Smartphone: Aux statt Bluetooth - Titelweiterschaltung?

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AlexG1990
Inventar
#1 erstellt: 05. Dez 2014, 20:13
Hallo!

Da ich zu den Leuten gehöre, die ihr Smartphone im Auto lieber einfach über Aux anschließen, statt das nervige Bluetooth zu konfigurieren (was mein JVC-Radio auch gar nicht hat), habe ich mich folgendes gefragt:

Bevor es soweit ist dass die Empfänger in den Radios und die Handys alle APTX-Streaming unterstützen, ist die Qualität über Line-In natürlich besser als über "normales" A2DP-Streaming, was immer mit dem SBC-Codec neukomprimiert. Ob die D/A-Wandlung im Smartphone oder im Autoradio erfolgt ist IMHO völlig egal.
Allerdings lassen sich Titel via Aux naturgemäß nur am Handy auswählen/weiterschalten, weil ja nur das reine Audiosignal ausgegeben wird. Per Bluetooth dagegen können zusätzlich zum Audio-Stream noch Titel-Informationen fürs Display übertragen werden, und per Rückkanal die Wiedergabe über die Radio-Tasten gesteuert werden.

Aber es gibt doch auch Handy-Headsets mit 4-Ring-Klinke und Kabel-Fernbedienung, die den 4. Pin nicht nur als Mikrofon-Kanal, sondern auch als Rückkanal für die Titel-Steuerung verwenden.
Nun könnte man doch auch Autoradios bauen, die über eine 4er-Klinke mit dem Handy verbunden werden und sich so die Wiedergabe steuern lässt! Die Titelinformationen könnte man über den 4. Pin u.U. auch codieren, und er ließe sich als Mikrofon-Rückkanal für die Freisprecheinrichtung nutzen...

Gibt es sowas? Ich denke, was mit einem Funk-Standard möglich ist, sollte auch einfach per Kabel lösbar sein - oder ist meine Idee zu dämlich?

Gruß Alex
Car-Hifi
Inventar
#2 erstellt: 05. Dez 2014, 22:43
Tach auch,

die Steuerung wird meist über Widerstandswerte realisiert. Das könnte man von einem Radio aus simulieren. Die Titelinformationen bekommt man über diesen Weg aber nicht zum Radio.

Die Telefonhersteller hätten das Problem schon lange lösen können - wenn sie gewollt hätten. Die Smartphones von Apple lassen sich schon seit Jahren von Radios steuern und schicken Titelinfos zurück. Bei Android gab es bis (ich bin mir nicht ganz sicher) Software 4.0 die Funktion "Indentifiziere Dich als Massenspeicher", wodurch das Smartphone wie ein USB-Stick bedient wurde. Doch einige Hersteller hatten sogar diese Funktion gesperrt. Inzwischen gibt es bei Android Mirrorlink und bei Apple CarPlay, beides setzt aber ein Radio mit Bildschirm voraus.

Eine praktische Lösung für Dich wäre es, wenn Du einen Halter fürs Smartphone anbaust, dann hast Du es immer im Blick und kannst es bedienen, ohne es in die Hand zu nehmen.
AlexG1990
Inventar
#3 erstellt: 06. Dez 2014, 00:54

die Steuerung wird meist über Widerstandswerte realisiert. Das könnte man von einem Radio aus simulieren.

Ja, also "vor", "zurück", "Play/Pause" und Anrufannahme könnte man machen - und den Mikrofon-Rückkanal auch für die Freisprecheinrichtung nutzen...der Anrufer-Ton kommt ja über die Audio-Leitungen.


Die Smartphones von Apple lassen sich schon seit Jahren von Radios steuern und schicken Titelinfos zurück.

Ja...gibt halt einige Leute die von Apple nicht so viel halten...(ich gehöre dazu). Aber diese Anbindungen (per spezieller Vorrichtung "iPhone-Vorbereitung") sind mir abgesehen davon doch etwas arg "proprietär"...^^
Im Prinzip ist es doch nichts anderes: Audio-Signal, simples Daten-Interface, 5V Ladespannung...


Die Telefonhersteller hätten das Problem schon lange lösen können - wenn sie gewollt hätten.

