Grundig X55 Preceiver

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Grundigmann
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Mai 2014, 18:54
Hallo Leute,

ich habe in meiner Sammlung einen Neuzugang und zwar den Grundig PreCeiver X55 wie der Beitrag schon sagt.
Das Gerät hat folgendes Problem dem ich nicht beikomme. Der TCA530 ist schon mal heile, Muting und AFC
geht auch, empfängt Sender super auch in Stereo.
Nun zum Problem...
Frequenzband an der LED Segmentanzeige geht von 85,3 MHz bis 104,4 MHz ??? Wenn man das auf die Analoge
Scala die er ja ebenfalls noch besitzt überträgt, liegt bei 87 MHz der Scala die 85,3 MHz der Segmentanzeige und
bei 108,XX die 104,4 MHz, dann ist Schluss.
Ich habe momentan keinen richtigen Ansatzpunkt und wäre glücklich über Hilfe um dieses wunderschöne Gerät
wieder zu heilen.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe,

Gruß, Gerd
Bertl100
Inventar
#2 erstellt: 16. Mai 2014, 07:15
Hallo zusammen,

erst mal solltest du prüfen, auf welcher Frequenz du wirklich empfängst!
Also einen bekannten Sender einstellen, und schauen, ob die Digitalanzeige denn stimmt.

Falls sie stimmt, solltest du die Abstimmspannung überprüfen, ob sie im geforderten Bereich einstellbar ist.

Generell ist denkbar:
- Digitalanzeige defekt (z.B. Quarzfrequenz falsch)
- Abstimmspannung zu niedrig
- Tunerabgleich verkurbelt.

Gruß
Bernhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 16. Mai 2014, 12:53
Hallo Bernhard,

also die Digitalanzeige passt, bei mir ist zum Beispiel Radio PSR auf der 100,00 MHz und da steht er
auch wie ne Eins, also zählen tut der Frequenzzähler schon mal. Die 30V vom TCA530 sind eingestellt
bei 108 MHz, aber halt auf der analogen Scala, sowie die 3,18V bei 88MHz.
Die Bandbreite scheint er ja zu haben, nur halt nach unter verschoben, oberhalb 104MHz fehlt mir das
Band und unterhalb 87,7 MHz kann man ja keine Sender empfangen.
Die Service Anleitung ist auch nicht so wie ich sie von Grundig gewohnt bin, alles nur kurz und knapp
gehalten, ohne große Erklärungen wo und wie

Gruß, Gerd
Bertl100
Inventar
#4 erstellt: 16. Mai 2014, 13:02
Hallo zusammen,

nun, dann wird wohl ein Abgleich des UKW-Teils fällig!
Ich habe hier nur den Schaltplan, kein Service Manual. Da müßte ich nochmal suchen.

Gruß
Bernhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 16. Mai 2014, 14:02
Hallo Benhard,

meinst wirklich? Der von dem ich das Gerät bekommen habe sagte er sei von einem Tag
auf den anderen nicht mehr gegangen und es hat auch keiner was dran gemacht.
Könnte nicht etwas die Hufe hoch geschlagen haben was diesen Fehler auslöst?
Also mit dem Gedanken eines Neuabgleichs möchte ich mich jetzt erst mal nicht
befassen, ich werde noch mal alle Spannungen durch gehen und sehen was bei raus kommt.
In Sachen Tunerabgleich bin ich nämlich ne absolute Null
Übrigens das Service Manual was für das Gerät angeboten wird, oder besser was man im Netz
findet ist auch nicht grad der Brüller, hat Grundig schon bessere gemacht, oder es fehlt was.

Trotzdem erst mal danke für die schnelle Analyse.

Gruß, Gerd
Bertl100
Inventar
#6 erstellt: 16. Mai 2014, 14:09
Hallo zusammen,

nun, wenn alles so stimmt, wie du sagst (Abstimmspannungsbereich korrekt, Digitalanzeige stimmt), dann ist zumindest der Abgleich des Lokal-Oszillators mal deutlich daneben!
Einen anderen Grund für die Abweichung kann es nicht geben.

Es ist natürlich denkbar, dass im Lokal-Oszillator ein Bauteil defekt ist.

