Kassettendecks einmessen

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Roland1977
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Apr 2011, 12:37
Hallo liebe Forumcommunity!

Ich heiße Roland, komme aus Österreich (33J) und beschäftige mich schon länger mit Audio/Video/PC Technik.
Auch habe ich einige Kassettendecks, die alle (bis auf eines) ziemlich stark verstellt sind. Nun möchte ich gerne alle neu einstellen und hatte dabei schon immer das Problem, daß ich die beiden Kanäle L+R nicht gleich laut hinbekomme. Entweder der linke ist bei der Wiedergabe lauter oder es wird der rechte lauter aufgenommen.
Die Geräte habe ich am Flohmarkt gekauft, teilweise fehlten die Schrauben vom Gehäusedeckel und die Potis für PB Level, Record level, Bias und VU Meter sind verstellt.

Irgendwas mache ich wohl beim einstellen falsch. Trotz intensiver Suche habe ich die Vorgehensweise nur bruchstückhaft im Internet gefunden.
Ich habe das bisher so gemacht:
Den PC mit Audacity als NF Meßgerät/Tongenerator benutzt unter Zuhilfenahme meines guten Decks Sony TC-RX70.
Als erstes habe ich mir eine 400Hz/0VU Pegelkassette (TDK SA90) aufgenommen. Dabei habe ich am Line in vom Sony einen Y Chinch adaper verwendet und das Signal nur mono eingespeist, um eventuelle Pegelunterschiede des Soundchips vom PC auszuschließen. Dabei die Aussteuerung voll aufgedreht, Balance in Mitte und den Pegel am PC so weit aufgedreht, bis das VU Meter genau 0VU anzeigt.
Anschließend meine Meßkassette in einem verstellten Deck mit PB Level Potis auf gleichen Line Out Pegel wie das Sony(445 mV) eingestellt. Audacity Programm mit abgedockter Aussteuerungsanzeige als Meßgerät verwendet.Anschließend die Aussteuerungsanzeige auf 0dB eingestellt. Hier ist mir schon aufgefallen, daß der Pegel schon wieder nicht mehr stimmt, wenn ich meine Meßkassette umdrehe und die andere Seite abspiele.(Pegelunterschied L/R=1,5dB laut Audacity. Nachher habe ich beide Aussteuerungsregler voll aufgedreht und dem Deck wieder soviel Pegel vom PC gegeben, daß es 0dB anzeigt. (0VU sind hier vermutlich 0dB).
Dann die inneren Record level Potis so eingestellt, daß auch 0dB Pegel auf der Kassette sind, wenn man sie abspielt.
Nun bin ich draufgekommen, daß sich auch die Biaseinstellung(auch 2 kleine Potis) auf den Pegel auswirkt und ich somit nicht weiß, was ich zuerst einstellen muß, Bias oder Record Level? Könnte mir bitte jemand erklären, was ich dabei falsch mache. Das einzumessende Deck ist ein Toshiba PC 5847F. Tonköpfe und Andruckrollen sind sauber und der Azimuth passt nach Gehör auch.Der Azimuth war auch extrem verstellt und habe ihn nach einer im Sony aufgenommenen Kassette auf beste Höhenwiedergabe nachjustiert.
Freue mich auf eure Antworten. Wünsche euch allen ein schönes WE.
cmoss
Inventar
#2 erstellt: 15. Apr 2011, 13:30
Hallo,

vor allem Bemühen um die Einstellungen solltest Du Dir für die Geräte die jeweiligen Servicemanuals besorgen, sonst hast Du m.E. kaum Erfolgsaussichten.

Gruß
Claus
Bertl100
Inventar
#3 erstellt: 15. Apr 2011, 13:38
Hallo,

im Prinzip ist das Vorgehen richtig.

- Pegelunterschiede Seite A / Seite B:
Ist der Tonkopf zu stark eingeschliffen, oder Oberfläche ausgewaschen? Hast du den Kopf gründlich gereinigt und ihn entmagnetisiert?
Wenn eingeschliffen, dreckig oder aufmagnetisiert, brauchst du mit dem Einmessen gar nicht anfangen.
Bei eingeschliffene/ausgewaschenem Tonkopf hat der Andruckfilz in der Cassette oft erheblichen Einfluß.

