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Brauchen Kopfhörer eine CE - Zertifizierung?

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BlackCat89
Neuling
#1 erstellt: 28. Mai 2012, 12:49
Hallo zusammen,
ich trage mich mit dem Gedanken Kopfhörer Gewerblich zu verkaufen und hoffe ihr könnt mir da bei meiner Frage helfen.
Ich habe mir den Wiki Artikel über die CE Zertifizierung durchgelesen, bin aber nicht so ganz schlau daraus geworden. Vllt jemand hier der da schon Erfahrungen gesammelt hat?
Jeck-G
Inventar
#2 erstellt: 28. Mai 2012, 16:24
Mein Beyer DT770 Pro hat ein CE-Zeichen, von daher gehe ich mal von aus, dass es notwendig sein wird.
Ist nunmal ein Elektrogerät, welches man am Körper trägt. Bedenke auch mal, Du würdest Deinen Kopfhörer an einem Röhren-Kopfhörerverstärker betreiben und im Fehlerfall hättest Du 200V am Ohr/Kopf anliegen. Bestimmt nicht lustig...

Übrigens reicht für einen Hersteller oder Entwickler nicht das Lesen des Wiki-Artikels, da muss man schon ganze Bücher lesen, auch was Produkthaftung usw. angeht.


[Beitrag von Jeck-G am 28. Mai 2012, 16:25 bearbeitet]
BlackCat89
Neuling
#3 erstellt: 28. Mai 2012, 17:05
Die Kopfhörer sind schon in Amerika zugelassen. Wie willst du denn die Kopfhörer bauen, so dass du 200V an den Kopf bekommst? Dann hättest du in deinem Amp irgend ein Problem, nicht aber in den Kopfhörern.

Ich vermute, da Kopfhörer so um die ~1V aus den Ausgabegeräten bekommen (Handy, Mp3 Player, Amp)
ist eine CE Zertifizierung nicht vorgeschrieben, hinzu kommt, das Kopfhörer ein passives Bauelement sind. Die Tatsache das du ein CE Zeichen auf deiner Verpackung findest sollte doch nicht zu der Annahme führen das dies Vorgeschrieben ist, oder?
MfG


[Beitrag von BlackCat89 am 28. Mai 2012, 17:07 bearbeitet]
Erik030474
Inventar
#4 erstellt: 28. Mai 2012, 18:40

BlackCat89 schrieb:
Die Tatsache das du ein CE Zeichen auf deiner Verpackung findest sollte doch nicht zu der Annahme führen das dies Vorgeschrieben ist, oder?


Jedes elektronische Gerät, dass in der EU in den Verkehr gebracht wird, benötigt eine CE-Zertifizierung. Für diese haftet auch IMMER der Importeur bzw. dieser stellt diese aus, dass die in Verkehr gebrachte Ware den Anforderungen mindestens EINES EU-Mitgliedes gerecht wird.

Wer Sorge um "Leib und Leben" hat sollte sich an TÜV-, GS- (Geprüfte Sicherheit) oder VDE-Prüfsiegeln orientieren, hier erfolgen echte Tests.
Jeck-G
Inventar
#5 erstellt: 28. Mai 2012, 20:46

Wie willst du denn die Kopfhörer bauen, so dass du 200V an den Kopf bekommst? Dann hättest du in deinem Amp irgend ein Problem, nicht aber in den Kopfhörern.
Eigentlich gehört da schon einiges zu, einen Kopfhörer so schlecht zu konstruieren (Metallgehäuse wegen Design oder so), dass die Betriebsspannung (kann auch bei einigen Millivolt bleiben, aber aufgrund eines Fehlers mit 200V Potentialunterschied zur Erde, also auch zum Kopf) "nach außen gelangt".

Natürlich gibt es auch Kopfhörer, wo man im Normalbetrieb knappe 600V anliegen hat (Elektrostaten -> Stax) und auch sicher sind. Dennoch wäre mir nicht wohl dabei, solche Spannungen (trotz vernünftiger Isolierung) paar mm nah am Ohr zu haben...


Die Tatsache das du ein CE Zeichen auf deiner Verpackung findest sollte doch nicht zu der Annahme führen das dies Vorgeschrieben ist, oder?
Es war schon vom Hörer selber die Rede, nicht von der Verpackung (wo sich das Zeichen unten aber auch befindet). Und wieso sollte Beyer irgendwo ein CE-Zeichen machen, wo es nicht nötig ist? Bedeutet doch nur mehr Verantwortung und höhere Kosten fürs Spritzgusswerkzeug.

