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Kehrt die Realität zurück?

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focal_93
Inventar
#1 erstellt: 29. Feb 2008, 17:12
Hi Freunde,

wunderbarerweise zeichnet sich ein Lichtstreif am Horizont ab.

Ausgerechnet im Hardcoremagazin " Image Hifi" habe ich dieses gelesen:

Roland Kraft ( 1/2008)

"Was da...so an seltsamen Dingen an uns herangetragen wurden ist schon unglaublich."

"Und vieles davon rückt High End-Hifi immer weiter tief in die Esoterikecke. In der sich prächtig Geschäfte machen lassen"

" Und einige Vollidioten waren bereits dummdreist genug, sogenannte Tuningchips nicht nur auf Anlagen..zu kleben"

"...mit Kristallen, Blaulichtanimatoren..will ich rein gar nichts zu tun haben."

Jürgen Egger (2/2008)

" Die Schamanen kehren zurück. Das Faktische verschwindet. Mythen, Rituale, Massensuggestionen bestimmen zunehmend unsere Gesellschaft"

"...meine persönliche Meinung zu Animatoren und Resonatoren, zu Optimizern, Flow Kopplern und dem ganzen nahezu unüberblickbaren Angebot an sagenhaft teuren, mit bemerkenswert seltsamen Theorien beworbenen Zubehör-Angebot: Bullshit! In aller Regel: verachtenswerter, lächerlichster Bullshit."

Ich bin regelrecht erleichtert.

Grüsse

Uwe
Boettgenstone
Inventar
#2 erstellt: 29. Feb 2008, 17:39
Hallo,
da muss ich die IH 2/08 wohl doch kaufen...
Hat Jürgen Egger eigentlich was mit dem "Gespenst" JE/SL280/usw. zu tun?
focal_93
Inventar
#3 erstellt: 29. Feb 2008, 17:43

Boettgenstone schrieb:
Hat Jürgen Egger eigentlich was mit dem "Gespenst" JE/SL280/usw. zu tun?


Also!!! So eine Frage...

JE heisst Elberich oder so ähnlich.

Grüsse

Uwe
lumi1
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 29. Feb 2008, 19:11
Hallo!

Das gibt tatsächlich frischen Mut!
Animiert mich dieser Auszug doch unheimlich, nach JAHREN mal wieder so ein Heftchen zu kaufen!

Yeah!
Back to the Roots!
Fakten, nicht Bullshit!

Hoffentlich war das keine Ausnahme.
Und hoffentlich lesen genügend "Fach" Redakteure dieser Flachpresse Blätte hier im Forum immer brav mit!
(Jungs, regt euch! In meiner Kindheit und Jugend waren eure Blätter fast meine Bibel!)

MfG.
Alligatorbirne
Stammgast
#5 erstellt: 29. Feb 2008, 20:15
Ich würde sagen, dass dies mal eine der wenigen Ausnahmen ist.

Es wird wohl weitergehen wie bisher in Sachen "HiFi", mittlerweile kann man kaum noch HiFi dazu sagen.

Die Hersteller und Vertriebe wollen ja, dass man in Experimentierlaune kommt und evtl. öfter neue Geräte kauft.
Ein Gerät, was den Kunden zufrieden stellt, ist im Prinzip ein schlechtes Gerät, da der Kunde kein neues Gerät kaufen wird, ehe das bisherige nicht kaputt ist.

Gerade Verstärker und Lautsprecher halten oft ewig, die Erneuerungszyklen würden ja enorm lange sein.
Da muss künstlich nachgeholfen werden, in dem man immer wieder mal Innovationen vortäuscht.



Das neue Gerät klingt viel besser als alles bisher und das neue Zubehör macht da auch noch ne ganze Menge.

Was mir auch auffällt ist, wenn man alten legendären Geräten nachtrauert und promt ein neues Gerät verkaufen möchte, was die Eigenschaften der alten Legende hat.

Solche Kerne stecken in vielen Werbungen zu HiFi-Geräten.

Klangliche Unterschiede werden absichtlich gemacht, damit man, falls der Klang missfällt erstmal den Kauf anderer Geräte plant statt wirklich mal auf Ursachensuche zu gehen.
Wenn die neuen Geräte dann anders klingen, soll man das Gefühl haben, das Richtige getan zu haben.

Irgendwie versucht man den Kunden immer bei Laune zuhalten, das er seine Geräte ja nicht zu lange nutzt.


Falls das Wort Gerät langsam nervt :

Ich fasse hier mal alles an Produkten zusammen, die mit HiFi zutun haben, zusammen.


[Beitrag von Alligatorbirne am 29. Feb 2008, 20:19 bearbeitet]
ta
Inventar
#6 erstellt: 29. Feb 2008, 20:49
Ich finde Klangbeschreibungen generell fragwürdig, da ich Ohren habe und selber hören kann.


Interessieren würden mich in so Heftchen eher Fragen des Schaltungsdesigns oder der Qualität der Verwendeten Bauteile.

So könnte man z.B. Verstärker einer Preisklasse danach überprüfen, wo sich die Entwickler am meisten Gedanken zur Schaltung gemacht haben, oder wurde einfach eine Verstärkerschalktung aus dem Lehrbuch in ein hübsches Gehäuse verpackt??
Oder gar was integriertes verwendet?

Gibt es deutliche Schwächen in der Dimensionierung bestimmter Bauteile, z.B. Trafos oder Kühlkörper?

Sind die Lautstärkesteller gekapselt?

Wurden Markenteile verwendet, z.B. Elkos von ELNA oder Potis von Alps?
Welcher Chipsatz mit welchen Eigenschaften steckt im CD/DVD-Player/DAB-Radio? Welche Features wurden genutzt oder auch nicht?

Wieviele Lagen hat die Platine?

Wie schnell erreicht der Amp für ihn kritische Temperaturen - Belastungstest?
Zuverlässigkeit der Schutzschaltungen?

Ein Punkt ist sicher auch die Gehäuseverarbeitung. Wie fest sind die Knöpfe?

Die Meßdaten der Hersteller bzgl. Rauschabstand, Frequenzgang uvm sollten einheitlich überprüft und ggf. ergänzt werden.

========
Kurz: Wo bekomme ich für das Geld welche objektive Qualität? Wo steht zu erwarten, daß das Gerät nicht lange überlebt?

Nett wäre auch wenn es keine Testsieger mehr gäbe, sondern einfach objektive Beschreibungen, so nach dem Motto "Gerät A hat eine Super verarbeitung, dafür hat Gerät B die Stabilere Stromversorgung und in das Schaltungslayout von Gerät C wurde wahnsinnig viel Hirnschmalz gesteckt, wodurch sich die Eigenschaften XY erklären, dafür ist das Gehäuse etwas klapprig...


Das Problem ist wahrscheinlich, daß man da ein oder mehrere gut ausgestattete Labore bräuchte und nur E-Techniker als Redakteure in Frage kämen...


[Beitrag von ta am 29. Feb 2008, 21:02 bearbeitet]
lumi1
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 29. Feb 2008, 20:57
Tja, volle Zustimmung!

So war es einmal....
Lange, lange her....

MfG.
plönlein
Stammgast
#8 erstellt: 01. Mrz 2008, 08:27
Hallo Uwe,

was Du geschrieben/zitiert hast, ist ja korrekt. Nur ist es für mein Empfinden etwas gewagt, daraus die Rückkehr der Realität oder des Realitätssinns der IH-Schreiber oder vielleicht gar der Branche an sich destillieren zu wollen.
Immerhin hat RK das von die gewählte Zitat meines Wissens in einem Test mit Klangschälchen eingeflochten, an deren Ende die Wertung stand, dass diese Schälchen zwar keine grundlegenden Probleme lösen, sehr wohl aber das i-Tüpfelchen auf einer guten Anlage sein könnten.
Zudem, und das hatte ich schon IH-Thread geschrieben, ist es beispielsweise die Neuverstärkung HH, die bei Trigon-Energy-Test das hohe Lied des seligmachenden Kabel-Klangs singt. No, thank you.

