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Neue Verkaufszahlen Hifi-Presse

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Autor
Beitrag
Tantris
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 18. Apr 2005, 07:31
Hallo Zusammen,

Da es vom IVW mittlerweile vollständige Zahlen für das Jahr 2004 gibt, möchte ich einmal die neuen Verbreitungszahlen, insbesondere Verkaufszahlen, der 3 großen Hifi-Magazine zur Diskussion stellen, weil ich sie für recht interessant halte. Ich beziehe mich dabei auf Daten des IVW, insbesondere durch eine Betrachtung der Jahre 1998 bis 2004.

Stereoplay, Durchschnitt regulär verkaufte Hefte pro Ausgabe (EV+Abo):

1998: ~61.900
1999: ~57.300
...
2003: ~35.300
2004: ~32.500

Audio, Durchschnitt regulär verkaufte Hefte pro Ausgabe (EV+Abo):

1998: ~75.600
1999: ~72.300
...
2003: ~44.000
2004: ~41.300

Stereo, Durchschnitt regulär verkaufte Hefte pro Ausgabe (EV+Abo):

1998: ~45.300
1999: ~44.500
...
2003: ~26.500
2004: ~24.700

Nicht berücksichtigt sind dabei Sonderverkaufsmaßnahmen, Freiexemplare, Lesezirkel, Bordexemplare etc., die zumindest im Falle Stereo die reine Verbreitungszahl noch relativ hochgehalten haben. Für den dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen sind vor allem die Einzelverkäufe verantwortlich, die Abonenntenzahlen sanken im Vergleichszeitraum nur in geringem Maße.

Man könnte sagen, das Interesse an den großen Hifi-Blättern schwindet recht deutlich. Welche Gründe seht Ihr dafür? Wenden sich die Leute allgemein vom Hobby ab, hat der Trend Heimkino viel damit zu tun, haben die Zeitschriften einfach ihre Glaubwürdigkeit und Daseinsberechtigung verloren, sind sie durch das Internet teilweise ersetzt worden? Bitte um Meinungen und fröhliche Diskussion!

Gruß, T.

PS: Lt. IVW auflagenstärkste deutsche Hifi-Zeitschrift ist ... genau, die "Hifi-Test"! Wer hätte das gedacht? Im Vergleichsjahr 2004 betrug der reguläre Verkauf durchschnittlich ~78.000 Exemplare - übrigens ohne einen nennenswerten Abwärtstrend seit dem Jahr 1998, dieser Titel hat sich mit Schwankungen in beide Richtungen etwa konstant am Markt gehalten.
mamü
Inventar
#2 erstellt: 18. Apr 2005, 08:13
Ich denke mal, dass das Interesse sinkt. Und die Hefte kosten schon ne Stange Geld.

Ich zitiere mal einen Verkäufer aus meinem Lieblingshifigeschäft in einer Universitätsstadt:
"Früher ist einer nach abgeschlossenem Studium zu uns gekommen und wollte sich dafür mit einer guten Hifianlage belohnen. Heute geht es in ein Computergeschäft und ein neuer Tower o.ä. wird gekauft."


PS: Mich würden mal die Stückzahlen von Imagehifi interessieren.
Tantris
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 18. Apr 2005, 08:21
Hallo Marnü,

Imagehifi ist nicht IVW-zertifiziert, von daher kann ich ad hoc keine Zahlen liefern. Man könnte aber beim Verlag mal anfragen, die rücken so etwas bestimmt raus, fragt sich natürlich, wie verläßlich das dann ist. Wichtig ist, sich Zahlen für Einzelverkäufe und Abo zu besorgen, denn alles andere (Bordverkäufe, Lesezirkel, Freiexemplare für Händler etc.) ist nicht wirklich aussagekräftig.

Gruß, T.
funny1968
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 18. Apr 2005, 08:32
Warum sollte manN dieses Zeitschriften denn auch kaufen?

-zu viel Voodoo

-immer neue Testsieger, die dann gegen meine (ur-)alten Geräte im Hörtest nicht bestehen können

-es werden nur Geräte getestet, die Werbung schalten

-m.E. werden wirklich gute Geräte mit einer langen Produktlebenszeit bewußt(!) NICHT(!) getestet (wäre es nicht langweilig eine 1975 produzierte NAIM NAP 250 o.ä. heute noch mit vorne stände?)

-was soll ich mit Sürraunt

-zu teuer


P.S.

Früher habe ich die Plattentests gerne gelesen, aber preiswert sind die Zeitschriften nun wirklich nich mehr ...
Dr.Who
Inventar
#5 erstellt: 18. Apr 2005, 08:46
Hallo,

meiner Meinung nach hat der Heimkino-Boom etwas nachgelassen,es gibt im Moment nichts wirklich "neues" mehr.
Wenn wirklich gute LS in einer Ausgabe erscheinen,so kaufe ich mir ein Heftchen,gebe ich gerne zu.
Auch das Internet mit seiner Fülle an Information hat einen großen Anteil am Rüchgang diverser Zeitschriften,u.a. auch die Fachpresse(Morgenpost usw.)hat einen Rückgang zu verzeichnen.Ein alter Freund von mir hat einen Kiosk und die Verkaufzahlen(Zeitschriften) gehen den Bach herunter.Man kann heutzutage eben alles im internet lesen.



[Beitrag von Dr.Who am 18. Apr 2005, 08:48 bearbeitet]
Albus
Inventar
#6 erstellt: 18. Apr 2005, 08:49
Tag,

nicht zu vergessen ist das Boulevard-Objekt, das vielen überkommenen Zeitschriften letzlich das Wasser abgegraben hat, dieses hier: http://www.axelsprin...itschr/avfb/avfb.htm - "Audio Video Foto BILD", mit IVW I. Quartal 2005 615.766 Exemplaren. Das ist Marktdynamik, da zieht der Markt hin, das war zu begreifen (wo der Markt hin will).

MfG
Albus
PPM
Stammgast
#7 erstellt: 18. Apr 2005, 09:10
Moin,

früher gab es in den Hifi-Zeitschriften ausgedehnte Vergleichstests, natürlich subjektiv, aber mit allerlei techn. Daten untermauert.
Heute werden diese "Tests" auf bis zu Einzelbesprechungen verschlankt, die mehr den Charakter eines unreflektierten Werbetextes haben.
Als junges Beispiel sei die Besprechung eines Thorens TD240 genannt, die das Papier nicht wert ist das der Kunde dafür zahlt. Daß der Thorens mit dem Dual 455-1M baugleich ist wurde nicht erwähnt, daß der Dual wesentlich günstiger zu haben ist, erst recht nicht. Warum? Ist klar, wenn man mal schaut wer wie oft Werbeanzeigen schaltet...Das Testergebnis (ich glaube es waren 75 Klangpunkte) kann einfach nicht sein (wieviele Punkte würde ein Dual 505-4 demnach erzielen, 80? 85??), es korreliert eher mit dem Preis des Gerätes und den Werbeeinnahmen als mit den Ohren der Tester (sind es noch - wie früher - mehrere?) - diese wurden ohnehin längst durch den Erfahrungsaustausch in Internetforen ersetzt.
Das Thema Fachzeitschriften hat sich spätestens nach dieser offensichtlichen Unverschämtheit für mich erledigt.

P.


[Beitrag von PPM am 18. Apr 2005, 09:12 bearbeitet]
ptfe
Inventar
#8 erstellt: 18. Apr 2005, 18:03
Leider sind die Zeitschriften sehr teuer geworden, wenn man den Gegenwert mit dem vor 15 Jahren vergleicht:
-unkritische Tests, die so auch auf der Herstellerhomepage stehen könnten
-kaum noch technische Fakten und Hintergründe
-je nach Zeitschrift ein starkes Abdriften in den Hochpreissektor
-viele Voodoo-Produkte werden "getestet"- bzw. literarische Höchstleitungen bei Klangbeschreibungen abgegeben -bestimmt geht der nächste internationale Literaturpreis für moderne Lyrik an die Stereo...
-Heimkino-Boom verlegt sich auf die 179€-Discounter-spielt -alles-ab-hört-sich-aber-Schei..-an-Anlagen; somit nichts mehr für die Zeitschriften zum Testen
-der Käufer hat Netto weniger Geld, ersetzt ergo auch weniger seine Geräte bzw. deckt sich auf dem Gebrauchtmarkt ein.

