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Was haltet ihr von solchen Plattenspielern?

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Kalle_Grabowski
Neuling
#1 erstellt: 09. Jul 2003, 12:38
Ich meine solche geräte aus den 70ern mit servogesteuertem direktantrieb, halbautomatik usw.
Hab bis vor kurzem einen Denon 35-F gehabt, der aber jetzt leider den Geist aufgegeben hat... Ich war mit dem Gerät eigentlich sehr zufrieden, kenn mich auf dem Gebiet aber auch nicht aus.
Als nächstes hatte ich vor mir ein anderes Modell von Denon, zb den DP 21-F zu holen.
cr
Moderator
#2 erstellt: 09. Jul 2003, 12:46
Ich war immer ein Freund eines guten Direktantriebes (gab auch genug schlechte), HighEnder schwören aber auf Riemen.
Kalle_Grabowski
Neuling
#3 erstellt: 09. Jul 2003, 12:48

Ich war immer ein Freund eines guten Direktantriebes (gab auch genug schlechte), HighEnder schwören aber auf Riemen.

kann man denon denn in die kategorie "guter direktantrieb" stecken?
cr
Moderator
#4 erstellt: 09. Jul 2003, 12:59
Das weiß ich nicht, für mich gehörte jedenfalls Fisher zu den schlechten, DUAL mit dem 3 kg Teller zu den guten (vom Rumpelabstand und Gleichlauf her gesehen)
Hor
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 09. Jul 2003, 14:40
Und was denkt Ihr so über den Technics 1200 bzw. 1210 MKII?
Gruß
Holger
Inventar
#6 erstellt: 09. Jul 2003, 17:59
Auf der Webseite www.vintagetechnics.com sind ca. 130 Plattenspieler von Technics gelistet, davon knappe 100 Direkttriebler, da kann man schon bei den vielen Angeboten auf eBay mal durcheinander kommen.
Ich kenne von Technics folgende Modelle : SL-BD20 (ca. 1990, Riemen), SL-L1 (ca. 1985, Direkt, Tangential), SL-D3 (ca. 1979, Direkt), SL-5 (ca. 1983, Direkt, Tangential), demnächst bekomme ich einen SL-7 (auch ca. 1983, Direkt, Tangential).
Die beiden Erstgenannten sind leicht und billig, die haben keinen großen Eindruck hinterlassen. Der SL-D3 war schon ein etwas anderes Kaliber, obwohl er nur 30 Euro gekostet hat. Immerhin ein stabiler Tonarm und ein recht schwerer Teller, lief auch angenehm leise.
Der SL-5 (für 35 Euro) ist dafür, dass er nur die Größe einer LP-Hülle hat, ein ziemlich schweres Teil, und sehr gut verarbeitet. Der SL-7, den ich demnächst bekomme (50 Euro), ist der größere Bruder (allerdings nicht von den Abmessungen her), hat vor 20 Jahren doppelt soviel gekostet wie der „Kleine“ (immerhin 400 US-Dollar). Gemeinsam ist ihnen der im Deckel eingebaute Tangentialarm für T4-P-Systeme.
In Japan werden gebrauchte SL-7 übrigens für 40.000 Yen gehandelt, das sind deutlich über 300 Euro !
Die Tangentialen dieser Baureihe (es gibt noch SL-6, -10 und –15) klingen auch mbmn sehr sehr gut, selbst wenn man nur ein kleines Audio Technica für 35 Euro einbaut. Mit einem guten Ortofon dürften sie zur Hochform auflaufen, vielleicht leiste ich mir demnächst für den SL-7 dann ein OMP-20 oder ein X1 MCP (MC).
Wenn es ein Technics werden soll, würde ich auf die o.g. Webseite gehen und mal auf die ehemaligen Neupreise schauen – Geräte, die Mitte der Achtziger oder später neu weniger als 200 Dollar gekostet haben würde ich abhaken. Qualität hatte schon immer ihren Preis, und ein Gerät, welches seinerzeit 300 oder 400 Dollar gekostet hat, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein stabiles und bestens verarbeitetes Arbeitsgerät, das – wenn der Vorbesitzer keinen Schindluder mit ihm getrieben hat – noch einige Jährchen gut laufen wird.
Dazu zählt auch der berühmte 1210er, der aber einen extremen Kultstatus genießt und daher meist (zu) teuer verkauft wird. Außerdem braucht man ja die DJ-typischen Features, die er und seine DJ-Kollegen haben, als „normaler“ Musikhörer nicht.
frozen
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 09. Jul 2003, 18:04
also die technics (1210er, 1200er) sind zumindest im dj-bereich das beste was es gibt. die findet man in 90% aller clubs.
subwave
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 09. Jul 2003, 18:19
...der Meinung schließe ich mich an.
"Schuld" daran ist der legendäre und patentierte Magnetantrieb. Zum DJing alsolut perfekt!
Für den reinen Hifibereich gibt es bestimmt andere Alternativen, da der Tonarm nicht für sehr leichte Systeme optimiert ist.

