Lautsprecher-Bausätze/Wer hat Erfahrungen

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chris1964
Neuling
#1 erstellt: 05. Apr 2007, 19:12
Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken, einen Lautspecherbausatz zu erwerben.

Wenn man Gehäuse und Technik zusammenrechnet, ist der Preis von diesen Bausätzen ja teilweise nicht von schlechten Eltern. Deswegen die Frage, habt Ihr die Gehäuse für die Lautsprecher selber gebaut oder irgendwo bestellt ?
Ich habe den Eindruck, wenn es überhaupt ein Sparpotential dabei gibt, liegt das im Selbstbau des Gehäuses. Denn wenn man sich den Komplettpreis anschaut, kann man locker eine fertige Box dafür kaufen.
Wie würdet Ihr das Klangergebnis gegenüber gekauften Lautsprechern beurteilen ? Bei den Bausätzen sind die Weichen doch teilweise bei den Einstiegsmodellen recht einfach aufgebaut. Hat das Einfluß auf den Klang der Box ?

Für mich wäre das Motiv des Kaufes eines Lautsprecherbausatzes, was eigenes zu haben und was dabei gelernt zu haben.
Die Holzarbeiten würde ich mir nicht ohne weiteres zutrauen und habe auch nicht das Equipment dafür. Ein fertiges Gehäuse wäre mir lieber. Mit Lötkolben und Leiterplatte kann ich umgehen.

Das ganze ist doch nicht billig, so dass ich schon sicher gehen will, dass es auch was wird.

Wie sind Eure Erfahrungen ?

Gruß
Chris


[Beitrag von chris1964 am 05. Apr 2007, 19:15 bearbeitet]
Poison_Nuke
Inventar
#2 erstellt: 05. Apr 2007, 19:59
also an den Lautsprecherselbstbau hab ich mich auch noch nicht gewagt, da es bei mir in eine zu teuere Materialschlacht ausarten würde, das weiß ich vorher schon
(bei den Subwoofern hielt die materialschlacht sich ja wenigstens in Grenzen, wenn auch die meisten da anderer Meinung sind, aber meine Grenze liegt ggaaaanz wo anderst )


Also, ich will nur ein Beispiel anbringen:

Focal & JMLab. Genauer die Electra Serie und die Utopia Serie. Die Preisunterschiede liegen um den Faktor 4 beim kleinsten Modell jeder Serie und beim Faktor 10 beim jeweils größten Modell.
Dabei haben beide Serien fast die gleichen Chassis drin, bzw die Unterschiede zwischen den Hochtönern und Mitteltöner usw sind nur sehr sehr gering.
Der eigentliche Unterschied beider Serien liegt...in der Frequenzweiche. Und in den Gehäusen. Allein durch eine aufwändigerer Frequenzweiche und ein aufwändigereres Gehäuse sind schon nicht kleine Preisunterschiede gerechtfertigt und die klanglichen Unterschiede wird auch jeder Kenner als sehr gravierend bezeichnen.


Es sind also genau die beiden Faktoren, die den Selbstbau nicht einfach machen.
Es gibt nicht wenige LS, bei denen das Gehäuse allein schon ein vielfaches der verbauten Technik kostet. Am krassesten ist hier Sonus Faber, soweit ich weiß. Die bauen mit die aufwändigsten (und mit die schönsten) Gehäuse.



Da passive Frequenzweichen mit eine Wissenschaft für sich sind, wäre es deutlich einfacher, wenn man mit einer digital aktiven Weiche anfängt. Günstig und sehr empfehlenswert ist eine Behringer DCX2496. Mit der und zusammen 3 Stereoverstärkern kann man dann recht einfach die Chassis ansteuern, denn man braucht nur noch die gewünschte Frequenz eingeben und schon trennt die Weiche, und man hat noch massiv viele Option, die weit über die Möglichkeit einer gelöteten passiven Weiche hinausgehen. Und man kann sehr schnell die Einstellungen ändern und so recht einfach Vergleichshören machen, was mit gelöteten Weichen nicht geht (oder nicht so einfach).


Aber allein der gehäusebau wird, wenn du es nicht selbst machst, so teuer, dass es sinnvoller ist, einen fertigen LS zu kaufen. Denn Selbstbau lohnt sich eigentlich nur dann, wenn man einen bestimmten Gestaltungswunsch machen will oder wenn man einfach Spaß am Entwickeln hat.


Der Kostenfaktor ist im Bereich Selbstbau fast nicht mehr existent. Allein schon die hochwertigen Fertigungstechnologien der Hersteller sind da schon ein schlagkräftiges Argument. Einzig der Selbstbau von Subwoofern ist noch ein Gebiet, wo man echt Kosten sparen kann.



