Externer Phono-Pre sinnvoll?

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alfred1410
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 11. Jan 2011, 01:33
Guten Abend,

ich höre Vinyl über ein Goldring 2100, verstärkt von einem NAD 304, bilde mir aber ein, daß das Goldring mehr kann, als der NAD mitteilt: trotz des guten TAs bleibt's im Höhenbereich eher matschig, könnte offener, lebendiger, präziser, unverhangener sein. Ein Versuch mit einem günstig erstandenen Luxman L-210 (die werden ja so für ihre Phonostufen gelobt) war ernüchternd, das ist, gerade wenn man an NAD gewöhnt ist (vorher 3225PE), geradezu schwammig. NF-Kabel sind getauscht.

Ist die Investiton in einen externen PVV sinnvoll? Budgetmäßig infrage kämen CA 640P und Gram Amp 2. Hätte große Lust, noch besser Vinyl zu hören, aber die Investition mag ich nur machen, wenn WIRKLICH was passiert.

Freue mich über Erfahrungsberichte/Tips/Hinweise! Und, apropos: Wenn jemand einen Trick 17 hat, wie man diese Rundkopf-Goldrings exakt einstellt, nehm ich den gerne mit...

Mit Dank im voraus & Grüßen
a

NAD 304, Rogers LS7t, Harman/Kardon hd7400, Scott PS-77VX mit Goldring 2100


[Beitrag von alfred1410 am 11. Jan 2011, 01:34 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#2 erstellt: 11. Jan 2011, 02:21
Kurz: Der Schwachpunkt ist nicht der NAD, sondern das kleine Goldring System.
Kaufe lieber einen besseren Tonabnehmer, die Phonostufe des NAD ist nicht schlecht.

MfG
Haakon
Hörbert
Moderator
#3 erstellt: 11. Jan 2011, 03:10
Hallo!

Es ist m.E. zimlich sinnlos Geld in inen externen Entzerer zu stecken der keine anpassbaren Eingänge hat.

Das von dir verwendete Goldring-Abtastsystem ist recht Kapazitätskritisch, so kommen in der Hauptsache deine untrschiedlichen Klangeindrücke zustande.

Abhilfe kannst du entweder sehr günstig schaffen indem du mit einem Lötkolben die Eingangskapazitäten deines vorhandenen Phonoeinganges änderst, oder teuerer indem du mit einem entsprechenden System dessen Kapazitätsanforderung deinem verbauten Entzerrer besser entspricht respektive diese Hürde umgeht (High-Output MC, Grado-MI) oder eben sehr teuer indem du dir einen externen Entzerrer mit anpassbaren Eingängen zulegst. (z.B. einen Trigon Vanguard II )

MFG Günher
Fhtagn!
Inventar
#4 erstellt: 11. Jan 2011, 10:27
Das Goldring 2100 ist ein MI System.

Ich weiss nicht, warum die 2000er Goldrings überall als MM bezeichnet werden, dies ist falsch. Alle 2000er Goldring Systeme sind bei Nagaoka gefertigte Moving Iron Systeme.
Der Wechsel zu einem Grado ist deswegen nicht ratsam.

Von den genannten externen Pres ist der Cambridge für MM/MI Systeme eigentlich unbrauchbar, da seine Eingangskapazität bei ca. 200pF liegt und somit viel zu hoch ist. Gott weiß, warum die Presse das Ding so hochlobt.
Der GSP Gram Amp ist mit 100pF für die allermeisten MM/MI Systeme genau richtig abgestimmt. Ich verwende nur noch GSP Vorverstärker, meine Trigon I. habe ich verkauft.

Das Gerücht, MI Systeme seien kapazitätsunkritisch, kann ich nicht bestätigen. Meine Nagaokas verhalten sich bei zu hohen Werten genauso wie die hier vorhandenen Shure und Ortofon MMs.

Die Phonosektion des NAD würde ich nicht verändern. Der erste Schritt sollte sein, ein extrem kapazitätsarmes Phonokabel zu verwenden (ca. 60pF). Wahrscheinlich reicht dieser Schritt auch aus.
Wunder würde ich von dem kleinen 2100 aber nicht erwarten.