Insgesamt erscheint es mir schwierig, ausgerechnet die IH als Beispiel einer Trendwende zu nehmen. Denn gerade dort wird subjektiv vor sich hin geschwurbelt, dass es eine Pracht ist. Messungen spielen da keinerlei Rolle; gehuldigt wird dem subjektiven Eindruck. Und mit dem lassen sich, das liest man ja gern auch hier, immer weider die dollsten Sachen behaupten.

Die IH ist hübsch anzuschauen, teils nett feuilletonistisch zu lesen - ein Blatt, das die Realität zurück bringt, ist sie mit Sicherheit nicht.

Gruß, p.
focal_93
Inventar
#9 erstellt: 01. Mrz 2008, 09:56
Hi Plönlein,

mir erscheint gerade der Umstand, dass diese o.g. Aussagen in der Image Hifi zu lesen sind, so bemerkenswert.

Dass gerade unter den "Schwurblern" (wie Du so schön schreibst) mittlerweile Bedenken kommen, finde ich schon beeindruckend.

Das Konzept der Zeitschrift ( ohne Messwerte, Wertung der schieren Subjektivität) kann ich gut akzeptieren - genauso nutzen doch ca. auf 99% aller Anwender die Geräte der Highfidelity

Grüsse

Uwe
Z25
Inventar
#10 erstellt: 01. Mrz 2008, 10:59
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang finde ich, dass bei der Zeitschrift Motorrad, die ja auch versucht mit einer gewissen Objektivität zu testen und Messwerte beisteuert, trotzdem mit schöner Regelmäßigkeit die ganz emotionalen Artikel die größte Resonanz in Form von Leserbriefen erfahren.

Ohne sie zu kennen: Warum also nicht Image Hifi?

Für die von ta geforderte Art gibt es offenbar keinen Markt. Wohl, weil kaum jemand folgen können wird.
Boettgenstone
Inventar
#11 erstellt: 01. Mrz 2008, 11:18
Morgen,
@Focal_93
aaargh was ein Fehler...

@Z25
Irgendwer fühlt sich halt immer auf die Füsse getreten oder endlich bestätigt von solchen Beiträgen. Ansonsten lese ich nur noch die Custombike.


Für die von ta geforderte Art gibt es offenbar keinen Markt. Wohl, weil kaum jemand folgen können wird.

Ich hab im Forum auch schon gelesen das man sich über die technische Berichterstattung in der Audio aufregt, da hätte man gerne eine grössere Klangbeschreibung gehabt. Da gehen die Meinungen tatsächlich auseinander, mir wären ordentliche Messungen lieber.


[Beitrag von Boettgenstone am 01. Mrz 2008, 15:07 bearbeitet]
focal_93
Inventar
#12 erstellt: 01. Mrz 2008, 14:49

Boettgenstone schrieb:

aaargh was ein Fehler...


Hast Dir wohl die Zeitschrift gekauft?

Ich bin sogar Abonnent


Grüsse

Uwe
grappus
Stammgast
#13 erstellt: 02. Mrz 2008, 14:32
moin,
vor dem artikel von jürgen egger kann man in der tat, inhaltlich wie formal niederknien.
mehr davon. und dahin mit dem sche... wo er hingehört. in den müll oder besser noch: sag doch mal einer ingo h. er soll den dreck gar nicht erst produzieren lassen.
grüße aus dem norden
grappus
ischl
Stammgast
#14 erstellt: 02. Mrz 2008, 16:09
Alligatorbirne schrieb:

Es wird wohl weitergehen wie bisher in Sachen "HiFi", mittlerweile kann man kaum noch HiFi dazu sagen.


Exakt auf den Punkt gebracht.
Man schaue sich nur mal hier im Forum um, wer alles sich über "Hifi"-Themen unterhält, die so unwichtig sind, wie Bushs Hund.
lumi1
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 02. Mrz 2008, 16:13
Yo!


Würde man hier alles unsinnige löschen, auch "Aufklärungsbeiträge" von mir und anderen für Goldohren im Voodoo-Bereich, wäre es nicht mal halb so umfangreich.

Aber,....


MfG.
ischl
Stammgast
#16 erstellt: 02. Mrz 2008, 16:19
lumi1 schrieb:

...auch "Aufklärungsbeiträge" von mir...


"Aufklärungsbeiträge" ansich haben allemal mehr Sinn, denn Gelabere über alles mögliche. Der Nachteil ist, dass sie lediglich registriert werden und alle festgefahrenen Ansichten bestehen bleiben. Insofern Perlen vor die Säue.
CarstenO
Inventar
#17 erstellt: 02. Mrz 2008, 18:20
Hallo zusammen,

ich bin großer Fan von Gerätebesprechungen, in denen die Klangbeschreibung überwiegt.


Boettgenstone schrieb:
Ich hab im Forum auch schon gelesen das man sich über die technische Berichterstattung in der Audio aufregt, da hätte man gerne eine grössere Klangbeschreibung gehabt.


Ja, zu denen zähle ich mich auch. Die Audio finde ich heute aber bei weitem nicht so dröge, wie frühere Ausgaben der Stereo. Die technischen Grundlagen wurden früher, heute leider nicht mehr, in Büchern wie "HiFi hören" von Nisius geräteunabhängig ausgebreitet. Solche Bücher fehlen mir heute. (Kennt jemand aktuelle Titel, bzw. Neuauflagen?)


Boettgenstone schrieb:
Da gehen die Meinungen tatsächlich auseinander, mir wären ordentliche Messungen lieber.


Die Messungen und Besprechung der verwendeten Bauteile, bzw. angewandten Schaltungstechnik nahm ich für meine erste Anlage zur Grundlage. Damit kam ich irgendwie nicht weiter. Bei einigen Forenmitgliedern war es genau andersherum.


ischl schrieb:
"Aufklärungsbeiträge" ansich haben allemal mehr Sinn, denn Gelabere über alles mögliche.


In "Aufklärung" steckt mir etwas zu viel "Belehrung" drin. Ich sehe HiFi (Auswahl von Equipment, Musik hören, Anlagenteile austauschen/aufwerten) eher emotional.

Ich wünsche mir von den Fachmagazinen, dass sie weiterhin Lust auf HiFi machen. Dazu gehört bei mir, auch aus der Kenntnis, gutes HiFi zu besitzen, mal was anderes zu kaufen. Das erreichen Image HiFi, HiFi&Records, Stereo und LP ganz gut.

Carsten


[Beitrag von CarstenO am 02. Mrz 2008, 19:53 bearbeitet]
ischl
Stammgast
#18 erstellt: 02. Mrz 2008, 22:19
CarstenO schrieb:

In "Aufklärung" steckt mir etwas zu viel "Belehrung" drin


Nicht zwangsläufig. Und eher nicht, wenn sie technischer - und damit rein sachlicher - Art ist.


ich bin großer Fan von Gerätebesprechungen, in denen die Klangbeschreibung überwiegt


Okay. Ich nicht. Denn es bringt unterm Strich absolut nichts.


Ich sehe HiFi (Auswahl von Equipment, Musik hören, Anlagenteile austauschen/aufwerten) eher emotional.


Nichts dagegen einzuwenden. Doch gibts Andere, die das anders sehen und wieder Andere sehen es wiederum anders.