- Den Pegel am Gerät so einzustellen, wie er beim Sony war, ist nicht sinnvoll. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Du mußt von BEIDEN Geräten (Sony und dem einzustellenden) das Service Manual haben. Du mußt rauskriegen, welcher Bandfluß zu welcher Spannung gehört (oft ist die Referenzspannung auch nicht am Line-Out zu messen, sondern an einem MEsspunkt im Inneren).
Wenn z.B. beim Sony ein Bandfluß von 250nW/m 445mV entspricht, und beim Prüfling 200nW/m einer Spannung von 500mV, dann mußt du erst mal rechnen.
(Hintergrund: es gibt verschiedene Bezugspegel, 160, 200 und 250nW/m, auf einen von den dreien ist die Referenzausgangsspanng bezogen. Die Aussteuerungsanzeige kann aber auf einen anderen Wert bezogen sein!)

- Es gibt einige Chromsubstitut-Bänder (z.b. die SA-XS) bei denen der Bias auch die Bandempfindlichkeit bei 400Hz beeinflußt. Früher war das bei der SA aber nicht so. Da hilft nur ein iteratives Vorgehen.

- Haben die "Prüflinge" mechanische Schalter für Aufnahme/Wiedergabe oder Bandsorte? Falls ja, lauern dort Kontaktunsicherheiten!

Gruß
Bernhard
micheli
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Apr 2011, 16:53
Hi,

wenn Du Dir die Unterlagen für Deine Geräte besorgt hast, ist zum Messen am PC Audacity das "zweitbeste" Programm (ist ja auch nicht dafür gemacht worden)... Ohne die von den Forenmitgliedern vor mir genannten Unterlagen (und der Fähigkeit, sie lesen zu können) würde ich nicht dran gehen. Man muß sich auch im Klaren darüber sein, daß im offenen Gerät an bestimmten Punkten Netzspannung anliegt. Also nur dran gehen, wenn man genau weiß, was man tut. Klingt vielleicht banal, kann aber im Falle des Falles saudumm ausgehen...

Für's Messen kann man besser z.B. "Visual Analyzer" nehmen, ein Programm für Win, das unter Linux hervorragend mit wine läuft und für Privatanwender frei ist.

Die Meßwertdarstellung ist kalibrierbar und das Programm (Oszi, Signalgenerator, Spektrumanalyse, DVM, Klirrmessung etc...) ist ein hervorragendes Tool für Arbeiten an Bandlaufwerken, wenn man keinen Oszi zur Verfügung hat, wenngleich (leider) in Englisch.


Servus
der Michael


[Beitrag von micheli am 15. Apr 2011, 16:59 bearbeitet]
hifibastler2
Stammgast
#5 erstellt: 16. Apr 2011, 18:41
Also ich machs immer so:

Erst mal den Kopf sauber, dann mit Referenzkassette den Azimuth grob, dann die Gummiwalze säubern und gegf. planschleifen. Die Walze muß Zug haben, man muß am Abwickeldorn so richtig fest bremsen müssen, bis er steht.
Dann ggf Gummies und Bandgeschwindigkeit.
Dann entmagnetisieren, wenn die Höhen tot sind, dann Azimuth fein. So, dann laufen 90% der Kisten. Die restigen 10% mache ich nach Gehör. Ich will möglichst kanalgleiche, leicht höhenbetonte Wiedergabe, und wenn man es übertreibt, geht der Klirr hörbar hoch. Dann wars zu viel.
P.S.: Ich habe das absolute Gehör
Roland1977
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 17. Apr 2011, 21:13
Guten Abend,

