Dual 601: Rechter Audiokanal funktioniert nicht. Grundsätzliche Frage zur Tonausgabe.

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HaanSolo
Neuling
#1 erstellt: 14. Jul 2014, 18:25
Hallo,
ich habe von meinen Eltern einen alten Dual 601 bekommen.

Ich habe diesen über einen Vorverstärker mit meinen Computer-Soundsystem verbunden (ich weiß, jetzt werde ich schon nicht mehr ernst genommen. Aber momentan ist kein Geld für eine richtige Anlage vorhanden).

Leider musste ich feststellen, dass eine Übertragung nur über das weiße Kabel (links) funktioniert. Über das rote Kabel (rechts) kommt kein Signal (obwohl es durchaus brummt, wenn ich die Klinke in den Vorverstärker stecke). Das Resultat ist, das im Falle des Anschlusses meiner Logitech-Anlage der Sound nur aus einem Lautsprecher kommt. Schließe ich hingegen mein Ur-Harman/Kardon-System an, kommt der Sound aus beiden Lautsprechern. Selbstverständlich aber aus beiden genau das Gleiche.

Trotz des fehlenden Signals habe ich nicht das Gefühl, dass Sound "verloren" geht. Ich besitze bisher nur eine (Stereo-)Platte, und die Tracks klingen genauso wie auf der CD (die ich ebenfalls besitze). Sollte also lediglich der typische "Stereo-Effekt" (Gesang aus einem Lautsprecher und Instrumental aus dem anderen) betroffen sein, aber dennoch "alles" hörbar sein, könnte ich mich damit abfinden. Ich gehe nämlich davon aus, dass sich eine weitere Reparatur des Gerätes (habe bereits 40 Euro für die Klinkenmontur gelöhnt) für mich nicht lohnen würde.

Um meine Frage also nochmal auf den Punkt zu bringen: Kann es sein, dass ich trotz des fehlenden rechten Audiosignals "alles" höre und lediglich auf den "Stereo-Effekt" verzichten muss?

Wie ihr merkt bin ich bisher nicht sonderlich bewandert in diesen Dingen. Bitte habt Nachsicht, sollte ich bereits jetzt irgendwas durcheinander gebracht haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Jan
akem
Inventar
#2 erstellt: 14. Jul 2014, 18:45
Nein. Wenn ein Audiosignal nur links ist, wirst Du im Kabel für den rechten Kanal nichts davon finden.
Was meinst Du mit Klinkenmontage? Hast Du das Cinchkabel umbauen lassen in ein Klinkenkabel?

Gruß
Andreas
HaanSolo
Neuling
#3 erstellt: 14. Jul 2014, 18:49
Meine Eltern hatten irgendwann mal einen Hobbybastler daran gelassen, der ziemlich amateurmäßig zwei Stecker (Weiß & Rot) an den Ausgang montiert hat. Als ich den Plattenspieler das erste mal damit bei mir anschließen wollte, kam gar nichts. Was vorher für ein Anschluss dran war, weiß ich nicht. Deswegen war ich jetzt vor einigen Tagen in einem Geschäft, wo sie zwei neue Stecker ranmontiert haben.

Verstehe ich das also richtig: Ich habe einen Soundverlust, kann ihn aber nicht wahrnehmen?


[Beitrag von HaanSolo am 14. Jul 2014, 18:50 bearbeitet]
akem
Inventar
#4 erstellt: 14. Jul 2014, 18:56
So gesehen ja - Du kannst den Sound, den Du verloren hast, nicht wahrnehmen, weil Du ihn ja verloren hast...
Es ist denkbar, daß das Kabel irgendwo "gebrochen" ist (das nennt man so). Dann bringt ein neuer Cinchstecker alleine auch nichts. Das wäre aber eine schlechte Werkstatt, die zwar neue Stecker montiert, aber nicht überprüft, ob auch Durchgang vom Headshell bis zum Stecker ist.

Gruß
Andreas
HaanSolo
Neuling
#5 erstellt: 14. Jul 2014, 19:05
Ich verstehe. Ja, sehr ärgerlich. Hatte ich mich auch bereits drüber gewundert.
Gut, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig als mir irgendwo anders nochmal einen Kostenvoranschlag einzuholen.

Vielen Dank für deine Hilfe!
akem
Inventar
#6 erstellt: 14. Jul 2014, 20:10
Wo wohnst Du denn? Vielleicht findet sich in Deiner Nähe ein freundlicher Forianer, der Dir das für lau macht... Ist ja kein großer Akt, ein neues Kabel muß halt her.

Gruß
Andreas
Kennylover
Stammgast
#7 erstellt: 14. Jul 2014, 21:19
Der 601 ist ein durchaus edler Dreher der etwas besseres verdient als ein Computer-Soundsystem (was immer das auch sein mag) !

