Stax SRM-323A auf 230V umlöten

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rille2
Inventar
#1 erstellt: 14. Jun 2008, 20:23
Heute habe ich einen SRM-323A von 100V (Japan) auf 230V umgelötet. Da das andere vielleicht auch interessant, hier kurz die Vorgehensweise.

Erstmal das Gerät öffnen. Neben dem Gehäusedeckel muss man die Bodenplatte und die Rückwand abschrauben.

Der Trafo sieht im Orignalzustand so aus:



Wie man sieht, wurden zwei Drähte abgezwickt. Wohl um den Umbau zu erschweren. Zum Glück kann man sie einfach wieder einlöten. Dazu öffnet man den Deckel von dem Plasteteil, wo die Kabel reingehen:



Dort sind Lötstifte. Man zwickt am einfachsten das kurze Stück ganz ab und lötet neue Kabel fest:



Das andere Ende kommt in die entsprechenden Lötstellen auf der Platine, das sind die mit "PPL" und "BLU" gekennzeichneten. Jetzt muss man noch die drei Brücken auf der Platinenunterseite (bei 1, 3 und 6) entfernen und neue Brücken bei 2 und 5 einlöten:



Das wars schon

Die Sicherung sollte man noch austauschen, durch die mehr als doppelt so hohe Spannung fliesst jetzt nur noch der halbe Strom. Original ist eine 1,5A-Sicherung drin, eine mit 0,75A sollte es jetzt sein. Es ist eine US-Feinsicherung (6,3 x 32 mm).

Dann am besten noch ein 230V-Schild über das 100V-Schild auf der Rückseite kleben.


Hier noch zwei Links auf andere Threads, in denen es auch um das Umlöten der Stax-Verstärker geht:
http://www.hifi-forum.de/viewthread-211-106.html
http://www.hifi-foru...=2556&postID=127#127
Jürgen_B
Stammgast
#2 erstellt: 15. Jun 2008, 16:27
Danke für die ausführliche Beschreibung. Ich hatte auch schon mal überlegt meinen SRM-323A auf 230V umlöten zu lassen, werde ihn aber doch mit dem Transformer weiter betreiben.

Was hälst Du von versicherungstechnischen Problemen, wenn durch dieses Gerät mal etwas in Abwesenheit passieren sollte. In der aktuellen c't steht etwas dazu:
http://www.hifi-foru...ead=10251&postID=5#5
seehee2k
Stammgast
#3 erstellt: 15. Jun 2008, 16:37

Jürgen_B schrieb:

Was hälst Du von versicherungstechnischen Problemen, wenn durch dieses Gerät mal etwas in Abwesenheit passieren sollte. In der aktuellen c't steht etwas dazu:
http://www.hifi-foru...ead=10251&postID=5#5


Ist das nicht allgemein bei Importen ohne CE-Siegel problematisch?
rille2
Inventar
#4 erstellt: 15. Jun 2008, 17:32
Der Verstärker ist wenigstens geerdet, was nicht bei allen japanischen Geräten der Fall ist. Wenn jemand Bedenken hat, sollte er das Gerät bei einem örtlichen Elektromeister vorstellen und auf Einhaltung der gesetzlichen (deutschen) Vorschriften prüfen lassen.
Matzio
Inventar
#5 erstellt: 15. Jun 2008, 17:40
Wie verhält es sich bei Anschluss des Verstärkers an einen kleinen Stepdown-Trafo, der nur einen zweipoligen Kleingeräteanschluss zur Verfügung stellt? Und im Übrigen ebenfalls kein CE-Zeichen trägt?
rille2
Inventar
#6 erstellt: 15. Jun 2008, 19:00
Geerdet ist das dann natürlich nicht. Sind die Geräte in Japan ja sowieso nicht, da gibt es sowas bei der Hausinstallation nicht. Du solltest dir also nicht allzuviele Sorgen machen
Matzio
Inventar
#7 erstellt: 15. Jun 2008, 19:17
Na dann.....

Mir war schon aufgefallen, dass sowohl die Netzbuchse des 007tA als auch das originale Netzkabel nur über 2 Pole verfügen.

Wenn das dort i. Ggs. zu Europa Standard ist, dann dürften Japan-Amps ja ohne umfangreiche Umbaumassnahmen (also weit mehr als 3 Kabel umzulöten) und "Einzelabnahme" ja niemals eine Freigabe nach VDE o. ä. erhalten.....?

Wofür genau ist denn eigentlich der Erdungsanschluss bei einigen Staxen? Nur für Probleme mit Brumm?

Grüße,
Matzio
rille2
Inventar
#8 erstellt: 15. Jun 2008, 19:50

Matzio schrieb:
Wofür genau ist denn eigentlich der Erdungsanschluss bei einigen Staxen? Nur für Probleme mit Brumm?


Wahrscheinlich. Er ist aber beim SRM-323A neben der Masse aber auch mit dem Schutzleiter an der Netzbuchse verbunden.