Habe am WE wieder bei meinen Decks weitergemacht.
Wegen Gefahr von Netzspannung weiß ich natürlich Bescheid (hab Elektronikfachschule absolviert).
Also erstmal danke für eure Tips, besonders das Visual Analyser Programm ist ganz gut. Ich bin jetzt draufgekommen, daß der Soundkarteneingang den Line Out der Decks belastet, sobald ich es anschließe geht das VU Meter des angeschlossenen Kanals um 2dB zurück. Ein ideales Voltmeter oder Oszi hat einen unendlich hohen Eingangswiderstand um das Meßergebnis nicht zu verfälschen, in der Praxis etwa 1 MOhm oder mehr. Gibt es da einen Trick um das Programm so zu kalibrieren, daß es den Eingangswiderstand der Soundkarte berücksichtigt? (habe neuen PC i3/3Ghz, 4GB RAM).Auch sind die beiden Soundkarten-Eingänge nicht gleich "laut", der rechte zeigt immer um 40mV mehr an (wenn ich das linke line Out Signal abwechselnd an den linken/rechten Eingang anschließe) Ansonsten muß ich mir wohl ein günstiges gebrauchtes Oszi besorgen, damit das ein professionelles Ergebnis wird.
Köpfe der Decks sind sauber, mit Entmagnetisierkassette entmagnetisiert und die Riemen/Andruckrollen sind auch OK. Die Laufwerke habe ich schon überholt, Sinterlager mit Modellbauöl geölt. Alle Kontakte und Schalter mit Kontakt 61 gereinigt, kalte Lötstellen berichtigt. Zum Aufnehmen von Pegelkassetten habe ich mir jetzt ein neu eingemessenes AKAI GX 75 bei der Bucht bestellt, die Geräte sind ja für ihre Präzision bekannt und haben nahezu unverwüstliche Köpfe.
Wie stark dürfen die Tonköpfe eigentlich eingeschliffen sein? Man sieht bei meinen Prüflingen schon die Schleifspur,
und kann sie leicht fühlen, wenn man mit dem Fingernagel drüberfährt (etwa ein zehntel Millimeter tief würde ich sagen).
garlock
Stammgast
#7 erstellt: 17. Apr 2011, 22:29
"Neu eingemessen" scheint ja schon zum Guten Ton zu gehören in der Bucht was ich davon halte sage ich jetzt mal nicht.

Eine Pegelkassette ist normalerweise in Vollspur eufgenommen dh. ohne Rasen zwischen den Spuren nur so kommt mann zu einer korekten Einstellung, währe eine Pegelkassette Stereo eufgenommen währe jede Spurabweichung (Jeder Tonkopf unterliegt einer Mechanischen Toleranz) beim Wiedergabe Deck zum Referenzdeck ein Pegelunterschied und würde zu keinen Reproduzierbaren ergebnissen führen.

Ein Tonkopf der Eingelaufen ist egal wie schlimm hat in der Regel keine Ebene Oberfläche mehr die Folge schlechter Band Tonkopfkontakt und Dropout's/Pegelschwankungen, teilweise können solche Köpfe nachgeläppt werden ansonsten ist ein Austausch notwendig!

Bei den meisten Analyser oder Testprogrammen kann mann die Pegelabweichung und DC Offset der Ein- und Ausgänge der Soundkarte korrigieren

mfg
Bertl100
Inventar
#8 erstellt: 18. Apr 2011, 06:21
Hallo zusammen,

für die genaue Messungen von NF-Pegeln ist ein normales Analog-Oszi nicht so wirklich das richtige.
Für absolute Messungen recht ungenau. Für vergleichende Messungen eher geeignet.
Eigentlich braucht man hierfür ein NF-mV-Meter.
Teuere Oszi können Effektivwerte messen, allerdings auch nicht besonders genau.

Gruß
Bernhard


[Beitrag von Bertl100 am 18. Apr 2011, 06:22 bearbeitet]
cmoss
Inventar
#9 erstellt: 18. Apr 2011, 07:54
Hallo,


mit Entmagnetisierkassette entmagnetisiert


nach allen Erfahrungen sind die Entmagnetisierungskassetten absoluter Schrott. Außerdem müssen nicht nur die Köpfe, sondern auch die Capstanwellen entmagnetisiert werden. Grundsätzlich ist das von so einer Kassette erzeugte Magnetfeld viel zu schwach. Da gehört eine "richtige" Entmagnetisierungsdrossel her.

Ncohmal: Ohne SM, Meßkassette und Meßgerät ist es sinnlos, an den Potis herumzudrehen.

Was das GX-75 betrifft: Ich habe seit gut 20 Jahren ein GX-95 daheim, das ja mehr oder weniger baugleich ist und bei dem der Azimuth bei Eigenaufnahmen (Hinterbandkontrolle) von Anfang an nicht genau gestimmt hat, offenbar gibt es da Toleranzen bei der Verklebung von Aufnahme und Wiedergabekopf.
Soviel zur oft gerühmten Akai-Präzision.
Außerdem sollte zur Azimutjustage jedenfalls eine Referenzkassette verwendet werden, da ansonsten der Fehler des Aufnahmegerätes weitergegeben wird.

