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Ernsthaftes Musik hören mit Dual CS 620Q?

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DJ_Bummbumm
Inventar
#1 erstellt: 25. Feb 2010, 17:20
Hi geeks!

Habe einen uralten Dreher aus dem Keller meines Bruders geborgen. War seit mind. 15 Jahren nicht mehr in Betrieb.
Nach dem Entstauben habe ich dann aus meinem Keller ein paar heiße Scheiben aus den 80ern heraufgeholt und aufgelegt.
Klang überraschend gut.
So zumindest der spontane Eindruck.
Hätte eher ein flaches und schmalbrüstiges Klangbild erwartet.
Habe das allerdings nicht mit CD verglichen.

Ist das ein reiner Nostalgie-Effekt oder kann man tatsächlich ernsthaft Musik hören mit einem Uralt-Dreher, der selbst neu nur einen Bruchteil von dem gekostet hat, was heute für das allereinfachsten Einsteigergerät veranschlagt werden muss?

Ansonsten: wo liegt die unterste Latte für ernsthafte Einsteiger?

BB
thom53281
Stammgast
#2 erstellt: 25. Feb 2010, 19:04

DJ_Bummbumm schrieb:
Ist das ein reiner Nostalgie-Effekt oder kann man tatsächlich ernsthaft Musik hören mit einem Uralt-Dreher, der selbst neu nur einen Bruchteil von dem gekostet hat, was heute für das allereinfachsten Einsteigergerät veranschlagt werden muss?

Nunja, so günstig war das Gerät damals nun auch wieder nicht (Bedenke: Inflation, Währungsreform, etc.). Außerdem waren die Geräte damals noch Massenware, was den Preis zusätzlich drückte.
http://www.hifi-wiki.de/index.php/Dual_CS_620_Q
In der Regel kann man mit diesen Geräten schon ziemlich vernünftig Musik hören. Du wirst sogar das Glück haben (wenn das Gerät tatsächlich nicht oft benutzt wurde), dass Du sogar noch eine ziemlich gute Nadel für den Tonabnehmer (müsste ein ULM 65 E sein) hast. Gutem Musikgenuss steht daher nicht so viel im Wege.


DJ_Bummbumm schrieb:
Ansonsten: wo liegt die unterste Latte für ernsthafte Einsteiger?

Gebraucht oder neu?
Gute Duals aus den 80er Jahren gehen in der Bucht oftmals schon für um die 100 Euro über den Ladentisch.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-26-1753.html
Mit Geräten aus der 6XXer und 7XXer Reihe kann man normalerweise nicht zu viel falsch machen. Die Frage ist, ob es Dir die Investition wert wäre, denn auch Dein bisheriges Gerät ist gar nicht mal so schlecht.

Grüße
Thomas
DJ_Bummbumm
Inventar
#3 erstellt: 25. Feb 2010, 19:51

thom53281 schrieb:
Gebraucht oder neu?

Je nachdem, was sinnvoll ist.

Beim Vergleich von Neu- und Gebrauchtpreisen addiere ich auf letztere einen gewissen Risiko-Zuschlag.
Dann muss ich nicht ganz so weinen, wenn mir mal eine Gurke angedreht wird.
Das könnte besonders bei einem Dreher passieren, da die Mechanik viele Verschleißmöglichkeiten bietet und ich als einfacher Laie nicht weiß, was und wie zu prüfen ist.


thom53281 schrieb:
Mit Geräten aus der 6XXer und 7XXer Reihe kann man normalerweise nicht zu viel falsch machen. Die Frage ist, ob es Dir die Investition wert wäre, denn auch Dein bisheriges Gerät ist gar nicht mal so schlecht.

Da ich bereits ein 6XX besitze, dürfte hier der Raum für Verbesserung begrenzt sein.
Sind die 7XX erheblich besser?

Am liebsten würde ich aber das alte Schätzchen weiterverwenden (auch aus Nostalgiegründen).
Die Nadel würde ich prüfen lassen und ggf. ersetzen.
Dass die Klangqualität eher am unteren Rande angesiedelt ist, versteht sich selbst.
Ich möchte nur sichergehen, dass ich mir damit nicht völlig die Ohren verderbe und zum Gespött werde.
Aber Deine Auskunft klingt nicht so.

BB
germi1982
Moderator
#4 erstellt: 25. Feb 2010, 20:56

DJ_Bummbumm schrieb:
...Da ich bereits ein 6XX besitze, dürfte hier der Raum für Verbesserung begrenzt sein.
Sind die 7XX erheblich besser?