Ich bin da für einen "offenen Standard", den ALLE Hersteller (auch Apple ) dann adoptieren könnten. Und dabei wäre mir dieser 4er-Klinkenstecker gar nicht mal unsympatisch!
Die oberen beiden Pins transportieren weiter das analoge Audio-Signal, und mit dem "4. Ring" ließe sich sicher noch viel mehr anstellen! Man könnte da ein einfaches serielles Datenprotokoll entwickeln, was eben alle Funktionen unterstützt, die die verschiedenen Bluetooth-Protokolle auch unterstützen (Titel-Anzeige, Player-Steuerung, Telefonbuch auslesen, Anrufer anzeigen, Nummer wählen, UHP-Rückkanal, usw.). Auch über diese eine Ader müsste sich doch locker eine Baud-Rate realisieren lassen, die 5x höher ist als bei Bluetooth...
Das ganze Protokoll würde dann mit einem Spannungshub von +-0,1 Volt auf eine 5V Ladespannung moduliert, und schon könnte man das Telefon auch laden!
Dann wären wir genauso weit wie Apple, mit nur einem Pin an einem weit verbreiteten, handlichen Stecker.
Audio-Signal + 5V + Daten-Bus...fertig!

Um die Kompatibilität zum Anschließen einfacher Audio-Geräte per 3er Stereo-Klinke sicherzustellen, würde das Radio den Datenbus und die 5V-Spannung gar nicht aktivieren, sobald der Schaft und der 1. Ring miteinander kurzgeschlossen werden. Genau das passiert beim Einstecken in eine normale Stereo-Klinkenbuchse. Dann würde im Display wie gehabt einfach nur "Aux" stehen und die Audio-Kanäle aktiviert.
Beim Anstecken von einem Smartphone würde erst per Datenbus Verbindung aufgenommen, und die 5V-Ladespannung erst zugeschaltet, wenn mit dem angeschlossen Gerät ausgehandelt wurde, dass es kompatibel ist. So könnte man Beschädigungen beim Anschluss von einfachen Audiogeräten vorbeugen.

So hätten wir die selbe Funktionalität, entweder über Bluetooth oder standardisierten Klinkenstecker (wobei über Kabel zusätzlich Laden möglich wäre) - und das ganz ohne Spezialanschluss!

Was das Thema Audio-Out angeht, warte ich schon lange auf ein paar Verbesserungen:
1. Die Hardware könnte beim Einstecken per Widerstandsmessung erkennen, ob da ein Kopfhörer oder Line-In angeschlossen wurde (> 1 kOhm = Line-Out). Das ist der Software dann bekannt.
2. Daraufhin könnte die (softwareseitige) Pegelbegrenzung auf 300mV (EU-Vorschrift) auch ohne Hack bei Line-Out-Betrieb automatisch deaktiviert werden. Die Handys-DACs können nämlich bis 1,2 Volt RMS Ausgangspegel liefern.
3. Könnte die Software bei Line-Betrieb den EQ des Audio-Players (zumindest den des Standard-Players) automatisch deaktivieren und die Ausgangslautstärke des Gerätes auf 100% setzen.

..."Punkt 3" könnte auch bei einer aktiven Bluetooth-A2DP-Verbindung erfolgen.

So würden einige Probleme vermieden, die ich selbst schon oft in der Praxis bei unwissenden Leuten gesehen habe:

1.)
Es klingt plärrig, bassig und irgendwie "Kacke"...im Vergleich zu Radio/CD/USB...
=> Equalizer am Handy-Player eingeschaltet und verstellt...
(tritt bei A2DP und Aux auf)

2.)
Per Aux muss man viel lauter drehen, und es klingt "dünn"..."per USB klingt's viel besser und geht vieeel lauter!"
=> Zu geringer Eingangspegel im Vergleich zum Radio-internen DAC (wegen der Pegelbegrenzung am Handy), dazu kommt dass die Loudness-Funktion (falls aktiviert) nicht mehr richtig funktioniert, weil man eben für gleiche Lautstärke viel weiter aufdreht, was widerum zu "weniger Bass" führt...
(betrifft nur Aux-Anschluss)

3.)
Ähnliches Phenomen wie bei (2), auch bei A2DP-Kopplung...
=> Ausgabe-Lautstärke am Handy ist nicht auf 100% eingestellt
(betrifft A2DP und unbegrenzten Aux-Anschluss)

==========


Bei Android gab es bis (ich bin mir nicht ganz sicher) Software 4.0 die Funktion "Indentifiziere Dich als Massenspeicher", wodurch das Smartphone wie ein USB-Stick bedient wurde

Ja, seit Android 4 gibt es keinen Massenspeichermodus mehr - nur noch MTP. Das geht nur am PC.
Trotzdem ist es auch mit einem alten Android reichlich sinnlos, da bei aktiviertem Massenspeicher nicht alle Handyfunktionen aktiv sind - dann lieber gleich einen USB-Stick...