Starke Konkurrenz ist halt auch die Springerpresse, die systematisch den "Etablierten" das Wasser abgräbt.
Würde mich absolut nicht wundern, wenn es noch dieses Jahr eine Zusammenlegung von Stereoplay/Audio gäbe, die Audiovision vom Markt geht und die Stereo komplett auf Kirbach-Voodoo umschwenkt.

cu ptfe


[Beitrag von ptfe am 18. Apr 2005, 18:22 bearbeitet]
HammerHead
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 18. Apr 2005, 18:16

Tantris schrieb:
Hallo Zusammen,

Da es vom IVW mittlerweile vollständige Zahlen für das Jahr 2004 gibt, möchte ich einmal die neuen Verbreitungszahlen, insbesondere Verkaufszahlen, der 3 großen Hifi-Magazine zur Diskussion stellen, weil ich sie für recht interessant halte. Ich beziehe mich dabei auf Daten des IVW, insbesondere durch eine Betrachtung der Jahre 1998 bis 2004.


Gruß, T.

PS: Lt. IVW auflagenstärkste deutsche Hifi-Zeitschrift ist ... genau, die "Hifi-Test"! Wer hätte das gedacht? Im Vergleichsjahr 2004 betrug der reguläre Verkauf durchschnittlich ~78.000 Exemplare - übrigens ohne einen nennenswerten Abwärtstrend seit dem Jahr 1998, dieser Titel hat sich mit Schwankungen in beide Richtungen etwa konstant am Markt gehalten.



Hi,

imho hat die AVF-Bild deutlich mehr....
So 350 - 400 tausend.
geist4711
Inventar
#10 erstellt: 18. Apr 2005, 18:22
ersteinmal vorweg, ich meine das sich die zeitschriften untereinander, gerade heute, kaum noch unterscheiden, ausser in ihrem layout.

spätestens nach dem auchnoch ernst gemeinten 'test' der steckdose(für den wandeinbau) mit vollkupfer-kontakten, vergoldeten anschlüssen, blabla... hatte sich für mich das thema 'hifi-zeitschrift' erledigt.
die sollten sich lieber umbenennen in 'voodoo-magazin'....
mfg
robert
ptfe
Inventar
#11 erstellt: 18. Apr 2005, 18:42

geist4711 schrieb:
ersteinmal vorweg, ich meine das sich die zeitschriften untereinander, gerade heute, kaum noch unterscheiden, ausser in ihrem layout.

Nicht wirklich: viel bunt= viel gut- zum Teil bescheiden zum Lesen -große Hochglanzfotos, die eigentlich nichts wirklich zeigen ...und ganz wichtig -Rang+Namen oder Bestenliste oder...

cu ptfe
Duncan_Idaho
Inventar
#12 erstellt: 18. Apr 2005, 18:53
Die Audiovision ist aber so ziemlich die einzigste brauchbare AV-Zeitschrift.....
Supper's_Ready
Stammgast
#13 erstellt: 18. Apr 2005, 19:44
Also ich muß (mal wieder) zumindest eine kleine Lanze FÜR die Zeitschriften brechen. Ich informiere mich auch heute noch gerne anhand dieser Publikationen. Selbstverständlich sehe ich die Artikel nicht als alleinige Wahrheit an und ich bin auch in der Lage, das Geschriebene zu bewerten. Mich stören auch die sog. Vodoo-Artikel nicht; wenn es mir zu abgehoben wird, kann ich immer noch schmunzeln. Und Artikel über HIFI-Racks kann man z.B. immer gut als Ausgangsbasis für Selbstbauprojekte gebrauchen. Außerdem finde ich Artikel über Neuerscheinungen immer noch informativer und objektiver als die Internet-Seiten der Hersteller und ich lese viel lieber von Papier als vom Monitor.

Ich finde es ziemlich alarmierend zu sehen, dass solche "Spitzenblätter" wie "HIFI-Test" oder "AudioVideoFoto-Bild" so großen Zuspruch haben. Allerdings ist dies auch nicht weiter verwunderlich, sondern passt zur momentanen Mentalität, alles so billig (und nicht so preiswert) wie möglich zu ergattern. Wenn man eines dieser Hefte mal auseinandernimmt und darauf achtet, wie viele sachliche Fehler da drin stecken, dann wird wohl keiner mehr über mangelnde Meßwerte in den "klassischen" Magazinen meckern. Und die liebe "BILD" hat es ja leider schon immer geschafft, ihre Hefte zu viel gelesenen zu machen (siehe "AutoBild" - "ComputerBild")

Und noch ein kleiner Kommentar zu den Zusammenhängen zwischen Werbung und Tests: Ich finde es recht gefährlich, ohne Beweise solche Schlüsse zu ziehen. Es wurde, glaube ich, auch schon mal in anderen Threads seitens der Moderatoren darum gebeten, mit solchen Äußerungen lieber etwas vorsichtig umzugehen.
Duncan_Idaho
Inventar
#14 erstellt: 18. Apr 2005, 21:05
Die Bild-Magazine füllen den redaktionellen Teil zu 70% mit Erklärungen aus.... die richtigen Berichte sind dann auch noch recht platt geschrieben.... teilweise hilfreich für den absoluten DAU... aber wenns a bisserl weiter geht, dann wirds mau....

Wobei sich die Bild-Hefte seit Beilage von Filmen erst zu solchen richtigen Rennern entwickeln....
Thargor
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 18. Apr 2005, 22:38
Vielleicht liegt das einfach daran, dass der Stellenwert von Hifi immer mehr nachlässt?

Erklär mal einem 16-jährigen, dass eine richtig teure Anlage Sinn macht.... einer mehr, der Dich für einen Spinner hät .

Mittlerweile haben wir uns an schlechtes Hifi (Stichworte: MP3, Ghettoblaster, 9.1 Anlagen für 139,-- EUR, ständige Geräuschbelästigung, Kaufhausgedudel, Starsearch, usw. usw...) so gewöhnt, dass es schwerfällt, sich bewusst zu machen, dass es anders geht. Wozu also eine Zeitschrift zum Thema, wenn ich alles wichtige zum Thema Hifi ja schon in der Hifi-Bild lesen konnte oder in der Computer-Bild oder auf der Cebit oder oder oder ... .

Die Zeitschriften haben von ihrer ohnehin (IMHO!) geringen Glaubwürdigkeit durch noch bunter, noch mehr Testsieger, noch mehr Werbung, rumgeeiere zum Thema Heimkino und fehlende klare Zielgruppen immer mehr an Boden verloren.

Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt. Vielleicht ist dann irgendwann der Boden geebnet für ein Magazin, dass wieder über Musik schreibt und nebenbei auch hochwertige Testberichte abliefert *träum*. Phönix aus der Asche... Dann müsste nur noch die Zielgruppe dafür da sein

Was den Magazinen auch fehlt ist eine Schreibe, die noch Faszination für die Materie vermittelt. Da war Jürgen Egger immer eine Wohltat. Oder Leute mit echter Ahnung.... alles Fehlanzeige. Faszination wird eben nicht durch (nur) hohe Preise erzielt...

Ich geh schlafen, sonst schwafel ich hier noch so unqualifiziert weiter. Alles ist schlimm....

Aber erst noch ein

Viele Grüße!
Fidelio
Stammgast
#16 erstellt: 19. Apr 2005, 07:00
Hallo zusammen

Interessanter Thread!

Möglicherweiße der erste in dem ich mit Mr.T. nicht streite!

Was mich noch interessieren würde, ist die Frage nach der Verteilung der Hefte im Jahr (speziell den Anteil an Dezemberheften am Jahresumsatz).

Früher gab es immer sowas wie Weihnachtshefte (gibt es wahrscheinlich immer noch), bei denen immer Unmengen etwas günstigerer Komponenten "getestet" wurden um den vorweihnachtlichen Gelegenheitskäufer zu informieren. Kann ja sein, daß die Nichthobbyisten sich in Kaufverzicht üben, oder gleich zur Bild wechseln. Sieht man ja auch an den Abo-Zahlen.

@PPM

Hallo Patrick, ich glaube ich muss Dir das erste mal widersprechen!

früher gab es in den Hifi-Zeitschriften ausgedehnte Vergleichstests, natürlich subjektiv, aber mit allerlei techn. Daten untermauert.