Gruß
Haakon
WilliO
Inventar
#5 erstellt: 11. Jan 2011, 12:21
Hallo Haakon,
welche Nagaoka-Systeme hast Du?
Ich frage das deshalb, weil ich mir ein MP200 bestellt habe.
Eben wegen dieser Kapazitätsproblematik habe ich mir einen
Yamaha C50 mit umschaltbarer Kapazität zugelegt.
Das MP200 hat ja wie praktisch alle Nagaoka's einen optimalen Anschlußwert von 150-200 pF. Wie weit darf man
nach deiner Erfahrung überschreiten?
Wie kritisch ist dieser Wert?

Gruß
Willi
alfred1410
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 11. Jan 2011, 14:59
Danke für die vielen Antworten; auch wenn ich mit Diskussionen um Kapazitätswerte schon überfodert bin. Bin ja bloß (halb-)informierter Laie. Die NF-Kabel sind auch frisch getauscht, also, an den Phonokabeln geht erst einmal nichts zu ändern (Werte weiß ich nicht, sind aber halbwegs dicke Strippen mit Goldcinch).

Versteh ich also recht, daß die einfachste Möglichkeit (wie eigentlich immer) wäre, den TA zu wechseln? Hatte vorher ein Nagaoka 321, das "okay", nämlich sauber und druckvoll spielte; das Goldring (das aber auch irgendwie das Dreifache gekostet hat) klang aber schon deutlich feiner (auch wenn es , gerade innen, schlechter abtastet; und praktisch nicht sauber zu justieren ist).

Erfahrungsgemäß ufern die TA-Diskussionen schnell aus, ich wage es trotzdem: Gibt's Empfehlungen? Bzw. einen TA, der kapazitätsmäßig gut zum NAD paßt? Budget wäre pi mal Daumen 100-150 Euro, MM oder Hight Output-MC, S-Arm (mittelschwer bis schwer, ca. wie Technics, Compliance also <20), gehört wird Pop (mit Schwerpunkt auf Singer-/Songwriter) und Klassik; Auflösung, schöne Mitten und Höhen und "Leichtigkeit" wären wichtiger als Druck und Tiefbaß. (Vorweg: AT110 und 120E sind nicht meins, sind mir zu hell.)

Vielleicht ein Denon DL-110?

Freue mich über neues Ausufern...

Viele Grüße!
a


[Beitrag von alfred1410 am 11. Jan 2011, 19:21 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 11. Jan 2011, 19:22
Hallo!

@Fhtagn!

Grado-MI´s sind völlig Kapzitätsunempfindlich, ich arbeite seit Jahren in Problemfällen mit Grados, -schließlich sind sie im Low-Output-Bereich die einzig Alternative mt hoher Compliance-. Eigentlich sollte das Konstruktionsbedigt bei allen MI´s der Fall sein. Wieso das bei den Nagaokas und Goldings nicht der Fall ist kann ich dir allerdings nicht beantworten, hier bräuchte man die Konstruktionsunterlagen.

Es ist sogar möglich MM-Systeme so zu konstruieren das die Kapazitätswerte im hörbaren Bereich keine Rolle mehr spielen, von Panasonic/Technics gab es hier einst eine ganze Palette von Modellen, warum das nicht mehr gemacht wird entzieht sich allerdings ebenfalls meiner Kenntniss.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 11. Jan 2011, 19:23 bearbeitet]
Radiologe
Inventar
#8 erstellt: 11. Jan 2011, 19:52

Hörbert schrieb:
von Panasonic/Technics gab es hier einst eine ganze Palette von Modellen, warum das nicht mehr gemacht wird entzieht sich allerdings ebenfalls meiner Kenntniss.


Hallo,
das liegt vermutlich daran,dass viele aktuelle Phono Vorverstärker eine geringere Eingangsempfindlichkeit haben.
Lag diese damals noch bei etwa 1,8mV,ist diese heute nicht selten doppelt so hoch.
Um dies zu kompensieren,bauen die Hersteller Systeme mit höherer Ausgangsspannung,was bei MM Systemen eine höhere Induktivität des Spulensystems nach sich zieht.
Der Schwingkreis aus C und L liegt daher deutlich niedriger im Hörspektrum.

