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Tiefbass - trockener Bass: Ein Widerspruch?

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Jörg_Paul_B
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 01. Apr 2016, 12:15
Hallo liebe Forenmitglieder,

eine allgemeine Frage hab ich da mal: Man liest zuweilen in Testberichten, dass Lautsprecher einen präzisen, trockenen, punchigen Bass haben, der unterste Tiefbass aber fehlt. Dann liest man andererseits manchmal über andere Lautsprecher, die einen mächtigen voluminösen Bass mit Tiefbassfähigkeit haben, deren Bass dann aber als nicht präzise genug, träge und unkonturiert bezeichnet wird. Tiefe Bässe erforden große Volumen und Membranflächen, trockene Bässe erfordern schnelle, kräftige Antriebe, kleine bewegte Massen, also nicht zu große Membranflächen und deshalb wahrscheinlich auch eher kleinere Gehäuse.

Schließen sich also tiefe Bässe und trockene Bässe physikalisch bedingt gegeneinander aus?

Beste Grüße,

Jörg Paul B.
bapp
Inventar
#2 erstellt: 01. Apr 2016, 12:53
Nicht unbedingt...
Meine K+H O410 können jedenfalls reichlich tief und trocken - und die MEG 901K können's sogar noch besser.
Nicht zuletzt ist das aber auch eine Frage des Raumes und der Aufstellung.
coreasweckl
Stammgast
#3 erstellt: 01. Apr 2016, 17:33
wie schon angedeutet, in erster Linie eine Frage der Positionierung in Abhängigkeit von der Raumakustik. Große Lautsprecher, die Tiefbass ohne großen Pegelabfall "können" wird man immer auf die Gegebenheiten vor Ort entzerren müssen. Die "Niere" der Geithain Produkte ist da die Ausnahme.. die großen Aufwand weitestgehend erspart.

Ps: Große Membranflächen gleich "langsamer" Bass bzw. kleine Membranflächen gleich "schneller" Bass ist eher Marketinggeschwurbel und ist m.M., was die Bedeutsamkeit für präzisen Bass angeht, ziemlich unbedeutend, verkauft sich aber ganz gut......


[Beitrag von coreasweckl am 01. Apr 2016, 17:36 bearbeitet]
dejavu1712
Inventar
#4 erstellt: 01. Apr 2016, 17:35
Janine01_
Inventar
#5 erstellt: 01. Apr 2016, 18:26
@dejavu
Sehr guter und aufschlussreicher Link.
Jörg_Paul_B
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 01. Apr 2016, 19:01
Interessant!!!

Mit Entzerren habe ich mich noch nie beschäftigt. Allerdings habe ich auch keinen Subwoofer. Meine Boxen (Canton Fonum 200) gehen nur bis etwa 50 Hz bei - 3 dB runter.

Gruß,

Jörg
thewas
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 02. Apr 2016, 09:38
Jörg_Paul_B
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 02. Apr 2016, 10:38
Okay.

Mein Fazit ist, dass die Raumakustik gerade was die Basswiedergabe angeht, von elementarer Bedeutung ist und dass eine gute Basswiedergabe immer schwieriger wird, je tiefer die untere Grenzfrequenz der Lautsprecher ist, Stichwort elektronische (digitale) Entzerrung. Ein schwammiger, unkonturierter breiiger Bass wird also weniger von den Lautsprechern verursacht als vielmehr durch schlechte Aufstellung, zu großer Nachhallzeit des Raumes und ungünstiger Neigung des Raums zu stehenden Wellen.

Knifflig!
dejavu1712
Inventar
#9 erstellt: 02. Apr 2016, 10:44
Das ist soweit korrekt, aber auch die jeweilige "Abstimmung" des Subwoofer sowie die Auswahl der Chassis
spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle, wenn man z.B. ein Chassis mit relativ hohem Qts im BR verbaut,
erreicht man zwar eine niedrige Grenzfrequenz, allerdings geht das auf Kosten der Präzision, mit anderen
Worten, für das Endergebnis sind viele Faktoren verantwortlich, also in der Tat ein äußerst kniffliges Thema.
Zweck0r
Moderator
#10 erstellt: 02. Apr 2016, 16:44
Jörg_Paul_B
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 03. Apr 2016, 06:37
Danke für den Link! Meine Behauptung, für schnelle Bässe seien starke Antriebe und geringe bewegte Massen nötig, wird ja direkt im ersten Abschnitt widerlegt. Und das finde ich aus physikalischer Sicht auch nachvollziehbar: Eine schwerere Membran schwingt halt dann nur mit kleinerer Amplitude bei höheren Frequenzen aufgrund ihrer Massenträgheit, d.h. die obere Grenzfrequenz des Chassis wird kleiner.

Aber was soll das mit dem Wirkungsgrad zu tun haben? Man koppelt doch weit unterhalb der oberen Grenzfrequenz ab, also in einem Frequenzbereich, in dem sich die höhere Massenträgheit der schwereren Membran noch gar nicht bemerkbar macht.

Ansonsten ist das ein sehr interessanter Artikel. Mal was anderes, als Hifi - Testberichte - Artikelschreiber - "Geschwurbel" aus Hochglanzmagazinen.
Dadof3
Inventar
#12 erstellt: 07. Apr 2016, 09:54
Hier wurde das Thema auch schon mal behandelt: Das Märchen vom schnellen Bass

Den Link von Nubert finde ich sehr hilfreich. Er bestätigt auch noch mal meine Meinung, dass der Subwoofer selbst auf die wahrgenommen Schnelligkeit praktisch kaum einen Einfluss hat. Wenn dann jemand in einen fremden Raum kommt und dort wahrgenommen haben will, der dort gehörte Subwoofer sei zu träge/unpräzise oder besonders schnell/präzise und daher schlechter/besser als andere, ist das einfach Unsinn, weil dafür ganz andere Faktoren dominieren.


[Beitrag von Dadof3 am 07. Apr 2016, 09:56 bearbeitet]
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