Marantz PM-550DC - Sicherung fliegt raus

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marais
Stammgast
#1 erstellt: 15. Mrz 2008, 18:04
Hallo,
gerade bringt mir ein Kumpel einen defekten Marantz PM-550DC Amp vorbei. Ein richtiger Klassiker ist das wohl nicht, ich schätze das Teil auf Mitte oder Ende der 80er Jahre; im Netz habe ich nichts dazu gefunden. Meine Frage: Wie bewertet Ihr dieses Gerät, und seid Ihr schon mal über diesen Fehler gestolpert?

Gruss
Andreas
Altgerätesamler
Inventar
#2 erstellt: 15. Mrz 2008, 18:47
Guten Abend. Welche Sicherung fliegt denn raus, die Netzsicherung des Verstärkers oder die Sicherung die für die Stromversorgung zustendig ist?

Wenn es die Sicherung des Amps ist, dann wird wohl irgendwo ein Kurzschluss vorliegen oder das Netzteil ist defekt.

Wenn es die Zimmersicherung ist, zieht der Verstärker zu viel Strom. Das kann an einem defekt liegen, dass kann aber auch sein, dass der Marantz einfach zu beginn (gerade während dem Einschalten) viel Strom saugt,
detegg
Inventar
#3 erstellt: 15. Mrz 2008, 18:48
Hi Andreas,

der PM-550DC ist von 1981.
Häufigste Fehlerursache sind geschossene Hybrid-Endstufen-Bausteine STK xxxx - möglich, dass Du (teuren) Ersatz findest, aber ob es sich lohnt? Die PM´s wurden seit 1979 bereits unter der Fuchtel von Philips produziert, also kein Klassiker/echter Marantz

Hast Du Messtechnik?

Gruß
Detlef
marais
Stammgast
#4 erstellt: 15. Mrz 2008, 22:03
Es ist die Sicherung des Amps.

Ja, ich habe Messtechnik. Scope, Multimeter, alles da.
Werde mal den Schaltplan studieren. Die Hybride sind mir beim ersten Blick gar nicht aufgefallen. Nur ein Darlington irgendwo.
marais
Stammgast
#5 erstellt: 16. Mrz 2008, 15:11
Habe inzwischen eine Sichtprüfung gemacht. Ich habe das Gefühl, die Elkos im Netzteilzweig sind teilweise ausgelaufen. Wie seht ihr das? Allerdings habe ich schon üblere gesehen, ohne dass der Kapazitätsverlust Einfluss auf die Funktion hatte.


A.
detegg
Inventar
#6 erstellt: 16. Mrz 2008, 15:19

marais schrieb:
Ich habe das Gefühl, die Elkos im Netzteilzweig sind teilweise ausgelaufen.

... ne, das ist Kleber - gib´ mal Foto von der Endstufe!
marais
Stammgast
#7 erstellt: 16. Mrz 2008, 15:58
Die 4 Endstufentransistoren sieht man von der Rückseite, die Diodenstrecken sind alle in Ordnung. Ich sehe keinen Hybrid in dem Ding.

A.
detegg
Inventar
#8 erstellt: 16. Mrz 2008, 16:05

marais schrieb:
Ich sehe keinen Hybrid in dem Ding.

... ich auch nicht Verwechselung? egal - macht es für Dich evtl. leichter.

Könntest DU die Versorgung zu der Endstufe irgendwie abtrennen?
marais
Stammgast
#9 erstellt: 16. Mrz 2008, 17:22
Ja, das geht wohl. Das Ding hat intern 3 Sicherungen, davon zwei für die Spannungsversorgung der Endstufe. Wenn ich die rausnehme, bleibt die Hauptsicherung drin.
marais
Stammgast
#10 erstellt: 09. Nov 2008, 14:54
Ich habe das Gerät heute mal wieder ausgepackt. Es ist tatsächlich so, dass die 48V Spannungsversorgung der Endstufe nicht abgesichert ist. Abgesichert ist lediglich die Spannungsversorgung für die Operationsverstärker (im Bild an Pin 4/8 von Q747, einem gewöhnlichen 4558. Wenn ich diese Versorgung dazuschalte, springt die Hauptsicherung raus.

