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RPM 1 Carbon und der AT 440 MLa?

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Beitrag
Vinylo
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 25. Okt 2015, 12:04
Hallo und guten Tag zusammen.
Ich hab gedacht, mir einen Pro-Ject RPM 1 Carbon ohne Tonabnehmer (400 Euro) mit Acrylteller und Plattengewicht (Aufpreis 130 Euro) zu kaufen.
Geht da der AT 440 MLa (mittlerweile schon bei 180 bis 220 Euro) als Kombi gut ran? Normalerweise ist an dem RPM 1 ein Ortofon 2M red oder blue dran!

Wenn die beiden gute Partner sind, welcher PreAmp?
Wäre der Aikido Phono 1 + sein Geld wert?

Und auch, welche Verkabelung?

Gruß Armin

Mit Hilfe einen Berechnungstools habe ich die Hz-Werte 9,19, / 8,97 / 8,76 ermittelt (0 bzw. 1 bzw. 2 Gramm für Befestigungsschrauben, ansonsten Daten wie nachstehend verwendet).
Also harmonieren die beiden doch bestens? Ideal-Resonanzfrequenz lt. Tool 8,5 bis 9,5
Allerdings - und das macht stutzig - erhalte ich beim 2M blue den Wert 7,7


Technische Daten
Pro-Ject RPM 1 Carbon

Tonarm 8,6” Carbon, Aluminium und Kunstharz
Effektive Tonarmlänge 218,5 mm
Effektive Tonarmmasse 13,5 g
Überhang 22mm
Einstellbereich der Auflagekraft 0 - 25mN

AT 440 MLa
System MM (Moving Magnet)
Diamant-Schliff MicroLinear
Originalstylus Ja
Ausgangsspannung in mV 4,0
Auflagekraft in mN 14,0
Tonabnehmer Gewicht (gramm) 6,5
Compliance in µm/mN (Nadelnachgiebigkeit) 15
Befestigung Half-Inch Schraub-Befestigung


[Beitrag von Vinylo am 25. Okt 2015, 14:24 bearbeitet]
Albus
Inventar
#2 erstellt: 26. Okt 2015, 15:11
Tag,
und guten Tag Armin,

es fällt mir nicht leicht zu antworten, ich bin dann einmal ein Bedenkenträger. Es geht ja aber schon um etwas Geld, >500 Euro für den Plattenspieler, plus Phono-Vorverstärker plus Phonokabel...

Dabei, Bedenkenträgerei, geht es nicht entscheidend um die Passung des 13,5 g-Armes und einem AT 440 MLa; die Passung ist hinsichtlich der Lage der Tiefenresonanz, um 8 Hz herum, grenzwertig, aber nicht untauglich (Nadelnachgiebigkeiten gemessen liegen bei 18-20 um/mN dynamisch vertikal, Spezifikationen weichen häufig/typisch ab). Die Typen der Ortofon 2 M-Serie sind in der Nadelnachgiebigkeit (nach Messungen) vertikal etwas härter als für horizontal genannt: tatsächlich um 12 um/mN herum. Potentiell als "im grünen Bereich".
Auch die geringe Kapazitätslast von 100-200 pF für ein 440 MLa sind nicht unmöglich (die Wiedergabe ist bei höheren Kapazitätslasten viel zu hell). Mit einem Phonokabel geringer Kapazität pro Meter (65 pF/m oder darunter) und einem Phono-Vorverstärker mit einer Eingangskapazität von 100 pF oder kleiner ist die Bandbreite eines Optimums gewahrt. Mit einem Aikido kann man das realisieren.

