Plattenspieler-lager ölen? Womit?

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feldi1969
Stammgast
#1 erstellt: 12. Jan 2006, 11:02
Hallo allerseits,
ich benötige eine How-To-Do-Anleitung zur Ölung eines Plattetellerlagers. Ich bin seit vorletzter Woche stolzer Besitzer eines Pro-Ject 1.2 comfort (nach fast 6 Jahren Analogabstinenz). Muss das Tellerlager geölt werden und wenn ja, womit? Ich kann weder in der Anleitung noch sonstwo eine vernünftige Anleitung finden, nach der ich arbeiten kann.

Oder muss das Lager gar nicht geölt werden?

Das habe ich bei dem alten Thorens TD 318 Mk2 auch nie gemacht, das einzige, was mal gewechselt wurde, war der Riemen.

Um vernünftige Anleitungen bittend , verbleibe ich wartend der Dinge, die da kommen....
Sailking99
Inventar
#2 erstellt: 12. Jan 2006, 14:41
Antwort von raphael.t :


Hallo Guido!

Du reinigst am besten das Lager mit Wattestäbchen
von Altölresten und putzt es danach mit Alkohol.
Dann besorgst du dir ein dünnflüssigeres synthetisches
Motoröl und füllst das Lager mit Hilfe einer Spritze ca. bis
zur Hälfte oder etwas weniger. Du setzt den Teller
vorsichtig auf und wartest, bis er durch die Schwerkraft
langsam runtersinkt. Bitte nicht nachhelfen oder gar
andrücken! Das kann bei einem eng tolerierten Lager schon
einige Zeit dauern.
Schließlich entfernst du das herausgepresste Öl, damit es
nicht Kontakt mit dem Riemen bekommt.
Wichtig ist, dass das Lager vollständig mit Öl versorgt ist,
auch oben.
Nähmaschinenöl ist eher ungeeignet, da zu dünn.
Bei dieser Gelegenheit reinigst du mit einem in Alkohol
getauchten Wattestäbchen auch das sich drehende Motorpulley,
dann die Lauffläche auf dem Subteller und den Riemen.
Diese Wartung solltest du deinem sehr guten Project-Lager
schon vergönnen.
Wenn du dann den Dreher in die Waage stellst
und bei abgenommenem Riemen den Teller ohne viel Schwung
etwas drehst, sollte der Teller über eine
Minute lang drehen und es sollten bei einem Ohrabstand von
ca. 5 cm keine ärgeren schabenden Geräusche aus dem Lager
kommen.
Ganz leichte Geräusche verschwinden aber bald von
selber.
Das Lager ist das Um und Auf eines Plattenspielers und es
war richtig von dir, dich darum Gedanken zu machen.
Viel Freude wünscht dir mit deinem Project
Raphael


[Beitrag von Sailking99 am 12. Jan 2006, 14:42 bearbeitet]
feldi1969
Stammgast
#3 erstellt: 12. Jan 2006, 16:13
Na, das nenn ich doch mal eine Anleitung. Suuuuper...

Danke dir.
violette
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 12. Jan 2006, 17:58
Hallo Feldi

Dass Du nicht lange suchen brauchst, das Lageröl ist gleich wie Bei Thorens Messinglager.
Ist bein Dir in BDA kein Angabe, was werde sonst angwandet bei Project als original Lageröl ?
Gruß
Joel
GandRalf
Inventar
#5 erstellt: 13. Jan 2006, 14:07
Moin auch,


violette schrieb:
Hallo Feldi

Dass Du nicht lange suchen brauchst, das Lageröl ist gleich wie Bei Thorens Messinglager.
Ist bein Dir in BDA kein Angabe, was werde sonst angwandet bei Project als original Lageröl ?
Gruß
Joel


Projekt bietet selber ein Lageröl an. Kostet etwa das dreifache deiner Ölsorten...