Gruß Markus

Edit:
Ergänzend dazu sei gesagt,dass es auch damals schon "laute" Systeme (bis zu 10mV) gab.Diese waren/sind vor allem im DJ-Bereich beliebt.
Die Lösung dafür war aber nicht eine vergrößerung der Spuleninduktivität,sondern man hat den Magneten am Nadelrohr größer gemacht.Daraus resultierte dann aber auch,bedingt der größeren Nadelmasse,eine höhere Auflagekraft um die Nadel sauber in der Rille zu halten.
Hat man diese Systeme dann mit passenden "HiFi" Nadeln bestückt,wurde das System deutlich leiser.

Wenn ich mich recht entsinne,waren gerade die Technics Systeme mit lelativ geringen Ausgangsspannungen gesegnet.Ich meine die lagen meist um ca. 2,5mV.
Ob es sich dabei um die von Hörbert genannten Systeme handelt kann ich nicht belegen.


[Beitrag von Radiologe am 11. Jan 2011, 21:33 bearbeitet]
akem
Inventar
#9 erstellt: 11. Jan 2011, 20:15
Ich vermute auch, daß es einfach mit Lautstärke zu tun hat. Lauter wird von Laien halt immer mit besser gleichgesetzt! Nicht umsonst ist das erste, was man von Laien (oder Bauernfängern) im Zusammenhang mit Verstärkern oder Lautsprechern um die Ohren geknallt bekommt, eine Wattzahl...

Und wenn die Empfindlichkeit geringer ist, muß man halt den Lautstärkeregler weiter aufdrehen - das stört aber auch so einige Leute (siehe hier im Forum...). Vielleicht haben die Angst, der Verstärker hätte dann weniger von den vielen Watt, auf die man so stolz ist

Gruß
Andreas
Fhtagn!
Inventar
#10 erstellt: 11. Jan 2011, 23:29

WilliO schrieb:
Hallo Haakon,
welche Nagaoka-Systeme hast Du?
Ich frage das deshalb, weil ich mir ein MP200 bestellt habe.
Das MP200 hat ja wie praktisch alle Nagaoka's einen optimalen Anschlußwert von 150-200 pF. Wie weit darf man
nach deiner Erfahrung überschreiten?
Wie kritisch ist dieser Wert?


Hallo,

ich habe ein MP-20 und ein MP-300. So besonders zickig sind die nicht, bis 300pF ist noch alles ok. Meine sind mit 220pF abgeschlossen und klingen wunderbar.

@alfred

Ich vermute mal, dass dein Goldring einfach nicht gut justiert ist.
Wie man aber einen runden TA ordentlich einstellen soll, ist mir aber auch schleierhaft.
Eine Lösung wäre ein Headshell, bei dem nur der Überhang einstellbar ist.
akem
Inventar
#11 erstellt: 11. Jan 2011, 23:34
Wenn man sich an Nadelträger und Headshellkanten orientiert geht es schon so halbwegs. Wenn das Headshell natürlich auch keine geraden Kanten hat wird's schwierig...

Gruß
Andreas
WilliO
Inventar
#12 erstellt: 12. Jan 2011, 11:58
Hallo Haakon,
jetzt muß ich aber noch einmal nachfragen.
Hast Du die Nagaokas mit insgesamt 220pF angeschlossen oder
hat nur der Phonoeingang des Verstärkers 220 pF was
ja bedeuten würde, daß die insgesamte Kapazität deutlich
höher liegen würde?
Ich frage das deshalb, weil mein Yamaha RX-V1900 genau diese
220 pF am Eingang hat.

Gruß
Willi
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 12. Jan 2011, 12:00
Hallo!

@alfred1410


Welcher Tonarm, respektive welcher Plattenspieler ist es denn nun genau?

Du chreibst:


Die NF-Kabel sind auch frisch getauscht, also, an den Phonokabeln geht erst einmal nichts zu ändern (Werte weiß ich nicht, sind aber halbwegs dicke Strippen mit Goldcinch).



