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Reviews Rundreise Hedd Heddphone D 1+A -A |
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Blechdackel
Inventar |
#1
erstellt: 20. Feb 2026, 15:59
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Einleitung Die letzte von mir in 2025 organisierte Testrundreise war bereits in ihrer zweiten Hälfte angelangt, da meldeten die Hifi-Nachrichtenportale und Foren die Präsentation eines neuen Kopfhörermodells von Hedd, das anders als die beiden schon vorhandenen Modelle mit der AMT-Technologie im preislichen Bereich unter 1000 € zu haben sein wird, genau genannt, 699 €. Und anders als die Heddphone Two und Heddphone Two GT ist es ein Dynamiker mit einer dünnschichtigen Carbonmembran(TPCD) und einer klanglichen Abstimmung, die Profis genauso, wie den anspruchsvollen Hifi-Hörer überzeugen soll. Und da dieses neue Modell, der Heddphone D 1, auch hier in unserem Hifi-Forum für eine nicht zu übersehende Aufmerksamkeit sorgte, griff ich gegen Ende November zu meinem Telefon, um in Berlin anzurufen. Zum einem erfuhr ich, dass die erste Produktion schon ausverkauft war, zum anderen dass ich schon mal eine E-Mail schreiben darf und die Aussicht bestände, dass ich bei nächster Verfügbarkeit, ein Testexemplar für die von mir geplante Testaktion bekäme. Und Anfang Februar war es soweit und ein kleines Paket aus der Hauptstadt erreichte am 9. Februar das Badner Land, präzise gesagt meine Adresse. Ausstattung und Verarbeitung Der schwarze Karton mit einer graphischen silbernen Darstellung des D 1 obendrauf ist von den Maßen nicht zu üppig dimensioniert und hat innen genau Platz für alles. Die Aufklappung, die Vorderseite, Oberseite und hintere Seite des Kartons umfasst, ist auf der Vorderseite mit einer Art von Saugnäpfen fixiert, und der Dreiteiler lässt sich mit leichtem Druck abheben. Auf der Innenseite dieser dreiteiligen Kartonklappe sind einige Informationen abgedruckt, Unter einer dunkelgrauen Styroporabdeckung, erscheint das Case mit dem D 1 selbst, und einem samtenen Säckchen, in dem sich das zweimeter lange Anschlusskabel, das textilummantelt ist, und einen 3,5 mm-Klinkenanschluss mit 6,35 mm-Adapter verbirgt. Komplettiert wird die Ausstattung mit einem Staubtuch zur Reinigung der Ohrpolster und des Kopfbandes und einem englischsprachigen Textblattes zur sachgerechten Benutzung des Kopfhörers. Das Design ist nahezu komplett in Schwarz gehalten und zeigt einerseits eine Orientierung zu Funktionalität und andererseits eine zurückhaltende Ästhetik, die sich insgesamt elegant-schlicht ansieht. Die Ohrmuschel haben eine leicht ovale Form. Robuster Kunststoff dominiert den Materialmix, ergänzt durch Metall bei der Gitterabdeckung und Federstahl für für den Kopfbügel. Alle Bestandteile des D 1 sind austauschbar und die Konstruktion ist damit auf Langlebigkeit ausgerichtet. Und Hedd vergibt eine Garantiedauer von fünf Jahren. Alles ist sauber verarbeitet, es klappert und leiert nichts. Tragekomfort und Praxis Die Anschlusskabel sitzen auch ohne Verriegelung sicher in den Gehäusen, das Kopfband lässt sich leicht und sicher arretierend einstellen. Wie oft bei Kopfhörern reicht bei mir schon die unterste Einstellung aus. Beim ersten Aufsetzen stoßt mein linkes Ohrläppchen leicht gegen die Treiberabdeckung, was sich kühl anfühlt, noch eine leichte Korrektur und es sitzt perfekt. Die bei mir üblichen Hörsessions bis zu zwei Stunden lassen sich so komfortabel genießen. Und im Studioalltag sind auch längere Tragezeiten leicht möglich. Mit einem Gewicht von 350 g ohne Kabel positioniert sich der D 1 knapp über dem Beyerdynamic T 90 und dem Mr. Speakers Aeon Flow Closed und 40 g unter dem Beyerdynamic T 1. Also ganz in meiner gewohnten Gewichtsklasse. Das gut gepolsterte Kopfband verfügt über eine Fontanellenaussparung, wie man sie bei manch neueren Kopfhörern mittlerweile sieht(z. B. Ultrasone Signature Fusion und Signature Master). Der Anpressdruck ist in der berühmten goldenen Mitte und auch in liegender Postion, gestützt durch ein flaches Kopfkissen, bietet sich ein komfortabler und sicherer Sitz. Hörtests Über mehrere Abende wurde an folgender Technik getestet: Kopfhörerverstärker und CD-Spieler Kombinationen Amity HPA 1 V und Marantz CD 42 mk. II Lehmannaudio Linear und Marantz CD 40 Lehmannaudio Linear und Exposure S 2010 CD Vollverstärker und Plattenspieler Telefunken RA 200 und Dual 601(mit System M 20 E) Gelauscht und erfahren wurden die Klangqualitäten des Heddphone D 1 mit folgenden CD-Alben: Element of Crime : „Damals hinterm Mond“ Fred Hersh : „The surrounding Green“ Al di Meola : „The infinite desire“ Stella Sommer: „Silence wore a silver coat“ Il Convito/Maude Gratton : „Wilhelm Friedemann Bach – Concertos pour Clavecin et cordes“ Trentemöller : „The last resort“ Boris Blank : „Resonance“ Pat Metheny Group : „Speaking of now“ Laura Veirs : „Carbon Glacier“ Maxwell : „Maxwell` s Urban Hang Suite“ Stakkato – Die Hörtest-CD von Audio Und dem Vinyl-Album: The Tea Party : „Blood moon rising“ Bass Hier erweist sich, dass der D 1 sowohl für das analytische Abhören im Studio