Reviews Rundreise Hedd Heddphone D 1

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Blechdackel
Inventar
#1 erstellt: Heute, 13:59
Einleitung

Die letzte von mir in 2025 organisierte Testrundreise war bereits in ihrer zweiten Hälfte angelangt, da meldeten die Hifi-Nachrichtenportale und Foren die Präsentation eines neuen Kopfhörermodells von Hedd, das anders als die beiden schon vorhandenen Modelle mit der AMT-Technologie im preislichen Bereich unter 1000 € zu haben sein wird, genau genannt, 699 €. Und anders als die Heddphone Two und Heddphone Two GT ist es ein Dynamiker mit einer dünnschichtigen Carbonmembran(TPCD) und einer klanglichen Abstimmung, die Profis genauso, wie den anspruchsvollen Hifi-Hörer überzeugen soll.

Und da dieses neue Modell, der Heddphone D 1, auch hier in unserem Hifi-Forum für eine nicht zu übersehende Aufmerksamkeit sorgte, griff ich gegen Ende November zu meinem Telefon, um in Berlin anzurufen. Zum einem erfuhr ich, dass die erste Produktion schon ausverkauft war, zum anderen dass ich schon mal eine E-Mail schreiben darf und die Aussicht bestände, dass ich bei nächster Verfügbarkeit, ein Testexemplar für die von mir geplante Testaktion bekäme. Und Anfang Februar war es soweit und ein kleines Paket aus der Hauptstadt erreichte am 9. Februar das Badner Land, präzise gesagt meine Adresse.

Ausstattung und Verarbeitung

Der schwarze Karton mit einer graphischen silbernen Darstellung des D 1 obendrauf ist von den Maßen nicht zu üppig dimensioniert und hat innen genau Platz für alles. Die Aufklappung, die Vorderseite, Oberseite und hintere Seite des Kartons umfasst, ist auf der Vorderseite mit einer Art von Saugnäpfen fixiert, und der Dreiteiler lässt sich mit leichtem Druck abheben. Auf der Innenseite dieser dreiteiligen Kartonklappe sind einige Informationen abgedruckt,
Unter einer dunkelgrauen Styroporabdeckung, erscheint das Case mit dem D 1 selbst, und einem samtenen Säckchen, in dem sich das zweimeter lange Anschlusskabel, das textilummantelt ist, und einen 3,5 mm-Klinkenanschluss mit 6,35 mm-Adapter verbirgt.

Komplettiert wird die Ausstattung mit einem Staubtuch zur Reinigung der Ohrpolster und des Kopfbandes und einem englischsprachigen Textblattes zur sachgerechten Benutzung des Kopfhörers.

Das Design ist nahezu komplett in Schwarz gehalten und zeigt einerseits eine Orientierung zu Funktionalität und andererseits eine zurückhaltende Ästhetik, die sich insgesamt elegant-schlicht ansieht. Die Ohrmuschel haben eine leicht ovale Form. Robuster Kunststoff dominiert den Materialmix, ergänzt durch Metall bei der Gitterabdeckung und Federstahl für für den Kopfbügel. Alle Bestandteile des D 1 sind austauschbar und die Konstruktion ist damit auf Langlebigkeit ausgerichtet. Und Hedd vergibt eine Garantiedauer von fünf Jahren. Alles ist sauber verarbeitet, es klappert und leiert nichts.

Tragekomfort und Praxis

Die Anschlusskabel sitzen auch ohne Verriegelung sicher in den Gehäusen, das Kopfband lässt sich leicht und sicher arretierend einstellen. Wie oft bei Kopfhörern reicht bei mir schon die unterste Einstellung aus. Beim ersten Aufsetzen stoßt mein linkes Ohrläppchen leicht gegen die Treiberabdeckung, was sich kühl anfühlt, noch eine leichte Korrektur und es sitzt perfekt. Die bei mir üblichen Hörsessions bis zu zwei Stunden lassen sich so komfortabel genießen. Und im Studioalltag sind auch längere Tragezeiten leicht möglich. Mit einem Gewicht von 350 g ohne Kabel positioniert sich der D 1 knapp über dem Beyerdynamic T 90 und dem Mr. Speakers Aeon Flow Closed und 40 g unter dem Beyerdynamic T 1. Also ganz in meiner gewohnten Gewichtsklasse. Das gut gepolsterte Kopfband verfügt über eine Fontanellenaussparung, wie man sie bei manch neueren Kopfhörern mittlerweile sieht(z. B. Ultrasone Signature Fusion und Signature Master).

Der Anpressdruck ist in der berühmten goldenen Mitte und auch in liegender Postion, gestützt durch ein flaches Kopfkissen, bietet sich ein komfortabler und sicherer Sitz.