Ich wünsche mir von den Fachmagazinen, dass sie weiterhin Lust auf HiFi machen


Als individueller Wunsch sicher tolerierbar. Doch haben die großen drei unter den Hifi-Medien in den letzten Jahren extrem viele Käufer und Abonnenten verloren. Zum Einen, weil sie der Anzeigen willen geschönte Tests publizierten, Zum Andern, weil sie die Leser mit allerlei Voodoo-Kram berieselten. Und nicht zuletzt auch, weil sie in vielerlei Beziehung sowohl den Fortschritt als auch den Wandel ignorierten und dies noch immer tun.
Accuphase_Lover
Inventar
#19 erstellt: 03. Mrz 2008, 00:13

CarstenO schrieb:

ich bin großer Fan von Gerätebesprechungen, in denen die Klangbeschreibung überwiegt.


Und was nun, wenn es wie bei CD-Playern oder Verstärkern, nur sehr wenig oder gar nichts zu beschreiben gibt ?
Allein die Vorstellung, die Unterschiede könnten vielleicht gar nicht existent sein, lässt natürlich viele Hifi-Fans und Leute die damit Geld verdienen, dermassen erschaudern, daß die Unterschiede notfalls mit aller Macht herbeigeredet werden müssen !



Boettgenstone schrieb:
Ich hab im Forum auch schon gelesen das man sich über die technische Berichterstattung in der Audio aufregt, da hätte man gerne eine grössere Klangbeschreibung gehabt.


Ich wünsche mir auch eine detailiertere Beschreibung zahlreicher Eigenschaften die über den Klang hinausgehen !
Was sehr oft an Informationen über Geräte geliefert wird, ist viel zu oft doch recht dürftig !


CarstenO schrieb:

In "Aufklärung" steckt mir etwas zu viel "Belehrung" drin. Ich sehe HiFi (Auswahl von Equipment, Musik hören, Anlagenteile austauschen/aufwerten) eher emotional.


Leider versperrt die Emotionalität, zu der man auch Erwartungshaltung zählen kann, oft den Blick auf die oftmals unerwünschte Realität !


CarstenO schrieb:

Ich wünsche mir von den Fachmagazinen, dass sie weiterhin Lust auf HiFi machen. Dazu gehört bei mir, auch aus der Kenntnis, gutes HiFi zu besitzen, mal was anderes zu kaufen. Das erreichen Image HiFi, HiFi&Records, Stereo und LP ganz gut.


Auch ich wünsche mir ein "Lustmachen auf HiFi", nur sollte man dabei doch etwas näher an der Realität bleiben als dies bei allen Fachzeitschriften der Fall ist.

Image HiFi oder HiFi&Records bedienen ein bestimmtes Publikum, dass sich durch die "großen Drei" nicht mehr richtig versorgt fühlt und eine gewisse Attitüde bevorzugt.

Kennt jemand eigentlich deren Popel-Auflagen ?




Grüsse
grappus
Stammgast
#20 erstellt: 03. Mrz 2008, 10:27
moin,
offensichtlich sind die popel-auflagen groß genug, um diesen zeitschriften schon über zehn jahre lang den bestand zu ermöglichen
. chapeau ! ! !

grüße aus dem norden
grappus


[Beitrag von grappus am 03. Mrz 2008, 10:29 bearbeitet]
ischl
Stammgast
#21 erstellt: 03. Mrz 2008, 12:23
grappus schrieb:

offensichtlich sind die popel-auflagen groß genug, um diesen zeitschriften schon über zehn jahre lang den bestand zu ermöglichen


Nein, sie sind nicht groß genug. Sie sind gemessen an früheren Auflagen in jedem Fall geradezu popelig. Audio, Stereo und Stereoplay bringen jeweils um die 40.000 Exemplare zusammen (wovon noch eine erkleckliche Anzahl Remittenten, Freiexemplare und Rückläufer abgehen), angesichts des Anzeigenaufkommens gerade noch genug, um halbwegs überleben zu können. Selbst das Jäger-Heftchen "Wild und Hund" hat 67.000 verkaufte Exemplare - von den 240.000 der Audio/Video-BILD ganz zu schweigen. Und wenn man gar die 500.000 der Auto, Motor&Sport nimmt, bedienen Audio & Co. wirklich nur noch eine popelige Minderheit.
lumi1
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 03. Mrz 2008, 12:33
Moin!


Nun ja, die AVF-Bild ist im Gegensatz zu der gesamten restlichen Flachpresse geradezu objektiv, und zumindest mir gegenüber mit ihren teils veröffentlichten Messungen halbwegs vertrauenserweckend.
Das einzig gravierende was ich zu bemängeln habe, sind die Hörtests.
Da sitzen u.a. immer die Jungs der Hersteller...

Wenn sie auch immer und immer wieder alles erklären, damit es der letzte auch halbwegs in die Birne bekommt.

Aber wenn ich jetzt irgend ein Gerät UNÜBERLEGT UND SCHNELL kaufen MÜßTE, dann käme bei mir nur dieses Blatt als Schnellauswahl in Frage.

Immerhin schaffen die es auch, es zuzugeben, daß der ganze Voodoo-Kram Bullshit hoch zehn ist.

Hier macht sich wohl für den Leser und potentiellen Kunden halbwegs bezahlt, daß sie nicht auf Kabel u. Klangschalen etc. Werbung angewießen sind.

Eigentlich traurig;
Das ein Schwesternblatt der Ur-BILD von mir bessere Bewertung bekommt, als die sogenannten richtigen Fachzeitschriften.

Es würde mir aber gut tu´n, wenn deren Auflage weiter sinken würde.
Wie die Titanic.
Schnell, und tief.....
Bei soviel Verarschung der Leser.

MfG.
S.P.S.
Inventar
#23 erstellt: 03. Mrz 2008, 14:49
Je mehr ich hier lese, desto glücklicher bin ich, wenn ich mich jetzt vor die Anlage setzte, meine Musik genieße und mir das ganze hin und her einfach nur sch*** egal ist
grappus
Stammgast
#24 erstellt: 03. Mrz 2008, 15:51
moin,
die popel-auflagen hab ich auf image hifi, hifi & records und im erweiterten sinne noch auf die lp von herrn b. bezogen.
was die anderen (audio, stereo und stereoplay) schreiben...keine ahnung, da hab ich die lektüre vor über 10 jahren eingestellt.
grüße aus dem norden
grappus


[Beitrag von grappus am 03. Mrz 2008, 15:54 bearbeitet]
CarstenO
Inventar
#25 erstellt: 03. Mrz 2008, 17:39

ischl schrieb:
Doch haben die großen drei unter den Hifi-Medien in den letzten Jahren extrem viele Käufer und Abonnenten verloren. Zum Einen, weil sie der Anzeigen willen geschönte Tests publizierten, Zum Andern, weil sie die Leser mit allerlei Voodoo-Kram berieselten. Und nicht zuletzt auch, weil sie in vielerlei Beziehung sowohl den Fortschritt als auch den Wandel ignorierten und dies noch immer tun.


Woher weißt Du das? Die Zeitungsredaktionen leugnen i.d.R. Zusammenhänge zwischen Test- und Anzeigenredaktion.

Was Voodoo betrifft, so ist dieses Forum ein gutes Beispiel dafür, dass die Voodoo-Schwelle bei jedem anders liegen kann. Manche betrachten CD-Player oberhalb der Einsteigerpreisklasse bereits als Voodoo.


Accuphase_Lover schrieb:
Image HiFi oder HiFi&Records bedienen ein bestimmtes Publikum, dass sich durch die "großen Drei" nicht mehr richtig versorgt fühlt und eine gewisse Attitüde bevorzugt.


Beispielsweise diejenigen, die auch "Nicht-Highlights", "Nicht-Testsieger" oder "Nicht-Arbeitsgeräte der Redaktion" kaufen.


lumi1 schrieb:
Das einzig gravierende was ich zu bemängeln habe, sind die Hörtests. Da sitzen u.a. immer die Jungs der Hersteller...


