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Alter Sony Plattenspieler und Denon DL-80: warum klingt die Kombi so gut?

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Den31
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 21. Mrz 2008, 23:34
Ich gehöre zu denjenigen die die Schallplatte seit ihrem Verschwinden aus den Ladenregalen nie aufgegeben haben. Leider fehlt mir aber die Erfahrung um mir folgende Entdeckung zu erklären. Ich habe ein Denon DP-23F (Plastikschüssel mit Direktantrieb) an dem ein Grado Prestige Gold montiert ist. Von einer bekannten bekam ich nun einen Kellerfund, einen besseren Sony Plattenspieler aus den frühen 80-ern mit gebogenem Tonarm. Spasseshalber montierte ich den Grado dran, der Klang war etwas heller und bassiger als am Denon, aber nichts was mich umgehauen hätte da ich auch Abstriche im Klang zu vernehmen schien. Eine Weile später nahm ich das alte MC-System Denon DL-80, das ursprünglich am relativ leichten Tonarm des Denon DP-23F werksseitig dran war und montierte es ebenfalls am Sony. Was ich dann hörte hat mich echt umgehauen. Der Klang blitzte und funkelte nur so vor Höhen und Details. Der Bass ist präziser und der Stereo-Effekt nahm auch zu. Einfach ein unglaublicher Klang, bis zu den natürlichen Grenzen des DL-80 eben. Im Vergleich zum Grado waren die Stimmen nicht ganz so natürlich und die Feinauflösung des Hochtons war nicht so präzise bei den Orchesterbecken z.B. Aber warum klingt diese Kombi so gut. Liegt es daran, daß der Tonarm des Sony massereicher ist als der des Denon? Der DL-80 ist mit ca. 4,2 g auch leichter als der Grado mit 5,5 g. Ist es das Verhältnis Tonabnehmermasse/Tonarmmasse oder ist es nur eine Frage der Harmonie? Für sachdienliche Hinweise zur Klärung dieses Phänomens wäre ich sehr dankbar da ich vorhabe diesen Klang durch Neuanschaffungen weiterzuentwickeln.
Hörbert
Moderator
#2 erstellt: 22. Mrz 2008, 08:30
Hallo!

Da spielt vor allem die höhere eff.Masse des Tonarmes eine Rolle, du hast damit einen der Effekte kennengelernt die viele User von Schallplattenspielern gar nicht wahrhaben woillen, nämlich daß wenn System und Tonarm wirklich zusammenpassen die Vorteile der Systeme erst so richtig zum Tragen kommen. Der Klang der Systeme kommt dann so richtig zum Tragen wenn die eff. Masse des Tonarmes mit der Nadelnachgiebigkeit des Abtasters zusammen eine Resonanzfrequenz von ca. 8-9 Hz ergeben. Zwar sind Resonanzfrequenzen zwischen etwa 7-15 Hz in der Regel unbedenklich aber die Systeme laufen Suboptimal. Bekanntestes Beispiel im low-cost Sektor ist das MC DL-103 daß von vielen Usern in viel zu leichten Tonarmen betrieben wird aber erst bei Tonarmen ab 24-30 Gramm eff. Masse so richtig auf den Punkt kommt.

MFG Günther
dj_ddt
Inventar
#3 erstellt: 22. Mrz 2008, 08:32

Den31 schrieb:
Ich gehöre zu denjenigen die die Schallplatte seit ihrem Verschwinden aus den Ladenregalen nie aufgegeben haben.


wenn man die richtigen läden kennt, dann ist sie nicht verschwunden !
Den31
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 22. Mrz 2008, 15:51
Ja, vielen Dank Hörbert. Inzwischen habe ich mich im Internet etwas eingelesen und auch festgestellt, daß das Tonabnehmergewicht nicht den Ausschlag gibt, sondern die Nadelnachgiebigket, die Compliance. Die muß beim DL-80 riesig sein da der Tonarm für den sie konzipiert ist sehr leicht ist. Und der Sony hat eine Headshell dran die schon alleine um die 8 g wiegen dürfte. Ich habe den Denon DL-110 im Auge gehabt, doch mit der Compliance von 10 wird der Effekt wohl nicht so groß sein, mein Grado hat schon 20. Die größten Compliancen die ich entdechen konnte war 30 beim Ortofon Vinyl Master blue und silver. Doch 200 Euro für ein Experiment sind doch sehr gewagt. Jemand Tips in der Richtung?
janosch7
Stammgast
#5 erstellt: 22. Mrz 2008, 16:01
Du irrst Dich gewaltig!

