FAQ - Unbedingt lesen

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Peer
Inventar
#1 erstellt: 10. Mrz 2007, 00:46


[Beitrag von m00hk00h am 27. Sep 2008, 21:43 bearbeitet]
Peer
Inventar
#2 erstellt: 10. Mrz 2007, 01:01
1. Was bringt ein KHV, wann ist er notwendig?

Ganz generell ist ein Kopfhörerverstärker nur dann notwendig, wenn sich an der gewünschten Quelle keine Klinke findet

Für die meisten hochwertigen Kopfhörer wird trotzdem ein Kopfhörerverstärker empfohlen, wieso?
Zur Beantwortung dieser Frage sollte man sich die heutigen Lautsprecher-Vollverstärker einmal ansehen. Der Kopfhöreranschluss hat zumeist keine eigene Verstärkerschaltung der Quelle, sondern hängt nur mit Widerständen an der Endstufen für die Lautsprecher. Dass das suboptimal klingt, liegt daran, dass die Endstufen der großen Verstärker auf große Lasten ausgelegt sind. Diese Widerstände verursachen in Kombination mit der nicht-linearen Impedanz eines Kopfhörer (siehe: Einfluss des Dämpfungsfaktors) eine Frequenzgangsverzerrung und damit eine Verfärbung des Klangs.

Dazu kommen eine Reihe weiterer, kleiner Details, die den Klang verbessern können, die aber auch durchaus strittig sind.
In der Regel muss ein vernünftiger KHV kein Vermögen kosten, um eine deutlicher Klangsteigerung zu erreichen.

Pauschal:
Ein KHV kann den Klang hochwertiger Kopfhörer teils deutlich bessern.

Hier eine Übersicht der uns bekannten Kopfhörerverstärker.


[Beitrag von m00hk00h am 24. Aug 2008, 16:57 bearbeitet]
Peer
Inventar
#3 erstellt: 10. Mrz 2007, 01:26
2. Was ist er Unterschied zwischen offener und geschlossener Bauweise?

In der Standardklasse gibt grundsätzlich 2 (mittlerweile 3) verschiedene Bauarten von Kopfhörern


Offene Kopfhörer:
Bei einem offenen Modell ist die Abdeckung der Hörmuscheln perforiert (gelöchert).

Pro: Der optimale Raum für die Musikwiedergabe ist der nicht vorhandene, also unendliche. Die offenen Kopfhörer klingen in der Theorie also luftiger bzw. zeichnen feiner.
Contra: Bei einem offenen Kopfhörer existiert keine Geräuschisolierung. Störgeräusche von Außen dringen zumeist 1:1 ans Ohr; die wiedergegebene Musik breitet sich im Raum aus, kann also von jedem gehört werden.


Geschlossene Kopfhörer:
Bei einem geschlossenen Kopfhörer ist die Abdeckung der Hörmuscheln geschlossen.

Pro: Es existiert eine Isolierung nach Außen. Geschlossene Kopfhörer bauen zumeist mehr Druck im Bassbereich auf. Ein Geschlossener ist also unverzichtbar, wenn
-Entweder Dritte in der Umgebung nicht gestört werden sollen
-Man in lauter Umgebung hören will.
Contra: Kopfhörer dieser Bauart sind aufgrund des Reflexionsschalles und diverser anderer Faktoren schwieriger zu konzipieren und in den meisten Fällen in der selben Preisklasse ihren offenen Kollegen unterlegen.

Halboffene Kopfhörer:
Halboffene Kopfhörer sind eher offene Kopfhörer, die nur wenige oder stark gedämmte Löcher in den Hörmuschabdeckungen haben.

Eine Pauschalisierung der Vor- und Nachteile ist nicht möglich, das sich die Eigenschaften von Modell zu Modell stark unterscheiden.
Z.B. isoliert ein DT880 kaum, er ist eher offen, während ein K530 die Umgebung schon ziemliche leise macht.
Welche Vor- und Nachteile ein eher offenes oder geschlossenen System haben, ist oben nachzulesen.


[Beitrag von m00hk00h am 24. Aug 2008, 17:02 bearbeitet]
Peer
Inventar
#4 erstellt: 10. Mrz 2007, 02:05
3. Wie läuft eine Bestellung bei Earphonesolution oder Bluetin ab, was muss ich beachten?

