Reckhorn S22 Erfahrungsbericht (wie gut sind Lautsprecher für EUR 69,--)

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titoli
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 02. Jun 2008, 09:56
Hallo,
am Wochenende hatte ich die Gelegenheit ein Paar Reckhorn S-22 zu testen. Ich hatte versucht irgendwoher einen halbwegs vernünftigen Test zu finden aber scheinbar gibt es den nicht. Der bekannte Subwoofer von Herrn Reck spaltet die geneigte Hörerschaft in zwei Lager ("Super" - "Müll") und so blieb mir nichts anderes übrig als selber zu testen.

Die Präsentation auf der Seite von Herrn Reck (Reckhorn) verrät schon einmal den Aufbau der Lautsprecher und ich war ziemlich überrascht, welch konstruktiever Aufwand betrieben wurde. Für den Preis erstaunlich!

Natürlich war ich skeptisch bzgl. der Keramikgehäuse (schon einmal mit einem Löffel gegen einen Kaffeebecher geklopft?) und auch bezgl Dichtigkeit, Frequenzweiche und Fuß. Aber egal, es wurde bestellt und sehr schnell geliefert.
Die erste große Enttäuschung folgte auf dem Fuße. Die Verpackung ist wirklich klasse, aber der Zusteller war wohl etwas grob oder die Endmontage hatte einen sehr schlechten Tag. Bei einer Box (spricht man eigentlich bei Keramikkugeln auch noch von einer Box?) war das gesamte System lose und bei der anderen drückte das Gitter die Hochtonkalotte ein. Na schönen Dank auch! Aber als alter Bastler wurde die Kalotte gerichtet und tiefer justiert (die drei "billigen" Kupferdrähte haben auch ihr Gutes) und bei der zweiten Box mit Paketklebeband die Dichtigkeit provisorisch wieder hergestellt.
Sie stehen zwar etwas wackelig auf ihren Tischständern (der untere Teller könnte ruhig größer ausfallen) aber auch das geht. Der Kabelanschluß erfolgt via Lüsterklemme (so habe ich das auch schon bei meinen Bauten gemacht). Nicht so richtig super, aber die Klemme verschwindet im Fuß, bleibt also unsichtbar. Los gings mit dem Hörtest!
Die beiden S22 mußten sich gegen meine Kef Q1 (jetzt iQ3) behaupten. Als Musik gab es Diana Krall (SACD), Nigel Kennedy, Supertramp, Mariah Carey (MTV unplugged), Babyface (MTV unplugged) und Robbie Williams.

Der Hörtest wurde lang und länger, meine Frau mußte auch leiden (sie hasst Hörtests) und am Ende gab es das große Fragezeichen. Welche Box klingt besser und wieso.
Wir (meine Frau und dann ich) haben uns auf folgendes Ergebnis geeinigt: die Kef klingt räumlicher aber die S22 klingt "klarer". Was bitte ist "klarer"? Am Beispiel von Diana Krall wurde es besonders deutlich. Sie sitzt mit ihrem Flügel räumlich getrennt vom Begleitorchester, dass konnte man mit den Kef auch so nachvollziehen, jedenfalls besser als mit den S22. Aber die Stimme von Frau Krall war mit der S22 deutlich besser zu verstehen. Im Bassbereich grummelt die Kef vor sich hin, geht aber tiefer herab. Die S22 hat einen guten schnellen Bass. Klar, ist die eine doch eine Bassreflex und die andere eine geschlossene Konstruktion. Da bei mir aber zwei Subs die untere Arbeit erledigen und der Receiver bei 80Hz trennt, spielt das kaum eine Rolle (im Test waren die Subs aber herauskonfiguriert und die Probanden mußten alles selber machen).

Nun war ich bisher mit meinen Kefs ganz zufrieden. Wenn sie sauber eingemessen wurden, klangen sie ordentlich, in ihrer Preisklasse sogar ziemlich klasse. Aber wenn es einem Lautsprecher für EUR 69,-- gelingt, auf demselben Level zu spielen, macht einen das nachdenklich. Ich habe die S22 nicht noch zusätzlich eingemessen, aber ich vermute auch sie würden sich noch verbessern. Für mich persönlich stellt sich eher die Diskussion, ob ich mich von meinen Kefs (8 Stück) trenne (z. B.: bei ebay) und mir von dem Erlös 10x die S22 hole (jetzt vorne 4 mit 2 Center und hinten 4 mit 2x Back, danach vorne 6).

