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Brauche ich BIAS am Tapedeck?

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Texter
Stammgast
#1 erstellt: 15. Jan 2004, 14:42
Hi!

Benötigt man einen zusätzlichen Bias Regler an Kassettendecks? Ich habe nämlich gelesen, dass die neueren Kassettendecks sowieso den optimalen Wert (selbst/ automatisch) wählen. Also braucht man keinen Biasregler.

Stimmt das?
wolfi
Inventar
#2 erstellt: 15. Jan 2004, 17:03
Hallo,
man braucht generell keinen ( äußerlich zugänglichen ) Biassteller.
LogicDeLuxe
Stammgast
#3 erstellt: 15. Jan 2004, 17:31
Einige bessere Decks haben einen Bias-Feineinsteller, welcher sicher seinen Zweck erfüllt. Neuere Decks von der besseren Sorte haben jedoch meistens eine Autokalibierfunktion, die Bias, Preemphasis und Verstärkungsfaktor automatisch dem Band anpasst. Daher ist eine manuelle Feinjustierung nicht mehr nötig.
Bei Dolby S-Decks ist die Autokalibrierung, soweit ich weiß, sogar von Dolby vorgesehen.
51Days
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 15. Jan 2004, 23:32
Hallo,

ich kann behaupten, dass Leute, die gerne hochwertige Bandaufnahmen vornehmen, auf einen Bias-Regler nicht verzichten sollten. Die Klangunterschiede zwischen den verschiedenen Bändern sind teilweise enorm (gewesen), EMTEC (früher BASF) klang immer höhenbetont und von der Dynamik her komprimiert auf meinem guten alten Technics-Deck, Maxell angenehm neutral und TDK eher dumpfer.

Da BIAS eine Tonhöhenregulierung bei der Aufnahme vorsieht, welche Höhen bandentsprechend anhebt oder senkt und damit das Gesamtbild der Aufnahmedynamik beeinflusst, ist Bias immer dann sinnvoll, wenn man ein Tapedeck ab der 300 Euro-Klasse einsetzt, um klanglich "schöne" Aufnahmen zu machen. Insbesondere, wenn das Tapedeck Hinterbandkontrolle (Monitor) bietet, die einen 1:1-Vergleich, nämlich während der Aufnahme dieselbe minimal zeitversetzt abzuhören, ermöglicht.

Für Bandaufnahmen, die man im Auto hört, und unter Anbetracht der immer kleiner werdenden Software-Vielfalt (Angebot an Compact-Cassetten) ist das aber sicherlich nicht mehr so wichtig für den Gelegenheits-Taper!

Schade drum, aber nicht zu ändern. Alles wird digital! Leider!

Das war mein Senf dazu....
Gruß
Rainer
aka
51days
wolfi
Inventar
#5 erstellt: 16. Jan 2004, 09:26
Hallo,
leider beeinflusst der Vormagnetisierungsstrom nicht nur den Höhenfrequenzgang sondern auch Höhen - und Tiefenaussteuerbarkeit und den Klirrfaktor. Bei hochwertigen Kassetten - und Bandgeräten wird daher der Höhenfrequenzgang über die Aufnahmeentzerrung eingestellt, der Bias dient in erster Linie zur Aussteuerbarkeits - und Verzerrungsregulierung. Vernünftigerweise benötigt man daher für korrekte Einstellung ein Klirrfaktormessgerät. Durch das Verstellen des Bias seitens des Nutzers besteht demnach die Gefahr, die Eigenschaften massiv zu verschlechtern. Allerding haben die Hersteller günstiger Geräte dadurch vorgesorgt ( kenne den genannten Sony nicht genau ), dass sie den Bereich des externen Biasreglers ohnehin stark einschränken, damit der Laie nur begrenzten Schaden anrichten kann.
Texter
Stammgast
#6 erstellt: 16. Jan 2004, 09:44
Das stimmt, der Spielraum ist begrenzt, denn ich habe das mal probiert. Ich kann bei meinem Tapedeck bei der Aufnahme direkt vergleichen (Source/ Tape) und nur wenn man den BIAS Regler voll nach rechts oder voll nach links dreht, hört man einen Unterschied. Man muss wirklich ganz genau hinhören (unter Philips Kopfhörer (16-22 kHz), um einen Unterschied zu bemerken.