Die meisten in Deutschland unbekannten Kopfhörer müssen importiert werden, die von uns empfohlenen Anbieter sind vielfach frequentiert und daher vertrauenswürdig

http://www.Earphonesolutions.com
Earphonsolutions bietet fast alle top InEars und hat gute Preise. ES ist autorisierter Händler der angebotenen Kopfhörer, die Garantieabwicklung erfolgt also meistens problemlos. Bei ES lässt sich folgendermaßen bezahlen:
1. Paypal. Das ist am einfachsten und wird wohl auch am einfachsten ablaufen
2. Kreditkarte. Auch hier ist die Methode simpel, die Daten werden eingegeben und das Geld sofort abgebucht
3. Schecksendung. Man kann per Brief einen Scheck an ES senden. Die einzigen Kosten dabei ist die Sendung an sich, die Methode gilt als sicher.

http://www.bluetin.com
Bei Bluetin wurde bereits vielfach bestellt, der Shop ist also absolut vertrauenswüdig. Zudem findet sich mit dem User m00hk00h ein ehermaliger Vertreter dieses Shops im Forum.
Zahlungsmethoden:
1. Am Sichersten: Bezahlung an den europäischen Mitarbeiter via EU-Überweisung. Er leitet das Geld an Bluetin weiter.
2. paypal. Sicher, aber teuer (6,4% des Warenwertes).

http://www.audiocubes.com
Auch bei Audiocubes wurde durch uns schon mehrfach bestellt. Die Erfahrungen waren gut, auch wenn der Shop nicht so oft getestet wurde wie ES oder Bluetin. Zahlungsmethoden:
1. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express via Verisign)
2. Paypal

Wichtig:
Wenn im Ausland bestellt wird, fällt meistens Zoll an. Informationen zum Zoll finden sich hier sowie auf www.zoll.de.


[Beitrag von m00hk00h am 08. Jan 2010, 14:28 bearbeitet]
Peer
Inventar
#5 erstellt: 10. Mrz 2007, 03:19
4. Wo bekomme ich KH-Verlängerungen her, was muss ich beachten?

Im Allgemeinen sollte man bei Kopfhörerkabelverlängerungen auf massive Stecker achten. Als Garant für Qualität hat sich hier Neutrik bewährt.



Den Klang beeinflussen die Kabel nicht sonderlich. So ist es weitestgehend unerheblich, WELCHE dieser Verlängerungen gekauft wird.
Einige ordentliche Verlängerungen sind hier zu finden:

http://www.dienadel.de/
Die Nadel hat hochwertige Verlängerungen, auch wenn diese teilweise sehr teuer sind.

https://www.rockshop...036567&caller=direkt
Stabiles Kabel, Neutrik Stecker

http://www.thomann.de/de/the_sssnake_pfp2050.htm
Stabiles Kabel mit ordentlichen Steckern.

http://www.dj-laden....kel.asp?aid=14006504
Geringeltes Kabel mit guten Steckern.
Peer
Inventar
#6 erstellt: 10. Mrz 2007, 03:32
5. Warum bekomme ich grundsätzlich keine Grados aus den USA?

Grado hat ein Exportverbot verhängt. Kein Händler darf Grados aus den USA versenden!



Dieses Exportverbot soll die hohen Preise der europäischen Händler halten. Grados kann man gebraucht auf eBay kaufen, andere Quellen (neben den offiziellen Händlern wie http://www.phonophono.de ) sind uns derzeit nicht bekannt.

Als hochwertige Alternative kann bedenkenlos zu den, etwas neutraler abgestimmten, Kopfhörern von Alessandro greifen! Die Kopfhörer Alessandro´s kommen direkt von Grado.
Achtung! Teilweise mörderische Wartezeiten


[Beitrag von Peer am 10. Mrz 2007, 20:34 bearbeitet]
Peer
Inventar
#7 erstellt: 10. Mrz 2007, 03:39
6. Was für eine Soundkarte kann ich für meinen PC verwenden?