violette
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 13. Jan 2006, 15:03
Hallo Ralf
Ja ich weiss wie es ist.
Hersteller suchen sich Lageröl Name von Ausland dass niemand Öl Ersatz auf die schnelle findet.
Daher dieser viele allegmein Empfehlung, man nehen Dünne Motoröl oder am liebst Haushalt Öl
Naturlich geht jeder Öl, aber optimal geht nur eine.
Meiste ist die optimal lageröl zwieschen die Viskositätklasse und es macht kein Sinn zu verdünnen oder verdicken, das gibt unzählig viel Variationen und Öl Type.
Es wäre fatal an Lageröl zu sparen wenn man weiss wie Öl die klang positiv beinflüssen kann.
Es geht wirklich um minimal Menge von 0,5 ml bis 3 ml je nach lager Durchmesser.
Falls jemand Lageröl braucht berate ich gern und gebe gern dazu kostenlos Probe wenn ich unsicher bin über der Lager zustand.
Vielmals richtet sich die viskosität nach der Verschleiß, und der Llagerspalte ist nach viele Jahre schlecht vorstellbar,es ist immer verschiede, je nach Wartung und Benutzung gibt es mehr und weniger Lagerspiel.
Es ist auch nicht einfach weil man die Lagergeräusche berücksichten müsse.
Man kann Sichereit sage je enge die Toleranze und Leise ist der Lager je optimal müsse der Lageröl sein, bei nieder Tellergewicht sowieso.
Über 5 Kg gewicht ist die Viskositätklasse Unterschied nicht mehr so gravierende wie unter 3 kg.
Denke das Lageröl dar die Geräusche nicht decken sondern die Lagerreibung mindern und der Lager schutzen.
Das Öl niveau soll korrekt sein und er Gesamt Achslang schmieren, sonst hört man das.
Bei ein gut Poliert ,Geräuschefreilager ist das Öl umbedingt nach der Lagerwand Material zu wählen,lasse euch beraten oder folge die BDA ganze genau.
Was ich schon alles über Lageröl Tips gelesen habe ist mit sehr hoch Vorsicht zu nehmen,manchmal funktioniert bei ein Model und bei der andere nicht selbst von selber Hersteller, bei Thorens zb gibt es schon allerlei verschieden Lageöl und auch Lagerfett (Td 280 MK IV).
Gern werde ich euch genau sage mehr Details, leider geht das schlecht, die Gemenge sind oft im 5 oder 20 Liter zu erhalten, es sind oft zwei Klasse miteinander vermischt um ein optimum zu erreichen.
Gruß
Joel
silberfux
Inventar
#7 erstellt: 13. Jan 2006, 22:58
Hallo,

ich bin mit Joel nicht verwandt oder verschwägert und bekomem auch keine Prozente. Gerade deshalb möchte ich allen Forumsbrüdern oder -Schwestern aus meiner Anwendererfahrung seine Produkte und sein Know How für die empfindlichen Plattenspielerlager sehr empfehlen. Das ist kein Voodoo, sondern zu moderaten Preisen eine messbare Verringerung der Lagerreibung, die sich natürlich auch auf die Tonqualität auswirkt. Messbar heißt, dass nach einer Lagerbehandlung (säubern, polieren, richtiges Öl) die Achse sich im Lager deutlich leichter und damit länger dreht als vorher. Damit verschwindet vor allem eventuelles Rumpeln.

Eine faire und qualifizierte Beratung bei der Anwendung der bereits bezahlten Produkte gibt es obendrauf und gratis.

Gruß Silberfux
Ludger
Inventar
#8 erstellt: 14. Jan 2006, 09:30
Hallo Joel,
was könntest du für einen Lenco L75 empfehlen, der ja nicht mit Öl, sondern mit Fett geschmiert werden muss, da das Lager unten nur durch eine Kunststoffkappe abgeschlossen wird?
Gruß
Ludger
violette
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 14. Jan 2006, 09:54
Hallo Ludger

Ich empfehl Dir Deine Lenco auf Ölbetriebe zu umrüsten.
Das geht, man braucht nur ein Polyamid Endkappe festkleben.
Man kann der Lenco Lager genau so gut veredeln wie der Thorens Lager (TD 124) der sehr ähnliche Sinterlager hatte.
Also lager reinigen ,polieren, hartmetall lagerspiegel einbauen und abdichten.
Gruß
Joel
quantec
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 02. Feb 2009, 01:27
Hallo Raphael,ich habe vor ein paar Tagen das Lager von meinem Phonosophie p3 neu geölt. Leider habe ich erst jetzt Deinen Beitrag zu Lagerölung gelesen,und genau den Fehler gemacht den Du beschreibst.Ich habe die Achse mit Kraft ins Lager gedrükt.Habe ich jetzt etwas beschädigt?Ich hab jetzt einentierischen Bammell,weil ich eiss was so ein Lager kostet.Jetzt schon Dank für deine Anteort.Lindo
violette
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 02. Feb 2009, 08:01
Hallo Giu
Keine Angst !
Wenn Du Deine Lager etwas angetan hast kannst Du es abhören.
Nehme der Plattenteller ab und der Antriebsriemen ab.
Lasse der Antriebsteller leicht drehen und hört es ab 5 cm über der Tellerachse.
Bei dieser Lager darfst Du keine Geräusche wahrnehmen.
Mfg
Joel