Was hast du da getauscht? Normale NF-Kabel sind sehr of für Phono völlig ungeeignet da die Kapazität viel zu hoch für MM-Systeme ist. Nicht umsonst waren Phonokabel in der Hochzeit des Plattenspielers beim Gros der Geräte "angewachsen"

MFG Günther
alfred1410
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 12. Jan 2011, 16:03
Hallo Günther,

die neuen NF-Strippen hat der Gebraucht-Stereo-Händler meines Vertrauens montiert, von dem ich weiß, daß er selbst Vinylist ist und dem ich also zutraue, daß er mir da nix grundsätzlich Falsches verlötet hat. Preis waren irgendwie 50 Euro.

Der Plattenspieler ist ein Exot, ein Scott PS-77VX aus den späten 70ern, lt. Forum mehr oder minder ein Hitachi-Nachbau, irgendwo zwischen PS-38 und -48. Der Arm ist der Werksarm (S-Arm) und, ebenfalls lt. Forum, in der eff. Masse mit einem Technics-Arm vergleichbar.

Die matschigen Höhen hab ich, nebenbei, übrigens gestern durch Neujustage der LS verbessern können, der eine stand dann wohl doch zu nahe an der Wand. Immer diese ganz einfachen Sachen...

Der NAD hat übrigens eine Eingangskapazität von 200pf, was (wenn ich das richtig verstanden habe) selbst mit einem sehr niedrigkapazitativen NF schon mind. 240pf ergibt. Angesichts meiner beschränkten handwerklichen Fähigkeiten (und eines fehlenden Lötkolbens) würde ich also, statt abermals die Kabel wechseln zu lassen, lieber ein High Output-MC probieren; deshalb kam ich ja gestern schon aufs DL-110.

Grüße
a


[Beitrag von alfred1410 am 12. Jan 2011, 16:04 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#15 erstellt: 12. Jan 2011, 17:35
Hallo!

Solle das Musikmaterial vorwiegend aus Rock/Pop bestehen wäre ein DL-110 durchaus ausreichend, bei einer Tendenz zu Jazz/Klassik fände ich ein DL-160 ein absolutes Minimum da hier Resverzerrungen als sehr störend empfunden werden können.

Mit 240 Pikofarad wirst du nicht hinkommen, selbst ein sehr gut geeignetes Phonokabel hat mindestens 50 PF/M, dazu kommen ungefähr 25-30 PF Kapazität dr Tonarm-Innenverdrahtung. Also solltest du eher mit ca. 300 Pkofarad rechnen.

MFG Günther
alfred1410
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 12. Jan 2011, 22:37
Ginge denn das Denon auch noch weiter "runter" als das Goldring? Zu dem hellen, etwas verwaschenen Timbre des 2100 gesellt sich nämlich auch ein etwas sehr schlanker Baß. Ließe sich mit einem 110/160 auch an dieser Front noch was gewinnen?

Grüße
a
Radiologe
Inventar
#17 erstellt: 12. Jan 2011, 22:59

alfred1410 schrieb:
Ginge denn das Denon auch noch weiter "runter" als das Goldring? Zu dem hellen, etwas verwaschenen Timbre des 2100 gesellt sich nämlich auch ein etwas sehr schlanker Baß. Ließe sich mit einem 110/160 auch an dieser Front noch was gewinnen?

Grüße
a


Hallo,
mit nicht weit genug runter gehen hat eine schlanke Basswiedergabe nichts zu tun.
Ein System welches bis z.b 20Hz gehen würde kann trotzdem schlank klingen.
Du meinst vermutlich,dass dir etwas an Volumen im Bass fehlt?
Dies spielt sich eher im Bereich um 50-80Hz ab und sollte sich vorzüglich mit dem Bassregler des Verstärkers wie gewünscht anpassen lassen.
Und ja,man darf diesen Regler auch mal benutzen!!
Du erreichst damit jedenfalls mehr,denn so gewaltig unterschiedlich sind das Denon und das Goldring sicherlich nicht.