Der PC braucht ein möglichst Störungsfreies Audio-Interface



In diesem Thread werden anständige Soundkarten und Audio-Interfaces empfohlen.
Peer
Inventar
#8 erstellt: 10. Mrz 2007, 20:10
7. Warum sind günstige 5.1 Kopfhörer absolut nicht zu empfehlen?

Räumliches Hören entsteht durch Lautstärke-, Laufzeit-, Gruppenlaufzeit- und Phasenunterschiede zwischen den Ohren, sowie der Klangfärbung durch die persönliche kopfbezogene Transferfunktion.
Zu dem Thema sei Wikipediaempfohlen.

In Kurzform:
Normale Schallwellen erreichen unsere Ohren nicht gleichzeitig.
Angenommen wir stehen an einer Straße. Ein Auto kommt von rechts heran gefahren. Die ausgelöste Schallwelle als erstes das rechte Ohr, dann das Linke. Das Gehirn errechnet sich u.a. aus dem Lautstärke- und Lauftzeitunterschied die Position des Autos. Der PKW fährt auf der Straße weiter. Sobald er genau vor uns steht, erreichen die Schallwellen das Ohr zum ersten mal gleichzeitig. Wo ortet das Gehirn wohl das Auto? In der Theorie müsst es uns vorkommen, als wäre die Schallquelle "überall", es spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle (Amplituden, Phasenverschiebungen, Reflexionen im Ohr etc.).

Das Problem bei Kopfhörer mit mehreren Schallerzeugern pro Hörmuschel liegt also darin, dass der Schall von einer Seite nicht auch das gegenüberliegende Ohr erreicht.
Dieser Effekt müsste simuliert werden, ein entsprechender Prozessor ist aber bei den meisten 5.1-Hörer nicht vorhanden.

Wenn ein Kopfhörer für räumliches Hören dringend benötigt wird, raten "wir" zu einem klassischen Stereohörer in Kombination mit einem HRTF-Prozessor (Nach IVA, Dolby Headphone, CMSS3d etc.). Wir haben ja auch nur zwei Ohren, also warum sollten mehr als zwei Lautsprecher nötig sein, um räumlich zu hören?

Mit einer billigen Soundkarte, die Surround Simulationen unterstützt (bspw.: Creative X-Fi) gibt mit einem Stereokopfhörer deutlich besseren Surroundsound als ein billiger 5.1 Kopfhörer aus. Bei PC-Spielen können sogar Höheninformationen verabeitet werden, die nicht mal ein klassisches 5.1-System mit seinen 6 Lautsprechern wiedergeben könnte! Neue System mit Headtracking stellen die nächste Evolutionsstufe dar.

Im Zweifel also auf klassisches Stereo setzen und einen Prozessor davor!


[Beitrag von m00hk00h am 24. Aug 2008, 17:19 bearbeitet]
Peer
Inventar
#9 erstellt: 10. Mrz 2007, 21:05
8. Was ist Crossfeed?

Grundsätzlich: Crossfeed ist eine Angleichung der beiden Stereokanäle


Wie wir wissen, erreicht bei einem Kopfhörer das rechte Signal nie das linke Ohr. Das Hören ist also "unrealistisch", es ensteht die so genannte Im-Kopf Lokalisation. Crossfeed gleicht nun also die Kanäle aneinander an. Je besser die Schaltung um das Crossfeed, desto realistischer ist die Verzögerung, mit der das Signal der einen Seite bei der anderen ankommt. Generell entspannt Crossfeed, natürlich variabel je nach Stärke und Art, die Musik.


Theoretisch verbessert Crossfeed die räumliche Wiedergabe, praktisch muss man es gehört haben, um den Effekt beurteilen zu können!


[Beitrag von m00hk00h am 24. Aug 2008, 16:52 bearbeitet]
Peer
Inventar
#10 erstellt: 10. Mrz 2007, 21:43
9. Wie sind technische Daten von Kopfhörern zu beurteilen?

Die technischen Daten und die Produktbeschreibungen der Hersteller sagen nichts über den Klang eines Kopfhörers aus und sind das Letzte, was bei einem Kauf in Betrachtung gezogen werden sollte.

