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Garrard Zero 100 SB Überarbeitung

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Pd-XIII
Stammgast
#1 erstellt: 25. Mrz 2014, 15:21
Hallo Leute,

Aus gegebenem Anlass dachte ich mir, dass ich zu diesem "Exoten" mal einen Beitrag verfasse.
Da man zu diesem imho sehr schönen Klassiker eher wenige Threads findet(im Gegensatz zu Dual und Thorens), wird es glaube ich mal Zeit, sich mit dem Dreher etwas näher zu beschäftigen.
Kurzer Hintergrund: Seit ein paar Wochen hat sich der Garrard bei mir im Wohnzimmer eingenistet. Ein paar Sachen sind noch zu machen, ein paar wenige sind schon erledigt. Hier will ich einfach mal so nach und nach erzählen, welche Erfahrungen ich so gesammelt habe und natürlich auch Tipps abgreifen.
Es wird sehr viel Text und natürlich auch Bilder geben, die ich größtenteils in Kapiteln posten werde.

Im Endeffekt so eine Art Dokumentation der der durchgeführten Wartungsarbeiten und Tweaks.

Momentan berufe ich mich dabei hauptsächlich auf die einschlägigen Threads aus dem Vinyl-Engine Forum und dem sehr ausführlichen Bericht von TNT-Audio. Für weitere Tipps und Tricks bin ich natürlich sehr dankbar.

Ich hoffe, der Thread stößt auf Interesse und profitiert von der geballten Erfahrung des Forums.

Viel Spaß
Pd
Pd-XIII
Stammgast
#2 erstellt: 25. Mrz 2014, 15:30
1.Einleitung:
Ende des Jahres 2012 musste ich feststellen, dass man im Bereich des Musikhörens ganz neue Erfahrungen sammeln kann, wenn man sich nur an ein paar kleine Regeln bezüglich Auf- und Einstellung der heimischen Stereoanlage hält. Ich meine, ich hab immer gerne Musik gehört. Vor allem auch mal experimentelles. Eben Sachen, die nicht jeder gut findet. Dank des HiFi Forums lernte ich sehr schnell, welche Optimierungen Sinn ergeben(Aufstellung), welche Wunder im P/L Verhältnis bewirken können(DIY), welche man erst mal vernachlässigen kann(Lautsprecherkabel) und was man eher als Realsatire bezeichnen kann(Kabelklötzchen, Klangschalen usw.).
Mit dieser Hilfestellung begann ich also, meine Heimanlage nach und nach aufzurüsten. Auch so manches Experiment, wie die Playstation (1. Generation) als CD-Player, zeigten mir, dass man doch auch mit einfachen Mitteln einen Fortschritt bewirken kann. Zur Erklärung: Ich habe vorher CDs über die PS3 gehört, was gelinde gesagt, im Vergleich grauenhaft klingt.
So, nun fing also meine CD-Sammlung an zu wachsen. Was aber bis dato schon vorhanden war, war eine Vinyl-Sammlung, welche sich so über die letzten 10 Jahre angesammelt hatte. Ich mag einfach(schon immer) dieses Knistern. Aber am besten gefällt mir, mit welcher "eigentlich simplen" Technik Töne aus Rillen entstehen, und das teilweise mit einer Präzession…hach herrlich. Bis zu diesem Zeitpunkt hörte ich mit zwei Reloop RP-2000 MK III, einer im Büro, einer im Wohnzimmer. Die Reloops sind günstige Technics-Klone, überwiegend für Anfänger im DJing gedacht. Ich war immer sehr zufrieden damit, und kann nichts schlechtes darüber berichten. Außer die Optik. Die wollte einfach nicht wirklich gefallen. Ich wollte etwas schönes, und wenn möglich gleich noch etwas höherwertigeres. Viel ausgeben wollte ich nicht und die alten Spieler sehen in meinen Augen einfach schicker aus. Da Stolpert man ja quasi automatisch über Thorens. Und über lange Zeit war ich der festen Überzeugung, dass es ein TD 320 sein muss.
Doch dann erfuhr ich zufällig vom Garrard mit seinem exotischen Tonarm. Ist zwar qualitativ nicht mit dem TD 320 zu vergleichen, aber hey, dafür sieht man ihn auch nicht dauernd in irgendwelchen Bilder-Threads. Ein Exot eben. Für seltenes hatte ich schon immer ein gewisses Faible, darum dachte ich zwischenzeitlich über einen Tangetialspieler nach. Da kam mir der Zero gerade recht, mit seinem Parallelogramm-Arm.
Ab da ging eigentlich alles sehr schnell. Innerhalb einer Woche hab ich in der Bucht einen geschossen, und mit dem Verkäufer auch noch einen Volltreffer erzielt. Der Versand dauerte zwar etwas länger, aber dafür nahm er sich ja auch richtig Zeit beim Verpacken.
kinodehemm
Inventar
#3 erstellt: 25. Mrz 2014, 15:43
...Mitleser
Pd-XIII
Stammgast
#4 erstellt: 25. Mrz 2014, 16:43
Der erste Kontakt:

Als ich am 25. Februar 2014(Wow, doch schon ein Monat her) von der Arbeit nach Hause kam, versperrte mir dieses Paket den Weg:

Garrard Zero 100 SB

Wie ein kleines Kind an Weihnachten machte ich mich sofort ans Auspacken:
Garrard Zero 100 SB
Garrard Zero 100 SB
Leider war kein Phono-Kabel dabei, aber glücklicherweise ist der Zero ja in der Hinsicht sehr Bedienerfreundlich, mit seinen RCA Buchsen im Inneren.

IMG_0079

Aus meiner Kabelkiste wurden ein paar Beipackstrippen herausgekramt und angeschlossen. Das ist natürlich nur vorübergehend. Die Kabelgeschichte wird bald in Angriff genommen. Das gibt bestimmt noch einiges an Diskussionsstoff.

Nachdem ich den Riemen über die Motorwelle gezogen hatte(Anmerkungen hierzu folgen später) drehte er schon seine ersten Runden. Die Automatik funktioniert nicht immer, das war mir aber vorher schon klar(stand in der Beschreibung) und sollte verschiedenen Foren nach kein großes Problem sein. Bremsenreiniger und Ballistol sollten hier helfen. Aber erst mal hören, was er macht. Also am Anfang nicht sehr viel: Das obligatorische Klack, dann beginnt der Teller mit seinen Pirouetten der Arm fährt hoch und über die Platte, wird abgesenkt...und kaum berührte er die Platte ging das ganze Ballet auch wieder rückwärts. Nach ein paar Versuchen war das Fett scheinbar wieder "weich", denn so nach und nach trat dieses Verhalten immer seltener auf. Was mich natürlich optimistisch bezüglich der Effektivität der noch anstehenden Reinigungsaktion stimmte.
Nun aber konnte ich ohne Weiteres die ersten Töne vernehmen.