Über die Herstellerbeteiligung an den Hörtests habe ich länger nichts in der AVF-Bild gelesen. Machen die das noch?

Das Schöne am Thema "Fachzeitschriften" ist für mich, dass sie kaum jemand liest, aber fast alle wissen, wie schlecht sie sind.

Carsten

p.s.: Ich lese sie und konnte zwischen dem von mir Gehörten und dem Beschriebenen Parallelen (Creek CD 50 II) erkennen. Und genauso fielen hochgelobte Produkte (B&W 705, 805) bei mir durch.
S.P.S.
Inventar
#26 erstellt: 03. Mrz 2008, 17:42
War das schööööön

Laut Frank Zappa hören, da hat man garkeine Zeit vor lauter Eindrücken über das ganze Geschwaffel nachzudenken, sondern sitzt einfach nur da und wird überschüttet von Emotionen, die einem das Grinsen ins Gesicht, die Gänsehaut auf den Rücken und evtl auch ein paar Tränchen aus den Augen treiben.

Und das ganze mit einer Anlage, die weder nach rein technischen Gegebenheiten, noch nach rein emotionalen Gegebenheiten zusammengestellt wurde und mich trotzdem mehr als zufrieden stellt.


[Beitrag von S.P.S. am 03. Mrz 2008, 17:44 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#27 erstellt: 03. Mrz 2008, 18:05

CarstenO schrieb:

ischl schrieb:
Doch haben die großen drei unter den Hifi-Medien in den letzten Jahren extrem viele Käufer und Abonnenten verloren. Zum Einen, weil sie der Anzeigen willen geschönte Tests publizierten, Zum Andern, weil sie die Leser mit allerlei Voodoo-Kram berieselten. Und nicht zuletzt auch, weil sie in vielerlei Beziehung sowohl den Fortschritt als auch den Wandel ignorierten und dies noch immer tun.

Woher weißt Du das? Die Zeitungsredaktionen leugnen i.d.R. Zusammenhänge zwischen Test- und Anzeigenredaktion.

Und Du glaubst an Weihnachtsmann und Osterhase?
ischl
Stammgast
#28 erstellt: 03. Mrz 2008, 21:12
CarstenO schrieb:

Woher weißt Du das?


Weil ich das Verlagsgeschäft - und hier vornehmlich der Special-Interest-Titel - aus dem ff kenne. Nahezu alle schreiben positiv, wenn Industrie und Hersteller Begleitanzeigen in Aussicht stellen. Darüber geht man hersteller- und vertriebsseitig bei Pressekonferenzen und "Arbeitsessen" in die Vollen, um die Herren Redakteure zu "überzeugen". Neben allerlei Zuwendungen und Geschenken kommt es auch schon mal vor, dass Geräte bei "sehr guter" Besprechung beim Tester verbleiben dürfen.


Die Zeitungsredaktionen leugnen i.d.R. Zusammenhänge zwischen Test- und Anzeigenredaktion


Sollen sie etwa verkünden, dass ihr Rang-und-Namen-Mist willkürlich ist, dass "Tests" nur auf subjektiven Eindrücken basieren und dass sie Anzeigenkunden hofieren müssen? Bei jedem Verlag haben kaufmännische Aspekte oberste Priorität. Was zählt, ist einzig der Gewinn. Und selbiger kommt durch Anzeigen, Beilagen und Sonderdrucke zusammen. Denn vom reinen Verkaufserlös ließen sich gerademal Druckkosten, Vertrieb und ein paar Redakteursgehälter nebst der Putzfrau bezahlen. Deshalb zählt der Anzeigenkunde immer mehr als der Leser.


Das Schöne am Thema "Fachzeitschriften" ist für mich, dass sie kaum jemand liest, aber fast alle wissen, wie schlecht sie sind


Um zu wissen, dass sie "kaum jemand liest", braucht man sich lediglich den eklatanten Auflagenrückgang vor Augen zu halten. Um zu wissen, "wie schlecht sie sind", genügt ein einmaliges Querlesen.
ruedi01
Gesperrt
#29 erstellt: 04. Mrz 2008, 13:35
Ich habe noch ein paar alte Audios (Jahrgang 88, 89) rumliegen. Wenn ich mir diese Heftchen so ansehe und das ganze mit heutiger Printkultur in diesem Segment vergleiche, dann denke ich zu wissen warum die Leser sich mehr und mehr abwenden...

1. Bei der analogen Technik gibt es weit mehr zu berichten und zu beschreiben als bei digitalen Geräten aus aktueller Fertigung. Die Unterschiede z.B. bei Cassettendecks bzgl. Mechanik und Elektronik, auch innerhalb einer Preisklasse, waren dermaßen groß und damit auch die klanglichen Eigenschaften dermaßen unterschiedlich, dass man heute noch staunt. Dagegen ist heute ein CD- oder DVD-Player geradezu einer wie der andere. In der unteren bis mittleren Preisklasse über wiegen standardisierte Baugruppen (gleiche Laufwerke, ähnlich konzipierte D/A-Wandlung und analoge Ausgangsstufen in 0815 Bauweise).

Wozu sollte man da noch irgendwas nachlesen? Da kann ich mir auch gleich ein Gerät aussuchen, dessen Optik mir am besten gefällt bzw. sich am harmonischsten in meine bestehende Kette einfügt, fertig.

2. es wurde getestet und geschrieben was Sache war (in einem gewissen Rahmen jedenfalls). War ein Testkandidat im Vergleich mit anderen klar schlechter, dann ist das auch meist so geschrieben worden. Heute ist alles irgendwie ‘gut‘ (mindestens!) und seinen Preis wert. Selbst ein Bose Lifstyle Schrotthaufen wird da in den Himmel gelobt, mit 'Argumenten' die haarstäubender nicht sein könnten...Hauptsache die Firma Bose schaltet in der selben Ausgabe eine große ganzseitige Anzeige...

3. Irgendwelchen Voodoo-Kram sucht man in den alten Heften (meistens) vergebens. Mittlerweile hat es sich, bei den meisten jedenfalls, herumgesprochen dass derlei ‘Verarsche‘ nur den Leuten das Geld aus der Tasche zieht und u.A. den Machern der Heftchen einige nette Zusatzeinnahmen beschert.

Gruß

RD
CarstenO
Inventar
#30 erstellt: 04. Mrz 2008, 17:03
Hallo ischl,

vielen Dank für Deine fachlichen Erklärungen. Für mich ist durchaus nachvollziehbar, dass ein Zeitschriftenpreis von 4,80 EUR oder 5,30 EUR ohne Anzeigen ebenso wenig machbar ist, wie 12,80 EUR bei noch kleinerer Auflage.

Auch ist für mich verständlich, dass Anzeigenkunden - vor allen Dingen, wenn es die Hersteller mit ihren ganz- oder doppelseitigen Anzeigen sind - bestens behandelt werden sollten. Das gilt in jedem Kundenkontakt. Das sehe ich auch nicht kritisch.

Kritisch sehe ich die sich stets wiederholende Behauptung, dass Zuwendungen der Hersteller Testergebnisse beeinflussten. Bisher hat hier im Forum niemand Ross und Reiter (x EUR für y Punkte von Hersteller z) benannt, sondern lediglich behauptet, Hersteller xy hat eine Anzeige und gewann einen Test. Die meisten testbeteiligten Hersteller haben Anzeigen geschaltet. Die Tests gewinnen sie jedoch nicht alle.