Wieso also zählen die technischen Daten eines Kopfhörers nicht zu den ersten Dingen, die man beachten sollte? Zur Beantwortung dieser Frage nehmen wir ein Beispiel, nämlich den Kopfhörer beyerdynamic DT880.

Übertragungsbereich 5 - 35.000 Hz
Nennimpedanz 250 Ω
Kennschalldruckpegel 96 dB
Klirrfaktor 0,2%
Nennbelastbarkeit 100 mW


Zum Übertragungsbereich:
5-35000 HZ sollen es also sein. Diese Angaben sind meist aus der Marketingabteilung und haben wenig mit der Realität zu tun. Davon abgesehen sind diese Zahlen
a) Ziemlicher Unfug, denn bei einem Testton auf 5Hz sagt mein DT880 nichts, die Membran bewegt sich kein Stück
b) Irrelevant. Bässe auf 5Hz kann kein Mensch hören, sie sind auch auf keiner Aufnahme vorhanden. Gleiches gilt für die 35000HZ, die kann Niemand hören.
c) Ohne Angabe der Grenzfrequenz (z.B. -3dB-Punkt) nutzlos, weil sie keinerlei Information beinhalten: was nutzt es, die 5Hz wiedergeben können, wenn dieser Ton von höherfrequenten Tönen überdeckt wird, weil er 100mal leiser ist?

Dazu kommt, dass jeder Hersteller diese Zahlen anders misst (oder eben erfindet). Man kann also anhand des Übertragungsbereiches absolut nichts über die Eigenschaften eines Kopfhörers aussagen! Relevant wäre hier der Amplitudenfrequenzgang, der aber a) sehr verwirrend für unerfahrene Nutzer ist und b) nicht so werbewirksam wie die sehr großen (bzw. kleinen) Zahlen des Übertragungsbereichs sind.

Zur Nennimpedanz:
Eine der wichtigeren Angaben. Je höher der Wert desto leichter ist es für das gewählte Quellgerät, Spannung aufzubauen. Gleichzeitig ist dies wirksame Spannung bei Kopfhörern mit hoher Impedanz geringer, daher sind diese meist leiser als niederohmige Vertreter. Für Details bitte den FAQ Eintrag (10) lesen.

Zum Kennschalldruckpegel:
Dies ist ein vergleichsweise wichtiger Wert. Über den Klang kann auch er uns nichts verraten, die erreichte Endlautstärke des Kopfhörers ließe sich anhand des db Wertes jedoch theoretisch ausrechnen. Für Details bitte den FAQ Eintrag (10) lesen.
Generell gilt: je höher der Wert, desto höher die Lautstärke bei gleicher Spannung bzw. Leistung. Unbedingt die Einheit beachten!

Zum Klirrfaktor:
Der Klirrfaktor ist an sich ein wichtiger Wert. Er stellt dar, wie hoch die nicht erwünschte Verzerrung des Signals durch nicht lineare Bauteile ist. Sehen wir uns jedoch den Wert an (0,2%), läutet es wohl ein, dass diese Verzerrung durch den Menschen nicht hörbar ist. Gleiches gilt alle Kopfhörer, der Wert des Klirrfaktors ist demnach zu vernachlässigen.

Zur Nennbelastbarkeit:
Die Nennbelastbarkeit sagt aus, wie hoch man einen Schallwandler elektrisch belasten kann, ohne dass er Schaden nimmt. So weit man den Kopfhörer nicht als Lautsprecher verwenden will, ist auch dieser Wert völlig irrelevant. Das menschliche Ohr gibt bei einem modernen Kopfhörer weit vor Erreichen dieses Grenzwertes nach und nimmt Schaden bzw. schmerzt.


[Beitrag von m00hk00h am 08. Jan 2010, 14:33 bearbeitet]
Peer
Inventar
#11 erstellt: 10. Mrz 2007, 23:04
10. Was bedeuten Schalldruck und Impedanz, wie hängen diese zusammen und was sagen sie über den Kopfhörer aus?

Schalldruck und Impedanz sind technische Daten des Kopfhörers, die nichts über seinen Klang, wohl aber über die Lautstärke und die zu verwendende Quelle aussagen


Die Impedanz:
Zur Klärung dieser Frage muss im Groben klar sein, wie ein Kopfhörer (oder auch ein Lautsprecher) funktioniert.