Zitat: "HighEnder schwören aber auf Riemen."

Kann jemand das erläutern?
Ich bezug auf Gleichlaufschwankungen kommt doch kein Riemenantriebler an den Technics ran.
Holger
Inventar
#9 erstellt: 09. Jul 2003, 19:51
>> Zitat: "HighEnder schwören aber auf Riemen."
Kann jemand das erläutern? <<

Jou. Bei einem Direkttriebler sitzt der Motor genau unter der Tellermitte und hat durch die Tellerachse direkten Kontakt zur Schallplatte. Erschütterungen, Motorgeräusche sowie tieffrequente Rumpelstörungen und auch Brummeinstreuungen können somit direkt auf die Platte und dadurch auf den Abtaster durchschlagen.
Vorteil : schnellere Hochlaufzeit – ist aber eher für DJs oder Studioanwendungen von Belang, weniger für „normale“ Musikhörer.
Beim Riemenantrieb, der zudem meist noch mit einem Subchassis gekoppelt ist, wirkt der Gummiriemen als zusätzliche Entkopplung, da o.g. Störungen nicht auf den Plattenteller und somit auch nicht weiter übertragen werden können.
Auch ein Vorteil : eine elektronische Umschaltung für die Geschwindigkeiten kann entfallen, da unterschiedliche Durchmesser des Antriebspulleys verschiedene Geschwindigkeiten ermöglichen, das Umlegen des Riemens kann einfach mechanisch gelöst werden.

Und was die Gleichlaufschwankungen angeht : Spitzen-Riementriebler schaffen Werte unter 0,02%, der Technics ist glaube ich mit 0,025 angegeben, „normale“ Riementriebler liegen etwas etwas „schlechter“, aber was sind denn schon 0,05 oder 0,1% ?
Unhörbar !
Das ist heute eigentlich kein Verkaufsargument mehr.
Holger
Inventar
#10 erstellt: 09. Jul 2003, 19:56
Ach ja, übrigens : selbst mein mittlerweile über 30 Jahre Thorens TD 124 Mk. II mit kombiniertem Riemen-Reibrad-Antrieb ist mit gerade mal 0,07% Gleichlaufschwankungen angegeben.
Technics
Stammgast
#11 erstellt: 09. Jul 2003, 20:21
Hi,
bei den Direktangetriebenen hat bis heute nur Technics das Rumpeln im Griff bekommen.
Die DD Geräte vor 1980 produziert sind allesamt heute einsame Spitze. SL-1200,1300,1400,(festes Chassis) 1500,1600,1700 (entkoppeltes Subchassis) die mit der 10 hinten (xx10) sind schwarz.
Das einzige Problem der 1300,1400,1500 MK2 ist der manuelle Lift. Wird der Tonarm festgesetzt und der manuelle Lift betätigt, zerbricht der Kunststoffhebemechanismus. (Alterung)
Bessere DD Laufwerke sind kaum zu bekommen.

Dieter Schaub
Hor
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 09. Jul 2003, 21:10
Prima, wie sich der Thread entwickelt. Ich selbst betreibe einen Technics 1210 MKII mit einem Orftofon Nr.2 und muß sagen, diese Kombi schlägt meinen CD-Player um Längen - obwohl der auch nicht wirklich schlecht ist. Von Brummgeräuschen oder sonstigen störenden Einfüssen keine Spur! Worin unterscheidet sich denn der Motor meines Technics von denen aus den 70ern? Ich weiß nur, daß diese alten Dreher zumeist höllisch schwer sind, und teilweise für die Montage anderer Tonarme (z.B. SME) vorbereitet waren.

Gruß
cr
Moderator
#13 erstellt: 09. Jul 2003, 21:23
@Technics:
Die DUAL-Direkttriebler (die Spitzenmodelle) hatten Spitzenwerte beim Rumpelabstand, da konnten viele Riementriebler nicht mithalten, über 70 dB, bewertet.
subwave
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 09. Jul 2003, 21:45
@holger: alles klar, danke, wieder was gelernt!