Am liebsten würde ich aber das alte Schätzchen weiterverwenden (auch aus Nostalgiegründen).
Die Nadel würde ich prüfen lassen und ggf. ersetzen.
Dass die Klangqualität eher am unteren Rande angesiedelt ist, versteht sich selbst.
Ich möchte nur sichergehen, dass ich mir damit nicht völlig die Ohren verderbe und zum Gespött werde.
Aber Deine Auskunft klingt nicht so.

BB



Die 7er waren damals noch mal teurer, die 6er bewegten sich im Neupreis um die 600-700 Mark. Die 7er lagen bei 900-1000 Mark.

Die 7er waren die Spitzenmodelle, die 6er waren gedacht um den Japanern im mittleren Segment Konkurenz zu bieten. Von den Werten her sind sie den 7ern ebenbürtig, die Haptik dürfte allerdings bei den 7ern besser sein, irgendwo musste der Preisunterschied herkommen. Wobei der 741Q schon nicht mehr so das Wahre war im Vergleich zu den Vorgängern, der 731Q war da besser.

Wobei der 620Q zu einer Zeit gebaut wurde als Dual schon nicht mehr Dual war...da waren die schon von Thomson verschluckt, daher haptisch sicher nicht so der Bringer im Gegensatz zu den Modelle 701, 721, 704 usw., aber technisch ist der ok.

ULM, also die Ultra Low Mass-Tonarme sind übrigens exzellent, allerdings ist man in der Auswahl der Systeme eingeschränkt. Die Systeme gibts leider nicht mehr, man bekommt aber noch Ersatznadeln. Hersteller von den Systemen war Ortofon. Gab auch MCs für diese Arme MCC 110 und MCC 120.

http://dual.pytalhost.eu/mcc110/

Aber besser als moderne Einstiegsgeräte wie die von Pro-Ject ist das Gerät allemal...und von den Werten her besser als die meisten Bohrinseln. Die bekommen die Gleichlaufschwankungen nur über das Tellergewicht raus, bei dem Dual steckt da schon etwas mehr Technik und Innovation drin durch die Quarzregelung.


[Beitrag von germi1982 am 25. Feb 2010, 21:31 bearbeitet]
Passat
Moderator
#5 erstellt: 26. Feb 2010, 00:06

DJ_Bummbumm schrieb:

Ist das ein reiner Nostalgie-Effekt oder kann man tatsächlich ernsthaft Musik hören mit einem Uralt-Dreher, der selbst neu nur einen Bruchteil von dem gekostet hat, was heute für das allereinfachsten Einsteigergerät veranschlagt werden muss?


Täusche dich nicht über die Preise heute.
Die Geräte sind heute allesamt sehr viel teurer als damals.
Beispiel eines seit 1980 nur mit kleinen Änderungen gebauten Dual, des 505 (aktuelle Version 505-4): Der hat anno 1980 eine UVP von 298,- DM gehabt, die aktuelle UVP liegt bei 548,- Euro! Er ist also in 30 Jahren mehr als 3,5 mal so teuer geworden.

Der 620Q hat einmal 398,- DM gekostet. Multipliziert man das mit 3,5 so hätte er heute eine UVP von mindestens 700,- Euro.

Wenn man sich jetzt die Preise von aktuellen Einfachst-Einsteigerplayern anschaut, so merkt man, das so etwas in den 80ern nicht einmal ein einem 500,- DM Schneider-Turm verbaut worden wäre.

Mit dem 620Q kann man also sehr anständig Musik hören.
Wenn du dich klanglich steigern willst, so geht das sehr einfach durch den Austausch der Nadel.
Einfach die Nadel gegen eine Ortofon 20, 30 oder gar 40 tauschen. Mit jeder größeren Nadel wird der Klang besser.


germi1982 schrieb:

ULM, also die Ultra Low Mass-Tonarme sind übrigens exzellent, allerdings ist man in der Auswahl der Systeme eingeschränkt. Die Systeme gibts leider nicht mehr, man bekommt aber noch Ersatznadeln.


Bei den Thomson-Geräten und neuer ist man rel. flexibel, weil die schon normale 1/2" Headshells haben.
Das trifft natürlich auch auf den 620Q zu.

Grüsse
Roman


[Beitrag von Passat am 26. Feb 2010, 00:08 bearbeitet]
lini
Inventar
#6 erstellt: 26. Feb 2010, 00:11
BB: Mit einem CS620Q hast Du die Latte für ein richtig ordentliches Einsteigergerät an sich bereits übersprungen - und mit dem ULM-Arm der dritten Generation mit abnehmbarem Halbzoll-Headshell fällt auch die Problematik der proprietären ULM-Systeme weg. Schwachpunkt ist allerdings ohnehin nicht das serienmäßige System an sich, sondern nur dessen Nadeleinschub in einfacher Qualität. Kurzum: 620Q behalten, alten Nadeleinschub abziehen (bei abgenommener Headshell natürlich...) und stattdessen neue Ortofon-Nadel 20 oder 30 dran - fertig ist Dein Einsteigergerät für gehobene Ansprüche.