Gruß
Bernhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 16. Mai 2014, 14:36
Hallo,

hmm... Lokal-Oszillator, wie gesagt bei Tunerfragen stelle ich mich immer bissl Doof an und bei dem
Manual was ich dazu habe erst recht. Wo finde ich denn den Oszillator ?
Übrigens was ich noch nicht erwähnt hatte war ein defekter TCA530, bei dem ging die Heizung
nicht mehr, aber der ist erneuert.

Gruß, Gerd
hf500
Moderator
#8 erstellt: 16. Mai 2014, 15:43
Moin,
stimmt die Abstimmspannung am Ausgang des Abstimmspannungsmodules? Da muessen 30V anstehen. Diese Spannung kann man auch am Hochpunkt des Hauptabsimmpotis messen, ebenso an den Potis des Stationssspeichers.
Fuer das ganze Geraet bis auf Endverstaerker und Zaehler gilt auch das Schaltbild vom R45, falls man davon etwas Besseres findet.
Der Lokaloszillator oder kurz, Oszillator, befindet sich im UKW-Mischteil, die kleine Kiste hinten rechts im Geraet. Seine Frequenz liegt um 10,7MHz ueber der Empfangsfrequenz. Die Oszillatorfrequenz wird vom Zaehler gemessen, um die 10,7MHz korrigiert und zur Anzeige gebracht. Vor dem Mischteil liegt der FM-ZF-Verstaerker.
Wenn das Geraet nur um ca. 4MHz zu tief liegt, ansonsten aber eine normale Empfangsleistung hat, kann der Fehler eigentlich nur bei der Abstimmspannung liegen. Das Mischteil hat drei abgestimmte HF-Kreise mit zwei Vorstufen, eine Oszillatorablage um 4MHz wuerde zu einem starken Empfindlichkeitsverlust sorgen. Also muessen alle Kreise gleichzeitig daneben liegen und das geht nur mit falscher Abstimmspannung.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 16. Mai 2014, 15:44 bearbeitet]
Grundigmann
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 16. Mai 2014, 16:37
Hallo Peter,

wenn du wie laut Schaltplan die FM Netzteil Modul Platte wo der TCA 530 drauf sitzt meinst, sind dort
die 30V zu messen und am Trimmer genau abzustimmen. Die 30V sind auch wie von dir beschrieben
am Hauptabstimmpoti zu finden. Die 3,18V sind ebenfalls am Fußpunkt bei 88MHz zu messen.
Ebenfalls habe ich festgestellt daß wenn ich an einer bestimmten Spule im UKW Mischteil, im Manual
als FM Spulensatz beschrieben drehe die Digitalanzeige auf die analoge Scala angleichen kann und ich
auch in der digitalen Anzeige wieder das ganze Band zur Verfügung habe, mit sammt empfangbaren Sendern.
Der Nachteil bei dieser Einstellung ist, daß die Empfangsstärke entschieden zurück geht und das Tunoscope beide
roten LED's dauerleuchten lässt.

Gruß, Gerd
hf500
Moderator
#10 erstellt: 16. Mai 2014, 20:54
Moin,
das fuehrt dann zur naechsten Frage: Kann ausgeschlossen werden, dass da wer dran herumgedreht hat? An sich ist es zwecklos, den Empfaenger um gleich 4 MHz "niederzustimmen", aber vielleicht wollte man da ganz besonders gruendlich nichtoeffentliche Funkdienste abhoeren ;-)
Das UKW-Mischteil muss also komplett neu abgeglichen werden. Wie das beim Oszillator geht, hast du ja schon festgestellt, bei den drei anderen Kreisen wird aehnlich verfahren, nur muss man auf maximalen Ausschlag der Feldstaerkeanzeige einstellen. Dabei werden die Spulen bei 89MHz und die Trimmkondensatoren bei 106MHz abgeglichen. Das Ganze muss wechselseitig geschehen, von "hinten nach vorn", auf den Empaengereingang zu. Bei der letzten Einstellung die Signalquelle so einstellen, dass der Maximalausschlag im ersten Drittel der Skala liegt, um ein sicheres Maximum sehen zu koennen. Keinesfalls die Spulen des ersten ZF-Filters im Mischteil verstellen. Das sind die Spulen aus duennem Draht, die UKW-Kreise haben Spulen aus dickem Draht. An sich sollte die Prozedur in den Unterlagen beschrieben sein.