Mein Tapedeck im Auto ist ja auch nicht so dolle. Das war eine CD Wechsler/ Kassetten-Kombi und da wurde am Radio mächtig gespart.

Höre ja eigentlich nur noch CD aber durchs Internet bin ich plötzlich wieder auf Tapes gekommen, ja Tapes, nicht MP3 ;-) Im Netz gibt es so Clubs, wo man Mix-Tapes tauscht (wie früher). Es gibt viele, die sind vom CD Brennen gelangweilt.

Weiss auch nicht, warum ich plötzlich wieder so eine "Tape-Macke" bekommen habe ;-) Bei CD aufnehmen hat man ja diese Probleme nicht. Die klingen immer gut.


[Beitrag von Texter am 16. Jan 2004, 09:57 bearbeitet]
51Days
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 16. Jan 2004, 11:00
Hallo,

@wolfi: ja stimmt, da hab ich mich etwas "plump" ausgedrückt, natürlich umfasst die "Vormagnetisierung" mehr als nur Tonhöhen. Letzten Endes ist das subjektive Empfinden bei Aktionen mit dem Bias-Regler ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Allerdings hat bei mir das subjektive Hörempfinden immer ausgereicht, um eine Aufnahme mit Hinterbandkontrolle zu "optimieren"! Ich finde den Gedanken - sorry, ist kein Vorwurf - mit einem Klirrfaktormessgerät o.ä. vorzugehen, doch etwas grotesk! Wenn man nicht in der Lage ist, eine Aufnahme per Gehör abzustimmen, sollte man die Finger lieber vom Bias lassen und eine optimale Bandsorte eines bestimmten Herstellers wählen, die dem persönlichen Idealgeschmack am nächsten kommt.

@Texter: Der Qualitätsverlust bei Hard- und Software (Tapedecks und Geräte) hat doch wirklich arg nachgelassen. Wo kauft ihr denn noch "qualitative" Cassetten ein? Auf der anderen Seite kann man auch behaupten: Tapes aufnehmen ist irgendwo Kult...finde ich jedenfalls. CDs aufnehmen hat sowas Steriles...genau wie der Klang dieser Aufnahmeprodukte, ist halt 'ne 1:1-Kopie. Aber wahrscheinlich kommt da wieder der verklärte Analog-Nostalgiker in mir durch, der immer irgendwas verändern will muss oder von seinem eigenen Hörempfinden sehr überzeugt ist...

Schön jedenfalls, zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der noch was fürs Tape-Aufnehmen übrighat.

Gruß
Rainer
aka
51days
ulf
Stammgast
#8 erstellt: 16. Jan 2004, 11:03
Is schon lustig, wenn die Tapes jetzt wieder kommen!

Zur Ausgangsfrage: Man braucht definitief regelbaren Bias am Tapedeck, wenn man das Gerät nicht nur auf ein Band einmessen möchte. Die Unterschiede bei jeder Bandsortenart sind nach wie vor groß.

Es ist im Prinzip möglich, das Bias-Poti gegen eines mit einem höheren Regelbereich auszutauschen. Ich habe mal ein Tape, das gar keinen externen regelbaren Bias hatte, mit einem externen ausgestattet. Das lief wunderbar. Schau einfach aufs Poti und nimm ein Poti, Conrad, das im nächst höheren Ohm-Bereich liegt!

- Vorausgesetzt, Du lötest selbst und gern!

(Keine Haftung bei Nichtgelingen!)


