Problem mit Technics SL-231 Plattenspieler

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LilB2007
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 28. Jan 2011, 17:46
Hallo,
ich habe seit 2 Tagen ein Problem mit meinem Technics SL-231 Plattenspieler, Automatik.
Wenn ich eine LP abspielen will, dann startet er ganz normal, der Tonarm fährt an die Anfangsposition, senkt sich ab und dann geht er unmittelbar wieder hoch und in den Ruhezustand zurück.
Kennt jemand dieses Problem?
Leider kann man den Plattenspieler nicht manuell bedienen, zumindest habe ich diese Funktion noch nicht gefunden.
Also der Lifter hinten am Arm geht hoch, hebt den Tonarm, läßt ihn zur LP gleiten, senkt sich und geht eine Sekunde später wieder hoch.
Abspielen somit nicht möglich.
Was Plattenspieler angeht, bin ich ein absoluter Noob, ansonsten technisch sehr begabt. Am schönsten wäre es natürlich, wenn ich einen Bastler in Berlin finden würde. Nachdem ich derzeit leider sehr sehr knapp bei Kasse bin (das liebe Amt), werde ich mir wohl eine Reparatur nicht leisten können
Bin für Ideen/Hilfe sehr dankbar.
bukongahelas
Inventar
#2 erstellt: 29. Jan 2011, 08:35
Bei vielen Vollautomaten wird die Schwungmasse des
Plattentellers als Tonarmantrieb genutzt.
Unter dem Plattenteller ist eine Einrastmechanik,
Einrastklinke, die die Rückführung des Tonarms
über eine Programmscheibe, in die Hebel eingreifen,ausgelöst,zB wenn er innen angekommen ist
oder man "reject" drückt.
Wenn die Klinke durch zB verharztes Fett festhängt, wird
"Reject" dauernd ausgelöst.
Durch die Mechanik muß man erstmal durchblicken.
Ich schraube dazu zwei Dachlattenstücke mit Schraubzwingen
an einen Tisch. Dann den Boden des Plattenspielers entfernen
und das Chassis auf die 2 Dachlatten legen.
Dann kann man wie ein Auto auf Hebebühne mit Taschenlampe
in Rückenlage die Mechanik im Betrieb beobachten,verstehen
und erkennen, was wozu dient und was falsch läuft.

Nochwas zur Sicherheit: Im Gerät lauert tödliche Spannung
(an einigen wenigen Stellen). Die zu erklären wäre zuviel.
Daher greif nie ins Gerät, wenn der Netzstecker steckt !
Stell den Dreher wie beschrieben standsicher auf die "Bühne",
erst dann steck den Stecker in die Dose.
Von oben kann dann eine Hilfsperson gefahrlos den Dreher bedienen.
Du schaust Dir das Ganze von unten an.NUR SCHAUEN !
Dann erst Netzstecker wieder aus der Dose, bevor
Innereien zwecks Reparatur berührt werden.

Jetzt kann es sein, daß Sicherheitsfanatiker über mich
herfallen.
Ich finde es aber besser die Gefahren und den Umgang
damit zu erklären, denn wenn ein Laie ein Gerät
eigenmächtig ahnungslos öffnen will, tut er das sowieso.
Ist so wie mit Alkohol und Motorsägen.
Man muß das nicht studieren, sondern einfache Regeln zum Selbstschutz beachten.
Daher rege ich einen separaten Thread an:
"Sicherheitshinweise für Reparaturamateure"
bukongahelas
onkel_raggi
Neuling
#3 erstellt: 23. Feb 2011, 01:05
lustig, ich habe grade das exakt selbe problem mit einem sl-231, denn ich vor kurzem geschenkt bekam. habe ihn auch schon aufgemacht und (ebenfalls witzgerweise) eine "hebebühne" aus zwei stühlen gebaut, mich unter das gerät gelegt und geguckt, ob ich herausfinden kann, was die rückführung des tonarms auslöst, bisher aber erfolglos. ich bin aber dran und melde mich, sobald ich etwas herausgefunden habe.
daumen drücken!
onkel_raggi
Neuling
#4 erstellt: 23. Feb 2011, 02:40
tja, 1.5 stunden sorgfältiges reinigen und vorsichtges ölen haben nichts gebracht. die beweglichen teile bewegen sich jetzt zwar leichter und die verharzten alten fette sind (zumindest an den sichtbaren) stellen entfernt, aber das problem besteht. es scheint offenbar auf der rückseite der mechanik zu liegen, an die man nicht herankommt, ohne das ganze innen auseinander zu schrauben. da habe ich aber sorge, daß ich die ganzen ärmchen und zahnrädchen nicht mehr so zusammen bekomme, wie sie jetzt sind. zumindest nicht auf die schnelle. ein service manual wäre nicht schlecht. irgendjemand ne idee, wo man sowas kostenlos findet?
bukongahelas
Inventar
#5 erstellt: 23. Feb 2011, 03:46
Genau hier im Forum genau oben in dieser Rubrik der Thread:

Service Manuals

bukongahelas
onkel_raggi
Neuling
#6 erstellt: 24. Feb 2011, 01:46
danke, bukongahelas. für den sl-231 konnte ich hier zwar nichts finden, aber ich geben noch nicht auf;-)
onkel_raggi
Neuling
#7 erstellt: 27. Feb 2011, 22:06
so leute, ich hab mich heute mal rangesetzt und die ganze mechanik ausgebaut und die rückseitigen teile gereinigt und geölt - kein ergebnis. das muß offenbar doch irgendwas vertracktes sein.
LilB2007, ist das problem bei dir ganz spontan aufgetaucht oder hast du den technics vorher transportiert, länger nicht benutzt oder sonst irgendwas damit angestellt?
onkel_raggi
Neuling
#8 erstellt: 28. Feb 2011, 02:42
so, ich hab den übeltäter endlich ausfindig gemacht. es ist der kleine, weiße plastikstab genau in der mitte des fotos:
SNC00057
wenn man den ein stück nach unten rechts bewegt (auf dem foto unten rechts), ist alles wieder gut.
zumindest für eine weile, aber das problem kehrt leider zurück. ob sich das mit der zeit gibt, wenn sich die teile selbst schmieren, oder ob eine feder oder sowas fehlt, wird sich zeigen, aber vielleicht kann dieses bild zukünftigen bastlern schonmal ein bißchen weiterhelfen.

bukongahelas, danke für deinen tip. du hast mich auf den richtigen weg gebracht!
bukongahelas
Inventar
#9 erstellt: 28. Feb 2011, 08:26
Vaseline schmiert Kunststoffteile.
bukongahelas
onkel_raggi
Neuling
#10 erstellt: 28. Feb 2011, 14:55
danke, ich wer's probieren.
MacPhantom
Inventar
#11 erstellt: 28. Feb 2011, 19:36
Mein SL-1900 hat zwei Schrauben, die die Distanzen einstellen, zu denen sich der Tonarm beim Start des Abspielens bewegt bzw. ab welcher Distanz zum Tellermittelpunkt sich der Arm wieder heben soll. Hat das dein/euer SL-231 auch (könnte auch unter einer Gummikappe verborgen sein)? Dann dreht mal ein wenig daran…
onkel_raggi
Neuling
#12 erstellt: 28. Feb 2011, 21:13
ja, so eine schraube gibt es. ist unter dem plattenteller von oben aus erreichbar. die ist aber nicht das problem, das hab ich schon probiert.
trotzdem danke, war ein guter einfall.
onkel_raggi
Neuling
#13 erstellt: 05. Mrz 2011, 00:47
so, problem erkannt - problem gebannt.
SNC00066
der übeltäter ist ein federmechanismus, der den abschalthebel immer wieder zurück drücken soll. mittig im bild, leicht L-förmig und mit einer metallfeder an der linken seite. dieses teil hat eine große auflagefläche auf dem metallboden und bewegte sich wegen dem zäh gewordenen schmierfett nicht ordentlich. es befindet sich auf der rückseite der mechanik. um heranzukommen muß man eine kleine feder und 5 schrauben entfernen, dann merkt man sich, was wo hinkommt und dreht das ganze vorsichtig um, um die kabel nicht abzureißen. dauert eine minute.
um das teil schließlich ordentlich zu reinigen, muß man den abschalthebel (im bild das waagerechte plastikding) abnehmen, wozu man nur den federring entfernen muß. dann den federmechanismus herausnehmen, das alte fett entfernen und schön neu schmieren (ich habe vaseline genommen wie von meister bukongahelas empfohlen und gleich auch noch die achse des abschalthebels mitgemacht), alles wieder in umgekehrter reihenfolge zusammensetzen und schon flutscht es wieder.
wenn man weiß, was man machen muß, dauert das ganze vielleicht eine viertelstunde und es werden keine neuen teile benötigt. würde mich mal interessieren, was eine werkstatt dafür berechnen würde
danke für alle tips!


[Beitrag von onkel_raggi am 05. Mrz 2011, 00:48 bearbeitet]
bukongahelas
Inventar
#14 erstellt: 05. Mrz 2011, 04:56
Selbstzitat:"Wenn die Klinke durch zB verharztes Fett festhängt, wird "Reject" dauernd ausgelöst."
Genau das wars also.
Die Reparaturkosten hätten den Zeitwert überschritten.
Zum Glück war nichts abgebrochen oder verschlissen,
wie zB bei den Dual Drehern der "Rückholpümpel",
auch so ein Miniplastikstift.
Ich ziehe manuelle Dreher wie Thorens vor, nur der Tonarm
wird am Plattenende automatisch abgehoben und der Teller
läuft aus.Die haben solche Probleme nicht.
Plattenspielen ist eh Handarbeit, da ist ne Vollautomatik unnötig.
Wenn Du ernsthaft Platten optimal hören willst, steig
auf nen Thorens um und gönn ihm ein neues TA-System.
bukongahelas
onkel_raggi
Neuling
#15 erstellt: 05. Mrz 2011, 05:41
ja, du hattest genau den richtigen riecher. respekt.

mein "haupt"plattenspieler ist ein technics sl-1300. der ist 35 jahre alt und läuft wie ne eins.
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