Gruß
Claus
Bertl100
Inventar
#10 erstellt: 18. Apr 2011, 08:21

nach allen Erfahrungen sind die Entmagnetisierungskassetten absoluter Schrott.

... das ist auch meine Erfahrung. Aber wie soll mit einer Knopfzelle da auch ein genügend starkes Feld aufgebaut werden!

Gruß
Bernhard
Ingor
Inventar
#11 erstellt: 18. Apr 2011, 14:01
Ich habe zum Entmagnetisieren einen alten Braunrasierer genommen,den ich Entkernt hatte und nur noch die Spulen des Schwingmotors mit Eisenkern enthielt. Das Ding entmagnetisierte wirklich gut.

Ansonsten ist bei alten Cassettenrekordern ein abgeschliffener Tonkopf meistens die Ursache für Kanalungleichheiten. Dies wirkt sich auf Aufnahme und Wiedergabe unterschiedlich aus. Daher ist ein "Überalles" Abgleich problematisch. Die Tonköpfe sind leider alle verschieden und können nur gegen baugleiche ersetzt werden, wenn man die hohe Qualität eines Tapedecks erhalten möchte. Nutzt man Universaltonköpfe wird man kaum 15 kHz erreichen und auch Klirrfaktor und Dynamik leiden. Tja so ist es eben mit den Tapedecks.

Deine Soundkarte scheint eher ein einfaches Modell zu sein. Spar dir den Oszi, kaufe dir eine etwas bessere Karte und probiere mal das Programm Hobbybox, das misst auch den Klirrfaktor und gibt gleich alles in dB an. 40 mV bei 1 V Ausgangsspannung sind nämlich gar nicht der Rede wert. Wenn du +- 1dB zwischen den Kanälen bei einem Tape hast ist das schon super. Achte auf die Frequenz 440 Hz ist ein guter Wert, um einen Abgleich zu machen.

Wenn du mit dem Nagel hängen bleibst am Tonkopf und dieser schon nicht mehr Plan ist, sondern Wellen hat, kann es sehr gut sein, dass es mit der Kanalgleichheit für immer vorbei ist.

Wenn du am Ende das Gerät mal durchmisst wirst du ohnehin feststellen, dass ein Tapedeck im Vergleich zu einer Soundkarte wirklich schlecht ist. Achte mal auf Modulationsrauschen, Aussteuerbarkeit von hohen Frequenzen, Klirrfaktor, Dynamik, Grundrauschen. Ursprüngich war es halt eine Art Diktiergerät.
garlock
Stammgast
#12 erstellt: 18. Apr 2011, 20:19

cmoss schrieb:
Was das GX-75 betrifft: Ich habe seit gut 20 Jahren ein GX-95 daheim, das ja mehr oder weniger baugleich ist und bei dem der Azimuth bei Eigenaufnahmen (Hinterbandkontrolle) von Anfang an nicht genau gestimmt hat, offenbar gibt es da Toleranzen bei der Verklebung von Aufnahme und Wiedergabekopf.
Soviel zur oft gerühmten Akai-Präzision.
Außerdem sollte zur Azimutjustage jedenfalls eine Referenzkassette verwendet werden, da ansonsten der Fehler des Aufnahmegerätes weitergegeben wird.

Gruß
Claus


Diese minimalen Toleranzen hat übrigens jedes Kassettendeck mit Drei Köpfen wo A und W Kopf in einem Gehäuse sind aber das ist kein Problem, das fällt aber in der Regel nicht weiter auf es sei denn der Kopf ist nicht sauber justiert vorallem die Neigung des Kopfspiegels stimmt der nicht wird es auch Azimut Unterschiede zwischen Aufnahme und Wiedergabekopf geben.
Ich hab noch kein AKAI Deck gehabt bei dem das nicht Korrigierbar wahr !