[Beitrag von ulf am 16. Jan 2004, 13:02 bearbeitet]
51Days
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 16. Jan 2004, 11:11
Is ja ein Ding! Hab ich so auch noch nicht gehört, hört sich aber für Bastler gar nicht so schlecht an! Und im Grunde naheliegend, Poti ist Poti!
Texter
Stammgast
#10 erstellt: 16. Jan 2004, 11:55
Naja, die Tapes kommen sicherlich nicht wieder, aber Tapes werden immer so etwas romantisches haben. Es ist ein Unikat, man kann sie nur schwer kopieren. Das ist sowas wie ein handgeschriebener Brief. Heutzutage schreiben auch alle E-mails (brennen CDs) aber ein handgeschriebener Brief (Tape) ist doch nicht zu vergleichen mit einer E-mail. Naja, wer nur ein Hauch von Romantik besitzt, weiss was ich meine ;-)

Beim Tape spielt auch die Cover-Bastel-Story noch ein grosse Rolle, zumindest bei mir. Naja, für viele Schnee von gestern...von mir aus.
wolfi
Inventar
#11 erstellt: 16. Jan 2004, 13:00
Hallo 51days,
solltest Du irgendwann einmal das Servicemanual für ein hochwertiges Band - oder CC -Gerät in die Hand bekommen, wirst Du feststellen, dass Du ohne Klirrfaktormessgerät bei vielen Messungen nicht auskommst und der Hersteller die Anwendung ausdrücklich vorschreibt - insbesondere auch beim Feststellen des richtigen Vormagnetisierungsstromes. Eine korrekte Einmessung ist ohne Klirrmessung nicht möglich. Insofern ist das Gerät nicht nur nicht grotesk ,sondern gehört zwingend in die " handwerkliche " Grundausstattung, um fachgerechte Arbeiten auszuführen. Mir dem Ohr ist eine exakte Bestimmung, ob K 3 1, 3 oder 5 Prozent beträgt nicht möglich. Wenn natürlich bescheidene Ansprüche vorliegen, genügt vielen auch das Spielen mit dem Bias.
LogicDeLuxe
Stammgast
#12 erstellt: 16. Jan 2004, 21:09

Weiss auch nicht, warum ich plötzlich wieder so eine Tape-Macke" bekommen habe ;-) Bei CD aufnehmen hat man ja diese Probleme nicht. Die klingen immer gut.
Geht mir auch so. Eine CD brennen kann jeder, aber Kassetten perfekt aufnehmen, da ist noch eine gewisse Herrausforderung dabei. Da muß alles perfekt aufeinander abgestimmt sein.
Ich hab letztens erst mein Kassettendeck durchgemessen und alles feinjustiert. Eine Maxell MX-S (Typ IV) hat einen Frequenzgang, wo ich das obere Ende nicht mehr messen kann, weil mir der nötige Generator fehlt. (Mein Testtongenerator ist lediglich der CD-Spieler). Bis 22kHz kein Einbruch zu verzeihnen. Alles schick linear. Laut Gebrauchsanleitung reicht der Frequenzgang bei Typ IV lediglich von 30 - 18000 Hz. Und mit Dolby-S in Kino-Analogqualität.
Da hab ich gleich mal ein paar Sampler zusammengestellt und mein Walkman wieder rausgekramt.


Zur Ausgangsfrage: Man braucht definitief regelbaren Bias am Tapedeck, wenn man das Gerät nicht nur auf ein Band einmessen möchte. Die Unterschiede bei jeder Bandsortenart sind nach wie vor groß.
Habt Ihr alle noch keine Decks mit automatischer Kalibrierfunktion gesehen? Da funktioniert der Wechsel zu einem anderen Band so:
Kassette rein, Kalibiertaste betätigen, ein paar Sekunden warten bis einige Testtöne aufgezeichnet und ausgewertet wurden, fertig. Nur noch Aussteuern und die perfekte
Aufnahme kann beginnen. Bei guten Decks wird beim Kalibrieren Pre-Emphasis, Bias und der Aussteuerpegel angepasst. Das gibt's auch nicht nur bei Dolby S-Decks.
51Days
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 17. Jan 2004, 01:57
Hallo nochmal,