Der neue Tonarm weist mit den Daten der Geometrie Besonderheiten auf, die sich einem/mir nicht recht überzeugend darstellen bzw. verstehen lassen (Nullpunkte 70 mm innen, außen 130,4 mm). Der Überhang von 22 mm führt bei einem Achsabstand von 196,5 mm und überhaupt nur brauchbarer Kröpfung (von 27.3°) auf einen Verlauf des horizontalen Spurwinkels, der nur für LPs mit geringer Abspielbreite zu gut tauglichen Verzerrungswerten führt. Ein innerer Nullpunkt bei 70 mm gilt hier und da als "audiophil", anderen als "verrückt". Ist bei einer Platte - Pop/Rock-Material gängig - bei innen 65 mm Radius Schluss mit der Musikdarbietung (sog. Vier-Lieder-Platte), dann ist die Sache des Spurwinkelfehlers in Ordnung. Aber, wenn die Platte bis in den Zulässigkeitsbereich nach DIN bespielt ist, d.i. 57,5 mm, dann ist bei forcierter Musik mit beobachtbaren Verzerrungen zu rechnen. Nicht bei jeder Platte, aber typisch bei Klassikmusik, die im großen Finale das Ende finden. Von den 7 Zoll Singles, innen bis 53,975 mm bespielt, gar nicht zu reden.

Einschub: Es gibt Ansichten, wonach Verzerrungen aus Abweichungen des horizontalen Spurwinkels erst zu hören sind, wenn diese ein außergewöhnlich hohes Ausmaß erreicht haben, ca. 10% Verzerrungen. Wenn die Daten der BDA für den Tonarm gelten, dann sind bis zu 2% Verzerrungen aus Spurwinkelfehlern zu erwarten (gut sind <0,8%, unterhalb Radius 60 mm dann max. 0,4%).

Nimmt man nun die Abbildungen im Internet für den PLattenspieler mit Tonabnehmer für bare Münze, dann zeigt sich dem Beobachter, dass die Exemplare mit uneinheitlichen Realisierungen der Tonarmgeometrie betrieben werden. Da ist also zumindest Erläuterungsbedarf durch den Handel, die BDA lässt den Nutzer allein, schweigt sich über die Details der Tonarmgeometrie aus.

Summe: Ich schlage vor, sich die Anschaffung (RPM 1 Carbon, AT 440 MLa) weiter gut zu überlegen; für den Fall der Klassik rate ich direkt ab.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 26. Okt 2015, 15:39 bearbeitet]
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 26. Okt 2015, 18:53
Nabend !

Alternativ evtl. eine Kombi aus dem Pro-Ject mit einem Ortofon OM20 Super aber ohne Tellergewicht.

Weshalb ?

OM20 ist kapazitätsunkritisch = das beiliegende Kabel kann verwendet werden. Ggfs. zusätzliche Anpassung über den Phonopreamp, sofern umschaltbar.

Wie das OM20 an dem Carbonarm inkl. Acrylteller klingt, weiß ich nicht. Kann auch ein Griff-ins-Klo sein.

Zusatzgewicht ...
... warum so eine erhebliche Mehrinvestition ? Um theoretisch ein Fliegengewicht-Laufwerk zu beruhigen ?

Dann lieber eine Staubschutzhaube.


Detaildaten via BDA oder Händler:

Ist doch vernünftig vom Hersteller. Es werden keine verbindlichen Daten zugesichert. Der Hersteller kann technische Änderungen in seine Produktion einfließen lassen, ohne daß ein Datensammler gleich zu trommeln anfängt.

MfG,
Erik
Vinylo
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 26. Okt 2015, 22:37
Hallo, und vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort und auch die Anregungen.