Hörtests

Über mehrere Abende wurde an folgender Technik getestet:

Kopfhörerverstärker und CD-Spieler Kombinationen

Amity HPA 1 V und Marantz CD 42 mk. II
Lehmannaudio Linear und Marantz CD 40
Lehmannaudio Linear und Exposure S 2010 CD

Vollverstärker und Plattenspieler

Telefunken RA 200 und Dual 601(mit System M 20 E)

Gelauscht und erfahren wurden die Klangqualitäten des Heddphone D 1
mit folgenden CD-Alben:


Element of Crime : „Damals hinterm Mond“
Fred Hersh : „The surrounding Green“
Al di Meola : „The infinite desire“
Stella Sommer: „Silence wore a silver coat“
Il Convito/Maude Gratton : „Wilhelm Friedemann Bach – Concertos pour Clavecin et cordes“
Trentemöller : „The last resort“
Boris Blank : „Resonance“
Pat Metheny Group : „Speaking of now“
Laura Veirs : „Carbon Glacier“
Maxwell : „Maxwell` s Urban Hang Suite“
Stakkato – Die Hörtest-CD von Audio

Und dem Vinyl-Album:

The Tea Party : „Blood moon rising“

Bass

Hier erweist sich, dass der D 1 sowohl für das analytische Abhören im Studio als auch für das audiophile Erlebnis zu Hause geschaffen wurde. Recht tief gehend in der Frequenz und dabei ist genug Druck, Präsenz vorhanden. Ich habe niemals etwas vermisst. Weder qualitativ noch quantitativ. Es war konturiert und kontrolliert, und manchmal auch mit einer dezenten Wärme, auf was der Produzent gerade wert gelegt hat. Und dabei niemals schlapp, oder klanglich beschrieben, dynamisch und ganz gut bei den Transienten dabei. Dabei ist das Ganze eine Gratwanderung zwischen straff und analytisch, sowie voll, warm und organisch. Und wie es bei Lautsprechern und Kopfhörern mit professionellem Anspruch ist, Produktionen mit Mängeln werden entlarvt.

Mitten

Die Mitten sind sauber und natürlich. Stimmen sind mal mehr oder weniger herausgehoben(ganz realistisch wie es die Aufnahme hergibt) und dennoch klar, sowie charakteristisch gut getroffen. Akustische Instrumente waren plastisch abgebildet und die genaue konturierte Abbildung profitierte dabei von eher niedriger Ausgangsimpedanz.. Die tonale Performance ist in diesen Frequenzen irgendwie unspektakulär und gerade deshalb nie zu analytisch und darum langzeittauglich. Es erinnerte mich etwas an den Tago Studio T 3-01.

Höhen

Ich bin da nie so empfindlich. Aber ich bekam gut den Eindruck, dass da schon gut dosiert wurde bei der Abstimmung zugunsten von präzisen Details und authentischer Transparenz, aber dass damit im Studio auch viele Stunden gearbeitet werden kann. Also es wurde nie etwas zu viel. Impulsiv, perlend und feinste Töne darbietend, war ich insgesamt zufrieden in diesen Frequenzbereichen.

Bühne

Eine riesige weite Bühne wurde nicht angestrebt, mehr das was für eine Kopfhörerdarstellung wirklich glaubwürdig ist. Weiträumig gemischte Aufnahmen und auch binaurale Aufnahmen kann der Heddphone D 1 mit Sicherheit(aber zu letzteren ein andermal) überzeugend wiedergeben. Wenn es dem einen oder anderen Nutzer vielleicht ein wenig an Weite oder der großen Luftigkeit fehlen wird, beeindruckend ist die exakte Positionierung, das plastische Klangerleben innerhalb des Raums, das der D 1 abbildet allemal. Das reicht schon an die Qualitäten des zuletzt hier gastierenden Audeze LCD 2 Classic und vermutlich auch an den Beyerdynamic T 1 (2. Generation) heran.

Fazit

Für den geforderten Preis und im Vergleich zu vergleichbaren Konkurrenten ist das schon ein interessantes Produkt, was Hedd da anbietet. Dem Fehlen eines zusätzlichen balanced Kabel oder eines alternativen Polsterpaares für eine andere Abstimmung, wie sie manche Mitbewerber bieten, stehen hier eine lange Garantiezeit und eine hohe Reparatur- und Servicefähigkeit entgegen. Und die Zugabe eines Reinigungstuches, ist durchaus eine praktische Sache. In den Anforderungen an die Verstärkung habe ich keine hohen Ansprüche festgestellt. Der Amity, der aus einer Zeit stammt, in der Kopfhörer meist Impedanzen zwischen 250 und 600 Ohm hatten, erreichte schon in der zweiten Rasterung seiner kanalgetrennten Lautstärkeregelung einen sehr ordentlichen Pegel, bei dem man nicht höher gehen sollte. Und beim Lehmannaudio Linear, auf die zweithöchste Verstärkungsstufe mit + 10 dB eingestellt, musste ich nie lauter als etwa 30 bis 40 % des verfügbaren Regelbereichs einstellen.

Wie schon im Organisationsthread von mir angemerkt, habe auch im bei den Polstern des produktionsfrischen D1 und seinem Case, einen gewissen Eigengeruch bemerkt, der sich aber schnell verflüchtigt, wenn man den Kopfhörer selbst, erst mal an freier Luft, wie bei mir auf einem Kopfhörerständer, aufbewahrt.

Einen direkten Vergleich mit anderen Kopfhörern aus meiner Sammlung habe ich diesmal aufgeschoben, bis der D 1 am Ende wieder zu mir kommt, zu dem ich mir noch mal extra einen Abend Zeit nehmen werde, bevor der Heddphone D 1 wieder an Hedd zurück geht.
Mögliche Vergleichskandidaten sind die Beyerdynamic Modelle T 90 und T 1(2. Generation) und möglicherweise ziehe ich auch noch den Mr. Speakers Aeon Flow heran.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Claudius Voigt von Hedd für die Bereitstellung dieses Testexemplars und erwarte mit Spannung die kommenden Berichte der anderen Teilnehmer.


[Beitrag von Blechdackel am 20. Feb 2026, 14:20 bearbeitet]
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