sehr sensibler Dynacord

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BeBi
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 14. Okt 2008, 00:32
Hallo!

Anfang des Jahres ist mir ein alter, defekter Dynacord A2002 in die Hände gefallen. (Einige Transistoren hatten sich verabschiedet) Es war etwas aufwändiger Ersatztypen zu finden, hat dann letzten Endes ganz gut funktioniert.

... zum Thema:

Der Amp reagiert extremst auf jede noch so kleine Netzstörung. Es reicht irgendwo im Haus eine 20w birne einzuschalten um ein knacksen auszulösen, das den Amp und viel mehr die Boxen bis an den Anschlag bringt. Beim einschalten von Leuchtstoffröhren ist dann alles zu spät(...)

Der Verstärker ist eigentlich ein PA-Amp, Baujahr 1978.

Ist die Anfälligkeit bei alten amps normal, was ich mir nicht vorstellen kann, oder kann es was mit den neuen Transistoren zu tun haben? Oder haben die Netzteilelkos ev. an Kapazität verloren und können die schwankungen nichtmehr rausfilter..

Mit älteren Geräten habe ich bisher wenig Erfahrung.

Bin für Tips und Anregungen dankbar!

Grüße

Bernhard
Mechwerkandi
Inventar
#2 erstellt: 14. Okt 2008, 12:04
Eins ist sicher:
Normal ist die beschreibene Erscheinung bei älteren Amps sicherlich nicht, ich hab' selber einen K&H SB 280 von etwa dem gleichen Alter, der völlig störungsfrei funktioniert.

Die Störungen im Netz sind ja zunächst mal nicht näher zu definierende Transienten, die eigendlich ausgefiltert werden sollten.

Die Netzteilelkos haben neben der Siebung der Versorgungsspannung eine Pufferfunktion, um bei Impulsen das Netzteil zu entlasten.
Ich vermute eher, das die beschriebenen Störungen eingangsseitig (Input) auf den Verstärker geraten.

Hängt da irgendwas dran, Mixer oder so, sonst schliess mal die Eingänge gegen Masse kurz und versuchs nochmal.
BeBi
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Okt 2008, 21:12
Thx erstmal!

Habe es gerade nochmal getestet: Eingang gengen Masse kurzschließen, Laustärkeregler voll auf/zu; es wirkt sich überhaut nicht auf die Ausgangsstörungen aus.


Wäre ev. mit einer Stromkompensierten Drossel, Filter .. etwas machbar?

Es wäre einfach zu schade den grundsoliden Amp entsorgen zu müssen..
Mechwerkandi
Inventar
#4 erstellt: 16. Okt 2008, 10:57
Das ist sicherlich richtig, zumal der Verstärker noch aus einem Semester stammt, was notfalls auch 10 m unter Wasser noch funktionieren musste.

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, das die beschriebenen Störungen über die Versorgungsspannung in die Endstufe geraten. Insofern sind auch Experimente mit irgendwelchen externen Filtern nur ein herumdoktern an den Symptomen, ohne die wirkliche Ursache in den Griff zu kriegen.

Allerdings hat Dynacord einen sehr gut funktionierenden Service, vielleicht nimmst Du mit denen mal Kontakt auf.
BeBi
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 16. Okt 2008, 17:28
...das ist echt noch gute alte Wertarbteit made in Germany. :-)
Ok, im Ernst, von der Verarbeitung her hatte ich selten was solideres in der Hand..

Eine andere Störungsquelle als direkt übers netz kommt meiner Ansicht nach kaum in Frage, das Gehäuse ist Metall und angeschlossen ist sonst nichts.

Ich habe jetzt mal dem Dynacord Service geschrieben, bin gespannt ob er für so ein altes gerät noch einen support liefert.

Grüße
BeBi
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 17. Okt 2008, 18:15
Muss meine Vermutung korrigieren:

Das Netzteil scheint in Ordnung zu sein, die Elkos sind noch top in schuss und der Leckwiderstand ist grüßer 200kOhm.

Die Störanfälligkeit kommt nur von einer Endstufen-Platinen, nämlich der bei der ich keine Transistoren oder sonstige Bauteile getauscht habe. (immerhin :-) )

Werde aufgrund der veränderten Problematik einen neuen Threat aufmachen.

thx
Bertl100
Inventar
#7 erstellt: 17. Okt 2008, 22:17
Hallo!

ich hätte auch noch eine Vermutung:

Die Störungen kommen über die Lautsprecherkabel ins Gerät.

evtl. ein Test: (falls vorhanden) am Kopfhöreranschluss ohne Lautsprecherleitungen am Gerät testen.
Oder mitm Oszi am Endstufenausgang messen, mit und ohne LS-Kabel dran.

Denkbar wäre, dass durch deine Reparatur in der Endstufe (das vermute ich jetzt) jetzt die HF-Einströmfestigkeit gelitten hat. Warum auch immer. Die Blockkondensatoren am Ausgang gegen Masse sind vorhanden?

