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Standfuss für Tonarm? Wie bauen?

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Hann45500
Stammgast
#1 erstellt: 28. Aug 2010, 22:30
Hallo Forum,
ist vieleicht eine absolut bescheuerte Idee, aber ich glaube so etwas schon mal gesehen zu haben. Einen Standfuss für nen Tonarm - also den Arm nicht in die Zarge montiert, sondern daneben gestellt.

Ich habe hier noch 2 Tonarme liegen,einen Ortofon AS 212 und einen Micro Seiki vom MR 411. Den Micro-Arm möchte ich neben meinen Kenny KD650 stellen und dort betreiben.

Frage an Euch, macht das Sinn oder lieber sein lassen? Falls die Sache praktibal ist, wie sollte so ein Stand ausehen? Tante Google hat da sehr wenig erzählt.

Habe einen guten Freund mit ner Firma u.a. auch für die Metallverarbeitung. Dort würde der Standfuss nach meiner Zeichnung und für eine Spende in die Kaffeekasse gebaut. Ein hohes Kostenrisiko würde ich also nicht eingehen.

Schon mal besten Dank für Eueren Hirnschmalz

Beste Grüsze
Helmut
rorenoren
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 29. Aug 2010, 07:19
Moin,

grundsätzlich muss der Fuss so schwer wie möglich sein, damit er sich nicht relativ zum Laufwerk bewegen kann.

Diese muss dann ebenfalls sehr schwer sein und starr mit der Unterlage verbunden sein.

Beides muss auf einer gemeinsamen Basis stehen.
(ebenfalls schwer und steif)

Jede Bewegung zwischen beiden Teilen untereinander muss unbedingt vermieden werden, weil sie die Abtastung beeinflusst.

Daher ist die Idee zumindest "nicht der Weisheit letzter Schluss".
(aber was ist das schon)

Um universell einsetzbar zu sein, müsste der Tonarmfuss oben eine Aufnahme haben, die konventionelle "Tonarmbrettchen" o.Ä. zulässt.

Die Form des Fusses richtet sich danach, wieviel Platz zwischen Laufwerk und Arm sein darf/muss.

Relativ einfach liesse sich ein Klotz mit viereckigem oder rundlichem Querschnitt vorstellen, auf den ein "Tonarmbrett" aus ca.10mm Stahl oder Aluminium/Messing gesetzt wird.

An der Stelle an der die Tonarmkabel und die Befestigungsschraube des Armes herauskommen, muss der Klotz ausgeschitten sein.

Das "Tonarmbrett" kann entweder fest verschraubt werden, oder mit sehr starken Federn (Ventilfedern vom Auto) als Zwischenlage befestigt werden.

Die Federn würden eine Verstellung von Höhe und Azimuth erlauben.

Sonst wüsste ich nichts, das noch zu bedenken wäre.

Ich würde aber Arm und Laufwerk lieber zu einer Einheit zusammenfassen.

Wenn der Arm unbedingt schnell austauschbar sein muss, könnte er in einem Ausschnitt auf dem Laufwerk selbst stehen.
(in deinem Falle nicht möglich)

Wenn er dort plan aufliegt und unbeweglich bleibt, ist zumindest das Problem der Abstandsänderung zwischen LW und Arm behoben.
(evtl. mittels Rändelschraube/n fixieren, bzw. Passstifte vorsehen)

Wenn dein Kenwood über eine Entkopplung von der Unterlage verfügt (Gummifüsse, Subchassis etc.) kannst du den "Nebenstell- Arm" vergessen.

Beim "Gummifuss unter dem Gehäuse" könntest du den Arm oben auf das Chassis stellen.

Ist der aber zu schwer, neigt sich das Gehäuse in die Richtung/undoder die Entkopplung funktioniert nicht mehr.

Ausserdem ksitzt der Arm so meist zu hoch.

Bei einem Selbstbauprojekt eines ganzen Plattenspielers lässt sich deine Idee noch recht gut verwirklichen, aber hier ist es eher "suboptimal" und schwer sinnvoll durchzuführen.

Hinzu kommt, dass bei Plattenspielern oft der Trafo genau dort sitzt, wo man den "neuen Arm" hinstellen könnte.

Dann gibt es auch noch Brumeinstreuungen.

Ein vollständig selbstgebauter Plattenspieler, im einfachsten Falle mit "zugeklautem" Direktantrieb, könnte die Möglichkeit bieten, mehrere Tonarme zu betreiben.


