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Bassreflex zustopfen

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Richard3108
Stammgast
#1 erstellt: 13. Jul 2011, 07:11
Hallo,

ich würde gerne eure Schätzung hören: Wenn ich die Bassreflexöffnungen (ich habe je zwei hinten) zustopfe, ist der Tiefbass weniger intensiv. Hat das aber sonstige Auswirkungen auf den Klang? Ich habe gelesen, dass z.B. die räumliche Darstellung daruntner leidet. Trifft das eurer Meinung nach zu?

Danke und Gruß
mirador
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 13. Jul 2011, 07:24
Hi,

ich habe die Bassreflexöffnung bei meinen LS zu Test auch schon mal verschlossen, allerdings nicht ganz! Ich denke es kommt darauf an ob du zu viel Bass im Sound hast oder ob es gerade richtig ist in Bezug auf die Räumlichkeit, so pauschal kann man das m.E. nicht sagen.

Probieren geht über studieren!
andre11
Inventar
#3 erstellt: 13. Jul 2011, 08:40

Richard3108 schrieb:
... dass z.B. die räumliche Darstellung daruntner leidet. Trifft das eurer Meinung nach zu?

Hierzu ein ganz klares Möglich!
Zu groß sind hierbei die Einflüsse von Raum und Aufstellung.

In der Regel stopft man das Reflexrohr zu wenn der Raum zu stark angeregt wird.
Hierbei wird "Tiefbass" oft mit einem unkontrollierten, dröhnenden Bass verwechselt.
Wenn so ein dröhnender Bass sehr ausgeprägt ist, kann ein Verschließen also durchaus von Vorteil sein,
weil der Mittel-/Hochton dann präsenter werden kann.

Aber, wie mirador auch schon schrieb, hier hilft kein lesen, sondern nur "ausprobieren"!

Zwei Beispiele aus meiner Erfahrung:

Eine Quadral Aurum 7 hat einen Bass mit dem man sich die Haare fönen kann.
Verschließt man hier die Öffnung ist der Tiefton deutlich entspannter, aber das gesamte Bild bricht deutlich zusammen.
Abbildung und Präzision verlieren deutlich.
Meine alten ELAC 75 an der Zweitanlage gewinnen durch das Verschließen dagegen in allen Disziplinen.
Und weil beide Varianten in unterschiedlichen Räumen ausprobiert wurden, kann man auch hieraus keine Regel ableiten.


Gruß

André
Lars1*
Stammgast
#4 erstellt: 13. Jul 2011, 15:42
Bei meinen ehemaligen Dynaudis Focus 140 hat es ohne Stopfen bei einigen Cds gedröhnt bzw. es klang aufgedickt.

Mit Stopfen habe ich die Bassprobleme in den Griff bekommen, tatsächlich wurde aber einiges an räumlicher Musikdarstellung unterschlagen.

Stopfen im Bassreflexrohr stellen immer einen Kompromiss dar. Hier hilft nur Probieren und Abwägen.

Gruß, Lars
peacounter
Inventar
#5 erstellt: 13. Jul 2011, 15:49
bassreflex an sich ist schon ein kompromiss.

ich hab auch ganz gute erfahrungen mit dem zustopfen.
wirklich schlechte erfahrungen hatte ich noch keine, aber die sind natürlich möglich.

wenn möglich will ich geschlossene ls.
lieber einen guten sub dazu als bassreflex.

aber das ist mein persönlicher geschmack.
und natürlich gibt es seeeehr gute bassreflex-ls!

aber in dem preissegment, in dem ich mich bewege, habe ich bisher noch keine bassreflexöffnung so gelassen wie sie war. (aber auch noch keine dauerhaft komplett verschlossen)(.

grüße,

P
Richard3108
Stammgast
#6 erstellt: 13. Jul 2011, 16:49
Danke für eure Meinungen. Seitdem ich die Einrichtung verändert habe, habe ich gelegentlich Probleme mit dem Bass, es ist jetzt nicht mehr so kontuiert und dröhnt manchmal leicht. Ich habe das Gefühl, die tonale Balance ist dahin, zumindest bei Rockmusik.
Früher hatte ich hinter mir keine Wand, und jetzt ja. Auch die LS standen etwas weiter weg von der Rückwand. Im Moment sind es 42 cm, wohl zu wenig, aber mehr geht nicht.
Nachdem ich die Öffnungen verstopft habe, war es besser, es reichte auch nicht nur eine Öffnung zu schließen.
Ich bin noch nicht sicher, ob die Räumlichkeit darunter leidet, manchmal bildet man sich etwas ein. Ich muss weiter hören, um das festzustellen.

