Passender Plattenspieler - Wechsel o. Aufrüstung

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bollo:-o
Neuling
#1 erstellt: 08. Jan 2021, 18:33
Hallo zusammen,

ich habe mich hier schon mal kurz vorgestellt - Link.
Ich höre hauptsächlich Metal, inkl. aller Subgenres. In Zukunft habe ich vor, mehr LPs bzw. Re-Issues von Platte zu besorgen. Allein der Cover-Artworks wegen, geht da eigtl. nur "auf Platte". Durch einen glücklichen Umstand bin ich nun an eine ganze Reihe von Platten (ca. 100 LPs, Metal, meistens aus den 90ern) gekommen, die mir mein Cousin günstig überlassen hat - inkl. Plattenspieler (s. unten).

Mein System:
AVR: Denon X1300W (ohne Phonoeingang)
Standlautsprecher: Indiana Line Tesi 560
Plattenspieler: Visonik VT5300, Tonabnehmer: Ortofon OMB 10
Phonovorverstärker: Pro-Ject Phono Box - Link

In einem Test LP/CD vom selben Album habe ich versucht, die Hörqualität einzuschätzen:
Iron Maiden - Rock In Rio (Live)
Motörhead - Black Magic
Fleetwood Mac - Rumours

Ich weiß, der Vergleich mit einer CD ist nicht wirklich einer. Aber: Das Ergebnis ist aber leider sehr ernüchternd. Das der Unterschied so gravierend sein würde, oh man. Hört sich alles von LP zu verschleiert, dumpf, einfallslos an, ohne Wumms, Tiefe und Laune. Verstehe jetzt, warum mein Cousin das aufgab, hatte wohl auch keine Lust da was zu ändern. Auch muss ich die Lautstärke erheblich hochdrehen, dass ich nur annähernd an die Wiedergabe von CD komme. Aber gut, als ernüchternde Quelle mache ich als Laie mal den PlattenspielerTA, aus? Und ja, ich habe an dem auch nix justiert o.ä.

Vorerst möchte ich die Frage klären: Lohnt sich hier ein neuer Tonabnehmer, inkl. Headshell, ggf. Riemen und Neujustierung überhaupt? Passt der pre-Amp dazu nicht?

Mittelfristig möchte ich definitiv den Hörgenuss mit den o. g. Komponenten von LP erhöhen. Was ist mir da wichtig: toller Klang, frei nach dem Motto, jawohl - so will ich es hören. Es muss Spaß und süchtig machen:), eine LP aufzulegen. Eigentlich hätte ich schon gerne einen neuen - auch optisch, zumal der Korn des Zweifels ist gesät ...

Ich habe, der Praktikabilität wegen, zuerst an eine Neuanschaffung, inkl. pre-Amp gedacht (Recherche: Denon DP-400, Audio-Technica ATLPW50PB, Pro-Ject Essential III Phono). Aber das ist überhaupt nicht entschieden.

Kurz zu Überlegungen wie Budget oder "Vintage vs. Neu" etc.:
1. Budget: max. 500 € PS (+ 150,- für ggf. neuer TA/Headshell?), ggf. pre-Amp oder Revision eines gebrauchten PS?
2. Nicht erforderlich sind: USB-Anschlüsse, USB-Recording Funktion, Bluetooth, 78 U/Min
3. PS unter 300 € (NEU) - da ist, denke ich, nichts gutes dabei
4. Wichtig ebenfalls: Tonarm nicht aus Plaste/Holz/Keramik, Chassis aus "schwerem" Material - kein Kunststoff, Staubabdeckung, Riemenantrieb/Direct Drive (schaun wir mal).
5. Vintage: Mir ist das Risiko bewusst - Versand+Verpackung, ggf. Neuinvestitionen etc. - empfohlene Seiten wir gs-audio.com, analogrevival.de, Verkauf hier im Forum usw. würden dann meine ersten Anlaufstationen sein. Bin also nicht abgeneigt.

Wenn Ihr einen Plattenspieler-Wechsel anratet, würde ich hier was zu gefundenen Modellen später nachposten.

