Pro-Ject Debut Carbon Esprit tunen

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Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 11. Sep 2014, 16:40
Hallo Vinylfreunde,

Der Pro-Ject Debut Carbon Esprit ist schon in der Grundausstattung kein schlechter Dreher, nicht ohne Grund hat er es in der AUDIO mit 77 Punkten in die Spitzenklasse geschafft. Abgesehen vom nervigen Riemenumlegen bei Wechsel auf 45 rpm und fehlender Endabschaltung bin ich ganz zufrieden mit dem Teil. Im Klang vermisse ich Details die das Ortofon 2M Red nicht aus der Rille holen kann. Hatte früher schon das 2M Blue gehört was schon um Details besser war. Leider habe ich mir die Nadel ruiniert und nun frage ich mich welche Austauschnadel für diesen 400-Euro-Vinyldreher geeignet wäre und gegenüber dem 2M Red deutlich besser klingt. Das VM-Silver bietet imo ein gutes P/L-Verhältnis und ist schon für 270 € zu haben. Leider ist die Ausgangsspannung von 3 mV etwas gering im Vergleich zu den Ortofon-2M-Systemen. Für den leichten Carbonarm auch nicht zu groß. Das 2M Bronze ist sicher auch eine gute Wahl, mir aber zu teuer
Das Nagaoka MP-150 für 260 € lacht mich ebenfalls an und passt farblich wunderbar zum grünen Lack der Zarge. Das bessere MP-200 scheint mir für dieses Laufwerk schon etwas zu gut zu sein, läge aber preislich noch unter der Schmerzgrenze, wenn auch knapp! Was meint ihr dazu?
Betreibe den Debut Carbon Esprit übrigens am MM-Phonoeingang eines Pioneer A-605 Amp der zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist, seinerzeit in der 800-DM-Oberklasse zu finden war. Deshalb kommen MC-Systeme nicht in Frage, lt. Beschreibung soll dieses Modell dafür ohnehin nicht geeignet sein.
Bringt der Austausch der Beipackstrippe gegen ein besseres Phonokabel einen Klanggewinn?

Gruß Lars
dannewitz
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 11. Sep 2014, 18:11
Nagaoka Mp 110 in die Systemüberlegung mit einbeziehen . Hab ich gehört fand es sehr gut im Carbon!!
akem
Inventar
#3 erstellt: 11. Sep 2014, 18:19

Hifi-Lars (Beitrag #1) schrieb:
Leider ist die Ausgangsspannung von 3 mV etwas gering im Vergleich zu den Ortofon-2M-Systemen.


Ja, und?? Dann mußt Du halt den Lautstärkeregler am Verstärker ein klein wenig mehr aufdrehen. Wo ist das Problem?

Das 2M Bronze hat die schlechtere Nadel ggü. dem Silver. Vielleicht ist es tonal anders abgestimmt (was dann Geschmackssache ist), aber von der Auflösung her definitiv schlechter als das VM Silver.
Die Nagaokas finde ich viel zu teuer. Das MP150 hatte ich mal, hat mich eher enttäuscht. Keine Auflösung, keine Spielfreude.
An einem MM-Eingang könnte man schon ein MC betreiben, genauer gesagt, ein High-Output MC. Das Problem ist, daß die Project-Tonarme sehr leicht sind und leichter Arm plus MC ergibt ne suboptimale Kombi.
Was der Phonoeingang des Pioneer taugt, läßt sich schlecht sagen. Entscheidend ist der Wert der Eingangskapazität und ob der zum verwendeten Tonabnehmer paßt. Hier sind die Nagaokas z.B. sehr kritisch, die Goldrings auch. Die verlangen eine sehr geringe Kapazität. Die Ortoföner sind da generell gutmütiger.
Ein anderes Kabel kann sich bei einem MM oder MI Tonabnehmer schon klanglich bemerkbar machen. Du brauchst eine möglichst gute Schirmung und eine möglichst geringe Kapazität (und nach Möglichkeit ein möglichst kurzes Kabel). Der Preis ist völlig schnuppe und sagt nicht das Geringste über die Phono-Eignung aus. Im Zweifel ist das Kabel, das beim Plattenspieler dabei oder dran ist, nicht die schlechteste Lösung.

Gruß
Andreas
Albus
Inventar
#4 erstellt: 11. Sep 2014, 20:39
Tag,

der Wert der von Andreas schon angesprochenen Eingangskapazität beträgt beim Pioneer A-605 gemäß Service Manual nominell 390 pF (Quelle: Library der Hifiengine). Na denn...

Freundlich
Albus
Wuhduh
Inventar
#5 erstellt: 11. Sep 2014, 22:27
Uups: Plus dem Plattenspieler vorne dran - selbst mit niederkapazitivem Kabel - wirds auch für viele Ortofone knapp.

MfG,
Erik
Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 12. Sep 2014, 01:21

der Wert der von Andreas schon angesprochenen Eingangskapazität beträgt beim Pioneer A-605 gemäß Service Manual nominell 390 pF (Quelle: Library der Hifiengine). Na denn...