Und zu den Köpfen allgemein viele sind in der Tat austauschbar mit geringen Anpassungen im Wiedergabezweig wenn überhaupt nötig, normalerweise reicht es den Bias Anzupassen meist sogar mit besseren Ergebnissen wie mit dem Orginalkopf siehe : http://forum2.magnet...adid=10560&pagenum=1
Das gilt auch für Dreikopfdecks selbst für Spezialbefestigungen kann mann Adapter anfertigen


mfg


[Beitrag von garlock am 18. Apr 2011, 20:21 bearbeitet]
Roland1977
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 18. Apr 2011, 21:07
Habe jetzt das Problem mit der Soundkarte und Visual Analyser gelöst. Das Audio Frontpanel im PC hat anscheinend den Eingang auch mitbelastet. Als ich den Front Stecker vom Motherboard abgezogen und anschließend den Line In auf der Rückseite vom Mainboard als Meßeingang benutzt habe, waren es nur noch etwa 3mV Unterschied zwischen links und rechts. Habe mich an meinen gesammelten Service Manuals von anderen Tape Decks orientiert.(Beruflich habe ich bisher immer DVD/CD Player und Computer repariert, da gibt es solche Einmessaktionen nicht). Für mein TC-RX70 habe ich mir das Service Manual von einer Freundin ausgeborgt und da ist auch alles super gut beschrieben, aber dieses Deck ist ja OK. Die Testpunkte innen sind bei jedem Gerätemodell anders, aber die Frequenzen von den Messkassetten sehr ähnlich. Das Toshiba habe ich jetzt mal auf 450mV/0VU Bezugspegel eigestellt und klingt jetzt fast perfekt.(Ob er auch der Vorgabe des SM entspricht weiß ich nicht, weil ich von diesem Deck noch keines habe. Das Problem mit dem BIAS habe ich auch gelöst, indem ich statt der TDK SA90 eine neue D60 Ferro genommen habe. Die ist bei 400Hz weniger empfindlich. Da ist es es völlig ausreichend, die BIAS Potis erstmal in Mittelstellung zu bringen und nur den Record Level bis 0VU einzustellen (geht bei dem 3 Kopf Gerät über hin und herschalten zwischen TAPE/SOURCE super).Auch scheint die D60 eine geringere Remanenz zu haben. Wenn ich sie mit dem Sony TC-RX70 mit 400Hz/0VU bespiele hat sie anschließend 2dB weniger auf dem Band. Das ist bei der SA90 nicht so.
Ein kleines Problem habe ich noch mit der Signalqualität bei der Wiedergabe. Das Sinussignal zittert immer etwas auf der Zeitachse hin und her. Wenn ich eine selbst gebrannte Audio CD mit 400Hz auf meinem DVD Player abspiele und mit Visual Analyser messe, ist das Signal schön ruhig. Diese Signalschwankungen machen es schon schwer, die hundertstel und tausendstel Volt annähernd gleich einzustellen, weil natürlich auch das Millivoltmeter diese Schwankungen anzeigt.Wie kann man diese Signalschwankungen beseitigen?
Schönen Abend noch.
Bertl100
Inventar
#14 erstellt: 19. Apr 2011, 09:03
Hallo,


Wenn ich sie mit dem Sony TC-RX70 mit 400Hz/0VU bespiele hat sie anschließend 2dB weniger auf dem Band.

Dann ist dieses Gerät nicht auf die D60 eingemessen! Der Aufsprechstrom ist offenbar zu niedrig!
Oft kann man jedoch die Aufsprechströme für CrO² und Fe nicht getrennt einstellen.

Der Jitter auf der Zeitachse sind "einfach" die Gleichlaufschwankungen des Cassettendecks! Dagegen kann man gar nichts machen!

Gruß
Bernhard
Ingor
Inventar
#15 erstellt: 19. Apr 2011, 21:27
@ garlock Schön, wenn du diese positiven Erfahrungen gemacht hast. Meine sahen leider anders aus. Nicht nur, dass die mechanischen Formen komplett anders waren, es waren vor allem die elektrischen Eigenschaften, die abwichen.
Roland1977
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 19. Apr 2011, 22:09
Hallo,