Du kritisierst, dass subjektive Tests stattfinden. Das finde ich nicht verwerflich. Es wird ja zum Glück niemand dazu gezwungen, die Meinung eines Testredakteurs, eines Schreibers hier im Forum oder eines Verkäufers anzunehmen und daraufhin seinen Kauf zu tätigen. Obwohl ja einige Fragestellungen in der Rubrik "Kaufberatung" darauf hindeuten, dass der Wunsch schoooon irgendwie bestehen muss ...


ischl schrieb:
Um zu wissen, dass sie "kaum jemand liest", braucht man sich lediglich den eklatanten Auflagenrückgang vor Augen zu halten. Um zu wissen, "wie schlecht sie sind", genügt ein einmaliges Querlesen.


Ich muss zugeben, dass mir als regelmäßiger Leser "der großen Drei", Image HiFi, HiFi+Records, LP, K+T, Hobby HiFi offenbar die Sachkenntnis fehlt, diese als "schlecht" einzustufen. Im Grunde sehe ich meine Erwartungen an eine Fachzeitung erfüllt, wenn auch nicht übertroffen.


ruedi01 schrieb:
Ich habe noch ein paar alte Audios (Jahrgang 88, 89) rumliegen. Wenn ich mir diese Heftchen so ansehe und das ganze mit heutiger Printkultur in diesem Segment vergleiche, dann denke ich zu wissen warum die Leser sich mehr und mehr abwenden...


Hallo Rüdi,

ich blättere auch häufig in den Ausgaben von 1983 bis 1990 der "großen Drei". Dort - vor allem in der Audio - gab es auch mal Anlagenempfehlungen aus bunter Zusammenstellung. Das gefiel mir seinerzeit ganz gut.


ruedi01 schrieb:
War ein Testkandidat im Vergleich mit anderen klar schlechter, dann ist das auch meist so geschrieben worden. Heute ist alles irgendwie ‘gut‘ (mindestens!) und seinen Preis wert.


Da sprichst Du mir aus der Seele. Ich bin mir nicht sicher, ob es heute keinen Totalverriss gibt, weil die Qualität der getesteten Geräte so nahe beieinander liegt oder weil man niemandem weh tun möchte. Mitunter kann ich die Ergebnisse auch ohne eigenen Hörvergleich nicht nachvollziehen, vor allem dann, wenn die Testbeschreibung ein anderes Gerät hochlobt, als das spätere Punktergebnis. (siehe auch CD-Playervergleich stereoplay 1/07)

Dem allein jedoch zu entnehmen, die Tests seien gekauft, wie es hier und in anderen Threads ähnlichen Themas geschrieben wurde, fällt mir schwer.

Um wieder irgendwie die Kurve zum eigentlichen Thema zu kriegen:

Für Kabel- und Zubehörtests gibt es auch in den Ausgaben vergangener Tage Beispiele. Da waren es jedoch keine Klangschälchen oder Tuningchips.

Vielleicht sind ja die Klangschälchen und Tuningchips ein Zeichen "neuer" Realität...

Gruß, Carsten


[Beitrag von CarstenO am 04. Mrz 2008, 17:05 bearbeitet]
ischl
Stammgast
#31 erstellt: 04. Mrz 2008, 18:01
CarstenO schrieb:

Kritisch sehe ich die sich stets wiederholende Behauptung, dass Zuwendungen der Hersteller Testergebnisse beeinflussten. Bisher hat hier im Forum niemand Ross und Reiter (x EUR für y Punkte von Hersteller z) benannt


Um "x EUR" gehts auch nicht. Ein gutes "Arbeitsessen" in einem Spitzenrestaurant kostet den einladenden Hersteller/Vertrieb um die 170 Euro pro Person. Bei vielen Presse-Meetings in kleinerem Kreis werden oft kleine "Aufmerksamkeiten" überreicht; mal ein i-Pod, mal eine Xacti-Moviekamera, mal eine digitale Kompakte, mal ein Stapel CDs mit der jeweiligen Lieblingsmusik. Das läppert sich zusammen und die Liste ließe sich fortsetzen. Diese kleinen Zuwendungen schaffen Abhängigkeiten. Natürlich nicht bei allen, aber bei den meisten.
Hinzu kommt, dass die Testgeräte nicht - wie es sinnvoll wäre - anonym gekauft werden. Sie werden angefordert (und manchmal hinterher nicht wieder abgeholt).

Dass es heute keine Totalverrisse gibt, liegt sicher auch an der recht einheitlichen Qualität und Leistung der Geräte. Es liegt aber auch daran, dass bei einem Verriss der Hersteller als potenzieller Kunde für den Verlag auf immer und ewig gestorben ist. Und deshalb kommts nicht selten vor, dass Tester bei einem Gerät Mängel entdecken, den Hersteller anrufen und sagen, dies und das ist Mist, bringt das mal in Ordnung und dann testen wir erneut, so dass ihr auf eine anständige Punktezahl kommt. Wenn diese Nachbesserungen in die Serie einfließen würden, wäre es okay. Doch oft ist dies erst dann der Fall, wenn viele Kunden zu meckern beginnen. Der Beispiele gäbe es viele.
CarstenO
Inventar
#32 erstellt: 04. Mrz 2008, 18:17

ischl schrieb:
Diese kleinen Zuwendungen schaffen Abhängigkeiten. Natürlich nicht bei allen, aber bei den meisten.


Mir leuchtet jetzt noch nicht ein, warum du nicht eine gegenseitige Abhängigkeit erwähnst. Wo sonst, wenn nicht in den Fachblättern, sollten die Hersteller werben? TV? Litfasssäule? Lokalradio? Wochenmagazin?

Das ist jetzt aber wirklich OT.

Carsten
foe!
Stammgast
#33 erstellt: 04. Mrz 2008, 18:29

CarstenO schrieb:

Mir leuchtet jetzt noch nicht ein, warum du nicht eine gegenseitige Abhängigkeit erwähnst. Wo sonst, wenn nicht in den Fachblättern, sollten die Hersteller werben? TV? Litfasssäule? Lokalradio? Wochenmagazin?


Bei der Konkurrenz? Natürlich wäre es schön, würden alle Redakteure und Verlage zusammenhalten, gemeinsam nur das Beste für den Kunden wollen usw. usf. Faktisch gibt es aber immer jemanden, der im Zweifel dann doch mal lieber den kurzen Dienstweg zum Hersteller geht und dafür seinen Arbeitsplatz und Ruf in Vertriebskreisen ("der Meier, dem dürft ihr nix mehr geben, der hat was gegen uns") nachhaltig sichert bzw. nicht versaut.

Ich verstehe, davon ganz abgesehen, sowieso nicht, wieso so ein großes Bohei um das gemacht wird, was so geschrieben wird. Auch ich lese gelegentlich ein paar dieser Magazine, würde aber deshalb noch lange nicht auf die Idee kommen, mir Klangschalen, ein mit irgendwelchen Weltraumkristallen versetztes Rack oder sowas zu kaufen - was entscheidet, sind die Ohren, das Auge und die Regierung zu Hause (und das Bankkonto). Man sollte eigentlich von jedem erwachsenen Leser erwarten können, die Berichte und Artikel in der Fachpresse angemessen reflektieren zu können.
CarstenO
Inventar
#34 erstellt: 04. Mrz 2008, 19:04

foe! schrieb:
Man sollte eigentlich von jedem erwachsenen Leser erwarten können, die Berichte und Artikel in der Fachpresse angemessen reflektieren zu können.


Hallo foe!,

das sehe ich auch so. Leider wirkt es auf mich bei einigen Beratungen hier im Forum häufig so, als sähe sich der Ratgebende in Konkurrenz zu dem, was die Fachpresse schreibt.

Carsten
foe!
Stammgast
#35 erstellt: 04. Mrz 2008, 19:26
Gewissermaßen besteht diese Konkurrenz ja auch. Es gibt keinen Grund, die subjektiven Eindrücke von Fachredakteuren denen von Usern hier im Forum vorzuziehen - letztlich müssen beide Quellen analysiert, reflektiert und dann in eine eigene Entscheidungs*basis* umgemünzt werden.