GRUSS
Lars1*
Stammgast
#7 erstellt: 13. Jul 2011, 18:00
Also ich würde immer beide Rohre mit Stopfen versehen oder keins.

Ansonsten versuche mal ein anderes "Füllmaterial" z.B. zusammengerollte Socken o.ä. .

Ansonsten würde ich mit Basotect hinter Dir und / oder hinter den Lautsprechern arbeiten oder mal die schicken Vicoustic - Absorber ausprobieren.

Gruß, Lars


[Beitrag von Lars1* am 13. Jul 2011, 18:01 bearbeitet]
peacounter
Inventar
#8 erstellt: 13. Jul 2011, 18:05
ich denke, er meinte ls mit mehr als einem br-rohr pro "box".

socken? genau die warens, mit denen ichs das erste mal gemacht hab. ne wirklich gute lösung war das.

ich weiß noch, wie ich sie damals als student rausgenommen hab, weil ich keine sauberen mehr hatte.

P
Richard3108
Stammgast
#9 erstellt: 14. Jul 2011, 06:15

Lars1* schrieb:
Also ich würde immer beide Rohre mit Stopfen versehen oder keins.

Ansonsten versuche mal ein anderes "Füllmaterial" z.B. zusammengerollte Socken o.ä. .

Ansonsten würde ich mit Basotect hinter Dir und / oder hinter den Lautsprechern arbeiten oder mal die schicken Vicoustic - Absorber ausprobieren.

Gruß, Lars


Bist du sicher, dass Basoteck bei Bass funktioniert? Ich bin davon ausgegangen, dass es eher für schrille Hochtöne gedacht ist.

Vicoustic könnte man mal ausprobieren, wenn da nicht der Preis wäre, andererseits wenn es wirklich hilft .. Aber auch hier bin nicht sicher, ob es sich nicht um Voodoo handelt.

Gruß
Lars1*
Stammgast
#10 erstellt: 14. Jul 2011, 06:23
Die Geschichte mit dem Basotect und den Vicoustic-Absorbern war nur ein "Schuß ins Blaue". Bin leider zuwenig vertraut mit der Materie.

Sorry dafür.

Hier im Forum wirst Du ggfs. an anderer Stelle Hilfe finden (t.B. in Unterforen wie z.B. Raumakustik o.ä.)

LG, Lars
ton-feile
Inventar
#11 erstellt: 14. Jul 2011, 08:18
Hi,

Es spricht nichts dagegen, Bassreflexrohre zu verschließen, wenn es dröhnt. Consumerlautsprecher sind im Oberbass oft recht laut abgestimmt.

Ausserdem haben BR-Rohre parasitäre Nebenwirkungen.
Zum einen eine Röhrenresonanz, zum anderen lassen sie bei Zweiwegerichen Mitteltonmüll nach draußen, besonders, wenn das BR-Rohr vorne sitzt.
(Ein großes Problem übrigens bei den kleinen iQ1 von Kef.)

Der einzige Nachteil beim Verschließen ist, dass ein BR-Konstrukt durch die Entlastung des Tieftöners bei der Abstimmfrequenz weniger Verzerrungen produziert, was vor allem bei höheren Abhörpegeln von Bedeutung ist.


Bei Bassreflexrohren gibt es drei Betriebsmöglichkeiten.

1. BR-Rohr offen: lautester Bass auf und oberhalb der BR-Abstimmfrequenz. Unterhalb davon fällt der Pegel der Lautsprecher allerdings mit 24dB/Okt. ab.

2. BR-Rohr dicht verschlossen: Bass wird leiser, fällt aber nur mit 12dB/Okt. ab. Da kann an der Wand oder in der Ecke dann sogar mehr Tiefbass drin sein.

3. BR-Rohr mit porösem Material gestopft, so dass es nicht ganz dicht ist: KU (kontrollierte Undichtigkeit). Hieß bei Dynaudio Variovent.
Wie 2, nur mit noch leiserem Bass.