Gruß Markus
alfred1410
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 12. Jan 2011, 23:32
Danke bzw. genau, das meinte ich; aber ich bin ja so ein Ehrgeizling, da muß immer alles in Tone-Defeat-Stellung gehn...!
Radiologe
Inventar
#19 erstellt: 13. Jan 2011, 00:07

alfred1410 schrieb:
..aber ich bin ja so ein Ehrgeizling, da muß immer alles in Tone-Defeat-Stellung gehn...!


Das ist natürlich schade,aber da kann man nix machen.
Es wäre ja auch zu einfach mit einem kleinen Drehknöppchen den Klang hinzubiegen.
Dafür sucht man dann halt lieber lange nach einem System welches diese Verbiegungen von Haus aus schon macht
Je nachdem wie viel Volumen dir im Bass fehlt wird dir dies mit den unterschiedlichsten Systemen nur schwer gelingen.

Des weiteren muss man auch die Vinylscheibe an sich mit ins Boot nehmen.Eventuell sind die Scheiben ja auch eher schlank im Bass aufgezeichnet???Das Problem dabei ist,dass man dies nicht ohne weiteres feststellen kann.
Gerade LP´s mit relativ langer Spielzeit pro Seite werden naturgemäß eher dünner im Bass klingen.
Ich habe hier z.b ein paar alte Top of the Pops aus den 80ern,welche im Bass sehr dünn klingen.Diese laufen >23Min pro Seite.

Eventuell liegt deine Erwartungshaltung auch etwas zu hoch??

Gruß Markus
Hörbert
Moderator
#20 erstellt: 13. Jan 2011, 00:50
Hallo!

Echter Tiefbaß mit etwas Kontur ist bei Schallplatten ein Grundproblem, zum einen wird der Tiefton ab 150-120 Hz aus Platzgründen nur Mono aufgezeichnet zum anderen die Lineare Kurve wohldefiniert dahingehen verzerrt daß der Tiftonbereich sehr viel schwächer aufgzeichnet wird ald der Hochtonbereich, (RIAA-Kurve) dasmuß dein Phono-Entzerrer dann zurückbiegen.

Offen gestanden kenne ich kein System unter 500 Euro das mich in dieser Hinsicht wirklich bislange zufriedenstellen konnte. Da brauchst du schon ein Benz-Micro ACE oder ein ähnliches Kaliber.

Selbst an sich schon sehr gute Systeme wie z.B. ein VM-silver oder ein Goldring Eroica haben im direkten Vergleich hier noch erhebliche Defizite zu verzeichnen obwoh sie schon sehr gut damit zurechtkommen, alledings feht es hier noch etwas an Punch.

Leider ist das Hobby "Analoge Schallplatte und ihre Wiedergabe" ab einem gewissen Anspruch nicht gerade das allergünstigste.

MFG Günther
WilliO
Inventar
#21 erstellt: 13. Jan 2011, 10:24
Hallo zusammen,
ich habe gestern meinen Yamaha C50 bekommen und natürlich
direkt in Betrieb genommen. Technisch funktioniert er soweit
einwandfrei, hat aber beim Ausschalten seltsame Nebengeräusche die über die Anlage zu hören sind. Das ist aber nicht weiter tragisch. Wenn ich vorher den Eingang am
Verstärker wechsle ist nichts zu hören. Alle Regler funktionieren ohne Knistern, Krachen, Rauschen, etc.
Na ja, und ein paar kleine Lackmacken hat er auch
die ich aber sicher wieder hinbekomme. Dafür hat er eben
nicht viel gekostet. Damit kann ich jetzt auch den eventuell
nur unterbelichteten Bass aufpolieren. Aber, ehrlich gesagt,
ist das auch nicht mein Ding. Ebenso loudness usw....
Ich habe schon verschiedene Male festgestellt, daß es durchaus unterschiedliche Qualitäten in den Pressungen gibt.
Und in den Jahrgängen. So haben z.B. Platten aus der Zeit
Ende der Sechziger (68/69) einen deutlich schwächeren Bass
als beispielsweise eine Dire Straits "Love over Gold" die
schon Digital gemastert ist. Den Unterschied habe ich gestern eklatant hören können. Nach meinem Eindruck hat sich
sowohl in der Tonstudiotechnik als auch in der Schallplattenherstellung im Lauf der Jahrzehnte einiges getan.