Das DL-80 hat eine Compliance von 8!!!

Ist also optimal für schwere Tonarme. Nur weil es ab Werk montiert war muß es nicht optimal für den Denon gewesen sein.

Mach mal genauere Angaben zum Sony, welcher Typ?

Dann läßt sich ev. die Armmasse ermitteln und gezielter nach einem geeigneten System suchen.

Gruß Detlef
Den31
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 22. Mrz 2008, 16:48
Hallo Detlef! Es ist ein Sony PS-515. Die Nadel des DL-80 ist im Vergleich zum Grado nachgiebiger, oder erscheint zumindest wegen dem kürzeren Nadelträger so. Woher hast Du den Wert, ich suche schon die ganze Zeit im Internet.
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 22. Mrz 2008, 17:03
Hallo!

@Den31

janosch7 hat ganz recht, das DL-80 hat eine Compliance von 8. ( hier nachzulesen: http://www.cartridgedb.com/ ) Ein DL-160 oder DL-110 (compiance 10) oder ein Benz-Micro MC 20 E2 H dürfte deinen Sony also ebenfalls auf den Punkt bringen aber ein wesentlich besseres Ergebniss in puncto Auflösung und tonaler Balance bringen als das DL-80. Daß Herstelller zuweilen gänzlich ungeeignete Systeme in Plattenspielern einbauen ist nix besonderes, so wurde z.B. der Lenco L 75/78 auf dem ein Tonarm mit 24 Gramm eff. Masse verbaut war teilweise mit einem ADC-System mit sehr hoher Nadelnachgiebigkeit ausgeliefert, -entsprechend war das Ergebniss-.

MFG Günther
janosch7
Stammgast
#8 erstellt: 22. Mrz 2008, 17:52
Der Sony 515 ist schon mal ein ordentliches Gerät mit Potential. Das Du mit dem Grado keinen Spaß hattest, ist nun auch klar.

Du solltest nach einem System Ausschau halten mit einer Compliance unter 15.

Nun kommt es auf die Preisklasse, Deine Hörgewohnheiten und den Verstärker an. (Phonostufe)

Gruß Detlef
Den31
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 22. Mrz 2008, 21:18
Ja, die DL-110 und die Benz Micro MC 20 E2-H sind die engere Wahl, wobei ich mich wohl für den Denon entscheiden werde. Einfach weil sich die Marke mit dem DL-80 bewährt hat.
Ich habe ein wenig weiterexperimentiert und die DL-80 über den MM-Eingang meines Musical-Fidelity XLP-S angeschlossen wobei der Klang ist nicht mehr ganz so hell war. Die hellt über MC wohl etwas auf. Habe gelesen, daß die über MM sowieso besser sei und MC als ein Bonus anzusehen wäre. Habe es bisher immer nur über MM laufen lassen. Dieser Effekt und das üppige Gain des DL-80, verbunden mit einem besseren Tonarm, haben wohl diese plötzliche Klangbereicherung (oder auch nur Aufhellung) bewirkt. Natürlich musste ich jetzt auch noch ausprobieren, wie der Grado durch den MC-Eingang des Musical Fidelity kommt. Überraschend klang der genauso wie über MM, nicht einmal lauter. Das muß man nicht verstehen, oder?
pet2
Inventar
#10 erstellt: 22. Mrz 2008, 21:21
Hallo,

in der Cartridge Gatabase findet sich folgender Satz:

"Denon publishes their dynamic compliance specifications relative to 100Hz . The actual compliance at 10Hz will be higher."

Also dürft Ihr in diesem Falle mal die Rechnerei vergessen.
Eigentlich bin ich sogar der Meinung, daß man diese Rechnerei sowieso fast immer vergessen kann.
Ich betreibe tatsächlich ein ADC 550XE an einem Lenco L78 mit Originaltonarm.
Vielleicht funktioniert daß so gut, weil ich mich statt zu rechnen an die Herstellerempfehlung gehalten habe .

Gruß

pet
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