[Beitrag von rille2 am 15. Jun 2008, 19:51 bearbeitet]
Jürgen_B
Stammgast
#9 erstellt: 16. Jun 2008, 06:51

seehee2k schrieb:
Ist das nicht allgemein bei Importen ohne CE-Siegel problematisch?


Ein vor Jahren importierter KHV CEC HD53 hatte das CE-Zeichen und der hatte nach dem Umbau auf 230V auch eine CE-Prüfung in der Werkstatt durchlaufen.

Aber wie rille2 schon geschrieben hat wird von Stax durch mehrere Massnahmen versucht den Umbau zu erschweren.
Chrisk7
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 25. Feb 2009, 00:41
Der Thread ist zwar schon älter, aber mich würde interessieren, ob es auch klangliche Unterschiede durch die Spannungsanpassung (110 auf 230 Volt) gibt. Ein Stepdown-Transformator könnte ja unliebsame Komponenten (z.B. DC-Anteile) im Strom "herausfiltern". Ausserdem trägt er zur Spannungsstabilisierung bei. Irgendwelche Erfahrungen, ob der Preamp mit 110V anders klingt als nach der Mod auf 230V?

Gruß
Christian
rille2
Inventar
#11 erstellt: 25. Feb 2009, 09:27
Ich habe nichts gemerkt aber auch nicht besonders darauf geachtet. Der Step-Down-Wandler stabilisiert aber eher auch nicht. Die Netzspannung schwankt ja eher nicht so sehr Als Netzfilter könnte er aber wirken, d.h. kurze Überspannungen u.a. ausfiltern. Da die Step-Down-Wandler meist keine Trafos sondern eben Wandler mit einer Technik wie bei Schaltnetzteilen sind, könnte man da aber auch zusätzliche Störungen bekommen.
Chrisk7
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 26. Feb 2009, 22:05
super! Danke für die flinke Antwort. Ich werde mich am Wochenende mal mit meinem Stax auseinandersetzen und umlöten. Die Anleitung ist wirklich hilfreich.
Chrisk7
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 28. Mrz 2009, 08:23
wenn jemand Interesse hat: Ich habe nun einen CT-300 Step Down Transformer (110 V und 100 V auf 230 V) mit 300 Watt abzugeben!
Hardy2
Neuling
#14 erstellt: 25. Apr 2009, 10:40
Hilfe!
Nachdem das mit dem Umlöten so einfach klang und ich auch bei einem Laden in der Nähe gefragt habe, ob die das hinbekommen, habe ich mir auch den SRM-323A aus Japan bestellt.
Nun hat mich der Typ heute angerufen und gesagt, dass das mit dem Umlöten zwar kein Problem war, allerdings nun kein Saft aus dem Trafo kommt. D.h. 230 Volt gehen rein, aber nix kommt raus. Wat nu???? Wer hat eine Idee oder kann mir weiter helfen????
rille2
Inventar
#15 erstellt: 25. Apr 2009, 12:25
Dann hat er bestimmt was falsch gemacht. Die Brücken müssen ja auch korrekt gesetzt sein. Er soll doch einfach mal messen, ob er über die Anschlüsse, wo die 230V reingehen, einen Widerstand messen kann. Wenn nicht, sind die Brücken falsch.
Hardy2
Neuling
#16 erstellt: 25. Apr 2009, 12:38
Vielen Dank - da werde ich dann gleich mal nachfragen. . .
Hardy2
Neuling
#17 erstellt: 25. Apr 2009, 12:46
So, per Telefon meinte er, dass die Anleitung eigentlich so gut sei, dass man da kaum etwas falsch machen könne - aber er misst jetzt mal nach. Mehr höre ich aber dann wohl erst kommende Woche.
Gibt es vielleicht irgendwo einen Schaltplan des 323A? Das würde ihm noch helfen, meint er. . .
rille2
Inventar
#18 erstellt: 25. Apr 2009, 13:01

Hardy2 schrieb:
Gibt es vielleicht irgendwo einen Schaltplan des 323A? Das würde ihm noch helfen, meint er. . .

Leider nein.
Hardy2
Neuling
#19 erstellt: 25. Apr 2009, 13:05
Schade, aber noch mal danke für die schnellen Antworten!
Hardy2
Neuling
#20 erstellt: 06. Mai 2009, 17:31
Hallo rille2 oder wer immer mir weiter helfen kann:

Meinen 323A habe ich nun zurück - aber er gibt keinen Muks von sich. Die Brücken scheinen tatsächlich falsch gesetzt zu sein - der Bastler aus dem Laden traut sich jetzt aber nicht mehr ran. . .

Ich wäre sehr froh, wenn ich das Gerät an jemanden schicken könnte, der sich damit auskennt und sich das mal anschaut.