Danke, ein schönes WE und viele Grüße
Bollo


[Beitrag von bollo:-o am 08. Jan 2021, 19:27 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#2 erstellt: 08. Jan 2021, 18:45
Hallo Bolli

Zuerst: Ich bin ein Befürworter von alten Plattenspieler, weil ich hier in sehr vielen Fällen einfach bessere Qualität/besseren Komfort feststelle - zumindest wenn es sich um Geräte der damaligen Mittelklasse/oberen Mittelklasse handelt. Deinen Visonik VT5300 kenne ich aber nicht, daher kann ich dazu nichts schreiben.

Deine Phonobox ist ein solider Pre, da sehe ich kein Problem.

Nicht so der Brüller ist hingegen das Ortofon OM-10-Tonabnehmersystem. Das System an sich taugt durchaus, nur ist die 10er-Nadel ein eher einfaches Produkt (getippt, d.h. Diamantsplitter von Metallsockel eingefasst, immerhin elliptisch geschliffen). Bereits die Aufrüstung auf die 20er-Nadel wäre ein Fortschritt (nackter Diamant); mit der teuren 40er-Nadel spielt das OM fast so auf wie die CD.

Die Nadelpreise bei Ortofon sind allerdings ziemlich gesalzen. Daher würdest Du mit einem anderen Tonabnehmer für weniger Geld weiter kommen als mit einer Nadelaufrüstung. Namentlich denke ich da an das Audio Technica AT-VM95ML-System, das auch auf dem Niveau des OM mit der 40-Nadel aufspielt.:
https://www.thakker....t-tonabnehmer/a-9540

Solltest Du den Plattenspieler doch tauschen wollen bitte bedenken: Neugeräte haben ebenfalls nur Alibi-Tonabnehmer der Liga OM10 verbaut; Du müsstest also auch hochrüsten.

LG
Manuel
bollo:-o
Neuling
#3 erstellt: 08. Jan 2021, 19:00
Hi Marsilio,

der Visonik - man findet nicht allzu viel im Netz - Link.

Ringsherum und überhaupt - schon viel Plastik, von schöner Optik ganz zu schweigen. Kann ja sein, es meldet sich noch jemand und meint ".. das Ding war damals der Hammer - nur den TA den Du da drin hast ist Mist". Nur, ich glaube es aber nicht :).


Solltest Du den Plattenspieler doch tauschen wollen bitte bedenken: Neugeräte haben ebenfalls nur Alibi-Tonabnehmer der Liga OM10 verbaut; Du müsstest also auch hochrüsten.

Ja, damit rechne ich. Außer da ist was mit neuem TA im "Angebot".

Viele Grüße
.JC.
Inventar
#4 erstellt: 08. Jan 2021, 19:16
Hi,


bollo:-o (Beitrag #1) schrieb:
Ich weiß, der Vergleich mit einer CD ist nicht wirklich einer.


es kommt drauf an.

Ich nehme für diesen Vergleich die Queen - a kind of magic weil die LP sehr gut ist.
(DMM = direct metal mastering).
Also (fast) gleiche Klangqualität ist durchaus möglich und auch nicht so wahnsinnig teuer.
So um 500 € musst Du aber schon ausgeben.

ps
Beispiel: SL-Q2 und AT VM 95 ML
deine Phono-Box kann bleiben
WBC
Inventar
#5 erstellt: 08. Jan 2021, 19:37
Die CD von "A Kind Of Magic" ist aber nur durchschnittlich - somit hinkt Dein Vergleich doch wieder - wenn Du eine LP aussuchst, die top produziert ist, musst Du auch eine top produzierte CD zum Vergleich nehmen - wenn es die nicht von der ausgesuchten LP gibt, wird das nix, denn sonst sind's wieder die berühmten "Äpfel und Birnen"...


[Beitrag von WBC am 08. Jan 2021, 19:38 bearbeitet]
.JC.
Inventar
#6 erstellt: 08. Jan 2021, 20:07
Sehe (höre) ich nicht so.
Aber schlage mal was vor (was auch leicht zu bekommen ist)

Ich hätte auch die Kate Bush - Hounds of Love nennen können,
aber da ist die LP klar (!) besser als die CD
WBC
Inventar
#7 erstellt: 08. Jan 2021, 20:36
Exakt dasselbe behaupte ich halt von der "A Kind Of Magic"...