Ich habe jetzt folgende Tests durchgeführt:

a) OP-Stromversorgung durch entfernen der beiden Sicherungen deaktiviert:
Ich messe am Eingang Pin 6 des OpAmp ein 3Hz Pulsen, das bis auf knapp 1V hochgeht. Am Ausgang Pin7 finden sich davon noch 0.15V. Dieses Pulsen messe ich auch am Testpunkt vor dem LC-Glied aus Ausgang, wo eigentlich über das Ruhestrompoti 8-12mV sein sollten.

b) 48V Stromversorgung für die Leistungsendstufe abgelötet, OP-Stromversorgung aktiviert. Beim ersten Einschalten kommen tatsächlich die +-15V, und ich höre nach 2s das Klicken der Schutzschaltung.
Am 4558 OpAmp messe ich an den Ausgängen -13V ...sehr seltsam. Kurze Zeit später fliegt die Hauptsicherung des Verstärkers raus.

Irgendwie kann ich beide Beobachtungen nicht so richtig in Einklang bringen. Ich bin auf jeden Fall geneigt, den 4558 auszutauschen. Was meint ihr?

marais



[Beitrag von marais am 09. Nov 2008, 15:35 bearbeitet]
marais
Stammgast
#11 erstellt: 11. Apr 2010, 19:07
Ich packe die Sache wieder an und habe den Verstärker mit einer 60W Glühbirne in der Netzversorgung betrieben sowie die 48V Versorgung der Endstufe abgelötet. So fliegt nichts mehr raus.

Ich messe am Eingang des OP 178mV, am Ausgang 13V- klar, bei einer Differenzspannung von 178mV geht der OP in die Sättigung. Mir ist unverständlich, woher diese hohe Eingangsspannung (auf beiden Kanälen) kommt, wenn doch die Versorgung der Endstufe abgeklemmt ist. Irgendwie stehe ich hier auf dem Schlauch. Wisst Ihr mehr?

Gruss
marais
bukongahelas
Inventar
#12 erstellt: 12. Apr 2010, 23:56
Alle Transistoren der Endstufe OK ?
Alle Widerstände ?
Die +-15V werden vermutlich durch Transistoren+Z-Diode oder
integrierte Spannungsregler (7815/7915) erzeugt.
Alles was an Last an den +-15V hängt, abtrennen, dh
das +-15V Netzteil im Leerlauf betreiben.
Wenn die +-15V im Leerlauf da sind, Last (mehrere parallele
Verbraucher) nach und nach einzeln wieder an das NT schalten.
Ist es also ein Erzeuger(NT) oder ein Lastproblem,
zu hoher Laststrom (Kurzschluß/def Bauteil).
Systematisch vorgehen.
Die Eingänge der Endstufen sicherheitshalber nach Masse kurzschließen, wenn definitiv Null am Eingang anliegt,
muß auch (fast) Null aus der Endstufe rauskommen (Gleichgewicht). Die Abweichung sollte nicht mehr als max
500mV betragen, Offsetspannung. Bei einigen Endstufen justierbar (nicht mit der Ruhestromeinstellung zu verwechseln).
bukongahelas
audiophilanthrop
Inventar
#13 erstellt: 13. Apr 2010, 16:43
First and foremost: Der 4558er dient hier als DC-Servo. Wenn du den komplett rausnimmst (R779/780 entfernen), sollte da nichts schlimmes passieren. Mach das mal und miß den DC-Offset.
marais
Stammgast
#14 erstellt: 13. Apr 2010, 18:11
Danke für die schnelle Antwort! Gemacht! Damit habe ich -280mV am linken und -300mV offset am rechten Kanal. Die Schutzschaltung gibt die LS-Relais so nicht frei. Ich könnte jetzt versuchen, einen Offsetabgleich zu machen, aber mit ausgelötetem R779/780 ist das wohl unsinnig. Was kann ich aus diesem Offset schliessen? Laut Servicemanual sollte man 8mV haben.