Garrard Zero 100 SB

Und ich musste mal wieder feststellen, dass es eben doch einen Unterschied zwischen Gerät und Gerät gibt. Eine Platte nach der anderen lief darüber und ruck zuck war es schon sehr spät. Naja, ich hatte ja noch viel mit dem Spieler vor und ein paar Dinge waren auch fällig, so wie die zu reinigende Mechanik. Ich entschied erstmal festzulegen, was ich alles machen möchte um dann einen „Schlachtplan“ zu erstellen.
Pd-XIII
Stammgast
#5 erstellt: 25. Mrz 2014, 16:48
Der Schlachtplan:

Reparatur und Wartung:
-Mechanik Reinigen und neu fetten: Bremsenreiniger, Pinsel, Ballistol
-Klebereste auf Chassis entfernen: Wasser, Bürste, evtl. Reiniger
-Haube kleben: Sekundenkleber
-Oberflächen komplett reinigen: Wasser, Kunststoffreiniger/-Plege

Technik-Tweaks nach TNT-Audio:
-Zarge dämmen: Butylmatte
-Netzfilter einbauen: Netzfilter, Kaltgerätekabel
-Kabel erneuern: Phonokabel, Stecker, Lötkolben
-Plattentelleraufnahme: Butylmatte, Kork

Optik:
-Haube polieren: Rot-Weiß-Politur
-Teller polieren: Filz-/Schwabbelscheibe, Polierpaste
-Neue Zarge Bauen: MDF, Lack, Füße, Butyl

Über Sinn und Unsinn der einzelnen TNT-Modifikationen lässt sich sicherlich streiten, aber da sich die Kosten jeweils noch in Grenzen halten, kann es ja nicht wirklich schaden.
Pd-XIII
Stammgast
#6 erstellt: 26. Mrz 2014, 13:51
Oh, da hab ich doch glatt das wichtigste vergessen: Den Tonabnehmer. momentan ist ein rotes Audio Technica verbaut:
IMG_0109
Das müsste dann ja ein ATN 3600 sein, wenn ich nicht auf dem Holzweg bin.
Da mir leider die Einbau/-stell-Lehre von Garrard fehlt würde ich am liebsten bei AT bleiben, und nur die Nadel austauschen. Ich dachte dabei an die ATN 95 HE. Das Problem ist nur, dass es diese nicht mehr original gibt, sondern nur noch "original" vom Nadel-Willi(Thakker). Hat da jemand schon einmal Erfahrungen mit gemacht? Kann man das problemlos bestellen? Vielleicht hat ja irgendwer auch noch einen ganz anderen Tipp für mich. Momentan kann ich ganz gut dem verbauten System leben, aber ich denke, so gegen Sommer wird es mich doch schon reizen, was klangtechnisch noch drin ist. Möchte allerdings nicht zu viel in den Zero investieren, man muss ja die Kirche im Dorf lassen. Aber ich denke mit nem Hunni+/- könnte ich ganz gut leben. Oder ist das schon Perlen vor die Säue?

Falls ein komplett anderes System empfohlen wird, sollte auch das möglich sein. Es gibt ja ein paar Beiträge, nach denen man einfach die Nadel direkt mittig unter das vorderste Gelenklager justiert werden soll, bzw.die Nadelspitze mittig, 5mm hinter der Vorderkante des Systemträgers.

Wie gesagt, ich bevorzuge einfach das Wechseln der Nadel und würde mir damit die "Justiererei" sparen.

Ich schau mal, dass ich im Laufe des Nachmittags noch den Beitrag mit den Reinigungs- und Schmierarbeiten einstelle. Nur soviel: Die Automatik läuft wieder einwandfrei und seit ca. 2 Wochen ohne erneute Ausfälle.
Pd-XIII
Stammgast
#7 erstellt: 26. Mrz 2014, 16:04
4.Reinigen und fetten

Egal in welchem Forum der Zero zur Sprache kommt, meist geht es sofort um die „defekte“ Automatik. Wie oben schon erwähnt, ist auch meiner davon betroffen. Der erste Tipp in verschiedenen Foren(Hifi-forum, Analog-Forum, Vinylengine etc.) lautet eigentlich immer: mach die Mechanik erstmal sauber und gib neues Fett drauf. Dann sollte das schon wieder gehen. Das Ding mit den verharzten Fetten leuchtet ja auch ein. Somit war der erste Schritt meiner „Restauration“ schon einmal klar, also machen wir das Ding doch einfach einmal auf.
Ich werde im Übrigen sehr ausführlich mit Bildern sein, damit auch kompletten Anfängern(wie eben mir) die Angst genommen wird. Also zu aller erst muss der Teller runter. Das ist jetzt nicht wirklich fordernd: 1. Die Gummiauflage auf dem Teller abnehmen; 2. Eine der beiden Aussparungen im Plattenteller so weit drehen, bis man die Antriebswelle und den Umwerfer sieht. Der Riemen sollte zwischen den beiden Stegen des Umwerfers hindurch gehen und über die Antriebswelle umschlingen(s. Bild); 3. Den Riemen einfach mit dem Fingervon der Antriebswelle ziehen, so dass er nur noch mit dem Plattenteller verbunden ist; 4. Den Plattenteller vorsichtig nach oben abheben, damit keine Gefahr besteht, die Tellerachse zu verbiegen. Sollte der Riemen schon ein paar Jahre hinter sich haben, sollte man auch gleich noch einen neuen besorgen und auflegen, kostet nicht die Welt und ist garantiert kein Schaden.

Garrard Zero 100 SB

Als nächstes muss das Subchassis aus der Zarge genommen werden. Sollte der Zero noch nahezu komplett sein, müssen hierzu noch zwei Klammern entfernt werden. Diese sind über den Zargenboden zu erreichen und sitzen in den beiden Aussparungen:

Garrard Zero 100 SB

Auch diese beiden stellen überhaupt kein Hexenwerk dar. Einfach das Subchassis etwas ins Zargeninnere drücken um die Klammern zu entlasten, und diese dann mit einem Schraubenzieher zur Seite drücken. Auch hier gilt: besonnen und geduldig bleiben. Das kann schon mal etwas schwerer gehen. Man darf eben nicht beachten, dass das Gerät eben schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat und ggf. noch nie geöffnet wurde. Bloß bitte keine übermäßige Gewalt anwenden, das Plastik ist ziemlich hart und kann fix brechen.

Garrard Zero 100 SB

So, wenn nun die klammern erfolgreich entfernt wurden, kann das Subchassis aus der Zarge herausgenommen werden. Ich habe hierfür die beiden Schrauben der Transportsicherung(an denen die klammern befestigt waren) ca. 1cm herausgedreht und an diesen das Subchassis angehoben.
Da ich ja an die Unterseite musste, musste das Ganze Paket auf die Oberfläche gelegt werden. Um hierbei nichts zu beschädigen, zog ich drei Rollen Klopapier hinzu, auf denen ich das Subchassis abgelegt habe.
Nun wird man mit dem Anblick der komplexen Mechanik belohnt, welche für die Automatik erforderlich ist:

Garrard Zero 100 SB

Von so etwas bin ich immer ziemlich beeindruckt, da ich ja mit programmierbaren Steuerungen wie SPS groß geworden bin, wodurch man oft gar nicht daran denkt, welche Herausforderung so eine Ablaufsteuerung früher dargestellt hat. Aber zurück zum Thema:
Wenn man jetzt eine Blick auf die ganzen beweglichen Teile wirft sieht man auch das alte Fett. Und wenn man die Bedientasten bewegt, kann man auch einen ganz guten Eindruck davon gewinnen, wie diese Harzklumpen die freie Beweglichkeit verhindern.

Garrard Zero 100 SB

Also gleich mit Bremsenreiniger, Pinsel, Küchenrolle und Nähmaschinenöl bewaffnen und ran an den Speck.
Als Pinsel habe ich einen 08/15 Malerpinsel genommen. Damit dieser etwas „bürstiger“ wird, habe ich ihn mit einem Stück Klebeband nachgerüstet. Im Nachhinein wäre eine Zahnbürste wohl genauso gegangen:

Garrard Zero 100 SB

Mit diesem und der besagten Dose Bremsenreiniger hab ich mich also an die Reinigungsarbeiten gemacht. Dazu habe ich die einzelnen Teile sparsam mit Reiniger vorgesprüht und das Fett dann mit Hilfe des Pinsels gelöst. So lange, bis alle beweglichen Teile und Hebelchen frei von jeglichem Fett waren.