73
Peter
Grundigmann
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 17. Mai 2014, 08:33
Hallo Peter,

vielen Dank erst mal für die genauen Ausführungen. Als ich gestern sagte daß ich eine Spule verstellt habe und es
besser wurde, meinte ich diese in dem Abschnitt wo auch der Ausgang zum Zahlenmodul ist, bzw der berühmte
Tantal der gerne die Hufe hoch schlägt.
Ich hatte gestern auch nur an der Spule gedreht weil mir der Kern etwas weit raus gedreht vor gekommen war.
Die anderen Spulen sind alle mit Wachs oder ähnlichem verschlossen, daher wundert es mich daß da alles verstellt
sein soll ???
Mal noch ne Frage, gibt es einen bestimmten Grund, daß das Gerät meine TCA 530 frisst ? Jetzt muß ich mir langsam
nen Kopf machen, wenn das so weiter geht hab ich keine mehr

Gruß, Gerd
Bertl100
Inventar
#12 erstellt: 17. Mai 2014, 18:32
Hallo zusammen,


Die anderen Spulen sind alle mit Wachs oder ähnlichem verschlossen, daher wundert es mich daß da alles verstellt sein soll ???

Vermutlich sind die Spulen dann nicht verstellt. Spulen werden allerdings nicht danach abgeglichen, dass der Kern danach in einer bestimmten (optisch schönen) Stellung steht, sondern dass der Abgleich passt.
Möglicherweise ist aber nicht die Spule verstellt gewesen, sondern der zugehörige Oszillator-Trimmer-C hat seinen Wert verändert. Kommt öfter vor.


Mal noch ne Frage, gibt es einen bestimmten Grund, daß das Gerät meine TCA 530 frisst ? Jetzt muß ich mir langsam nen Kopf machen, wenn das so weiter geht hab ich keine mehr

Davon hattest du jetzt aber nichts geschrieben ?!
Wenn die Spannungen am TCA530 z.b. nicht passen (also vor allem die Heizspannung), dann kann natürlich schon sein, dass er vorzeitig stirbt.

Gruß
Bernhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 18. Mai 2014, 11:28
Hallo @ all

also ich habe jetzt das Gerät so gut wie es ging eingestellt. Nach unten hin passt alles ganz gut, bei den
oberen Frequenzen geht es noch ein wenig zu weit über 108 MHz.
Stereo und Muting geht auch gut sowie die Multipath Anzeige.
Die Heizspannung wurde von Bernhard angesprochen, sie liegt bei ca. 14V und sollte die TCA530 eigentlich
nicht killen.
Die Oszillator Trimmer Spule habe ich wieder in die originale Pos. gebracht und wie von Bernhard bemerkt
den Oszillator Trimmer C abgestimmt, dieses brachte auch einen besseren Erfolg.
Der Maximalausschlag der Tuninganzeige wurde wie von Peter beschrieben eingestellt.
Jetzt fehlt mir zu meinem Glück nur noch ein einwandfrei funktionierender TCA530, um auch die Abstimmspannung
optimal einstellen zu können, diese liegt über 33-34V. Ich vermute dadurch auch die Verschiebung der Frequenzen
über die 108MHz.
Die anderen zwei TCA die ich noch habe, haben einen defekt in der Heizung, bzw einer hat Dauermuting.
Ebenfalls komme ich bei beiden nicht über eine Abstimmspannung von 20V.
In der Bucht werden jetzt welche angeboten, teils über 20EUR und die anderen sind aus den USA bzw. China aber
auch Preiswert. Könnte man eventuell auch auf diese zurück greifen, hat wer Erfahrung?

Zum Schluß noch mal vielen Dank an die Experten Bernhard und Peter für Ihre Hilfe bei der Abstimmung des Gerätes

Gruß, Gerd
oldiefan1
Inventar
#14 erstellt: 18. Mai 2014, 12:10
Hallo Gerd,

vor einiger Zeit hatte ich in der Bucht 3 Stück TCA 530 aus China (oder war es Hong Kong?) gekauft - als Neuware. Einer davon war defekt, die beiden anderen habe ich noch nicht probiert.

Ist also etwas Risiko, aber bei dem Preis macht es einen nicht nass. Qualitätsware hatte ich bisher immer von der "kleinen Diode" und von CAS, sind aber teurer.