- und nun...?
-rowo-
Stammgast
#8 erstellt: 08. Jan 2021, 21:04
Hättet Ihr jetzt nicht normalerweise dem TE erst einmal Tipps zu Justage, Auflagekraft und Antiskating einstellen gegeben sowie evt. die eingestellten Werte der Phonobox erfragt?
Eventuell den Tipp mit einem neuen Tonabnehmer gegeben, der sich ja dann auch gegebenenfalls auf einen neueren bzw. anderen Spieler schnallen liesse?

Ich will nicht stänkern, bin mir nur nicht sicher, ob Eurer kleiner Diskurs über gleiche Aufnahmen auf CD und Vinyl als Referenztonträger dem TE jetzt schon hilft!?

WBC
Inventar
#9 erstellt: 08. Jan 2021, 21:10
Nööö, denn das hast Du doch jetzt schon für uns gemacht...


Die Vorlage von JC war halt wieder mal zu gut...sorry...
evilknievel
Inventar
#10 erstellt: 09. Jan 2021, 18:30
Hallo,

hergestellt wurde der Visonik von CEC.
Die Plastikanmutung und der etwas einfach wirkende Tonarm können durchaus abschrecken.
Die Subchassiskonstruktion ist jedoch gut gelungen. Daher ist der Dreher gar nicht so leicht, wie man anhand der Plastikummantelung vermuten könnte.
Der Dreher ist als solides Einsteigermodell zu klassifizieren.

Ich würde den Dreher mit dem AT 95ML ausprobieren. Den kann man ja mitnehmen, wenn es trotzdem ein anderer Dreher werden soll.
Da mit dem Ortofon nicht mehr das ausgelieferte System montiert ist, könnte man mal die Justage überpüfen.

typische Schwachstellen dieser CEC Dreher Reihe:

Plumpslift
Kabelbruch
ein Knallfrosch als potentieller Störkandidat.

Gruß Evil
bollo:-o
Neuling
#11 erstellt: 09. Jan 2021, 19:35
Hallo zusammen,

Danke für die Rückmeldungen. OK, da ich bei dem PS nichts über das Alter des Riemens und Tonabnehmers weiß, müsse ich diese neu besorgen.

Meine Recherche nach einer Bedienungsanleitung/Manual war aussichtslos. Das wäre doch aber erforderlich, um Justage, Auflagekraft und Antiskating - zumindest nach Handbuch - einstellen zu können? Original war wohl mal eine Ortofon NF 15 XE MKII verbaut Link

Könnte mir ja die Teile nochmal besorgen:
Die Nadel - 53 € Link Passt die an den TA (s. Foto)?
Den Riemen - 9 € Link

Anbei noch ein paar Fotos:IMG_20201226_171106 IMG_20210109_141440 nullIMG_20210109_141621 IMG_20201226_171513


Ich würde den Dreher mit dem AT 95ML ausprobieren

Puh, das wären ja 145 € Link? Ganz schöne Stange ...

Gruß
Bollo


[Beitrag von bollo:-o am 09. Jan 2021, 21:36 bearbeitet]
.JC.
Inventar
#12 erstellt: 09. Jan 2021, 20:02

evilknievel (Beitrag #10) schrieb:
Ich würde den Dreher mit dem AT 95ML ausprobieren. Den kann man ja mitnehmen, wenn es trotzdem ein anderer Dreher werden soll.


fett von mir
evilknievel
Inventar
#13 erstellt: 09. Jan 2021, 21:00
Nun ja,

die Nadelspitze muß senkrecht in der Flucht der Vorderkante des Headshells verlaufen. Dann noch auf Parallelität an der Vorderkante des montierten TAs zu der Vorderkante des Headshells achten und schwupps ist die Kiste Quick&Dirty justiert.

Ich würde nicht auf das damals verbaute System zurückwechseln, weil dich das kanglich auch nicht weiterbringt. Das OM10 ist da durchaus vergleichbar.
So lange das OM10 nicht zum zerren neigt (ja das hört man dann), dürfte es noch brauchbar sein.

Gruß Evil
bollo:-o
Neuling
#14 erstellt: 09. Jan 2021, 21:38
nur kurz, also wäre das Ortofon NF 15 XE MKII ähnlich dem OM 10 - Schliff elliptisch, Diamant getippt?


[Beitrag von bollo:-o am 09. Jan 2021, 21:40 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#15 erstellt: 10. Jan 2021, 14:37
So ist es.

Gruß Evil
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