Philips N4520 - Rechter Kanal zu leise

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djmcmc
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 30. Sep 2021, 13:37
Ich habe ein Philips N4520 Tonbandgerät erworben, bei welchem der rechte Kanal zu leise ist. Tonkopf ist geputzt und entmagnetisiert.
Ich muss die Line-Out Regler hinten ganz schön verstellen, damit ich beide Kanäle halbwegs gleichlaut sind. Siehe Bild:
Line-Hinten

Ich hab das Teil jetzt mal aufgeschraubt, dabei ist mir folgendes aufgefallen:
Panel
Sieht so aus, wie wenn die Steckkarte (Panel 3B) falsch eingesteckt wäre (unten ist ein Pin gar nicht drinnen). Kann es daran liegen?

Plan
djmcmc
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 30. Sep 2021, 16:05
Hab die Platine nun korrekt reingesteckt. Allerdings besteht das Problem nach wie vor.

Dafür ist mir aufgefallen, dass auf der Platinenunterseite circa dort wo sich auf der Vorderseite der Line-Regler befindet ein Kabel angelötet wurde. Hat jemand eine Idee dazu?

Platine
CarlM.
Inventar
#3 erstellt: 30. Sep 2021, 16:27
Hast Du Service Manual nicht besorgt?
z.B. hier:
https://elektrotanya.com/philips_n4520_de.pdf/download.html#dl
Auf den Seiten 40 und 81 findest Du die Infos zu den Steckkontakten.

Man sollte natürlich - ebenfalls anhand des Manuals - prüfen, ob das fehlerhafte Einstecken zu Defekten geführt haben kann. Dies ist u.a. dann zu erwarten, wenn es spannungsführende Kontakte sind, die beispielsweise mit GND verbunden wurden.

Ebenso solltest Du mit dem Schaltplan benennen können, zwischen welchen Bauteilen das Kabel gelötet wurde.

Edit:
Die Lösung findet sich auch auf Seite 81. Der Draht verbindet das Metallgehäuse der Potis R45 und R145 mit Masse - also alles okay.


[Beitrag von CarlM. am 30. Sep 2021, 16:30 bearbeitet]
djmcmc
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 30. Sep 2021, 20:18
Sorry, ich bin ein Laie und kann keine Schaltpläne lesen.
Das zusätzlich angelötete Kabel kam mir jedenfalls seltsam vor.

Wie gesagt hat das richtige einstecken der Steckkarte das Problem nicht gelöst.
CarlM.
Inventar
#5 erstellt: 30. Sep 2021, 20:33
Tonbandgeräte sind sehr komplexe Geräte. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Unterhaltungselektronik. Tonbandgeräte nötigen mir dabei den größten Respekt ab - auch weil die Fehlersuche immer wieder auf's Neue eine Herausforderung darstellt.

Welches Fazit Du daraus ziehst, sei Dir selbst überlassen ...
Valenzband
Stammgast
#6 erstellt: 30. Sep 2021, 22:03
[quote] Sorry, ich bin ein Laie und kann keine Schaltpläne lesen. [/quote]
Das sind Vorrausssetzungen unter denen das außer durch Zufall nichts werden kann.

[quote]Das zusätzlich angelötete Kabel kam mir jedenfalls seltsam vor. [/quote]
So eine Brücke ist nicht ganz ungewöhnlich. Manchmal wurde sie im Platinendesign vergessen, nachträgliche Veränderungen (z.Bsp. zusätzliche Masseverdrahtung), oder sonst was.


[Beitrag von Valenzband am 01. Okt 2021, 08:37 bearbeitet]
djmcmc
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 01. Okt 2021, 08:06
Wenn ich mich so gut auskennen würde und alles selbst anhand dem Service Manuel beheben kann, müsste ich nicht hier in einem Forum um Hilfe bitten.
Valenzband
Stammgast
#8 erstellt: 01. Okt 2021, 08:37
Gut, dass du kein Hobby-Herzchirurg bist
CarlM.
Inventar
#9 erstellt: 01. Okt 2021, 08:40
Das Fazit sollte auch sein: es gibt halt Reparaturen, die derart anspruchsvoll sind, dass man bei allem Engagement auch im Forum nicht weiterhelfen kann.

