Was taugt Sherwood-Hifi?

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ta
Inventar
#1 erstellt: 08. Jul 2005, 16:51
Hi. Mich würde mal interessieren, was ihr hier so über Sherwood und die aktuellen Modelle denkt.

-Irgendwie ist Sherwood ja offenbar eine sehr exotische Marke.

-Früher gabs mal ein paar Komponenten bei Conrad.
Daher ist mir die Firma noch dunkel in Erinnerung.

-Trotzdem wird sie ab und zu mal genannt.

-Einige Leute scheinen sogar darauf zu schwören?

-Liegt der Exotenstatus an der Qualität oder an der Distribution?

-Wie schlägt sich Sherwood gegen andere Komponenten der Klasse (Sony, Pioneer, Yamaha, Denon) qualitativ, konstruktiv und Preis-Leistungs-Mäßig?

-Was sagt uns das wenn die Komponenten bei vergleichsweise niedrigen Stückzahlen so billig sind?


[Beitrag von ta am 08. Jul 2005, 16:56 bearbeitet]
dertelekomiker
Inventar
#2 erstellt: 08. Jul 2005, 18:32

ta schrieb:
-Was sagt uns das wenn die Komponenten bei vergleichsweise niedrigen Stückzahlen so billig sind?

Wer sagt Dir, dass die Stückzahl niedrig ist, nur weil die Marke in D ein Exot ist?

Die bauen recht solide Sachen. Die eine oder andere positive Überraschung ist auch mal dabei. Sind in den USA sehr verbreitet.
silberfux
Inventar
#3 erstellt: 08. Jul 2005, 18:50
Hi, ich habe mehrere Sherwood Teile im Betrieb (große Wohnung, in allen Zimmern muss man natürlich Musik hören können). Das eine ist ein älterer Vorverstärker, zu dem mir leider die Endstufe fehlt. Außerdem 2 Dolby Surround Receiver. Die Verarbeitungsqualität ist bei allen Teilen gut. An der Soundqualität gibt es nichts zu meckern. Sherwood soll vor einiger Zeit mal führend bei der Herstellung von Heimkino-Receivern gewesen sein und u.a. für Kenwood und andere Marken produziert haben. Kein HiEnd, aber verlässliche und überdurchschnittliche Gebrauchsqualität. Mit aktuellen Produkten habe ich keine Erfahrungen, jedoch eher Zweifel, ob diese noch dem damaligen Anspruch gerecht werden. Anhaltspunkt ist ebay, wo die älteren Sherwoods immer noch ganz gute Preise erzielen.

Gruß Silberfux
Röhrender_Hirsch
Inventar
#4 erstellt: 08. Jul 2005, 20:17
meinkino
Inventar
#5 erstellt: 09. Jul 2005, 09:42

ta schrieb:

-Was sagt uns das wenn die Komponenten bei vergleichsweise niedrigen Stückzahlen so billig sind?


kennst du die stückzahlen? würde mich mal interessieren, was die so pro Tag herstellen.
mamü
Inventar
#6 erstellt: 09. Jul 2005, 09:43
Soweit ich weiß,ein Süd-Korea Produkt.

Selber erstmals 1992 davon gehört, weiter aber keine Erfahrungen.

Ansprechpartner vielleicht, zumindest hatte er damals Sherwood, Werner Enge Klipsch Vertretung in Elze. Einfach mal telefonisch nachfragen.
meinkino
Inventar
#7 erstellt: 09. Jul 2005, 09:43
GandRalf
Inventar
#8 erstellt: 09. Jul 2005, 12:27
Moin auch,

Sherwood ist die "Hausmarke" der Inkel Corp. Die Firma Inkel ist in Fernost einer der größten Unterhaltungselektronik Hersteller.
Die stellen z.B. Heimkinoverstärker für "Marantz" und andere Große der Branche her.

Hier mal ein Link nach Korea:

h**p://www.etronics.co.kr/audio/hometheater_1.html

Wundert euch aber nicht, wenn ihr einige optische Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten mit Geräten anderer Hersteller feststellt.



[Beitrag von GandRalf am 09. Jul 2005, 12:37 bearbeitet]
xenokles
Stammgast
#9 erstellt: 09. Jul 2005, 13:05
Meine Schwester hatte einen Sherwood-Receiver, so um 1994 denke ich. Grauenvoller Schrott. War aber billig...
ta
Inventar
#10 erstellt: 09. Jul 2005, 14:06
Das mit den stückzahlen hatte ich nur angenommen, weil wenns die Teile kaum wo zu kaufen gibt, würden sie ja nicht so hoch sein können...

Interessant ist, daß Sherwood für viele andere produziert.
Fakt ist also, daß die Werke in der Lage sind, anständige Geräte zu bauen.