@wolfi: du scheinst ein sehr großes Wissen bezüglich der Bandeinmessung zu besitzen. Hut ab. Da fällt es mir auch nicht schwer, als "Bias-Bastard" (die Selbstironie sei gestattet ) einzugestehen, dass mir die von dir genannten Werte wie K 31, 3 oder 5 (wahrscheinlich Klirr?) absolut nichts sagen. Wahrscheinlich, weil ich mich bei der Bandabmessung immer nur nach meinem Gehör gerichtet habe. Bin nicht so der Audiophysiker. Kann dazu sagen, dass ich mich sehr interessiere für die Thematik und dann auch - aus Neugierde - gerne genauer wissen würde, was es damit auf sich hat. Man lernt ja nie aus.

Obwohl dieser Technik-Fetischismus (man möge mir diese nicht wirklich spöttisch gemeinte Äußerung verzeihen )allerdings durch die Aussage relativiert werden könnte: ich bin mit den Aufnahmeergebnissen meiner Tapes je nach "Gehörempfinden" immer sehr zufrieden gewesen, auch wenn etwas Lernphase dazu gehört hat. Nicht, dass ich nicht ein grundsätzliches Wissen davon hätte, was der KLIRRFAKTOR bedeutet, das ist mir schon klar.

Du besitzt nicht rein zufällig das legendäre Nakamichi-Tape, das besagte Kalibrierungen und etliche Einstellungen möglich macht???? Wäre ja genial, das Ding hat mich fasziniert: in der jüngsten Stereo-30-Jahre-Sonderausgabe ist der ehemalige Testbericht von damals abgedruckt, ich glaube, den werde ich mir gleich erstmal als Gute-Nacht-Lektüre mit in die Heia nehmen

Wenn du genauere, erklärende Technik-Infos geben kannst, immer her damit. Keine Ahnung, wie das da genau abläuft. Ist so'n Klirrfaktormessgerät teuer? Ich stelle mir vor, dass sowas eher für Klassik und "leise" Jazz-Hörer von wirklicher Bedeutung ist, da bei den von mir vorwiegend gehörten Pop- und Soul-Aufnahmen (mit Ausnahmen auch Jazz à la Oscar Peterson, Pat Metheny, Lyle Mays) auch viel "Schmutz" in der Produktion enthalten ist, die dann in Verbindung mit Klirr das audiophile Wohlbefinden auch nicht mehr sehr trüben - halbwegs "gute" Aufnahmen allerdings vorausgesetzt.

Wie dem auch sei...meine Devise:

Lang lebe der Analog-Klang: das "Gehör" kann sich nicht täuschen, dazu ist es zu menschlich. Es sei denn, es wird vom Gegenteil überzeugt.

Gruß
Rainer

PS: Das mit der Bitte um genauere Erklärungen ist ernst gemeint. Interessiert mich wirklich. So gesehen wären diese pauschalen Massen-Biasvorrichtungen an den meisten "Hifi-Tapedecks" ja im Grunde nur ein interessantes Gimmick, das sein Nutzenpotenzial ohne Messgeräte jedoch verspielt. Mein Technics RS-B 655 ist mir sehr ans Herz gewachsen, und ich kann mich nicht erinnern, dass in diesem immerhin höherwertigen Hifi-Deck der ehemaligen 650 Mark-Klasse ein Hinweis auf "Messgeräte" in der Bedienungsanleitung stand.