als auch für das audiophile Erlebnis zu Hause geschaffen wurde. Recht tief gehend in der Frequenz und dabei ist genug Druck, Präsenz vorhanden. Ich habe niemals etwas vermisst. Weder qualitativ noch quantitativ. Es war konturiert und kontrolliert, und manchmal auch mit einer dezenten Wärme, auf was der Produzent gerade wert gelegt hat. Und dabei niemals schlapp, oder klanglich beschrieben, dynamisch und ganz gut bei den Transienten dabei. Dabei ist das Ganze eine Gratwanderung zwischen straff und analytisch, sowie voll, warm und organisch. Und wie es bei Lautsprechern und Kopfhörern mit professionellem Anspruch ist, Produktionen mit Mängeln werden entlarvt. Mitten Die Mitten sind sauber und natürlich. Stimmen sind mal mehr oder weniger herausgehoben(ganz realistisch wie es die Aufnahme hergibt) und dennoch klar, sowie charakteristisch gut getroffen. Akustische Instrumente waren plastisch abgebildet und die genaue konturierte Abbildung profitierte dabei von eher niedriger Ausgangsimpedanz.. Die tonale Performance ist in diesen Frequenzen irgendwie unspektakulär und gerade deshalb nie zu analytisch und darum langzeittauglich. Es erinnerte mich etwas an den Tago Studio T 3-01. Höhen Ich bin da nie so empfindlich. Aber ich bekam gut den Eindruck, dass da schon gut dosiert wurde bei der Abstimmung zugunsten von präzisen Details und authentischer Transparenz, aber dass damit im Studio auch viele Stunden gearbeitet werden kann. Also es wurde nie etwas zu viel. Impulsiv, perlend und feinste Töne darbietend, war ich insgesamt zufrieden in diesen Frequenzbereichen. Bühne Eine riesige weite Bühne wurde nicht angestrebt, mehr das was für eine Kopfhörerdarstellung wirklich glaubwürdig ist. Weiträumig gemischte Aufnahmen und auch binaurale Aufnahmen kann der Heddphone D 1 mit Sicherheit(aber zu letzteren ein andermal) überzeugend wiedergeben. Wenn es dem einen oder anderen Nutzer vielleicht ein wenig an Weite oder der großen Luftigkeit fehlen wird, beeindruckend ist die exakte Positionierung, das plastische Klangerleben innerhalb des Raums, das der D 1 abbildet allemal. Das reicht schon an die Qualitäten des zuletzt hier gastierenden Audeze LCD 2 Classic und vermutlich auch an den Beyerdynamic T 1 (2. Generation) heran. Fazit Für den geforderten Preis und im Vergleich zu vergleichbaren Konkurrenten ist das schon ein interessantes Produkt, was Hedd da anbietet. Dem Fehlen eines zusätzlichen balanced Kabel oder eines alternativen Polsterpaares für eine andere Abstimmung, wie sie manche Mitbewerber bieten, stehen hier eine lange Garantiezeit und eine hohe Reparatur- und Servicefähigkeit entgegen. Und die Zugabe eines Reinigungstuches, ist durchaus eine praktische Sache. In den Anforderungen an die Verstärkung habe ich keine hohen Ansprüche festgestellt. Der Amity, der aus einer Zeit stammt, in der Kopfhörer meist Impedanzen zwischen 250 und 600 Ohm hatten, erreichte schon in der zweiten Rasterung seiner kanalgetrennten Lautstärkeregelung einen sehr ordentlichen Pegel, bei dem man nicht höher gehen sollte. Und beim Lehmannaudio Linear, auf die zweithöchste Verstärkungsstufe mit + 10 dB eingestellt, musste ich nie lauter als etwa 30 bis 40 % des verfügbaren Regelbereichs einstellen. Wie schon im Organisationsthread von mir angemerkt, habe auch im bei den Polstern des produktionsfrischen D1 und seinem Case, einen gewissen Eigengeruch bemerkt, der sich aber schnell verflüchtigt, wenn man den Kopfhörer selbst, erst mal an freier Luft, wie bei mir auf einem Kopfhörerständer, aufbewahrt. Einen direkten Vergleich mit anderen Kopfhörern aus meiner Sammlung habe ich diesmal aufgeschoben, bis der D 1 am Ende wieder zu mir kommt, zu dem ich mir noch mal extra einen Abend Zeit nehmen werde, bevor der Heddphone D 1 wieder an Hedd zurück geht. Mögliche Vergleichskandidaten sind die Beyerdynamic Modelle T 90 und T 1(2. Generation) und möglicherweise ziehe ich auch noch den Mr. Speakers Aeon Flow heran. An dieser Stelle bedanke ich mich bei Claudius Voigt von Hedd für die Bereitstellung dieses Testexemplars und erwarte mit Spannung die kommenden Berichte der anderen Teilnehmer. [Beitrag von Blechdackel am 20. Feb 2026, 16:20 bearbeitet] |
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*rael*
Inventar |
#2
erstellt: 22. Feb 2026, 19:00
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Hier meine Eindrücke: Erstmal geht ein ganz besonderer Dank an Heiko für die Organisation der Rundreise und dass ich teilnehmen durfte und natürlich an HEDD Audio, die den D1 zur Verfügung gestellt haben. Nach dem HEDDphone 2 ist das der zweite Kopfhörer von HEDD Audio, den ich gehört habe. Verpackung und Zubehör: Der D1 kommt in einer stabilen Papp-Box, in der sich das Kopfhörercase befindet, welches den D1 sowie das 6.3 mm Kabel (in einer kleinen Tasche) beinhaltet. Der Reißverschluss des Case ist leichtgängig und das Case wirkt auch insgesamt kompakt und stabil, fällt aber durch einen beißenden chemischen Geruch negativ auf. Dieser Geruch überträgt sich leider auch auf die Ohrpolster und das Kopfband des D1. Möglicherweise bin ich aber, was das angeht, auch