Gruss,
Reinhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 18. Mai 2014, 21:42
Hallo Reinhard,

dann werde ich mal den Selbstversuch starten und sehen was raus kommt. Habe da eine Auktion aus China
für 3,65 EUR das Stück und 2,65 EUR Versand. Werde auch mal drei Stk. bestellen, vielleicht geht ja einer
Selbstverständlich werde ich berichten was bei raus kommt, wenn sich nicht noch eine bessere Gelegenheit ergibt.

Gruß, Gerd
Grundigmann
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 17. Jun 2014, 23:48
Hallo Leute,

wie versprochen nun mein Feedback zu den in China bestellten TCA530. Drei Wochen nach Bestellung hielt ich also die Schaltkreise in den Händen
und machte mich voller Erwartungen nun an den Test.
Der erste Kandidat fiel gleich durch, er brachte nur eine Spannung von ca. 12V und war somit defekt. Der zweite funktionierte und lies sich auch wunderbar einstellen, Muting und AFC funktionierten wunderbar. Da ich mir schon vorweg einen IC Sockel eingebaut hatte testete ich auch gleich
noch den dritten TCA und der funktionierte auch bestens mit fast den selben Einstellungen wie der zweite. Also wieder den zweiten rein und..... Fehlanzeige, der zweite war jetzt überm Jordan, maximale Spannung von 20V und Dauermuting.
Den dritten wieder rein und ging, dieser hält auch bis heute noch durch und funktioniert bestens. Wegen den zwei defekten TCA's habe ich den
Verkäufer angeschrieben und dieser überwies mir ohne zu murren 10$ wieder auf mein Konto, also ca. 6 EUR für den einen funktionierenden
Schaltkreis bezahlt.
Desweiteren habe ich noch sämtliche roten Roederstein Elkos raus geschmissen und alle Netzteil Elkos. Auf der UKW-Netzteilplatine, auf der
sich der TCA530 befindet war ebenfalls noch ein Tantal mit Kurzschluss und ein Elko mit heraus gedrückten Boden.
Das Gerät wurde ziemlich warm am Hinteren Hauptkühlkörper (Kühlblech) und auch ein Transistor im Bereich des HF Kästchens. Abhilfe brachte die Umstellung auf 240V und das Anbringen eines kleinen Kühlkörpers an den besagten Transistor, nun war alles im grünen Bereich.
Eine schon oft erwähnte Krankheit dieser Serie sind stark verschlissene Lautstärke Potentiometer, dieses war natürlich auch bei meinem Gerät der Fall. Ein Zerlegen, Reinigen und Nachbiegen der Schleifer brachte keine Besserung. Im ersten Viertel leichte Kratzgeräusche und im dritten Viertel teilweise Aussetzer.
Abhilfe schaffte erst der Tausch der Schleifer mit denen vom Balanceregler, komischer Weise funktionieren jetzt beide wieder absolut tadellos.
Desweiteren folgte auch noch der Umbau der Scalenbeleuchtung von zwei 6-7V Birnchen auf 12V, da mir Scala etwas zu dunkel erschien, warscheinlich
durch die Umstellung auf 240V.
Nach all den Arbeiten habe ich nun wieder ein absolut super funktionierendes Gerät welches mit Abstand den besten Empfang in meiner Sammlung
hat. Selbst absolut Empfangs schwache Sender und andere die ich mit anderen Geräten nicht Empfange sind rausch-frei.
Nun kann ich den Preceiver zum bespaßen meiner XM400 oder XM1500 benutzen
Nun noch zwei Handy Schnappschüsse vom Gerät und den extrahierten Bauteilen....

Grundig X55 Grundig X55 Bauteile


Ich hoffe dieser Beitrag kann auch anderen Grundig X55 Besitzern mit selben Problemen weiter helfen, wenn gewünscht auch gerne weitere Bilder.
Zum Schluß, noch einmal vielen Dank an alle mitwirkenden und helfenden Mitglieder bei diesem Beitrag

Tschau, Gerd


[Beitrag von Grundigmann am 18. Jun 2014, 00:30 bearbeitet]
oldiefan1
Inventar
#17 erstellt: 20. Jun 2014, 13:01
Hallo Gerd,
Glückwunsch!

Von den von Dir ersetzten Elkos sind die Roederstein im weinroten Kunststoffbecher eigentlich hervorragend und technisch besser (niedrigerer ESR) als heutige Neuware, aber nur, wenn sie keine Mikrorisse im Gehäuse aufweisen (Lupe nehmen!). Sie halten es an warmen Stellen im Gerät (Netzteil) nicht gut aus, dann reisst dort die Kunststoffmasse und sie sterben. An kühleren Stellen verbaut, sind sie aber auch heute noch 1A.