Gerade das hat mich früher immer so genervt! Titel wie "8 Suround-Receiver bis 500€" oder "Die 278 besten Lautsprecher bis 3,75€" haben mir die Leserei vermiest, da auf keine einzige Komponente richtig eingegangen wurde. Ausserdem, wie vergleicht man 8 Geräte oder gar LS miteinander? Indem man 8 optimale Ketten in 8 passenden Räumen zusammenstellt? Ich denke nicht, daß so getestet wurde, sondern 1 Anlage, hinstellen, anschließen, Anzeigenkunde ja/nein, Notiz machen, der Nächste bitte, Prospektdaten abtippen, Bildchen machen und ab in die Presse.

Da lese ich lieber ImageHiFi mit autorenbezogenen Einzelberichten auf bis zu 8 Seiten mit hübschen Bildern. Käse steht eh überall drin. Technik interessiert mich auch nicht die Bohne, nur einfach muss sie sein.

Bei Image (und anderen Nischen-Nischen-Heften z.B. Hörerlebnis) hat man wenigstens das Gefühl, daß sie die Komponenten auch mal angehört haben.

So, jetzt erst mal einen Kaffee!

Edit: Das war mein 500stes Post!
Faszinierend, wie man mit so wenig Ahnung so viel schreiben kann!


[Beitrag von Fidelio am 19. Apr 2005, 07:05 bearbeitet]
Tantris
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 19. Apr 2005, 07:40
Hallo,

mea culpa, die AV-Bild hatte ich nicht in meine Betrachtungen mit einbezogen. Einiges durchaus richtige ist hier bereits gesagt worden. Einige Anmerkungen:

Ich möchte die Betrachtung der "Geiz-ist-geil"-Mentalität noch ein wenig vertiefen, womit ich weniger die Elektrosupermärkte meine, als mehr die Tatsache, daß viele Kunden Lautsprechersets bei Aldi etc. kaufen ("49 EUR für 6 Boxen!") und der Meinung sind, es gäbe ohnehin keine relevanten qualitativen Unterschiede bei Lautsprechern. Das ist insoweit traurig, als ich viele Kunden dieses Segments kenne, die vor 20 oder 30 Jahren noch 4stellige Summen in eine Hifi-Anlage investierten. Ich denke, bei diesem Punkt hat die Hifi-Presse total versagt, als es darum ging, den "Untere-Mittelklasse"-Kunden schlüssig zu erklären, warum er eine gute Stereoanlage für 500 EUR kaufen soll und keine 6 Plastikwürfelchen von Aldi für 49 EUR. Ich sehe das insbesondere unter dem Aspekt, daß die Hifi-Presse jahrelang mit Gigantomanie ("Hifi-Anlage für 4 Mio. DM") und Arroganz ("Ein DVD-Player klingt beim CD-Abspielen immer mies") diese Zielgruppe vergrault hat. Dazu zählt für mich auch eindeutig das unselige Prinzip der "Bestenlisten", was gerade den Käufer von mittelpreisigen Hifi-Komponenten schlicht verspottet, weil seine Gerätschaften nur ganz hinten zu finden sind.

Thargor, Deinen Optimismus diesbezüglich kann ich nicht teilen - die Zielgruppe ist weg, abgewandert, vergrault durch besagten Stil der Zeitschriften, aber auch durch Arroganz und Voodoo-Tricks von Hifi-Händlern. Überzeugungsarbeit auf breiter Front ist schwierig, wenn man sich schon ansieht, wie schwierig es ist, hier im Forum mit objektiven Argumenten bzgl. Wiedergabequalität zu kommen - man schafft es ja noch nicht einmal, betuchten Hörer zu erklären, daß ein 3cm-Breitbänderchen im Plastikgehäuse (Bose und Co) keinen Grundton und Baß reproduzieren kann. Jahrelang hat die Hifi-Presse gepredigt "Klang ist subjektiv, Geschmackssache, alles ist toll, alles Testsieger", jetzt kommt der Bumerang zurück, weil man alle sachlichen Argumente, warum mittelpreisige Anlagen besser sind als Plastik-Ramsch, bereits vor Jahren unterminiert und kaputtgeschrieben hat.



Erklär mal einem 16-jährigen, dass eine richtig teure Anlage Sinn macht.... einer mehr, der Dich für einen Spinner hät


Zu recht, denn das, was im High-End-Bereich teuer verkauft wird, ist nunmal oft Schrott. Ich fände es viel besser, ihm zu erklären, warum eine solide 500EUR-Anlage besser ist als zwei Brüllwürfel für 9,95 EUR am PC - aber das scheint niemand zu wollen.

Und noch ein Punkt: Die Hifi-Presse hat technische Innovationen mit einer bemerkenswerten Doppelstrategie lächerlich gemacht. Zum einen hat man blind alles hochgejubelt, was die Industrie Unsinniges auf den Markt schmiß (Stereo-SACD etc.), zum anderen hat man aber innerhalb der eigenen Hefte eine "Technikfeindlichkeitsnische" zugelassen, nämlich die Röhren- und LP-Fans bedient. Wenn man aber den Leuten erzählt, daß CD scheiße klingt, soll man sich nicht wundern, wenn keine CD-Player mehr gekauft werden bzw. nur noch welche im 49-EUR-Segment.

zu Fidelio:



Was mich noch interessieren würde, ist die Frage nach der Verteilung der Hefte im Jahr (speziell den Anteil an Dezemberheften am Jahresumsatz).


Vom IVW liegen nur Quartalszahlen vor, die Schwankung innerhalb des Jahres ist aber eher gering und nicht so einfach statistisch faßbar.

Gruß, T.
Friend_of_Infinity
Inventar
#18 erstellt: 19. Apr 2005, 09:56

Würde mich absolut nicht wundern, wenn es noch dieses Jahr eine Zusammenlegung von Stereoplay/Audio gäbe


Das ist doch schon quasi Fakt!

Kauf Dir eine Audio und eine Stereoplay aus zwei verschiedenen aufeinander folgenden Monaten und Du hast fast alles doppelt...



Ich sehe das insbesondere unter dem Aspekt, daß die Hifi-Presse jahrelang mit Gigantomanie ("Hifi-Anlage für 4 Mio. DM") und Arroganz ("Ein DVD-Player klingt beim CD-Abspielen immer mies") diese Zielgruppe vergrault hat.


Ich bin gespannt auf die Entwicklung bei Audio, der Urheber des erstgenannten Problems ist ja inzwischen zurück...


Was auch hochinteressant ist, ist die Entwicklung der privaten Kleinanzeigen. Audio/Stereoplay nehmen bis fast zur Bedeutungslosigkeit ab, weil es dort Geld kostet. STEREO hält sich ziemlich gut, weil eine private Anzeige normaler Länge eben kostenlos ist.

Ich kaufe mir immer noch fast regelmäßig STEREO eben wegen des Anzeigenteils, Audio/Stereoplay nur gelegentlich, wenn mich ein Thema interessiert. STEREO bietet zwar viel von dem, was hier im Forum unter "Voodoo" behandelt wird, ist aber immer noch diejenige Zeitschrift, die zumindest als "verhalten Subjektiv" bezeichnet werden kann.
fjmi
Inventar
#19 erstellt: 19. Apr 2005, 10:39
was ich mir wünschen würde (denke mit recht großer zielgruppe auch noch)

wäre eine zeitschrift mit folgenden themen die nur 4* im jahr oder so erscheint !! :

* aktuelles (blabla )
* musik zeugs (lese ich kaum, aber ist wohl recht interessant)
* basteleien soweit erlaubt (so baue ich **** zu dem besseren *** um ) bzw. selbstbau von gewissen sachen, etwa lautsprecher oder cinchkabel
*wissensecke wo jedes mal 1-2 interesannte sachen durchgeschrieben werden, natürlich OHNE schnitzer
* seriöse tests/vergleiche von normalgeräten (z.b. stromabgabe,diagramme usw.)
* eine recht kleiner highendtest testteil (Seriös!) ohne blumige 5-seiten beschreibungen z.b. auch kritische betrachtung von verarbeitung usw...
* vodooecke mit forumsdiskussion - also onlinefragenstellen und einige werden im heft abgedruckt
*antikecke für das verstaubte zeugs das noch viele benutzen mit vergleichen zu neuem (das nicht immer besser sein muss)
*seriöse 'bestenlist' mit gruppen OHNE genaue wertung (die komponenten alphabetisch geordnet) so finde ich die Idee hinter der AK zahl von audio, falls es die noch gibt, ganz gut.

