FirstTime12 im Sonus-Design

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highendnarr
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 08. Sep 2014, 08:47
Hallo Zusammen,

mittlerweile habe ich meine Lautsprecher fertig und möchte dazu meine positiven wie auch negativen Erfahrungen mitteilen.
Vielleicht kann sich ja der Eine oder Andere ein paar Infos für sein neues Projekt mitnehmen.

Das Vorhaben begann mit dem Wunsch nach einer neuen Herausforderung, welche meine handwerklichen Fähigkeiten fördern sollte
aber den Geldbeutel nicht all zu extrem belastet. Immerhin brauche ich die Lautsprecher eigentlich nicht wirklich,
da in meinem Wohnzimmer schon ein wunderschönes Paar Visaton VOX 253 steht.

Nach einigen Überlegungen fiel die Wahl auf Udo Wohlgemuths Bausatz eines Kompaktlautsprechers mit Bandpass, der FT12.
Dieser sehr gute und preiswerte Bausatz (ich hatte die Lautsprecher schon mal für einen Freund in konventionellem Gehäuse gebaut)
sollte nun sein Zuhause in einem Gehäuse mit geschwungenen Seitenteilen finden. Und damit sind wir auch bei meiner eigentlichen
neuen Herausforderung, ein geschwungenes Gehäuse zu bauen.

Als Vorbild dienten mir die Lautsprecher von Sonus Faber, in meinen Augen gibt es design-mäßig nichts Schöneres.....

Sicherlich sagen jetzt einige, so ein Gehäuse zu bauen wäre nicht schwierig aber mit den bescheidenen Werkzeugen
die mir zur Verfügung standen und als Werkstatt, Garten und Bürozimmer zu nutzen, war dieses Projekt schon eine Herausforderung.

Aber gerade aus diesen Gründen möchte ich zeigen, dass auch viele Andere ein solches Projekt in die Hand nehmen können,
auch ohne Profi-Werkstatt J

So, nun aber genug der Vorrede, kommen wir zum eigentlichen Bau.

Als erstes habe ich mir den Bauplan von Udo Wohlgemuth vorgenommen und das Gehäuse solange berechnet, gezeichnet, korrigiert
und wieder gezeichnet, bis alle Maße und Volumina passten und dem originalen Bausatz entsprachen.

Es ist gar nicht so einfach, in ein sich nach hinten verjüngendes Gehäuse noch einen 17cm Tieftöner mit unterzubringen.

Aus der Zeichnung entstanden Frässchablonen....

Nach dem ich mit den benötigten Holzzuschnitten vom Baumarkt zurück war, ging es ans Fräsen von Deckeln, Böden und Innenteilern.
Um an den Vorderkanten des Gehäuses den Arbeitsaufwand zu verringern (Fräsen von Fasen) verwendete ich Fußbodensockelleisten.

01

01a

Der Baubericht wird fortgeführt :-)
Kleinhirn
Stammgast
#2 erstellt: 08. Sep 2014, 11:32

freue mich auf weitere...


[Beitrag von Kleinhirn am 08. Sep 2014, 11:44 bearbeitet]
Polenpatty
Stammgast
#3 erstellt: 08. Sep 2014, 17:05
Ich sitze... kanst weitermachen
highendnarr
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 09. Sep 2014, 07:58
Nun ging es darum, die Seiten zu „beplanken“.
Zunächst hatte ich die Idee Leisten aneinander zu reihen, ähnlich wie bei einem Boot
und die Zwischenräume mit Spachtelmasse aufzufüllen...
Ein Versuch mit unbefriedigendem Ergebnis brachte mich dazu die Strategie zu überdenken.

Also lies ich mir 3mm starke MDF Platten zuschneiden, da ich mir sicher war diese um die Rundung biegen zu können.
Dann einfach drei, vier Lagen übereinander und fertig.

Denkste! Das MDF ist dermaßen steif, dass an biegen gar nicht zu denken ist.
Es muss also eine andere, bessere Lösung her.