Ebenso sind die blauen Elkos, die Du ersetzt hast bei meinen Messungen immer noch erstklassig gewesen. Sie sind japanischen Ursprungs und stehen den renommierten Rubycon und Elna nicht nach.

Kritisch sind i.a. Tantalelkos, die gerne mit Schluss ausfallen. Die goldenen Frako mögen auch keine Hitze, man sollte sie immer dann ersetzen, wenn sie in warmen Bereichen im Gerät sitzen. Sonst schlagen sie sich auch heute noch meist gut. Bei ihnen schaut unten das Gummi immer 1 mm hervor, das ist dann noch nicht "herausgedrückt".

Gruss,
Reinhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 20. Jun 2014, 22:54
Hallo Reinhard,

vielen Dank für deine Ausführungen.
Also die Roederstein's habe ich gar nicht erst nach gemessen. Ich dachte in vielen Beiträgen gelesen zu haben dass diese mit am
anfälligsten sind und habe sie auch gleich raus geschmissen. Dass sie wenn sie keine Risse haben hervorragende Werte aufweisen,
höre ich jetzt das erste Wort von.

Gut zu wissen dass bei den Frakos die Gummistopfen immer etwas aus dem Becher schauen, ich dachte die hat es raus gedrückt
Aber da ich das Gerät in nächster Zeit sowieso etwas mehr nutzen werde habe ich die Elkos in den wärmeren Bereichen gleich alle
gewechselt, kostet ja nicht Welt.

Die blauen Elkos die du auf dem Bild siehst waren alle im Netzteil und wurden bei Betrieb immer sehr warm, weil sie in unmittelbarer
Nähe von sehr warmen Transistoren und Lastwiderständen standen. Gut, die Werte habe ich wiederum auch nicht gemessen, aber
die waren gut schwarz an den Kontaktstellen zu den heißen Bauteilen.
Tantal sind in dem Gerät garnicht so viele, da habe ich nur die defekten, also mit Kurzschluss gewechselt. Bei denen ist mir aufgefallen
dass sie entweder funktionieren, oder einen Kurzen haben, zwischendrin ist mir noch nichts begegnet.

Schön wäre wenn mir auch jemand bestätigen würde dass das Gerät wirklich so ein gutes Tunerteil hat wie mir vorkommt. Ich meine
wenn ich sage dass das Gerät wesentlich besseren Empfang hat als alle meine anderen Geräte und das sind nicht wenige, muß
doch was dran sein. Ich kann mir nicht vorstellen dass die Tunerteile der anderen Geräte alle verstimmt sind!

Gruß, Gerd
oldiefan1
Inventar
#19 erstellt: 21. Jun 2014, 12:50
Hallo Gerd,

Der X55 hat einen guten UKW-Tuner. Bei Grundig wussten die Entwickler, wie man das macht.

Warum findest Du, dass der X55 deutlich besser empfängt, als Deine anderen Empfänger? Da Du nicht sagst, welche das sind, gibt es darauf keine qualifizierte Antwort.

Richtig ist auf jeden Fall, dass je nach Alter, Lagerbedingungen, Betriebstemperatur usw. unabhängig von Modell und Fabrikat ggf. der Abgleich nach Jahrzehnten etwas verstimmt sein kann (bei Deinen anderen Tunern) - aber nicht muss. Wenn Du zufrieden bist, lässt man die Hände davon, denn Verschlimmbesserung ist auch möglich.

Wenn Du nicht zufrieden bist, kann man neu abgleichen (mit den dafür erforderlichen Sende- und Messeinrichtungen). Es gibt Empfänger, die auch mit korrektem Abgleich einem Grundig X55 nicht das Wasser reichen können. Es gibt auch welche, die ein noch besseres Empfangsteil haben als der Grundig X55.

Herzlichen Gruss,
Reinhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 21. Jun 2014, 15:58
Hallo Reinhard,

wie man in meinem Profil sehen kann besitze ich die komplette Grundig Silberserie und zB. noch verschiedene Marantz, The Fisher,
Pioneer, Dual 1780, Sony 7055, Kenwood KR5600 Receiver. Das einzige Gerät was dem X55 nahe kommt ist ein Philips 22AH799, der
geht auch sehr gut.
Unter gleichen Testbedingungen hat der X55 immer die Nase vorn, bis auf den Philips, liegen die anderen Geräte ungefähr gleich.
Wenn man bedenkt das ich beim X55 auch noch am Tunerteil rumgekurbelt hatte, weil ja nix mehr stimmte ist das schon enorm.