Zunächst möchte ich die Frage von Wuhduh bzgl. des Acryltellers beantworten. Ja schon auch wegen der "Beruhigung" aber doch hauptsächlich der Optik wegen. Es wird ein Wohnzimmer-Dreher!
Im Keller arbeitet mein uralter Thorens TD320MKII mit dem TA16 und einem VMred.

a) AT 440 MLa (oder das AT150MLX)
Wegen der Tiefenresonanz, du sagst "grenzwertig" aber "nicht untauglich". Die von dir benannten Werte sind abweichend zu den offiziellen Angaben. Du sagst, Spezifikationen weichen häufig ab. Fazit, man weiß erst was man hat, wenn man es selber nachgemessen hat. In diesem Fall wird's aber wohl passen!

b) Den Aikido hab ich jetzt im Visier, danke für den Tipp. Ob jetzt "Phono" oder "Phono+", dass überleg ich mir noch. Aber es freut mich, dass das Geld im Land bleibt.

c) Tonarm-Bedenken
Ich hab mir diesen Absatz zig mal durchgelesen, hier fehlt es mir einfach an Wissen. Ich verstehe dass jetzt so, der Arm "KÖNNTE" irgendwie unausgegoren sein, völlig unabhängig von verbauten Tonabnehmer! So richtig?
Ich werde den Händler mal mit deinen Zeilen konfrontieren und nehme die Platte mit, die am weitesten reinspielt. Mal schauen, hoffentlich klärt sich das.

Eine Frage habe ich dann doch noch. Meinst du - Wuhduh - ein Austausch-Acrylteller kann grundsätzlich auch ein Nachteil sein. Ich dachte eigentlich, so etwas kann nur positive Auswirkungen haben. Immerhin sagt man dem Acryl ja eine hervorragende Dämpfung nach (zumindest im Gegensatz zu lackiertem MDF) und auch der Riemen sollte da glatter anliegen.
Wuhduh
Inventar
#5 erstellt: 27. Okt 2015, 02:52
Moin !

Ergänzend zu der PM an Dich:

Plattenteller aus Acryl oder anderen Materialien fernab eines Metalls würden nicht in Serienproduktion gehen, wenn sie grundsätzlich Mumpitz wären.

Wie im Autorennsport sollte aus dem Antrieb genug Grip entstehen, um vorwärts zukommen. Es bringt nix, wenn das Antriebspulley, das Übertragungselement oder der Tellerrand zu glatt sind. Beim Töfftöff gibt es u. U. ASR, bei manchem Thorensen die Rutschkupplung. So mancher Riemen läuft mit einer Prise Talkum oder vorhandenem Abrieb auf den Kontaktflächen weitaus besser. Beim Dragster-Racing ist es die nette, klebrige Pampe beim Start auf dem Asphalt.

MfG,
Erik
.JC.
Inventar
#6 erstellt: 27. Okt 2015, 09:16
Hi,


Vinylo (Beitrag #1) schrieb:
.. mir einen Pro-Ject RPM 1 Carbon ohne Tonabnehmer (400 Euro) mit Acrylteller und Plattengewicht (Aufpreis 130 Euro) zu kaufen. ..


weil er Dir so gut gefällt ?
Schick ist er ja, aber zu dem Preis bekommst Du gebraucht schon einen richtigen Plattenspieler.


nur mal ein Beispiel, was ich einen richtigen Dreher nenne: Technics SL 1410 MKII
Marsilio
Inventar
#7 erstellt: 27. Okt 2015, 09:56
Hallo Vinylo

Du HAST ja bereits einen richtig geilen Plattenspieler, den TD320 im Keller.!

Statt nun so n' Designerspielzeug zu kaufen würdest du als nächstes besser den VM Red vom TD320 durch einen richtig fetten Tonabnehmer ersetzen und du wärst ganz oben dabei!

LG
Manuel
Albus
Inventar
#8 erstellt: 27. Okt 2015, 10:58
Tag,

eine Fortsetzung folgt noch, betreffend eine Qualitätsforderung an einen Plattenspieler, die vom Hersteller zum Gerät ausgegebenen Technischen Daten lassen für die Gleichlaufschwankungen nichts Gutes erwarten.