Garrard Zero 100 SB

Zu guter letzt hab ich den ganzen Bremsenreiniger-Altfett-Schlonz mit Hilfe von Küchenpapierstücken aufgesaugt, so dass wirklich kein altes Fett mehr auf den Teilen war.

Garrard Zero 100 SB

Auch hier darf man ruhig mit Geduld arbeiten, damit man auch wirklich überall hin kommt und nichts übersieht. Wäre ja ärgerlich, wenn man sich die Arbeit noch einmal machen muss. Und es gibt wirklich sehr viele kleine Hebelchen, die man schnell übersehen kann. Wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich die Tellerachse und die Antriebswelle reinigen.
Und wenn man eh schon alles parat hat, kann man auch noch durch die Wanne der Zarge wischen. Hier tropft im Laufe der Zeit doch so mancher Öl-/Fetttropfen herein. Ich war schon etwas überrascht, wie viel Dreck hier anfällt.
Da bin ich mir noch nicht wirklich sicher, mit was ich die Zarge später zum Dämmen auslegen werde, bzw. wie ich das bei einer DIY-Zarge löse, ohne dass das Holz vollgesaut wird.
Nachdem die ganzen Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind, nimmt man einfach ein bisschen Feinmechaniker-/Nähmaschinenöl und behandelt damit alle beweglichen Teile. Nur BITTE: badet den Zero nicht darin. Soviel braucht man dann auch wieder nicht. Ein paar Tropfen auf die Lager und ein kleiner Sprutz auf federn und Führungen reichen vollkommen aus. Denkt einfach an den Dreck in der Wanne. Lieber alle paar Monate mal kontrollieren und ggf. nachschmieren, als dass die Suppe irgendwann aus der Zarge läuft.

Garrard Zero 100 SB

Danach wieder alles zusammen gesteckt, angeschlossen und siehe da: die Automatik macht anstandlos genau das, wofür sie gedacht war. Und wieder läuft eine Platte nach der Anderen darüber und versüßt mir die Abende

IMAG0599

So, damit wäre der Aktuelle Stand durchgegeben. Als nächstes möchte ich das Thema Kabel angehen. Ich dachte da an das Sommer Classique, das in einem anderen Thread schon als Phono Kabel empfohlen wurde. Nicht ganz unwichtig ist natürlich, dass es auch nach etwas aussieht(Geschmackssache). Bei den Steckern dachte ich an ziemlich gewöhnliche REAN oder Amphenol. Für Alternativen bin ich natürlich immer offen. Da der Verstärker ziemlich nahe am Spieler steht, wird die effektive Länge ca. 30cm betragen. Dadurch sollte ich keine allzu großen Probleme mit der Kapazität bekommen.
Kann man das so machen, oder sollte man bei den Steckern etl doch noch etwas beachten?

Gruß und danke fürs mitlesen
Pd
boozeman1001
Inventar
#8 erstellt: 26. Mrz 2014, 17:02

Pd-XIII (Beitrag #7) schrieb:

Nachdem die ganzen Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind, nimmt man einfach ein bisschen Feinmechaniker-/Nähmaschinenöl und behandelt damit alle beweglichen Teile.


Bei den beweglichen Teilen der Mechanik würde ich kein Öl sondern ein nicht zu steifes Fett nehmen. Da hier meist Gleitstellen sind, funktioniert das besser, da das Fett an Ort und Stelle bleibt und nicht verlaufen kann.
An Drehlagern würde ich jedoch auch Öl nehmen.

Für das Tellerlager nehme ich immer Motoröl 10W40.
Pd-XIII
Stammgast
#9 erstellt: 27. Mrz 2014, 08:45
Danke für den Tipp. Das leuchtet natürlich ein. Hast du noch einen Hinweis für ein spezielles Fett?
Das mit dem Motoröl hab ich auch schon mal gelesen. Wenn der Zero das nächste mal offen ist
(bei der Kabelaktion) werde ich diesbezüglich noch einmal nacharbeiten.
boozeman1001
Inventar
#10 erstellt: 27. Mrz 2014, 16:57
Ich habe mal von einem Forenuser ein sehr gutes Fett bekommen, welches ich für solche Stellen und auch z.B. für die Kurvenräder bei den Duals & Co. nehme. Welches das allerdings genau ist, weiß ich leider nicht.
Ich denke, ein nicht zu festes und säurefreies Gleitlagerfett sollte passen.
Pd-XIII
Stammgast
#11 erstellt: 04. Apr 2014, 07:01
So, nachdem ich die letzten Tage mit Arbeit mehr als ausgelastet war möchte ich mich nächste Woche mal wieder etwas dem Garrard widmen. Auf meinem Programm steht ja erstmal das Kabel zum Phono-Pre.
Ich dachte da ja wie gesagt an das Classique von Sommer Cable zusammen mit den Amphenol RCA-Steckern:

1338441422sommer-cable-sc-300-0107-classique

Bei der Farbe bin ich noch unschlüssig, wird sich noch zwischen gelb und Schwarz/Weiß entscheiden. Wenn ich eh schon bestelle, habe ich vor, gleich die Leitung vom Pre zum Verstärker, sowie vom CD-Player zum Verstärker mit zu machen...damit alles schön gleichmäßig aussieht. Die Stecker möchte ich alle in weiß verbauen, und die Kanalidentifikation über rote und schwarze Schrumpfschläuche im Übergang Stecker/Kabel umsetzen.

Wenn der Zero dann eh noch einmal offen ist, werde ich gleich die Sache mit dem Fett nachholen. Diesbezüglich hab ich schon einmal in der Garage nachgesehen, was so alles im Bestand ist und bin dabei über ein Radlagerfett gestolpert. genauere Angaben hab ich nicht, aber das sollte doch gehen, oder nicht?
Compu-Doc
Inventar
#12 erstellt: 04. Apr 2014, 09:45
@ Philipp. klasse thread, gut und ausführlich geschrieben, weiter so! ...habe selber so einen.
8erberg
Inventar
#13 erstellt: 04. Apr 2014, 09:56
Hallo,

ich nehme technische Vaseline, ideal dafür.

An Phonokabel: Sommer schreibt ja nix von Kapazität... nehm einfach RG 174

Peter
Pd-XIII
Stammgast
#14 erstellt: 04. Apr 2014, 11:48
Alles klar, TechVas müsste ich auch noch im Keller haben.

Wegen Kapazität: unter dem Reiter Spezifikation ganz unten

78 pF pro Meter, und verwendet werden ca. 30cm zwischen Zero und Pre


[Beitrag von Pd-XIII am 04. Apr 2014, 11:49 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#15 erstellt: 04. Apr 2014, 17:04
Hallo,

danke für den Tip.

Viel Spaß mit dem Briten-Bomber.

Peter
germi1982
Moderator
#16 erstellt: 05. Apr 2014, 14:56
Ich nehme Lupus Waffenfett auf PTFE-Basis. Obs was bringt? Keine Ahnung, aber ich habe das Zeug eh hier...