+
* mehrkanalsachen (sacd,dvd,dvd-a,....) ikl. filmgeschreibsel wie bei den cds usw
+ seriöse tests

für 15€ würde ich mir die sofort kaufen
PPM
Stammgast
#20 erstellt: 19. Apr 2005, 10:46

Fidelio schrieb:
Hallo zusammen


@PPM

Hallo Patrick, ich glaube ich muss Dir das erste mal widersprechen!

früher gab es in den Hifi-Zeitschriften ausgedehnte Vergleichstests, natürlich subjektiv, aber mit allerlei techn. Daten untermauert.

Gerade das hat mich früher immer so genervt! Titel wie "8 Suround-Receiver bis 500€" oder "Die 278 besten Lautsprecher bis 3,75€" haben mir die Leserei vermiest, da auf keine einzige Komponente richtig eingegangen wurde. [/img]


Hallo Fidelio,

Du widersprichst mir nicht! Die von Dir angesprochenen "Vergleichstests" nerven mich auch...gehe aber mal noch ein paar Jahre zurück und mache einen früher/heute-Vergleich. Als alter Schwarzhörer interessieren mich v.a. die damaligen groß angelegten Berichte über Tonabnehmer und Plattenspieler. Die waren vergleichsweise aufwendig und versprachen zumindest einige Seriosität. Und wenn man die mal mit den heutigen Plattenspielertests vergleicht stellt man fest wie armselig die heutigen Berichte über neue Plattenspieler sind. Vor allem, wenn ein Redakteur einen TD240 (der ja nun wirklich nichts Neues ist!) äußerst positiv bespricht, der Jahre zuvor die alten Vergleichsgeräte wesentlich kritischer unter die Lupe genommen hatte: Inflation bei der Punktevergabe...mehr sach isch nit sonst werd ich elektrisch und bekomme Ärger mit den Mods...

Patrick

P.s.: in der kommenden "LP" wird der Thorens TD 190 besprochen. Dieses Einsteigermodell gibt es ja auch schon ewig lange. Bin mal gespannt, ob auf den baugleichen (billigeren) Dual CS455 verwiesen wird. Wetten werden noch angenommen...

EDIT: Diese Vermischung von traditionellem Hifi (Analoges) und neuen Richtungen (surround, PC) schmeckt mir persönlich auch nicht. Entweder oder. Lieber in die Tiefe als in die Breite gehen.


[Beitrag von PPM am 19. Apr 2005, 10:49 bearbeitet]
og_one
Stammgast
#21 erstellt: 19. Apr 2005, 10:46
ich hab mir mal ne stereoplay gekauft und fand einfach, dass die tests zu teure sachen getestet haben...es ist ja schön, dass einige 10000 euro für ne anlage ausgeben und die dann alles auch ganz toll abspielt in mega klasse qualität, aber ich habe nicht endlos kohle und bin auch keiner, der ein mega kabel braucht...also, was labern die mich mit viel zu teurem kram voll?!?!

es würde mir persönlich auch einfach wiedersprechen 6000 euro für ein paar boxen auszugeben, wenn wo anders auf der welt die menschen verhungern und ich auch super boxen für 500 euro haben kann...das verhältnis zur realität ist einfach nicht da!
Fidelio
Stammgast
#22 erstellt: 19. Apr 2005, 11:21
Hallo Patrick


Du widersprichst mir nicht!

Da bin ich aber froh!


@og_one

Naja, das Thema hatten wir auch schon vor längerem mal.

Wenn Du die gesparten 5500€ auf dem Konto hast, dann rettest Du höchstens ein paar Bänker vor dem Verhungern.

Ich kann Dich aber beruhigen:
Die Familie, die Du mit Deinen 500€ für die Boxen ein Jahr lang ernähren hättest können, wird nicht bei Dir klingeln. Du kannst Dich beruhigt weiterhin von ihnen berieseln lassen.

EDIT: Bin etwas übers Ziel hinausgeschossen. Drum habe ich eine Passage wieder gestrichen, aber nicht alles. Sorry!


[Beitrag von Fidelio am 19. Apr 2005, 14:03 bearbeitet]
fjmi
Inventar
#23 erstellt: 19. Apr 2005, 12:07
man braucht sich nur einzureden, dass eh nichts hilft, so wie du das machst...

und das machst du solange bis du mal kinder dahinsterben siehst, nicht dass ich es bisher getan habe, will ich auch nicht der moralapostel sein, was ich ja auch nicht bin.

mit zynismus hat das nichts zu tun.
ratte
Stammgast
#24 erstellt: 19. Apr 2005, 12:08
Hi,

wenn ihr die Zahlen der HiFi-Presse mal um die allgemeine rückläufige Tendenz bei special interest print title bereiningt, schauts nicht viel schlechter aus als bei Foto-heften oder Computer-Magazinen.

Eben diese Special-Interest-Magazine spüren u.a. nicht nur die Wirtschaftslage, sondern auch das Internet als aktuelle Informationsquelle.

gruss
ratte
mamü
Inventar
#25 erstellt: 19. Apr 2005, 12:50
Also ich finde so was wie Hifizeitschriften ist etwas für Leute, die das als Hobby haben und da kann es ruhig etwas teurer sein. Billig Schrott will ich darin nicht sehen, auch wenn die Auflagenzahl darunter etwas leidet. Sonst wird es so wie bei den Radiosendern, aufgrund der Hörerzahlen wird 10 mal am Tag der gleiche Schrott gesendet.

Ich bin Image Hifi Leser.
ratte
Stammgast
#26 erstellt: 19. Apr 2005, 13:02
Ach ja, ganz vergessen:

Image Hifi und Hifi&Records hab ich privat im Abo.

Die großen 3 bekomme ich eh aufm Schreibtisch. In den Plattenkritiken finde ich aber immer wieder was für mich, egal pf SP, Audio oder Stereo.

gruss
ratte
Take5
Stammgast
#27 erstellt: 19. Apr 2005, 13:17
Hallo,
ein wenig Schadensfreude habe ich schon wenn ich die Zahlen sehe. Vor Jahren war ich auch noch ein eifriger Leser und hatte meinen Spaß daran. Mittlerweile ist mir dieser gründlich vergangen, Voodoo Themen und Tests die sich wie Firmenprospekte lesen sind mir das Geld nicht wert, wirkliche Fachkompetenz ist Mangelware. Selbst die gelegentlichen Stichproben in unserer Stadtbibliothek habe ich aufgegeben, es gibt dort weitaus interessanteren Lesestoff.

Gruß Chris
onload
Stammgast
#28 erstellt: 19. Apr 2005, 13:31
Die Zahlen spiegen einfach das Interesse an dem Hobby wieder. Mein Händler - auch ein guter Freund - schätzt, dass Hifi/High End irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Die "Alten" haben schon längst kapiert, dass die Testhefte eh alle geschönt sind und so viel "dumme" Jungkäufer gibts eben nicht

WEIL:

Wenn eine Generation mit MP3s aufwächst, wird sie später nicht einsehen, 2000 Euro und mehr für eine Anlage ausgeben zu sollen. "Klang" sind die doch gar net gewöhnt.

Ich kann die Kids auch verstehen. Die Musikindustrie bringt doch kaum noch was raus, was es "Wert" wäre in guter Qualität gehört zu werden. Selbt wenn, dann hat es ein Tontechniker so bedeutungslos aufgenommen und abgemischt, dass es schrecklich klingt. Da hilft SACD/DVD auch nix, wenn man net mal mehr eine gescheit aufgenomme CD bekommt - unabhängig vom Inhalt.

Ach ja, und für die Musikindustrie ist jeder Jugendlicher ein potentieller Krimineller der in den Knast gehört. Na von denen würd ich noch was kaufen wollen.... und sauteure Elektronik brauch ich auch nicht.


Tja Jungs & Mädels,
wir werden aussterben....
Na denn "Hau wech die Gestrigen...."
Duncan_Idaho
Inventar
#29 erstellt: 19. Apr 2005, 13:44
Das Problem ist, daß es zu viele Tests von Hochpreisgeräten gibt... damit verkleinert sich der Markt rasch.....

In gewisser Weise spürt man so auch das Wegbrechen des Mittelstandes, der früher die Geräte der mittleren Preisklasse gekauft hat...

MOD_KOMMENTAR:

Bitte die Sache mit der 3.Welt im Off-Topic diskutieren
Fidelio
Stammgast
#32 erstellt: 19. Apr 2005, 14:36
Sorry Mod!

onload schrieb:

Mein Händler - auch ein guter Freund - schätzt, dass Hifi/High End irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.


