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Linn Plattenspieler!

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Beitrag
christidal
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 11. Nov 2009, 20:10
Mal eine ganz unbeleckte Frage an die Vinyl-Liebhaber unter euch: Ich habe bei einigen Klangfetischisten Linn-Plattenspieler rumstehen sehen, und die schwören auch total auf die Marke. Warum werden die denn hier im Forum so selten erwähnt/diskutiert/empfohlen? Gefällt euch der Klang nicht? Zu teuer? Klärt mich auf!


[Beitrag von christidal am 11. Nov 2009, 20:12 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#2 erstellt: 11. Nov 2009, 20:53
Hallo!

Nun, ich habe einen Linn LP-12 (sogar mit Ekos) und noch einige andere Plattenspieler.

An einem Linn ist -technisch gesehen- eigentlich nichts besonderes. Dem Mordsruf verdankt der Plattenspieler mehr der geschickten Werbung der ihm ein Mordsimage verschafft hat, nicht so sehr seinen klanglichen Eigenschaften.

Ähnlich wie bei diversen anderen "Boliden" zu einem hohen Preis haben viele Linn-Besitzer einfach nicht die Möglichkeit ihr Laufwerk nebst Tonarm gegen gleichwertiges oder auch günstigeres aber gutes Equipment im Eigenbesitz längere Zeit zu testen. Somit sind viele schon mangels anderem Anschauungsmaterial von ihrer Marke voll überzeugt.

Natürlich kann ein voll aufgebrezelter LP-12 mit einem entsprechend teuerem System in der Spitzenklasse mithalten, aber das kann auch ein entsprechend teuerer Rega oder Transrotor ebenso. Der Rest ist eine Geschmackliche Angelegenheit.

Bei mir läuft der Linn LP-12 eigentlich recht selten. Ein alter Technics SL-11A mit Koshin GST-801 Tonarm läuft sehr viel öfter obwohl beide mit Systemen der 900-1000 Euro-Klasse bestückt sind. Auch das ist natürlich Geschmackssache.

MFG Günther
a.j.h.
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 12. Nov 2009, 10:40
Moin,

Linn ist gut und teuer, aber nicht automatisch der beste Plattenspieler der Welt, was viele Linnianer uns aber weismachen wollen. Das kann jeder halten, wie er will.

Mein Linn-AXIS ist ein toller Plattenspieler, den ich sehr mag.
cumbb
Gesperrt
#4 erstellt: 12. Nov 2009, 10:58
Hallo.
Ebenso nur Holzkisten - was zu hören sein sollte;-)
(Das ist aber kein Zuspruch für Masselaufwerke, die enorme Probleme im Tiefton haben - was zu hören sein sollte;-)
Holger
Inventar
#5 erstellt: 12. Nov 2009, 12:16
Der kluge LP-12-Hörer genießt und schweigt...

Das Thema Linn polarisiert eben - und darauf haben viele Linnies keine Lust.

Ich habe übrigens keinen Linn...
cptfrank
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 13. Nov 2009, 12:29
Hallo,
so ist das halt mit "Legenden". Nichts gegen den Linn, das ist ein wunderbares Gerät, aber andere gut gemachte Player spielen mindestens ebenso gut, übrigens völlig unabhängig davon, welches Antriebprinzip benutzt wird oder Subchassis oder nicht.
Gruß
Frank
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 13. Nov 2009, 13:10
Hallo!

Wenn ich ein bestmögliches Ergebniss zu einem moderaten Preis erzielen wollte dann würde ich ganz sicher nicht zu einem Linn LP-12 greifen. Das Preis-Leistungsverhältniss bei Linn ist katastrophal schlecht.

Vom Laufwerk her gesehen habe ich bei Linn einen optimiertes Thorens-Derivat vorliegen das aus dem bekannten TD-150 weiterentwickelt wurde. Das Laufwerk ist keinesfalls schlecht aber andere Weiterentwicklungen z.B. von Thorens selbst sind, respektive waren nicht schlechter.