Die Signale gelangen aus der Quelle an die Spule, die auf der Membran sitzt. Fließt Strom durch die Spule, "reagiert" sie mit dem Magneten. Dieser ist das äußerste Bauteil des Kopfhörers. Bei jedem Stromimpuls auf die Spule erfolgt also eine Bewegung der Membran. So entstehen die Töne.
Die Spule hat natürlich einen elektrischen Widerstand. Weil ein elektrischer Widerstand bei Wechselstrom zu einem komplexen Wechselstromwiderstand wird, heißt der Widerstand in diesem Fall Impedanz.
Das würde ich noch ein wenig anders formulieren:


Nun könnte man meinen, möglichst kleine Impedanzen seien optimal, allerdings:

  1. Kleine Impedanzen bedingen bei gleicher aufgenommener Leistung höhere Ausgangsströme (und damit ggf. Mehraufwand beim Verstärker), Übernahmeverzerrungen bei kleinen Pegeln sind eher hörbar.
  2. Treiber (das sind die Schallwandlereinheiten) mit kleiner Nennimpedanz reagieren oft sehr empfindlich auf einen nennenswert großen verstärkerseitigen Ausgangswiderstand, was sich in einem meist wärmeren, baßlastigeren Klang und verminderter Präzision im Baßbereich äußert (KH-Treiber haben typischerweise im Bereich um 100 Hz eine Resonanz, die sich in einem deutlichen Buckel im Impedanzverlauf niederschlägt, wobei die Extreme dort von "bretteben" - DT231 - bis "maximaler Betrag = 5-faches der Nennimpedanz" - HD595 50 Ohm - reichen). Bei sehr wenigen Modellen ist das sogar explizit berücksichtigt. Siehe hier.
  3. Kondensatorgekoppelte Ausgänge mit kleinen Ausgangswiderständen und zu kleinen Koppelkondensatoren, zu finden oft bei Onboardsound oder tragbaren Audiogeräten, können zu einem deutlichen Abfall des Frequenzgangs im Baßbereich führen, da sie mit dem Kopfhörer einen Hochpass bilden.
  4. Niederohmige und sehr empfindliche Hörer machen leicht Hintergrundrauschen von Verstärkern hörbar.
  5. Niederohmige, technisch gute Treiber mit niedriger Impedanz sind schwerer herzustellen und bedingen engere Toleranzen. Macht man den Draht der Schwingspule dicker, werden Membran und Schwingspule schwerer, was die Reproduktion hoher Frequenzen beeinträchtigt. Werden dagegen weniger Windungen für die Schwingspule verwendet, hat der Treiber weniger "Power" und die Empfindlichkeit sinkt. Gegensteuern ist durch Verkleinern des Luftspalts möglich, was zu engeren Toleranzen führt; eine Vergrößerung des Magneten ist nicht immer möglich.



Der Schalldruck:

Der Kennschalldruck nach DIN wird bei 1 kHz bezogen auf 1 mW Eingangsleistung per Kanal ermittelt und in dB SPL angegeben. Es handelt sich dabei im Prinzip um eine Art Wirkungsgrad. "Wirkungsrad" wird es nicht genannt, weil dieser erschreckend gering ist, meist wird deutlich unter 10% der zugeführten Leistung in Schall umgesetzt. Die höheren Zahlen des Kennschalldrucks sind natürlich weit werbetauglicher.
Auch üblich ist eine Angabe der Empfindlichkeit nach IEC bezogen auf 1Vrms Eingangspegel, sie ergibt i.d.R. die größeren Werte und ist bei Quellen mit kleiner Ausgangsimpedanz auch praxisrelevanter. Dieser Wert kann auch hochgerechnet sein.

Faustregel:
Für portable Quellen mit kleinen Betriebsspannungen und Ausgangspegeln Hörer mit kleiner (<= 50 Ohm) und mittlerer (<=150 Ohm) Nennimpedanz sowie hohem Wirkungsgrad (<95dB, egal ob dB/mW oder dB/V) wählen.
Für zu Hause an netzbetriebenen Geräten mit vergleichsweise hohen Betriebsspannungen sollten dagegen Hörer mit mittlerer und hoher Impedanz vorgezogen werden.