Edit: Sind das Deine Kopfhörer?
(Google "black cat headphones")


[Beitrag von Jeck-G am 28. Mai 2012, 20:58 bearbeitet]
Passat
Moderator
#6 erstellt: 29. Mai 2012, 13:08
Nahezu jedes Gut braucht eine CE-Kennzeichnung.
Auch z.B. so etwas profanes wie ein Kabel.

Zum Kopfhörer:
Es geht da nicht nur um die elektrische Sicherheit, sondern z.B. auch um die Schadstoffbelastung (z.B. Flammschutzmittel oder Weichmacher im Kunststoff etc. etc.) und z.B. das Bruchverhalten (entstehen scharfe Kanten, wenn das Gehäuse bricht?).
Oder ob z.B. für die Gehäuselackierung in der EU nicht erlaubte Farben benutzt wurden.
Usw. usw.

Um eine Prüfung der Kopfhörer kommt man also nicht herum, wenn man die kommerziell importieren will.

Und dann muß man als Importeur dafür gerade stehen, das auch alle importierten Exemplare den Anforderungen genügen.

Grüsse
Roman
Crosstrainer
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Apr 2014, 18:26
Das Thema ist zwar etwas älter, ich greife es aber dennoch auf:
Meines Wissens nach müssen nicht alle Kopfhörer eine CE-Kennzeichnung haben. Dies hängt nämlich von der Art der Kopfhörer ab. Kopfhörer gehören nur dann zu den kennzeichnungspflichtigen Produkten, wenn sie unter die kennzeichnungspflichtigen Produktgruppen fallen. In Frage kommen m.E. nur die elektromagnetische Verträglichkeit und elektrische Betriebsmittel. Hierzu sind das EMV-Gesetz bzw. die EMV-Richtlinie und die Richtlinie 2014/35/EU über die Bereitstellung elektrischer Betriebsmittel zu beachten. Danach ergibt sich folgendes:
- Für nahezu alle "passiven" Kopfhörer (ohne Funk oder Verstärkung oder Rauschunterdrückung) scheidet eine Anwendung der EMV-Richtlinie aus, da sie keinen nennenwerten elektromagnetischen Strahlen abgeben, die einen Einfluss auf Funk- und Telekommunikationsgeräte haben können.
- Und elektrische Betriebsmittel sind nach der genannten Richtlinie nur CE-kennzeichnungspflichtig, wenn sie eine Nennspannung zwischen 50 und 1 000 V für Wechselstrom und zwischen 75 und 1 500 V für Gleichstrom haben. Das dürfte aber ebenfalls für die meisten Kopfhörer (mit Ausnahme von Funkkopfhöreranlagen von vornherein auszuschließen sein. Die meisten Kopfhörer, insbesondere solche, die an mobilen Playern betrieben werden, dürften eine Spannung von weniger als 10 Volt vertragen.

Damit wären Kopfhörer weitgehend von der Pflicht zur CE-Kennzeichnung befreit, bzw. sie dürfen gar nicht mit CE gekennzeichnet werden.
Passat
Moderator
#8 erstellt: 28. Apr 2014, 21:44
Da stellt sich noch die Frage, welche Produkte überhaupt ein normgerechtes CE-Kennzeichen tragen.
Gefühlte 80% aller Produkte nicht!

Da ist zwar ein dem CE-Zeichen ähnliches Zeichen drauf, es ist aber kein CE-Zeichen, weil es die Anforderungen an seine Gestaltung nicht erfüllt:


Z.B. sind sehr oft das C und das E viel zu eng beieinander.
Oder der Mittelstrich des E ist zu lang oder gleich beides.

Zu den Kopfhörern:
Natürlich gehören die zu den kennzeichnungspflichtigen Produktgruppen.
Beispielsweise spielt RoHS bei Kopfhörern eine Rolle und schon sind die kennzeichnungspflichtig.
Ebenso die Produktsicherheitsrichtlinie.
Es muß sichergestellt sein, das von dem Produkt keine Gefahren ausgehen.
Z.B., das keine giftigen Farben verwendet wurden, die Kabelisolierung keine gesundheitsgefährdenden Stoffe ausdünstet, das z.B. bei Ohrpolstern aus Leder kein chromgegerbtes Leder verwendet wird, etc. etc.

Wobei mein Eindruck ist, das CE nur ein Papiertiger ist.
Sonst würden nicht immer wieder CE-gekennzeichnete giftverseuchte Dinge im Handel auftauchen, wie z.B. mit schwermetallen belastetes Spielzeug etc. etc.
Das Problem bei der CE-Kennzeichnung ist nämlich, das der Hersteller/Importeur durch das Anbringen des CE-Kennzeichens dafür garantiert, das das Produkt die Vorschriften einhält.
Kontrolliert wird das in der Praxis allerdings nicht (ich habe von solchen Kontrollen jedenfalls noch nie etwas gehört).

Grüße
Roman
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