[Beitrag von germi1982 am 05. Apr 2014, 14:57 bearbeitet]
Pd-XIII
Stammgast
#17 erstellt: 08. Apr 2014, 06:37
Ich seh schon: Bei dem Fett gibt es mehr als nur DIE EINE Lösung Dann mach ich mir da mal weniger Sorgen.
Gestern Abend habe ich schon einmal die Kabel und die Stecker bestellt. Sollten auch die Woche noch eintreffen, dann kann ich am Wochenende wieder etwas basteln und berichten.


[Beitrag von Pd-XIII am 08. Apr 2014, 06:39 bearbeitet]
Pd-XIII
Stammgast
#18 erstellt: 09. Apr 2014, 09:28
Also, die Kabel müssten ja heute im Laufe des Tages ankommen.
Aber ich komme mal zu etwas anderem, was ich so noch nicht weiter geplant habe:
Die Zarge des Zeros ist ja im Moment noch die Originale, die aus dünnem harten Plastik. Sieht zwar annehmbar aus, fühlt sich allerdings leider grauenhaft an. Ich habe ja eh vor, eine neue Zarge zu basteln(Planung läuft momentan). Da diese aber scheinbar etwas aufwendiger wird, werde ich das erst im Herbst/Winter in Angriff nehmen. Derweil hatte ich ja vor, die Plaste-Zarge mit Alubutyl zu dämmen. Das müsste ich erst besorgen und ist gar nicht mal so günstig, wie gedacht. Vor allem in Bezug darauf, dass sie eh nur ein paar Monate in Benutzung wäre.
Jetzt habe ich gerade auf Arbeit eine ganze Rolle Schaumstoff-Bahn abgreifen können. Der Schaumstoff ist ca. 1cm dick und einseitig selbstklebend:


IMG_0123[1]IMG_0125[1]

Die Kollegen haben die wohl schon öfters als Schalldämmung verwendet. Wäre es von Vorteil, die Plaste-Zarge damit auszukleiden? Kann ich damit klanglich etwas bewirken? Oder ist das jetzt schon als Unsinn abzutun? Somit könnte ich mir die "Arbeit" nämlich sparen. Vielleicht ist es ja noch eher kontraproduktiv und ich müsste den ganzen Kleber wieder herauspfriemeln.
Das einzige Gegenargument, das mir gerade einfällt ist, dass sich der Schaumstoff mit herabtropfendem ÖL/Fett vollsaugt.

Was meint Ihr dazu?

Ich dachte auch schon daran, mit dem Schaumstoff Absorber zu basteln, aber dafür ist er dann wohl doch etwas zu dünn.
elchupacabre
Inventar
#19 erstellt: 09. Apr 2014, 09:28
Unsinn, wo sollte denn da eine Wirkung entstehen?
Pd-XIII
Stammgast
#20 erstellt: 09. Apr 2014, 09:46
Genau so eine Antwort habe ich erwartet! Kurz, direkt, ehrlich.


elchupacabre (Beitrag #19) schrieb:
...wo sollte denn da eine Wirkung entstehen?


Ich bin mir nicht wirklich sicher, in manchen Threads wird eine Bedämpfung der Zarge empfohlen um Geräusche der Mechanik klein zu halten. Bei TNT-Audio wird davon gesprochen Resonanzen zu unterdrücken(allerdings mit Butyl). Aber auch TNT schreibt manchmal von riesen Unterschieden durch die Auswechslung/Optimierung von Dingen, denen ich eher skeptisch entgegenstehe(z.B.:Kabelklang bei Netzkabeln; Deutliche Verbesserungen durch Plattentellerauflagen usw.).
elchupacabre
Inventar
#21 erstellt: 09. Apr 2014, 09:49
Das macht vielleicht Sinn, wenn du die Zarge komplett neu baust, aber mit der 0815 Zarge? Klar, wenn dir langweilig ist, aber der Effekt dürfte gegen 0 gehen.
Compu-Doc
Inventar
#22 erstellt: 09. Apr 2014, 09:55
Von TEROSON gibt es selbstklebende Dämmmatten, aber diese hier (Beispiel) sollten für die ZZ (Zero-Zarge ) völlig ausreichen.
Pd-XIII
Stammgast
#23 erstellt: 09. Apr 2014, 09:57
OK, danke für die Einschätzung, dann lass ich davon ermal die Finger.


elchupacabre (Beitrag #21) schrieb:
Das macht vielleicht Sinn, wenn du die Zarge komplett neu baust, ...



Gut, also sollte ich beim Neubau, auch über die Dämpfung nachdenken. Ich dachte, wenn die Zarge komplett aus MDF mit einer Wandstärke von ca. 3cm gebaut wird, dass das dann als Dämpfung reicht.
elchupacabre
Inventar
#24 erstellt: 09. Apr 2014, 09:58
Deshalb schrieb ich ja, das macht "vielleicht" Sinn, wenn die Zarge entsprechend gebaut wird, wird es nicht notwendig sein, bei der aktuellen Zarge, halte ich es für nicht sinnvoll, du kannst es aber einfach mal testen und für dich herausfinden, ob es etwas bringt, das war nur meine Meinung.

LG
Magister_Verbae
Inventar
#25 erstellt: 09. Apr 2014, 10:42
Ein sehr schöner Bericht, auf den ich leider erst jetzt gestoßen bin! Bitte mehr in der Art!

Was den Schaumstoff angeht: Du verwechselst Dämmung und Dämpfung.

Liebe Grüße

Martin
Pd-XIII
Stammgast
#26 erstellt: 09. Apr 2014, 11:04

Magister_Verbae (Beitrag #25) schrieb:
...Du verwechselst Dämmung und Dämpfung...


Ohh weh, welch ein Anfängerfehler
Tja, damit wäre dann wohl mein Outing perfekt

Danke für den Hinweis
torbi
Inventar
#27 erstellt: 09. Apr 2014, 12:32
Hi,

schöner Bericht!

Zu der Zarge: Bei Thorens konnte man die dünnen Zargen immer gut mit Dämmmatten aus den KFZ-Zubehört von innen versehen.

Lg. Torben
Pd-XIII
Stammgast
#28 erstellt: 09. Apr 2014, 14:09
Ja danke torbi

Die Sache ist nur, ich müsste erst Matten besorgen. Ist an und für sich ja kein Thema, aber wenn ich eh eine neue Zarge bauen möchte, kann ich mir das ja eigentlich sparen. Die paar Monate schaff ich auch ohne "DÄMMUNG"

@all: Übrigens danke fürs mitlesen und -helfen.