[Beitrag von violette am 02. Feb 2009, 08:02 bearbeitet]
brauncelle
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 04. Feb 2009, 20:21
Moin!

Ich habe einen Linn Basik mit einer Kunststofflagerbüchse, was nehme ich da am besten für ein Öl? Nicht das mir die Lagerbüchse aufquillt!


Ulli
violette
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 06. Feb 2009, 14:08
Hallo Ulli
Für Deine Lager mit Nylonbüchse kommen zwei Öltype im Frage.
Mehr infos per PN
Mfg
Joel
Skantz
Stammgast
#14 erstellt: 27. Dez 2009, 14:24
Hi!

damit ich nicht den 1000. Thread zum Thema aufmache, frage ich an dieser Stelle nach:

Habe vor kurzem einen Visonik 8200 (CEC DD-8200) erstanden.

Trotz einiger Versandschäden scheinen alle Lager soweit in Ordnung - er läuft seit ein paar Tagen ohne wahrnehmbare Geräusche.

Die vorliegende BDA empfiehlt aber ausdrücklich das Motorlager zweimal im Jahr zu ölen. Darüberhinaus wird leider keinerlei Info über das mitgelieferte/empfohlene Öl gegeben.
Leider ist es recht schwierig, dazu etwas eindeutiges herauszubekommen, da CEC im deutsch-/englischsprachigen Raum keine große "Fangemeinde" zu haben scheint.

Hat hier jemand Erfahrung mit dem og. CEC und weiß um welchen Lagertyp es sich handelt?
Ansonsten würde ich es einfach mit Getriebeöl GL-3 versuchen - dürfte ja in jedem Fall "besser" (höher viskos) als die diversen Feinmechaniköle sein.

Dazu wüsste ich gerne, ob es nötig ist das Lager zuerst zu reinigen und wie man es beim CEC 8200 ggf. öffnen kann. Die BDA schweigt naturgemäß auch hierzu.

Grüße und schönen Sonntag an alle!
Exilzebra
Stammgast
#15 erstellt: 12. Dez 2011, 23:57
Hallo

Ich habe einen Thorens 2010, der soll eigenlich wartungsfrei sein.
Jetzt hab ich mir aber sagen lassen, dass etwas Pflege auch ihm gut tun soll.
Nun meine Frage:
Womit reinige ich das Lager am besten
und
welches Oel sollte man nehmen?

Danke

Exilzebra
Wolfgang_K.
Inventar
#16 erstellt: 13. Dez 2011, 10:05
Ich würde Ballistol-Waffenöl nehmen. Das verharzt nicht und lässt sich gut anwenden. Ich habe mit dem Zeug schon gegen das Asthma an meinen Spiegelreflexkameras (Canon A1/AE1 Programm) eingesetzt - die Spiegelbremsen arbeiten wieder wie neu - die Kameramechanik ist deutlich diffizieler als so ein Plattenspielerlager - da kannst Du also nicht viel verkehrt machen.

Gruß Wolfgang
luckyx02
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 13. Dez 2011, 16:56

Wolfgang_K. schrieb:
Ich würde Ballistol-Waffenöl nehmen. Das verharzt nicht und lässt sich gut anwenden. Ich habe mit dem Zeug schon gegen das Asthma an meinen Spiegelreflexkameras (Canon A1/AE1 Programm) eingesetzt - die Spiegelbremsen arbeiten wieder wie neu - die Kameramechanik ist deutlich diffizieler als so ein Plattenspielerlager - da kannst Du also nicht viel verkehrt machen.

