Richtig Probehören - aber wie?

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erekose
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 23. Jun 2007, 11:02
Angenommen, heute fahre ich ausgeschlafen zu Händler X und in drei Tagen nach der Arbeit gestresst zu Händler Y, um mir verscheidene Ketten anzuhören und zu vergleichen.

Gibt es Tipps & Tricks, um das Probehören so halbwegs objektivierbar zu machen? (Soweit es hörpsychologisch möglich ist. 100% gehen nicht, das weiß ich). Beispielsweise in Form einer Stichpunktliste, die man abarbeitet: Räumlichkeit, Klang bei hoher/niedriger Lautstärke, Darstellung von Stimmen, Darstellung von Bässen und Höhen usw. Schließlich kann man hinterher fünf oder sechs verschiedene Ketten schwerlich aus dem Gedächtnis beurteilen und vergleichen.

Wahrscheinlich ist es nicht sinnvoll, mit audiophilen Aufnahmen zum Termin zu erscheinen, sondern "Allerwelt-CDs" mitzubringen, die die Mehrheit zumindest meiner Sammlung darstellen.

Vielen Dank für eure Ratschläge, Peter
the_det
Stammgast
#2 erstellt: 23. Jun 2007, 11:10
Hallo Peter,

unser musikalisches Gedächtnis reicht nicht sehr weit, deshalb ist so eine Vorgehensweise problematisch. Aber wenn's nicht anders geht, dann ist es eben so.
Ich würde mir 1. eine Liste erstellen mit (mir) wichtigen Punkten (Klangfarben, Abbildung, Räumlichkeit, Auflösung, etc. pp.). Und dann würde ich 2. nicht zu viele CDs mit Hören mitnehmen. Ich würde ich auf zwei bis drei Stücke aus verschiedenen musikalischen Bereichen beschränken. Und 3. würde ich beide Händler vesuchen zu überreden, mir die Teile des Begehrens auszuleihen (möglichst zeitgleich), denn bei Dir zu Hause hört sich sowieso alles anders an

Grüße
Det
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 23. Jun 2007, 11:23
punkt 1) stimmen. während klaviere, geigen und andere audiophilen instrumente durch verfärbungen noch "satter" oder "luftiger" wirken, fällt auch dem ungeübten hörer eine verfärbung bei stimmen schnell auf.

punkt 2) bass nicht bewerten. der bass hängt nur unwesentlich vom lautsprecher ab, hauptsächlich ist der raum und die aufstellung verantwortlich. die allerwenigsten boxen neigen von alleine zum dröhnen.

punkt 3) nur die benötigten lautstärken hören. eine pegelorgie beim händler ist natürlich beeindruckend, in einer mietwohnung zuhause ist eine solche box völlig überflüssig.

punkt 4) eine aufnahme einlegen, wo ein instrument in der mitte der beiden boxen spielt (idealerweise alleine). jetzt gehst du nah an die boxen ran, dann gehst du nach hinten. dann zur seite. bricht die räumliche darstellung dadurch zusammen? verschwimmt die ortung?

punkt 5) ein halbwegs brauchbares wissen über die technik schadet nicht. je nach den ansprüchen der aufstellung zuhause sind auch die ansprüche an die lautsprecher recht verschieden. in halligen räumen ist z.b. ein starkes bündelungsmaß von vorteil. mit etwas sachverstand kann man einen lautsprecher mit einem einzigen blick schonmal grob beurteilen. schallwandbreite? waveguides? bassreflex/closed? anordnung der treiber? wie kritisch ist das bezüglich modenanregung? punktschallbildung? welche defizite fallen zuhause am wenigsten ins gewicht?

punkt 6) versuch vor/nach dem hören an die messdaten der lautsprecher zu kommen. versuche zu bewerten ob das was dir am klang gefallen hat durch verfärbungen zustande kommt, und entscheide wenn das der fall ist, ob das für dich ok ist. kickbassanhebung, höhen, unausgewogenes abstrahlverhalten, klirr,... beurteile selber was du akzeptieren kannst.

punkt 7) lass das audiophile gitarrengeklimper zuhause. das klingt auf jeder anlage.
erekose
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 23. Jun 2007, 14:49
Vielen Dank für eure Antworten, da bin ich ja mit meinen Stichpunkten schon auf dem richtigen Weg.

Der Ratschlag, die Geräte mit nach Hause zu nehmen, ist für mich leider nicht praktikabel, da ich z.T. sehr weite Strecken zurücklegen muss. Und diese müsste ich dann doppelt fahren, was ein riesiges Zeitproblem für mich ist (kleine Kinder!!)

Es geht in meinem Fall nicht um Boxen- sondern um CD-Player/Verstärker-Kauf, aber die Boxen kommen ja auch noch mal dran - und eure Ratschläge sind somit gut zu gebrauchen.
Grüße, Peter
Observer01
Inventar
#5 erstellt: 23. Jun 2007, 15:04

MusikGurke schrieb:


punkt 4) eine aufnahme einlegen, wo ein instrument in der mitte der beiden boxen spielt (idealerweise alleine). jetzt gehst du nah an die boxen ran, dann gehst du nach hinten. dann zur seite. bricht die räumliche darstellung dadurch zusammen? verschwimmt die ortung?