sehr empfindlich. Verarbeitung und Komfort Die Verarbeitung würde ich insgesamt als sehr gut bezeichnen. Nichts knarzt oder wackelt beim Drehen der Ohrmuscheln. Die Verstellung des Kopfbandes rastet sauber ein und sollte auch für größere Köpfe ausreichend sein. Die Earpads sind sehr weich und anschmiegsam, so dass es mich auch nicht groß stört, dass die Öffnungen deutlich kleiner ausfallen als beim Arya Organic oder Empyrean II. Das Kopfband könnte für meinen Geschmack noch etwas weicher gepolstert sein, aber insgesamt ist der Tragekomfort soweit gut. Längere Hörsessions waren ohne Probleme möglich. Das mitgelieferte Kabel habe ich nicht getestet, sondern mein eigenes Kabel verwendet. Rein vom Anfassgefühl her machte es einen soliden, gut beweglichen Eindruck. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass das für die Earpads und das Kopfband verwendete Alcantara-ähnliche Material schon etwas dazu neigt, Fusel anzuziehen, so dass das beigelegte Reinigungstuch durchaus Sinn macht. Klang Als Quelle diente Apple Music überwiegend in Lossless, verstärkt wurde der D1 stationär via Luxsin X9 und mobil am FiiO M21. Insgesamt ist festzustellen, dass der D1 leicht anzutreiben ist. Auch ein direkter Einsatz am Smartphone oder Laptop sollte möglich sein. „Out of the box“ fand ich den Klang insgesamt schon sehr ansprechend. Der D1 ist in meinen Ohren recht neutral abgestimmt mit präzisem Klangbild und sehr guter Instrumentenortung. Die Bühnendarstellung ist eher auf der intimeren Seite, in etwa vergleichbar mit der Bühnendarstellung des Empyrean II, vielleicht noch ein klein wenig enger. Der Bass ist präsent, ohne übertrieben in den Vordergrund zu treten. Die größte Stärke sehe ich beim D1 allerdings im Mittenbereich, der sehr klar und natürlich dargestellt wird. Auch die Höhen sind sehr detailliert, manchmal vielleicht etwas scharf, allerdings ohne dass übermässig Zischlaute auftreten würden. Um den in meinen Ohren schon sehr guten Klang noch etwas zu optimieren, habe ich folgende EQ-Einstellungen verwendet, die den D1 ein Stück in Richtung Harmankurve bewegen: Preamp:-5.18dB Filter 1: ON LS Fc 105 Hz Gain 5.5 dB Q 0.7 Filter 2: ON PK Fc 90.5 Hz Gain -2.5 dB Q 0.54 Filter 3: ON PK Fc 216.8 Hz Gain -0.9 dB Q 1.57 Filter 4: ON PK Fc 1070.7 Hz Gain -1 dB Q 2.2 Filter 5: ON PK Fc 2839.8 Hz Gain -1.6 dB Q 3.6 Filter 6: ON PK Fc 4077.9 Hz Gain 0.5 dB Q 1.35 Filter 7: ON PK Fc 4462.1 Hz Gain 4.1 dB Q 5.3 Filter 8: ON PK Fc 6644.9 Hz Gain -1.9 dB Q 6 Filter 9: ON PK Fc 8982.6 Hz Gain -1.4 dB Q 3.51 Filter 10: ON HS Fc 10000 Hz Gain 4.3 dB Q 0.7 Für mich ist der D1 ein sehr gut ausbalancierter Allround-Kopfhörer, der sich bei keinem Musikgenre eine Schwäche geleistet hat. Die Klangwiedergabe ist sauber, klar und detailliert. Auch bei längerem Hören treten keinerlei Ermüdungserscheinungen auf. Im Vergleich zum Arya Organic hat er zwar die kleinere Bühnendarstellung, dafür finde ich ihn aber im Mittenbereich deutlich überlegen und auch die Basswiedergabe ist dynamischer und kompakter. Links zu den Bildern: https://www.directupload.eu/file/d/9203/6z5egyyl_jpg.htm https://www.directupload.eu/file/d/9203/nbm5p67o_jpg.htm https://www.directupload.eu/file/d/9203/xt74m6ty_jpg.htm |
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d*moll
Inventar |
#3
erstellt: 02. Mrz 2026, 20:41
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Vielen Dank an HEDD und Blechdackel für die Organisation der Rundreise. Ich hatte mich sehr auf den D1 gefreut aufgrund der durchweg sehr guten Reviews und bin voller Erwartungen ans Testen gegangen. Vergleichen soll er sich mit dem Focal Clear OG und einem Neumann NHD-30. Zur Verpackung und Geruch: Das Verpackungscase riecht wirklich stark, wenn man den KH raus nimmt bleibt das auch an Kopfband und Ohrpolstern sehr hartnäckig haften. Ich hatte den KH erst 2 Tage offen rumstehen und ständig gelüftet. Das hat nicht ausgereicht. Erst nach ungefähr 48h in einer Ikea Kiste neben Aktivkohlesäckchen (für Wäsche und Kleiderschrank - insgesamt 700g) gelagert, wurde es annehmbar und ich konnte den KH auch auf dem Kopf behalten ohne dass der Geruch ständig warnehmbar war. Das Case selber habe ich auch in der schwarzen Kiste gelassen und dort noch paar Säckchen rein gelegt - die haben es aber nicht geschafft am Geruch vom Case etwas zu ändern. Nun war nicht mehr ganz so viel Zeit wie geplant fürs Hören, aber das war dann um so erfreulicher. Betrieben habe ich die Kopfhörer am RME ADI-2 Pro und immer 2 Stück zum Vergleichen - mit meinem eigenen Kabel (da bereits vorhanden). Der D1 spielt am leichtesten, der Focal braucht +4dB mehr und der Neumann +8dB mehr um etwa die gleiche Lautstärke zu erziehlen. Wenn man den D1 aufsetzt kommt einem gleich ein sehr frischer und angenehmer Charakter entgegen. im Einzelnen: Bass - hier liegt die Schwäche des Kandidaten, bei Elektronischer Musik merkt man die "helle" Abstimmung und der Spassfaktor geht hier an den NHD-30, selbst mit 6dB Loudness Boost kommt der HEDD nicht an meinen Wohlfühlbass ran. Der Clear (mit Oratory EQ-Profil) reiht sich noch dahinter ein. Es kommt aber stark