Die Tonarme von Linn teilen sich in zwei Klassen, die einfacheren Modelle der Basik- und Akito-Reihen sind im wesentlichen auf dem Niveau anderer Tonarme mit statischer Auflagekrafteinstellung aber insgesamt mittlerweile ( Akito II 9 viel zu teuer für die Leistungsklasse, hier ist das Preis-leistungsverhältniss der bekannten Tonarme von Rega (RB-250) und Jelco wesentlich besser ohne das diese Tonarme schlechter wären.

Die größere Linie die die alten Ittok-Tonarme und die fast baugleichen späteren Ekos-Tonarme repräsentiert gehören zu den eher seltenen Wechseltonarmen mit dynamisch geregelter Auflagekraftverstellung. Auch hier gibt es allerdings genügend Alternativen, allerdings ist hier die Preisdifferenz zu vergleichbaren Modellen nicht so hoch wie bei der günstigeren Linie.

Über die von Linn unter ihrem Namen vertriebenen Abtastsysteme will ich nicht weiter reden, das ist optisch modifizierte Zukaufware die man bei dem Jeweiligen Hersteller wesentlich günstiger als Mainstreammodell erwerben kann.

MFG Günther
LP12
Inventar
#8 erstellt: 13. Nov 2009, 16:12
Lieber Christidal,

wie Du vielleicht schon an den paar Posts hier ablesen kannst, polarisiert Linn und im Speziellen der LP12 ganz enorm. Das Prinzip des LP12 ist uralt und schon 1000mal durchgematscht. Allerdings hat Linn es irgendwie geschafft, dem LP12 einen ganz eigenen Charakter zu verleihen. Man legt bei Linn z.B. großen Wert auf die Masseverhältnis der einzelnen Bauteile. Und die Obstkiste wird seit den 70er Jahren weiter optimiert. Das ganze unterlegt man mit einem - ich nenne es mal "lebendigen" Marketing und streut so die eine oder andere Legende in die Welt.

Linn hat zumindestens eines geschafft : kaum einer, der sich mit analoger Widergabe beschäftigt kennt nicht das Kürzel LP12.

Ganz ohne Emotionen : mit dem LP12 erwirbt man einen Subchassis PS mit einem recht eigenen Klangcharakter – das einem eben gefällt – oder eben nicht. Der LP12 passt daher in manche Ketten wie die Faust aufs Auge – oder eben nicht. Es gibt wohl kaum einen Naimbesitzer, der nicht irgendwann mal einen LP12 vorne dran hatte. Die Linn PS widmen sich eher dem musikalischen Fluss, Timing und Anspringverhalten, als einer riesigen Raumabbildung und aller letzten Detailauflösung.
Und eins sollte man wissen : zumindestens der LP12 ist KEIN PS den man sich einfach irgendwo hinstellt und gut is. Das Ding braucht zum richtigen Setup jemanden, der weiß, was er da tut und er braucht einen optimalen Unterbau (Tischchen).

Noch eins : der aktuelle LP12 mit allem Schnick-Schnack in der aufgepumpten Version kostet neu ca. 24.000 €. Aber man bekommt ihn als Majik mit Arm und System auch schon für 3.000 €. Der Gebrauchtmarkt gibt aufgrund der langen Herstellungsspanne ein riesig breites Angebot. Mit etwas Geduld bekommt man für ein paar Hundert Euro einen ordentlichen LP12. Kennt man nun noch einen, der das Ding richtig hinfummelt, hat man einen PS, der sich keines Vergleiches scheuen muss. Ich mag das Ding.
a.j.h.
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 13. Nov 2009, 17:42
Moin,

irgendwie bin ich froh, dass das hier kein Haudrauffred geworden ist.


Das ganze unterlegt man mit einem - ich nenne es mal "lebendigen" Marketing und streut so die eine oder andere Legende in die Welt.


So kann man's auch ausdrücken.
christidal
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 14. Nov 2009, 10:34

LP12 schrieb:
Der LP12 passt daher in manche Ketten wie die Faust aufs Auge – oder eben nicht.