Aber davon ab - den Fehler "ein Kanal geht nicht" sollte man auch mit Bordmitteln einkreisen können.

Als erstes System abbauen (kleiner silberner Hebel am Tonarmkopf nach hinten schieben - System fällt ab - festhalten), Lautstärke Vollgas geben.

Beide Kanäle sollten etwa gleichlaut brummen. Falls das der Fall ist die Systemkontakte im Tonarmkopf und die Federkontakte am Systemträger kontrollieren - die oxidieren gerne.

Eventuell 'mal die Kontakte im Tonarmkopf berühren (bei kleiner Lautstärke !) - dann muss es mächtig brummen.

Ob die Cinch-Stecker richtig angeschlossen sind sollte auch ein Laie erkennen: Stecker aufschrauben, schauen ob Abschirmung und Seele richtig dran sind - der funktionierende Kanal ist ja eine Vergleichsmöglichkeit.

Unterbrechungen der Tonarmkabel und NF-Kabel kommen vor, sind aber selten.

Wenn diese Brummproben ergeben haben dass laufwerkseitig alles ok ist bleibt das TA-System. Das kann man (begrenzt) durchmessen, besser ist es aber mit einem anderen System zu testen.

Dafür musst du natürlich erst 'mal eins haben........


- viel Erfolg -


p.s. :ich habe jetzt einfach 'mal vorausgesetzt dass du durch kanalweise Steckertauschen verifiziert hast dass das Problem am Dreher liegt.
BelAir*
Neuling
#8 erstellt: 12. Sep 2017, 00:08
Hallo,

ich hole diesen alten Thread gerade wieder hervor, weil ich zur Zeit ein ganz ähnliches Problem mit meinem Dual 521 Plattenspieler habe.

Aus der einen Box kommt nichts raus.

Habe jetzt mal die ANleitung von Kennylover befolgt und ein bisschen herumprobiert:

Von der Nadel direkt kommt wie gesagt nur auf einer Box ein Ton. Wenn ich Nadel (DN242) und Tonabnehmer (DualTK235) abnehme und an der Verbindungsstelle zwischen Tonarm und Tonabnehmer am Tonarm mit einem kleinen Schraubenzieher vorsichtig links und rechts anteste höre ich aus beiden Boxen das knistern/brummen.

Es müsste also an Nadel / Tonabnehmer oder der Verbindung zwischen Tonabnehmer und Tonarm liegen, richtig?

Wie gehe ich da denn jetzt am besten weiter vor.

Danke schon mal für die Antworten!
tinnitusede
Inventar
#9 erstellt: 12. Sep 2017, 01:31
Moin,

wie sehen denn die Kontaktstreifen, die Du mit dem Schraubenzieher berührt hast, aus?,
sind sie schwarz angelaufen, oder noch blank?. Schau dir auch die vier federnd gelagerten Röhrchen am TK an, die Stirnfläche muss auch sauber sein, sie drücken auf die Streifen.

Hast Du ein digitales Multimeter um den Widerstand der Systemspulen zu messen?, es ist möglich, dass die Spule des betreffenden Kanals defekt ist. Die Messspitzen lassen sich gut stirnseitig in die gefederten Röhrchen drücken, die zwei linken und die zwei rechten gehören zusammen, der Widerstand muss bei beiden Spulen gleich sein, +/- 20 Ω sind aber kein Problem.
Der Messstrom dieser Geräte ist zwar sehr gering, trotzdem sollt man diesen Vorgang zeitlich auf ein Minimum beschränken und lieber wiederholen.

Hans
8erberg
Inventar
#10 erstellt: 12. Sep 2017, 08:27
Hallo,

sitzen die 4 Anschlüsse vom TK auch ordentlich am System? Das könnte auch noch eine Fehlerquelle sein.

Das DN 242E ist schon kein übles System, eigentlich sehr selten das eine der Spulen kaputtgeht, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen...