auf den Track an wie er produziert wurde. mal gefiel der Clear mal der D1 besser. Unentschieden für die beiden - überholt hat der Neumann. Mitten - da spielt der D1 sein ganzen Potential aus. Liegt weit vorne - Männer und Frauenstimmen sind sehr detailiert und natürlich. Der Neumann liegt hier merklich dahinter und ist wärmer abgestimmt, der Focal Clear ist manchmal etwas zu forsch und bei kritischen Sachen an der Grenze zum Zischeln. Man muss die Konkurrenten also beide mit EQ korrigieren, während der D1 direkt so loslegt und keine Korrektur (ausser im Bass) nötig hat. Höhen - auch hier alles klar und einwandfrei ohne bemerkenswerte Betonungen. Keine EQ-Korrektur notwendig. Sehr gut abgestimmt. Bühne - da wird man vielleicht etwas enttäuscht - es ist recht intim - da liegt der Focal mit den angewinkelten Treibern deutlich vorne. Der Neumann ist hier sehr wählerisch was die Positionierung anbelangt, den NHD-30 muss ich etwas nach hinten schieben und auch noch das Kopfband nach vorne kippen, damit die Abbildung natürlich wird. Dann aber liegt er bei der Bühne zwischen D1 und dem Clear. Da ich eigentlich meistens elektronsiche Sachen höre, war der D1 dafür nicht die erste Wahl. Seine Stärke kommt jedoch mit Gesang und Instrumentalen Stücken deutlich zu Geltung. Bei Klaviermusik ist seine Auflösung unglaublich präzise und man kann das Schnarren der Saiten hören. Da kommen Details die die anderen beiden Kandidaten nicht rüber bringen können. (Anspiel Tipps: Hani Rani - Esja / Hani Rani - Leaving / Lambert - In The Dust of Our Day / Meute - Bridged by a Lightwave) Der D1 ist meiner Meinung nach daher hervorragend als Studiokopfhörer zu gebrauchen man kann jedes Detail sowohl von Einzelspuren als auch im Mix hören und bewerten. Ebenfalls alle Musikrichtungen die ohne Subwoofer-Bass auskommen gibt der D1 einwandfrei wieder. Instrumente und Gesang klingen sehr natürlich. Insgesamt heller als bei Neumann und Focal (ohne EQ). (nicht mitgekommen beim Bass ist der D1 z.b. bei diesem Stück: Innellea - Lillith (original Mix) da fehlt es beim Tiefbass eindeutig) Die größte Freude hatte ich mit dem D1 beim selbst spielen meines E-Pianos (Yamaha CP88) - das meisterte der D1 am besten von allen. Mit dem Clear sind manche Töne im Bereich von 1,2 bis 1,3 kHz überbetont. Der Neumann ist zu dunkel für das Klavier. Auch Synth-Sounds, Pads und Effekte machen mit dem D1 am Yamaha richtig Spass. Der D1 ist also dafür mein absoluter Favorit. Er klingt erhellend und geht forward - die komplette Dynamik kann man beim Spielen heraus lassen. Ich habe mit dem D1 einen offenen Dynamiker gefunden, den man einfach überall anstecken kann (E-Instrumente wie Klavier, Verstärker, Effekte, Interfaces, Looper usw.) und man braucht sich keine Gedanken um EQ zu machen. Als geschlossenes Pendat benutze ich den Focal Lensys Professional. Somit sind für die Studiozwecke alle benötigten Kopfhörer gefunden. Zum reinen Musikhören gebe ich anderen den Vorzug mit mehr Spassfaktor im Bass und weiterer Bühnendarstellung. Man kann hier das HEDDPHONE 2 GT erwähnen, das sich da richtig ins Zeug legt. Der D1 sitzt bei mir gut auf dem Kopf - die großen Focal (Clear und Radiance) sind eigentlich zu "wackelig" weil nicht genug Federkraft bzw. die Bügel schon viel größer geformt sind. Es ist auch der leichteste Kopfhörer und damit am unaufdringlichsten und bequemsten. Zum Formfaktor: das dezente Schwarz und wenige metallische Akzente passt sich gut und unauffällig ein. Das Kopfband ist gemütlicher als beim Neumann. Allerdings ist die matt schwarze Lackierung des D1 Kopfbades sehr anfällig auf Fingerabdrücke, selbst wenn man ordentlich Hände mit Seife gewaschen hat. Das plüschige Kopfband und die Ohrposter fangen auch leicht Staubfusseln ein. Hier müsste man ab und zu mal mit den Klebezetteln sauber machen. Ansonsten genügt ein weiches BrillenPutzTuch zum sauber halten. Die Ohrpolster könnten ein bisschen größer und vor allem tiefer sein - obwohl ich keine riesen Löffel habe stoßen meine Ohren an der kalten Treiberabdeckung aus Metall an das ist an Anfang nicht so angenehm. Nachdem zum Ende der D1 mich aber am E-Piano klanglich so begeistert hat, lasse ich ihn nur ungern weiter ziehen. |
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hazel-itv
Inventar |
#4
erstellt: 08. Mrz 2026, 14:04
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Als erstes natürlich wieder tausend Dank an Blechdackel für die Organisation der Rundreise! Ich war sehr gespannt auf den Hedd, was vor allem daran lag, dass nicht nur unsere allseits bekannte Youtuber der headphoneshow ihn immer wieder mit dem Sennheiser HD600 verglichen. Ähnlich in den Mitten, aber mehr Bass, Klarheit und Bühne. Nun ist es aber gar nicht der HD600 den ich immer wieder gerne höre, sondern der HD650, mit dem ich den HEDD auch hauptsächlich vergleichen werde. Der HD600 ist für mich zu direkt und nahezu ohne Bühne, allerdings mit extrem neutralen und natürlichen Mitten. Der HD650 ändert das, er ist etwas weicher, musikalischer bei ebenfalls neutralen Mitten und hat für meine Ohren eben mehr Bühne, vor allem in der Tiefe. Ein