Gruß Wolfgang


Immer wieder dieser Blödsinn, der sich nicht ausrotten lässt :
Ballistol ist eine Lauge und greift, wie sollte es anders sein, bei einen Waffenöl, Kupfer und alle Kupferhaltigen Verbindungen an. Sinterlagerbronze gehört auch dazu....

Also wenn man elektrische Kontakte und Lager schleichend zersetzen lassen will, immer ran mit dem guten Ballistol....

Auf das einfachste kommt man in der Regel nicht, das ist Motoröl vom Auto, das ist haargenau dafür gemacht. Es sollte schön dünn sein, 0W oder 5W ist gut.
Mit einer alten, leeren Nasentropfenpipette ein paar Tropfen ins lager und er dreht wieder und zwar dauerhaft. Das Öl verträgt sich auch mit dem benutzen Lageröl unbekannter Herkunft. Muss es im Automotor auch.....


[Beitrag von luckyx02 am 13. Dez 2011, 17:04 bearbeitet]
wastelqastel
Inventar
#18 erstellt: 13. Dez 2011, 20:06
@Joel
Hast du Polyamid Endkappen in allen Größen?
Suche nehmlich so eine wie du sie mir mal bei wiederherstellung eines Defekten Lagers meines Thorens verwendest hast
Aber ich bräuchte sie für einen anderen Plattenspieler!
Grüße peter


[Beitrag von wastelqastel am 13. Dez 2011, 20:07 bearbeitet]
violette
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 13. Dez 2011, 22:37
Hallo Peter

Du hast ein Mail..

Wenn es um Lageröl geht besonders bei Plattenteller mit Tellergewicht unten 5 Kg ist je nach Lagerart die viskositätsgrad sehr wichtig , es gibt kein Pauschal Antwort
für ein optimale Schmierung.
Extrem dünn Öle haben im ein Plattenspieler Lager nicht zu suchen .
Einfach ist zu nehmen was der Hersteller im Service Anleitung empfehlt.
Bei Kunstoffe Lager ist die richtiger Viskosität noch wichtiger.

Mfg
Joel
wastelqastel
Inventar
#20 erstellt: 14. Dez 2011, 19:14

Hallo Peter

Du hast ein Mail..

Nein keine angekommen
violette
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 14. Dez 2011, 21:11
Hallo Peter

Schreibe mir einfach Daheim .
Bis 20 mm geht es auf jeder Fall.
Sonst sage mir genau was Du mal brauchst , Polyamid Stabe gibt im verschiedene Grösse.

Mfg
Joel
lighttempla
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 11. Apr 2013, 08:41
Hallo! Ich habe einen linn axis,den ich demnächst eine kleine Kur verpassen möchte (neuer riemen,neues Öl,Lager säubern,etc..
Da ich eigtl. nicht das teuere linn originalöl kaufen möchte,wuerde ich gerne wissen,was für meinen Spieler das richtige Öl wäre.
Gibt es bei dem axis etwas zu beachten,oder kann ich die oben beschriebene Anleitung verwenden?
Danke
Christoph
Pilotcutter
Administrator
#23 erstellt: 12. Apr 2013, 14:30
Bei Lager und Ölen weiß ich nicht mehr so richtig was ich schreiben soll

Wir haben da ja schon recht viel drüber referiert. Da ging es aber meist um ältere Geräte, wo man noch der Herstellerspezifikationen habhaft werden konnte oder besser gesagt, wo die Hersteller sich noch derart Gedanken gemacht haben und Spezifikationen ihrer Lageröle veröffentlich haben.

Das scheint mir heute nicht mehr der Fall. Ich habe einen Dreher aus dem Hause Clearaudio, dem ein Fläschchen Öl beilag. Das Öl ist transparent und sehr dünn und es würde mich nicht wundern, wenn es irgendein mehr oder gewöhnliches und handelsübliches Nähmaschinen- oder Haushalts-Öl ist.

Es hat wohl auch noch keinen gegeben, der aufgrund einer "falschen" Spezifikation des Lageröls seinen Dreher ruiniert hat. Bei dieser Drehzahl weiß ich auch ehrlich nicht, was da passieren soll, solange man überhaupt Öl im Lager hat.