Das heißt, ich kann nicht einfcah nur nen LP12 kaufen, sondern muss meine komplette Kette ggf. daraufhin auswechseln? Dann wär das wohl ncihts für mich.
Hörbert
Moderator
#11 erstellt: 14. Nov 2009, 10:52
Hallo!

@christidal

Dass klingt viel dramatischer als es ist. Zu ca. 75-85% wird der resultierende Sound von verbauten Abtastsystem bestimmt ob Linn oder nicht. Hier sollte man zuerst ansetzen wenn man einen Plattenspieler in einer vorhandenen Kette integrieren will die eine bestimmte Richtung repräsentiert, neben den Lautsprechern und der Raumakustik der drittgrößte Ansatzpunkt fall man den Sound denn trimmen will.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 16. Nov 2009, 11:18 bearbeitet]
LP12
Inventar
#12 erstellt: 16. Nov 2009, 08:24
Hi !

@ chritidal,

nein, so dramatisch würde ich es auch nicht sehen. Aber, wenn Deine Kette z.B. eher in Richtung absolute Auflösung und riesen Bühne hin ausgelegt ist, und Du eher stoische Ruhe im Klangbild bevorzugst, ist der LP12 wahrscheinlich nicht ideal.
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 16. Nov 2009, 11:22
Hallo!

@ LP12



....und Du eher stoische Ruhe im Klangbild bevorzugst, ist der LP12 wahrscheinlich nicht ideal...


Das trifft es ziemlich exakt.

MFG Günther
christidal
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 16. Nov 2009, 20:19
also ist der LP12 wohl eher hektisch und aufgeregt?
LP12
Inventar
#15 erstellt: 16. Nov 2009, 22:12
... NEIN ! Er swingt ...
Hörbert
Moderator
#16 erstellt: 17. Nov 2009, 07:56
Hallo!

@christidal

Eher etwas unruhig, wie alle Subchassislaufwerke dieser Machart, wenn der Musikstil und die Aufnahme passt geht das in Ordnung. Aber das spielt sich ohnehin im Nuancenbereich ab, der Einfluß des Tonarmes und vor allem des verwendeten Abtastsystems ist ungleich größer.

MFG Günther
forest-mike
Stammgast
#17 erstellt: 19. Nov 2009, 16:44
Umgekehrt wird ein Schuh draus.
I. Tiefenbrunn führt immer wieder LP-12
mit Keel + kleinem Tonarm und Adikt vor.
Mit der klaren aussage das Laufwerk macht einen Großteil des Klangs eines PS, dann der Tonarm und dann das System
LP12
Inventar
#18 erstellt: 19. Nov 2009, 16:46
... sehe ich ähnlich, wollte diese Diskussion hier aber vermeiden ;).
jottklas
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 19. Nov 2009, 16:54

forest-mike schrieb:
Umgekehrt wird ein Schuh draus.
I. Tiefenbrunn führt immer wieder LP-12
mit Keel + kleinem Tonarm und Adikt vor.
Mit der klaren aussage das Laufwerk macht einen Großteil des Klangs eines PS, dann der Tonarm und dann das System


Was nach meiner fast 40jährigen Erfahrung ausgemachter Blödsinn ist! Man sollte nicht auf so plumpe Marketingsprüche hereinfallen...

Gruß
Jürgen
cptfrank
Hat sich gelöscht
#20 erstellt: 19. Nov 2009, 18:05
[quote="jottklas"][quote="forest-mike"]
Was nach meiner fast 40jährigen Erfahrung ausgemachter Blödsinn ist! Man sollte nicht auf so plumpe Marketingsprüche hereinfallen...

Gruß
Jürgen[/quote]
Danke, genau meine Erfahrung seit ca.1966.
Gruß
Frank
Hörbert
Moderator
#21 erstellt: 19. Nov 2009, 18:41
Hallo!