Der Zusammenhang:
Da die Nennimpedanz im Regelfall ebenfalls bei 1 kHz angegeben ist, ist eine Umrechnung einfach:

[dB SPL / IEC] = [dB SPL / DIN] + 10*log10(P_in(1Vrms)/1mW)
_              = [dB SPL / DIN] + 10*log10(1000/(Z_n/Ohm))

Z_n ist hierbei die Nennimpedanz in Ohm.

Die Auswirkung eines Ausgangswiderstandes kann somit ebenfalls leicht berücksichtigt werden.

Head-Fi-Mitglied j-curve hat hierzu mal ein nettes Spreadsheet mit Einträgen für viele gängige Kopfhörer geschrieben - hier eine aktualisierte Version im OpenDocument-Format.

Text: audiophilanthrop


[Beitrag von m00hk00h am 08. Jan 2010, 14:41 bearbeitet]
Peer
Inventar
#12 erstellt: 22. Mrz 2007, 02:25
11. Im Forum fallen des Öfteren Begriffe wie Räumlichkeit bzw. Schnelligkeit. Was bedeuten sie?

Im Allgemeinen sind diese Begriffe Hilfen um den Klang eines Kopfhörers sinnvoll beschreiben zu können.



Räumlichkeit:
Die Fähigkeit eines Kopfhörers Aufnahmen räumlich wiederzugeben ist eine wichtige Eigenschaft. Die Räumlichkeit beschreibt den Raum, den der Kopfhörer auf die Aufnahme "simuliert".


Die Vorstellung dieses Raumes kommt in unserem Fall von den Lautsprechern, die bei einer Stereoaufnahme durchaus in der Lage sind, ganze Konzerte fast originalgetreu mit jedem Instrument an seinem angestammten Platz wiederzugeben. Bei Kopfhörern besteht das Problem, dass die Schallquellen zu nah am Ohr sind. Deswegen ist der Raum, den zu erzeugen sie in der Lage sind, allgemein kleiner als bei Lautsprechern. Man spricht hier auch von der sog. Im-Kopf-Lokalisation, also der Vorstellung, dass sich die Musik zwischen den Ohren abspielt (es handelt sich um ein Problem, dass vor Allem bei InEars auftritt).Die Hersteller verwenden verschiedenste Techniken, um die Wiedergabe zu "Fächern". Das bedeutet so viel, wie sie auseinander zu ziehen, so dass sich einzelne Dinge leichter heraushören lassen.

Manchmal werden bei Berichten zu Kopfhörern sogar Größenangaben zur Räumlichkeit gemacht (z.B.: 50x50 CM). Hierbei handelt es sich um eine Schätzung. Sie soll die Größe des Raumes beschreiben, den das Gehirn beim Hören mit dem entsprechenden Kopfhörer zu registrieren glaubt. Ein anderes Wort für diesen Raum ist "Klangbühne".

Es gibt Kopfhörer, die eine sehr gute Räumlichkeit inne haben (bspw: AKG K701).


Schnelligkeit:
Wenn ein Kommentar zur Schnelligkeit eines Kopfhörers abgegeben wird, ist die Rede zumeist vom Bass. Genauer gesagt, wie schnell der Kopfhörer die ankommenden Signale verarbeitet.


Ist ein Kopfhörer als "langsam" definiert, so heißt dies noch lange nicht, dass ein Einsteiger in diesem Bereich auch tatsächlich nach einer Hörprobe sagen würde, etwas wäre ihm langsam vorgekommen. Schnell oder langsam sind sehr relative Begriffe. Im Folgenden soll etwas aufgedröselt werden, wo die eigentlichen Unterschiede liegen.