Das ist zu hoffen, genauso wie das Ende der Musikindustrie.
Dann sind alle draussen, die das Geschäft nur wegen der Kohle betreiben und wir können wieder auf Leute hoffen, die Interesse an gutem Klang und künstlerisch wertvoller Musik haben. Ein selbst gebautes Hörnchen oder eine DIY-Triode bekommt dann wieder Ihren gleichen Stellenwert, wie vor 50 Jahren als Geräte noch Musik und nicht Corporate Idendity wiedergegeben haben.
GandRalf
Inventar
#33 erstellt: 19. Apr 2005, 14:40

Fidelio schrieb:
Sorry Mod!

onload schrieb:

Mein Händler - auch ein guter Freund - schätzt, dass Hifi/High End irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.


Das ist zu hoffen, genauso wie das Ende der Musikindustrie.
Dann sind alle draussen, die das Geschäft nur wegen der Kohle betreiben und wir können wieder auf Leute hoffen, die Interesse an gutem Klang und künstlerisch wertvoller Musik haben. Ein selbst gebautes Hörnchen oder eine DIY-Triode bekommt dann wieder Ihren gleichen Stellenwert, wie vor 50 Jahren als Geräte noch Musik und nicht Corporate Idendity wiedergegeben haben.


onload
Stammgast
#34 erstellt: 19. Apr 2005, 14:41

In gewisser Weise spürt man so auch das Wegbrechen des Mittelstandes, der früher die Geräte der mittleren Preisklasse gekauft hat...



Ja genau - das kommt noch dazu. Entweder superbillig oder so teuer, dass es kaum auszuhalten ist.

Die Mittelschicht bricht weg - da haben aber viele Hersteller drunter zu leiden, egal ob das Hifi oder die Möbelindustrie ist.

Schade ... da muss man sich auch nicht über mangelende Binnennachfrage wundern, aber das ist wieder ein anderes Forum
Hans_Zarkov
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 19. Apr 2005, 15:08
Ich bin nun seit 5 Jahren Stereo-Abonnent und zähle mich zur jüngeren Zielgruppe (22 Jahre). Natürlich habe ich nicht das Geld mir all die hochpreisigen Sachen zu kaufen, aber die Artikel über ebensolche stören mich nicht. Sind doch eigentlich immer recht hübsch...

Was mich ALLERDINGS stört ist die VooDoo-Manie. Was mit harmlosen Kabeln anfing gipfelte jüngst in der Artikelreihe über Raumtuningelemente. Hier war wirklich keine Spur von kritischem Journalismus zu erkennen, man druckte einfach alles ab was in den Werbebroschüren der Hersteller steht. Bei aller Toleranz gegenüber der Voodoofraktion: Diese Artikel waren LÄCHERLICH und ÄRGERLICH!!

Was STEREO angeht ist, meiner Meinung nach, der Negativtrend voll gerechtfertigt. Bald werden sie auch mich als Leser verlieren (wenn ich nur meine Abo-Nummer noch wüßte...)

Gruß, Marian
hifi-privat
Inventar
#36 erstellt: 19. Apr 2005, 15:10

Hans_Zarkov schrieb:
(wenn ich nur meine Abo-Nummer noch wüßte...


Die steht meist auf dem Adressaufkleber
Monsterdiscohell
Stammgast
#37 erstellt: 19. Apr 2005, 15:14
Ach,für Aktuelles als Wandschmuck oder zum mal "Nebenbeilesen" ist die Stereo ja ganz gut
Aber wie du schon sagtest für fundierte Tests auf neutraler Basis ist die Stereo und Konsorten keines falls zu empfehlen
funny1968
Hat sich gelöscht
#38 erstellt: 19. Apr 2005, 15:20

Fidelio schrieb:
Sorry Mod!

onload schrieb:

Mein Händler - auch ein guter Freund - schätzt, dass Hifi/High End irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.


Das ist zu hoffen, genauso wie das Ende der Musikindustrie.
Dann sind alle draussen, die das Geschäft nur wegen der Kohle betreiben und wir können wieder auf Leute hoffen, die Interesse an gutem Klang und künstlerisch wertvoller Musik haben. Ein selbst gebautes Hörnchen oder eine DIY-Triode bekommt dann wieder Ihren gleichen Stellenwert, wie vor 50 Jahren als Geräte noch Musik und nicht Corporate Idendity wiedergegeben haben.


Ist schon bischen älter, aber immer noch aktuell:

2002:

Als beste Künstler werden Madonna, Herbert Grönemeyer, Tom Jones, Cher, und Santana ausgezeichnet. Zu den Top-Hits gehören Westlife mit "Uptown Girl", die No Angels mit "All Cried Out", Kelly Osbourne mit "Papa Don't Preach", Madonna mit "American Pie". Die Musikindustrie erfährt zum ersten Mal nach einer langen Boomzeit einen
Umsatzrückgang. Als Hauptursachen macht sie das in Mode gekommene Kopieren von CDs und das Tauschen von Musikdateien im Internet verantwortlich. Um den Kids klar zu machen, daß das Kopieren von Musik letzendlich die Künstler schädigt, startet die Industrie die Kampagne "Copying Music is Killing Music".

2003:

Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Nena, Kim Wilde, Ozzy Osbourne und Metallica als beste Künstler aus. Das Album Nr. 1 ist Nena mit Remixen ihrer größten Hits. In den Hitparaden finden sich neben Alexander, Juliette und Daniel K. auch Jeanette Biedermann mit "Rock my Life", das stark nach Roxette klingt. Weiterhin gehören
Lichtenfels mit "Sounds like a Melody", Outlandish mit "Aicha", Kraftwerk mit "Tour de France 2003", KCPK mit "We will Rock You" und Murphy Brown mit "Axel F 2003" und Culture Beat mit "Mr. Vain Recall" zu den Tophits. Die meisten CDs haben Kopierschutz. Seit August ist das Kopieren kopiergeschützter CDs verboten, ebenso das Herunterladen von Musik aus dem Internet. Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 15% zurück, besonders betroffen Hit-Kompilationen mit 47%.

2004:

Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen, DJ Bobo, Marianne Faithfull und Pur aus. In den Charts stehen das Hollywood Dance Project mit "Relax Reloaded", Kajagoogoo mit "Too Shy 2004", Nena mit "Haus der 2004 Sonnen" und Nico W aus "GZSZ" mit "Ich vermiß Dich wie die Hölle" lange Zeit ganz oben. Mit Hilfe einer automatisierten Sauger-Suche kann die Musikindustrie alle Nutzer von Tauschbörsen ausfindig machen. Fünf Millionen Haushalte in Deutschland erhalten daraufhin Post des Münchner Anwalts G., der ultimativ die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung einfordert und die Erstattung von Auslagen über 583,74 Euro. Die Tauschbörsen brechen zusammen. Die Hälfte aller T-DSL-Anschlüsse wird gekündigt. Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 10% zurück.

2005:

Es werden Herbert Grönemeyer, Tom Jones, die Supremes, Suzi Quatro und Elvis Presley als Künstler des Jahres ausgezeichnet, dazu Status Quo mit dem Innovationspreis des Musiker-Managements. Die Charts führen an Peter Maffay mit "So bist Du 2005", Roberto Blanco mit "Ein bißchen Spaß muß wieder mal sein" und Zarah Leander mit "Ich weiß, auch 2005 wird ein Wunder gescheh'n." Der Umsatz der Musikindustrie schrumpft erneut um 50%. Die Trend-Scouts entdecken, daß unter den Jugendlichen 60er- 70er- 80er und 90er- Revivals in sind. Sie treffen sich zu FlowerPower-, Disco-, New Wave- und Rave-Parties und hören die CDs ihrer Eltern. Original-CDs und LPs der vergangenen vier Jahrzehnte werden verstärkt bei Ebay gehandelt. Es wird vermutet, daß die Kids die CD erwerben, kopieren und dann weiterverkaufen. Das ist legal, da die alten CDs keinen Kopierschutz haben und nur Originale angeboten werden.