@forest-mike

Ware ja schön wenn die Welt so beschaffen wäre wie sie nach en Werbesprüchen einiger Hiugh-End Hersteller sein sollte. Man müßte sich einmal im Leben ein hochwertiges Laufwerk mit einem Mittelkasse Tonarm kaufen und hätte die besten Ergebnisse mit Einsteigersystemen. Keine teueren Verschleißteile mehr, juhuu.

Leider sieht die Realität völlig anders aus.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 19. Nov 2009, 20:08 bearbeitet]
a.j.h.
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 19. Nov 2009, 19:21
Klar, das Laufwerk ist am wichtigsten, denn:

Wenn man erstmal das teure Laufwerk da stehen hat, kann man, nein, muss man nach ein paar Jahren aufrüsten. Am besten man kauft sich dann erstmal den Ekos-Arm, und dann doch erstmal ein neues MM-System (der Name des neuen Über-MM-System steht natürlich noch nicht fest, nur dass es wohl wieder bei Goldring oder AT gefertigt wird), um dann doch irgendwann ein hauseigenes MC-System zu kaufen. Schließlich muss das ja auch qualitativ passen.

Wenn man so schön in Schwung ist, kauft man sich noch diverse Chassis- und/oder Gehäusebausteine nach, um am Ende die Nachricht von einer völlig anderen und revolutionären Motorsteuerung zu hören. Her damit, wat soll's, Konto eh gerade knietief im Dispo, weil: Das KEEL musste her...

Da muss man mit: Mitgefangen, mit...

Am Ende hat man insgesamt fast zwei Plattenspieler gekauft.
Irgendwie muss aber IT auch leben.

Man kann ja auch günstig angefixt werden: Für lächerliche 3000,- mit dem Majik. Gleiches Spiel wie oben: Wenn der eigentliche Dreher schon mal da ist,...

So, genug gehakt, an sich habe ich nichts gegen den LP-12, im Gegenteil. Nur das "Drumherum" stört schon. Man muss ja auch nicht alles mögen.
Gibt viele Leute, die total glücklich mit dem LP-12 sind und zur Feier des Glücks kann man ja irgend eine Komponente am LP-12 upgraden.
LP12
Inventar
#23 erstellt: 20. Nov 2009, 08:41
Moin,

sicher habt Ihr recht und das Marketing zielt genau darauf ab. Man wäre ja auch schön blöd bei Linn, wenn nicht.

Wie habe ich eben im Nachbarforum in einem Bietethread gelesen? "Frei nach dem Swingermotto : alles KANN, nix MUSS."

Generell zwingt einen ja keiner, die Upgradeleiter fröhlich raufzuklettern. Ich habe meinen LP12 seit Kauf vor ca. 13 Jahren (fast) noch im Ursprungzustand. Und wenn ich etwas ausgetauscht habe, dann nicht gegen Linnteile. Denn jaaaaa, lustigerweise löst sich der LP12 nicht gleich in ein Schmollwölkchen auf, wenn man Fremdteile darauf bastelt. Und er bleibt immernoch ein LP12 und seinem Grundcharakter treu.

Mit Naim und Linn bin ich jederzeit dem ach so schrecklichen und marketinggeförderten Ugradezwang ausgesetzt? Ist doch Quatsch! Jeder entscheidet für sich.

Und so schlimm finde ich den Gedanken nicht, dass wenn man mal sein Herz an eine Marke verloren hat, man sich in der Hierarchie fast frei zusammenstellen und Upgrade kann. Wo ist das Problem?


[Beitrag von LP12 am 20. Nov 2009, 08:42 bearbeitet]
forest-mike
Stammgast
#24 erstellt: 20. Nov 2009, 08:46
Ich sehe die Sache unideologisch,
halte den (Werbe-)Spruch von I. Tiefenbrunn aber für richtig.
Seit 2 Jahren besitze ich keinen LP-12 mehr und vermisse nichts.
Aber die Aussage bleibt richtig.
Das Laufwerk macht den Hauptteil des Klangs aus.
Über den Nutzen eines teuren Tonarm kann man trefflich streiten, weil auch gute preiswerte hervorragend klingen können (so bei mir ein Sony PUA 1500s, gebraucht gekauft)
Der Tonabnehmer macht dann die individuelle Note (so etwa wie das Abschmecken beim Kochen)
Hörbert
Moderator
#25 erstellt: 20. Nov 2009, 09:07
Hallo!