Mir ist bei fast allen meinen Kassettendecks aufgefallen, daß im Aufnahmemodus der Record Balance Regler außen am Gehäuse nicht symmetrisch ist, dh. wenn ich z.B. 450mV über den Line In einspeise, hinten am Line Out um ca. 90mV unterschiedliche Pegel rauskommen.Ist das normal? Da gibt es aber gar keine interne Einstellmöglichkeit. Eigentlich sollte es doch so sein, wenn Balance in Mittelstellung einrastet, am Line Out links und rechts gleich starke Signale anliegen müssten. Die internen Record Level Potis wirken sich da nur auf das auf Band Aufgenommene aus. Muß ich Balance beim Einmessen so einstellen, daß die Line Outs gleich laut sind? Oder sollte man den Aufsprechstrom gleich laut einstellen und dabei Balance in Mitte lassen ?
Wenn ich den Azimuth mit Lissajous Figur einstellen möchte, welche Frequenzen und welche Aussteuerung sind eurer Erfahrung nach am Besten?
Ich habe 10kHz/-10dB und 1kHz/-6dB probiert, wobei bei 10 kHz nie ein schräger Strich zustande kam, der Kreis rotierte und verformte sich nur.(in Visual Analyser) Bei 1kHz wurde es fast ein Strich beim Drehen am Azimuth, aber dieser teilte sich auch hin und wieder etwas und "pumpte" oder wie man es ausdrücken könnte. freundliche Grüße
Ingor
Inventar
#17 erstellt: 20. Apr 2011, 08:14
Was am Line Out herauskommt, wenn du am Line in ein Signal anlegst, darf für das Einmessen über Band zunächst keine Rolle spielen. Entscheidend ist der Pegel auf dem Band. Dieser lässt sich aber leider nicht unabhängig messen. Ich empfehle zunächst mit einer Testkassette, die einwandfrei bespielt ist den Wiedergabezweig zu justieren. Im Anschluss daran nimmst du den Aufnahmeabgleich vor. Auch hier ist es nützlich ein Referenzgerät zu haben. Am Ende sollte der Ausgangspegel über Line-in zu Line-Out über Band von linkem zu rechten Kanal möglichst wenig abweichen. Ganz wichtig, bevor du eine EInstellung beurteilst, Spannungen immer in dB umrechnen. Nur so erkennst du, ob du im Limit bist. Kanalungleichheiten bei Cassettenrekordern von 1 -2 dB sind nichts ungewöhnliches. Vor allem, weil diese auch freuqenzabhängig sind. Dies ist immer der Fall. Die Tonköpfe sind nicht perfekt, das Band ist es nicht und der Bandkontakt schon gar nicht.

Das kannst du auch an deiner Azimuth Einstellung sehen. Bei 10 kHZ sind Phasenverschiebungen und ungleiche Pegel viel stärker ausgeprägt als bei 1 kHz. Bitte bedenke, dass das Gerät schon viele Jahre alt ist. Darüberhinaus, erkennt man bei Einsatz eines Oszis und eines Tongenerators wie schlecht die Technik war. Aber die Musik klang trotzdem gut.
Bertl100
Inventar
#18 erstellt: 20. Apr 2011, 10:54
Was am Line Out herauskommt, wenn du am Line in ein Signal anlegst, darf für das Einmessen über Band zunächst keine
Hallo,

mit diesem Unterschied wirst du leben müssen.
Dann muß halt der Balanceregler immer außermittig stehen.
Wenn die Verstärkungsfaktoren der entspr. Verstärkerstufe offenbar nicht gleich ist, dann ist das lästig, aber auch durchaus normal. Es wurden ja nur bestenfalls 5%ige Widerstände eingesetzt! Da hat man gleich mal 10% Verstärkungsunterschied!


Die Azimuth-Schwankungen sind auch normal. Ist ja Consumer Elektronik!

Gruß
Bernhard
cmoss
Inventar
#19 erstellt: 20. Apr 2011, 12:37
Hallo,

solche kleine (wohl unhörbare) Pegelunterschiede sind bei den alten Geräten ganz normal, schließlich wurde auch nicht digital verarbeitet und auch die Mechanik eines Cassettendecks oder TB-Gerätes ist ungleich komplizierter als die eines heutigen CD-Players und damit auch anfälliger für Fehler.
Aber bei der Qualität, die objektiv gesehen, eine Compactkassette hat, was Frequenzgang, Gleichlauf und Klirr betrifft, ist das alles letztlich reichlich egal.
Ich liebe sie auch, aber jeder MP3 Player ist besser.