[Beitrag von 51Days am 17. Jan 2004, 02:05 bearbeitet]
wolfi
Inventar
#14 erstellt: 19. Jan 2004, 08:43
Hallo,
in den 30ern hatte man zunächst trotz hoher Bandgeschwindigkeiten relativ schlechte Ergebnisse. Ursache ist der Umstand, dass ( man stelle sich am besten eine Sinuswelle vor ) in der Einschwingphase die Magnetpartikel auf dem Band sich Sträuben, die Magnetisierung anzunehmen, dann im mittleren Bereich recht willig sind, um sich dann wieder zu verweigern und in die Sättigung zu gehen.
Schnell kam man darauf, dass sich die Problematik dadurch lindern liess, dass man zugleich mit dem Signal einen hochfrequenten Gleichstrom aufs Band gab, das Band somit unter einer Art Vorspannung hielt. Leider führte dieses Vorgehen zu einer Zunahme des Rauschens. In den 40ern fanden zwei Deutsche ( Deutschland war führend ), dass mit einer Wechselstromvormagnetisierung diese Schwierigkeit zu beseitigen war.
Mit Erhöhung des Stromes verbessern sich Tiefenaussteuerbarkeit und Klirr, Modulationsrauschen, durch Verringerung verschlechtern sie sich, dafür wird die Höhenaussteuerbarkeit besser. Es geht also darum, den besten Kompromiss, den Arbeitspunkt, zu finden. Den Frequenzgang steuert man am besten über die Aufnahmeentzerrung, allerdings benutzen selbst manche Nobeldecks den Bias.
Zur Klarstellung gemeint war K 3, dass ist der Klirr dritter Ordnung, den man zumeist als Maßstab für den Klirrfaktor bei Magnetbandgeräten benutzt. Ausgangsbasis ist dafür oft 500 Hz, aber selbst Firmen wie Revox handhaben dies nicht einheitlich - bei neueren Geräten geht man von 1000 Hz aus.
ulf
Stammgast
#15 erstellt: 19. Jan 2004, 10:27
@ 51Days,

Du sprichst von dem Nakkamichi Dragon. Das Tape hat mal um die 6000,- DM gekostet, wenn ich mich recht erinnere. Ist vor Dachziegelartiegn Tasten vollgepfalastert. - Hat mich auch immer fasziniert. - Habe ich schon ein paarmal bei eBay gesehen. Allerdings würde ich mich auch damit nicht wieder für Tapes an sich begeistern. Ist schon lustig, das Analoge Tapes wieder gelobt werden, wo andere MP3 klasse finden. Ich arbeite in dem Bereich lieber mit MDs, obwohl mein CD-Recorder gut ist. MDs ssind von der Bedienug her für meinen Geschmack unschlagbar, zu Zeit.
AnyChris
Stammgast
#16 erstellt: 04. Jan 2011, 00:56
*Thread rauskram*

Wie stellt man denn diesen Bias ein? Mein denon Tapdeck hat keinerlei Anzeige darüber, außer eben den dreher. ICh höre ja nicht, was ich da verstelle....
ooooops1
Inventar
#17 erstellt: 04. Jan 2011, 09:25
Moin,

wenn du
a: ein tape OHNE Hinterbandkontrolle hast hilft nur:
Bias Regler in die Mitte - Aufnehmen - Anhören - mit dem Original vergleichen.
Stimmt das in etwa - alles i.O.
Ansonsten: neue Aufnahme vom gleichen Material - Bias Regler ganz nach links. Wir der Vergleich BESSER gibt es jetzt noch die Möglichkeit der feinjustage. All dies dauert allerdings.
Wird es schlechter neue Aufnahme etc. Regler ganz nach rechts etc.
Solange bis du das beste Ergebniss - ORIGINAL - AUFNAHME hast.
b: ein Tape MIT Hintrbandkontrolle hast:
Einfach aufnehmen und während dessen zwischen Vor - Hinterband umschalten, dabei der Bias Regler verstellen, solange bis es den geringsten Unterschied Vorband-Hinterband gibt. Fertig.
Besitzer eines 3 Kopf Decks mit Hinterbandkontrolle sind hier also eindeutig im Vorteil.
Bei a: sollte man sich ev. auf eine Cassettensorte festlegen, damit man die aufwändige Prozedur nicht für jedes Band wiederholen muss.

Ooooops1
OSwiss
Administrator
#18 erstellt: 04. Jan 2011, 14:05
Grüezi !!

AnyChris schrieb:
Wie stellt man denn diesen Bias ein?