@Radiologe:
Markus, das "Problem" kenne ich auch. Es ist tatsächlich so,
daß, je länger die Laufzeit der Platte ist, desto weniger
Bass (Amplitutden) hörbar sind. Diese ganzen Hitzusammenstellungen von K-Tel etc. sind ein großartiges
Beispiel dafür.

@Günther:
Hallo Günther,
ich lerne immer wieder dazu....
Ich habe den Eindruck, daß sich genau deshalb diese teureren
Systeme überhaupt am Markt behaupten können. Irgendwo muß
der Preisunterschied ja herkommen. Ich glaube allerdings
das auch 1000 Euro-System aus einer 69iger Scheibe keinen
Tiefbass herauskitzelen kann weil er einfach nicht da ist.

Gruß
Willi
Hörbert
Moderator
#22 erstellt: 13. Jan 2011, 13:58
Hallo!

Das ist ein recht komplexes Thema, natürlich ist die richtige Kombination von Tonabnehmer-Tonarm ein enscheidender Faktor, ebenso die Qualität von Tonarm und System. Beides hat leider ihren Preis.

Schallplatten vom Ende der 60ger Jahre und auch davor habe ich einige, -allerdings hauptsächlich Klassik und Jazz-, Tieftonprobleme habe ich damit keine, aber es ist hier vor allem eine Frage der Pressqualität. Die Erstpressungen weisen zum Teil eine so gut Qualität auf das es schon sehr hochwerties Equipment braucht um sie gut aufgelöst und ohne Verzerrungen wiederzugeben. Gerade diese alten Platten legen bei gutm Equipment noch ernorm zu. Spätere (gute) Pressungen sind oft hingegen sehr vie leichter Abzuasten, -sie klingen auch mit deutlich weniger Overkill schon recht gut-, legen aber weniger zu und kommen nie ganz auf das gleiche Niveau wie diese alten Scheiben.

Am problemlosesten laufen eigntlich überall gut aufgenommene Digialaufnahmen die schon in DMM-Technik geschnitten wurden. Hier reicht in der Tat schon ein Mittelklasse-Tonarm mit einen 200-250 Euro-System gut aus um 90% der Informationen aus der Rille zu holen. Bessere Systeme können hier zwar noch klanglich ernorm zulegen aber der Informationsgewinn bleibt eher bescheiden.

MFG Günther
cptfrank
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 13. Jan 2011, 14:12

WilliO schrieb:
Ich glaube allerdings
das auch 1000 Euro-System aus einer 69iger Scheibe keinen
Tiefbass herauskitzelen kann weil er einfach nicht da ist.

Gruß
Willi


Hallo Willi,
auch wenn die LP da etwas benachteiligt ist im Vergleich zur CD, gibt es durchaus anständigen Tiefbass auf Vinyl! Wenn Du ihn bei Dir nicht hörst, liegt das wahrscheinlich an Deiner Anlage.
Gruß
Frank
WilliO
Inventar
#24 erstellt: 13. Jan 2011, 14:54
@Hörbert:
Günther, genau das ist ja auch meine Feststellung. Die erwähnte Dire Straits-LP hat einen Aufkleber mit dem Hinweis auf DMM-Technik.
Dagegen hört sich z.B. Rare Earth "Get ready" richtig blechern an. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.
Ebenso alte Stones-LP's. Selbst die "Let it bleed" kann
nicht diesen vollen Sound der Dire Straits-Aufnahme liefern.
Aber, vielleicht bringt ja das erwartete Nagaoka-System
mehr als das vorhandene alte Denon DL110.

