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Ortofon Vinyl Master Silber vs. 2M Bronze

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sailor_100
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 18. Feb 2014, 09:47
Hallo
kann mir jemand sagen welche unterschiede im Klang das Ortofon Vinyl Master silber zum 2M Bronze hat oder ob die gleich sind?
Hörbert
Moderator
#2 erstellt: 18. Feb 2014, 12:49
Hallo!

Nein die beiden Systeme unterscheiden sich durch den Schliff, das 2M-bronze hat eine Fine-line Nadel und das VM-silver ein Nadel mit Gyger 70-Schliff dieser ist erheblich schärfer.

Das 2M-bronze ist technisch gesehen praktisch Baugleich mit einem VM-blue oder einem OM-30 hier wird genau genommen drei mal das gleiche System in einem unterschiedlichen Design angeboten nur ist ein 2M-bronze etwas schwerer als die beiden gleichartigen Modelle aus der VM-/OM-Serie was den Einsatz in einem leichteren Tonarm begünstigt.

MFG Günther
sailor_100
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 18. Feb 2014, 16:31
Ok das sind die technischen Unterschiede aber wie sind die klanglichen?
Wie spielen sie im Hochton, Mitten und Bassbereich?
Hörbert
Moderator
#4 erstellt: 18. Feb 2014, 17:19
Hallo!

Da hier immer der gleiche Generator und die gleiche Nadelaufhängung sowie der stets gleiche Nadelträger verwendet wird liegt es natürlich auf der Hand das auch im wesentlichen der gleiche Frequenzgang generiert wird. Die Unterschiede liegen hier alleine bei dem Grad der möglichen Abtstverzerrungen die die Abtastnadel selbst produziert.

Das hier die Nadel eines VM-silvers oder OM(S)-40 gegenüber der Fine-line-Nadel eines VM-blue, 2M-bronze oder OM-30 im Vorteil ist solle an sich keine Frage darstellen.

Klanglich gesehen äussert sich das in einem besser aufgelösten Hochtonbereich der dadurch natürlich differenzierter und weniger kompakt erscheint, -sprich er ist feiner und etwas zurückhaltender. Der Mitten- und Tieftonbereich werscheint hingegen für sich betrachtet fast gleich, bis auf wenige Schallplatten mit ausgeprägten Schnellen im Tieftonbereich und recht komplexem Mittenbereich wirst du hier kaum einen Unterschied bemerken können, und das auch nur im letzten drittel der Schallplatte in nder die Relativgeschindigkeit abnimmt und die Rillenkrümmung zunimmt so daß die Abtastung zunehmend problematischer wird.

Ob sich die Mehrausgabe für ein VM-silver gegenüber einem VM-blue lohnt hängt nicht zuletzt vom Musikmaterial ab. Bei Klassik und Jazz wurde ich ohne nachzudenken zum VM-silver greifen da hier sehr komplexe Musikstrukturen vorliegen, ebenso bei extremen Heavy Metal.-Speed Metal da hier recht hohe Schnellen über längere Passagen vorkommen können. Für gemäßigtere Richtungen im Rock-/Pop-Genre reicht oft auch ein System mit Fine-line-Schliff mehr als aus da hier keine extremen Abtastverhältnisse vorliegen. -Das ist jetzt natürlich wiederum eine rein technische Betrachtung und hat nichts mit der Qualität oder was auch immer der gehörten Musik an sich zu tun-.

Ebenso lohnt sich ein VM-silver gerade wenn viele ältere Platten genutzt werden sollen da die schärfere Nadel überwiegend an Stellen abtastet die von den stumperen Schliffen verschont geblieben sind, allerdings kann hier gleichzeitig ein vermehrtes Rauschen und vermehrte Knackser-Crackler auftreten, hier sollte also vorher eine Plattenwäsche erfolgen.

Bei der überwiegenden Nutzung von Neuware wäre auch bei komplexerer Musik wahrscheinlich ein Fine-line-Schliff ausreichend da hier noch kein abrasiver Verschleiß,stattgefunden hat, bei Heavy Metal.-Speed Metal gilt allerdings die obige Betrachtung nach wie vor.

MFG Günther
sailor_100
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 19. Feb 2014, 10:11
Danke für die tolle Antwort
Wuhduh
Inventar
#6 erstellt: 19. Feb 2014, 10:42
Gern geschehen !

Für einen Namen- und Grußlosen wie Dich hat sich Günther wieder einmal sehr viel Mühe gemacht.

MbG,
Erik
Marsilio
Inventar
#7 erstellt: 19. Feb 2014, 11:32
Auch andere lesen bei Günthers Ausführungen gerne mit, da kann man eine Menge lernen dabei.

LG
Manuel
sailor_100
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 19. Feb 2014, 15:56

Wuhduh (Beitrag #6) schrieb:
Gern geschehen !

Für einen Namen- und Grußlosen wie Dich hat sich Günther wieder einmal sehr viel Mühe gemacht.

