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Schallplatten digitalisieren - geht das?

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Blasmuskant
Neuling
#1 erstellt: 03. Nov 2009, 14:55
Moin,
also ich habe ein "Stereo-Set 4000" von RFT zu Hause und wollte meine Schallplatten digitalisieren!
Wie geht das, oder geht das überhaupt???
Geht es vielleicht über die Lautsprecherausgänge (2-polig) oder sogar über den Kopfhöreranschluss (5-Würfel)?
Ich danke Euch vielmals im Voraus für Antworten!
Viele Grüße,

De Blasmuskant
eBill
Inventar
#2 erstellt: 03. Nov 2009, 16:57
Weder Lautsprecher- noch Kopfhöreranschluß sind als Ausgang "zum Digitalisieren" geeignet, der Lautsprecheranschluß ist völlig ungeeignet.

Es müßte intern nach dem Entzerrervorverstärker abgegriffen werden - für einen Elektronikbastler kein Problem.

Das Ziphona/Türkis-Laufwerk taugt nicht sehr viel (Reibradantrieb) und ist mit Tonarm und Abtaster (DDR-Spezialanschluß) und ebenso wenig überragendem Entzerrervorverstärker für diese Aufgabe wenig oder gar nicht geeignet. Das Digitalisieren benötigt einen Mindestqualitätsstandard in der gesamten Überspielkette einschließlich interner/externer Soundkarte PC/Notebook - ansonsten lohnt die Arbeit nicht oder das Ergebnis ist völlig unbefriedigend.

Nach meiner Meinung ist auch behutsame Nachbearbeitung (Rauschen, Knistern, Knackser entfernen) obligatorisch. Das geht nur mit geigneter (und teurer) Software und seeeehhr viel Zeit. Klick-und-fertig gibt es, taugt aber nichts.

Bitte nicht falsch verstehen ... das Ziphona-Laufwerk (einschließlich Tonarm/Abtaster/Entzerrervorverstärker) ist nicht grottenschlecht und besser als viele aktuell käufliche Billigstplattenspieler. Es gab aber auch zu DDR-Zeiten Plattenspieler, die deutlich besser als Ziphona/Türkis waren.

Man kann ohne Probleme jetzt Plattenspieler plus Entzerrervorverstärker neu oder 2. Hand kaufen, die für einen solchen Überspiel-Job sehr gut geignet sind! Die Frage ist, was will ich qualitätsmäßig erreichen und wieviel Zeit (und Geld) will ich in diese Aktion investieren. Um eine LP in guter Qualität zu digitalisieren, muß man etwa ein Wochenende einplanen (mit geigneter Technik und Software-Nachbearbeitung)!

Es ist auch dringend empfohlen, Platten vor der Digitalisierung zu waschen - entweder selbst durchführen (es gibt günstige Handwaschgeräte bis zu LP-Waschmaschinen im höheren 4-stelligen Euro-Preissegment!) oder dies als Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Wenn man besonders wertvolle Platten hat, die nicht als CD oder wie auch immer zu beschaffen sind, kann man die LPs auch von Firmen mit entsprechender Ausrüstung und viel Erfahrung digitalisieren lassen.

Digitalisieren mit minderwertiger Technik, gar einem Provisorium mit zweifelhaftem Ergebnis würde ich definitiv nicht empfehlen!


eBill
Hörbert
Moderator
#3 erstellt: 03. Nov 2009, 20:41
Hallo!

Hm, du hast in der Tat keine gute Ausgangsposition um deine Schallplatten zu Digitalisieren. Bei einer Würfel 5-Buchse besteht immer die Möglichkeit daß es der dahinterliegende Verstärker nicht verträgt daß die Masse beiden Kanäle zusammengelegt wird da es dich um einen Brückenverstärker handelt der anstatt Masse zwei "heiße" Leiter hat. Eine Verbindung mit der KH-Buchse der Soundkarte ist hier nicht ratsam.

