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Referenzgeräte und Erwartungshaltung

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Autor
Beitrag
Guidchen
Stammgast
#1 erstellt: 16. Aug 2004, 17:23
Hi,
da ich heute ohnehin einen Termin in der Stadt hatte, nahm ich mir für heute einen Probehören-Marathon vor.
Ich bin zwar klanglich sehr zufrieden mit meiner Anlage, aber ich würde gerne etwas "high-endiger" und etwas mehr fürs Auge in Sachen Elektronik verändern.Da gerade in Optik und Haptik die Röhrengeräte einen ganz besonderen Reiz ausstrahlen, standen die ganz oben auf meiner "mal-anschaun/-hören"-Liste. Auch-um mal zu sehen/hören, wo man mit seiner Anlage "so steht".

Nun-ein paar bekannte CDs eingepackt und ab.

Beim ersten Händler stand eine T&A-Anlage. Beim Anblick des Röhrenamps bekam ich schon einen feuchten Schritt. Es handelte sich um den absoluten Referenzverstärker (AUDIO-Bestenliste absolute Referenz) T&A V 10 für schlappe 5000,- EURO. Ein T&A-CD-Player und T&A- Standboxen.

Ich setze mich genüßlich hin und spielte eine nach der anderen meiner CDs ab.
Begeisterung?
Fehlanzeige-eher Enttäuschung. Denn es tönte so, als ob ich bei mir zuhause eine Decke über meine Speaker gehängt hätte-bähhhhh. Weniger Dynamik, Welten schlechter Hochtonauflösung, weniger Druck.

Neeee-das wars nu gar nicht. Eigentlich ging ich sehr glücklich aus dem Laden, denn meine Anlage scheint wirklich gar net mal so übel zu sein.

Auf dem Nachhauseweg wollte ich noch bei einem kleinen, versteckten Mini-Hifi-Studio vorbeischaun, liegt direkt im Nachbarort.

Also nochmal reingeschaut.

Jeahhh-das sah supergeil aus. Gemütlich, nur edelste Geräte, Martin Logans, Emitter, Jadis Röhren, Transrotor-Plattendreher-
Fein !!

Wir fingen an mit einem Jadis Orchestra Verstärker und den kleinen Martin-Login. Zum Warmspielen der Röhren legte der gute Mann erstmal eine seiner Platten auf. Upps-sagte ich:"Ahhh-Tom Rothella-Band. Die hab ich auch als CD dabei" So konnte man bei den selben Stücken zwischen Platte und CD hin-und-herschalten. Obwohl der gute Mann meinte, daß Platte ja eh besser klinge, würde ich die CD bevorzugen. Klang für mich feiner aufgelöst und das winzige Knistern der Platte ging mir beim konzentrierten Hören bisserl auf den Sack
Eine feine Kombi lief da- aber ich wäre nicht unbedingt neidisch geworden-jedenfalls nicht des Klanges wegen Allerdings wegen der Optik des Jaris-Röhren-Verstärkers. Ein wirklich lecker Teilchen.

Da ich wohl auch nach mehreren Scheiben nicht in Begeisterungsstürme verfiel, hängte er dann die großen Logans an den Jaris. Das kam dann schon etwas besser. Bis ich mich dann nach einem gigantischen Röhrenteil erkundigte, was an der Seite stand. Ein Wahnsinns-Viech, gute 40 Kg schwer. Es handelte sich um einen generalüberholten, mit frischen Röhren ausgestatteten Spark 530. Der drückte kräftiger und löste auch meiner Meinung feiner auf als der Jaris. Sollte aber, da aus Inzahlungnahme nur 1300,- EURO kosten.

Der hat mir echt gefallen. Nu bin ich ernsthaft am Überlegen, ob ich den mal an meine Speaker hängen soll. Eigentlich wäre ein neuer Beamer ja wichtiger, aber so ein Röhrenteil macht mich echt an, hat schon was.