2006:

Die Musikindustrie bringt ein neues Tonträgerformat heraus: Die "Smart CD". Sie benötigt spezielle Abspielgeräte mit
Internet-Anschluß. Die Smart-CDs lassen sich nur abspielen, nachdem vorher eine Lizenz über das Internet gekauft wurde. Lizenzen gibt es nur noch temporär, es ist nicht mehr möglich, ein Musikstück "für immer" zu erwerben. Dafür werden die "Smart-CD"-Spieler im Bundle mit einem Musik-Abo für einen Euro angeboten. Als erfolgreichste Künstler werden Herbert Grönemeyer, die Scorpions, Mark Oh, Oli P. und Peter Kraus ausgezeichnet. Die Charts werden beherrscht durch Songs wie "Flugzeuge im Bauch Ultimate Edition" mit Herbert Grönemeyer, Oli P. und Xavier Naidoo, "You Keep Me Hanging On" mit den Supremes, Kim Wilde und Sinema sowie "Anyplace, anywhere, whatever" von Nena, Kim Wilde und Jan Delay. Aus Anlaß der Fußball-WM wird mit großem Marketing-Aufwand eine neue Latino-Salsa-Welle propagiert, mit Carlos Santana und Richie Valens ("La Bamba World Cup 2006 Mousse T. Remix") als Galionsfiguren. Obwohl Brasilien zum sechsten Mal Weltmeister wird, hat die Welle nur mäßigen Erfolg. Der Absatz der Musikindustrie sinkt weiter.

2007:

Mit Hinweis auf die vielen bedrohten Arbeitsplätze setzt die Musik-Lobby ein Gesetz durch, nachdem der Rückruf einmal erteilter Lizenzen möglich ist. Prompt widerruft die Industrie alle bisher erteilten Lizenzen auf nicht kopiergeschützte Tonträger. Damit werden alle älteren CDs und alle LPs illegal, ebenso Plattenspieler und CD-Spieler, die nicht dem "Smart CD" Standard entsprechen. Im Austausch für ihre Original-CDs bietet die Industrie CD-Besitzern eine Einjahreslizenz für die auf der CD vorhandene Musik an. Nach einer erneuten Abmahnwelle der Kanzlei G. aus M. bricht der Tonträgerhandel über eBay zusammen. Auf die Veröffentlichung von Charts und die Auszeichnung von Künstlern wird verzichtet. Zunächst einmal müssen die Lagerbestände an CDs abverkauft werden.

2008:

Musik wird in Deutschland nur noch im Radio oder bei Konzerten gehört. Das Radio verliert aber an Popularität, seit die Industrie die Sender zwingt, nur noch neueste Produktionen zu spielen und über diese drüberzusprechen, damit das Aufnehmen mit Tapedecks verhindert wird. Konzerte sind fast unbezahlbar geworden, da das gesamte Management von den Eintrittspreisen mitbezahlt werden muß. Dagegen häufen sich die sogenannten "Open Jams", spontane Zusammenschlüsse von Hobby-Musikern, die auf öffentlichen Plätzen mit Gitarre, kleinem Schagzeug, Keyboard, Saxophon etc. Musik spielen und von begeisterten Zuhörern gefeiert werden.

2009:

Die Musiklobby setzt beim Gesetzgeber das Verbot öffentlicher und privater Performance urheberrechtlich geschützen Materials durch. Musikinstrumente werden mit einer Urheber-Abgabe belegt, da man ja eine Gitarre etwa zum Raub-Abspielen von Stones-Songs mißbrauchen kann. "Making music is killing music" lautet die begleitende Kampagne, die den Leuten Unrechtsbewußtsein beibringen soll.

2010:

Um Arbeitsplätze bei Musikern zu schützen, wird Musikunterricht rationiert: Es dürfen nur noch so viele Nachwuchsmusiker ausgebildet werden, wie der Markt braucht. Da dieser schneller schrumpft als die Musiker wegsterben, bedeutet das faktisch ein Verbot des Musikunterrichts. Hunderte Musikschulen werden geschlossen.

2011:

Sarah Connor versucht mit "Terminate Me" einen neuen, nicht gecoverten Song herauszubringen, wird aber dafür von den Anwälten der Musikrechteinhaber verklagt, die es nicht erlauben, daß neue Urheber am kleiner werdenden Kuchen mitverdienen wollen. "Composing music is killing music" heißt das Schlagwort der Inhaber alter Rechte. Sarah Connor gewinnt den Rechtsstreit, wird aber kurz darauf unter mysteriösen Umständen ermordet aufgefunden. Von nun an traut sich niemand mehr, neue Songs zu schreiben.

2012:

Die Eltern des 6-jährigen Wolfgang Amadeus Moherb, des "Jugend-musiziert"- Siegers, werden zu 150.000 Euro Schadenersatz an die Musikindustrie verurteilt, weil sich herausgestellt hat, daß ihr Kind erst seit eineinhalb Jahren musiziert, also nach dem Inkrafttreten der Unterrichts-Rationierung. Seine Lehrerin, die Violinistin Anne-Sophie Mutter, entzieht sich einer Gefängnisstrafe durch Flucht in den Irak, dem einzigen Land, das nicht unter Kontrolle der westlichen Wertegemeinschaft und damit der Musikindustrie ist.

2020:

Nahezu jede tonliche Äußerung, darunter Motorgeräusche, Trittschall, Türschließgeräusche und gesprochenes Wort, sind unter urheberrechtlichen Schutz gefallen. Eine Tür zumachen darf quasi nur noch, wer nachweisen kann, daß der dabei erzeugte Schall nicht dem von Porsche patentierten ähnelt. Die einzigen lizenzfreien Worte sind "der", "die", "das", "und" und "hallo". Die Gespräche von Menschen, die sich das "Deutsche Sprache Abo" nicht leisten können, sind daher fast unverständlich geworden. Überhaupt ist es sehr still geworden, da fast jede Schallerzeugung das Risiko einer Abmahnung durch den Münchner Justizkonzern G. und Söhne mit sich birgt. Die Anwälte der Ton und Schall Industrie-Gemeinschaft machen Jagd auf Park- und Waldbesitzer, die in ihren Anwesen das illegale Singen von Vögeln dulden.

2050:

Europa und die USA sind in einem Handstreich vom Irak eingenommen worden. Die Iraker brauchten nur einen einzigen Muezzin, um die halbe Streitmacht der Westmächte auszuschalten, die sich, an Schall nicht mehr gewöhnt, mit zugehaltenen Ohren am Boden wälzte. Die andere Hälfte und die zivile Bevölkerung wurden dadurch gewonnen, daß man ihnen Kinderlieder vorsang. Die Menschen fingen an zu weinen und den Invasoren auf Knien zu danken, für diese neue und wunderbare Gabe, die sie so lange vermißt hatten. Seither ist der Islam die größte Weltreligion und das Reich Allahs unter der weisen Herrschaft des Kalifen von Washington schwingt sich auf zu neuer Blüte.

og_one
Stammgast
#39 erstellt: 19. Apr 2005, 15:52
ein wenig schwarzmalerisch ist das ja schon


aber trotzdem ganz witzig...aber es ist schon was dran...die musikindustrie klagt darüber, dass es ihr wegen der tauschbörsen so schlecht geht, erhöht aber den gesamtumsatz um einiges durch den dvd-verkauf...

ich zitiere mal jan delay (beginner, blast action heros album):

"Und bei den Preisen kann ich "Rippen" niemand übel nehmen
und freu mich doppelt über die, die vor der Bühne stehen"

und er hat recht!
Thargor
Hat sich gelöscht
#40 erstellt: 19. Apr 2005, 16:15

Tantris schrieb:
Thargor, Deinen Optimismus diesbezüglich kann ich nicht teilen - die Zielgruppe ist weg, abgewandert, vergrault durch besagten Stil der Zeitschriften, aber auch durch Arroganz und Voodoo-Tricks von Hifi-Händlern. Überzeugungsarbeit auf breiter Front ist schwierig, wenn man sich schon ansieht, wie schwierig es ist, hier im Forum mit objektiven Argumenten bzgl. Wiedergabequalität zu kommen - man schafft es ja noch nicht einmal, betuchten Hörer zu erklären, daß ein 3cm-Breitbänderchen im Plastikgehäuse (Bose und Co) keinen Grundton und Baß reproduzieren kann. Jahrelang hat die Hifi-Presse gepredigt "Klang ist subjektiv, Geschmackssache, alles ist toll, alles Testsieger", jetzt kommt der Bumerang zurück, weil man alle sachlichen Argumente, warum mittelpreisige Anlagen besser sind als Plastik-Ramsch, bereits vor Jahren unterminiert und kaputtgeschrieben hat.


Da hast Du wohl absolut recht.... zumindest ist es für den normalen Endverbraucher kaum noch möglich, sich an irgendwas zu orientieren. Im Bekanntenkreis habe ich einen 20-jährigen, der gerade mit richtig teurem Hifi angefangen hat. Und ständig muss ich aufpassen, dass ihm nicht irgendein Händler irgendeinen Mist verkauft, den Magazin XY gerade wieder mal gehypt hat.....