Gruß
Claus


[Beitrag von cmoss am 20. Apr 2011, 12:38 bearbeitet]
Ingor
Inventar
#20 erstellt: 20. Apr 2011, 13:50
Ja, so ist es. Zwischen einem Kassettendeck und einem MP3 Player liegen Welten. Die Digitalisierung hat eine ganz neue Qualtät bei geringsten Kosten ermöglicht.
Roland1977
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 23. Apr 2011, 09:55
Hallo,

Habe jetzt meine Decks, Toshiba PC5847, Technics BS-10 und Onkyo TA6210 auf die TDK SA90 eingemessen. Bei der Sache mit dem Bias habe ich mich zuerst getäuscht. Egal ob SA90 oder D60
die Bias Einstellung wirkt sich auch bei 400Hz auf den Aufsprechstrom aus.
Jetzt habe ichs so gemacht, zuerst die beiden Bias Potis auf Linksanschlag gestellt, und den Aufsprechstrom auf Bezugspegel. Anschließend Bias so eingestellt, daß Vor/Hinterband Klang gleich und dabei ist der Aufsprechstrom an beiden Kanälen um 70mV angestiegen.Zum Schluß den Aufsprechstrom wieder auf Bezugspegel zurückgedreht. Beim Einmessen muß man auf jeden Fall neue Tapes nehmen. Bei Gebrauchten hatte ich immer falsche Messwerte oder Kanalungleichheiten und mußte alles nochmal machen. Natürlich höre ich auch haupsächlich CD & MP3 aber Tapes sind eben auch toll. MfG
Bertl100
Inventar
#22 erstellt: 23. Apr 2011, 15:32
Hallo Roland,

na, dann Gratulation, dass jetzt einen Abgleich gefunden hast, mit dem Du selber zufrieden bist.
Das ist schließlich das wichtigste!

Gruß
Bernhard
Grundi69
Inventar
#23 erstellt: 23. Apr 2011, 16:00
Hallo!

Ich bin mit Cassetten aufgewachsen und hab damals auch mal geglaubt, eine möglichst perfekte Einmessung meines Cassetten-Decks erreichen zu können...ja zu müssen...bis ich dann mal einen 10kHz Sinus von einer Test-CD aufgenommen und anschließend das Ausgangssignal des Decks auf nem Oszi angeschaut hab

Seitdem sehe ich das nicht mehr so verbissen. Diese Technik ist halt prinzipbedingt limitiert und meilenweit vom Optimum entfernt. Trotzdem ist auch der Sound von einer Cassette durchaus beachtlich.


Gruß
Mike


[Beitrag von Grundi69 am 23. Apr 2011, 16:01 bearbeitet]
Bertl100
Inventar
#24 erstellt: 23. Apr 2011, 16:40
Hallo zusammen,

als ich mir ca. 1984 mein erstes richtiges Cassettendeck gekauft hatte, mußte ich Hand anlegen an den Abgleich.
Er lag brutal daneben. So eine Schlamperei. Ein Philips F8822 war das.
Und auch meine weiteren Cassettendeck-Käufe brachten immer wieder die Erkenntnis, dass es da in der Fertigung nicht so genau ging. Das CT-959 von Pioneer lag schon recht nah am richtigen Abgleich.
Der Service-Techniker war unschlüssig, ob er meine Reklamation annehmen sollte. Er meinte, die Leute täuschen sich da oft :-) Aber der Pioneer-Service hat das dann vorblidlich eingestellt.

Heute denke ich mir, man hätte damals ruhig etwas mehr Aufnahmepegel zugeben können, und auch etwas höhenbetonter einstellen sollen. Heute klingen die Aufnahmen daher leider dumpf. Dolby C tut sein übriges dazu. Das hätte man auch besser nicht verwenden sollen.

Gruß
Bernhard
Grundi69
Inventar
#25 erstellt: 23. Apr 2011, 16:51
Hallo!

Die Aufnahmen, die ich so Ende 80er/Anfang 90er mit meinem Kenwood KX-880HX gemacht habe, klingen durchweg noch sehr gut, auch in den Höhen. Trotz Dolby C. Ich hab damals schon immer recht hoch ausgesteuert.
Was mir jedoch in leisen Passagen über Kopfhörer auffiel war so ein leichtes 'Pumpen'. Vielleicht der Durchkopiereffekt?