Die Elkos im Netzteil können nur sog. Gegentaktstörungen unterdrücken. Gegen Gleichtaktstörungen hilft (wie angeführt) eine stromkompensierte Drossel.
Allerdings ist ein konventioneller Netztrafo ein recht gutes Filter. Und zwar für Gleich- und Gegentaktstörungen.

Gruß
Bernhard
BeBi
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 18. Okt 2008, 19:07
Das Lautsprecherkabel ist sehr kurz (1m) aber ich werds probieren.

Was mir auch noch aufgefallen ist: Bei eingeschalteter Endstufe reicht es wenn ich mit einer Messleitung vom Multimeter (die zweite ist nirgends angeschlossen) an einen Lötpunkt komme um ein deutliches knacken hervorzurufen. Bei der funktionierenden 2. Endstufenplatine macht dies nichts aus.

Die defekte, bzw. störanfällige Platine, ist die an der ich bisher noch nichts gemacht habe. Alle Bauteile darauf sind also mittlerweile ca. 30 Jahre alt. Habe gesetrn auf gut Glück neue Vorstufentransistoren (die selben wie in der funktionierenden) und 4 neue Elkos eingelötet, aber leider ohne Erfolg.

Würde es sinn machen noch weitere Bauteile auf gut Glück auszutauschen?

Die Blockkondensatoren überpfüfe ich gleich.

thx!
Mechwerkandi
Inventar
#9 erstellt: 19. Okt 2008, 14:07
Einstreuungen durch die Lautsprecherleitung kann ich mir nicht recht vorstellen, weil die a) wohl recht kurz und b) auch noch niederohmig.

Eine so ausgeprägte Störung wie beschreiben muss in den Verstärker geraten post fade, sonst wäre sie pegelmässig regelbar.

Ich tippe da eher auf einen fehlerhaften Potentialausgleich, die Geschichte mit dem "Antippen" zeigt auch in diese Richtung.
Check mal die Masseverbindungen im Vergleich zu der funktionierenden Platine.
Bertl100
Inventar
#10 erstellt: 19. Okt 2008, 14:37
Hallo!

Masseverbindungen prüfen ist ein sehr guter Tipp.
Generell aber vielleicht alle Lötstellen auf der Platine nochmal prüfen.


vorstellen, weil die a) wohl recht kurz und b) auch noch niederohmig.

Naja, niederohmig ist relativ. Wer kennt es nicht, dass man das Händy in den Lautsprechern hört. Das strahlt auch in 99% der Fälle in die Lautsprecherleitung ein. Für HF- ist die nicht so niederohmig (und er Endstufenausgang auch nicht). In den Lautsprechern hören kann man das natürlich erst mal nicht. Von dort gehts aber weiter in die Endstufe, über die Gegenkopplung zum Minus-Eingang der Differenzstufe. Dort wird die HF an der Basis-Emitter-Diode demoduliert, Ergebnis ist die Hüllkurve der HF, ein NF-Signal. Das wird dann in der Endstufe ganz normal verstärkt, so als ob man es an den Endstufen-Eingang angelegt hätte. Das hört man dann.

Gruß
Bernhard
BeBi
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 19. Okt 2008, 16:33
News:

Die "Masse-Spur" ist heiß!

Im Gegensatz zur funktionierenden hat die störende Platine absolut keinen Masse Bezug.
Das Netzteil hat einen Trafo pro Kanal. Einer davorn versorgt zusätzlich das LED Blinkzeugs, der andere die Einschaltverzögerung + Schutzschaltung.
Ich habe testweise mit einem Kabel die beden Mittelanzapfungen für die Endstufenversorgung verbunden, von denen die funktionierende auf Masse liegt. Gebracht hat es leider nichts. Jedoch beim Spannungmessen hat hin und wieder das LS Relai angezogen. (???)


Ich versuche jetzt mal rauszufinden wie die Masseführung im gerät aussieht, bzw aussehen sollte und geb dann bescheid, wenn ich was neues finde oder mir was auffällt.

thx für die Tipps!
BeBi
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 19. Okt 2008, 16:55
ouhhhh
komando zurück, Masse bekommt die Endstufenplatine über die "Eingangsplatine" die ich zum Testen bei der defekten abgeklemmt hatte.
Somit stehe ich jetzt wieder ganz am Anfang.

Ich mach noch ein bischen weiter und find' vielleicht noch was.
BeBi
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 19. Okt 2008, 18:04
Die Massen der beiden Kanäle laufen an der Frontplatte über die EingangsXLR Buchsen zusammen.


mittlerweile bin ich echt ratlos:


Habe jetzt nahezu alle Elkos ausgewechselt, einige neue transistoren drin, die leiterbahnen überprüfut, aber nicht einen Anhaltspunkt.


Wäre der Eingangs OP eine potentielle Fehlerquelle? Ist ein NE5534.


Grüße
Mechwerkandi
Inventar
#14 erstellt: 20. Okt 2008, 10:03
Kannst Du die Eingangspaltinen tauschen?
Wandert der Fehler mit?

Oder tritt er auf beiden Kanälen gleich auf?
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