Bei Tonbandgeräten kommt man mit probieren und Justieren nach Bauchgefühl nicht weiter - im Gegenteil: meistens wird es nur schlechter. Man benötigt ein Oszilloskop, spezielle Normtonbänder (der Hersteller) etc. und ein gewisses Maß an Erfahrung. Es ist nun einmal ein sehr komplexes Zusammenspiel von (Fein-)Mechanik und Elektronik.
djmcmc
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 01. Okt 2021, 08:48
Okay, dann kann man ja auch sagen: "Das Problem, dass der eine Kanal zu leise ist, ist sehr komplex und kann hundert Ursachen haben, bitte wende dich an einen Servicetechniker."
Dann weiß ich zumindest Bescheid, dass mal als Laie hier nicht weiterkommt.
childofman
Stammgast
#11 erstellt: 02. Okt 2021, 08:01
Aua. Bitte überprüfe mal Deine Anspruchshaltung, schließlich gab es hier sehr wohl hilfreiche Hinweise und ein Forum ist kein reines Auskunftsbüro mit Hilfegarantie.
djmcmc
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 02. Okt 2021, 08:09

childofman (Beitrag #11) schrieb:
Aua. Bitte überprüfe mal Deine Anspruchshaltung, schließlich gab es hier sehr wohl hilfreiche Hinweise

Welchen hilfreichen Hinweis meinst du?

Zu meinem Problem (warum ein Kanal leiser ist) wurde hier nichts gesagt.
CarlM.
Inventar
#13 erstellt: 02. Okt 2021, 08:35
Dann schlage vor auf welche Weise wir kommunizieren können - und zwar so, dass es noch in einem akzeptablen Rahmen (Aufwand) bleibt und präzise ist.
Üblicherweise kommuniziert man so, dass man z.B. vorschlägt die Spannungen an bestimmten Stellen der Schaltung zu messen. Der konkrete Ort wird über die Bauteilbezeichnung im Schaltplan festgelegt.
Bei Deinem Problem müsste man auch zunächst einkreisen, ob es ein mechanisches Problem (inklusive möglichem Verschleiss des Tonkopfes) oder ob es ein elektrisches Problem ist.
djmcmc
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 02. Okt 2021, 08:46

CarlM. (Beitrag #13) schrieb:
Bei Deinem Problem müsste man auch zunächst einkreisen, ob es ein mechanisches Problem (inklusive möglichem Verschleiss des Tonkopfes) oder ob es ein elektrisches Problem ist.


Ich erwarte hier keinen vollständigen Lösungsvorschlag, sondern einfach einen Hinweis wie z.B. "Hast du überprüft, ob der Stecker XY richtig drin streckt" oder "Sprüh doch mal XY mit Kontaktspray ein".
Vielleicht hatte hier ja schon mal jemand ein ähnliches Problem und kann mir einen Tipp geben.

Als Ergänzung sei angemerkt, dass über den Kopfhörerausgang beide Kanäle gleich laut sind. Somit sollte es kein mechanisches Problem sei. Es müsste also an dem Line-Ausgang oder den Drehreglern liegen?
Valenzband
Stammgast
#15 erstellt: 02. Okt 2021, 09:21

djmcmc (Beitrag #14) schrieb:
Ich erwarte hier keinen vollständigen Lösungsvorschlag, sondern einfach einen Hinweis wie z.B. "Hast du überprüft, ob der Stecker XY richtig drin streckt" oder "Sprüh doch mal XY mit Kontaktspray ein".
Vielleicht hatte hier ja schon mal jemand ein ähnliches Problem und kann mir einen Tipp geben.

An so einer Kiste gibt es bezgl. deines eingangs beschriebenen Problems potentiell Hunderte von Möglichkeiten. Jedes Bauteil kann altersbedingt betroffen sein.
Ganz allgemein ist es auch nicht zuviel verlangt, dass du vorab wenigstens geprüft hast, ob "Stecker XY richtig drin strecken". Wer sonst könnte das denn nachvollziehen ?
Planloses Umhergesprühe wird dir vermutlich/hoffentlich keiner hier nahelegen. Denn das Zeugs richtet oft mehr Schaden an als es kurzfristig, wenn überhaupt, nutzt.