Nach dem durchstöbern mehrerer Threads im Forum wurde ich auf Biegesperrholz aufmerksam,
und siehe da, eine einfache und praktikable Lösung war gefunden.
Der dritte Versuch die Seiten zu verkleiden war ein voller Erfolg. Die Seitenteile wurden großzügig
mit Leim eingestrichen und mit Spanngurten an der Box fixiert.
Drei Lagen ergaben dann die fertigen Seitenwände von 15mm Stärke.

Um die ganzen Schnittkanten am Ende der Box zu verdecken habe ich noch eine 16mm MDF Platte aufgedoppelt.

02

Auch Deckel und Boden erhielten noch eine 12mm MDF Platte
um die entstandenen Schnittkanten zu überdecken.
Anschließend wurden in die Böden noch die Ausschnitte für die „Revisionsklappe“ gefräst
und die Gehäuse mit der ersten Schicht schwarz aus der Spraydose versehen.

03
Polenpatty
Stammgast
#5 erstellt: 09. Sep 2014, 08:45
Moin...
Biegespeerholz ist schon eine feine Sache, allerdings recht teuer. Obwohl... bei dir ist die Fläche ja nicht so riesig. Alternativ kann man sonst auch Topan (quasi "biege MDF) nutzen und es auch selber herstellen.
Zur Lackierung... Lackierst du direkt auf Holz? Je nachdem wie du das Finish haben möchtest, würde ich vorher Grundieren/Füllern. Das zahlt sich in der weiteren Verarbeitung aus und muss auch nicht teuer sein (hab z.B. schon Füller aus der Bucht in der Spraydose bestellt, war mehr als ok).
Sonst eine wirklich gute Arbeit.
highendnarr
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 09. Sep 2014, 10:01
Hallo,

danke für die Blumen!
Hab mir gerade mal Topan angeschaut, auch eine tolle Alternative (merk's mir für's nächste Projekt)
Ja ich habe die Farbe direkt aufs Holz aufgetragen, da ich schwarz noch reichlich "auf Lager" hatte.

Grüsse
Polenpatty
Stammgast
#7 erstellt: 09. Sep 2014, 11:19
Beim direkten auftragen könntest du das Problem bekommen, dass die unterschiedlichem Materialien jeweils anders "saugen", was man nach ner Zeit sehen würde. Eine Grundierung ist da schon sehr ratsam, da man andernfalls viel Lack verbraucht, bis es einiger Maßen zufriedenstellend ist. Ggf. kannst du Grundierung/Füller noch auf den Lack auftragen (wenn es sich verträgt).
Ist nur ein Tipp aus eigener Erfahrung, da ich mich schonmal über diesen "Fehler" geärgert habe.
highendnarr
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 10. Sep 2014, 07:24
Hallo Zusammen,

Die Folgenden Tage verbrachte ich mit dem Vorbereiten des Furniers.
Mein Wunsch war es, Furnierstreifen mit „Fugen“, wie bei einem Schiffsdeck aufzubringen.
Ich entschied mich für afrikanisches Padouk welches ich in 60mm Streifen schnitt
und 2mm breite Buche Streifen, die schwarz gebeizt wurden.
Anschließend habe ich die Streifen mit Furnierklebeband zusammengesetzt.
Das Aufbringenauf den Seitenwänden erfolgte mit Holzleim und der Bügel-Methode.

Beim Ablösen des Furnierklebebandes wären wir nun auch schon bei dem zweiten unbefriedigenden Punkt angekommen!
Der Sch...... ging nämlich nicht wieder runter.
Abziehen war nicht möglich, da das Band sofort zerrissen ist,
also blieb mir nichts anderes übrig als alles runter zu schleifen.

04

Bei manchen Streifen habe ich es mit nass machen versucht, hat auch geklappt,
aber der Leim vom Furnierklebeband der wieder angelöst wurde wanderte so tief ins Furnier,
dass dieser sogar leider noch heute leicht sichtbar ist.
Es war mir nicht möglich, auch nicht mit schleifen, die Leimreste wegzubekommen.