Die gelisteten Werte zum grundlegenden Leistungsparameter Gleichlaufschwankungen lassen nichts Gutes erwarten (der Hersteller warnt einen Interessenten somit gar vor). Von der Mehrzahl "gelistete(r) Werte" ist die Rede, da die Produktinformationen sich in den Listungen "Technische Daten" (Quelle: Shop) gegenüber der "Anleitung" (Quelle: Shop) klar unterscheiden; die Daten sind zumindest vertauscht, d.h. falsch zugeordnet sowie weiterhin auch abweichend bezeichnet.

Liest man aber die widersprüchlichen Produktangaben als Produktinformationen, d.i. mit wohlwollender Korrektur, dann sind als Gleichlaufschwankungen immer noch +/- 0,14% zu erwarten (von den 0,27% besser nicht zu reden, die nimmt man als Abweichung von der Sollgeschwindigkeit). - Die spezifizierten Gleichlaufschwankungen von +/-0,14% sind heute jenseits des Standes der Technik und der Produktbeschaffenheit weitherum. Für Geräte der mittleren Anspruchsklasse (***) sind Gleichlaufschwankungen von >+/-0,075% zu erwarten, maximal aber +/-0,1%. In den beiden unteren Anspruchsklassen (Gering, Bescheiden = * bzw. **, Ein Stern bzw. Zwei Sterne) sind die angezeigten +/-0,14% bereits auffällig hoch. In der Vier Sterne Anspruchsklasse Hoch sind dann Gleichlaufschwankungen <+/-0,075% gängig.

Will einer Design kaufen oder ein technisches Gerät - Geld kostet es allemal. Hm.
Design und solide Produktbeschaffenheit sind keine Unmöglichkeit: Das so positionierte Produkt Thorens TD 309, auch in rotem Lack verfügbar, kommt mit solider Technik, darunter Gleichlaufschwankungen (gemessen Steroplay 4/2010, Seite 147) von geringen +/-0,039%, bei Sollabweichung der Geschwindigkeit <0,1% sowie einem guten Rumpelgeräuschspannungsabstand von 73 dBA. Der Preis - ist heiß, ja (um die € 1500).

Zusammenfassung:
Arm und Gleichlauf des Gerätes halte ich für problematisch, auch in der unteren Anspruchsklasse.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 27. Okt 2015, 11:22 bearbeitet]
Vinylo
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 27. Okt 2015, 15:41
Hmm ..., zu den Gleichlaufschwankungen. Ich könnte mir vorstellen, dass die auf der Homepage von ProJect angeführten Werte alle nicht so recht stimmen. Den eigentlich kann es nicht sein, dass sogar ein "Essential" besser ist. Und dann werben die auch mit ihrer verbesserten Antriebseinheit bei dem RPM 1 und 3 Carbon (und letzterer kostet ja schon gut 800 €). Aber wissen tue ich es natürlich auch nicht und blöd fände ich es auch.
Ich schreib die gleich mal an, werde berichten. Danke für den Hinweis.

Man stelle sich nur vor, Uhren würden um 0,27% falsch gehen. Das wären knapp ne Halbe Stunde pro Woche, kann doch eigentlich nicht sein. ;-)


[Beitrag von Vinylo am 27. Okt 2015, 15:47 bearbeitet]
Albus
Inventar
#10 erstellt: 27. Okt 2015, 16:15
Tag,
und Tag Armin,

ja, ja - die Produktinformationen zu den Pro-Ject-Geräten zeigen durchaus den Anspruchsklassen entsprechende Aufstufungen; beispielsweise stehen für den RPM 5.1 die Gleichlaufschwankungen nach Datum bei +/-0,08%. Die noch höheren Produktklassen unter den Plattenspielern werden gar mit beeindruckenden +/-0,01% markiert. Insoweit gibt es hier Spuren von dem Informationsgehalt, welcher im Qualitätsmanagement als "die Nutzeninformation des Preises" bekannt ist.

Arm - die verfehlte Armgeometrie lässt sich durch Veränderung von Überhang und Kröpfung verbessern. Man muss nur wissen wie - und den Nutzer mit der verbessernden Einrichtung eines anderen Tonabnehmers nicht allein lassen.