Das kann dann z.B. so aussehen, wie ich es mal gemacht habe: ich habe aus dem Studium von Fachzeitschriften und Forumsartikeln hier eine Art "Scoring Card" herausgearbeitet, in der über 100 Lautsprecher mitsamt Preis, nächstem Händler etc. verzeichnet waren. Zudem gibt es eine Sektion, in der ich verschiedene Aspekte (Klang, Haptik etc.) bewerte und gemäß einer vorgegebenen Wichtung zu einem Ergebnis vereine.

Letztlich gibt es doch zwei einzigen Gründe, warum Leute sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Berichte verlassen: sie sind zu bequem, selbst zu recherchieren und zu hören, und ihnen fehlt die (methodische) Möglichkeit, ihre Erkenntnisse angemessen bewerten zu können. Beides erledigen Fachmagazine - und genau dafür werden sie kritisiert, wenn ich das richtig sehe.
CarstenO
Inventar
#36 erstellt: 04. Mrz 2008, 19:38
foe!, wow, prima Beitrag! Stellst Du die Scoring Card irgendwo zur Verfügung oder diente Sie Deinem Einkauf?

Die Analyse der Eindrücke von Fachredakteuren und Usern dürfte dann einen Ausschnitt der Marktübersicht spiegeln. Leider besteht hier die Gefahr, dass die User die Testergebnisse, und der eine User den anderen User multipliziert.


foe! schrieb:
Letztlich gibt es doch zwei einzigen Gründe, warum Leute sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Berichte verlassen: sie sind zu bequem, selbst zu recherchieren und zu hören, und ihnen fehlt die (methodische) Möglichkeit, ihre Erkenntnisse angemessen bewerten zu können. Beides erledigen Fachmagazine - und genau dafür werden sie kritisiert, wenn ich das richtig sehe.


Das bedeutete, die Fachredakteure besäßen die Authorität, das jeweilige Produkt so abschließend beurteilt zu haben, dass man es darauf hin ohne weitere Prüfung kaufen kann. Und ich denke, diesen Status haben die Testmagazine.

Carsten

(Hat TomTom wirklich die besten Navis?)
foe!
Stammgast
#37 erstellt: 04. Mrz 2008, 19:49

CarstenO schrieb:
Stellst Du die Scoring Card irgendwo zur Verfügung oder diente Sie Deinem Einkauf?

Sie diente meinem Einkauf. Da ich aber im Moment darüber nachdenke, mal wieder etwas mehr Geld auszugeben, werde ich das Ding demnächst möglicherweise reaktivieren. Falls gewünscht, kann ich sie dann auch mal zur Verfügung stellen (soweit das bzgl. Aktualität und der Konformität meiner Wünsche mit denen der Allgemeinheit geht).


Das bedeutete, die Fachredakteure besäßen die Authorität, das jeweilige Produkt so abschließend beurteilt zu haben, dass man es darauf hin ohne weitere Prüfung kaufen kann. Und ich denke, diesen Status haben die Testmagazine.


Das ist doch genau der Punkt: einige Magazine glauben, diesen Status zu haben und berichten entsprechend. Dabei ist völlig unklar, wie letztlich gewertet wird, welche Qualifikation die Tester haben, wie die akustische Umgebung ist und in welchem Maße sich psychologische Gegebenheiten auf die Resultate auswirken. Darüber muss man nichtmal besonders scharf nachdenken - jedem, der tatsächlich gewillt ist, mehr als ein paar Hunderter in eine Musikanlage zu investieren, ist unmittelbar klar, dass die Menschen dort auch nur mit Wasser kochen (ausgenommen natürlich die, die blind in einen Brunnen springen, wenn der Förster von nebenan telefonisch versichert, dass ein ähnlicher Brunnen bei ihm vor einiger Zeit noch Wasser führte ... :.).
CarstenO
Inventar
#38 erstellt: 04. Mrz 2008, 20:29

foe! schrieb:
Falls gewünscht, kann ich sie dann auch mal zur Verfügung stellen (soweit das bzgl. Aktualität und der Konformität meiner Wünsche mit denen der Allgemeinheit geht).


Ja, das wäre mal interessant.


foe! schrieb:
Das ist doch genau der Punkt: einige Magazine glauben, diesen Status zu haben und berichten entsprechend. Dabei ist völlig unklar, wie letztlich gewertet wird, welche Qualifikation die Tester haben, wie die akustische Umgebung ist und in welchem Maße sich psychologische Gegebenheiten auf die Resultate auswirken.


Ja, sie bestimmen zumindest, welche Marken und Produkte im Gespräch sind. Und sie sagen uns, zu welchem Preis man in die Referenzklasse aufsteigt ...

(Wer hat eigentlich Nubert populär gemacht? Wer hat uns die Existenz von Klangschälchen erklärt? Wer hat uns erklärt, dass wir für eine Kappa 9A strompotente Verstärker benötigen, weil sie im Extended Mode bei einem Ohm liegen?)

Carsten


[Beitrag von CarstenO am 04. Mrz 2008, 20:35 bearbeitet]
ischl
Stammgast
#39 erstellt: 04. Mrz 2008, 21:27
CarstenO schrieb:

Mir leuchtet jetzt noch nicht ein, warum du nicht eine gegenseitige Abhängigkeit erwähnst. Wo sonst, wenn nicht in den Fachblättern, sollten die Hersteller werben?


Die Abhängigkeit erwähnte ich in einem Nebensatz. Sie betrifft auch keineswegs die Werbung. Sondern, dass u.a. "Zuwendungen" Tester positiv stimmen. Also bitte den Kontext beachten. Davon abgesehen ist es ja in anderen Bereichen - zB Fotografie - ebenso.


Das ist jetzt aber wirklich OT.


Nicht einen Satz rauspicken und den als "OT" bezeichnen.
ischl
Stammgast
#40 erstellt: 04. Mrz 2008, 21:35
foe! schrieb:

Auch ich lese gelegentlich ein paar dieser Magazine, würde aber deshalb noch lange nicht auf die Idee kommen, mir Klangschalen, ein mit irgendwelchen Weltraumkristallen versetztes Rack oder sowas zu kaufen


Du nicht. Viele andere sehr wohl.


Letztlich gibt es doch zwei einzigen Gründe, warum Leute sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Berichte verlassen: sie sind zu bequem, selbst zu recherchieren und zu hören, und ihnen fehlt die (methodische) Möglichkeit, ihre Erkenntnisse angemessen bewerten zu können..


Zustimmung.


Beides erledigen Fachmagazine - und genau dafür werden sie kritisiert, wenn ich das richtig sehe.


Sie erledigen es eben nicht. Sie ordern bei den Herstellern/Vertrieben Geräte, messen ein wenig daran herum und schildern ihre subjektiven Klangeindrücke. Sie beurteilen weder den konstruktiven Aufbau, noch die Qualität der verbauten Komponenten noch den so wichtigen Service im Garantiefall noch bekannte Klagen von Besitzern. Und exakt diese Kriterien sollten unverzichtbarer Bestandteil eines jeden (guten) Tests sein. Wären sie es, bekäme manch hochgejubeltes Gerät noch nicht mal ein Eselsohr.
foe!
Stammgast
#41 erstellt: 04. Mrz 2008, 21:47

ischl schrieb:
foe! schrieb:

Auch ich lese gelegentlich ein paar dieser Magazine, würde aber deshalb noch lange nicht auf die Idee kommen, mir Klangschalen, ein mit irgendwelchen Weltraumkristallen versetztes Rack oder sowas zu kaufen


Du nicht. Viele andere sehr wohl.