Tantris schrieb:
Und noch ein Punkt: Die Hifi-Presse hat technische Innovationen mit einer bemerkenswerten Doppelstrategie lächerlich gemacht. Zum einen hat man blind alles hochgejubelt, was die Industrie Unsinniges auf den Markt schmiß (Stereo-SACD etc.), zum anderen hat man aber innerhalb der eigenen Hefte eine "Technikfeindlichkeitsnische" zugelassen, nämlich die Röhren- und LP-Fans bedient. Wenn man aber den Leuten erzählt, daß CD scheiße klingt, soll man sich nicht wundern, wenn keine CD-Player mehr gekauft werden bzw. nur noch welche im 49-EUR-Segment.


Das sehe ich nicht so. Den Leuten so etwas zu erzählen wäre ja nur die schnöde Wahrheit gewesen. Das Problem sehe ich ganz woanders. Erst haben sie alle die CD in den Himmel gejubelt. Völlig egal, dass die ersten Philips Player wirklich ABSOLUT abschreckend klangen. Im Gegenzug dazu dann aber flugs alle Plattenspieler pauschal abgewertet, so ein Schwachsinn! Das ganze dann ein paar Jahre durchgezogen und plötzlich, wo doch relativ viele Hifi-Spinner auf einmal wieder Analog hören, wird einen Ewig-Gestrigen-Ecke in den Heften etabliert.

Meiner Meinung nach klang CD zumindest mal Schei****. Mittlerweile geht es...

Wenn die Magazine wirkliche Hörberichte schreiben würden und nicht ihr Fähnlein nach dem Wind hängen würden, dann, ja dann, lese ich vielleicht auch wieder mal eines....
Tantris
Hat sich gelöscht
#41 erstellt: 19. Apr 2005, 16:32
Hallo Thargor,



Das sehe ich nicht so. Den Leuten so etwas zu erzählen wäre ja nur die schnöde Wahrheit gewesen.


Willst Du damit sagen, daß die Hifi-Presse-Propaganda auch bei Dir schon angekommen ist? Dann gratuliere, dann gehörst Du indirekt auch zu denen, die die aktuelle Situation mit zu verantworten haben. Wer behauptet, ein Medium wie die LP, dessen Klangqualität seit 40 Jahren überholt und rückständig ist, wäre Stand der Technik, der darf sich nicht wundern, daß die Leute nur noch 49 EUR für Brüllwürfel ausgeben. Das sind im Prinzip die Seiten der gleichen Medaille, nämlich jene der Fortschrittsverweigerung: Auf der einen Seite falschverstandene Nostalgie ("LP klingt besser als CD!"), auf der anderen Seite Billigheimer-Wahn (ist ja logisch, wenn 50 alter, knisternder und klirrender Schrott besser klingt als CD, dann reicht auch ein Brüllwürfel für 50 EUR).

Ich fände das alles nicht weiter schlimm, könnte darüber müde lächeln, wenn der Zeitpunkt nicht so ungünstig gewesen wäre: Es ging in den letzten Jahren um die Durchsetzung von neuen Standards wie 5.1 in der Musikwiedergabe - da hätte es u.a. eine breite Unterstützung der betuchten Hifi-Fans benötigt (neben einem zukunftsfähigen, einheitlichen Tonträgersystem, aber das ist eine andere Frage), stattdessen gab es Fortschrittsverweigerung ("Stereo klingt besser als 5.1") und "Zurück ins (LP-)Mittelalter!". Die Mehrkanalentwicklung zog sich in den Heimkino- und den Billigbereich zurück, was ich sehr sehr schade finde.



Erst haben sie alle die CD in den Himmel gejubelt. Völlig egal, dass die ersten Philips Player wirklich ABSOLUT abschreckend klangen.


Also, mein erster CD-Player, auch Philips, war so von 1989, und er klang hervorragend und tut es bis heute. Obwohl ich noch nicht wirklich viel Wert auf Wiedergabequalität gelegt habe damals, habe ich doch nach wenigen Takten erkannt, daß es mit dem Rauschen, Knistern und Klirren der LP-Ära vorbei ist, und habe es keine Sekunde bereut, seitdem keine Platten mehr gekauft zu haben.

Gruß, T.
mnicolay
Inventar
#42 erstellt: 19. Apr 2005, 19:01
Hallo Fidelio,

Das ist zu hoffen, genauso wie das Ende der Musikindustrie.
Dann sind alle draussen, die das Geschäft nur wegen der Kohle betreiben und wir können wieder auf Leute hoffen, die Interesse an gutem Klang und künstlerisch wertvoller Musik haben.

aha, und wer bitte bestimmt was "guter Klang" und "künstlerisch wertvoll" ist ? Und wie bitte klingt "Coporate Identity" ?
Gruß
Markus
fjmi
Inventar
#43 erstellt: 19. Apr 2005, 19:09
vergleichtmal irgendein hifiblatt mit z.b. GEO!!

das sind doch welten, auf der einen seite ein wunderschönen magazin mit super fotos interessaten berichten aus der welt usw... auf der anderen eine halbe werbebroschüre (etwas übertrieben ) der hersteller...
da kauf ich mir 1000* geo, was ich auch mache denn die zeitschrift ists wert.
Duncan_Idaho
Inventar
#44 erstellt: 19. Apr 2005, 19:15
Ach... gegen ne Cry Havoc kann die GEO auch nicht anstinken.... alles in Bildbandqualität und keine Fitzelchen Werbung
mnicolay
Inventar
#45 erstellt: 19. Apr 2005, 19:26
Hallo Tantris,

Es ging in den letzten Jahren um die Durchsetzung von neuen Standards wie 5.1 in der Musikwiedergabe - da hätte es u.a. eine breite Unterstützung der betuchten Hifi-Fans benötigt

durchaus interessanter Gedanke. Hast Du eine Idee warum es sehr wohl gelang dieses Format für den Kinoton fest in deutschen Wohnzimmern zu etablieren, es aber nicht gelang dieses den HiFi-Fans als bessere Stereophonie zu verkaufen? Lag das an fehlender Software, dem Aufkommen der Brüllwürfel, die vom Hifi-Kenner müde abgelächelt wurde und somit gleich das ganze Konzept oder ist der Musikhörer deutlich konservativer als angenommen? (s. LP, Röhren, Hornkonzepte etc.)
Gruß
Markus
Take5
Stammgast
#46 erstellt: 19. Apr 2005, 19:34
Hallo,


Tantris schrieb:

Ich fände das alles nicht weiter schlimm, könnte darüber müde lächeln, wenn der Zeitpunkt nicht so ungünstig gewesen wäre: Es ging in den letzten Jahren um die Durchsetzung von neuen Standards wie 5.1 in der Musikwiedergabe - da hätte es u.a. eine breite Unterstützung der betuchten Hifi-Fans benötigt (neben einem zukunftsfähigen, einheitlichen Tonträgersystem, aber das ist eine andere Frage), stattdessen gab es Fortschrittsverweigerung ("Stereo klingt besser als 5.1") und "Zurück ins (LP-)Mittelalter!". Die Mehrkanalentwicklung zog sich in den Heimkino- und den Billigbereich zurück, was ich sehr sehr schade finde.
Gruß, T.


Dieser Umstand lag aber wohl an der Industrie und nicht unbedingt bei den Zeitschriften. Es wurde probiert das Format auf Brüllwürfelniveau einzuführen um eine breite Masse zu erreichen, der ernsthafte Musikhörer blieb ausssen vor. Ich suchte längere Zeit nach einer bezahlbaren 5.1 Vorstufe, gibt es leider nicht. Nach meiner Erfahrung (Bekanntenkreis / Kollegen) ist allein der Begriff 5.1 ein Qualitätsmerkmal, was dabei aus den Brüllwürfeln kommt interessiert niemand. Umgekehrt lässt die Industrie die paar " Hansel" die daran Interesse hätten links liegen, was aus wirtschaftlichen Gründen nachzuvollziehen ist.

Nebenbei wundern sich diese Brüllwürfelbesitzer übrigens über den guten Klang meines Plattenspielers, obwohl ich viel CD höre und nicht Unsummen für Analog investiere.