@forest-mike

Jeder kann natürlich die Ansichten vertreten die er für richtig hält. Ebenso ist es jedem überlassen seine eigenen Erfahrungen zu machen und dann seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.

Aber hast du dir mal überlegt daß, -wenn diese These auch zutreffen würde der Unterschied zwischen zwei beliebigen Abtastsystemen konsequenterweise dann ein rein geschmacklicher wäre. Bei einem Abtaststest müßten bis auf recht winzige Unterschiede die gleichen Ergebnisse vorliegen. Es wäre z.B. nicht möglich das die eine System/Tonarm-Kombination bei verwellten Schallplatten früher aussteigt als die andere. Denn wenn die Dominanz eines Laufwerkes so hoch wäre das sie primär Klangbestimmend wäre müßte sie gewaltigen Einfluß auf dien gesamten Abtastvorgang an sich nehmen der so hoch wäre daß die Eigenschaften der unterschiedlichen Tonarm-System-Kombinationen dagegen recht unbedeutend wären.

Nun bringt leider in der Realität ein Laufwerk mit einem mittelmäßigen Tonarm und einem Einsteigersystem nicht ein Bruchteil der Leistung die es mit einem sehr guten Tonarm und einem sehr hochwertigem System bringt. Darüber hinaus ist diese Leistung zusammen mit dem Tonarm und dem System einfach portierbar. Bitte sei doch so nett und erkläre mir diese Tatsache einmal strikt anhand der Ivor Tiefenbrunn These.

MFG Günther
a.j.h.
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 20. Nov 2009, 09:45
Moin,

ich habe eine große Sympathie für das, was Ivor Tiefenbrunn und Julian Vereker in den Anfängen gemacht haben.
Ihre Produkte und Entwicklungen waren eine erfrischende Alternative zu den Wattmonstern aus Japan und sie waren eigenständig.
Vielleicht sollte man da noch Bjorn Erik Edvardsen von NAD dazu erwähnen?!

Nun, NAD ist einen anderen Weg als Linn und Naim gegangen, den Charme der alten Geräte ist bei allen vollkommen abhanden gekommen.

Vielleicht ist das einfach so, ich will da nicht zu romantisch oder naiv sein.

Aber nun mal zum Thema Laufwerk-Arm-Tonabnehemer:
Wahrscheinlich ist das Laufwerkstischchen sogar noch wichtiger als der Tonabnehmer?
Alles wird in Summe seinen Beitrag leisten, aber die Gewichtung so stark auf das Laufwerk zu legen, halte ich für maßlos übertrieben.
LP12
Inventar
#27 erstellt: 20. Nov 2009, 10:57

Hörbert schrieb:
Hallo!

Nun bringt leider in der Realität ein Laufwerk mit einem mittelmäßigen Tonarm und einem Einsteigersystem nicht ein Bruchteil der Leistung die es mit einem sehr guten Tonarm und einem sehr hochwertigem System bringt.


Hi,

das, was Du hier schreibst ist unbestritten. Aber vergleiche ich :

System A : sehr gutes Laufwerk + "günstiger" Arm + Mittelklassesystem

und

System B : Billiglaufwerk + Ekos SE (o.ä.) + 2000 € - System

bin ich überzeugt, dass System A mehr / stimmiger Musik reproduzieren wird. Selbstverständlich ist bei System A jede Verbesserung bei Arm und System nachvollziehbar. Aber bei System B wird ein 4000 € - System VIELLEICHT mehr Auflösung produzieren - aber Musik ?
Hörbert
Moderator
#28 erstellt: 20. Nov 2009, 11:51
Hallo!