Den USB-Port vom Radio verwende ich ohnehin nur zum Laden vom Navi und für's Handy hab ich mir ein Spezialkabel gebaut, wo die Datenleitungen Handy-seitig gebrückt sind und nur Strom durchgeht. Dabei schaltet das Radio beim Anstecken vom Handy NICHT auf USB um, und das Handy schaltet wegen den gebrückten Datenleitungen auf Schnell-Laden >500mA (der Radio-Port liefert max 1A).
Musik höre ich nur vom Handy per Aux (ohne Pegelbegrenzung) oder vom Radio.
Ich finde es bei meiner Art Musik zu hören viel angenehmer, die Titel direkt am Handy auszuwählen oder zu suchen, da brauche ich nur 5 Buchstaben und in max. 10 Sekunden läuft das Lied...
Das kann ich per USB am Radio vergessen, wo ich mich alphabetisch durch die Ordner scrollen müsste...und immer einen 2. USB-Speicher verwalten, wo ich doch sonst meine Musiksammlung immer in der Hosentasche hab? Nö...

Bei anderen mag das anders sein, und innerhalb der Playlist weiterschalten und Titelanzeige am Radio ist schon nett...deshalb wäre so ein Standard schon COOL...

Gruß Alex

PS.: Ne ganz komische Combo gibt's bei Opel mit dem originalen CD60 NAVI: Musik kommt über Aux, und per Bluetooth ausschließlich UHP (Telefon-Freisprechen, Telefonbuch, Anrufanzeige, ...).
...man braucht da also beides gleichzeitig!
Car-Hifi
Inventar
#4 erstellt: 06. Dez 2014, 01:12
Alle Deine Wünsche lassen sich auf anderem Weg viel besser umsetzen: mit USB. Von der Seite ist Apples neuer Stecker Lightning ideal. Er ist symmetrisch aufgebaut, niemand muss auf das "richtige" Einstecken wie beim Mini- oder Micro-USB achten (interessanterweise arbeitet man bei den Normierungsstellen an USB-Steckern und Buchsen, die das implementieren. Die 4 Pins sind frei belegbar - die elektronischen Geräte handeln die Nutzung jeweils aus.

Aber offenbar denken weder Google als Lieferant von Android noch die Smartphonehersteller an die Autofahrer. Aber die Teile dürfen ja meistens auch nicht viel kosten, da muss man eben sparen. In einigen Dingen ist der proprietäre Hersteller eben schon seit Jahren weit voraus.
AlexG1990
Inventar
#5 erstellt: 06. Dez 2014, 02:38

Alle Deine Wünsche lassen sich auf anderem Weg viel besser umsetzen: mit USB.

Schwierig...denn:
Die komplette Audio-Ausgabe eines Android-Handys auf die Autoanlage zu legen, geht bisher nur via Line-Out oder A2DP-Streaming.
Via USB müsste das Handy das Autoradio als "extrene Soundkarte" erkennen, was bei neueren Android-Handys ja bereits möglich ist (manche schließen da externe DACs per USB an). Die Handys können ja bereits selbst als USB-Host fungieren. Dann kommt noch hinzu, dass das Radio sich per USB als "Sound-Device" ausgeben müsste (die Wandlung würde dann über den internen DAC erfolgen), was auch noch nicht geht, weil die Radios widerum NUR als USB-Host für Massenspeicher fungieren, um MP3s runterzulesen.
(Noch ein Grund, warum ich nur mit dem Handy per Aux abspiele: Das Radio kann nur MP3/WMA, meine Sammlung besteht neben MP3 aber zu einem großen Teil auch aus M4A (AAC) und FLAC, was das Radio wiederum nicht wiedergeben kann).
Dann müsste man theoretisch auch einen Laptop per USB ans Radio anschließen können (und Windows würde das Radio als "USB-Audiodevice" erkennen. (Was natürlich Quatsch ist: Da tut es die Line-Klinke genauso...).
Für die Datenübertragung (Titelsteuerung, Anzeige, Telefon) müsste sich das Radio zudem als I/O-Device per USB ausgeben, und das Handy müsste einen passenden Treiber dafür haben (was sich ja standardisieren ließe).

Das würde das Radio zu einem kleinen Computer werden lassen (was die heutigen Werkssysteme ja LEIDER längst sind...^^ ).
Bei den einfachen Nachrüst-Radios ist der USB ja nichts als ein "kleiner eingebauter MP3-Player", der zusammen mit CD und Bluetooth auf einen DAC geht. Der Rest (FM, Aux, Vorstufe, Endstufe) ist herkömmliche Analogtechnik...

Mal schauen, was es da noch so gibt...

Trotzdem ist der analoge Line-In immernoch die beste Möglichkeit, nahezu jedes Audio-Gerät an nahezu jede Anlage anzuschließen. Da kann ich auch einen Kassetten-Walkman ranhängen!

Gruß Alex
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