MbG,
Erik


Asche auf mein Haupt hab ich tatsächlich vergessen

Gruß Andreas
silberfux
Inventar
#9 erstellt: 19. Feb 2014, 16:25
Hallo Andreas:

Geht doch

Ich betreibe u.a. ein VM Silver und ein VM Blue. Der klangliche Unterschied ist jetzt nicht riesig. Der preisliche Unterschied aber ebenfalls nicht. Das 2M Bronze finde ich im Vergleich zu beiden VMs zu teuer.

BG Konrad
Killwalz
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 18. Nov 2014, 00:57
Das liegt doch auch bei unter 300 Euro.

Ich habe die Ausführengen hier mit vergnügen gelesen und fühle mich jetzt besser informiert. Davon ausgehend, dass das stimmt und ein wenig zwischen den Zeilen gelesen würde das ja bedeuten, dass ein Finline-Schliff bei tangentialen Plattenspielern nicht besser oder schlechter ist als ein Gyger, van den Hul usw.! Oder?
.JC.
Inventar
#11 erstellt: 18. Nov 2014, 01:49
Moin,


Killwalz (Beitrag #10) schrieb:
.. würde das ja bedeuten, dass ein Finline-Schliff bei tangentialen Plattenspielern nicht besser oder schlechter ist als ein Gyger, van den Hul usw.! Oder?


nein


Hörbert (Beitrag #4) schrieb:
und das auch nur im letzten drittel der Schallplatte, in der die Relativgeschindigkeit abnimmt und die Rillenkrümmung zunimmt, so daß die Abtastung zunehmend problematischer wird.


das trifft auch tangential abgetastet zu.

scharfe Schliffe haben auch den Vorteil, dass idR die Nadel wesentlich länger hält.
Diesen Effekt in den Kaufpreis einbezogen relativiert die Mehrausgabe deutlich.
lini
Inventar
#12 erstellt: 18. Nov 2014, 02:54
Andreas: Ganz gleich sind die Generatoren allerdings nicht, sodass auch dadurch gewisse Unterschiede zu erwarten sind - zumindest wenn keine hinreichend anpassbare Phono-Vorstufe vorhanden ist...

Und neben der geringeren Induktivität sprächen für die 5x0II/VMs auch das weniger klobige und schwere Design und die universellere Headshell-Kompatibilität/Montierbarkeit.

Und jein, da Ortofon auf diesen Nadeln nur eine moderat scharfe FineLine verbaut, wär die Gyger70-Nadel aus technischer Sicht schon noch ein bisschen besser in Sachen Abtastung feiner Details am oberen Ende des Hörbereichs und insbesondere gegen Ende der Platte hin, weil da halt die Strukturen rund 2,4 Mal kleiner sind als am Anfang. Dahingestellt sei indes, wieviele Platten tatsächlich in diesen Frequenzbereichen noch echten Content liefern...

Grüße aus München!

Manfred / lini
Marsilio
Inventar
#13 erstellt: 18. Nov 2014, 10:17

Killwalz (Beitrag #10) schrieb:
Das liegt doch auch bei unter 300 Euro.

Ich habe die Ausführengen hier mit vergnügen gelesen und fühle mich jetzt besser informiert. Davon ausgehend, dass das stimmt und ein wenig zwischen den Zeilen gelesen würde das ja bedeuten, dass ein Fineline-Schliff bei tangentialen Plattenspielern nicht besser oder schlechter ist als ein Gyger, van den Hul usw.! Oder?


Ich betreibe ein OD40 mit einem gemäss Beiblatt v.d.H.-Schliff (entspricht Gyger-Schliff) an einem Revox-Plattenspieler, de facto also an einem Tangentialen. Vorhin hatte ich da ein 2M Blue dran, mit einer normalen elliptischen Nadel. Der Unterschied ist gross... Insbesondere ist die Feinzeichnung viel besser, man hört nun Details heraus, die mit dem Blue quasi "untergingen". Ich denke, dass das OM30 bzw. 2M Bronze zwar ebenfalls besser als etwa das OM20 oder 2M Blue auflöst, aber nicht ganz so ausgeprägt.

Auf Youtube habe ich mal ein Filmchen gesehen, wo 2M Bronze und 2M Black (mit Shibata-Nadelschliff, das wohl mit dem Gyger-Schliff vergleichbar sein dürfte. Selbst bei der schlechten Audioqualität eines YT-Filmes sind die Unterschiede hörbar.

LG
Manuel
akem
Inventar
#14 erstellt: 18. Nov 2014, 12:38
Ich kann auch bestätigen, daß in Sachen Auflösung und Verzerrungsarmut ein Gygerschliffe dem Fine-Line deutlich überlegen ist. Dazu kommt auch noch, daß eine Gygernadel auch noch länger hält und der Verschleiß an der Platte geringer ist. Imho auch ein Argument, das man bedenken sollte.

Gruß
Andreas
mkoerner
Stammgast
#15 erstellt: 19. Nov 2014, 14:04
Das VM Silver ist meines Erachtens die wesentlich bessere Wahl. Ich persönlich mag das 2M Bronze nicht sehr.