Hallo,

was willst du damit bezwecken? Würde das nicht eher auf schlechte räumliche Bedingungen hinweisen wenn die Ortung irgendwann verschwimmt?
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 23. Jun 2007, 15:13
ein verkorstes abstrahlverhalten fällt so am ehesten auf. gerade bei lautsprechern mit deutlichen sprungstellen im abstrahlverhalten. bei einigen lautsprechern bzw. hörsituationen fängt die schallquelle förmlich an zu wandern und zu verschmieren, auch wenn man sitzen bleibt.

in den oft sehr großen (gut gedämmten) händlerhörräumen wo quasi nahfeldbedingungen vorliegen fällt ein verkorkstes abstrahlverhalten nicht ganz so auf wie später zuhause, wo der diffusschall meist etwas störender wird. daher der tip mit dem herumlaufen.

man hört natürlich immer raum & lautsprecher, das macht das probehören nicht einfacher
xutl
Inventar
#7 erstellt: 23. Jun 2007, 15:19

erekose schrieb:
Es geht in meinem Fall nicht um Boxen- sondern um CD-Player/Verstärker-Kauf, aber die Boxen kommen ja auch noch mal dran

Dann habe ich einen "bodenständigen" Tip (kleine Kinder )

Kauf Dir eine Receiver/Verstärker/CD-Player Kombi,die
- Dir von der Technik her gefällt
- von Deiner Frau optisch abgesegnet wird
- in Dein Budget paßt

Der Klangunterschied bei Verstärkern und CD-Playern (sofern überhaupt vorhanden ) ist gegenüber dem unterschiedlicher Boxen zu vernachlässigen.
Reset
Gesperrt
#8 erstellt: 23. Jun 2007, 16:19
Hallo erekose


erekose schrieb:
Angenommen, heute fahre ich ausgeschlafen zu Händler X und in drei Tagen nach der Arbeit gestresst zu Händler Y, um mir verscheidene Ketten anzuhören und zu vergleichen.

Gibt es Tipps & Tricks, um das Probehören so halbwegs objektivierbar zu machen? (Soweit es hörpsychologisch möglich ist. 100% gehen nicht, das weiß ich). Beispielsweise in Form einer Stichpunktliste, die man abarbeitet: Räumlichkeit, Klang bei hoher/niedriger Lautstärke, Darstellung von Stimmen, Darstellung von Bässen und Höhen usw. Schließlich kann man hinterher fünf oder sechs verschiedene Ketten schwerlich aus dem Gedächtnis beurteilen und vergleichen.


Ganz böse und ketzerisch: Probehören ist unter "normalen" (sprich üblichen) Bedingungen zwecklos und auch unter guten Voraussetzungen ziemlich heikel. Tagesform, Autosuggestion, Hörraum und Aufstellung der Anlagen haben einen zu grossen Einfluss, als dass man basierend darauf irgendwelche verwertbaren Aussagen treffen könnte.

Hält man sich zudem vor Augen, dass Raum und Lautsprecher den überwiegenden Teil ausmachen und dass Quelle und Verstärker (die üblichen Verdächtigen Sounding, Fehlanpassungen, Defekte etc. ausgenommen) nur eine geringe Rolle spielen und man Hifi in seinem ursprünglichen Sinn der möglichst originalgetreuen Wiedergabe der Konserve sieht und danach strebt, gibt es konsequenterweise nur eine sinnvolle Lösung:

Verzicht auf Probehören und Aussuchen der Komponenten nach deren objektiv messbarer Qualität. Quellen und Verstärker sind diesbezüglich unkritisch da kann man nehmen was gefällt, Lautsprecher gibt es sowieso nicht viele gute. Gefällt einem dann letztlich zu Hause das eine oder andere nicht, kann man immer noch Hand anlegen.
Jazzy
Inventar
#9 erstellt: 24. Jun 2007, 18:24
Hi!
Ehrlich gesagt,habe ich mir meine Verstärker und den CDP nach Messwerten und Zeitungstests rausgesucht.Die Boxen allerdings nicht,die muss man hören.Ich hatte mir zuerst die Boxen rausgesucht,bevor ich sie hörte,schaute ich nach den Messwerten und was mir konstruktiv wichtig war.Dann hörte ich im Laden mit einer Orgelplatte die LS an: da war klar,die müssen es sein.So einen tiefen sauberen Orgelbass ohne Nebengeräusche hatte ich noch nicht gehört.Zuhause ist das natürlich anders,die Raummoden spielen dann fleißig mit.Nur bin ich jetzt schon 3x umgezogen,es ist also sowieso unklar,ob der Raum harmoniert.Ich habe dann lieber die Raumakustik verbessert.Da die Boxen CB sind,sind sie auch nicht sooo problematisch.Die Amps suchte ich dann nach dem Bedarf der LS aus.Beim CDP war es auch eine Mixtur aus guten Tests,Messwerten und Konstruktionsdetails,die mir wichtig waren(CDM9pro-Laufwerk,dickes NT,gute Wandler,Class A DC gekoppelter Ausgang usw).Ich bin immer noch sehr zufrieden mit der Anlage.Klar,nach Zeitungstests sollte man vielleicht nicht gehen,bei mir hats aber geklappt.Wenn du KH hast,kannst du ja mit denen probehören,da beeinflusst der Raum nicht und man hört detailreicher.
LaVeguero
Inventar
#10 erstellt: 25. Jun 2007, 15:25
Hi,

ein Probehören von Elektronik, zeitlich versetzt, in verschiedenen Räumen, womöglich noch an verschiedenen Lautsprechern ist schlichtweg unmöglich. Das kannst Du leider vergessen.
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