Basotect ist ein hervorragender poröser Absorber. Im Bassbereich macht es aber in Plattenform keinen Sinn.
Die Wirkung von 10cm starkem Baso nimmt unterhalb von 400Hz schnell ab.
Da sind Helmholtzresonatoren, oder Plattenschwinger wirksamer.

Bei mir sind vorne zwei Baso-Eckenabsorber in Kombination mit Schlitzplattenschwingern im Einsatz.
Jungszimmer
An der Rückwand habe ich aber für die Längsmode Helmholtzresonatoren in den Ecken und ein Regal über die komplette Rückwand als Diffusor.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 14. Jul 2011, 08:28 bearbeitet]
Thomas10
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 24. Jan 2014, 10:05
Ein komplett geschlossenes BR-Rohr hat eine geringere Bassabsenkung wie ein mit porösem Material verstopftes???
Lars_1968
Inventar
#13 erstellt: 24. Aug 2014, 08:19
Wieder mal bin ich diesem Forum sehr dankbar, weil man hier einfach von versierten Menschen fundierte Informationen und Hilfe erhält

Hatte in meinen Sub auch Socken gesteckt, das war aber nur scheinbar eine gute Lösung, habe diese nach einigen Tagen wieder entfernt.
avh0
Inventar
#14 erstellt: 24. Aug 2014, 08:29
Ich hatte bei meinen Dynaudio Audience 50 STP bzw SE auch mit den Stopfen experimentiert.
Klar der Bass und das daraus resultierende Dröhnen wg. Raummoden etc. nimmt ab, aber die Box spielt dann viel schwammiger.
Bessere Lösung ist eine Raumkorrektur, zum einen z.B. mittels Absorber, zum anderen mittels Softwate, wie z.B. Acourate. Audiovero
Damit kann man gezielt und ohne unschöne Nebenwirkungen das Problem lösen, statt an den Symtomen zu experimentieren. (Was nicht heißt, dass Raumbehandlung damit unwichtig wird)
Lars_1968
Inventar
#15 erstellt: 24. Aug 2014, 08:57
Die CT 90 zeigte sich von einer zugestopften BR Öffnung völlig unbedeindruckt, dröhnt nach wie vor fröhlich vor sich hin, wobei das sicherlich auch der gerade laufenden Musik (Soul) geschuldet war.

Auch bei Trance / Techno keine wesentliche Änderung, dröhnt zwar bassbedingt weniger aber ich werde meine Socken lieber zum Skifahren anziehen.
thewas
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 24. Aug 2014, 10:29
avh0 hat Recht, die elektronische Entzerrung ist vor allem bei kompakten BR LS deutlich vorteilhafter weil wenn man das Rohr verschließt macht dann der Tieftöner in seinem Wirkbereich viel größere Amplituden und der Klirr steigt.
Sid-1
Stammgast
#17 erstellt: 09. Apr 2015, 00:30
Schon mal jemand bei ner Quadral Orkan VIII den BR zugestopft? Wie hat sich der Klang verändert?
avh0
Inventar
#18 erstellt: 09. Apr 2015, 06:44
Es ist immer gefährlich hier allgemeingültige Aussagen zu treffen, da es immer ein Zusammenspiel mit dem Raum ist, also dessen größe, der Wandabstand der Lautsprecher, und und und ihren Einfluß haben.
Also hilft nur probieren.
Mwf
Inventar
#19 erstellt: 09. Apr 2015, 14:29
Hi,
avh0 (Beitrag #18) schrieb:
...Also hilft nur probieren...

...BR ist nicht BR....

-- es gibt Systeme, eher kleine oder auf Wirkungsgrad gezüchtete, die leben vom BR-Effekt,
aka BR zu, jeglicher Bass schwächer...

oder,
wie ich hier die Quadral Orkan VIII nach Bildern einschätze --
-- dass der BR-Effekt "nur" ganz unten ergänzt,
da, wo störende Raum-akustische Probs ("Dröhnen" z.B. 60 - 90 Hz) kaum noch beeinflusst werden,
ein Verstopfen entsprechend wenig hilft...

Gruss,
Michael


[Beitrag von Mwf am 09. Apr 2015, 14:31 bearbeitet]
Sid-1
Stammgast
#20 erstellt: 09. Apr 2015, 14:41
Danke, naja....
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