@LP12

Wenn wir davon ausgehen daß die Grundvorraussetzungen beide male erfüllt sind, also Rumpel- und Gleichlaufwerte sich auf einem Niveau befinden das beide Faktoren nicht zu einer Qualitätsfrage macht, (das dürfte eigentlich bei einem zeitgenössischem Plattenspieler kein wirkliches Thema mehr sei,) und die Aufstellung soweit optimiert ist das Trittschall und andere Störfaktoren keine bedeutende Rolle mehr spielen, kann ich dir hier nicht zustimmen.

So ist zum Beispiel das Laufwerk eines Technics SL-12xx MKII oder auch ein historischer Thorens TD321 im Vergleich mit einem Linn LP-12-Laufwerk ein Biliglaufwerk, mit einem entsprechenden Tonarm versehen und einem hochwertigen System bestückt deklassieren sie jedes hochwertige Laufwerk mit Mittelklassetonarm und Billigsystem.

Musikalität ist ein Gummiargument das eigentlich im HiFi sehr oft zu einer Rechtfertigung herbeibeschworen wird wenn der pure Glaube die Tatsachen ersetzen soll, ein Plattenspieler ist in erster Linie eine Maschine die sich mit technischen Parametern beschreiben läßt, Musikalisch kann die dem Tonträger zugrunde liegende Interpretation oder auch die Komposition an sich sein, das Wiedergabegerät sollte dies eigentlich füglich nicht sein, hier sollte eine möglichst hohe Neutralität das oberste Ideal des Konstrukteus sein. Natürlich ist das gerade bei einem Plattenspieler durch die Unvollkommenheit des Mediums Schallplatte und die notwendige mechanische Abtastung nur sehr unvollkommen zu bewerkstelligen. Aber gerade beim Laufwerk treten hier die wenigsten Probleme auf, gerade deswegen ist der Einfluß des Laufwerkes ja so gering.

MFG Günther
jottklas
Hat sich gelöscht
#29 erstellt: 20. Nov 2009, 12:02

LP12 schrieb:

System B : Billiglaufwerk + Ekos SE (o.ä.) + 2000 € - System

bin ich überzeugt, dass System A mehr / stimmiger Musik reproduzieren wird. Selbstverständlich ist bei System A jede Verbesserung bei Arm und System nachvollziehbar. Aber bei System B wird ein 4000 € - System VIELLEICHT mehr Auflösung produzieren - aber Musik ?


Ich glaube, man sollte hier nicht mit "Billiglaufwerken" vergleichen, sondern eine Mindestgüte annehmen, was die Rumpel- und Gleichlaufeigenschaften betrifft.

Wenn der Konstrukteur des Laufwerks seine Hausaufgaben gemacht hat (was man z.B. schon bei den gehobenen Dual-, Thorens- oder Braun-Plattenspielern unterstellen kann), dann liegt der Anteil des Laufwerks am Gesamtklang nach meiner Erfahrung bei max. 10 %. Der Tonarm dürfte weitere 10 % ausmachen, so dass ich das TA-System bei etwa 80 % ansetzen würde. Nach meinen Erfahrungen klingen unterschiedliche PS mit unterschiedlichen Tonarmen aber dem gleichen System durchaus sehr ähnlich...

Gruß
Jürgen
Hörbert
Moderator
#30 erstellt: 20. Nov 2009, 12:15
Hallo!

@jottklas

Das trifft sich durchaus mit meinen eigenen Erfahrungen, wenn ich auch dem Tonarm ca. 15% und dem System ca.75% zuordne. 10% für das reine Laufwerk ist auch bei mir ungefähr der Einfluß auf das Gesamtergebniss das ich ansetze. Es gibt natürlich nach unten hin immer Sonderfälle, wenn die Kioste dermaßen Leiert oder Rumpelt daß es einfach eine wahre Freude ist. Aber hier liegt in der Regel ein technischer Defekt vor.