Beschränkt man sich bei der Feineinstellung des Vormagnetisierstromes (Bias) auf die groben Auswirkungen für den Hörer,
bewirkt dies hauptsächlich eine Veränderung im Hochtonfrequenzanteil - d.h. die Aufnahme klingt heller oder dumpfer als das Original.

Eine genaue Typbezeichnung Deines Denon-Tapedecks wäre natürlich schon hilfreich gewesen (2-Kopf oder 3-Kopf Gerät ??),
aber grundsätzlich solltest Du so vorgehen, wie es "ooooops1" bereits beschrieben hat.

Du kannst natürlich für den Bias-Abgleich ein Musikstück aufnehmen.
Hierbei solltest Du aber ein Stück wählen, das einen klar abgrenzbaren Hochtonanteil verfügt, dass erleichtert die Einschätzung ungemein.

Empfehlenswert hierzu wäre
z.B. ein Stück wie Dire Straits - "Brothers In Arms", da ein ständiger Side-Stick (oder Rim Click) im Hintergrund deutlich hörbar ist.

ALTERNATIV
kannst Du auch das Zwischenfrequenzrauschen eines Tuners mit -30dB bis -20dB (Aussteuerungsanzeige am Tape-Deck) aufnehmen.

Die Verstellung des Bias-Reglers bewirkt nun grundsätzlich:

Drehen zu (–) = Höhen werden angehoben (geringere Vormagnetisierung) >> ACHTUNG: zu geringe Vormagnetisierung erhöht die Verzerrungen
Drehen zu (+) = Höhen werden abgesenkt (stärkere Vormagnetisierung)

Ich habe allerdings auch schon Tape-Decks erlebt, bei denen die o.g. Stellungen genau gegenläufig arbeiten... (warum auch immer).

Sind nun die Hochtonanteile der Musik bzw. das Rauschen mit dem Original akustisch im Einklang, solltest Du die richtige Bias-Einstellung
gefunden haben - und besser kannst Du es ohne Messgeräte auch nicht machen.

Da jede Leerkassette - abhängig vom Hersteller und Bandsorte - durchaus verschiedene Arbeitspunkte aufweist,
muss die Bias-Regelung jedes Mal individuell angepasst werden.


ooooops1 schrieb:
Besitzer eines 3 Kopf Decks mit Hinterbandkontrolle sind hier also eindeutig im Vorteil.

...und Besitzer einer Bias/Level-Kalibrierung mit Testtongenerator noch viel mehr !!


Gruß Olli.
ooooops1
Inventar
#19 erstellt: 04. Jan 2011, 14:17
Moin,

stimmt OSwiss

darum wird mich mein Tapedeck auch nie verlassen

Alapge

Ooooops1
killnoizer
Inventar
#20 erstellt: 04. Jan 2011, 20:27
Ich glaube es war dem einfachen Endverbraucher immer schwer zu vermitteln das ein Drehen in Richtung Minus mehr Höhen bringt , das passt so direkt nicht ins Weltbild .

Dolby Level finde ich wichtiger , der simple BIAS-Regler ist die Hauruck Methode um Aufnahmen zu tunen .

Es schadet nicht die Höhen einen dezenten Tick höher aufzuzeichnen , das Band verliert im Gebrauch auch wieder etwas davon.
AnyChris
Stammgast
#21 erstellt: 05. Jan 2011, 17:53
Super herzlichen Dank für die erklärungen. Werde mir das mal anschauen

Mein tape ist kein 2 oder 3 Kopf gerät. Es ist ein Denon DRM-500.

