Akai AA-930: Wechselnde Lautstärke mit Aussetzern/Verzerrungen auf einem Kanal

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kuni1
Stammgast
#1 erstellt: 31. Jul 2007, 23:35
Hi zusammen,

mein Akai nervt zusehends , wenn ich mal kurz die Vorgeschichte erwähnen darf:

(1) Zunächst hatte das Radioteil ganz ausgesetzt. Da war dann ein kaputter Transistor in der Stromversorgung des Radioteils. Den ursprünglichen 2SD313 hatte ich dann durch einen BD243 ersetzt. Seitdem läuft das Radioteil ohne Aussetzer ( hier der Thread mit den Details)

(2) Lief immer der Sender weg, weswegen ich mal die Federkontakte des Drehko gereinigt habe ( so wie hier).

Jetzt bleibt in der elendigen Elektronikbaracke nur noch ein klitze kleines Problem :

Der Akai ändert immer mal wieder die Lautstärke. D.h. es wird immer mal wieder ein Kanal leiser, manchmal auch beide und hin und wieder verzerrt ein Kanal oder beide. Der Effekt hört sich ein bischen so an, also ob da einer an der Balance hin und her dreht und das Poti eins von denen ist die knacksen. Das Ganze bleibt manchmal - hin und wieder erledigt sich das dann auch mit der Zeit und er läuft dann stabil. Den Effekt beobachte ich nun auch mit allen Quellen und unabhängig davon, ob er kalt oder warm ist. Tendenziell allerdings ziemlich häufig nach dem Einschalten, egal ob er warm oder kalt ist.

Wenn man am LS Poti etwas lauter dreht und dann wieder leiser, dann hören die Verzerrungen auf und beide Kanäle kommen gleich laut (bis zum nächsten "Hänger").

Also dachte ich es könnte am Poti liegen und die folgenden Punkte abgearbeitet
- LS Poti ausgebaut und gründlich gereinigt - ohne Effekt
- Neues Ersatzpoti eingebaut - ohne Effekt
- Klangregelplatine auf der das LS Poti sitzt nachglötet - ohne Effekt
- Schalterplatine nachgelötet und Schalter gereinigt - ohne Effekt
Also an weiteren kalten Lötstellen/Wackelkontakten/schlechten Kontakten kann ich das nun nicht mehr fest machen.

Jetzt habe ich folgendes festgestellt:
Der Mittelabgriff des LS Poti geht über einen Koppelkondensator + Widerstand an einen Transistor.
Wenn der Effekt auftritt und man berührt den Pin des Mittelontakts mit dem Finger, dann brummt/knackt es kurz und der Kanal kommt - sprich der Effekt ist dann weg.
Das kann ich immer so reproduzieren.

Sieht irgendwie so aus, also ob da irgendein Transistor nicht ganz "durchgesteuert" ist und so'nen kleinen Schubs braucht

Habt Ihr da Ideen, an was sowas liegen könnte ?

Gruß, Kuni
ruesselschorf
Inventar
#2 erstellt: 01. Aug 2007, 13:05
...wurde das Lautsprecher Schutzrelais schon überprüft, bzw im Idealfall durch ein Neues ersetzt? Deine Fehlerbeschreibung hört sich jedenfalls nach kaputten Relaiskontakten an. (sofern der Akai ein Relais besitzt)

Gruß, Helmut
kuni1
Stammgast
#3 erstellt: 01. Aug 2007, 17:37
Hi Helmut,

ein Relais hat er und es klackt auch prima. Wenn der Effekt einsetzt, dann höre ich da kein Relais klacken.
D.h. es klackt natürlich nach dem Einschalten, dann aber nicht wieder.

Könntest Du mir den Zusammenhang zum LS-Relais mal kurz erklären ?

Ich meine wenn das Relais durchgeschalten hat, dann kann das doch nichts mehr damit zu tun haben, daß die Kontakte verdreckt sind, oder ?

Wenn einer der Kanäle zickt, dann höre ich aus den LS auch noch Rauschen, leise Musik, bzw. ein leichtes Brummen. Das hört sich für mich so an, als ob das Relais schon durchgeschaltet ist, aber irgendwo in der Vorstufe ein Transistor nicht ganz durchsteuert.

Ich stelle morgen mal noch einen Schaltplan ein. Ganz grob ist das so, daß der Mittelabgriff des VOL Poti an einen Koppelkondensator geht und von dort über ein R an die Basis eines Transistors. An diesen Transistoren (beide Kanäle) sollte ich an der Basis lt. Plan 4.2V messen. Es liegen aber nur 3V an. Die Spannungen am Kollektor, Emitter, an den folgenden Transistorstufen und der Versorgung sind aber iO. Nun sind in der Mimik um die Basis des betroffenen Transistors aber nur einige C's und R's beteiligt.