Grüße aus München!

Manfred / lini

P.S.: Dieser "Uralt-Dreher" ist übrigens technisch um einiges moderner als viele der heute angebotenen Geräte.
DJ_Bummbumm
Inventar
#7 erstellt: 26. Feb 2010, 15:17
Vielen Dank für Eure Meinungen, die mit meinem Höreindruck übereinstimmen:
Der alte Dual ist nix tolles, aber durchaus solide und zum ernsthaften Hören geeignet.

Gut, dass der Keller meines Bruders so geräumig ist.
Ansonsten wäre der Dreher längst auf dem Misthaufen der Weltgeschichte gelandet.

BB
*-JP-*
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 26. Feb 2010, 19:09
Der alte Dual ist wohl was tolles. Technologisch ist der dem großteil der aktuellen Dreher um Meilen voraus. Hier werden Gleichlaufwerte erzielt, die masselaufwerke nur über den Teller erzielen. Das ULM-Konzept ist ausgefeilter als die aktuellen mittelschweren arme etc. Wenn so was heute gebaut werden würde, läge es vermutl. weit oberhalb der 2000 €.
germi1982
Moderator
#9 erstellt: 26. Feb 2010, 23:39

*-JP-* schrieb:
Der alte Dual ist wohl was tolles. Technologisch ist der dem großteil der aktuellen Dreher um Meilen voraus. Hier werden Gleichlaufwerte erzielt, die masselaufwerke nur über den Teller erzielen. Das ULM-Konzept ist ausgefeilter als die aktuellen mittelschweren arme etc. Wenn so was heute gebaut werden würde, läge es vermutl. weit oberhalb der 2000 €.



Nein...nicht ganz

Schau dir den Technics 1210 an, der ist vom Laufwerk auch so gut, zwar nicht so ein toller Tonarm, aber auch gut. Der kostet noch das gleiche wie vor 20 Jahren...damals so um die 800 Mark, heute sind das 400-450€...

Ich habe mal hochgerechnet das ein Dual 701, wenn man den damaligen Preis berücksichtigt und die Inflation seit damals herausrechnet heute fast 1700€ kosten würde (damaliger Neupreis 1973 ca. 1000 Mark), und das war noch Serienproduktion, da war Plattenspieler noch Standard...heute ist das ja was für Exzentriker, dementsprechend klein sind auch die Stückzahlen die gefertigt werden und der Preis ist halt auch höher.


Bei den Thomson-Geräten und neuer ist man rel. flexibel, weil die schon normale 1/2" Headshells haben.
Das trifft natürlich auch auf den 620Q zu.


Aber nur in gewissem Rahmen, schwerere Systeme kannst du nicht ausbalancieren mit dem Gegengewicht. Die OM-Reihe müsste allerdings gehen, ohne diese Metalleinlage.


[Beitrag von germi1982 am 26. Feb 2010, 23:45 bearbeitet]
lini
Inventar
#10 erstellt: 27. Feb 2010, 05:15

germi1982 schrieb:
Aber nur in gewissem Rahmen, schwerere Systeme kannst du nicht ausbalancieren mit dem Gegengewicht. (...)


Bist Du Dir sicher, dass Du da nichts verwechselst? Meines Wissens reicht der Balance-Bereich bis rund 8 g...

Grüße aus München!

Manfred / lini
Passat
Moderator
#11 erstellt: 27. Feb 2010, 12:44

lini schrieb:

germi1982 schrieb:
Aber nur in gewissem Rahmen, schwerere Systeme kannst du nicht ausbalancieren mit dem Gegengewicht. (...)


Bist Du Dir sicher, dass Du da nichts verwechselst? Meines Wissens reicht der Balance-Bereich bis rund 8 g...


Stimmt, lt. Anleitung gehen Systeme mit einem Eigengewicht zwischen 2,5 und 8 g.

Grüsse
Roman
germi1982
Moderator
#12 erstellt: 27. Feb 2010, 17:56

lini schrieb:

germi1982 schrieb:
Aber nur in gewissem Rahmen, schwerere Systeme kannst du nicht ausbalancieren mit dem Gegengewicht. (...)


Bist Du Dir sicher, dass Du da nichts verwechselst? Meines Wissens reicht der Balance-Bereich bis rund 8 g...

Grüße aus München!

Manfred / lini



Ok, bei den neueren ULM-Ärmen kann das sein. Bei den älteren gabs da eher Probleme...
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