Hörer, der die Mitten ähnlich wie die Sennis macht, aber mehr Bass und mehr Bühne hat, wäre schon was… Build und Komfort: Der HEDD D1 ist äußerlich ein wirklich schöner, modern und technisch gestylter Kopfhörer. Er ist komfortabel, fässt sich gut an und ist recht leicht ohne billig zu wirken. Lediglich das Kopfband hat nach längeren Sessions doch angefangen ein wenig zu drücken, aber nicht so, dass ich ihn hätte absetzen müssen. Außerdem zieht das Velour des Kopfbandkissens den Staub nur so an. Das Case riecht tatsächlich stechend chemisch, der Kopfhörer selber ist bei meinen Vortestern wohl schon ausgelüftet, hier hatte ich keine Probleme. Aber das Geruchsproblem gibt es offenbar nicht nur bei unserem Testmodell, auch im Head-Fi habe ich schon darüber gelesen (oder war das einer meiner Vortester?). Das Kabel ist glatt, textilummantelt und verdreht sich nicht, alles bestens. Klang: Der HEDD ist tatsächlich ein sehr neutraler Kopfhörer, der oben schon angesprochene Vergleich mit dem HD600 ist also nicht von der Hand zu weisen. Der Bass ist konturiert, recht schlank und in der Quantität doch eher zurückhaltend, wenn auch etwas stärker als beim HD650. Damit er für mich passt, musste ich einen leichten Bassshelf einsetzen, dann gefiel er mir gut, reißt mich insgesamt aber auch nicht vom Hocker. Die Mitten sind dann genau so wie sie sein sollen, um Musik z.B. im Studio oder beim analytischen Hören beurteilen zu können: absolut neutral (zumindest das, was meine Ohren als neutral empfinden). Akustische Instrumente klingen natürlich, Stimmen sind klar, geerdet und klingen ebenfalls natürlich ohne Verfärbungen, sehr schön! Im direkten Vergleich mit dem HD650 merkt man, dass die Vergleiche mit den Sennheisern ihre Berechtigung haben, auch wenn insbesondere die Auflösung und Attacke (Transienten) des HEDD dem Senni doch überlegen sind. Die Höhen sind gegenüber dem HD650 deutlich betonter, aber insgesamt trotzdem noch neutral, ich kann für meine Ohren keine Peaks oder störenden Frequenzen ausmachen. Sie wirken aber etwas aggressiver als z.B. bei meinem Hifiman HE1000SE, der zwar nochmal höhenbetonter ist, diese aber seidiger rüberbringt (natürlich ist das auch hier eine andere Preisklasse). Bis hierhin habe ich zwei Wörter bereits mehrfach benutzt: „neutral“ und „natürlich“. Und das beschreibt den Klang insgesamt auch wirklich gut. Also alles super? Absolute Kaufempfehlung? Nicht ganz. Denn erstens bewirkt diese absolut neutrale Darstellungsweise bei mir nach einiger Zeit eine gewisse Langeweile. Es gibt einfach kein Element des Klanges, das hervorsticht, nichts wo ich auch beim 15. Song sagen kann: „Wow, das ist toll!“. Natürlich könnte man nun sagen, dass dies die Langzeittauglichkeit erhöht und dass es doch genau das ist, was man erreichen will. Das würde vielleicht sogar stimmen, wenn nicht der 2. Punkt dazu käme, der mich stört: Die Bühnendarstellung Schon der HD600 hat für meine Ohren eigentlich so gut wie gar keine Bühne, sondern das Klanggeschehen spielt sich genau zwischen den Ohren ab. Der HEDD ist zwar leicht besser, etwas breiter und höher, insgesamt empfinde ich den Klang aber doch als sehr zweidimensional, auch wenn die Ortbarkeit / Randschärfe der einzelnen Klänge gut ist. Insbesondere in der Tiefe spielt sich für mich kaum etwas ab. Genau hier glänzt der HD650 (preisklassenbezogen) aber. Natürlich erreicht er lange nicht die Räumlichkeit, die z.B. der Meze Elite bietet, aber er schafft es, Klänge hintereinander darzustellen, Hallfahnen in die Tiefe auszufaden, einen glaubhaften Raum aufzumachen und eben gleichzeitig diese neutralen Mitten und den Punch eines Dynamikers beizubehalten. Vielleicht sind meine Ohren / mein HRTF auch besonders, aber der D1 bleibt hier recht deutlich hinter den Hörern zurück, die ich gerade hier zur Verfügung habe. Und diese fehlende Räumlichkeit in Verbindung mit dem sehr neutralen Klang macht ihn für mich zum Genusshören leider unauffällig (positiv ausgedrückt) oder auch langweilig (negativ ausgedrückt). Fazit: Der D1 ist ein klarer, neutraler, sehr exakt und völlig verfärbungsfrei spielender Kopfhörer, lediglich der Bass ist etwas zahm. Würde ich einen Studiokopfhörer suchen, mit dem ich meine Aufnahmen tonal perfekt abmischen könnte, würde ich den D1 wohl sofort kaufen. Als Genusshörer für die abendlichen Musikstunden ist er für mich aber aus den oben angesprochenen Gründen, besonders auf Grund der geringen Räumlichkeit, leider nicht der Richtige. |
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RunWithOne
Inventar |
#5
erstellt: 16. Mrz 2026, 13:12