Gruss, Jens
richi44
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 29. Aug 2010, 09:30
Es gibt zwei Dinge, die dagegen sprechen:
Erstens muss die Nadel in einem definierten Abstand zur Plattentellerachse stehen. Das nennt man Überhang und dieser hängt von der Tonarmgeometrie (Kröpfung) ab. Wenn dieser Überhang nicht stimmt, gibt es Spurwinkelfehler, die Nadel läuft als ziemlich schief gegenüber der Rille.

Zweitens gibt man sich mit dem Gleichlauf die grösste Mühe. Wenn sich aber der Teller gegen das System bewegt, so dreht sicher die Platte, was sie ja auch soll. Aber wenn das eine unkontrollierte Bewegung ist, so ist es das Selbe, wie wenn der Teller nicht gleichmässig drehen würde, es gibt also grosse Gleichlaufprobleme.

Letztlich versucht man das Rumpeln und allfällige Rückkopplungen durch eine gedämpfte Federung des Plattenspielers zu verhindern. Wenn der Arm neben dem Laufwerk gelagert ist, dürfen sich die beiden nicht bewegen können, also muss alles zusammen fest auf einer gemeinsamen Platte montiert sein und erst diese Platte darf dann gegen eine Unterlage federnd aufgestellt werden. Natürlich kannst Du so mehrere Arme betreiben, was aber wenig Sinn macht. Sinn machen allenfalls mehrere unterschiedliche Systeme, aber wenn jedes richtig in seinem Headshell befestigt ist, ist das Wechseln kein Problem und geht schneller als die Tonarmkabel umzustecken.

Vergiss es!
directdrive
Inventar
#4 erstellt: 29. Aug 2010, 10:24
Hallo Helmut,

das wird aufgrund der Größe des Kenwood sehr knapp, geht aber grundsätzlich. Der MA-77 II benötigt einen Montageabstand von 222 mm und müßte daher wahrscheinlich mittig hinter dem Kenwood stehen, das sieht erstens blöd aus, verhindert zweitens die Montage der Haube und drittens kommst du damit dem Kenwood-Arm in die Quere. Der Abstand von der linken Zargenseit zur Tellerachse beträgt nur ca. 20 cm, das wird schon ziemlich eng.

Der KD-650 ist schwer genug, um Gewackel und unerwünschte Bewegungen zu vermeiden - gleiches sollte aber auch für Deine "Beistell-"Tonarmbasis gelten, optimal wäre es sicher, die Basis direkt am Chassis zu montieren.

In der Praxis ist es ausgesprochen ungünstig, einen zweiten Tonarm links neben dem Laufwerk zu montieren, lässt sich kaum sicher bedienen. Besser ist eine Montage quer zur Zarge hinten links, aber dafür benötigt Du einen deutlich längeren Tonarm.

Grüße, Brent
Wuhduh
Inventar
#5 erstellt: 29. Aug 2010, 19:46
Nabend, Helmut !

Bitte später mal den fertigen Sockel als Bildchen präsentieren. Interessiert bestimmt viele AS212-Fans !

Ansonsten:

KD650 verkaufen und Thorens TD226 anschaffen !

Dann den überflüssigen Serien-Tonarm verkaufen = Frei Fahrt für die anderen Ärmchen !

MfG,
Erik
Hann45500
Stammgast
#6 erstellt: 29. Aug 2010, 22:56
Hallo Leute,
also erstmal vielen Dank für die guten Anregungen und Tips -Mercy vielmals an Euch alle

Da habt Ihr mir ja ganz schön Hausaufgaben aufgebrummt. Klar, ich habe mir schon gedacht, dass die Umsetzung meiner ( ggf. doch total bescheuerten ) Idee nicht so ganz simpel ist. Dank Euerer Darstellung der Thematik, werde ich mich mit der Umsetzung unter Berücksichtigung von Standsicherheit und Fixierung nähern. Wird wohl nicht mal eben über`s Wochenende möglich sein. Aber ich melde mich mit Photos, wenn eine entsprechende Konstruktion gefunden wird.

Nochmals vielen Dank Euch allen und nen schönen Wochenstart.
Beste Grüsze
Helmut

PS. Zu welchem Material würdet Ihr mir bei einer gemeinsamen Basis raten? Schiefer soll da ganz gute Ergebnisse liefern? Oder besser Acryl?


[Beitrag von Hann45500 am 29. Aug 2010, 22:58 bearbeitet]
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