Kann mir einer sagen, warum es keine offiziellen Tests gibt? Ich gebe zu am Finish müßte noch etwas getan werden, aber klanglich ist es schon jetzt ein Tip.

Gruß
titoli
ippahc
Inventar
#2 erstellt: 03. Jun 2008, 15:59
moin,
dann danke ich dir mal für deine beschreibung

aber du willst doch nicht wirklich dein kef dagegen tauschen
wer weiss wie lange die reckhorn halten?
die gibt es ja noch nicht so lange!
wenn ich mich richtig erinner sind die chassis in die kugel eingeklebt,
was ich nun wirklich nicht so toll finde!

hast du sie wenigstens zurückgeschickt und neue bekommen

gruss
chappi
titoli
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 06. Jun 2008, 07:44
Hi "chappi",

die Rücksendung ist zwar erfolgt, aber ich habe noch keinen Ersatz bekommen (hoffe auf heute).

Ich habe selber während des Studiums Lautsprecher konstruiert und gebaut und kenn mich deshalb ein ganz klein wenig damit aus. Technisch und konstruktiv ist das was Herr Reck da macht richtig und gut. Ob es die Systeme auf Dauer zu kaufen geben wird kann ich natürlich nicht sagen, aber in der Regel halen Lautsprecher relativ lange.

Ich würde sie schon gegen die KEF tauschen, weil der Herstellungspreis der KEF vermutlich auch nicht höher liegt, als der der S22. Zwischen Hersteller und Endkunde stehen viel mehr Zwischenstationen die die Hand aufhalten und den Lautsprecher teuer machen. Die Produktions- und Vertriebskette bei den S22 ist sehr kurz und das macht sich am Preis bemerkbar.

Die Systeme sind bei der S22 geschraubt und die Schrauben zusätzlich mit Kleber gesichert und abgedichtet. Insofern eigentlich besser als bei den meisten Massenfertigungen.

Das einzige was mich noch abhält ist der Unterschied im Finish. Das ist auch der Grund gewesen, warum ich meine Eigenbauten gegen Fertigbauten getauscht habe. Ich kriege die Gehäuse nicht so hin wie es die Industrie schafft. Wenn ich einen Möbeltischler beauftrage mir Gehäuse zu bauen und diese nicht wie eine Kiste aussehen sollen, dann kostet das um so viel mehr, dass das Geld das ich durch den Eigenbau sparen wollte, beim Gehäuse locker wieder draufzahle.

Gruß
titoli
ippahc
Inventar
#4 erstellt: 06. Jun 2008, 13:45
schade ,ich war vor ein paar wochen in kaltenkirchen und habe mich ein bisschen mit herr'n reck unterhalten,
da hätte ich mir die teile ja mal anhören können

na dann berichte mal fals du wirklich komplett auf die kugeln umsteigst

gruss
chappi
Kieran
Stammgast
#5 erstellt: 03. Sep 2008, 19:23
Moin allerseits,
ich war vor ca. drei Wochen in Kaltenkirchen und habe die S22 in Kombination mit dem H80 gehört. So konnte ich direkt vor Ort hören, ob es mir persönlich gefällt oder ob nicht. Ich schreibe hier meine Höreindrücke, ok???!!!
Für mich war es sehr beeindruckend, wie klar die S22 und wie druckvoll der H80 spielt, alles schön räumlich. Ich habe hier zu Hause zwei Alphörner, die an einer B1 von Reckhorn und einem alten Verstärker laufen und zwar bombig! "Im Keller" ist also alles fast klar, auch wenn der H80 wirklich abgeht.

Herr Reck hat ein paar schöne Silberlinge aufgelegt, darunter auch Pink Floyd "Meddle". Wer "One of these days" kennt und mag, der wird nachempfinden können, dass da die Hütte rockt!!! Alter Schwede, laut, präzise, druckvoller Bass, Klasse!

Meine Jericho (mit Fostex 207) würde ich gern mal gegen die S22 antreten lassen. Der WAF ist bei den S22 ziemlich hoch, sodass ich auch von der Seite grünes Licht habe. Die Jerichos waren noch nie so gern gesehene Schränke, Hörner eben, mit ihrem ganz speziellen Reiz...

Ich habe noch einen A400 in silber hier, der auch hervorragend einzustellen geht und für die Alphörner prima passt. Aber die B1 mit Verstärkung funzen auch gut. Wenn jemand Wert auf den A400 legt, er steht zum Verkauf, oder Tausch gegen 2-3 x S22...