Ich habe auch schon festgestellt, daß das Brummen (wenn man den VOL Poti Mittelkontakt mit dem Finger berührt) auch schon ausreicht, um da irgendwas richtig durchzusteuern.

Gruß, Kuni
armin777
Gesperrt
#4 erstellt: 01. Aug 2007, 18:05
@kuni1

Das Relais hat meistens korrodierte bzw. eingebrannte Kontakte.
Reinige das mal, das bringt auf jeden Fall etwas.
Prüfen kannst Du es folgendermaßen: wenn der Fehler auftritt im Betrieb mal etwas am Relais wackeln, der Effekt verschwindet dann meist sofort - aber leider nicht auf Dauer!



Beste Grüße
Armin777
ruesselschorf
Inventar
#5 erstellt: 01. Aug 2007, 18:38
Armin777 hat schon das Wesentliche gesagt. Klopf einfach mal das Relais mit Schraubendrehergriff ab, diese Relais sind zu 90% fehlerträchtig, auch bei neueren Geräten.
Eigentlich von Anfang an eine Fehlkonstruktion, da der Kontakt bei hoher Lautstärke Ströme im 10A Bereich, bei Zimmerlautstärke aber auch winzige Ströme im mikro A Bereich sauber rüberbringen muß.
Den Herstellern wurde mit der Zeit dieses Problem bewußt, man hat spezielle Relais mit Doppelkontakten entwickelt, ein herkömmlicher Kontakt für die hohen Ströme, parallel dazu ein 2. Kontaktsatz, oft mit vergoldeten Kontaktflächen, der etwas später schliest als der 'Grobkontakt' Die beim Ausschalten entstehenden Kontaktfunken, brennen so eher den Grobkontakt ab, das Relais hält etwas länger, aber nach 30 Jahren? Bin sicher keiner der Hifi Entwickler aus den 70ern hätte sich träumen lassen dass sein Werk noch im 3. Jahrtausend jemanden, nämlich uns hier im Forum, noch soviel Freude, na ja manchmal auch etwas Ärger macht!

Gruß, Helmut
armin777
Gesperrt
#6 erstellt: 01. Aug 2007, 19:44

ruesselschorf schrieb:
Bin sicher keiner der Hifi Entwickler aus den 70ern hätte sich träumen lassen dass sein Werk noch im 3. Jahrtausend jemanden, nämlich uns hier im Forum, noch soviel Freude, na ja manchmal auch etwas Ärger macht!
Gruß, Helmut


@ruesselschorf

Hallo Helmut,

selbst nagelneue Geräte Baujahr 2007 haben noch immer diese Relais auf der Endstufenplatine (und damit auch immer noch den gleichen Ärger, bzw. die gleiche Freude)!

Meine Erfahrung: wenn man die Lautstärke beim Ausschalten stets auf "Null" herunterstellt und dann beim nächsten Einschalten diese auch dort beläßt, bis man das gewohnte "Klick" hört und erst jetzt die gewünschte Lautstärke einstellt - dann hält das Relais viele Jahre länger! Es schaltet dann nämlich fast ohne Last, das läßt die Kontakte länger leben.



Beste Grüße
Armin777


[Beitrag von armin777 am 01. Aug 2007, 19:45 bearbeitet]
ruesselschorf
Inventar
#7 erstellt: 01. Aug 2007, 20:51
Armin777:

Meine Erfahrung: wenn man die Lautstärke beim Ausschalten stets auf "Null" herunterstellt und dann beim nächsten Einschalten diese auch dort beläßt, bis man das gewohnte "Klick" hört und erst jetzt die gewünschte Lautstärke einstellt - dann hält das Relais viele Jahre länger! Es schaltet dann nämlich fast ohne Last, das läßt die Kontakte länger leben.

Genau!
Pioneer hat da damals mitgedacht bei den größeren Spec-2 und Spec-4 Amps eine Schaltung eingebaut die erst den Endstufeneingang mutet (kurzschliest) und dann erst das Relais Abschalten läst, beim Einschalten erst Endstufe muten, Relais aktivieren, dann Muting aufheben!

Gruß, Helmut
kuni1
Stammgast
#8 erstellt: 01. Aug 2007, 21:10
Hi,

Ihr seid Helden ...

Nach dem ersten Mail von Helmut hatte ich das Relais mal ausgelötet. An die Kontakte sieht man nicht besonders gut hin, aber ich bin der Meinung, daß die absolut blank sind.


armin777 schrieb:

Reinige das mal, das bringt auf jeden Fall etwas.

Einfach etwas Kontaktspray rein und dann gaaaanz feines Schmirgelpapier durch die Kontakte ziehen, oder geht das noch irgendwie besser ?


ruesselschorf schrieb:

Klopf einfach mal das Relais mit Schraubendrehergriff ab, diese Relais sind zu 90% fehlerträchtig, auch bei neueren Geräten.