Natürlich kann ich die allerletzte Plastikschüssel nicht zu so einem Vergleich heranziehen, hier stimmen ja auch in der Regel die Eckwerte schon nicht. Aber ich gehe im Gegenzug ja auch nicht vom runtergerissenen Tonarm eines Eltax plus Radio mit verbautem Kristallsystem aus.

MFG Günther
cptfrank
Hat sich gelöscht
#31 erstellt: 20. Nov 2009, 12:15

Hörbert schrieb:
Hallo!

.

Aber hast du dir mal überlegt daß, -wenn diese These auch zutreffen würde der Unterschied zwischen zwei beliebigen Abtastsystemen konsequenterweise dann ein rein geschmacklicher wäre. Bei einem Abtaststest müßten bis auf recht winzige Unterschiede die gleichen Ergebnisse vorliegen. Es wäre z.B. nicht möglich das die eine System/Tonarm-Kombination bei verwellten Schallplatten früher aussteigt als die andere. Denn wenn die Dominanz eines Laufwerkes so hoch wäre das sie primär Klangbestimmend wäre müßte sie gewaltigen Einfluß auf dien gesamten Abtastvorgang an sich nehmen der so hoch wäre daß die Eigenschaften der unterschiedlichen Tonarm-System-Kombinationen dagegen recht unbedeutend wären.

Nun bringt leider in der Realität ein Laufwerk mit einem mittelmäßigen Tonarm und einem Einsteigersystem nicht ein Bruchteil der Leistung die es mit einem sehr guten Tonarm und einem sehr hochwertigem System bringt. Darüber hinaus ist diese Leistung zusammen mit dem Tonarm und dem System einfach portierbar. Bitte sei doch so nett und erkläre mir diese Tatsache einmal strikt anhand der Ivor Tiefenbrunn These.

MFG Günther


Wunderbar beschrieben, anders wäre es auch nicht möglich, daß bei mir ein LENCO L75, aufgerüstet mit einem SME 3009/2 und einem Benz Glider viel bessere Ergebnisse bringt als mein Thorens TD 126/3, der eben noch nicht soweit hochgerüstet wurde, obwohl das Laufwerk unbestritten wesentlich besser ist!
Gruß
Frank
jottklas
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 20. Nov 2009, 12:28

cptfrank schrieb:

Wunderbar beschrieben, anders wäre es auch nicht möglich, daß bei mir ein LENCO L75, aufgerüstet mit einem SME 3009/2 und einem Benz Glider viel bessere Ergebnisse bringt als mein Thorens TD 126/3, der eben noch nicht soweit hochgerüstet wurde, obwohl das Laufwerk unbestritten wesentlich besser ist!


...wobei ich mich noch an einen alten Test in der AUDIO erinnern kann, in dem der Thorens 126 deutlich besser abgeschnitten hatte, als der LP 12...

Gruß
Jürgen
LP12
Inventar
#33 erstellt: 20. Nov 2009, 13:37

jottklas schrieb:

...wobei ich mich noch an einen alten Test in der AUDIO erinnern kann, in dem der Thorens 126 deutlich besser abgeschnitten hatte, als der LP 12...


... das wiederum könnte Eurer Argumentation folgend ja nur dem System und dem Tonarm geschuldet sein! Und der LP12 ist raus ...
forest-mike
Stammgast
#34 erstellt: 20. Nov 2009, 16:12

Hörbert schrieb:
...wenn ich auch dem Tonarm ca. 15% und dem System ca.75% zuordne. 10% für das reine Laufwerk ...


Ich denk in unserem Hobby ist vieles in Glaubenssätzen festgelegt.

Ich habe derzeit einen Dreher der 2 Tonarme auf identischer Basis aufnehmen kann. Ruhige, saubere und klare Wiedergabe ist nach meinem Höreindruck zu mind. 50% vom Laufwerk abhängig, dem Tonarm würde ich die geringste Klangwirkung einräumen, wenn er gute Lager hat und von der eff. Masse her zum Abtaster passt!