Ich erkläre das Thema "Zarge Dämmen" dann erst mal vorübergehend als "Abgehakt"
Pd-XIII
Stammgast
#29 erstellt: 14. Apr 2014, 09:33
So, also wie schon angemeldet habe ich mich am Wochenende mal wieder dem Zero gewidmet. Thema war ja bekannterweise das Phonokabel. Hierzu habe ich mich entschlossen, die Kabel selbst anzufertigen. Bestellt wurde das Classique von Sommer Cable zusammen mit weißen Amphenol RCA-Steckern.
Das Kabel wurde in einem anderen Thread empfohlen und entspricht auch optisch meinem Geschmack. Im selben Thread wurde schon darauf hingewiesen, dass man bei der Verarbeitung eine ruhige Hand benötigt. Bei dem ersten Kabel hatte ich diese wohl noch nicht so ganz, daher sieht es jetzt schon etwas mitgenommen aus...naja, passt ja irgendwie zum Vintage Look der Kabel.
Da ich ja ziemlicher Anfänger bin, dieser Thread vor allem meinesgleichen weiterhelfen soll, und die Ausführlichkeit der Berichte scheinbar erwünscht sind, werde ich auch bei der Anfertigung der Kabel sehr ausführlich und mit ein paar Bildern beschreiben, wie ich dabei vorgegangen bin.
Nun aber los:

Merkt euch als allererstes auf jeden Fall folgendes: Bei Gewebeschläuchen(egal welche) immer die Enden mit etwas Klebeband sichern. Sonst dröselt euch die schöne Hülle auf, so schnell schaut ihr gar nicht. Diese Erfahrung hat mich bei meinen ersten Lautsprecherkabeln gute 30cm Gewebeschlauch gekostet. Also als allererstes nach dem Ablängen der Kabel:

IMG_0129[1]

Als nächstes habe ich Alles, was hinter der Lötstelle/dem Stecker kommt aufgefädelt. Die Amphenol Stecker haben eine Gummitülle am hinteren Ende. Das ist bei normalen Kabeln bestimmt echt super und sieht sauber aus. Wie ich allerdings feststellen musste, passt das Classique nicht ganz durch das Loch, wodurch sich das Textilgewebe nach hinten schiebt. Man bekommt es zwar durch mehrfaches streifen wieder in die Ausgangslage, dabei franst das Gewebe allerdings etwas aus. Daher dann auch der Vintage Look. Diese Tatsache wundert mich allerdings sehr, wo das Kabel doch als Instrumentenkabel gerade für den Gebrauch an Gitarren geradezu angepriesen wird. Nach spätestens einem Monat dürfte Die Oberfläche doch schon sehr mitgenommen wirken. Aber das soll nicht mein Problem sein, da das Kabel wohl nur sehr selten angefasst wird.
zurück zum Textilmantel und der Gummitülle: Zuerst habe ich versucht das Loch größer zu machen(dafür ist der Gummi zu weich) und dann einfach das Endstück abgeschnitten. Letzteres hat mir optisch einfach nicht gefallen, sah irgendwie gewollt aber nicht gekonnt aus. Also hab ich die Gummitülle einfach aus dem Stecker gezogen(ohne Probleme) und nach ein paar Versuchen herausgefunden, das 2 Lagen Schrumpfschlauch a) das neue große Loch auch ausfüllen und b) das ganze durchaus annehmbar aussieht.
Somit wurden vor den Lötarbeiten das Steckergehäuse und zwei Stücke Schrumpfschlauch aufgefädelt.

IMG_0130[1]

Als nächstes habe ich dann das Klebeband "vorsichtig" abgezogen und den Stecker neben das Kabel gehalten um einschätzen zu können, wie weit ich abisolieren muss. Dabei habe ich darauf geachtet, dass im Bereich der Zugentlastung wieder Isolation da ist.

IMG_0131[1]

Auf diese Länge wurde dann auf jeden Fall abisoliert. Auch hier muss man echt darauf achten, dass sich das Gewebe nicht zu weit aufdröselt. Auch muss man Obacht geben, dass man nicht zu tief schneidet, so dass der Schirm(der ja als Null-Leiter genutzt werden soll) nicht durchtrennt wird. Aber im Normalfall merkt man ja den Unterschied zwischen Gummi und Drahtgeflecht. Das nun freiliegende Drahtgeflecht kann man ganz einfach mit einer Drahtbürste "auskämmen" und zu einem Strang verdrillen.

IMG_0132[1]

Dann noch die vorderste Spitze des Innenleiters abisolieren und "Tadaa", alles ist fertig zu Löten.

IMG_0133[1] IMG_0134[1]

Das war dann auch der Teil, wo es etwas fitzelig wurde. Zur Info, ich habe keinen wirklich tollen Lötkolben. Ist von der Conrad-Eigenmarke und die Temperatur kann geregelt werden. für meine Zwecke hat es immer gereicht. Ich hab mir angewöhnt, die Temperatur immer auf 320°C zu stellen. Damit fahre ich meist ganz gut. Aber zurück zum Kabel.
Die Zugentlastung habe ich etwas aufgebogen, so dass ich das gesamte Kabel locker reinlegen konnte. Dann habe ich das verdrillte Geflecht einmal in einer U-Form um die Lötfahne gelegt und das ganze mit reichlich Lötzinn verbunden.

IMG_0136[1]

Dann noch den Innenleiter in die "Rinne" in der Mitte des Steckers gelegt und auch hier mit Zinn verbunden. Hier habe ich nur beim ersten Versuch mit etwas mehr Zinn gearbeitet, musste allerdings feststellen, dass ich mit meiner zittrigen Hand auch gleich das Gewinde mit angelötet hatte Naja, bei den anderen 7 Steckern hab ich dann auch festgestellt, dass auch weniger ausreicht
Nach diesem Gelöte wurde die Zugentlastung wieder geschlossen. An dieser Stelle bietet sich auch gleich eine erste Funktionsprüfung an, da ja noch alles offen ist. Bei mir wurde einfach schnell der CD-Player umgestöpselt. Alles funktioniert, gut, dann weiter zum Enspurrt.

IMG_0138[1] IMG_0139[1]

Ich habe dann den ersten, kurzen Schrumpfschlauch über die hinterste Klemme der Zugentlastung geschoben und mit Hilfe eines Heißluftföhns(ein Feuerzeug sollte wohl im Notfall auch gehen) in seine Endform gebracht.

IMG_0140[1]IMG_0141[1]

JAJA, im Nachinein frage ich mich auch selbst, warum ich die Schrumpfschläuche nicht schon vorher ums Kabel gemacht habe, und mit der Zugentlastung verklemmt habe. Keine Ahnung, im Eifer des Gefechtes kam mir die Reihenfolge irgendwie logisch vor. Beim nächsten mal mach ich es anders herum. Hat zwar eigentlich keinen Einfluss, aber man ist doch schon entspannter, wenn man weiß, dass man es auch im unsichtbaren Bereich(eines eigentlich unsichtbaren Kabels) schön gemacht hat.
Auf jeden Fall wurde der letzte Schritt noch einmal mit dem langen Schrumpfschlauch wiederholt und anschließend das Steckergehäuse mit dem Stecker verschraubt:

IMG_0142[1] IMG_0143[1] IMG_0144[1]

Auf dem letzten Bild kann man auch erkennen, warum ich den inneren Schrumpfschlauch kürzer gewählt habe: dadurch entsteht eine kleine Stufe, die das ganze optisch imho schon noch ein bisschen aufwertet.

So, das ganze nochmal am anderen Kabelende und hiermit wäre es geschafft, das Kabel ist fertig:

IMG_0145[1]

Optik/Haptik:
Das Kabel mach einen doch schon hochwertigen Eindruck. Es ist ausreichend flexibel und durch die Textilummantelung fasst es sich auch ziemlich edel an. Deutlich angenehmer als der Plastik-Gewebeschlauch an meinen LSP-Kabeln. Gut, klar, ich sitze jetzt bestimmt nicht jeden Tag da und streichel meine Cinchkabel bis meine Frau mich aus dem Schlafzimmer schmeißt, aber wenn man sich die Mühe schon einmal macht, dann kann man durchaus auch wert auf solche Oberflächlichkeiten legen. Die Stecker gefallen mir persönlich auch sehr gut. Sie sind durch das Metallgehäuse schwer und rasten schön auf den Buchsen ein. Im übrigen muss zu den Steckern noch gesagt werden, dass sie mit 1,60 € pro Stück wirklich günstig sind und dafür sehr schön zu Verarbeiten sind. ich hab irgendwo mal von Steckern gelesen, die bei langem Löten kaputt gehen. Das kann ich mir bei den Amphenol nicht im geringsten vorstellen. Allerdings kenne ich keine anderen Stecker zum Vergleichen, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Lötfahne bei egal welchen Steckern schmelzen könnte, wenn man nicht gerade mit dem Bunsenbrenner lötet.