Wenn du also nur Geld sparen willst, dann such dir lieber fertige LS, wenn du aber Spaß am entwickeln und bauen hast und auch Spaß am experimentieren und vorallem wenn du viel Zeit hast, dann wäre der LS Selbstbau eine Sache für dich
gr1zzly
Inventar
#3 erstellt: 06. Apr 2007, 15:14
Für Lautsprecherselbstbau gibt es auch ein eigenes Unterforum:
Do it yourself » Lautsprecher

Meine Erfahrung ist diese: Für Selbstbau bekommt man viel Klang fürs Geld, es macht allerdings auch viel, viel Arbeit.

Allerdings reicht es nicht einfach, sich ein Chassis herzunehmen und in irgendein Gehäuse zu packen, denn die richtigen Berechnungen sind sehr kompliziert, auch das finden der perfekten Weichenkonstruktion kostet viel Geduld, Geld, und Aufwand.

Allerdings gibt es viele Leute, die sowas quasi fast Hauptberuflich machen, und Baupläne erarbeiten und entwickeln, die dann auch Hand und Fuß haben und erprobt sind. Dafür gibt es sogar richtige Selbstbau-Magazine, die regelmäßig Bauvorschläge veröffentlichen, wie zB Klang und Ton (K+T) und Hobby Hifi (HH). Besonders die CheapTricks (CT) der K+T erfeuen sich bei den Selbstbauern mit eher schmalem Geldbeutel hoher Beliebtheit.

Wie gesagt, für genauere Infos, schau mal ins LS DIY Unterforum, da sind die ganzen Selbstbauverrückten zu finden

Allerdings sollte man bei den meist angegeben Bausatzpreisen beachten, das es dabei meist nicht bleibt.
Die Kosten fürs Holz sind meist wirklich Peanuts (1-3 €/LS), aber gerade wenn man das zum ersten Mal macht, kommt noch einiges Hinzu: zB Leim, Schraubzwingen, (wenn mans ordentlich machen will: ) Oberfräse, und fürs Finish: Grundierung, Lack, Schleifpapier, Schaumstoffroller. Da kommen also nochmal (EDIT:) mindstens 100 EUR Einmalinvestition hinzu!


Poison_Nuke schrieb:
Wenn du also nur Geld sparen willst, dann such dir lieber fertige LS, wenn du aber Spaß am entwickeln und bauen hast und auch Spaß am experimentieren und vorallem wenn du viel Zeit hast, dann wäre der LS Selbstbau eine Sache für dich :prost

Volle Zustimmung.


[Beitrag von gr1zzly am 06. Apr 2007, 16:56 bearbeitet]
Poison_Nuke
Inventar
#4 erstellt: 06. Apr 2007, 16:33

gr1zzly schrieb:
(1-3 €/LS), aber gerade wenn man das zum ersten Mal macht, kommt noch einiges Hinzu: zB Leim, Schraubzwingen, (wenn mans ordentlich machen will: ) Oberfräse, und fürs Finish: Grundierung, Lack, Schleifpapier, Schaumstoffroller. Da kommen also nochmal fast 100 EUR Einmalinvestition hinzu!


????

also nichtmal das Fällen von einem Baum ist so günstig...da müsste einem schon ein komplettes Waldstück gehören, samt Holzsägewerk usw.

Wenn man wirklich richtig ordentlich einen LS bauen will, dann sollte man allein beim Holz so zwischen 20-1000€ rechnen (je nach Holzart, Dicke, Oberflächenart usw).

Und wenn man nicht gerade das Werkzeug vom Schrottplatz holt, sondern eher was brauchbares (insb. Schraubzwingen), dann kann für das gesamte Werkzeug auch locker nen Tausender minimum weggehen. Allein ordentliche Schraubzwingen sind nich billig (20-50€ pro Stück) und bei ner hochwertigen Box sind locker so 10-30 Schraubzwingen notwendig.
Wenn man dann noch alles selber schneiden will, wäre ne Kreissäge nich übel. Da würde ich so eine wie mein Vater hat ideal finden, sind aber auch wieder 10.000€.
Oberfräse kostet auch wieder.


Also wenn man das ganze wirklich hochwertig betreiben will, sind die Einmalkosten deutlichst im vierstelligen Bereich.
gr1zzly
Inventar
#5 erstellt: 06. Apr 2007, 16:52

Poison_Nuke schrieb:
Also wenn man das ganze wirklich hochwertig betreiben will, sind die Einmalkosten deutlichst im vierstelligen Bereich.


Klar, man kanns auch überteiben Aber wenn ich so wie du an die Sache herangehe, kann ich mir auch gleich für ein paar x-tausend Euro Fertigboxen kaufen.

Ich sehe Selbstbau eher als Sache für Leute, die eben NICHT soviel Geld haben, so wie ich als Abiturient zB. (aber nicht nur, es gibt auch genug Leute, die das Ganze sehr hochwertig betreiben)

Ich meinte aber den MDF-Zuschnitt im Baumarkt, und was glaubst du, wieviele m² Holz so eine kleine Regalbox hat? (an die ich jetzt bei meinem Beispiel gedacht habe) Ungefähr 0,5m², wenn überhaupt. Gut, wenn man dann Multiplex nimmt, wird es halt ein klein wenig teurer.