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Eigentlich könnte ich mich zurück lehnen und mich den Eindrücken meiner Vorposter anschließen. Da ich will euch nicht mit Wiederholungen langeweilen möchte, folgen meine Eindrücke in verkürzter Darstellung. Gespannt war ich, auf aufgrund meines Heddphone TWO, auf den Dynamiker mit dünnschichtiger Carbonmembran(TPCD) aus dem Hause Hedd. Unboxing In der der erfreulich kleinen Verpackung findet sich ein ebenso kleines aber stabiles Hardcase. Neben dem, erfreulicherweise langen, Anschlusskabel mit 3,5 mm-Klinkenanschluss und 6,35 mm-Adapter vermisse ich für den Heimbereich ein symmetrisches Kabel. Haptik und Komfort Der Hörer macht nicht nur optisch einen hervorragenden Eindruck, er sitzt auch auch so perfekt auf dem Kopf, das man ihn vergisst. Das verdankt der neben seiner Polsterung (Kopfband und Ohrpolster) auch seinem relativ geringen Gewicht und einem vergleichsweise mittleren Anpressdruck. Er sitzt nicht locker, drückt aber auch nicht so stark wie beispielsweise ein Beyerdynamik Studiokopfhörer. Etwas negativ fällt die leichte Mikrofonie des Kabel auf. Auch wird man von zeit zu Zeit eine Fusselrolle oder ähnliches zur Staubentfernung bemühen müssen. Aber das ist dann doch Kritik auf hohem Niveau. Quellen Wie immer sind ein paar Tage viel zu kurz um sich einem kompletten Eindruck zu verschaffen. Ich habe den D1 an folgenden Quellen gehört: WiiM Ultra + Violectric V222 Violectric V850 + V280 Astell&Kern SP2000T Der D1 performt jeweils hervorragend. Das kann ich schon vorweg nehmen. Klang Der Bass ist straff und trotzdem enorm präsent. Ich verstehe absolut, das der D1 sowohl für das Studio als auch den HiFi eine Empfehlung sein kann. Trotz seiner helleren Abstimmung und dem Spagats zwischen Analytik und HiFi besitzt der D1 ein leichte Wärme, die ihn sehr angenehm klingen lässt. Überhaupt muss er sich vor teureren HP nicht verstecken. Wenn ich etwas vermisst habe, dann vielleicht das leichte Grollen meiner Focal HP. Damit deckt er weniger gelungen Produktionen gnadenlos auf. Bleibt dabei jedoch weniger anstrengend als Beyerdynamic oder Audeze HP. Die Mitten sind sauber klingend, natürlich und mitreißend. Sie sind ganz klar eine Stärke des D1. Stimmen sind stehen idR gut vor der Musik und klingen, wie der Hörer im Allgemeinen, stets klar. E-Gitarren meiner favorisierte Musik stellt er absolut mitreißend, selten zu dünn (Produktion), dar. Auch bei aktuellen Pop Produktionen weiß er zu überzeugen. Erfreulicherweise bleiben auch die Höhen, wie ich es von meinem Heddphone kenne, sanft. Ich hatte aufgrund der Peaks in der Frequenzantwort und dem beworbenen Studioeinsatz etwas sorge vor zu analytischer Musikwiedergabe. Ich bin in dieser Hinsicht etwas empfindlich. Hedd hat hier jedoch wirklich beeindruckend gearbeitet. Es ist kein Zischen oder andere den störende Genuss Auswirkung der Peaks vorhanden. Im Gegenteil der Hörer behält auch in den Höhen seine klare entspannte Spielweise, was man wohl oft als schwarzen Hintergrund lesen kann, bei. Die genehmen Höhen und der Präsentbereich tragen zu einer sehr guten Bühne bei. Diese ist größer als bei Focal, reicht jedoch nicht an die gekünstelte Bühne eine HD800 heran. Die Zeit wird zeigen, ob ich sie und die luftige Darstellung des D1 vermissen werde. Fazit Der Hörer hat einen bleibendem Eindruck hinterlassen, erst recht für aufgerufenen Preis. Manchmal klingt er wie angesprochen ein wenig zu dünn, was aber den Produktionen geschuldet sein dürfte. Im Vergleich mit meinen Focal Elear und Clear OG gibt es keinen klaren Sieger. Wenn dann ist der Elear mit etwas EQ in den Höhen näher am D1. Aber auch der Clear besitzt eine angenehm weiche Spielweise. Hier entscheiden einfach Tagesform des Hörers und gehörte Musik. Für einen Vergleich mit seinem großen Bruder war die Zeit einfach zu kurz. Der FiiO FT1 pro spielt mit vergleichbarer Klarheit. Braucht aber etwas EQ um Peaks zu entschärfen. Der EQ kann natürlich auch beim D1 eingesetzt werden. Ich habe einen leichten Bass Shelf und eine Absenkung im Superhochton getestet. Besten Dank an Hedd und Blechdackel, das wir diesen tollen Kopfhörer testen durften. Möglicherweise war sein hinterlassener Eindruck so stark, das er doch noch bei mir einzieht. |
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deccatree
Stammgast |
#6
erstellt: 30. Mrz 2026, 09:30
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Mit Klaus Heinz, sozusagen der Godfather of HEDD, bin ich vor Jahrzehnten in meinem damaligen Job in Kontakt gekommen. Er hatte damals schon zwar immer gute Ideen, aber seine Unternehmungen zeichneten sich nie durch Langlebigkeit aus. Das Topmodell seiner a.r.e.s. Lautsprecher mit JET war so ziemlich das Beste, was ich verkaufen konnte und das Teuerste im Laden damals, 13 TDM, wenn ich mich recht erinnere. Und ein amtlicher Sound in bis dahin unbekannter Transparenz und Leichtigkeit, von abgehobenen Exoten mal abgesehen. Bis hin zur “Little Wonder”. Ich war glücklich, zu sehen, dass die JET-Technologie bei Elac weiter gepflegt wurde und wird. Als ich von HEDD hörte, war ich sofort sehr interessiert und aufmerksam. Spannende Technik bei Kopfhörern. Nun was Neues und ich darf es testen! Ich freu mich und bin schon ganz aufgeregt! Nun erfahre ich gerade, dass es schon wieder eine neu Firma um ihn gibt, arctec Berlin mit einem Magnetostaten! Hmm …. Ausstattung und Verarbeitung Der D1 ist schön sorgfältig verarbeitet mit kluger Mechanik, die dem Augenschein nach lange halten wird. Feines zurückhaltendes no-nonsense Design! Bei den Ohrpolster setzt man auf die bewährte Befestigungstechnik wie bei Beyerdynamic, da