Grüße
Mike
Ingor
Inventar
#26 erstellt: 23. Apr 2011, 19:35
Das Pumnpen ist ein Effekt von Dolby C. Aufnahme und Wiedergabepegel müssen möglichst genau übereinstimmen, ansonsten wird der Expander bei der Wiedergabe falsch geregelt. Alle Kompandersysteme pumpen etwas. HighCom war auf Grund seiner hohen Effektivität am empfindlichsten. Dolby B auf Grund der geringen Wirkung im niederfrequenten Bereich sehr unempfindlich. Hatte aber auch nur eine sehr begrenzte Wirkung. Auf Grund der Lagerung gehen vor allem hohe Frequenzen verloren. Die Pegel stimmen nicht mehr genau und schon pumpt die Wiedergabe.
Bertl100
Inventar
#27 erstellt: 23. Apr 2011, 21:30
Genau so ist es!

Angeblich soll Dolby S da besser gewesen sein, weil es speziell auf die Unzulänglichkeiten der Cassettengerät optimiert wurde. So hab ich es gelesen.
Leider hatte ich damals nur Dolby C zur Verfügung.
Das Pumpen ist etwas entseztlich für mich.
Aber ohne Dolby oder mit Dolby B lassen sich alte Dolby C Aufnahmen auch nicht brauchbar anhören :-(

Gruß
Bernhard
Ingor
Inventar
#28 erstellt: 23. Apr 2011, 22:09
Ja, leider ist es so. Ob Dolby S wirklich besser war, kann ich auch nicht beurteilen. Ich kann nur soviel sagen, dass ich mich mit HighCom abgequält habe, Tapedeck RC 200 und RC 100 von Telefunken und Hobbycom mit Akai GX 215 und es war schrecklich. Ein Freund hatte damals ein UHER mit Hinterbandkontrolle und 4 HighCOM Schaltkreisen, es was fürchterlich.

Tatsächlich ist es mir aber gelungen meine alten Kassetten noch heute in guter Qualität zu hören. Ich habe meinen alten RC 200 einfach als Expander genutzt und mein AIWA als Player. Das das Aiwa eine deutlich bessere Wiedergabe insbesondere der hohen Töne hat ist das Pumpen, weniger stark als bei Wiedergabe durch das RC 200.

Wer diese Zeiten der Analogtechnik nicht mitgemacht hat, kann sich nicht vorstellen, welcher Segen die Digitalisierung ist. Insbesondere die Gleichlaufschwankungen waren bei Klaviermusik unerträglich. Da hatte mich erst das AIWA AD-F 810 zufriedengestellt. Zwei Capstan-Wellen endlich kein Tremolo mehr. Am Schlimmsten war das AKAI Tonbadgerät, grausig wie das die Musik entstellte.
hifibastler2
Stammgast
#29 erstellt: 24. Apr 2011, 11:02
Sowohl Gleichlauf als auch Azimuthschwankungen werden am stärksten von abgenutzten oder inkorrekt andrückenden Capstangummiwalzen verursacht. Was da im Argen liegt, kann durch nichts ausgeglichen werden, daß ist eine Erfahrung, die in den letzten 30 Jahren bei mir gereift ist. Wenn die Gummiwalze top ist, dann garantiert z.B.allein das große Schwungrad z.B. des RC200 einen guten Gleichlauf. Läßt die Gummiwalze das Band hin und herschlenkern, kann man saubere Höhen vergessen, weil das Schlenkern bis zum Tonkopf reicht.
cmoss
Inventar
#30 erstellt: 24. Apr 2011, 13:58

Am Schlimmsten war das AKAI Tonbadgerät, grausig wie das die Musik entstellte.


Also ich habe vor ein paar Tagen mein Akai GX-270D wieder einmal aktiviert um zwei Opern zu digitalisieren, die ich um 1980 aufgenommen habe (mit Toshiba Adres als Rauschunterdrücker)und ich war vom Klang der Bänder nach der langen Zeit durchaus überrascht. Wenig Höhenverluste, kein Schmieren (BASF), der einzige Defekt war, daß eine Klebestelle am Band aufgegangen ist, ist aber auch kein Wunder, nach der langen Zeit.
Die Maschine, Baujahr 1978, funktioniert nach wie vor perfekt, keine Probleme mit Relais oder sonstigen Kontakten, bloß die Köpfe habe ich vor Arbeitsbeginn entmagnetisiert.
Ingor
Inventar
#31 erstellt: 24. Apr 2011, 19:19
Nun, ich habe vergessen, das Gerät anzugeben, es ist ein GX-215D und ich bezog mich auf den Gleichlauf. Andere Akais waren da viel besser.
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