Bei meinem verflossenem LP12 habe ich mich von Ittok LV III/2, über Ekos zu Ekos SE gesteigert, der Unterschied: marginal! trotz erheblicher Investition.

Mein ältester Dreher ein Thorens TD 2001/TP-90/RDC wird auch mit einem sehr teuren Tonabnehmer wie Dynavector XX-2 Mk II oder mit dem van den Hul Frog Gold nicht zur Überfliegerrakete. Mit einem AT 33 PTG, AT OC-9, Ortofon 2m black oder Goldring 1042 ist er artgerecht ausgereizt!

Der stärkste Motor nützt nichts wenn das Fahrwerk nicht darauf ausgelegt ist!
Hörbert
Moderator
#35 erstellt: 20. Nov 2009, 17:02
Hallo!

@forest-mike

Da hast du meine volle Zustimmung, die Unterschiede zwischen dem Ittok und deM Ekos sind in der Tat marginal. Sowohl von der Leistung her als auch technisch gesehen,. Hier liegt praktisch zweimal der gleiche Tonarm vor, -mit etwas unterschiedlichem Design-. Erst letzte Woche hatte ich wieder einmal das Vergnügen genau das festzustellen. Zufällig hatte ich gerade zwei fast gleiche Systeme im Haus, ( Benz-Micro ACE-H und ACE-L) Da ich sowohl einen Ekos besitze wie auch einen Ittok LV II war es ein Leichtes beide Systeme einmal auf einem Linn LP-12 und einmal auf einem Technics SL-110A am gleichen Vorverstärker (Denon PRA-1000 mit zwei Phonoeingängen) mit annährend gleichen Tonarmen zu hören. Die Zeit zum Umschalten, Auspoegeln nach vorher festgelegter Markierung, Plattenwechsel und Tonarmauflegen betrug weniger als 3 Sekunden. Bei einem Test bei dem eine gute Freundin auflegte und bei der ich ohne Kentniss des gerade aktiven Gerätes hörte waren alle hörbaren Unterschiede so winzig das sie nicht zuordenbar waren -und das sowohl über Lautsprecher als auch über Kopfhörer-. Dabei hat ein altes Technics-Laufwerk doch mit einem LP-12 so gut wie nichts gemein ausser dem Zweck die Schallplatte zu drehen.

MFG Günther
cptfrank
Hat sich gelöscht
#36 erstellt: 20. Nov 2009, 17:49

forest-mike schrieb:

Hörbert schrieb:
...wenn ich auch dem Tonarm ca. 15% und dem System ca.75% zuordne. 10% für das reine Laufwerk ...



Mein ältester Dreher ein Thorens TD 2001/TP-90/RDC wird auch mit einem sehr teuren Tonabnehmer wie Dynavector XX-2 Mk II oder mit dem van den Hul Frog Gold nicht zur Überfliegerrakete. Mit einem AT 33 PTG, AT OC-9, Ortofon 2m black oder Goldring 1042 ist er artgerecht ausgereizt!

Der stärkste Motor nützt nichts wenn das Fahrwerk nicht darauf ausgelegt ist!

Glaube ich nicht!Vielleicht mit den von dir angesprochenen Systemen, aber es gibt ja noch genug andere!
Gruß
Frank
forest-mike
Stammgast
#37 erstellt: 20. Nov 2009, 18:12
Gut ist auch noch das Ortofon Vero I (gibts nicht mehr).
Grado F-9 geht auch noch.
Nicht so richtig gepasst haben Nagaoka MP-500 und MP-300. Ganz und gar nicht Grado Platinum.
Irgendwie uninteressant DV 20 xH.
(mein subjektiver Höreindruck)

Spaß beiseite - Tonarm und Abnehmer müssen zusammen passen und die Vorstufe sollte das weitergeben können.
Dann hört man die Fähigkeiten des Laufwerks.

Subjektive Hörvorlieben bleiben trotzdem
bestehen.
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