Wenn du schon zitierst, dann bitte auch vollständig. Alles andere ist keine Diskussionsgrundlage. Also mach es bitte, wie man es in einer vernünftigen Diskussion macht!


foe! schrieb:
Auch ich lese gelegentlich ein paar dieser Magazine, würde aber deshalb noch lange nicht auf die Idee kommen, mir Klangschalen, ein mit irgendwelchen Weltraumkristallen versetztes Rack oder sowas zu kaufen - was entscheidet, sind die Ohren, das Auge und die Regierung zu Hause (und das Bankkonto). Man sollte eigentlich von jedem erwachsenen Leser erwarten können, die Berichte und Artikel in der Fachpresse angemessen reflektieren zu können.




ischl schrieb:

Sie erledigen es eben nicht. Sie ordern bei den Herstellern/Vertrieben Geräte, messen ein wenig daran herum und schildern ihre subjektiven Klangeindrücke. Sie beurteilen weder den konstruktiven Aufbau, noch die Qualität der verbauten Komponenten noch den so wichtigen Service im Garantiefall noch bekannte Klagen von Besitzern. Und exakt diese Kriterien sollten unverzichtbarer Bestandteil eines jeden (guten) Tests sein. Wären sie es, bekäme manch hochgejubeltes Gerät noch nicht mal ein Eselsohr.

Verzeihung - aber du hast es nicht begriffen. Wie läuft denn der Bewertungsprozess, den du und ich und alle durchführen, wenn sie sich neue Geräte anschauen? Angucken, anfassen, hören, bewerten. *Genau* das machen auch die Fachmagazine - manche messen nach, manche nicht - und drucken es schließlich ab.

Der Fehler liegt absolut nicht daran, dass Fachmagazine Qualitäten messen und bewerten. Der Fehler liegt daran, dass die Leute die Dinge abkaufen, ohne sie zu reflektieren und mit ihren eigenen Bedürfnissen zu matchen. Wir leben hier in einer Gesellschaft von lauter freien Menschen. Und wenn jemand dann Schrott gekauft hat, dann nicht, weil Zeitschrift xy das Ding zu gut bewertet hat, sondern einzig und allein, weil man nicht gewissenhaft genug recherchiert und getestet hat.

(Alles andere sind faule Ausreden jener Leute, die am liebsten täglich von einer Horde Leibeigener alles nützliche und angenehme ans Bett gebracht haben möchten, ohne auch nur einmal selbst das Gehirn anzuschalten.)
focal_93
Inventar
#42 erstellt: 04. Mrz 2008, 21:51

ischl schrieb:
...Sie beurteilen weder den konstruktiven Aufbau, noch die Qualität der verbauten Komponenten...


Hi ischl,

hier muss mal 'ne Lanze für die Redakteure der Image Hifi brechen. Genau darüber schreiben sie immer seitenlaaaaaang.

So genau will ich es manchmal gar nicht wissen.

Wirklich wichtige Themen (Raumakustik!!!) kommen dagegen immer zu kurz.


Grüsse

Uwe
grappus
Stammgast
#43 erstellt: 04. Mrz 2008, 22:01
moin,
hier ist doch der punkt.
dem einen ist dies zu viel, dem anderen das gleiche zu wenig. gerade image hifi schert sich einen dreck darum und gibt subjektive meinungen wieder- K E I N E tests. wer nun was für sich daraus macht, sich welchen schuh anzieht, entzieht sich auf diese art der ausdrücklich betonten subjektivität der verantwortung der autoren.
geschickt gemachtes konzept-gefällt mir aber trotzdem gut!
grüße aus dem norden
grappus
ischl
Stammgast
#44 erstellt: 04. Mrz 2008, 22:18
foe! schrieb:

Wenn du schon zitierst, dann bitte auch vollständig. Alles andere ist keine Diskussionsgrundlage. Also mach es bitte, wie man es in einer vernünftigen Diskussion macht!


Wozu jedesmal den kompletten Kram zitieren? In der Regel zitiere ich nur jene Passagen, zu denen ich mich äußern will.


Verzeihung - aber du hast es nicht begriffen


Bitte um Verzeihung angenommen.


Der Fehler liegt absolut nicht daran, dass Fachmagazine Qualitäten messen und bewerten


Am Messen sich nicht. Am Bewerten sehr wohl.


Und wenn jemand dann Schrott gekauft hat, dann nicht, weil Zeitschrift xy das Ding zu gut bewertet hat, sondern einzig und allein, weil man nicht gewissenhaft genug recherchiert und getestet hat.


Nicht jeder potenzielle Käufer ist in der Lage, gewissenhaft zu recherchieren. Allein schon mangels relevanter Kenntnisse nicht. Insofern hat es sich eingebürgert, dass Special-Interest-Medien eine gewisse Hilfestellung bieten (sollen). Wie es beispielsweise auch die Auto, Motor& Sport praktiziert, die zumindest technisch belastbare Aussagen trifft. Auf deren Basis lässt sich dann seitens des Lesers/Käufers testen bzw. probefahren und entscheiden. Liefert ein ausgewiesenes Hifi-Fachmedium hingegen in seinen "Tests" lediglich größtenteils Blabla, hat es seine Legitimation verloren.
ischl
Stammgast
#45 erstellt: 04. Mrz 2008, 22:21
grappus schrieb:

gerade image hifi schert sich einen dreck darum und gibt subjektive meinungen wieder


Exakt.
Und deswegen ist mir so ein Magazin auch lieber, als das der selbsternannten Test-Gurus.
plönlein
Stammgast
#46 erstellt: 04. Mrz 2008, 23:10
Hallo.

Langsam komme ich durcheinander, ischl. Erst schreibst Du, dass ein Hifi-Testmedium seine Legitimation verliert, wenn sie nur Blabla veröffentlicht, und dann lobst Du die IH, weil die Berichte darin (die ja auch ohne angefügte Rangliste letztlich Tests sein wollen) ungezügelte Subjektivität bieten. Nun denn.

Das Problem ist doch, dass man ohne entsprechendes Wissen eigentlich auf Informationen beispielsweise der Fachmagazine angewiesen ist. Und die arbeiten - wenn auch nicht gesteuert - so doch Hand in Hand mit den Fachverkäufern und somit letztlich den Herstellern. Deshalb gibt es Kabel-, CD-Player-, Klangschalen- und Weißderfuchs-Klang.
Insofern gebe ich all denen Recht, die beklagen, dass die Fachmagazine nicht Anwälte der Leser/Verbraucher, sondern Erfüllungsgehilfe der Hersteller sind. So verspielen sie jedoch ihre Glaubwürdigkeit und schaden sich damit auf lange Sicht selbst.

Und grundsätzlich: Anzeigenabteilungen und Redaktion sind üblicherweise im Journalismus strikt getrennt. Ebenso grundsätzlich enthalten journalistische Beiträge auch keine Meinung, sie sind ja schließlich zur Information da; Ausnahmen sind Kommentar, Glosse oder Kritik - diese sind zumeist gekennzeichnet.
Testberichte sollten demnach weitestgehend objektiv gehalten sein (Vorstellung des Geräts samt seiner Daten); daran kann sich dann eine subjektive Seite anschließen (der Höreindruck). Wichtig wäre dann bloß, das Subjektive kenntlich zu machen. Schaut man sich die Hifi-Blätter jedoch an, so werten sie permanent. Mega, Super, Spitze - derlei Worte finden sich schon in Überschriften. Letztlich wird nicht mal mehr der Versuch unternommen, objektiv zu sein oder Objektivierbares abzuliefern.

Gruß, p.
Hüb'
Inventar
#47 erstellt: 05. Mrz 2008, 07:01

ischl schrieb:
Wozu jedesmal den kompletten Kram zitieren? In der Regel zitiere ich nur jene Passagen, zu denen ich mich äußern will.