Das gleiche Argument trifft auch für die Möglichkeit zu über die Lautsprecherausgänge das Signal über einen Spannungsteiler abzunehmen. -In der Tat sind die allermeisten KH-Ausgänge nichts anderes als Spannungsteiler die das Signal der Endstufen abgreifen.

MFG Günther
Bepone
Inventar
#4 erstellt: 03. Nov 2009, 20:54
Hallo Blasmuskant,

hier muss ich eBill teilweise zustimmen.

Den Türkis, der in deinem Stereo-Set verbaut ist, würde ich zum Digitalisieren auch nicht unbedingt nehmen (kenne das Laufwerk).
Das Kristall- oder Keramiksystem kann zwar nett klingen, holt aber nicht annähernd das aus der Schallplatte raus, was möglich ist.
Der Reibradantrieb in Verbindung mit dem leichten Blechteller rumpelt schon mal stärker.

Wenn du das Gerät dennoch verwenden möchtest, dann versuche es einmal mit der TB-Buchse. Sie ist normalerweise als Ein- und Ausgang beschaltet (5-pol DIN-Buchse in Halbkreisanordnung, Belegung bei Wikipedia nachschauen). Das Signal kann abgegriffen und in die Soundkarte am Rechner eingespeist werden.
Ob das allerdings hier der Fall ist, kann ich nicht genau sagen.


Einen großen Gewinn an Klangqualität kannst du mit einem Magnet-Tonabnehmer erzielen. Da der in den Türkis aber nicht reinpasst, brauchst du auch noch einen Plattenspieler dazu (idealerweise einen alten gebrauchten). Und dann noch einen Phono-Vorverstärker oder einen Vollverstärker mit Phonoeingang.
Wäre also eine größere Investition.


Zum Nachbearbeiten der aufgenommenen Stücke möchte ich noch etwas sagen.
Das einzige, was ich tue, ist, sie zu normalisieren (einheitliche Lautstärke) und zu schneiden.
Für Entrauschen und Entknacken braucht man anscheinend wirklich sehr gute Software; wenn ich das mit meiner versuche, geht auch leider immer ein Stück Musik mit verloren.
Lieber die Platten vorher reinigen, sodass das Knistern und Knacken minimiert wird. So fängst du dir dann auch den authentischen Schallplatten-Sound ein wenn du das magst.



Gruß
Benjamin
eBill
Inventar
#5 erstellt: 03. Nov 2009, 21:28

Bepone schrieb:
Das Kristall- oder Keramiksystem kann zwar nett klingen, holt aber nicht annähernd das aus der Schallplatte raus, was möglich ist.

Ich war sogar von einem vorhandenem Magnetsystem ausgegangen (MS16/17 oder wie die hießen)! Falls das Teil tatsächlich ein Kristallsystem besitzt, ist es in der Tat für Überspielzwecke völlig unbrauchbar. Nach meiner Erinnerung altern Piezosysteme sehr stark, auch bei Nichtbenutzung. Falls dieses "Stereo-Set 4000" also tatsächlich ein Kristallsystem besitzt, dürfte die "normale" Abspielqualität bereits sehr schlecht sein.

eBill
Bepone
Inventar
#6 erstellt: 03. Nov 2009, 21:46
Hallo,

der Türkis kann entweder mit Kristallsystem (KS 231, wenn ich mich recht entsinne) oder Keramiksystem (CS24/29) ausgestattet werden. Spezieller Stecksockel.

Letztere sind noch neu erhältlich, ebenso einzelne Nadeln, außerdem meiner Erfahrung nach alterungsbeständig.


Nachtrag an Blasmuskant:
In Anbetracht deiner Anlage wäre auch die Nutzung des Kopfhörerausganges möglich.
Betrieb über Adapter, evtl. selbst gebaut.
Allerdings kann dies stärker rauschen als über die TB-Buchse; außerdem sollten in dem Fall die Klangregler unbedingt auf neutral stehen.



Gruß
Benjamin
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