Peter
akem
Inventar
#11 erstellt: 12. Sep 2017, 13:46
Ich würde (teilweise schon angesprochen):
- Leiterbahnen auf der kleinen senkrechten Platine mit Glasfaserstift reinigen
- die Stirnseiten der Federkontakte am TK (Systemträger) mit feinem Schmirgelpapier blank schleifen
- prüfen, ob die Federkontakte noch richtig sitzen und federn (die können nämlich versehentlich "ausgeklinkt" werden)
- prüfen, ob der Übergang der Anschlußkabel des TK in die Federkontakte in Ordnung sind
- prüfen, ob die Blechlaschen der Anschlußkabel des TK einigermaßen sauber sind (innen!) und einigermaßen fest auf den Stiften des Tonabnehmers sitzen

Wenn das alles ergebnislos bleibt, ist es wohl der Tonabnehmer selbst. Mit einem Multimeter kann man den durchmessen, aber Achtung: der Draht im Inneren eines TA ist hauchdünn, ein Multimeter ohne Strombegrenzung auf deutlich unter 1mA kann den schnell durchbrennen... Also im Zweifel einen hochohmigen Widerstand davor hängen (z.B. 10kOhm oder mehr)

Gruß
Andreas
BelAir*
Neuling
#12 erstellt: 12. Sep 2017, 22:47
Hello nochmal,

danke für die schnellen ANtworten!

@tinnitusede
100% kann ich das nicht beurteilen. Wirklich schwarz angelaufen sieht das für mich nicht aus, aber ganz blank auch nicht. Die rechte Seite, welche auch die Seite ist auf der die Box nicht läuft, scheint mir etwas weniger sensibel auf den Kontakt zu reagieren. Das kann ich mir aber auch einbilden.
Ich habe ein paar Fotos angehängt, vielleicht könnt ihr das besser beurteilen?

Eines von diesen Röhrchen ist kürzer als die anderen 3. Kann das eine Ursache sein?

Einen Multimeter um den Widerstand der Systemspulen zu messen habe ich leider nicht.

@8erberg
Wenn das diese 4 oben erwähnten Röhrchen sind, dann siehe oben. Könnte mir vorstellen dass hier tatsächlich das Problem liegt.

@akem
Danke für die Tipps. Werde versuchen mal die ersten drei umzusetzen
"Leiterbahnen auf der kleinen senkrechten Platine mit Glasfaserstift reinigen"
Das ist die Platine am Tonarm?

Die Federkontakte sind die bereits erwähnten Röhrchen, oder?

Tipps 4 und 5 klingen erst mal ein wenig komplizierter. Kenn mich mit Elektronik und Verkabelung etc. leider überhaupt nicht aus.


Naja hier erst mal noch die Fotos:

TK235-1TK235-2TK235-3TK235-4Tonarm
tinnitusede
Inventar
#13 erstellt: 12. Sep 2017, 23:09
Hi,

die Röhrchen sollen schon alle gleichlang sein, allerdings sieht man von dem kürzeren den Abdruck auf den Kontakt-Streifen, zwar nicht so stark, wie die anderen drei, es sollte aber reichen, versuch trotzdem, das kurze Röhrchen zu bewegen, vielleicht springt es weiter raus.
Ansonsten sieht es eigentlich alles gut aus, Die Hülsen, die auf den Stiften des System´s gesteckt sind, mal mit einer Spitz-Pinzette an der Lötfahne anfassen und auf den Stiften verschieben, es sollte etwas schwergängig gehen, pass bitte auf, dass kein Kabel abreißt.

Letztendlich bleibt dann nur das System, dass defekt ist, es mag wohl selten passieren, zufällig habe ich eins hier rumliegen, bei dem die Spule eines Kanal´s keine Durchgang hat, ob der Draht nun durch ist, oder an dem Stift weggebrochen ist, lässt sich natürlich nicht sagen, dazu müsste man das System öffnen können.

Ist der Nadelträger auch bis zum Anschlag eingesteckt?

Hans
tinnitusede
Inventar
#14 erstellt: 12. Sep 2017, 23:18
Nachtrag!

die Kabelhülsen sollten schon bis zum Anschlag auf den Stiften sitzen, auch müssen die vier Kabel anders gelegt werden, der Bogen sollte auf keinen Fall so groß sein, dass er sich auf Höhe der Kontakt-Röhrchen befindet, es ist ziemlich eng in dem Bereich, sodass der TK nicht weit genug nach hinten kommt.

Diese Erfahrung musste ich schon mal machen.

Hans
BelAir*
Neuling
#15 erstellt: 13. Sep 2017, 09:07
Wahnsinn, er funktioniert wieder !!

Ich hab jetzt die Kabelhülsen zum Anschlag geschoben, die Kabel versucht ein wenig reinzubiegen (das ging allerdings nur so mäßig; hatte auch Angst da einen Kontakt abzureißen), außerdem das eine Röhrchen (Federkontakte?) wieder auf eine Höhe mit den anderen gezogen. Gefedert haben sie alle noch gut. Bisschen mit schleifpapier bin ich dann da auch noch drüber.

Was genau es jetzt war weiß ich natürlich auch nicht, aber höre wieder Musik aus beiden Lautsprechern !!

Allerbesten Dank euch allen! Bin gerade etwas knapp bei Kasse und echt froh erst mal nichts neu kaufen zu müssen
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