Freundlich
Albus
.JC.
Inventar
#11 erstellt: 27. Okt 2015, 16:40

Vinylo (Beitrag #9) schrieb:
Hmm ..., zu den Gleichlaufschwankungen. Ich könnte mir vorstellen, dass ..


bei dem Riemen u. dem Teller genau die Werte heraus kommen.

Seit es den berührungsfreien Direktantrieb (DD) gibt,
sind alle anderen Antriebsarten überflüssig geworden.

Dass es immer noch die Riemendreher gibt, liegt einfach am Design.
Warum würdest Du sonst einen PPM1 Carbon wollen ?
Vinylo
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 27. Okt 2015, 19:16
http://www.connect.d...im-test-1360148.html

Der vorstehende Link führt zu einem ProJect-Review.
Im Großen und Ganzen ist es auch dort (wie eigentlich bei jeder Zeitschrift und ganz egal welcher Dreher) eine Werbebotschaft die zum Kaufen animieren soll.
Egal ... interessant ist (etwa in der Mitte) die MESSUNG von Frequenzgang und Gleichlauf. Letzterer wurden mit 0,07 bzw. 0,064 gemessen.
Für mich besteht also durchaus die Hoffnung, dass die "offiziellen" Angaben bei den billigeren Spielern irgendwie "pauschal" sind.
Was natürlich auch klar ist, diese Messungen (wenn sie den korrekt sind) betreffen ein nagelneues System.
Da kann sich in relativ kurzer Zeit vieles verschlechtern, insbesondere bei Tellerleichtgewichten.
Von einem solchen kann bei dem von mir anvisierte Acryl-Austauschteller mit 2,8 kg aber auch nicht die Rede sein.

Bin ich jetzt beratungsresistent? Nein, ich respektiere eure Meinungen und begrüße alles Infos.
Und entschieden ist noch gar nichts. Aber der Dreher kriegt seine Chance. Gekauft ist er aber auch noch nicht.
Albus
Inventar
#13 erstellt: 27. Okt 2015, 20:16
Tag,

aber Armin, Du hast doch in jeder Hinsicht freie Bahn.

Was die Debuts angeht, die sind auch schon besser spezifiziert, ausgereifter als Low Budget-Produktlinie (anders die NEW - NEW - NEW beim RPM 1 Carbon). Debuts ausgereifter, allerdings nicht bezüglich des Rumpelgeräuschspannungsabstandes - da sind die einfachen Pro-Jects seit Anbeginn an im unteren Bereich der Tauglichkeit (die steilen Motoreinstreuungsspitzen sind unmissverständlich) zu finden. Ein Geräuschspannungsabstand von 70 dBA ist anzuraten, das schaffen die nicht.

Grünes Licht...

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 27. Okt 2015, 20:18 bearbeitet]
Wuhduh
Inventar
#14 erstellt: 27. Okt 2015, 20:28
Nabend !

Zu leichtgewichtigen Tellern:

Wenn Tellerachse + Lagerbuchse + Lagerspiegel konstruktiv eine qualitativ hochwertige Einheit bilden, dann ist es ziemlich egal, wie schwer der Hauptteller ist. Man kann bei leichten Tellern daher nicht davon ausgehen, daß sich die Meßwerte verschlechtern.

Linn verwendet z. B. Graphitöl, um das horizontale Lagerspiel auszugleichen. Engere Toleranzen würden zu ähnlichen Meßwerten führen und machen das Öl in dieser Konsistenz überflüssig.

Wer weiter über Meßwerte jenseits der wahrnehmbaren Grenze experimentieren und philosophieren möchte, könnte z. B. einen klassischen Thorens-Schwabbler mit Haupttellern unterschiedlichsten Materials und Gewichtes bestücken, nach penibler Justage des Subchassis einen Rumpelmeßkoppler beschäftigen und die Meßergebnisse publizieren.