Das Ortofon Vinylmaster Silver scheint mir doch am geeignetsten und für die aufgerufenen 270 € den besten Klang fürs Geld zu bieten was wohl vor allem der Fritz Gyger 70 Nadel geschuldet sein dürfte. Die empfohlene Abschlusskapazität: 200-400pF liegt noch im Bereich des Pioneers wenn ein niederkapazitives Kabel dran hängt. Ob das Beipack-Kabel da der limitierende Faktor ist wird ein Hörvergleich zeigen...

Danke an alle für die Infos!

mfG Lars
Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 04. Jun 2016, 00:36
Hallo zusammen, will den Fred mal wieder zum Leben erwecken aus aktuellem Anlass: Habe mir vor einem halben Jahr für den Debut Carbon Esprit doch das Ortofon 2m bronze gegönnt das ich fast neu für nur 250 € bekommen habe.
Nachdem es richtig eingespielt war klingt es schon mal viel besser als das 2m red. Nun habe ich ein Angebot für das SOMMER CABLE "SINUS CONTROL" mit 1m Länge für nur 52 € inkl. Versand in der Bucht gesehen. Bringt das eine klangliche Verbesserung in der Kombination mit dem Pioneer A-605 und seinen 390 pF Eingangskapazität oder ist das rausgeschmissenes Geld gegenüber dem Beipackkabels von 1.5 m Länge? Das blaue Sommer cable hat immerhin nur 75 pF Kabelkapazität bei 1m Länge und ist im Vergleich zu anderen High End Phonokabeln ziemlich preiswert. Ich könnte es natürlich einfach bestellen und ausgiebig testen ob's was bringt, hätte aber vorher die Meinung von euch Experten gehört um mir unnötiges Zurücksenden zu ersparen. Lars
ad-mh
Inventar
#8 erstellt: 04. Jun 2016, 01:01
Die Idee mit dem Kabel ist im Ansatz gut, die Wahl des Kabels nicht.

Lasse uns mal überschlagen:
Spieler im Original geschätzt 150-180pF + Pioneer 390pF = bestenfalls 540pF
Das Ortofon 2M Bronze hätte gern 150-300pF.

Du hättest stattdessen ein OM 10 kaufen und eine Nadel 40 bzw. ein OM40 Super nehmen können (200-500pF). Das Problem wäre fast gelöst.

Nun gut. Du hast nun das Bronze. Das Geld ist weg, das Problem ist immer noch da.
Du solltest versuchen, das Kabel zu tauschen und die Kapazität unbedingt so niedrig wie möglich zu halten.
Ein RG62 hat 45pF/Meter. Bei 70cm Kabel kommst Du auf 32pF. (Kosten 2-3 EUR)
Die Kapazität des Sommer Kabels ist mit 75pF zu hoch, der Klang des Kabels Voodoo.
Der Umstand, dass das Beipackkabel 1,5m Länge mit unbekannter Kapazität hat verschärft das Problem aktuell noch.

Kommst Du mit 70cm Kabel aus?
Falls nein... => Verstärkertausch oder Vorverstärker
Wuhduh
Inventar
#9 erstellt: 04. Jun 2016, 07:34
Moin !

Meine Güte, Ihr immer wieder mit Euren pF und Billigstrippen bzw. überteuerte konfektionierte Kabel.

Es gibt Gründe, weshalb die Leute ca. 40,00 Euro für ein konfektioniertes Linn Black oder weitaus mehr für ein Linn Silver ausgeben. Das hat ausnahmsweise nix mit dem Namen zu tun. Auch einige bezahlbare Strippen von van den Hul haben ihre klangliche Berechtigung. Kann mich schwach erinnern, daß SME damals den alten 3009er Improved mit dem Flachsteckeranschluß auch van den Hul ( D501 ? ) gegönnt hatte.

Überlegenswert ist noch das Sommercable Stratos, welches aber relativ schlanke Stecker haben sollte, weil ansonsten die Abstände zwischen den Buchsen nicht ausreichend sind Dessen Kapazität geht in Ordnung. Negativ: Dicker Aufbau, hohe Zugkraft an Steckern und Buchsen, großer Biegeradius.