Du kannst Dir solch ein Linn Oil Kit besorgen für knapp 14 Euro - dann hast Du zumindest rein von den Verkaufsangaben ein "passendes" Öl. Du kannst aber auch in die Garage gehen und 5 Tropfen von Deinem Motoröl nehmen.


violette (Beitrag #19) schrieb:
Extrem dünn Öle haben im ein Plattenspieler Lager nicht zu suchen .


Plattenspieler Lageröle laufen ja in keinem Pump-Kreislauf sondern brauchen nur einen stabilen Schutz- und Gleitfilm zwischen Dorn und Buchse herstellen. Ich persönlich favorisiere da auch hochviskose Öle, die nicht so schnell "absacken" sondern einen mir stabil scheinenden Film aufbauen. Imho je langsamer die Lagerbewegung, so hochviskoser kann/sollte das Öl sein.

In dieser Kategorie liegen viele Hydraulik-, Differential- und Getriebeöle und ich weiß dass eines davon auch exakt der alten Thorens Spezifikation entsprach. Ich habe für Dreher Zwecke ein, zwei verschiedene Dosen von Castrol Differentialöle daheim.

Gruß, Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 12. Apr 2013, 14:33 bearbeitet]
tofesd
Schaut ab und zu mal vorbei
#24 erstellt: 24. Nov 2013, 14:59

violette (Beitrag #13) schrieb:
Hallo Ulli
Für Deine Lager mit Nylonbüchse kommen zwei Öltype im Frage.
Mehr infos per PN
Mfg
Joel


Ich habe einen Axis II, der hat auch diese weiße Kunststoffbuchse.

Geht da synthetisches 5W-30 oder quillt der Kunststoff dann auf? Ersatzteile gibt es halt nicht mehr...

Grüße
Wuhduh
Gesperrt
#25 erstellt: 07. Sep 2016, 12:28
Hallo !

Aus gegebenem Anlaß ergoogelt und reaktiviert ...

Die Dichtigkeit erreicht man auch , wenn man statt 2K-Epoxydharzkleber - wie woanders draufhingewiesen - bei vorhandener Dichtkappe an einem bestimmten Punkt ein wenig Karosseriedichtmasse auf die entfettete Lagerhülse aufstreicht und dann die Kappe draufschiebt. Diese rutscht minimal über die Dichtmasse. Was zuviel ist, wird abgewischt. Die Dichtmasse muß austrocknen.

Im Ggs. zur Verwendung von Kleber können ggfs. die Teile wieder unkompliziert auseinandergenommen werden.

Präventiv könnte noch Isolierklebeband überlappend in Längstrichtung und mehrfach in Querrichtung der Lagerbuchse darübergeklebt werden. Eine entfettete Lagerbuchse sorgt für verbesserte Haftung des Klebebandes.

Siehe artverwandte Lager von den Lenco / Goldring L75 , L78 , Telefunken S500 / S600 , Linn , Visonik ( CEC ) .

Eventuell kann das eher dickflüssige Ernst Chemie - Haftöl helfen, welches zu einem moderaten Preis z. B. im Bauhaus erhältlich ist.



MfG,
Erik
raphael.t
Inventar
#26 erstellt: 08. Sep 2016, 08:49
Hallo Erik! Hallo Leute!

Ich habe mit der originalen Kunststoff-Verschlusskappe der Lenco L 70/75/78 die Erfahrung gemacht, dass sie sich wirklich nicht ohne Kunstgriffe öldicht kleben lässt. Wahrscheinlich ist sie aus Polyäthylen (PE), das sich genauso gegen Verklebung, ganz ähnlich wie Teflon (PTFE), wehrt.
Man suche sich also passende Verschlusskappen von irgendwas, von leeren Flakons o.ä., die aus härterem, spröderem Kunststoff bestehen, der sich mit 2-K-Kleber kleben lässt. Gründliches Entfetten der Teile ist natürlich Voraussetzung für ein haltbares Ergebnis, ich verwende Spiritus oder Wundbenzin.
Auf diese Weise habe ich gut ein halbes Dutzend Lenco-Lager dauerhaft öldicht gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
Wuhduh
Gesperrt
#27 erstellt: 09. Sep 2016, 19:16
Nabend !

Auch nach 2 Tagen keine Undichtigkeit ! Funktioniert also !

MfG,
Erik
Modest
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 04. Jul 2020, 16:53
Das Thema interessiert mich auch, nachdem ich meinen Micro Seiki MR-611 seit gut einem Jahr betreibe.