" Die Wahrheit ist irgendwo da draußen ! " ( Zitat: Fox Mulder )

MfG,
Erik

PS: Bitte einem ganz bestimmten Technics-Fan nichts von dem " Polruckeln " bei Direkttriebler erzählen. Ansonsten käme der Gebetsteppich in die Reinigung und würde verkauft werden müssen.
frank60
Inventar
#15 erstellt: 27. Okt 2015, 21:49
Laut Webseite hat der Arm des RPM 1 ein dynamisches Gewicht von 17,5g. Da würde ich keinen der 3 in etwa vergleichbaren ATs (440MLb, 150MLX, 150Sa) dran montieren. Für die halte ich den Arm für zu schwer, die Nadelträger sind doch recht weich, vor Allem in horizontaler Richtung.
Vom Sound her ist da noch nicht einmal soo viel an Nachteilen zu erwarten, aber es kann passieren, daß der gesamte TA in deutlich sichtbare SChwingungen gerät. War an meinem Dreher mit 15g Arm + 150MLX + AT MG10 Headshell (10g Gewicht) bei vielen 45RPM Platten der Fall, bis hin zum Springen der Nadel, wenn das Loch in der Platte leicht dezentriert war. Abhilfe konnte ich erst mit einer extraleichten Headshell schaffen, erst damit läuft der TA auch bei den genannten Problemplatten ruhig, wie es sich gehört. Und bei mir ist die dynamische Armmasse eben noch 2,5g weniger, als beim ProJect Arm.
Albus
Inventar
#16 erstellt: 28. Okt 2015, 10:35
Tag,
und guten Morgen,

bitte, der hier in Frage gebrachte Plattenspieler ist der Pro-Ject RPM 1 Carbon (mit Arm 8.6s Carbon); die effektive Masse des (neuen) Armes beträgt gemäß Liste der technischen Daten 13,5 g.
Link: http://www.pro-ject-...rbon&cat=rpm&lang=de

Das reduzierte Design-Prinzip "Plattenteller mit Motor, Arm und Tonabnehmer" bringt es gegenüber der klassischen architekturalen Konstruktion "Laufwerk mit Armbasis, Arm und Tonabnehmer" mit sich, dass von der erforderlichen Dreischichtung "Isolation + Absorption + Rotation" praktisch nur noch die Rotation verbleibt. Dem entsprechend fallen die technischen Daten ab.
Anschlussprodukte sind für die Design-Produkte dann naheliegend, beispielsweise Basen, deren Hauptzweck die Isolation des Gerätes gegen die Standfläche ist - und in diesem Sinne und zum Zweck auch bei Pro-Ject zu kaufen (für hunderte von Euros).

Das Thema ist wohl durch. Meine Bedenken sind hiermit erledigt.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 28. Okt 2015, 10:36 bearbeitet]
Vinylo
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 28. Okt 2015, 10:40
@frank60
Interessant deine Ausführungen, solche negativen Folgen sind natürlich unbedingt zu vermeiden und wären ein Todschlagargument für mein Vorhaben, zumindest für die Kombination.

Du nennst hier für den Tonarm vom PRM 1 Carbon ein "dynamisches Gewicht" (den Ausdruck kannte ich nicht) von 17,5 g. Auf der Webseite von ProJect (unter Technische Daten) finde ich nur den Wert 13,5 g, allerdings bei "effektive Tonarmmasse". Sind das zwei paar Stiefel?`
Eine Google-Suche (Tonarm, dynamisches, Gewicht) bringt mir überhaupt keine Erklärung. Auch auf der Homepage von ProJect wurde ich diesbezüglich nicht fündig. Bitte herzlichst um den Link zu den 17,5 g, Danke.

Ganz zum Schluss nennst du einen etwas anderen Namen, nämlich "dynamische Armmasse", sorry ich bin wirklich verwirrt, nicht in der Kernaussage. Die Folgen von "zu viel ?" habe ich schon verstanden, aber verwirrt, das irgendwie <begrifflich> und von den <g-Angaben> nachvollziehen zu können.