Ich habe aber auch noch ein Legendäres Hitachi D-5500, aber da gibt es so einen Einstellung nicht.
Hitachi D-5500
ooooops1
Inventar
#22 erstellt: 05. Jan 2011, 18:04
Moin,

damit wäre dein Denon ja ein 1 Kopf Gerät.....
WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER

Tapes haben mind.
1 x Löschkopf
1 x Kombi - Wiedergabe/Aufnhamekopf

Geräte mit nur 1 Wiedergabekopf wären z.B. Walkman ohne Aufnhamefunktion.
Soweit mir bekannt ist, gab es aber keine HOME Geräte ohne Aufnhamefunktion. Dazu wird aber mind. die oben von mir genannte Kombi Löschkopf -- Wiergabe/Aufnahmekopf benötigt.
Dein Denon hat:
* Noise Reduction
o Dolby-B Noise Reduction
o Dolby-C Noise Reduction
o Dolby HX Pro®
*
* Head Configuration
o 2 Head Design
* Display
o 3-Digit Mechanical Counter
o Digital Peak-Reading Meters
* Tape
o Chrome Tape Capability
o Normal Tape Capability
o Metal Tape Capability
* Operation
o Full Logic Transport Control
o Memory Stop
o Music Scan
o Record Mute
* Connectivity
o Headphones
o RCA Input/Output Connectors
*
* Transport
o Mechanical Tape Loading
o Auto Shutoff
* Exterior
o Wood Side Panels
o Front Loading
o Orientation Left
* General
o Stereo
* Speed
o 1⅞ ips - 4.76 cm/s
also ein 2 Kopf Gerät ohne Hinterbandkontrolle...

Ooooops1
AnyChris
Stammgast
#23 erstellt: 05. Jan 2011, 18:28
^^ ok sry^^ dachte immer, 2 head ist auf Tonkopf bezogen. THX^^

Das mit der Hinterbandkontrolle habe ich nicht ganz verstanden. Wie funzt das genau? gibt es Bilder?
OSwiss
Administrator
#24 erstellt: 05. Jan 2011, 19:21

AnyChris schrieb:
Ich habe aber auch noch ein Legendäres Hitachi D-5500, aber da gibt es so einen Einstellung nicht.

Richtig - das hat ja auch einen Einmesscomputer (bei Hitachi ATRS-Bandkalibrierung genannt - eines der Ersten am Markt).

AnyChris schrieb:
Das mit der Hinterbandkontrolle habe ich nicht ganz verstanden. Wie funzt das genau?

Du scheinst Dich mit Deinem Hitachi D-5500 noch nicht sonderlich beschäftigt zu haben, gell ??
DAS hat nämlich 3-Kopf (mit Hinterbandkontrolle)...

Es befindet sich dort ein "Monitor"-Kippschalter: in der Stellung "Source" hörst Du die Quelle (das Original) und
in Stellung "Tape" kannst Du - bereits während der Aufnahme - die Kassette abhören (= Hinter-Band-Kontrolle).

Und das kann ein 2-Kopf-Gerät nun mal nicht...


Gruß Olli.
AnyChris
Stammgast
#25 erstellt: 05. Jan 2011, 21:02
Sehr sehr gute Erklärung, lieben herzlichen Dank

Stimmt, habe bisher nicht die Zeit gefunden, das ganze Ding wieder aufzubauen^^
killnoizer
Inventar
#26 erstellt: 06. Jan 2011, 09:45
Hat das nicht sogar eine spezielle Anzeige die zumindest die Wirkung der automatischen BIAS-Regelung anzeigt ??

Das Ding ist echt ein Riesentrumm , hatte ich mal im Bekanntenkreis.
OSwiss
Administrator
#27 erstellt: 06. Jan 2011, 11:07

killnoizer schrieb:
Hat das nicht sogar eine spezielle Anzeige die zumindest die Wirkung der automatischen BIAS-Regelung anzeigt ??

Ja, richtig - die ist wirklich sehr speziell...

...Hitachi D-5500 Bias-Indicator

Sehr pfiffig ist übrigens das herausnehmbare Tastenfeld (für die Laufwerksteuerung), das dann als IR-Fernbedienung fungiert.


Gruß Olli.
AnyChris
Stammgast
#28 erstellt: 06. Jan 2011, 21:20
Ist ein Spitzenteil und läuft perfekt
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