Als Ergänzung sei angemerkt, dass über den Kopfhörerausgang beide Kanäle gleich laut sind. Somit sollte es kein mechanisches Problem sei. Es müsste also an dem Line-Ausgang oder den Drehreglern liegen?

Na also, geht doch. Damit kann man wenigstens erahnen, wo man suchen sollte.
Jetzt wäre es noch interessant zu erfahren, welche Hilfsmittel du bereit hast und einsetzen kannst, Messgeräte und Werkzeuge.
CarlM.
Inventar
#16 erstellt: 02. Okt 2021, 10:02
Das ist natürlich eine äußerst wichtige Info, die Vieles an unnötiger Diskussion erspart hätte ...

Ich würde auf ausgetrocknete Elkos tippen und folgende Elkos tauschen:
C14 4,7µF 63V axial (roter Rahmen)
C15 22 µF 25V axial (roter Rahmen)
eventuell auch
C18 4,7 µF 63V axial (gelber Rahmen)

Die Bauteile des anderen Kanals haben die Nummer C114, C115 und C118.

Es macht auch Sinn die Potentiometer zu reinigen oder zu ersetzen. Vielleicht ist der Metallring über den der Schleifer seine Spannung bezieht korrodiert.
Die eigentliche Widerstandsbahn ist selten ursächlich!

Zur Orientierung: Es ist die Platine mit dem ominösen zusätzlichen Draht. Diesen habe ich als blauen Rahmen eingezeichnet.

Philips_TB1

Beispiele:
www.reichelt.de/elko...?&trstct=pol_7&nbc=1
www.reichelt.de/elko...?&trstct=pol_0&nbc=1
denkbar ist auch die 40V-Type:
www.reichelt.de/elko...?&trstct=pol_1&nbc=1


[Beitrag von CarlM. am 02. Okt 2021, 10:11 bearbeitet]
Ingor
Inventar
#17 erstellt: 02. Okt 2021, 10:10
Die hübschen blauen Kondensatoren, sind leider meistens alle platt. Das war eine Serie, die schnell austrocknete, also nach 20 Jahren, oder so.

Wenn es so ist, dass der Kopfhörerausgang korrekt ist, der Line Ausgang aber nicht, liegt es im Bereich der Ausgangsstufe für den Line Ausganng - Transistor TS 108 und den umgebenden Bauteilen. Ich würde mal die Kondensatoren C 114 und C 115 tauschen. Dann gibt es da noch ein Relais. RE 101, prüfen, ob das schaltet. Testweise den Kondensator C 118 auslöten.

Ein schönes Gerät, nicht kaputt machen. Und auch wenn du keine Schalpläne lesen kannst, für die Oreintierung solltest du dir das Service Manual herunterladen. Zudem nichts verdrehen, nichts justieren, nichts anfassen, was nicht unbedingt notwendig ist. Komme nicht auf die Idee durch "Einstellen" den Fehler umgehen zu können. Das Gerät sollte von einem Fachmann gecheckt werden. Aber wenn das nicht möglich ist, dann muss es so gehen.

Der Beitrag kam zu spät. Carl war schneller.


[Beitrag von Ingor am 02. Okt 2021, 10:31 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#18 erstellt: 02. Okt 2021, 10:29
Noch eine Anmerkung:

1. auch wenn nur ein Kanal Probleme macht, auf beiden Seiten die Elkos ersetzen, damit es keine Unterschiede gibt.

2. Bei der Bestellung nicht vergessen, Entlötlitze und/oder eine Entlötpumpe mitzubestellen, damit man die Platine beim Entfernen der defekten Bauteile nicht beschädigt.

3. Bei allen Unklarheiten nachfragen und nichts "auf Verdacht" tun. Ggff. auch ein Photo zur Erklärung hochladen.
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