Also, bitte melden, wer sich das zutraut - ich erwarte auch nicht, dass das für umme passiert. . .
moman
Inventar
#21 erstellt: 06. Mai 2009, 21:58
Ich werde mir das mit meinem STAX aus Japan nochmal überlegen^^
Hardy2
Neuling
#22 erstellt: 07. Mai 2009, 04:39
Hallo Moman,

kann ich verstehen - vielleicht habe ich aber auch nur Pech mit meinem "Lötexperten" gehabt. Wenn ich weiss, was jetzt eigentlich los war, schreibe ich es ins Forum. . .
rille2
Inventar
#23 erstellt: 07. Mai 2009, 06:18

Hardy2 schrieb:
Ich wäre sehr froh, wenn ich das Gerät an jemanden schicken könnte, der sich damit auskennt und sich das mal anschaut.

Also, bitte melden, wer sich das zutraut - ich erwarte auch nicht, dass das für umme passiert. . .

Ich kann ihn mir mal anschauen. Schick mir doch mal eine Mail oder PM.
moman
Inventar
#24 erstellt: 07. Mai 2009, 11:46

Hardy2 schrieb:
Hallo Moman,

kann ich verstehen - vielleicht habe ich aber auch nur Pech mit meinem "Lötexperten" gehabt. Wenn ich weiss, was jetzt eigentlich los war, schreibe ich es ins Forum. . .


Ich glaub, ich unterstütze Christoph

Oder klappt das mit dem Churi CSW60W auch gut?


[Beitrag von moman am 07. Mai 2009, 11:55 bearbeitet]
heidegeistlicher
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 28. Jun 2009, 18:30
Nur ein kleiner Einwurf an rille2: Vielen herzlichen Dank für Deine Anleitung. Ich habe gerade erfolgreich meinen japanischen SRM-323A von seiner Fehlspannung befreit.
Chrisk7
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 12. Nov 2009, 16:29
nur der Vollständigkeit möchte ich darauf hinweisen, dass das Umlöten laut Anleitung problemlos funktioniert hat. Vielen Dank für die Hilfe.

Chris
rille2
Inventar
#27 erstellt: 12. Nov 2009, 18:21
Bitte Schön, wenn die Anleitung auch genutzt wird.
heidegeistlicher
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 25. Jan 2010, 22:32
Allerdings habe ich den Eindruck, dass da ordentlich Spannung am Signal anliegt. Wenn ich im laufenden Betrieb die Chinch-Stecker umstecke und an die Kontakte komme elektrisiere ich mich leicht. Nicht dramatisch, aber länger anfassen möchte ich da lieber nicht.

Ich kann da momentan nicht korrekt messen, aber habt Ihr ähnliche Beobachtungen machen können?
rille2
Inventar
#29 erstellt: 26. Jan 2010, 09:04
Miss doch erstmal nach. Vielleicht ist es auch nur eine elektrostatische Aufladung. Vom Verstärker selbst dürfte keine Spannung kommen.
heidegeistlicher
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 26. Jan 2010, 09:16
Jetzt habe ich mal mein 08/15 Multimeter herausgekramt und an den Anschlüssen gemessen. Tatsächlich nichts Auffälliges dabei. Verwundert mich. Ich messe ein paar Millivolt DC und 3V AC. Zudem tritt der Elektrisierer gerade nicht mehr auf. Hmm. Ich muss mir wohl mal mehr Zeit nehmen. Werde dann berichten.

Aber klingen tut's ja prima.
Chrisk7
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 26. Jan 2010, 17:13
... vielleicht hast Du Dich ja über den Teppich elektrostatisch aufgeladen...
heidegeistlicher
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 26. Jan 2010, 17:26
Neenee. Das wäre anders. Das würde sich doch sicher irgendwo entladen.
Julez_J
Schaut ab und zu mal vorbei
#33 erstellt: 19. Mrz 2013, 12:12
Hallo rille2,

Ich wollte nur Danke für diese wunderbare Anleitung sagen!!
Hat bei mir einwandfrei funktioniert und läuft jetzt bestens ohne hörbare Unterschiede zum Step-Down Trafo!
BurtonCHell
Inventar
#34 erstellt: 28. Jul 2015, 21:14
Hi,

ist das Ganze auf den SRM-323S übertragbar oder wurde das noch weiter erschwert? Hat das vielleicht schon wer praktiziert?
peterb123
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 29. Jul 2015, 08:10

BurtonCHell (Beitrag #34) schrieb:
Hi,

ist das Ganze auf den SRM-323S übertragbar oder wurde das noch weiter erschwert? Hat das vielleicht schon wer praktiziert?


Bei meinem dieses Jahr gelieferten 323S sind die benötigten Kabel an dem weissen Stecker nicht vorhanden bzw. zu kurz abgeschnitten...

Gruß
Peter
ZeeeM
Inventar
#36 erstellt: 29. Jul 2015, 08:24
Hier ist der Schaltplan der 323S
http://gilmore.chem.northwestern.edu/srm323s.pdf

Das Problem ist wohl .. .kommt man an die abgenipsten Anschlüsse
BurtonCHell
Inventar
#37 erstellt: 29. Jul 2015, 11:28
Danke Euch.

Anscheinend hat Stax wohl endgültig den Riegel zum 230V-Umbau vorgeschoben.

Falls es doch einen findigen und erfolgreichen Bastler zum SRM-323S-Umbau gibt, so möge er sich stellen ...
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