Ich verwende jedenfalls nie wieder solches Furnierband!

Um den Misserfolg mit dem Furnierklebeband zu verdauen beschäftigte ich mich
mit der Herstellung der Schallwände. In 16mm MDF Platten wurden die benötigten Lautsprecherausschnitte gefräst
(alle mit 1mm Übermaß) und dann die Schallwände mit Kunstleder bezogen.
Die Chassis sehen in Kombination mit dem Kunstleder fantastisch aus.
Endlich mal wieder ein Arbeitsschritt der ohne Probleme verlief.

05
Köter
Inventar
#9 erstellt: 10. Sep 2014, 10:18
Saubere Arbeit!
Perla
Stammgast
#10 erstellt: 10. Sep 2014, 11:51
kommt mir doch sehr bekannt vor...,

hatte auch Padouk und der wird nach Lack schon ziemlich dunkel,so das die streifen etwas unterkommen.
Hätte nach endresultat etwas helleres genommen...

1 (104) (Medium)

frohes schaffen... ,


[Beitrag von Perla am 10. Sep 2014, 11:52 bearbeitet]
highendnarr
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 12. Sep 2014, 11:43
Hallo,

mit den Schallwänden waren auch insgesamt die Holzarbeiten soweit abgeschlossen
und es ging ans Thema lackieren, dem Teil vor dem ich am meisten Respekt hatte und habe.
Denn Lackieren ging bei mir bisher eigentlich immer schief.....

Also zunächst wieder lesen, lesen, lesen.
Dass Problem ist, das man am Ende wieder zu viele Möglichkeiten, Tipps und Lösungsvorschläge bekommt
so dass man eigentlich hinterher nicht viel schlauer ist als vorher.

Nur soviel dazu, ich habe unendlich viele Teststücke verbraucht um verschiedene Lacke, Verdünner, Reiniger,
Farben, Spraydosen, Pinsel und Roller zu probieren.
Alles in allem könnte ich jetzt fast einen kleinen Farbenladen eröffnen.

Und damit wären wir am dritten unerfreulichen Punkt angekommen, ich durfte feststellen das sich
unterschiedliche Lacke (auch wenn angeblich alle lösemittelhaltige Kunstharzlacke sind) gar nicht mögen
und sich entweder Risse bilden oder man die lackierte Farbschicht nach dem Trocknen wieder abziehen kann!

Doch am Ende des Tages ist es mir zum ersten Mal gelungen tolle Ergebnisse in Sachen Klarlack zu erzielen.
Und das mit Baumarkt-Alkydharzlack und einem Pinsel, lackiert im Garten und im Bürozimmer!

Eine kurze Erläuterung wie ich (am Ende erfolgreich) vorgegangen bin:

Die Seitenteile mit dem Furnier wollte ich als erstes schützen und habe sie mit Schaumstoffrolle
und Clou Holzlack in drei Schichten versiegelt. Abschließend wurden die Flächen mit 600er Papier geschliffen.

Dann haben Deckel, Rückwand und Boden drei Schichten Kunstharzlack schwarz (im Garten)
aus der Spraydose erhalten, jeweils mit Zwischenschliff und 600er Papier.

06

Gereinigt wurde immer nur mit einem nassen Schwamm und abschließend mit Silikonentferner.

Abschließend haben die Gehäuse vier Schichten Alkydharzlack bekommen, verarbeitet mit einem
flachen Lackierpinsel und Zwischenschliff.
Ich hätte nie im Leben gedacht das man mit einem Pinsel so tolle Ergebnisse erzielen würde.
Auch der Klarlack ist hervorragend verlaufen.
Einzig die Staubeinschlüsse sind ärgerlich aber in Anbetracht meiner räumlichen Möglichkeiten nicht zu verhindern.

07

07a

Um die Staubeinschlüsse zu entfernen habe ich die Oberfläche zunächst mit 1200er Papier
und anschließend mit 3000er Papier geschliffen.
Als finalen Schritt habe ich mit Schnellschleifpolitur und Hochglanzpolitur die Oberfläche aufpoliert.