Ich denke da wird in nächster Zeit auch noch ein R45 dazu kommen soll ja im Inneren so ziemlich das selbe Gerät sein.

Gruß, Gerd
hf500
Moderator
#21 erstellt: 21. Jun 2014, 16:25
Moin,
was das reine Empfangsteil angeht, so sind R45 und X55 gleich. Diese Geraete haben im UKW-Eingang zwei abgestimmte Vorstufen und einen PIN-Diodenanschwaecher, um Uebersteuerung zu vermeiden. der ZF-Verstaerker ist bei allen Geraeten dieser Serie (also vom R20 bis zum X6500TP) gleich. Der R48 hat das gleiche Mischteil, aber ohne den Abschwaecher.

Am BK hat mein X55 noch Mehrfachempfang, einige Sender erscheinen doppelt. Mein Saba 9260 kennt diese Erscheinung nicht. Kabel ist fuer diese Geraete eine Art "Lackmustest", wenn sie empfindlich _und_ grossignalfest sein sollen, dann ist BK-Empfang ein Problem, da alle Sender gleich stark sind. Man hat das Problem gemildert, indem man den Senderabstand relativ gross gewaehlt hat, unter 300kHz sollte die Ausnahme sein.

Als die Grundig und der Saba entwickelt wurden, war BK allerdings noch kein Thema fuer das Pflichtenheft. Hohe Empfindlichkeit und Trennschaerfe waren gefragt, weil sie auch mit "miesen" Antennen noch einigermassen gut funktionieren sollten.

73
Peter
oldiefan1
Inventar
#22 erstellt: 21. Jun 2014, 19:01
Hallo Gerd,

ergänzend zu Peters Anmerkungen:

Die 100 mm Silberserie (R 2000, R 3000, T 3000) ist dem X55 im Mischteil und ZF-Teil sehr ähnlich (aber ohne Pin-Diodenabschwächer). Die sollten etwa ähnlich gut empfangen.

Marantz und Pioneer gehören grosso Modo nicht zu herausragenden Empfängern, sind im ZF-Teil breitbandiger - Klang ist deshalb gut, aber auf Empfindlichkeit und Trennschärfe liegt dort nicht die Priorität.

Zum Dual und Kenwood kann ich nichts sagen. Kenwood hat aber einige gute Tuner gebaut.

Gruss,
Reinhard
Grundigmann
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 21. Jun 2014, 22:36
Hallo Peter und Reinhard,

super Erklärungen zu den techn. Eigenschaften der Tuner und ihren vor bzw. Nachteilen. Das die Grundig Tunerteile viele Gemeinsamkeiten
aufweisen ist mir auch schon aufgefallen, ich war halt sehr überrascht daß dieses ja ältere Gerät mit noch besseren Empfang aufwarten
kann.
Alles in Allem bin ich ja mit jedem meiner Geräte zufrieden, sie sind ja deshalb nicht schlecht
Ich bin auch froh daß ich den X55 dank eurer Hilfe noch eine Lebensverlängerung geben konnte, weil ich bei Tuner Problemen nicht immer
gleich weiß wo ich ansetzen muß.

Gruß, Gerd
UweBerlin
Neuling
#24 erstellt: 28. Sep 2018, 08:50
Einfach nur als Hinweis, da ich mich gerade auch mit einem R45 austobe( Hatte wirklich div. Defekte), nu nur noch die UKW Empfangs Schwäche.--- Doch nu kurz zum Thema: Grundig selbst hatte wohl beizeiten die Engpässe mit dem TCA530 erlebt und eine kleine Ersatzschaltung entwickelt. Anscheinend auch in einem kleinen Grundig Ersatzteil Karton verpackt. Ich habe das Teil in ca 15 min gelötet und es funktioniert wunderbar, OHNE heizung und absolut stabil ( Z-Diode und 4148 in Serie zur Kompensation ). TCA530 Ersatz


[Beitrag von UweBerlin am 28. Sep 2018, 08:51 bearbeitet]
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