Nach einer kleinen Aufrüstung durch die MD-1-Shockabsorber hörte ich plötzlich Laufgeräusche, schabende, aus dem Tellerlager. Das hatte ich bei der Revision mit Lageröl von Joel geschmiert. Also etwas Öl in die Metallkappe und auf Achse und Buchse aufgetragen.Die Achse lief absolut geräuschlos.
Jetzt konnte ich in der Buchse Einlaufspuren entdecken.

Also nachgeforscht, von vinylengine bis analog-forum und verschiedenste Antworten bekommen. Manche behaupten, das ist ein Fettlager, also komplett fetten, andere sind der Meinung, es ist ein Sinterlager, in das Öl gehört.

Micro sieht für den MR-311 mit gleichem Lager eine Fettpackung im Boden vor, macht aber keine Angaben zur Buchse, betont aber, dass kein Öl ins Lager gehört, sonst gäbe es Geräusche.

Also habe ich mal gefettet: Nach wie vor Lagergeräusche. Man muss aber schon das Ohr beinahe auf den Plattenteller drücken. Die Achse ging auch nicht glatt in die Buchse, sondern stockte etwas, als würde sie gehemmt.

Nun habe ich die Fettpackung im Boden belassen, auf dessen Nylonspiegel die Achse ruht und Achse wie Buchse mit Joels Reiniger sauber gemacht, die Achse mit Metallpolitur bearbeitet und alles wieder mit Joels Lageröl einbalsamiert, bis es oben rauskam. Wohlgemerkt, die Kappe ist mit Fett gefüllt.

Seitdem ist Ruhe im Karton. Es kann sein, dass nach längerem Stillstand kurz Geräusche auftauchen, dann ist aber Ruhe, wenn sich der Ölfilm aufgebaut hat.

Hat jemand andere Erfahrungen oder gar ein technisches Manual von Micro, wo es genaue Vorgaben zum Schmieren dieser frühen Lager gibt?
Eine komplette Ölfüllung scheint mir schwierig, da die metallene Schraubkappe nicht über eine Dichtung verfügt. Müsste man dann so hoch auffüllen, dass die Achse das Öl in die Buchse pumpt?

Fragen über Fragen. Vielleich hat jemand hier eine Antwort für mich?

Danke!

Axel
Wuhduh
Gesperrt
#29 erstellt: 04. Jul 2020, 19:04
Nabend !

Die verwendungsfähigen Öle und Fette können sich nicht vermischen. Beide Schmierstoffe müssen in der Lage sein, die Tellerachse fern von der Buchse zu halten. Möglichst mittig und das natürlich auch unter Zug des Riemens.

Die Lagerbuchse ...

... sieht sehr ähnlich wie die undichte " Schwester " eines Lenco L75 / L78 bzw. Telefunken S500 / S600 .

Man sollte primär z. B. klassisches Kugellagerfett wie fürs Zweirad nehmen. Keines mit Keramik- oder Graphitanteilen. Fett mit PTFE-Anteil könnte zu weich sein.

Kein Öl, egal welche Hightech-Visko-Version. Und auch unabhängig von der Dichtigkeit der Buchse.

Schade, daß jetzt die Buchse Einlaufspuren hat und Geräusche hörbar sind. Die Tellerachse ist also eine Weile an der Wand gelaufen.

MfG,
Erik
Modest
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 04. Jul 2020, 19:35
Öhm,

also Fett, sowohl für Lager als auch für Buchse?
Ich habe OKS 475 PTFE-Fett verwandt, Machte aber mehr Geräusche, als jetzt mit dem Lageröl. Damit läuft das Lager zurzeit sehr gut.
Wuhduh
Gesperrt
#31 erstellt: 04. Jul 2020, 22:33
Das ganze Element, worin die Tellerachse versenkt wird, nennt man LAGER bzw. Lagerbuchse.

Dein Fett erscheint mir unpassend, siehe Verwendungszwecke. Hätte ich nicht benutzt. Ich habe 2 PTFE-haltige Fettsprays, die für diesen Zweck auch untauglich sind.

Was sind MD-1-Shockabsorber ?