Kosten:

Der Meterpreis des Classique liegt irgendwo bei rund 3€, die Stecker wie gesagt bei 1,60€. Meine Kabel sind alle 50cm lang. Somit belaufen sich die Kosten auf 9,50 € für das Paar. Ich glaube da braucht keiner "Überteuert" oder "heraus geschmissenes Geld" schreien. Ich hab mir ja gleich noch welche für die Verbindung zwischen Phono-Pre und AVR gebastelt und denke, es werden noch Weitere folgen.

Aufwand:

Eine ruhige Hand und etwas Geduld sollte man haben. Aber wirklich aufwändig ist das nicht. ich hab mir schön Zeit gelassen und ca. 20 Minuten pro Kabel gebraucht. Alles kein Hexenwerk.

Der Klang:

Machen wir uns nichts vor. Wie zu erwarten war die klangliche Verbesserung beim CD-Player(Funktionstest) für mich nicht nachweisbar. Da ich wenig Erfahrung, aber eine technische Ausbildung habe, kann ich mir eine Klangverbesserung durch Kabel einfach nicht vorstellen. Diese Meinung wird hier im Forum ja auch oft heiß diskutiert. Wo sich allerdings scheinbar alle einig sind: Gute Phonokabel machen bei MM-TAs wirklich Sinn. Nun ja, das sei mal dahin gestellt...hab ich mir gedacht. Aber neugierig war ich ja schon, darum wollte ich das ja mal ausprobieren. Wie schon geschrieben halten sich die Kosten ja in Grenzen. Um möglichst objektiv an die Sache heranzugehen, habe ich mir noch einmal "Breakfast in America" mit den Beipackstrippen angehört. Alles wie bisher gewohnt. Dann umgestöpselt und das ganze noch einmal. Ich hasse es, wenn Leute das tun aber mir bleibt nichts anderes übrig: Der Unterschied ist deutlich(im ersten Moment wollte ich schon gewaltig schreiben). Ich hatte ja keine Ahnung, wie präzise das verbaute Billig-System spielt. Allerdings merkt man dessen Defizit jetzt auch deutlich: es neigt zu Zischeln. Da hab ich den Höhenregler nach ein paar Minuten doch etwas zurückschrauben müssen.
Natürlich ist da mit Sicherheit eine mächtige Packung Subjektivität bei, das will ich gar nicht bezweifeln, und bevor ich selbst noch mit Schwurbeln anfange höre ich an dieser Stelle lieber auf und ziehe mein Fazit:

Für knapp 10€, etwas Zeit und Fingerfertigkeit kitzelt man wirklich noch etwas aus dem System heraus, auch wenn es in der absoluten Einsteigerklasse liegt. Nachdem ich durch eine so kleine Anpassung schon eine nicht erwartete Verbesserung erreichen konnte, bin ich jetzt wirklich mal gespannt, was dann erst eine andere Nadel bewirken könnte. Ich denke, das wird dann auch der nächste Schritt sein.

Vielen Dank fürs Mitlesen und eure Tipps(die Mechanik wurde beim umstöpseln wie empfohlen mit Techn. Vaseline geschmiert)

Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Runde zum Thema "Nadel"

Gruß
Philipp
Pd-XIII
Stammgast
#30 erstellt: 04. Sep 2015, 09:15
So, wollte mich mal zurück melden:

Das Thema Zarge habe ich mittlerweile fast abgeschlossen. nachdem ich anfangs echt viele Ideen hatte musste ich dann eben doch feststellen, dass mir eines gewaltig fehlt: ZEIT. Demnach habe ich eine einfache Wanne aus MDF geleimt und die einzelnen Brettchen in Weiß bzw. Mahagoni verziert. An der Rückseite sind RCA-Buchsen und ein Kaltgeräteanschluss mit Netzfilter vorgesehen...Vorgesehen? Naja, ich hatte die Löcher auch schon ausgeschnitten und die Komponenten angeschraubt. glücklicherweise fiel mir "vor" dem einkleben auf, dass genau diese drei Löcher an den stellen sind, wo die Auflager für das Subchassis sind . Wie hoch ist die Chance, dass man die einzigen drei Löcher genau an den beiden nicht möglichen Stellen anbringt
Naja, sobald die Zarge jetzt komplett ist, werde ich euch natürlich ein Bildchen davon machen.

Die Verkabelung ist mittlerweile überholt worden. Zum Einsatz kommen nun Sommer The Spirit LLX. Grund hierfür war die nochmals geringere Kapazität von 52 pF, also rein aus Interesse. Ich höre keinen Unterschied. Aber das Kabel ist sehr schön flexibel, was auf kurzen Strecken schon von Vorteil sein kann.

So langsam nähere ich mich wieder der Thematik Nadel, dam mir die verbaute (ATN3600) mit ihrem Gezischel doch etwas auf die Nerven geht. Das schwierige für mich ist allerdings, dass es sich beim Garrard ja nicht um einen leichten Arm handelt, sondern eher in Richtung schwer tendiert. Genauere Angabe habe ich aber auch nicht gefunden. Und Erfahrungsberichte gibt es auch ziemlich wenige. Die Meisten scheinen wohl das Pickering V15 zu verwenden.
Ich habe allerdings auch schon gelesen (auf Vinyl engine glaub ich), dass das AT110e ziemlich gut mit dem Arm klar kommen sollte. Dann wiederum hört man, dass man doch gleich auf das AT120e/II gehen soll, da das ja deutlich besser sein...un im nächsten post wird genau dies wieder dementiert. Das ganze geht mittlerweile so weit, dass ich schon gar ncith mehr weiß, wie viel ich überhaupt investieren sollte, denn einerseits möchte ich schon ein hochwertiges System( -250€) andrerseits scheinen viele der Meinung zu sein, dass dies am Garrard "perlen für die Säue" seien.
Hat von euch jemand einen Tipp oder gar Efahrungen mit dem Garrard und verschiedenen Tonabnehmern?

Ja, ich weiß, ihr braucht noch etwas Input:

Musikgeschmack: Akustik und Live-Aufnahmen(30%), Indyrock(30%), Electro(20%), Klassik(10%)

Budget: Je nach Sinnhaftigkeit auch bis 250 €

Vorverstärker: Philips 22 AH 270Philips 22AH (nur MM)