MfG,
Erik
Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 04. Jun 2016, 22:52
Danke erst mal an alle.
@ ad-mh: Ja, die 70 cm reichen locker! Könnte sogar noch kürzer gehen da der Amp nur 2 Etagen tiefer steht. Das Problem ist der Selbstbau des RG62, habe zwar mal vor 15 Jahren Netzwerkkabel mit RJ-45 Steckern versehen aber wenig Ahnung wie ich das mit hochwertigen Cinchsteckern ohne Spezialwerkzeug anstellen soll. Geht das auch ohne Löten?
Verstärkertausch kommt erst in Frage wenn der alte Pioneer den Geist aufgibt, hänge an dem Gerät da die System-FB so schön die alten 3-Kopf-Pioneer Kassettendecks fernbedient die ich als Analogie natürlich nicht missen will
Vorverstärker macht am Heimkino-AVR Sinn den ich nebenher noch betreibe, dort könnte dann die Beipackstrippe des Pro-Ject weiterhin Verwendung finden - falls nicht bereits zu kurz. Zum Schluß noch eine Bemerkung zum Kabel-Voodoo: ich halte mich immer noch an belegbare physikal. Fakten, halte es dennoch für nicht ausgeschlossen dass an sehr hochwertigen High End Komponenten gute Cinchkabel klangbeeinflussend sind, nicht nur im Phonobereich. Doch von solch edlem Equipment bin ich noch meilenweit entfernt, vor allem im Bereich Lautsprecher. Mein Kopfhörer Sennheiser HD600 ist auch nur gute Mittelklasse.
mfG Lars
raphael.t
Inventar
#11 erstellt: 05. Jun 2016, 09:33
Hallo Lars!

Die Kabel-Konfektionierung ist alles andere als schwer, wenn man einmal schon einen Lötkolben bedient hat.
Alternativ gibt es, so glaube ich, (teure) Stecker, deren Verbindungen auch ohne Löten zustandekommen.
Ich rate dir auch zu dem RG 62, und das Löten schaffst du locker.

Grüße Raphael
Webdiver
Stammgast
#12 erstellt: 05. Jun 2016, 09:56
Naja "alles Andere" halte ich für übertrieben. Löten und mit gefühl abisolieren sollte man schon können und wer einmal einen Lötkolben bedient hat kann noch lange nicht löten.
Trotzdem sollte es auf jeden Fall machbar sein wen man keine linken Hände hat.
Viper780
Inventar
#13 erstellt: 05. Jun 2016, 10:27
Ich hab meine Phonokabeln auch verlötet, aber wären geschraubte Cinchstecker nicht prinzipiell besser?

Ein RG62 bekommst ab 1€ pro Meter und die 4 Stecker kosten auch nicht die Welt. Wichtig ist eben dass alles gut geschirmt und sehr niedrig kapazitiv ist
Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 05. Jun 2016, 23:07
Danke für die Info. Beim großen Fluß habe ich diese Stecker gefunden: globeteck 4 x Gold RCA Phono Stecker für Coax-Kabel AV RCA. Kosten knapp 6 € die 4 Stck. Zitat: Pfostenstecker hat intern eine Schraube Funktion. Na prima! Zwar kein High End aber solide Qualität. Das RG 62 ist allerdings dort und auch nicht in der Bucht in der gewünschten Form erhältlich, nur als Rolle mit etlichen Metern oder mit Netzwerksteckern die ich nicht brauche. Kennt Ihr Anbietern wo Meterware in kurzen Stücken zu haben ist? Oder könnte ich auch cat 5 Patchkabel verwenden die ich noch rumliegen habe? Mit hoffentlich sehr niedriger Kapazität.
Lars
ad-mh
Inventar
#15 erstellt: 05. Jun 2016, 23:53
voelkner.de
Hifi-Lars
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 06. Jun 2016, 08:22
Moin. Danke an ad-mh! Bei Voelkner gibt es auch noch richtige High-End-Stecker, da könnte ich mir noch ein 2. Kabel mit dem Rest des RG 62 für den CDP zusammenbasteln was zumindest von den elektr. Werten kaum noch zu verbessern ist Ihm fehlt dann nur noch die richtige Voodoo-Aura
8erberg
Inventar
#17 erstellt: 06. Jun 2016, 10:22
Hallo,

"verbessern" ist falsch. Es geht nur passend oder nicht passend (evtl. "besser passend" - bei Phono MM bzw. Mikrofon)

Voodoo - da musst Du dann schon das Kabel bei Vollmond im Elfenwald von Jungfrauen zusammenfreggeln lassen... dann darst aber auch 9832,50 Euro für die Strippe nehmen

In der Technik gibt es solch einen Tinnef nicht, daher braucht man damit auch garnicht anfangen.

Peter
Webdiver
Stammgast
#18 erstellt: 06. Jun 2016, 11:01
Reines Kupfer bitte nie schrauben! Entweder klemmen (Federklemme) oder löten. Verschraubungen setzen (langfristig) eine Endhülse voraus!
Viper780
Inventar
#19 erstellt: 06. Jun 2016, 13:20

Webdiver (Beitrag #18) schrieb:
Reines Kupfer bitte nie schrauben! Entweder klemmen (Federklemme) oder löten. Verschraubungen setzen (langfristig) eine Endhülse voraus!


Wenn es eine mehrdrähtige Ader der Litzen ist dann natürlich. Beiner einer Eindrätigen (also Vollkupfer Litze) dann nicht.
WBC
Inventar
#20 erstellt: 06. Jun 2016, 20:27
ich denke, das hat er gemeint...

LG Carsten
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