MfG,
Erik


[Beitrag von Wuhduh am 04. Jul 2020, 22:35 bearbeitet]
Modest
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 05. Jul 2020, 08:42
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Micro Seiki MSB-1 Shockabsorber gab es als Zubehör ab 1970 für die MR-Serie. Ich weiß nicht wie lange sie angeboten wurden. Ich habe jedenfalls noch welche „neu“ auftreiben können. Die Originalfüße waren eingesunken. Zum Wechsel musste der Plattenspieler bewegt werden. Ich habe ihn nicht mal gekippt. Danach traten die Laufgeräusche auf.


Vor mehr als einem Jahr habe ich den MR-611 revidiert. Vorher habe ich mich schlau gemacht. Unisono wurde mir zu Öl geraten. Joel ebenfalls, der mir das passende zugesandt hat. Damit lief der Seiki sporadisch und geräuschlos.

Ich habe jetzt einige Wochen der Recherche hinter mir. Niemand konnte mir belegen, wie das Lager geschmiert wird. Eine Quelle hat aus technischen Anleitungen von Seiki, dass Fett ins Bodenlager und an die Achse kommt und kein Öl. So steht es auch in dem Manual des MR-311. Die Buchse wird dort aber nicht erwähnt.
Empfohlen wurde mir von jenem, der die Manuals hat, aber gerade nicht finden kann, das OKS475 PTFE-Fett, das ich eigens in der Mindestmenge besorgt habe, die für hunderte Lager über eine Lebenszeit reichen dürfte.

Zuvor hatte ich neu geölt und das Lagergeräusch verschwand langsam. Mit dem Fett war ich nicht zufrieden.
Einige schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, wie ich ein Sinterlager fetten könnte. Ja, ist es denn eines? Ein Ingenieur bestätigte zumindest, dass die Micro-Achse typisch für Passungrn mit Ölschmierung sind.

Alles in allem, sind die Meisten für Öl, wenige für Fett. Das nur kurz zu meinen Erkundungen.

Ich habe nichts im Netz gefunden, das von Herstellerseite klärt, ob es sich um ein Messing- oder ein Sinterlager handelt.

Ich bin also im Augenblick sehr verwirrt und würde mich über Belege freuen. Denn das ist nicht das einzige Lager, das ich revidiert habe, aber das einzige, das gefressen hat. Und von dem habe ich es am wenigsten angenommen.

Kurz, danke Eric! Woher hast Du Dein Wissen, ich möchte es gerne beruhigt nutzen. Dann kommt halt simples Kugellagerfett vom Fahrrad rein. Oder kannst Du ein spezielles empfehlen?

Munter!

Axel


[Beitrag von Modest am 05. Jul 2020, 10:32 bearbeitet]
Wuhduh
Gesperrt
#33 erstellt: 05. Jul 2020, 19:41
Nabend !

Ein Sinterlager darf nur geölt werden. Und das mit einem geeigneten Öl und nicht mit billigen Kettenöl.

Dein Lager ist unten dicht und somit öltauglich. Aus welchem Material die eigentliche Buchse innen besteht, kann ich nicht beurteilen. Ein Lagerschaden wie gemeldet mit Schleifgeräuschen ist vorhanden.

Der Lagerspiegel ist auch eingelaufen, siehe Vertiefung in der Mitte. Falls er lose drinliegt, kann er evtl. umgedreht werden. Bei Thorensen und Lenco's kann man u. U. einen neuen Lagerspiegel drauflegen, weil dann nur der Innenteller inkl. Tellerachse (!) gemäß Materialdicke der Scheibe höhersteht.

Es gibt selbstverständlich Kugellagerfette für verschiedenste Anwendungen. Beim Fahrrad kenne ich z. B. das milchig-sehmige von Filmer. Sowas in der Richtung würde ich ausprobieren. In der Nachbarschaft mal fragen nach einem Blob im Tausch gegen ein kühles Getränk ?

Je nach Viskosität des Fettes ( und auch bei Ölen ) wird die Tellerbewegung gebremst. Beim Start der Motor und der Riemen mehr belastet. Mann kann keine Geschwindigkeitsrekorde mehr aufstellen. Egal, Hauptsache Ruhe.

Wer praktikable, billige Fett-Alternativen anbieten kann: Gerne !