Und für jemanden, der das so nebenbei von Zeit zu Zeit als Hobby betreibt, reichen (für kleiner Boxen) auch Schraubzwingen für 5 €/Stück.

Kreissäge braucht man nicht unbedingt, wozu gibt es mm-genauen Zuschnitt? (außer man will auf Gehrung sägen, dann wär eine (Tisch)Kreissäge schon nicht schlecht, bei einmaligen Sachen tuts aber auch der Tischler/Schreiner um die Ecke, nur das dann der Zuschnitt eben mal etwas teurer wird.)

Gut, zum Thema Oberfräse: man kann natürlich eine billige für 20 EUR nehmen, die dann aber wahrscheinlich nach den ersten 3 LS den Geist aufgibt, oder man investiert etwas mehr..

Sicher, wenn man jeden Tag LS bastelt, dann sollt das Werkzeug vllt etwas teurer sein, aber für jemanden wie mich, der max. ein bis zweimal im Jahr an LS bastelt, reicht auch das günstige Werkzeug.


[Beitrag von gr1zzly am 06. Apr 2007, 16:57 bearbeitet]
Poison_Nuke
Inventar
#6 erstellt: 06. Apr 2007, 17:08
klar dass es auch günstig geht, aber ich denke mal, weniger als 20€ pro LS Holzkosten sind unrealistisch, ich kenne kein Holzhandel oder so, wo ich einen ZUSCHNITT so günstig bekomme. und die Obergrenze mit 1000€ war ja auch auf hochwertige Projekte mit Echtholz im SonusFaber Stil bezogen. Wollte ja wenigstens ne relastische untere und obere Grenze angeben

Und auch bei den Schraubzwingen komm ich nicht klar...also 5€...da finde ich bei mir in den Baumärkten (Obi, Praktiker, Hercules) nur Miniplastikschrott...damit kann man vielleicht nen Bilderrahmen leimen, wenn überhaupt
Ne ordentliche Schraubzwinge, die komplett aus Metall ist, hält auch wenigstens nen ganzes Leben und länger und ich konnte die immer mal irgendwo gebrauchen.

Und ja ok, Kreissäge muss nicht sein, hab ich nur genannt, weil mein Vater eine hat und das Zuschneiden der Teile für meine LS damit schon grenzwertig war, aber wenn man passgenaue Teile haben will, kann man ne Tischkreissäge komplett vergessen, geht nicht. Handkreissäge is sowieso fürn A..., den will ich sehen, der ne Standbox damit sauber herstellt ^^

Wie gesagt, ich habe ja nur den Preisrahmen vorgegeben, in welchem es sich bewegen wird. Und gerade für den, der wenig Geld hat, ist Selbstbau eigentlich überhaupt nix. Wenn man Qualität haben will ist Selbstbau wie schon oben geschrieben seltens günstiger als ein fertiges Produkt.
Nur bei Subwoofern ist noch ein großes Spielfeld, da es halt massenhaft billige und winzige Luftpumpen aufm Markt gibt. Daher ist beim Subwooferselbstbau ein mehr als enormes Sparpotential drin. Vorallem wegen der Anpassung an den Raum (siehe meine Subs8) )
gr1zzly
Inventar
#7 erstellt: 06. Apr 2007, 17:23
Wie gesagt, ich habe damals bei toom 15 EUR für das Holz aller meiner 5 LS bezahlt, mit Zuschnitt (der war dort sogar kostenlos).
Wobei man ja fairerweise sagen muss, dass MDF kein richtiges Holz ist

Und meine Schraubzwingen waren auch von dort, sind zwar nur40 cm lang, und komplett aus Metall, für 3 EUR das Stück
Für mein Projekt haben die gereicht.

Wenn man aber längere Schraubzwingen braucht, können die ganz schön ins Geld gehen, da geb ich dir Recht.

Wie du siehst war mein Projekt (5*CT218BR) eher auf günstig getrimmt, und als Einsteiger bin ich auch ganz zufrieden damit.

Und so verrückte Sachen, wie du, mach ich ja nicht Wobei da Selbstbau wirklich Sinn macht, sowas wie deine Sub-Lösung gibt es nunmal nicht zu kaufen
Poison_Nuke
Inventar
#8 erstellt: 06. Apr 2007, 17:32
verrückt

aber stimmt schon, kaufbar wäre das garantiert nicht, und wenn, dann würde mein Subsystem wohl so im Bereich von 60.000€ aufwärts liegen.

gekostet hat es mich 1/10.

Aber ich glaube das nächste mal würde ich es dennoch anders machen. Größer aufjedenfall, aber nicht so große Einzelboxen, sonder viel mehr kleine.
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