Klangeigenschaften: Darf ruhig "warm" sein. Das aktuelle System muss ich über den Pre leicht entschärfen, da mir die Höhen zu schneidend sind.
Pd-XIII
Stammgast
#31 erstellt: 12. Nov 2015, 12:43
So, nun ist es aber wirklich mal Zeit geworden und ich konnte gestern endlich einen Stand erreichen, womit der Garrard vorzeigbar ist.
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Also zuerst, die Zarge ist endlich fertig. Wie im letzten Beitrag schon erwähnt musste ich vor der Zeit und teilweise meinen eigenen Fähigkeiten kapitulieren und konnte meinen ursprünglichen Plan einer Zarge aus Beton nicht verwirklichen. Als Notlösung dient nun eine Kiste aus MDF-Brettern, die im Trockenlack-Verfahren beschichtet wurden. Als kleines Gutzi hat mir dann ein Bekannter auf seinem Plotter noch schnell einen weißen Garrard Schriftzug ausgeschnitten, der sich auf der Front in Mahagoni Optik ganz gut macht.
Rückseitig habe ich zur besseren Bedienung zwei RCA Buchsen und das von TNT-Audio empfohlene Netzfilter verbaut. Wie zu erwarten ist der klangliche Unterschied durch Verwendung des Filters für mich nicht nachvollziehbar. Aber die Handhabung ist durch die Kaltgerätebuchse wieder etwas einfacher geworden. Wenn ich ihn jetzt aufmache zum Reinigen oder was weiß ich, muss ich nur noch 3 Stecker aus der Rückwand ziehen und mich nicht mal nach der Steckerleiste am Boden bücken.
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Bei nächster Gelegenheit möchte ich dann noch das Subchassis erden, da ich ein ganz leichtes Brummen höre, wenn ich sehr nahe an der Anlage stehe. Am Hörplatz nehme ich es zwar nicht mehr wahr aber der kleine „Ich-bin-nie-zufrieden-Mann“ sitzt eben auch in meinem Kopf und poliert schon mal seinen Vorschlaghammer. Hierfür werde ich ein 3 adriges Ölflex Kabel verwenden, dass dann das aktuell zweiadrige Originalkabel für die Stromzufuhr ablöst, und eben über die zusätzliche Ader die Erdung übernimmt. Dies wollte ich gestern Abend gleich mit erledigen, aber ich hab gestern ums Verrecken keine Kabelschuhe gefunden, die zu den Kontakten des Filters passen. Momentan ist die Verbindung gelötet und ich denke fast, dass ich auch das neue Kabel verlöten werde. Von dem Kabel erwarte ich mir im Übrigen ebenfalls keinerlei Steigerung bezüglich des Klanges, ich mach das nur um das Brummen zu unterbinden…also eigentlich doch eine Steigerung.

Der Plattenteller wurde poliert, hierzu habe ich leider vergessen Bilder zu machen. Aber im Endeffekt habe ich den Plattenteller in meine Ständerbohrmaschine eingespannt und ihn mit 840 /min rotieren lassen. In meinen Akkuschrauber wurde dann ein Polierfilz eingespannt und der Außenrand mit brauner Polierpaste über einen zeitraum von ca.5 Minuten gleichmäßig auf Glanz gebracht. so ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis leider nicht und ich werde mir das noch einmal ansehen aber ich weiß auch nicht, ob da noch viel mehr geht, da der Rand ja einfach nur abgedrehter Guss ist und nicht verchromt wurde. Somit sieht man auch die Rillen vom Drehen. Und in diesen Rillen sehtet sich die Polierpampe wunderbar fest, sodass ich im Anschluss noch ganz schön putzen musste. Aber mit etwas Abstand schaut es schon ziemlich fresh aus. Vor allem im Vergleich zu vorher:
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Dann habe ich gestern noch ein neues System verbaut. Die Wahl fiel auf das Acutex STR 412. Jetzt werden wahrscheinlich einige die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und fragen, wie ich denn bei dem Tonarm ausgerechnet dieses System verbauen kann. Ich habe in den letzten Monaten viele internationale Foren durchgestöbert um Empfehlungen für den Zero aufzuschnappen. Meist wird auf das originale Pickering V15 verwiesen, da scheinen sich alle einig. Wenige empfehlen auch mal ein AT110, aber wie schon im letzten Beitrag von mir erwähnt, gehen da bereits die Meinungen stark auseinander. Um die Auswahl wenigstens schon einmal einschränken zu können, habe ich versucht die effektive Tonarmmasse des Zero-Armes herauszufinden. Doch auch hier kam ich zu keiner Erkenntnis, außer dass die meisten von einem Schweren ausgehen(wegen gelenken) andere allerdings sogar auf Mittelleicht tippen. Und mittendrin gab es jemanden, der berichtete dass das STR412 ziemlich gut harmoniert, worauf er seine Vermutung auf Mittelleicht basieren lässt. Leider finde ich diesen Beitrag nicht mehr, sonst hätte ich ihn mal hier verlinkt.