Gruß Chris
black_heart
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 19. Apr 2005, 19:40
Hallo Tantris,

ich beschränke mich meistens darauf, verschiedene Threads zu lesen und für mich sinnvolle Sachverhalte zu verwerten.
In diesem wie auch im aktuellen "neutral" Thread sind mir 2 Aussagen deinerseits aufgefallen zu denen ich dich gerne befragen würde:

1. Du schreibst in beiden Threads von 500 Euro für eine solide Anlage die billigem Plastikschrott wie auch manchen HighEnd Anlagen überlegen wäre. Meine Frage lautet nun, wie sieht eine solche Anlage denn aus? Welche Komponenten?

2. Eine 5.1 Anlage wäre aus deiner Sicht eine bessere Alternative Musik "natürlicher" darzustellen (im Vergleich zu Stereo). Leider bin ich bis jetzt noch nie in den Genuss gekommen, eine Solche Anlage zu hören. Allerdings nehme ich Live-Musik hauptsächlich von vorne wahr und bei 5.1 habe ich doch auch LS im Rücken. Ist dies nicht ein Widerspruch? Wie gesagt habe ich mit 5.1 keine Erfahrungen.

Danke im voraus
Grüsse

P.S. Sorry für Off Topic
Tom_Sawyer
Stammgast
#48 erstellt: 19. Apr 2005, 19:42
@Take5

Nach meiner Erfahrung (Bekanntenkreis / Kollegen) ist allein der Begriff 5.1 ein Qualitätsmerkmal, was dabei aus den Brüllwürfeln kommt interessiert niemand. Umgekehrt lässt die Industrie die paar " Hansel" die daran Interesse hätten links liegen, was aus wirtschaftlichen Gründen nachzuvollziehen ist.


Viel anders war es auch nicht bei der Einführung neuer Techniken. Zum Beispiel: Kassttendecks

Wenn die Verkaufszahlen an 5.1, 6.1 7.1 Brüllwürfeln nachlassen, wird die Industrie auf Qualität setzen

Tom
dr.matt
Inventar
#49 erstellt: 19. Apr 2005, 19:47

Wer behauptet, ein Medium wie die LP, dessen Klangqualität seit 40 Jahren überholt und rückständig ist, wäre Stand der Technik, der darf sich nicht wundern, daß die Leute nur noch 49 EUR für Brüllwürfel ausgeben. Das sind im Prinzip die Seiten der gleichen Medaille, nämlich jene der Fortschrittsverweigerung: Auf der einen Seite falschverstandene Nostalgie ("LP klingt besser als CD!"), auf der anderen Seite Billigheimer-Wahn (ist ja logisch, wenn 50 alter, knisternder und klirrender Schrott besser klingt als CD, dann reicht auch ein Brüllwürfel für 50 EUR).

Hallo Tantris,

ist so jetzt nicht dein Ernst, oder ?

Ich konnte schon sowohl bei CDP´s und Schallplattenspieler das absolut technisch machbare hören und fand die Wiedergabe mittels Rille schlicht besser.


Liebe Grüße,
Matthias
TSstereo
Hat sich gelöscht
#50 erstellt: 19. Apr 2005, 19:55
Hallo,
ich kenne die Zahlen auch.

Nach meiner Meinung ist das nur ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Einerseits die "Überflutung" mit Informationen und die Inflation der "Kultur" und anderer seits eine "Verbiege" mancher Zeitschriften um "Allen" gerecht zu werden oder der "Absturz" in ein Tal des "unbezahlbaren" und "unrealistischen" für den echten "Hifi-Interessierten". Und das ist halt das Ergebnis. Und in Zukunft wird das weiter so gehen. Irgendwann gibt es für 14,00 oder was weis ich wieviel Euro 1-2 Zeitschriften für die "Hartgesottenen" und 20-50 verschiedene 1,99-2,00€ Blättchen für die Masse, mit immer gleichen Inhalt. Welche sich von den "großen 4" davon wo hinbewegt werden wir sehen.

Gruss
Thomas


[Beitrag von TSstereo am 19. Apr 2005, 19:57 bearbeitet]
fjmi
Inventar
#51 erstellt: 19. Apr 2005, 20:16

dr.matt schrieb:
Hallo Tantris,

ist so jetzt nicht dein Ernst, oder ?

Ich konnte schon sowohl bei CDP´s und Schallplattenspieler das absolut technisch machbare hören und fand die Wiedergabe mittels Rille schlicht besser.


Liebe Grüße,
Matthias

doch ist sein ernst, wieso auch nicht?
ist doch lächerlich (meiner meinung )

aber deiner meinung müssten dann die masterBÄNDER das beste sein.... nur was wenn z.b. mit DAT oder ähnlichem DIGITALEN gemastert wurde oder gar die LP vorher digital -steht ja manchmal riesig drauf- remastert wurde?
also böse digitaltechnik?


und selbst wenn die CD tatsächlich schlechter sein soll juckt das jeden NORMALEN nicht! und das ist der punkt wegen ein paar ****** machen nur wenige (große) sprünge
speedhinrich
Inventar
#52 erstellt: 19. Apr 2005, 20:23

Tantris schrieb:
Also, mein erster CD-Player, auch Philips, war so von 1989, und er klang hervorragend und tut es bis heute. Obwohl ich noch nicht wirklich viel Wert auf Wiedergabequalität gelegt habe damals, habe ich doch nach wenigen Takten erkannt, daß es mit dem Rauschen, Knistern und Klirren der LP-Ära vorbei ist, und habe es keine Sekunde bereut, seitdem keine Platten mehr gekauft zu haben.

Gruß, T.

Ich habe es schon immer geahnt: Dein Verständnis von perfekter Musikwiedergabe beschränkt sich auf Messwerte und das das Fehlen von "Rauschen, Knistern und Klirren".
Wenn Du wüsstest, was Dir entgeht;)
Thargor
Hat sich gelöscht
#53 erstellt: 19. Apr 2005, 21:01

Tantris schrieb:
Hallo Thargor,



Das sehe ich nicht so. Den Leuten so etwas zu erzählen wäre ja nur die schnöde Wahrheit gewesen.


Willst Du damit sagen, daß die Hifi-Presse-Propaganda auch bei Dir schon angekommen ist? Dann gratuliere, dann gehörst Du indirekt auch zu denen, die die aktuelle Situation mit zu verantworten haben.


Hi Tantris,

die "Propaganda" ist bei mir schon 1989 angekommen. Nach ungefähr 50 CDs und meinem fast 2000,-- DM teuren Philips war ich eine ganze Zeit lang nicht zufrieden mit dem Klang der Anlage (die war doch jetzt endlich Referenzklassen befeuert ) und habe an allen möglichen Ecken und Enden herumgedoktert. Irgendwann habe ich dann meinen damaligen Plattenspieler einmal verglichen und das Ergebnis war vernichtend für den Philips. Danach habe ich erst Mitte der 90 wieder einen Versuch mit CD gestartet. Mein derzeitiger Cayin CDT-17A macht sogar schon richtig Musik.

Anfang der 90er war ich mit dieser Meinung ein Extrem-Spinner. Auch die Hifi-Magazine haben da den neuen "Trend" Analog noch nicht "erkannt". Ich denke noch an das Karajan-Zitat: "Gegen CD ist alles andere wie Gaslicht"

Das mag meine private Meinung sein und die will ich auch niemanden aufzwingen. Nur hier geht es um die Magazine. Und an denen stört mich solch eine undifferenzierte Schreibe wie in Deinem letzten Posting. Ich wünsche mir, dass die Leute endlich wieder für ihre Kunden HÖREN. Nicht das eine verteufeln und das andere per se für gut erklären (das finde ich auch in der anderen Richtung Analog vs. CD nicht in Ordnung!). Nicht einfach nur die Industrie-Leier mitbeten.

Soso, ich bin also für den Niedergang des Hifi mit verantwortlich?? Ich hoffe, dass es viele der Scharlatane mit in den Abgrund reißt - dann hätte sich das wenigstens gelohnt.

Im übrigen haben die betuchten Hifianer schon so manchen Trend nicht mitgemacht. Quadro war da doch auch mal....? Irgendwo fliegt hier noch ein Rank-Arena Quadro-Receiver rum. Tolle Musik, nur keiner wollte es haben. Das lag auf jeden Fall nicht an den Ewiggestrigen

Trends setzen sich durch, wenn ich dem Endverbraucher Vorteile und / oder Faszination vermitteln kann. Und genau dazu sind die Magazine (und auch der Fachhandel) kaum noch in der Lage.

Darauf ein

Viele Grüße!
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