MfG,
Erik
Modest
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 06. Jul 2020, 06:03
Moin,

Ich habe jetzt Sinterlageröl von Joel drin und Fett im Boden. Das Laufgeräusch ist weg. Kommt höchstens kurz beim Anlaufen zurück. Nun hat die Achse ja mit frischem Öl nach einem Jahr gefressen. Deshalb bemühe ich mich um Klärung.

Da anscheinend nicht geklärt werden kann, ob es sich um ein Sinterlager handelt, habe ich wieder Öl eingefüllt.

Ansonsten habe ich hier noch ne Kartusche PTFE-Fett, mit dessen Laufeigenschaften ich aber nicht zufrieden war. Laufgeräusche blieben.

Da der Micro eh einen Ticken zu schnell läuft, ist ne Fettbremse kein Problem, aber solange ich keine Klarheit über die Buchse habe, bleibt das Öl erst Mal drin.

Munter!

Axel


[Beitrag von Modest am 06. Jul 2020, 06:07 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#35 erstellt: 06. Jul 2020, 07:18
Hallo,

tja, das kann eigentlich nur die Optik entscheiden.

Ein Sinterlager sieht bei Vergrößerung immer "schwammig" aus, da es aus Pulver gefertigt wird, was unter hohem Druck /Tempertur gefestigt wird.

Die Schwammstruktur speichert das Öl.

Ein gedrehtes Lager dagegen sieht hübsch glatt aus, eben eine meist gegossene homogene Masse.

Also mal genau nachguggen.

Ach: wenn PTFE genommen wird müssen sämtlich Öle bzw. Fette vorher entfernt werden.

Peter
Modest
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 06. Jul 2020, 10:10
Moin Peter,

sieht für mich auch eher nach Messinglager aus. Das PTFE-Fett erschien mir zu weich, zu wenig zäh, um einen dauerhaften Schmierfilm in der engen Passung zu gewährleisten. Mit Öl läuft das Lager geräuschlos. Vielleicht versuche ich es mal mit stinknormalem Wälzlagerfett.

Da das dauernde Ein- und Ausbauen aber auch nicht gerade die Lagerqualität fördert, lasse ich erst Mal das Öl drin. Wenn es kein Sinterlager ist, und die einfache Reinigung sowie die Einlaufspuren sprechen dafür, dann kann ich schnell mal auf Fett wechseln.

Ich suche nach wie vor nach einem technischen Manual von Micro Seiki, das sich dem Lager widmet. Soll es ja geben, habe im Netz aber noch nichts davon gesehen. Weder vinylengine, noch Dual Board halten sowas vor. Und die sind gut sortiert. Meine Internetrecherce fördert lediglich "Owner Manuals" zutage.

Im übrigen scheint es wenige MR-Besitzer zu geben, es ist ihnen egal, oder ich habe das einzige Lager in der Gemeinde, das überhaupt so zickig war, zu fressen. Zum Glück blieb das ja weitgehend folgenlos.
Es gibt Öl- wie Fett-Nutzer und zumindest letztere sind entschieden gegen Öl. Andere nehmen beides.

Munter!

Axel


[Beitrag von Modest am 06. Jul 2020, 10:12 bearbeitet]
Bürger0815
Neuling
#37 erstellt: 03. Apr 2021, 08:15
Hallo zusammen,

Ich benötige geeignete Schmiermittel für meinen Pioneer Pl-514x.

Für den Motor ein passendes Öl und für die Spindel ein passendes Fett.

In der Bedienungsanleitung steht nur wie man das einfüllen soll, aber leider nicht mit was für einem Öl. Bei Liquidaudio wird ein synthetisches Lageröl oder gutes Mineralöl empfohlen. Aber auch dort nicht genauer spezifiziert.
Für die Spindel wir bei Liquidaudio ein Synthetik-Fett empfohlen.

Ich hoffe ihr könnt mir mit konkreten Mitteln oder zumindest deren Zusammensetzung weiterhelfen.

Im Voraus vielen Dank für eure Hilfe und schöne Ostertage!
Modest
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 13. Apr 2021, 11:39
Moin Bürger 08/15,

ich würde Dir für die Motorachsen und deren Sinterlager 10W/40-Motoröle empfehlen, für das Tellerlager ein Haftöl, wie das Technics-Lageröl oder ein passendes von Joel.

Munter!

Axel
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