Nachdem ich diese Argumentation zweifelhaft fand, hatte ich mich zwischenzeitlich auf das OM10 eingeschossen, da ich dieses aufgrund mehrerer Berichte als Art „Allzweckwaffe“ eingestuft hatte. Außerdem hatte ich hier schon mehrfach gelesen(beispielsweise hier) gelesen, dass es abgesehen von Optik und Preis 1:1 dem 2M red entspricht, welches ich schon gehört und für gut empfunden habe. Dann stolperte ich allerdings wieder über diesen Beitrag der nicht bestritten wurde. Also war das OM10 wieder uninteressant.
Nachdem ich dann keine Lust mehr hatte, mir den Kopf zu zerbrechen hab ich einfach mal in Italien bestellt, zu dem Preis kann man ja nicht so viel verkehrt machen. Sonntag bestellt, Mittwoch war das gute Stück schon bei mir.
Der Sytemträger des Zero ist dank Stecksystem (einfach nach vorne abziehen) schnell vom Arm gezogen. Nun hatte ich ja noch das Problem, dass ich diese Einstelllehre für die Nadel nicht habe und diese auch nicht mehr her bekomme. Auf Vinyl Engine gab es dann die Aussage, dass das kein großes Thema ist, die Nadel sei mittig ca. 5mm hinter der Vorderkante des Trägers zu positionieren ist. In einer Antwort auf diese Aussage wurde gar aufgeführt, dass man nur darauf achten müsse, dass die Nadel mittig unter dem Drehpunkt des Systemträgers sein muss. Letztere Angabe war mir einfach zu schwammig, aber wie misst man jetzt den Abstand von Nadel zu Vorderkante? Von Berufswegen her bin ich glücklicher Besitzer eines Fadenzählers mit einer Scala. Also den Träger im rechten Winkel angelegt und geguckt auf welchen Wert sie auf der Scala zeigt. Es waren 5mm. Es war etwas schwierig davon ein ordentliches Bild zu machen, da entweder die Scala zu sehen war oder die Nadel scharf gestellt wurde. Gleichzeitig noch die Problematik, das Ganze mit einer Hand festzuhalten und mit der anderen das Bild zu machen. Also bitte, dieses Bild gilt nur als Beispiel für die Methode, in der Realität habe ich auch den Träger mit einem Geodreieck angelegt, damit ich einen möglichst kleinen Parallaxefehler habe.
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Also das AT runter geschraubt. Die Schrauben waren ziemlich fest, scheinbar war das System also schon etwas länger am Arm montiert. Nach Demontage fiel mir ein kleines Distanzstück auf, das zwischen System und Träger war. Also hab ich die beiden Systeme grob auf die Höhe verglichen (mit „Augenmaß“) und beschlossen, dieses Distanzstück wieder zu verbauen, da der Unterschied nur marginal zu sein schien.
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Also das Acutex drauf geschraubt, aber noch nicht fest gezogen. Dann wieder mit Hilfe des Fadenzählers den Abstand von 5mm eingestellt. Dies war etwas fummelig, da sich das System beim Festziehen immer etwas geneigt hatte, aber nach 4-5 Versuchen hat es dann geklappt. Vor den feinen Drähten am Anschluss hatte ich dermaßen Respekt (gebranntes Kind), dass ich die Stecker nur per Pinzette ganz vorsichtig aufgeschoben habe. Den Nadelträger auf den Arm gesteckt und gleich mal die Nadel unter Zuhilfenahme des Tonarmliftes auf eine Platte geführt…also zumindest versucht. Mein „Augenmaß“ hatte mich scheinbar stark getäuscht und die Nadel wurde vom Lift nicht weit genug angehoben, sodass sie mit dem Plattenrand kollidiert wäre. Hätte ich nur mal das Distanzstück weg gelassen. Aber naja, glücklicherweise kann man die Endhöhe des Liftes ja ziemlich einfach einstellen, indem man an dem Rädchen über der Liftschiene dreht.
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Bei der Gelegenheit fiel mir dann auch auf, dass ich Hirsch weder den Tonarm ausbalanciert, noch die Auflagekraft und das Antiskating eingestellt hatte. Also erst mal das Gewicht zur Auflagekraft auf Null geschoben(der schwarze Block am Tonarm) und über das Gegengewicht den Tonarm in die Waage gebracht. Auch dies ist etwas fummelig gewesen, da das STR412 scheinbar leichter ist alt das AT(hab die Werte jetzt nicht hier). Das Gewicht am Tonarm habe ich auf 1g geschoben, allerdings steht eine richtige Tonarmwaage schon auf meiner „Next-to-buy“-Liste. Oben auf dem Acrylglas ist noch eine Anzeige, mit dem das Antiskating eingestellt wird. Hier gibt es zwei Skalen, eine für konische und eine für elliptische Nadeln. Ich habe mich an die für Elliptische gehalten. Hier wird bekanntermaßen der gleiche Wert wie bei der Auflagekraft eingestellt. Fertig.
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So jetzt aber: „Friends of Carlotta“ drauf, eine Scheibe die wohl auch bei Abtastung via M12er Schraube noch genial klingen würde, und los. Eigentlich die falsche platte für so etwas, aber egal. Ersten Töne von Seite b (In the Air tonight)schon einmal sehr viel geiler. Die nervigen Zischelhöhen sind weg, und nun ein seidiger Hochton der schön und klar wiedergegeben wird.
Der Bassbereich wird deutlich straffer/ direkter und wirkt deutlich impulsiever. War der Tiefton mit dem AT vielleicht etwas präsenter, war er allerdings deutlich schwammiger.
Die Stimme geht weniger in der Musik unter und die Separation der einzelnen Intrumente/Sänger im Allgemeinen ist jetzt viel besser/schärfer. Also wirklich VIEL BESSER. Die Bühne wird zwar nicht weiter(evtl. sogar etwas schmaler), aber bekommt mit einem mal eine Tiefe, die ich mit dem AT3600 nicht erahnen konnte. Es rückt aber die gesamte Bühne weiter nach vorne.
Beim zweiten Track der Seite b (Ain´t no Sunshine)wird zu Beginn mit den Fingern geschnipst: DAS war mein erstes richtiges AHA-Erlebnis. Wie aus dem nichts durchschneidet dieses Geräusch den Raum und verschwindet ebenso schnell wieder. Mit dem AT war es einfach nur ein Geräusch, mit dem Acutex wird es plastisch und nahezu greifbar.
Danach Genremäßig mal direkt ins Kontrastprogramm: SchickSchock von Bilderbuch. Ein mMn geniales Album, schon auf CD. Aber auf Vinyl ist es einfach nur ein lecker Sahnestück. Von der Grundcharakteristik ganz anders als die CD und durch das Acutex nun noch viel separierter, räumlicher und Maurice Antoinette´s Stimme ist viel klarer und eigenständiger, ohne aufdringlich in den Vordergrund zu rücken. Und beim Track „Softdrink“ kommt wieder so ein AHA-Effekt, als eine Limodose mitten im Raum geöffnet wird. Kurzes Zusammenzucken. Genial.
Diese Eindrücke sind natürlich höchst subjektiv und von einem System, dass gerade einmal 1,5 Stunden gespielt hat. Außerdem die Euphorie des Neuen, die da gewaltig mitspielt. Ich werde mal schauen, wie sich das die nächsten Wochen entwickelt, wenn die Gummilagerung etwas eingewalkt ist. Vielleicht wird es dann ja schlechter, da das Gewicht des Tonarmes dann doch etwas mehr zum Tragen kommt. Mal sehen.
Gehört wird hier aktuell übrigens über den genannten Philips Vorverstärker und einen Marantz SR5007 an zwei Cheap Trick 269(offenes Gehäuse; eingemessen mit Audyssey).

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Ich danke noch mal allen für das Lesen und die Hinweise und Tips. Sobald ich wieder etwas verändere melde ich mich wieder…also so in 18 Monaten


[Beitrag von Pd-XIII am 12. Nov 2015, 12:45 bearbeitet]
rtzlwitz
Neuling
#32 erstellt: 03. Dez 2016, 22:51
Hallo Zusammen,
Ich buddle den Faden mal wieder aus. Seit den 70ern befindet sich der Zero in Familienbesitz- ich habe ihn vor 20 Jahren von meinem Vater übernommen. Da war er schon nicht mehr funktionsfähig.
Zunächst habe ich ihm einen neuen Riemen besorgt. Dann lief er wieder, wenngleich nur manuell.
Der Klang war ok, wobei die 40 Jahre alten, stark korodierten Cinch-Stecker stets Ärger bereiteten. Die alte Nadel des Pickering V15-Systems habe ich durch eine neue alte ersetzt. Für meine Ohren klingt der Dreher sehr gut, auch wenn mir der Vergleich fehlt.
Angeregt von Philllips Bericht habe ich mich nun daran gemacht, die Automatik instand zu setzen. Dabei stieß ich jedoch auf gänzlich andere Probleme als der Ursprungs-Poster. Bei mir war weniger das Fett auf den Gleitstellen verharzt. Vielmehr musste ich Teile der Kinematik auseinander nehmen, da drei der Wellen auf denen die Mechanik läuft, derart verharzt waren, dass sie ohne Zerlegen nicht wieder gängig zu bekommen waren. Dazu würde ich auch jedem Anderen raten, der eine Zero repariert. Sobald die Hebel nicht mehr leichtgängig laufen, ausbauen, Lagerstellen reinigen und neu schmieren. Ich habe dazu übrigens Robbe Modellbaufett genommen. Das setze ich schon seit 15 Jahren bei meinen Modell-Helikoptern ein.
Die Mechanik lief dann wieder einwandfrei, dummerweise rappelte der Motor auf einmal ganz hässlich. Offensichtlich war ihm das Umdrehen des Chassis nicht bekommen. Also Motor ausgebaut und zerlegt. Dabei stellte sich heraus, dass sich zwei Scheiben vom Läufer gelöst hatten. Da eine der Scheiben mit Wuchtbohrungen versehen war, war das mit simplem Festkleben nicht getan. Schließlich habe ich mein magnetisches Propeller-Wuchtgerät so umgebaut, dass der Läufer reinpasst und die Scheibe dann - ein wenig auf gut Glück - so festgeklebt, dass die Bohrungen die gemessene Unwucht korrigieren (was auch gelang).
Die Phonokabel habe ich mit neuen Steckern versehen - musste dann allerdings feststellen, dass die schönen neuen Stecker so fett sind, dass sie nur mit sanfter Gewalt in die etwas eng zusammenliegenden Buchsen des Anschlussbrettchens passen. Hier sollte man dünnere Stecker besorgen als ich das tat.
An meinem Zero hängen viele Erinnerungen aus meiner Jugend. Das er nun wieder läuft, bereitet mir große Freude.
Grüße
Günter
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