kenn ich mich aus - dachte ich. Ist aber doch anders und ich lies die Finger davon. Das Reinigen von Härchen und Schuppen der Vorbenutzer ging auch so. Der beigelegte Abreißblock mit Klebezetteln macht einen guten Job. Einen Hifiman HE6SE zum Beispiel übertrumpft der D1 in der Verarbeitung mühelos. Ein DCA Aeon mit seinem pfiffigen und robusten Faltmechanismus wirkt jedoch trotzdem gediegener. Tragekomfort und Praxis Der Hörer ist ein leichterer Zeitgenosse, wenn man planare Mangnetostaten gewöhnt ist. Er lässt sich gut anpassen und sitzt selbst bei längerer Nutzung nicht zu fest. Meine Lauschlappen haben geradeso Platz. Der Kopfbügel lässt mich, mangels eigenem Kopfpolster, die zwei Buckel spüren, ist aber nicht schlimm. Staub und Schuppen ziehen die Polster geradezu magisch an. Geringe Mikrofonieeffekte des Kabels sind hörbar (ich habe einen kurzen Hals), weniger wäre immer mehr! Eventuell hätten um wenige Grad nach vorne verlagerte oder geneigte Buchsen den Effekt verringert. Ansonsten gefällt mir das textilummantelte Kabel mit den schönen schwarz eloxierten Alusteckern gut. Sehr viel Kupfer kann im Kabel aber nicht drin sein. Da ich aber bei Kabelklang kein guter Diskussionspartner bin, stört mich das erstmal nicht. Hörtests Über mehrere Abende wurde an folgender Technik getestet: Monolith THX AAA-887 mit Topping E30, gefüttert mit flacs vom NAS zu meinem Notebook mit Audacious. Der Heddphone benötigte Gain Stufe 2 (Mittel) auf 11 Uhr, und ist damit sehr genügsam im Energieverbrauch. Der mitgelaufene Hifiman HE6SE V2 benötigt Gain Stufe 3 (Hoch) auf 14 Uhr, der DCA Aeon 2 Open benötigt Gain Stufe 2 (Mittel) auf 13 Uhr. Für den Monolith alles kein Problem. Ich ging davon aus, dass der Hörer von den Vortestern schon ausreichend eingespielt (“weich geprügelt”) wurde. Erforscht wurden die Klangqualitäten des Heddphone D1 mit folgenden Stücken/Alben: The Alan Parsons Project - Tales of Mystery and Imagination Jean-Michel Jarre - Equinoxe Jean-Michel Jarre - Magnetic Fields Dire Straits - Commuique Dire Straits - On Every Street Aloe Black - Wake Me Up (Album Version) Hubert von Goisern - Spåt Lincoln Mayorga - Dock of the Bay (Take0) Amanda McBroom - Evolution Donald Fagen - Goodbye Look Rush - Limelight Yello - Resistor Yello - Dialectical Kid Yello - 30000 Days JJ Cale & Eric Clapton - Ride the river JJ Cale & Eric Clapton - Three Little Girls Toto - Endless Godzilla (Soundtrack)- A Stroll in New York City Erich Kunzel, Cincinnati Pops - Conan the Barbarian - Anvil of Crom Erich Kunzel, Cincinnati Pops - The Mummy - The Sand Volcano Erich Kunzel, Cincinnati Pops - How the West Was Won Ensemble Raro - Dvorak, Klavierquartett op.23, I Allegro moderato Tokyo Quartet - Brahms, Streichquartett Nr. 1 in C-Moll Op. 51 - IV. Allegro Christianne Stotijn, BBC NatOrch Wales - Brahms, Alt-Rhapsodie Michael Murray - Cesar Franck - Final in B-flat, op.21 Catherine Crozier - Symphony in G Major for Organ, Sowerby I. Very Broadly-Moderately Fast Bass Gefällt mir sehr gut, stramm und fest mit Kontur, meist nicht von dem souveränen Bass des HE6 zu unterscheiden. Ein Bass-Head bin ich nun nicht. Für so jemanden wird der D1 zu dünn spielen, wie die meisten anderen offenen Hörer auch. Die Quantität ist absolut OK, sonst kann man sich ja auch Beats antun. Und tief zieht er auch hinunter, wie Soundtracks es fordern. Subtile Basseinsätze wie bei Donald Fagen schleichen sich schön geschmeidig ans Trommelfell. Und was wäre Yello ohne das Fundament? Yello-mäßige Attacken lassen den D1 kalt und er überträgt sie einfach wie sie sind, brutal knallhart oder bei Orgelwerken als Kontrapunkt in der Suboktave sehr warm. Wenn ich dann wie bei “Three Little Girls” wahrnehmen kann, dass die Bass Drum direkt abgenommen wurde und ein Kissen drin liegt, sowie der Raumanteil darüber liegt, freue ich mich einfach! Mitten Die Mitten sind sauber, neigen jedoch bei Kammermusik etwas zum Andicken. Klangfarben sind natürlich, Violine und Bratsche einwandfrei zu unterscheiden, jedoch manchmal ohne das signifikanten Timbre der Instrumente. Es ist nicht die Stärke des D1. Stimmen an sich, egal ob weiblich oder männlich, kommen aber sehr schön direkt ohne Färbung, akzentuiert, ohne Schärfe in den Sibilanten. Höhen Der D1 erinnert mich hier (und überhaupt) an den Audeze LCD-2. Genau richtig dosiert, gute Auflösung, aber kein analytisches Skalpell. Manche Becken klangen belegt, andere sehr fein. Vieles der Güte der Hochtonwiedergabe spiegelt sich IMHO in den nächsten Kategorien wieder. Tonalität - Klangbild - Bühne Die Tonalität ist genau meine Kragenweite, so wie ich es gerne mag. Gerade bei Endless von Toto oder On Every Street von Dire Straits (eine Freude mit dem D1!) nervt die zu laut abgemischte Snare kaum noch oder bei Dock of the Bay von Lincoln Mayorgas genialem Direktschnitt von 1975 (!) zieht man beim Einsatz des Saxophon nicht den Kopf ein (übrigens gespielt von Plas Johnson der im Original das Pink Panther Theme einspielte). Ein Badewannenhörer ist er aber nicht! Die Bühne ist leicht überdurchschnittlich, gute Ortbarkeit, Tiefe ist vorhanden. Seltsam jedoch: