 72 bei Warentest eine simple 2-Wege-Box mit Primitivstweiche ( eine Spule, ein Kondensator ) den Testsieg, eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Besonders festzuhalten sind hier die fehlerhaften Ausführungen zur Canton GLE 50. Zum einen stammt die Box nicht von 1986, sondern wurde von 78 bis 81 produziert, zum anderen wies die Box keine eingebaute Loudness auf, hatte vielmehr einen recht linearen Frequenzgang. Dennoch hatte sie klanglich nach Meinung unterschiedlicher Tester ( genannt sei hier nur Hifi-Stereophonie ) keine Chance gegen eine gut gemachte 2- Wege- Box der gleichen Preisklasse ( Acron 300 C ). Das sahen wohl auch die Verantwortlichen bei K+H so, die eine deratige Box damals als Abörlautsprecher für Rundfunkredakteure anboten. Selbst beim Abstrahlverhalten ( welches m.E. von Einigen hier ständig überbewertet wird )konnte die Canton gegenüber der 2- Wege - Box keine Vorteile erzielen.
Zufälligerweise ergab sich vor kurzem die Gelegenheit, eine sehr ähnliche GLE 60 neben einer Nubert 360 zu hören: Das eindeutige Ergebnis aller Beteiligten: Die 2-Wege -Box machte in allen Punkten den besseren Eindruck. Selbst die hier angeführten Vorteile bei der Kennempfindlichkeit existierten nicht. Die angesprochenen Vorteile erweisen sich tatsächlich als Vor"ur"teile.
timi24
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 05. Apr 2004, 17:57
Hallo,
der größte Vorteil bei einem
3-Wege-System ist einfach der vom
Tiefbaß entlastete Mitteltöner, was sich in
einer ingesamt entspannteren und klareren Wiedergabe bemerkbar macht (klingt für mich einfach besser); mein Tip: Kleine 2-Wege-Box(en) "ohne Tiefbaß" (ggf. gefiltert)ergänzt mit einem oder zwei Aktivsub(s)

Ciao Michael
martin
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 05. Apr 2004, 18:17
Hi wolfi,

ich habe nochmal nachgesehen. Du hast recht, nicht die Rechnung, sondern die Garantie weist 1986 aus. Ich schätze, die gaben damals 5 Jahre drauf. Dennoch halte ich die GLE50 in den Höhen für nervig und im Oberbass aufgedickt. Gerade wenn man mal etwas lauter hört. Sie ist doch sehr im Pegel limitiert. Schade, ich habe sie erst kürzlich abgegeben, lag eh nur im Keller, sonst hätte ich mir nochmal einen Höreindruck verschafft.

Ich sehe jetzt aber nicht unbedingt einen wesentlichen Widerspruch zu AHs Ausführungen. Die theor. Vorteile müssen sich ja nicht unbedingt in jeder realen Konstruktion widerspiegeln. Siehe Aktiv-Passiv-Diskussion. Deinen Beispielen glaube ich aber gern und sehe sie als korrekt an und als Warnung zu gleich, nicht blind einen 3-Wegerich vorzuziehen.
Speziell im Hifi-Bereich finde ich heutzutage Vergleiche zw. 2- und 3-Wegerichen aber ziemlich müßig, fühlen sich die Hersteller doch versch. Geschmacksklientels verpflichtet, was einenm objektiven Vergleich doch sehr im Wege steht.

Grüße
martin
fjmi
Inventar
#28 erstellt: 05. Apr 2004, 19:27
weis nicht obs wer schon geschrieben hat, aber ein nachteil von bassreflexlautspr. ist, dass sie unter einer gewissen freq. [weis grad nicht welche :)] größere hüne leisten als geschlossene, da die luft im inneren des ls. nicht mehr als entgegengesetzte, federnde, kraft wirkt. -> nur die sicke führt den memb. zurück und hält ihn...
bei ausreichend dimensionierten ls kein prob. [ausser verzerrungen] ansonsten schon -> ein grund warum sicken brechen.

dafür haben br boxen über dieser freq. deutlich geringere auslenkungen.
bukowsky
Inventar
#29 erstellt: 05. Apr 2004, 22:29

weis nicht obs wer schon geschrieben hat, aber ein nachteil von bassreflexlautspr. ist, dass sie unter einer gewissen freq. [weis grad nicht welche :)] größere hüne leisten als geschlossene, da die luft im inneren des ls. nicht mehr als entgegengesetzte, federnde, kraft wirkt. -> nur die sicke führt den memb. zurück und hält ihn...
bei ausreichend dimensionierten ls kein prob. [ausser verzerrungen] ansonsten schon -> ein grund warum sicken brechen.

dafür haben br boxen über dieser freq. deutlich geringere auslenkungen.


die Sicke führt die Membrane zurück

Sicken bröseln im Allgemeinen dahin, weil das Material nicht alterungsbeständig ist (siehe z. B. Braun-LS).

die geringsten Auslenkungen dürften Chassis im geschlossenen Gehäuse machen, da sie den größten Gegendruck durch das geschlossene Gehäuse bekommen ...
bukowsky
Inventar
#30 erstellt: 05. Apr 2004, 22:34
@Werner_B.

Kunststück, dass alle Boxen klingen ... an dem Saba ... der bringt ja auch alles zum Klingen
das_n
Inventar
#31 erstellt: 06. Apr 2004, 07:06

weis nicht obs wer schon geschrieben hat, aber ein nachteil von bassreflexlautspr. ist, dass sie unter einer gewissen freq. [weis grad nicht welche :)] größere hüne leisten als geschlossene, da die luft im inneren des ls. nicht mehr als entgegengesetzte, federnde, kraft wirkt. -> nur die sicke führt den memb. zurück und hält ihn...
bei ausreichend dimensionierten ls kein prob. [ausser verzerrungen] ansonsten schon -> ein grund warum sicken brechen.

dafür haben br boxen über dieser freq. deutlich geringere auslenkungen.


das mit dem luftdruck stimmt, aber: eigentlich hat die sicke hauptsächlich abdichtung und zentrierungsfunktion. das, was die membran zurückholt, ist die zentrierspinne (aufhängung), dieses meist gelbliche, wellig runde teil hinter der membran.
aber es stimmt natürlich: wenn die sicke kaputt ist, kann da luft durch und das mindrt natürlich die funktion der membran.
co3olt_23
Neuling
#32 erstellt: 15. Mai 2004, 01:34
hallö,guten klang erreichst du in einem raum dieser größe am besten mit schmalen und dezenten gehäuseabmassungen von max.h=ca0,35m/b=so um die 0,20 und ebenso die tiefe.so sparst die dir das in den hausflurstellen um den sound zu geniessen,da sich die frequenzen bei großen gehäusen erst in (nicht außerhalb)großer räume gut entfalten.tchö
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gibt es gute aber bezahlbare Lautsprecher
Fusspilz am 15.02.2005  –  Letzte Antwort am 17.02.2005  –  22 Beiträge
Gibt es gute Lautsprecher auch Kabelloß?
Bullvai am 12.02.2012  –  Letzte Antwort am 12.02.2012  –  5 Beiträge
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