@ Albus
Bzgl. der "Aus- oder auch Unausgereiftheit" der RPM-1-Linie von ProJect.
Der Erst kam 2007 auf den Markt, er hieß schlicht RPM-1, dann ab 2011 der RPM 1.3 Genie und aktuell der RPM 1 Carbon. Das Rumpeln ist bei letzterem mit -71 db angegeben, die den beiden Vorgängern mit -70 db, der Thorens TD320 hat lt. Prospekt -72 db.

@all
Das Ganze hier hat sich dann doch zu einem eher grundsätzlichen ProJect-Thread entwickelt. Das ist Gut und hier aber auch Genug. Ich bin gut gewappnet für einen schönen langen Händlerbesuch und werde danach wieder berichten.


[Beitrag von Vinylo am 28. Okt 2015, 10:57 bearbeitet]
.JC.
Inventar
#18 erstellt: 28. Okt 2015, 10:45
Hi,


Wuhduh (Beitrag #14) schrieb:
PS: Bitte einem ganz bestimmten Technics-Fan nichts von dem " Polruckeln " bei Direkttriebler erzählen.


na ja Erik, ich hab halt ein bisschen mehr Ahnung von der Sache ...
Technics hat sich seinerzeit schon was ausgedacht für dieses Problem, darum gibt es da kein Polruckeln.

Wenn Du lieb bist, sage ich Dir, wie sie es gemacht haben.
Albus
Inventar
#19 erstellt: 28. Okt 2015, 12:10
Tag,

zuletzt gibt es hier eine Besprechung des gesuchten Plattenspielers:
http://www.whathifi.com/pro-ject/rpm1-carbon/review

Freundlich
Albus
frank60
Inventar
#20 erstellt: 28. Okt 2015, 15:35

Vinylo (Beitrag #17) schrieb:
Auf der Webseite von ProJect (unter Technische Daten) finde ich nur den Wert 13,5 g, allerdings bei "effektive Tonarmmasse".

Ja, sorry, habe das mit einem anderen Arm verwechselt, nach dem ich Gestern zeitgleich recherchiert habe. Die 13,5g sind natürlich richtig.
Somit könnte es mit dem 440MLb/150MLX klappen. Würde ich allerdings vor dem Kauf bei einem guten Händler checken lassen, da Du ja an dem Arm keine wechselbare Headshell hast und so kein Tuning möglich ist. Aber bezogen auf die gesamte Armmasse dürfte der Arm des RPM 1 weniger kopflastig als der meines Yamaha Oldies sein und somit sollten keine Probleme mit dem Tonabnehmer auftreten.
Ich persönlich würde allerdings, wenn die Wahl besteht, den 150MLX wegen seines Klangs bevorzugen. Vielleicht hast Du ja einen HiFi Händler in der Umgebung, bei dem Du Probe hören kannst.
Vinylo
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 24. Okt 2016, 18:39
Nabend, nach gut einem Jahr ein kurzer Report:

Ich habe mittlerweile alles verwirklicht, vor allem auch viele Ratschläge von euch aufgegriffen.
Der RMP1 Carbon wurde also mit dem AT150MLX und einem niederkapazitiven Kabel ausgestattet. Zusätzlich ein Austausch-Acrylteller das Ganze auf einer sehr massiven Schieferplatte in Wandhalterung (hier hab ich diverse Bohrungen gemacht und den Dreher quasi von untern angeschlossen, somit liegt die Haube schön plan auf).
Jetzt alles schon fast ein Jahr her und IMMER noch bin ich angetan. Keine Spur der Trauer nach dem alten TD320.