Bei manchen Orgelaufnahmen fällt das Klangbild in links und rechts auseinander und die Mitte bleibt “leer”. Allgemein, neigt er bei höheren Lautstärken früher zum Komprimieren als die planaren Kollegen im Vergleich. Die erzielbare “unkomprimierte” Lautstärke reicht nicht ganz zum Tinnitus, ist aber dennoch völlig ausreichend! Nebenbei bemerkt, der D1 zeigt am OTL Röhrenamp eine deutlich bessere räumliche Tiefe. Fazit Der Preis ist sehr angemessen. Nach oben wird die Luft ohnehin immer dünner und echte Fortschritte müssen teuer bezahlt werden. Die teureren Hörer aus dem Haus müssen ja auch noch einen Daseinsgrund haben. Wobei wir alle wissen, dass die absolute Qualität nicht linear mit dem Preis skaliert. Das beigelegte Kabel finde ich sehr gut. Dass kein symmetrisches Kabel dabei ist oder weitere Ohrpolster ist zu verschmerzen, das Teil wird ja schließlich nicht in Rumänien oder noch weiter im Osten gefertigt. Er könnte den DCA Aeon 2 Open oder den Hifiman HE6SE V2 ersetzen - wenn ich diese nicht schon hätte. Da kein Hörer fehlerfrei ist, bekommt der D1 von mir eine ganz dicke Empfehlung! Insgesamt war diese Woche ein Schwelgen im Wohlklang und echt eine Herausforderung ans konzentrierte Hören. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei Hedd für die Bereitstellung dieses Testexemplars, besonders in Anbetracht der angespannten Liefersituation bei diesem Modell. Danke fürs Loseisen! Selbstverständlich auch vielen Dank an Heiko fürs Kümmern! |
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Fotoingo
Stammgast |
#7
erstellt: 30. Mrz 2026, 12:29
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HEDD D1 Review Da ich schon länger keinen klassischen Dynamiker mehr gehört hatte, war ich überrascht, wie weit diese Technik heute gekommen ist. Ihn zu hören war ein Vergnügen, ich hatte mehr Zeit mit ihm verbracht als ich eigentlich vorhatte. Aber von vorne. Der Look ist eher schlicht und funktional gehalten, wirkt dadurch aber auch wertig und man hat nicht das Gefühl von kurzlebiger Modeerscheinung. Auch haptisch wirkt der Hörer trotz des Kunststoff-Gehäuses hochwertig und langlebig. ![]() Das eher leichte Gehäuse trägt sich für mich sehr angenehm und ist weit genug verstellbar für größere und kleinere Köpfe, denke ich. Jedenfalls ist es dadurch sehr langzeittauglich. Ich mag auch das dezente Logo von HEDD an den soliden Bügeln. ![]() Klanglich hat mich der Hörer überzeugt. Er spielt schnell, was auch vermutlich ein Verdienst der Carbonmembran sein dürfte, die Hedd hier einsetzt. Da ich ansonsten einen elektrostatischen Hörer verwende, kommt mir das sehr entgegen. Neben der Geschwindigkeit spielt er schon mit einigem Druck, ohne gleich ein Spaßhörer zu sein. Der D1 spielt luftig und hat eine sehr gute Separation einzelner Instrumente. Die Bühne ist mittelgroße, aber durch die Luft um die einzelnen Instrumente macht er trotzdem auch bei Klassik und Orchestern Spaß. Das kann man gut bei Verdis Gefangenenchor von Nabuco hören, wo eine Männerstimme und ein Chor sich teilweise überlagern und trotzdem sehr gut ostbar sind. Der hohe Detailgrad des Hörers lässt einen auch bei Stimmen jede kleine Nuance hören. Wobei Männerstimmen manchmal etwas mehr Fundament vertragen könnten, aber das ist sehr leicht per EQ oder auch mit einem entsprechenden Zuspieler zu beheben. Bei mir lief der Hedd an einem Earmen Ch-Amp Signature, der schon sehr neutral abgestimmt ist. Allerdings verliert der D1 an dem iBasso Nunchaku mit seinen Röhren etwas von seiner großen Stärke, der faszinierenden Detailwiedergabe. Obwohl der Bass an Volumen gewinnt, ist er nicht mehr so präzise in der Darstellung der Instrumente. Aber hier mal die tonale Abstimmung. Bass Insgesamt in sehr schneller Bass, der präzise spielt und auch weit in den Tiefbass reicht. Gut zu hören bei La Vie von Joji Hirota & Hiten Ryu Daiko. Da kann man auch den recht schnellen Oberbass und die detailreiche Wiedergabe insgesamt hören. Eher Präzision als Wumms würde ich den Bass beschreiben. Mitten Hier hat der D1 eindeutig seine Stärke. Er zeigt zum Beispiel in dem eher überladenen Song Use Me von Patricia Barber seine Fähigkeit, hier für Ordnung und Staging zu sorgen. Auch Streichinstrumente kommen toll zur Geltung, bei Agnes Obel The Curse meint man das Holz der Instrumente deutlich hören zu können. Der Hörer vermittelt bei einigen Stimmen einen richtige Live-Charakter. Bei ganz alten Liedern wie Hen Duck von Ed Young oder auch The Banks of the Arkansas/Wave the ocean von Neil Morris meint man, die Sänger stehen mit im Raum. Ganz großes Kino. Höhen Die Höhen unterstützen den Eindruck einer hohen Dynamik, sind weder spitz noch hart und fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Nochmal zum langen Kabel. Es ist ziemlich dünn, sehr flexibel und wirklich leicht. Es stört überhaupt nicht beim Tragen, so wie es sein soll. ![]() Insgesamt also ein für meinen Geschmack sehr gelungener Hörer, der sein Geld sicher wert ist und auch sehr langzeittauglich hörbar ist. [Beitrag von Fotoingo am 30. Mrz 2026, 18:13 bearbeitet] |
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