Ich betreibe das Gerät jetzt mit aktiver 48V-Versorgung, und mit aktiver 15V-Versorgung, über eine 60W-Glühbirne, die beim Einschalten zunächst hell aufleuchtet und dann vor sich hin glimmt.


[Beitrag von marais am 13. Apr 2010, 18:33 bearbeitet]
Bertl100
Inventar
#15 erstellt: 16. Apr 2010, 20:57
Hallo,

das klingt so, als ob die Endstufen selber ok sind!
Die 300mV Offset sind wohl ok ohne die DC-Servos!

Gruß
Bernhard
marais
Stammgast
#16 erstellt: 17. Apr 2010, 08:24
Ich konnte an den Transistoren auch keinen Defekt feststellen, alle Diodenstrecken sind da. Manchmal fliegt die Sicherung erst nach einer gewissen Zeit raus - als ob was zu schwingen anfinge.
Ich habe die Servos wieder in Betrieb genommen (die beiden Widerstände eingelötet) und den Offset eingestellt. Bei einem Kanal klappt das auch sehr gut, beim anderen bleibt er bei 2mV. Ich sehe allerdings an der Glühlampe, die immer noch in der Netzleitung ist, dass eine Veränderung der Einstellung die Stromaufnahme stark erhöht - auch wenn sich am offset nichts ändert.
Das Problem muss irgendwie thermisch oder temporär sein. Vorhin habe ich kurzfristig 180mV DC am LS-Ausgang gemessen, jetzt geht's wieder. Ich habe daraufhin die beiden Trimmer für die DC-Einstellung gereinigt.
Ich habe das Gerät jetzt in Betrieb und höre gerade WDR5 ohne Probleme. Ich beobachte.


[Beitrag von marais am 17. Apr 2010, 17:06 bearbeitet]
marais
Stammgast
#17 erstellt: 18. Apr 2010, 17:26
Das Gerät läuft seit gestern ununterbrochen ohne Probleme. Eigentlich habe ich nur den DC-Offset eingestellt und die beiden Einstellpotis gereinigt. Irgendwie traue ich der Sache nicht - das kann doch nicht alles gewesen sein? Hattet Ihr so einen Reparaturfall schon einmal?

marais
Bertl100
Inventar
#18 erstellt: 20. Apr 2010, 18:08
Hallo,

sollte es an Wackelkontakten in den Offset-Potis gelegen haben?
Im Prinzip denkbar. Aber das deswegen gleich die Sicherung fliegt?

Gruß
Bernhard
bukongahelas
Inventar
#19 erstellt: 21. Apr 2010, 01:06
SONY TA-3650 : Ein Kanal typischer Defekt, Endtransistoren,
Treiber, etc , erneuert.
DC Offset und Bias beider Kanäle neu eingestellt und identisch.
Funktion (und hier könnte das PM-550 Problem liegen)
der thermischen RuheStromstabilisierung geprüft.
Schwingen traten auch nicht auf.
Längere Zeit mit Maxpower "getreten", kein Ausfall.
Trotzdem vernichtete sich ein Kanal immer wieder bei
kleiner Leistung ohne erkennbare Ursache.

PM-550: RS messen, Kühlkörper mit Fön erwärmen bis ca 60 Grad,
RS ändert sich. Bei Abkühlung muß der Betriebswert wieder
erreicht werden.
Bei Fehlern dieser Stabi erhöht sich der RS immer weiter,
die KK Temp steigt und steigt bis zur Selbstvernichtung.
Ursache könnten fehlerhafte Tempsensoren am KK (Thermistoren,
Dioden,Transistoren speziell abgefallener Stromverstärkungsfaktor) sein.
Oder die Endstufe schwingt im HF-Bereich, sichtbar mit Oszi.
Ursache gealterte Elkos oder nicht 100% passende "zu schnelle" Transistorersatztypen.
Ein C zwischen Kollektor und Basis bremst Schwingungen aus.
Nur soviel C nehmen, bis die Schwingung sicher auch bei
komplexer Last (Boxen) und verschiedenen Temperaturen sicher
unterdrückt wird, sonst werden die Höhen matt.
bukongahelas
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