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Tonabnehmer für Yamaha YP-D6

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vintage_fan_76
Neuling
#1 erstellt: 29. Jul 2012, 11:52
Hallo HiFi-Freunde,

Ich betreibe einen YP-D6 an einem CR-600.
Der Dreher ist noch nicht lange im Bestitz. Derzeit ist ein Ortofon VMS 20E Mk-II montiert.
Hierzu habe ich fragen:
1.: Das System hängt an der original HeadShell. Diese hat im Betrieb sehr wenig Abstand zur Platte. Bei sehr welligen Platten schleift die HeadShell schon. Was kann ich tun? Das ist doch sicher nicht so gewollt! Kennt jemand das Problem, und eine Lösung?

Ich würde, auch aus obigen Grund, mal ein paar Euro in ein neues System investieren. Für ein MM-System würde ich bis 100Euro ausgeben, für ein MC-System natürlich auch mehr, vielleicht das doppelte!

2.: Brauche ich für ein MC-System eine zusätzlich Vorstufe?
3. Lohnt sich ein MC-System überhaupt? Meine LS sind jetzt nicht die Leistungsfähigsten (Nubert NuBox 311 für 20m², ich höre nie richtig laut)
4.: Was wären mögliche/empfehlenswerte Systeme in meinem Preissegment (Finde das Ortofon 2M Red ganz "sexy", scheint mir aber zu schwer)
Fhtagn!
Inventar
#2 erstellt: 30. Jul 2012, 05:57
Moin,

zuerst: Platten, die so extrem verbogen sind, kannst du in den Müll werfen. Da gehören sie nämlich hin. Die Headshell hat nicht viel Abstand zur Platte, das kannst du auch nicht ändern und ist auch bei normalen LPs kein Problem.

Das Ortofon VMS-20E ist ein Spitzensystem, das ich unbedingt behalten würde. Originale Nadeln (D20E) sind noch zu bekommen und bieten das beste Preis -Leistungsverhältnis. Für eine dem VMS-20 ähnliche Qualität musst du mindestens ein Ortofon Vinyl Master Silver kaufen, dieses kostet mittlwerweile schon über 250€.
Albus
Inventar
#3 erstellt: 30. Jul 2012, 11:43
Tag,
zur Ausgangssituation:
1. Zum Kontakt zwischen Korpus des Tonabnehmers und Oberfläche bei welligen Platten kommt es auch gerade, weil die Nadelnachgiebigkeit (denke es dir als eine Art von Federverhalten) des Tonabnehmers (zu hoch) nicht zur Bewegungsmasse des Tonarmes passt (zu schwer). Die Welligkeit regt die Kombination Abtaster/Arm wieder und wieder an, der ungenügende Dämpfungsfaktor des Nadellagers lässt Abtaster und Arm rhythmisch schwingen; im Schwingen kommt es dann zu Kontakten zwischen Unterkante des Abtasters und Plattenoberfläche (der Spalt beträgt typisch nur geringe 1,0-1,5 mm).
2. Die Bauhöhe des VMS 20 E Mk II ist mit 14,5 mm zu gering für den in der Höhe nicht verstellbaren Tonarm des YP-D6; passend ist eine Bauhöhe von 17,5-18,0 mm. Dann müsste man sich um gehörige Parallelität von Tonarm und Platte, damit um die Passung des Einfallswinkels des Diamanten in die Plattenrille, keine Gedanken mehr machen. Jetzt aber steht der Tonarm vorn deutlich zu tief (es sei denn, jemand hat für Ausgleich gesorgt).
3. Der Phono-Schaltkreis (Phono 1, 2) des CR-600 ist einerseits etwas unempfindlich, 3 mV, der Eingangswiderstand bei 50 Kiloohm ist in Ordnung, aber die Eingangskapazität ist (für heutige Verhältnisse) untauglich hoch, beträgt 520 pF (Picofarad). Diese Kapazität addiert sich mit der Kapazität des Plattenspielerkabels, ca. 130 pF, zu enormen 650 pF. Bedeutet: Fast kein MM-Tonabnehmer der aktuellen Produktion ist damit, 650 pF Lastkapazität, verfärbungsfrei zu betreiben. Kapazitäten beeinträchtigen in erster Linie den Bereich der höheren Frequenzen.

Zwischensatz: Für irgend nur bloße alltägliche gelegentliche Brauchbarkeit taugte das vorhandene VMS 20 E Mk II, verträglich nach Herstellerempfehlung auch mit 400 pF Kapazität, wohl auch noch mehr oder weniger leidlich mit den gegebenen 650 pF - bei ebenem Plattenmaterial, sonst nicht. Aber ein Optimum ist das an Tauglichkeit nicht. Die mangelnde Bauhöhe könnte man ausgleichen mittels eines geeigneten Distanzplättchens (oder man schneidet sich eine Hartpappelage passend zurecht) oder einer dicken Plattenmatte oder einer Headshell mit 3,0 mm tiefer liegender Befestigungsfläche (gibt es von Audio Technica und Technics).

Was machte man vielleicht noch, um den Wust hinter sich zu lassen? Man kaufte ein Denon DL-110, ein Tonabnehmer der Art MC-High Output. In Kauf nimmt man, dass am CR-600 der Volumeregler etwas weiter geöffnet werden muss; der Geräuschspannungsabstand aus der Kombination bleibt aber tauglich. Damit hat man die passende Bauhöhe (zum YP-D6), die passende Nadelnachgiebigkeit (des Tonabnehmers zum Arm des YP-D6), die Verträglichkeit mit der enormen Kapazitätslast (des CR-600).

Zusatz: Ein 2M Red (7,2 g nominell) ist durchaus nicht zu schwer (zulässig am YP-D6 sind Abtaster mit Gewicht von 4-15 g, gemäß BDA), hat die richtige Bauhöhe, 18,0 mm, ist aber Hersteller-seitig mit empfohlener Kapazität von 150-300 pF nur verträglich. Mit einem Betrieb an 650 pF nicht ohne merkliche Verfärbungen vereinbar.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 30. Jul 2012, 13:36 bearbeitet]
luckyx02
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 30. Jul 2012, 16:26
AK zu hoch, das Ortofon hat nur 1,25 p maximal, optimal sind 1p ? Unbedingt mit Tonarmwaage prüfen !!!

PS: Albus, von deinem Geschwurbel habe ich nicht mal die Hälfte verstanden..... aber als Ingenieur muss ich das wohl auch nicht.....:KR


[Beitrag von luckyx02 am 30. Jul 2012, 16:29 bearbeitet]
Fhtagn!
Inventar
#5 erstellt: 30. Jul 2012, 16:30
Dass du noch Lust hast auf sowas hinzuweisen.

Diesen Satz kann man sich an die Wand hängen:


Für irgend nur bloße alltägliche gelegentliche Brauchbarkeit taugte das vorhandene VMS 20 E Mk II, verträglich nach Herstellerempfehlung auch mit 400 pF Kapazität, wohl auch noch mehr oder weniger leidlich mit den gegebenen 650 pF - bei ebenem Plattenmaterial, sonst nicht.


Ohauer.......
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