Gesetz also dem Fall, dem Kopfhörer ist Langsamkeit attestiert worden. Die Aufnahme sagt: Bei Takt 1 setzt eine Geige ein, bei Takt 2 die drumms (was nichts anderes als Schlagzeug bedeutet). Die Geige spielt relativ hoch, das Schlagzeug lassen wir in diesem Fall tiefer spielen. Die Geige spielt also die "Höhen" und das Schlagzeug einen "Kickbass" (die Erklärungen dieser beiden Begriffe folgen etwas weiter unten in diesem Abschnitt).
Der langsame Kopfhörer spielt aller Voraussicht nach die Geige sauber bis Takt 2. Wichtig: die Geige spielt weiter! Der plötzliche Kickbasseinsatz überfordert unseren langsamen Kollegen. Statt sauberen Schlägen hört man lang gezogene Basssequenzen. Ein Einsteiger, wie eingangs erwähnt, diesen Umstand als nicht sonderlich gravierend einstufen. Die Meisten günstigen Lautsprecher (und auch einige der gehobenen Preisklassen) geben die Musik schließlich ganz genau so wieder.
Was einem Hörer mit ein klein wenig Erfahrung allerdings sofort auffällt: Die Geige leidet! Der Kopfhörer ist ein EIN WEGE SYSTEM, er hat keine Möglichkeit, die Geige auf dem Hochtöner Wiederzugeben. Es entsteht also eine Art Stau, bei dem der Kopfhörer noch immer mit seiner Basssequenz beschäftigt ist und eigentlich die Geige wiedergeben sollte. Das in diesem Fall keine saubere Wiedergabe möglich ist, sollte verständlich sein.

Wodurch entsteht nun aber "Langsamkeit"?
Fast immer durch eine Überbetonung im Bass. Wenn ein Kopfhörer mehr Bass wiedergibt, als auf der Aufnahme vorhanden ist, leidet der Rest der Wiedergabe.

Die meisten der wertigen Kopfhörer haben absolut keine Probleme mit Geschwindigkeit, aber auch hier gibt es Langsamere und Schnellere. Ein Beispiel: der Forumsliebling DT880 soll etwas langsamer sein als der Audio Technica ATH-A900. Der Unterschied ist in meinen Ohren sehr gering, aber durchaus vorhanden.

In Verbindung mit Geschwindigkeit wird auch oft von Pace Rhythm And Timing = PRAT, also Rhythmus o.Ä. gesprochen. Der richtige deutsche Begriff wäre vielleicht "Knackigkeit". Schade, dass es diese Wortschöpfung nicht gibt
Peer
Inventar
#13 erstellt: 31. Mrz 2007, 21:37
12. Informationen zu möglichen Hörschäden

Beim Hören mit Kopfhörern muß man mehr auf sein Gehör achtgeben als bei der Wiedergabe über Lautsprecher.



Warum?

  1. Gerade wer wenig Hörerfahrung mit Kopfhörern hat, wird bei subjektiv gleicher Lautstärke wie bei Lautsprechern teils deutlich höhere Lautstärken einstellen (bis zu 10-15 dB), da Lautstärkeindikatoren fehlen.
  2. Da KH im Regelfall sehr verzerrungsarm sind, dreht man gerade in lauteren Umgebungen schnell auf gefährliche Lautstärken, ohne es wirklich zu bemerken. Beschwert sich das Gehör erst einmal in Form von Tinnitus o.ä., ist es meist schon zu spät. Umgebungslärm ist daher primär durch adäquate Isolation zu bekämpfen, nicht durch Aufdrehen der Lautstärke. Nützlich sind hierbei IEMs, (geschlossene) In-Ears und geschlossene Kopfhörer mit ordentlicher Isolation. Zu vermeiden sind in lauteren Umgebungen Earbuds und offene Kopfhörer.
  3. Auch der Frequenzgang spielt eine Rolle. Hat dieser einen Peak im Präsenzbereich (ca. 2-4 kHz), in dem das Ohr am empfindlichsten ist, kommt es bei hoher Lautstärke schnell zu Schäden, gerade wenn z.B. der Baßbereich nicht sonderlich ausgeprägt ist - charakteristisch für viele Earbuds. Nun wurden und werden diese aber gern mobil eingesetzt, was höchst kritisch ist.


Wer gern Clubs oder Konzerte (abseits der Klassik) besucht, ist im übrigen gut beraten, Ohrstöpsel o.ä. (Luxusvariante: Etymotic ER-20) zu benutzen - über 100 dB SPL sind ohne weiteres möglich. Entsprechendes gilt oft auch für Musiker.




Text: audiophilanthrop
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