Genau das habe ich gerade mal ausprobiert:
Wenn der Fehler vorhanden ist, dann bekomm ich das per klopfen mit dem Schraubenziehergriff nicht weg.
Wenn der Fehler allerdings nicht da ist, dann kann ich ihn durch klopfen "aktivieren".

Das wird's dann wohl sein. Ich bau das morgen nochmal aus und mach's sauber, bzw. besorge mir ein Neues. Das Original ist von Omron, da müßte es ja fast noch Ersatz geben.

Hätte da aber vorerst doch noch die Frage, wie das denn nun zu erklären ist, daß ich den Fehler wegbekomme, wenn ich am LS-Poti etwas aufdrehe. Spratzeln da dann die korrodierten Kontakte (sozusagen) durch, daß der Kontakt besser wird, oder wie kann man das erklären ?

Gruß (Ihr seid echt Klasse ), Kuni
ruesselschorf
Inventar
#9 erstellt: 01. Aug 2007, 22:01
...wenn du die Lausärke erhöhst entsteht eine höhere Spannung an den Relaiskontakten, diese kann die mikrometer dünne Oxydschicht durchbrechen und sorgt so auf Zeit für guten Kontakt an den waidwunden Relaiskontakten.
Übrigens, Akai hat selbst nur Tapedecks gebaut, könnte gut sein dass dein Receiver ein verkappter Pioneer ist, dann sollte es kein Problem sein ein passendes neues Relais zu finden. Mach mal ein Foto vom Relais, normalerweise sind da oft Omron MY-2 oder MY-4 Relais verbaut, da gibt's auf alle Fälle noch Ersatz.

Gruß, Helmut
kuni1
Stammgast
#10 erstellt: 02. Aug 2007, 08:52

ruesselschorf schrieb:

Übrigens, Akai hat selbst nur Tapedecks gebaut, könnte gut sein dass dein Receiver ein verkappter Pioneer ist, dann sollte es kein Problem sein ein passendes neues Relais zu finden.

Jepp. Beim diesem Riesen-Quattro AA-980 ist das ja bekannt, daß es den baugleich auch von Pioneer gab. Bei den anderen AA-9xx liegt das ja dann auch nahe, daß da innen Pioneer Technik drin ist. War mir da zwar nie sicher, aber in den Foren poppt immer mal wieder so was hoch.


ruesselschorf schrieb:

Mach mal ein Foto vom Relais, normalerweise sind da oft Omron MY-2 oder MY-4 Relais verbaut, da gibt's auf alle Fälle noch Ersatz.

Nach der Teileliste des Servicemanuals ist es ein Omron MY-2 (Rest der Bezeichnung weis ich gerade nicht mehr) für 24V.

Meinst Du das ist mit Kontakte säubern wieder in Griff zu bekommen, oder doch ein neues Relais ?

Gruß, Kuni
ruesselschorf
Inventar
#11 erstellt: 02. Aug 2007, 12:36
Bau lieber ein neues Relais ein. Z.B. Finder Industrierelais Typ 55, gibts bei Reichelt. Wahrscheinlich mußt Du noch den passenden Stecksockel mitbestellen damit Du das Steckrelais auf der Platine einlöten kannst.

Gruß, Helmut
kuni1
Stammgast
#12 erstellt: 02. Aug 2007, 14:22
Danke für den Tip mit dem Finder Relais. Bei mir dauert's immer etwas, bis ich genügend Material für eine Bestellung bei Reichelt zusammenbekomme. Ich reinige die Kontakte jetzt erst mal und mach das neue Relais dann nach der nächsten Bestellung rein.

Noch was zur "Abstammung" des Akai Receivers:
Auf den Platinen steht überall Akai drauf. Daß es aber vermutlich Pioneer Technik ist wird ja vielfach gemunkelt. Gibt es denn irgendeine Möglichkeit (z.B. ein typisches Schaltungsdetail o.ä.) um rauszubekommen, mit welchem Pioneer Receiver der AA-930 baugleich ist ?

Würde mich halt mal so interessiren.

Gruß, Kuni
kuni1
Stammgast
#13 erstellt: 04. Aug 2007, 17:51
Kurze Rückmeldung wollte ich Euch geben:
Hab heute das Relais gereinigt. Erst mit etwas Kontakt60 und dann einen Streifen grobe Pappe (als "Schmiergelpapier") durch die Kontakte gezogen. Danach das Relais wieder eingebaut und siehe da: FUNZT 100%

Vielen Dank (wieder mal) an Euch. So ist nun wieder ein Klassiker in quasi Neuzustand und spielt nun hoffentlich auch die nächsten 30 Jahre wieder brav

Gruß, Kuni
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