@cptfrank:
Frank, glaub mir, an meiner Anlage liegt es ganz sicher
nicht!
Bei mir "wütet" ein aktiv angesteuerter 18" JBL 2245H.
Der bringt Tiebass sauber bis ca. 30 Hz und bringt den
Betonboden des Studios zum vibrieren -wenn er denn mit einem Signal versorgt wird.
Aber, wo vorne nix reinkommt, kann hinten auch nix rauskommen.
Ich höre ja auch durchaus tieferen Bass auf Vinyl nur eben bei vielen alten Aufnahme nicht.
Bei Pink Floyd "The Wall" oder Alan Parsons, z.B. ist alles bestens.

Gruß
Willi
Hörbert
Moderator
#25 erstellt: 13. Jan 2011, 15:39
Hallo!

Genau dieser blecherne Sound gibt sich sehr oft ab einer höheren Qualitätsstufe, hier kommen stattdessen dann Informationen zum Vorschein ie vorher nicht aufgelöst werden konnten da di Abtastung nicht gut genug war.

Noch ein Tipp: Auf dem Analogen Sektor ermißt man stattgefundene (oder auch nicht stattgefundene) Verbesserungen am leichstesten an den Schallplatten die vorher am schlechtesten klangen. Bei ohnehin schon gut klingenden Exemplaren gibt es halt kein mögliches Verbesserungspotential mehr.

Im Extremfall kann sich so die gesamte Wertigkeit innerhalb einer Sammlung umkehren und die bei mäßigem Equipment gut klingnden Scheiben sind dann im Endeffekt die schlechesten der gesamten Smmlung.

Natürlich gibt es auch immer einige Scheiben die wirklich schrottig klingen, da ist selbstverständlich Hopfen und Malz verloren. Aber eben das das weiß man halt vorher nicht genau.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 13. Jan 2011, 18:23 bearbeitet]
WilliO
Inventar
#26 erstellt: 13. Jan 2011, 16:42
Hallo Günther,
das wäre ja eine kleine Sensation! Ich bin echt gespannt..
Da ich das neue Nagaoka auf einen neuen Headshell montieren werde, bleibt das DL110 sozusagen griffbereit
zum Vergleich montiert.

Schrottig klingen nach meiner Erfahrung sehr oft diese
Greatist hits-LP`s die mit max. Laufzeit aufgenonmen wurden.

Gruß
Willi


[Beitrag von WilliO am 13. Jan 2011, 20:36 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#27 erstellt: 13. Jan 2011, 18:41
Hallo!

Nun, zumindesten die alten Stones-Scheiben der Decca klingen fast alle ausgezeichnet, vor allem natürlich die Erstpressungen. Nur braucht es schon einiges an gutem Equipment damit sich die alten Scheiben wirklich voll entfalten können.

Daß die Hit-Sampler von Arcade, Ariola, K-tel u.s.w. berüchtigt schlechte Pressungen sind ist nicht nur auf die Länge der Aufnahmen zurückzuführen sondern auch darauf das hier Matrizen verendet wurden die vorher schon für die regulären Serien der höherpreisigen Pressungen hehalten mußten.

Das war damals nicht so wichtig, es ging bei diesen Hit-Samplern weniger um Klangqualität sondern mehr darum das man alle aktuellen Hits für wenig Geld auf einer Scheibe hatte. Gerade bei Feten waren diese Sampler ein absolutes Muß in Teenagerkreisen.

MFG Günther
WilliO
Inventar
#28 erstellt: 13. Jan 2011, 20:52
Hallo Günther,
ja, ja, damals ging es vorallem nach dem Motto:
"Nicht schön, aber LAUT"!
Eine dieser Decca-LP's (Through the past darkly) Big Hits, vol.2 mit sämtlichen Hits der frühen Stones-Jahre habe ich auch. Das ist allerdings eine echte Feten-LP, sowohl optisch als klangtechnisch! Ich kann mir vorstellen, daß die schon
ein oder gar mehrere Bierbäder gemacht hat. Sie läuft aber
noch durch aber es knistert und knackt teils fürchterlich.
Dennoch hängen gerade an solchen Platten die tollsten Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.

Von diesen LP's mit 20 "Gold Rock Hits" (K-Tel) habe ich
auch nur 1 LP.

Gruß
Willi
kinodehemm
Inventar
#29 erstellt: 13. Jan 2011, 21:51
Moin

am Bass scheidet sich die Spreu vom Weizen, das hat Hörbert ja schon sehr gut erläutert.