Ich weiß noch, meine erste Platte hierauf war die Best-Off von Leonard Cohan. Feine Details (*) waren jetzt zu hören, dazu der Sänger - stand wie angenagelt vor mir. Meiner Frau und mir wurde ein Dauerlächeln aufgesetzt!
Klar, das ist natürlich in erster Linie dem AT150 geschuldet, aber alles andere hilft da mit.

Positiv:
Einwandfreies begeisterndes Musikerlebnis,
absolut Null statische Aufladung,
wertige und solide Qualität und
tolle Optik

Neutral bis Negativ:
Keine Endabschaltung,
fummeliges Staubschutzhauben-Drüber-Klappen,
DC-Motor bisher 2x verrutscht, dann subtil-leichtes Brummen in der Wiedergabe.
Eines der vier feinen Tonabnehmer-Käbelchen war von ProJect schlecht gelötet und musste repariert werden!

Demnächst bekomme ich die 2-Wege-Heco-Boxen "direkt", betreiben tue ich das Ganze immer noch mit der Combi Kenwood M2a / C2. Ursprünglich wollte ich mir ja noch den Aikido-Pre-Amt kaufen - Meint ihr, damit ist nochmal eine hörbare Steigerung drinnen?

(*) zu den feinen Details, ich hab nicht wenige Platten, da hör ich jetzt ziemlich deutlich vor dem eigentlichen Song-Beginn schon ganz leise ein/zwei Sekunden vorher den Anfang! Kommt das von den alten Original-Tonbandaufnahmen (Übersprechen)?


[Beitrag von Vinylo am 24. Okt 2016, 18:44 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#22 erstellt: 24. Okt 2016, 19:20
Hallo!


...... ich hab nicht wenige Platten, da hör ich jetzt ziemlich deutlich vor dem eigentlichen Song-Beginn schon ganz leise ein/zwei Sekunden vorher den Anfang! Kommt das von den alten Original-Tonbandaufnahmen (Übersprechen)?........


Das ist ein sogenanntes "Vorecho" dieser Aufnahmefehler stellt sich immer dann ein wenn eines der alten Analogbänder auf denen der Master-Mix gespeichert war nach dem Ende der Arbeit nicht innerhalb von wenigen Stunden zurückgespult wurde. Hier "drücken" sich die noch frisch magnetisierten Spuren praktisch durch den Wickel.

Technisch gesehen ist es natürlich Pfusch eine solche Aufnahme dann zu veröffentlich, der Mix müsste eigentlich wiederholt werden aber das wäre zu allen Zeiten in der Popmusik eine gewisse finanzielle Einbuße gewesen und den allermeisten Firmen in dieser Sparte war die Qualität die sie an den Endverbraucher abgeliefert haben offen gestanden von jeher sch...egal.

MFG Günther
.JC.
Inventar
#23 erstellt: 24. Okt 2016, 19:23
Hi,


Vinylo (Beitrag #21) schrieb:
Ursprünglich wollte ich mir ja noch den Aikido-Pre-Amt kaufen - Meint [b]ihr, damit ist nochmal eine hörbare Steigerung drinnen?


definitiv: Ja,
ist klar hörbar, insbesondere mit dem AT 150 MLX
und übrigens no risk, da 14 Tage Rückgaberecht.
PS-X60
Hat sich gelöscht
#24 erstellt: 24. Okt 2016, 20:11
Hi, ja einen Aikido kann ich auch sehr empfehlen. Für knapp 300€ wirklich top!
.JC.
Inventar
#25 erstellt: 25. Okt 2016, 02:50
Moin,

für das AT 150 MLX (am Technics SL 1710) passt der Standart Aikido so schon perfekt.
Dann sind´s sogar nur 225 € (incl. Versand).

Du musst nur ein bisschen Geduld haben, er rotiert mit dem Angebot.
(mal ist er da, mal nicht)
PS-X60
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 25. Okt 2016, 05:34
Moin, ich habe mir damals die DIY Variante für 99€ gekauft. Gehäuse selbst gemacht und in einen guten Akku investiert.
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