@hor: ich habe keine Ahnung von alten Tellern...

@alle: kennt jemand einen brauchbaren Link, wo man nachlesen kann wie genau Tonarmgewicht, Nadelaufhängung, Auflagekraft usw. mit Klang zu tun haben?
Mich würde z.B. mal interessieren, ob z.B. weich aufgehängte Nadeln montiert am leichten Tornarm besser klingen als meinetwegen hart aufgehängte am schweren Arm (oder so ähnlich ).
Oder sind verschiedenen Nadeln einfach für bestimmte Einstellungen optimiert, und daher gibt es für jede Einstellung bzw. Wert (am Tonarmgewicht kann man ja erstmal nichts machen) genauso guten Klang?

Cheers!
cr
Moderator
#15 erstellt: 09. Jul 2003, 21:51
Die Trackability hart aufgehängter Nadeln ist schlechter (Fähigkeit der Nadel, großen Auslenkungen (=laut) zu folgen, insb bei höheren Frequenzen). Daher benötigen sie höhere Auflagekraft. Dies wiederum erfordert, dass der Diamant nicht zu schlank geschliffen ist, sonst zerstört er die Rille.
Holger
Inventar
#16 erstellt: 09. Jul 2003, 22:36
Hi subwave,

Ich darf Dir mal meine Webseite www.Phono-Info.de empfehlen, da findest Du eine ganze Menge Informationen.
Kurzer Exkurs : generell kann man natürlich nicht sagen, dass die Variante „leichter“ Tonarm + „weich“ aufgehängtes System besser klingt als „schwer“ und „hart“, und umgekehrt kann man’s genauso wenig verallgemeinern.
Aber wichtig ist es schon, dass die Teile harmonieren, denn wenn sie das nicht tun, dann klingt’s tatsächlich schlechter.
Man sollte also schon wissen, welches System für welchen Tonarm geeignet ist. Nehmen wir den typischen DJ-Plattenspieler. Der braucht einen recht schweren Arm, weil DJ-Systeme mit recht hohen Auflagekräften gefahren werden, das Ortofon Concorde Pro S z.B. mit 4g.
Wenn jetzt jemand hingeht und als Nicht-DJ in diesen Arm für den Hausgebrauch ein sehr weich aufgehängtes System einbaut, welches er dann – wie vom System-Hersteller vorgeschrieben – mit sehr niedriger Auflagekraft betreibt, dann kann er durchaus bei Platten, auf denen sehr tiefe Frequenzen eingeschnitten sind, Probleme bekommen, da die ganze Geschichte zu resonieren anfängt – und das kann schon sehr beeindruckend sein.
Wenn dagegen jemand einen Endsiebziger-Thorens sein Eigen nennt, so hat der oft einen sehr leichten Tonarm eingebaut, dessen effektive Masse gerade mal 7,5g beträgt. Wenn man da jetzt ein Denon DL 103 einbaut – ein beliebtes Low-Output-MC – , dann funktioniert die Kiste zwar, aber wiederum durch das oben angesprochene Missverhältnis verursacht bekommt man halt nicht den optimalen Klang.
Und dann gibt’s da noch die Geschichte mit den Nadelschliffen, wie von cr schon angesprochen. Auch da kann man nicht generell sagen, dass z.B. ein Van den Hul II besser klingt als ein elliptisch geschliffener Diamant.
Nur muss man halt wissen, dass man einen scharfen Van den Hul nicht mit hohen Auflagekräften fahren sollte, ergo passt er nicht zu hart-aufgehängten MCs, und deshalb auch nicht zu Plattenspielern mit schweren Tonarmen. Da ist der obengenannte Thorens dann der bessere Partner.
Nicht unbedingt leicht, die Materie, aber wenn man ein paar Dinge berücksichtigt, kann man sich schon zurecht finden. Am besten ruft man ein Internet-Forum wie dieses hier auf und fragt, denn wie schon Verona sagte : Da werden Sie geholfen !
timmkaki
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 10. Jul 2003, 05:12
@ Holger

ich danke Dir dafür, dass Du es gewagt hast
>IMHO< durch >mbmn< zu ersetzen.

Nicht nur Vinyl - auch die deutsche Sprache lebt!

Gruß Timm


[Beitrag von timmkaki am 10. Jul 2003, 05:13 bearbeitet]
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