[Beitrag von Kieran am 03. Sep 2008, 19:25 bearbeitet]
titoli
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 16. Sep 2008, 09:11
.....Fortsetzung
Nachdem unser Umzug ins neue Domizil endlich erfolgt ist, durfte ich mich auch wieder ein wenig meinem Hobby widmen.

Wie schon erwähnt war das Ziel ein System bestehend aus 10x S22 plus 2x Heco Sub 30A aufzubauen. Die Kefs wurden verkauft, die Reck S22 war schnell geliefert und dann erfolgte das Umlackieren. Meine bessere Hälfte hat mir die S22 nur erlaubt, wenn sie weiß sind. Gesagt getan; jetzt weiß ich zumindest, dass sich Keramik mit einem Primer in jede gewünschte Farbe bringen lässt.
Auf den Fotos kann man die Anordnung der Lautsprecher erkennen und hier liegt auch der größte Schwachpunkt des Systems (jedenfalls wenn man so experimentierfreudig ist wie ich ;o). Man kann die Lautsprecher in unendlich viele verschiedene Ausrichtungen drehen und dann hören (oder messen) wie sich der Klang verändert (oder auch nicht).
Als erstes Fazit kann ich folgendes festhalten. Die S22 macht Spaß und wenn sie ordentlich eingemessen und ausgerichtet ist, kann sie einem Vergleich mit deutlich teureren Lautsprechern locker standhalten. Allerdings ist es erstaunlich wie stark das Einmessverfahren den Klang verändert. Aus der ehemals verblüffend bassstarken Kugel mit eher etwas zurückhaltenden Höhen, wurde ein sehr transparenter Lautsprecher mit einer sehr guten Sprachverständlichkeit. Die trennung zu den Subs erfolgt bei 80Hz, der Verstärker hat die Kugel als Volbereichs-Speaker erkannt. Da pro Kanal zwei Kugeln arbeiten ist das Thema Belastbarkeit auch abgehakt. Die erreichbare Lautstärke ist in meinem Wohnzimmer (ca. 40m²) mehr als ausreichend.
Was stört: Der Wandhalter ist weit weg vom Optimum und die Empfindlichkeit der Lautsprecher unterdurchschnittlich. Die Kefs waren mehr als doppelt so laut. Aber mit beidem kann ich gut leben.

http://img261.imageshack.us/my.php?image=dsc01315fj2.jpg

http://img160.imageshack.us/my.php?image=dsc01319ra6.jpg

http://img206.imageshack.us/my.php?image=dsc01318mv8.jpg


[Beitrag von titoli am 16. Sep 2008, 09:34 bearbeitet]
ippahc
Inventar
#7 erstellt: 16. Sep 2008, 13:43
die lackierung sieht zumindest gut aus
gehört habe ich sie ja noch nicht
was für einen sinn macht die vedrehung ala bose-würfel?
stereo im ganzen raum

nun gut ,wenn du schon schreibst das sie nicht laut genug sind,brauch ich mir ja auch keine gedanken mehr drumm machen !
ansonsten finde "ich"das alles zu weiss,
kommt krankenhaus mäsig
ich brauch dominante boxen die wie kunstwerke direkt ins auge fallen
titoli
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 16. Sep 2008, 17:00
Die Verdrehung soll ein wenig die Richtwirkung verhindern. Die S22 ist ja ein Koaxsystem und wenn ich zwei so nah übereinander setze könnte es nach der Theorie zu einer Richtwirkung in der Vertikalen kommen. Aber im Endeffekt, klingt es für mich so besser und das war entscheidend

Ich bin eher für "unsichtbare" Installationen und meine Frau erst recht. Da Inwalls nicht in Frage kammen, sollten die Lautsprecher wenigstens so unauffällig wie möglich sein.
Aurix
Stammgast
#9 erstellt: 18. Sep 2008, 12:17
deine beschreibung der kefs entspricht ungefähr meinem eindruck von deren konstruktionen.
den matschigen bass würde ich nicht alleine auf die bassreflexkonstruktion schieben, das wär ein bißchen unfair. es gibt viele gute BR-Lautsprecher.

Durch das stapeln der LS erhälst du keine pegelmäßige Richtwirkung, aber außermittig Klangverfärbungen durch Auslöschungen zwischen den Schallquellen (Kammfiltereffekte).
Das eindrehen mildert das nur ein wenig, dafür hast du dann hohe Diffusschallanteile.
Naja, lange Rede kurzer Sinn: Hauptsache es klingt gut

Die LS an sich finde ich sehr interessant. ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit den Grundig-Kugel-Koaxen gemacht.
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