Um aber mal auszuschliessen, das es immer an dem armen System liegt, sollte man halt auch ein paar Platten zuhause haben, die dahingehend auch unter 60Hz noch 'ordentlich was in der Rille' haben..

Trentemoeller,LastResort
Madonna : Ray of Light(muss nicht die Japan sein..)
Ray Brown/Laurindo Almeida:Moonlight Serenade
Massive Attack: Wenn's geht, irgendwo ne Maxi auftreiben, sonst tut's auch die Mezzanine.

Auf all diesen (und natürlich vielen anderen..) Platten ist schöner Bass und Tiefbass, teils auch in Kobination mit Stimmen, was eine weitere Hürde darstellt.

Aber wenn zB Teardrop, Frozen oder andere Stücke der og LPs
'dünn' oder 'blechern' klingen- dann wirds Zeit für den Frühjahrsputz >>Knut

Das Problem ist, wenn man auf 80/90er Rockmusik steht- da sind 99% aller Pressungen so, das der Siegeszug der CD kein Wunder war.

Das es schlicht an der Pressung liegt, hört man Zb an der 'Painkiller'. Das Reissue von MOV in 180gr mal gegen die Originalpressung aufgelegt
WilliO
Inventar
#30 erstellt: 13. Jan 2011, 22:22
@kinodehemm:
Du hast mich mit deinem Beitrag auf eine Idee gebracht!
Die genannten Scheiben kenne ich bis auf die von Madonna nicht. Frozen habe ich als CD und diese CD, übrigens auch
andere CD's von ihr, sind wegen des Tiefbasses berühmt/
berüchtigt in puncto dröhnen.
Wir sprachen hier nicht in 1. Linie über die TA-Systeme sondern vor allem auch die Aufnahmequalität.
Aber Ok, dein Beitrag war für mich Anlaß nach einer längst
vergessenen LP kurz zu suchen: Eine Direct-Schnitt-LP
in einer Limited Edition-Fassung von Virgil Fox auf Crystal
clear records. Live eingespielt vom 28. bis 31. August 77
in einer Kirche in Garden Grove/Calif. spielt der auf der
Kirchenorgel Toccata, Adagio and Fugue v. Bach.
Da kannste Bass hören!

Gruß
Willi


[Beitrag von WilliO am 13. Jan 2011, 22:23 bearbeitet]
DeCan
Stammgast
#31 erstellt: 14. Jan 2011, 23:22
Hallo,

ich betreibe einen Pro-ject RPM 5 mit dem 9 Zoll Carbon Arm und einem Ortofon 2m blue. DAs Signal geht an einen Cambridge 640P und von da an einen Denon AVR 2308, der das Signal über SommerCable Lautsprecherkabel an Canton Lautsprecher weiter gibt. Nun zu meiner Frage. Hat jemand Erfahrung damit, mit welchen Tonabneher beim hauptsächlich hören von Rock und Pop Musik, diese voll, warm und räumlich klingt. Der Bass darf ruhig knackig sein. Ich kann nicht sagen, dass ich generell unzufrieden mit meinen Komponenten bin, ber bei machen Platten klingt es etwas hell. Da fehlt mir persönlich etwas die Klangfülle. Es sollte klanglich eine gute Auflösung haben.

Ich höre zum Beispiel Sade, Billy Joel, Dire Straits, Pink Floyd, Klaus Lage, Cat Sevens, Anita Baker, aber auch Scorpions, AC/DC, U2, Frankie goes to Hollywood, Eurythmics, foreigner, T-Pau,... (Ich weiß, ganz schön durcheinander)

Vielen Dank vorab schon einmal für Eure Antworten und Tipps. Vielleicht kann mir auch jemand sagen, wo man den jeweiligen TA günstig bekommt. Bei meinem 2m Blue gab es Verkaufspreise von bis zu 190 Euro. Ich habe eseher zufällig für rund 50 Euro weniger bekommen.

Grüße,
Sebastian


[Beitrag von DeCan am 14. Jan 2011, 23:23 bearbeitet]
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