Naja-ich überlege es mir noch, aber der Tag hat mir auf jeden Fall was gebracht, denn ich bin nun wirklich wieder mal richtig zufrieden mit meiner Anlage und verfalle nicht in traurige, neidische Verzückung, wenn ich mal wieder in einer Zeitung die "achsotollen" Referenzgeräte sehe. Man erkennt die Stärken und Schwächen der eigenen Anlage und des Raumes. Selbst bei der großen Logan könnte ich nicht von "Welten" besserer Wiedergabe sprechen. Was ich sofort als besser als bei mir empfand war der differenziertere Bassbereich. Meine Subs gehen zwar tiefer und drücken mehr, aber der Bass aus den Logans war sauberer und differenzierter. Man hörte mehr das anzupfen und ausschwingen der Bass-Saiten. Im Stimmbereich hatte der Raum des Studios den Vorteil weniger Nachhalls, sodaß bei erhöhter Lautstärke der Stimmbereich klarer blieb. Die Stimmen sind bei mir aber gleichfalls natürlich und homogen-Unentschieden. Die große Stärke des Detailsreichtums von Elektrostaten konnte ich nicht ganz nachvollziehen- ich hörte bei mir mehr Feinheiten heraus als auf den Logans und auch der Hochtonbereich ist bei mir feiner aufgelöst, wenn auch härter und etwas "giftiger".
Metallsaiten einer Gitarre klingen für meinen Geschmack auf meinen Speaker härter, metallischer, realistischer als auf den großen Logans.

Aber das hängt sicherlich auch mit dem Raum und der gesamten Kette zusammen. Jedenfalls bin ich angenehm überrascht, wie gut vor allem meine Speaker hier mitspielen. Trotzdem bleibt der Wunsch, mir einen "schönen" Amp zu gönnen. Ich würde schon gerne mal den fetten Spark an meinen Marmors hören.

Nur - wie erklär ich das nur meiner Frau


Sooo-und an alle die traurig in den Zeitungen die Tests der zigtausend-EURO-Teile lesen:

Nicht traurig sein weil keine Knete- geht mal hin und hört euch die Teile erstmal an. Manchmal wird viel mehr Wind um die Dinger gemacht, als es wirklich wert ist


Gruß
Guido
Oohmm
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 16. Aug 2004, 19:38
Hallo Guidchen,

dein gemütlicher Beitrag hat mich so erfreut, dass ich mich genötigt sah, dieses Lob auszutippen!
Schön, wenn jemand so unbefangen Erfahrungen sammelt -
ist scheinbar nicht die Regel...

Mal schaun, hab richtig Lust bekommen morgen, wenn´s Wetter passt, ebenfalls Probelauschen zu gehen - find ich immer sehr interessant!

Thono
Stammgast
#3 erstellt: 17. Aug 2004, 08:26
Hallo,


Begeisterung?
Fehlanzeige-eher Enttäuschung. Denn es tönte so, als ob ich bei mir zuhause eine Decke über meine Speaker gehängt hätte-bähhhhh. Weniger Dynamik, Welten schlechter Hochtonauflösung, weniger Druck.


das entspricht so ziemlich meiner (unserer) Erfahrung. Ich frage mich dann immer ob die Händler ehrlich meinen wie toll das klingt (kann ich nicht so recht glauben) oder ob die das nur so sagen. Im ersten Fall wissen die nicht was ihnen entgeht und im zweiten Fall fühle ich mich auf den Arm genommen.

Wir haben schon bei einigen Händlern Geräte und Lautsprecher gehört die um ein mehrfaches teuerer sind als unsere kleinen Schätzchen. Aber die Begeisterung war da irgendwie ein paar hundert Kilometer entfernt. Uns scheint, daß viele Händler darauf hoffen daß die Kunden schon vom Herstellernamen in Ehrfurcht erstarren.
Schade zwar aber im Endeffekt muß man seine Auswahl sowieso Daheim hören.

Gruß
Thomas
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