Bilder folgen ...
duffy_
Stammgast
#12 erstellt: 12. Sep 2014, 12:27
Sieht bisher wirklich gut aus!
Polenpatty
Stammgast
#13 erstellt: 12. Sep 2014, 12:31
Good job
Mir gefallen die Seiten mit den Streifen besonders gut!


[Beitrag von Polenpatty am 12. Sep 2014, 12:32 bearbeitet]
MosiN
Stammgast
#14 erstellt: 12. Sep 2014, 21:48
Da ist eine Lampe ausgebrannt

Das fällt aber nur deshalb auf weils wirklich gut geworden ist
highendnarr
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 15. Sep 2014, 07:39
Hi Zusammen,

nach der Montage der Technik und der Schallwände
bin ich euch jetzt noch die Bilder vom Ergebnis schuldig:

09

08

Viele Grüße.
Polenpatty
Stammgast
#16 erstellt: 15. Sep 2014, 08:30
Sehr schöne Arbeit! Insbesondere, da die FT12 ja nichgt unbedingt in den Bereich HighEnd fällt... Aber wenn auch der Sound zu überzeugen weiß, hast du alles richtig gemacht
Kleinhirn
Stammgast
#17 erstellt: 15. Sep 2014, 08:31
Jo bist du moped!!!
Schaun die geil aus!!!!!

T O P !!!
highendnarr
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 16. Sep 2014, 07:35
Hallo,

High-End sind die FT12 sicher nicht, aber das Projekt stand ja auch unter ner anderen Überschrift.
Es ist dennoch beachtlich was die Lautsprecher leisten, gerade in Anbetracht des niedrigen Preises.
-Raphael
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 18. Sep 2014, 23:03
Hallo Highendnarr,

die Lautsprecher sehen echt toll aus! Mich würde interessieren, was für Lacke hast du letztendlich verwendet hast? Also von welchen Herstellern, damit die sich untereinander vertragen.

Grüße -Raphael
highendnarr
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 19. Sep 2014, 16:10
Hallo Raphael,

- das Furnier habe ich mit Clou Holzlack grundiert
- schwarze Teile mit OK PlastiKote Farbspray (bei Hornbach)
- Kunstharzklarlack hochglänzend Hornbach Eigenmarke

Leider kann ich gerade keine Bilder hochladen, bekomme immer eine Fehlermeldung.
Werds später nochmal versuchen...

Daniel
-Raphael
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 25. Sep 2014, 14:14
Hallo Daniel,

vielen Dank! Dann hab ich schon mal eine gute Grundlage, falls ich irgendwann mal ein ähnliches Gehäuse bauen will.

Grüße -Raphael
Taitan
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 20. Okt 2014, 18:48
Hallo,

Ich möchte meine Schallwand auch mit Kunstleder beziehen, habe aber keine Ahnung wie man es so passgenau hinbekommt.

Welchen Kleber nutzt Du? Wie bekommst Du die Kanten so schön straff?
highendnarr
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 21. Okt 2014, 15:41
Hi,

die Schallwand zu beziehen ist eigentlich gar nicht schwer.
Die Ausfräsungen für die Lautsprecher müssen etwa 1mm größer ausgeführt werden,
damit das Leder mit dazwischen passt.
Ansonsten habe ich das Kunstleder flähig mit Holzkaltleim aufgeklebt,
nach der Trocknung um die Kanten gezogen und hinten mit einem Drucklufttacker festgetackert.

Grüsse
sysrec
Stammgast
#24 erstellt: 22. Okt 2014, 10:05

Taitan (Beitrag #22) schrieb:
Hallo,

Ich möchte meine Schallwand auch mit Kunstleder beziehen, habe aber keine Ahnung wie man es so passgenau hinbekommt.

Welchen Kleber nutzt Du? Wie bekommst Du die Kanten so schön straff?


Servus,
schau in meine Galerie rein, vielleicht findest Du was passendes zum Thema Kunstleder

http://www.hifi-forum.de/mitglied/519103/bilder
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