Alles Andere bläht Thread nur unnötig auf und ist ausdrücklich NICHT erwünscht!
ischl
Stammgast
#48 erstellt: 05. Mrz 2008, 09:33
plönlein schrieb:

Erst schreibst Du, dass ein Hifi-Testmedium seine Legitimation verliert, wenn sie nur Blabla veröffentlicht, und dann lobst Du die IH, weil die Berichte darin... ungezügelte Subjektivität bieten.


Deine Kritik ist okay - war meinerseits deppert formuliert. Richtig ist, dass mir ein Magazin, das aus seiner Subjektivität keinen Hehl macht, lieber wäre als eines, das sich einen objektiven Anstrich gibt - gleichwohl jedoch ebenso subjektiv ist. Davon abgesehen kaufe ich dergleichen eh nicht und überfliege diese Heftchen nur, wenn sie mal irgendwo rumliegen.


Und grundsätzlich: Anzeigenabteilungen und Redaktion sind üblicherweise im Journalismus strikt getrennt.


Aber nur räumlich. Ein Medium finanziert sich aus Abos/Verkäufen und - in weit größerem Maße - durch Anzeigen. Und bei den Special-Interest-Magazinen läuft die Sache immer und ausnahmslos so ab, dass die Redaktion einen "Test" ins Auge fasst und gleichzeitig die Anzeigenabteilung beim Hersteller/Vertrieb eine Schaltung aquiriert. Kommt eine Anzeigenplazierung zustande, wird getestet. Kommt sie nicht zustande, wird der Test verschoben oder das Fazit fällt entsprechend aus. Zudem ist es bei vielen Verlagen so, dass die Hefte zu Jahresanfang weitaus dünner sind, als zum Jahresende - obwohl man sie mit "journalistischem" oder redaktionellem Material gut doppelt so dick machen könnte. Der Grund liegt einfach darin, dass vor dem Weihnachtsgeschäft mehr Anzeigen geschaltet werden, als zB zur Faschingszeit. Und just dies wirkt sich redaktionell aus.


Ebenso grundsätzlich enthalten journalistische Beiträge auch keine Meinung


Das war mal so. Heutzutage ist es ein Leichtes - und wird auch oft und gerne praktiziert - durch entsprechende Wortwahl und Diktion auch in einem vermeintlich objektiven Bericht eine Meinung unterzubringen. Jeder halbwegs gute Schreiber beherrscht dies aus dem ff.

Übrigens - und ich formuliere dies mal sehr dezent - soll es schon desöfteren vorgekommen sein, dass "Tests" nur anhand von herstellerseitig gelieferten Datenblättern und Messdiagrammen verfasst wurden. Und es soll auch schon vorgekommen sein, dass ein Vertrieb die "getesteten" Lautsprecher exakt in dem (verpackten) Zustand wieder abgeholt hat, in dem sie angeliefert wurden.
plönlein
Stammgast
#49 erstellt: 05. Mrz 2008, 09:58
Hallo.

@ischl:
Ich bin selbst Journalist. Deshalb habe ich aufgeschrieben, was generell gilt/gelten sollte - und was bei uns, bei einer Tageszeitung, meines Erachtens auch gilt. Ich verhandle nicht mit Anzeigenkunden und ich habe auch noch nicht erlebt, dass wegen eines Anzeigenkunden Druck auf mich ausgeübt worden wäre. Das heißt nicht, dass von deren Seite (ebenso wie beispielsweise auch von Politikern) nicht Begehrlichkeiten bestünden, doch wenn man weiterhin ernst genommen werden will, darf man dem eben nicht nachgeben.
Bei Special-Interest-Magazinen oder anderen Publikationen mag das anders laufen, das kann ich allerdings mangels entsprechender eigener Erfahrungen nicht beurteilen. Natürlich habe auch ich schon Geschichten gehört, wonach Geräte überhaupt erst getestet wurden, wenn Anzeigen geschaltet wurden oder die Geräte beim Verlag verbleiben durften, derlei kursiert hier im Forum ja auch zur Genüge. Leider bestärken die Zeitschriften einen ja noch, derart böse Vermutungen zu hegen, da sie ernsthafte Kritik nicht mehr üben, sondern nahezu alles in den Himmel loben.

Gruß, p.
ischl
Stammgast
#50 erstellt: 05. Mrz 2008, 10:26
@plönlein:

Auch bei Tageszeitungen gibt es "Sachzwänge". Nicht selten werden im Lokal- oder Regionalteil irgendwelche Geschäfts- oder Firmenporträts publiziert oder Unternehmen laden anlässlich einer Erweiterung etc. zu Pressegesprächen. Natürlich erwarten sie eine rundherum positive Darstellung und natürlich schalten sie auch Anzeigen - die Geschickteren meist ein paar Tage später, um keinen Zusammenhang erkennen zu lassen. Doch kann man derlei Praktiken noch tolerieren, da sie sich in engem Rahmen halten.
ruedi01
Gesperrt
#51 erstellt: 05. Mrz 2008, 10:39
Ich denke, einen Aspekt, warum die Hifi-Magazine heute ihre Schwierigkeiten haben, ihre Leser zu finden, dürfte auch darin liegen, dass der Interessierte heute noch weitaus mehr Möglichkeiten hat, sich zu orientieren. Dieses Forum hier, in dem Erfahrungen und Fakten auf breiter Ebene ausgetauscht werden können, zu nahezu jedem relevanten Themenkreis der U-Elektronik, gab es ja vor 15 Jahre noch nicht.

Auch andere Plattformen, wie dooyoo und ciao bieten die Möglichkeit an Informationen heran zu kommen, auch das ist neu.

Ich denke auch, der Konflikt zwischen den ‘Anforderungen‘ der Anzeigenkunden einerseits und den Redakteuren andererseits, die an einer seriösen Berichterstattung interessiert sind (das setzte ich jetzt mal einfach voraus), hat es auch schon vor 20 Jahren gegeben, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Ich weiß nicht, vielleicht ist dieser Druck heute ja stärker als früher, weil die wirtschaftlichen Zwänge größer geworden sind....

Daneben gibt es seit einigen Jahren neue Publikationen im Bereich Hifi und Audio. Wenn man sich die ganzen Gazetten des berüchtigten Michael E. Brieden Verlages so ansieht, weiß man was ich meine. Diese Heftchen zeichnen sich ja nicht gerade durch eine strukturierte, objektive und detaillierte Berichterstattung aus, da hat man den Eindruck die ‘Tester‘ packen die Gerätschaften aus, spielen ein wenig damit herum und lesen vielleicht noch die Handbücher.... Hier wird halt geboten, was die Masse erwartet und das bekommt sie auch: plakative Infohäppchen, einiges Bla-Bla drumherum, schön verpackt in ein attraktives Layout und das Ganze ohne irgendjemandem weh zu tun...ach ja und billig sind die Heftchen natürlich auch noch. Der Informationswert dieser sehr erfolgreichen Druckwerke geht dabei ziemlich nahe gegen Null. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass die anderen ‘seriösen‘ Zeitschriften sich ein wenig anpassen mussten.

In so fern ist der Vorwurf, dass viele nicht mehr bereit sind weiter zu denken oder überhaupt noch irgendwie das eigene Gehirn einzuschalten nicht ganz abwegig. Aber vielleicht haben sich auch nur die Ansprüche verschoben. In einigen Diskussion hier im Forum zum Thema analoges Hifi und Plattenspieler gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, dass Dinge wie Optik und Prestige bei vielen wichtiger sind, als technische Eigenschaften und natürlich klangliche Qualitäten. Was soll man da noch mit harten Fakten, spielt doch eh keine Rolle mehr...

Ich denke, es gibt letztlich viele Gründe für den ‘Niedergang‘ der seriösen Druckberichterstattung in Sachen Audio und Hifi...

Gruß

RD
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