Auch wenn ich mit Günther nicht immer einer Meinung bin, die Vorteile des Schliffs und die Beurteilung bezügl der Eignung für bestimmte Musikmaterialien hat er perfekt beschrieben.

Allerdings sind die Generatoren nicht gleich sondern nur sehr ähnlich. Ob man das nun unter Haarspalterei verbuchen sollte?

Mike
akem
Inventar
#16 erstellt: 19. Nov 2014, 14:49

mkoerner (Beitrag #15) schrieb:

Allerdings sind die Generatoren nicht gleich sondern nur sehr ähnlich. Ob man das nun unter Haarspalterei verbuchen sollte?


Naja, die Bauform des Generators ist gleich, die Werte unterscheiden sich aber einigermaßen deutlich. Im Grunde genommen sind die 2M auf den ersten Blick erstmal nur lauter als ein OM. Das mag dem Laien zunächst als Vorteil erscheinen, bei näherer (technischer) Betrachtung ist es aber genau das Gegenteil. Eine größere Quellinduktivität führt automatisch zu einer höheren Quellimpedanz und damit zu einer höheren Anfälligkeit für Störungen wie Brummen. Dazu kommt eine noch ausgeprägtere Tiefpaßcharakteristik, die eine höhere Anfälligkeit für falsche kapazitive Anpassung.
Zum Vergleich (Angaben von Ortofon-Homepage):
OM-Generator: 450 mH, 750 Ohm, 200-600 pF
2M Red/Blue: 700 mH, 1,3 kOhm (!!), 150-300 pF
2M Bronze/Black: 630 mH, 1,2 kOhm, 150-300 pF
Man sieht, je höher die Induktivität, desto schmaler (und niedriger) der Bereich der benötigten Kapazität.
Und ins Kabel eingestreute Störungen werden bei Impedanzen im Kiloohmbereich de facto nicht mehr bedämpft bzw. direkt in den Generator eingestreute Störungen machen sich bei höherer Induktivität auch proportional stärker im Signal bemerkbar.
DJ-Systeme sind hier oft noch schlechter, deren Induktivität bisweilen bei einem knappen Henry liegt (~900mH).

Gruß
Andreas
.JC.
Inventar
#17 erstellt: 19. Nov 2014, 17:44
Hi Andreas,

ein sehr guter Beitrag von Dir, danke.

Um es dem Laien zu übersetzen
je mehr Ausgangsspannung (zB am Mixer, daher DJ Systeme große A.) je mehr Wicklungen
desto größer die Induktivität.

Die Kunst ist also eine ordentlich A. bei nicht so hoher Induktivität zu erreichen.
kempi
Inventar
#18 erstellt: 19. Nov 2014, 17:57

sailor_100 (Beitrag #3) schrieb:
Ok das sind die technischen Unterschiede aber wie sind die klanglichen?
Wie spielen sie im Hochton, Mitten und Bassbereich?

Hallo,
mit einem Vergleich Ortofon Vinyl Master Silber vs. 2M Bronze kann ich nicht dienen, aber vielleicht hilft Dir ein Vergleich zwischen Ortofon M2 bronze vs. super OM 40 weiter: und klick.


[Beitrag von kempi am 19. Nov 2014, 17:58 bearbeitet]
Snowbo
Inventar
#19 erstellt: 29. Dez 2014, 13:35

akem (Beitrag #16) schrieb:

mkoerner (Beitrag #15) schrieb:

Allerdings sind die Generatoren nicht gleich sondern nur sehr ähnlich. Ob man das nun unter Haarspalterei verbuchen sollte?

. Dazu kommt eine noch ausgeprägtere Tiefpaßcharakteristik, die eine höhere Anfälligkeit für falsche kapazitive Anpassung.
Zum Vergleich (Angaben von Ortofon-Homepage):
OM-Generator: 450 mH, 750 Ohm, 200-600 pF
2M Red/Blue: 700 mH, 1,3 kOhm (!!), 150-300 pF
2M Bronze/Black: 630 mH, 1,2 kOhm, 150-300 pF
Man sieht, je höher die Induktivität, desto schmaler (und niedriger) der Bereich der benötigten Kapazität.
Und ins Kabel eingestreute Störungen werden bei Impedanzen im Kiloohmbereich de facto nicht mehr bedämpft bzw. direkt in den Generator eingestreute Störungen machen sich bei höherer Induktivität auch proportional stärker im Signal bemerkbar.
DJ-Systeme sind hier oft noch schlechter, deren Induktivität bisweilen bei einem knappen Henry liegt (~900mH).

Gruß
Andreas


Hallo, ich habe seit heute einen TR Cellino auf dem ein VM Blue vorinstalliert war. Ich grübel gerade über die Anschlusskapazität des Phono Pre (Tube Box S) ... Bisher hatte ich einen Anniversery mit 2M Bronze und da war die Einstellung 41dB und 100pF - wie muss ich den für das Blue einstellen?

Danke vorab

Die gute Edith: sorry, meine Frage gehörte hier gar nicht her... Mir wurde anderweitig geholfen


[Beitrag von Snowbo am 30. Dez 2014, 13:41 bearbeitet]
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