Das sagt aber noch nix darüber aus, wie die aktuellen Sherwood-Geräte verglichen mit anderen in ihrer Preisklasse abschneiden. Auch in gut ausgestatteten Fabriken kann man ja theoretisch minderwertige Komponenten verarbeiten...

Aber rein von den Daten sieht ja dieser Amp
http://www.sherwood-...22_30/products_id/49
Maximale Stromaufnahme angeblich 430W??

und dieser CD-Player
http://www.sherwood-...22_32/products_id/52

nicht so schlecht aus.
Wie schlägt sich der Kram klanglich und qualitativ gegen Yamaha oder Pioneer?

EDIT:
oder der hier:
http://www.sherwood-mba.de/product_info.php/products_id/45


[Beitrag von ta am 09. Jul 2005, 14:25 bearbeitet]
george
Stammgast
#11 erstellt: 09. Jul 2005, 21:18
"Interessant ist, daß Sherwood für viele andere produziert.
Fakt ist also, daß die Werke in der Lage sind, anständige Geräte zu bauen."

Nein, die Hersteller, die meinen es nötig zu haben ihre eigenen Werke aufzugeben und wertvolles Know-How durch anonyme Billig-Produktion z.B. bei Inkel zur "Flexibilsierung" und "Kostenoptimierung" aufzugeben sind qualitativ und auch im Preis/Leistungsverhältnis (auch billig kann teuer sein) kritisch zu bewerten.

Aber was rede ich da, ich könnte jetzt natürlich mehrere Hifi-Hersteller nennen, die einen anderen Weg eingeschlagen haben - diese müssen sich aber auch preislich nicht mit den Sherwood-Geräten messen. Wenn die in Frage kommende Konkurrenz sich nur durch den Namen unterscheidet, kann man sich sicherlich auch mit Sherwood näher befassen.
ta
Inventar
#12 erstellt: 09. Jul 2005, 23:38

george schrieb:

Nein, die Hersteller, die meinen es nötig zu haben ihre eigenen Werke aufzugeben und wertvolles Know-How durch anonyme Billig-Produktion z.B. bei Inkel zur "Flexibilsierung" und "Kostenoptimierung" aufzugeben sind qualitativ und auch im Preis/Leistungsverhältnis (auch billig kann teuer sein) kritisch zu bewerten.


Muß ja nicht sein.


Sicher ist es ja teurer, so nen Bestückungsautomaten nen halben Tag eine exotischere Verstärkerplatine Löten zu lassen und ihn für den Rest des Tages stillzulegen. Da ist es sicher sinnvoller, sich sozusagen mit anderen Herstellern zusammenzutun und sich produktiv einen Hochleistungsautomaten zusammen zu Teilen, der dann rund um die Uhr ausgelastet werden kann. Und wenn dieser Automat gut arbeitet, aber eben bei Inkel steht...who cares? Immerhin haben die Hersteller einen Namen zu verlieren, wenn sie den auf qualitativ minderwertige Ware draufpappen würden. Insofern IMHO legitim - die Globalisierung halt...

Mich betrifft das ja eh nur zum Teil mit meinen Pioneer-Komponenten. Der Verstärker ist Made in Japan. CD-Player und Tuner sind Made in the UK - genau wie die Aiwa-Anlage meiner Eltern... Gibts auf der Insel etwa auch so ne Firma wie Inkel?

Ist ja letztens auch total egal.
Ich wollte eigentlich nur mal wissen, ob man Sherwood z.B. an Einsteiger empfehlen kann, denen wird ja meist Yamaha mit den 396er Geräten nahe gelegt...
meinkino
Inventar
#13 erstellt: 10. Jul 2005, 13:49
mich hat die endstufe von sherwood auch nicht so überzeugt:
http://62.206.102.34/forums/showthread.php?t=59195
-Fabio-
Inventar
#14 erstellt: 10. Mai 2009, 14:24
Ich kenn die Marke erst seit heute
Ich hab das Bedienteil einer alten Kompaktanlage von Sherwood geschenkt bekommen und bin recht zufrieden.
Hätte es schlechter eingeschätzt und Leistung hat das Teil auch noch
Nich so viel wie mein NIKKO TRM-750, aber zum etwas leiseer hörn genug

Sherwood P-363RDS

3-fach CD-Wechsler.
2 Kasettendecks
und Radio.

Hab meinen Compi dran angeschlossen.
thorkar30
Stammgast
#15 erstellt: 01. Jan 2013, 14:37
hallo.... ich habe einen Sherwood pm-9800 Plattenspieler er ist sehr gut und mit einem audio technica Tonabnehmer ist es ein wirklich super gutes Gerät !!!!
mfg
thorkar30
Stammgast
#16 erstellt: 01. Jan 2013, 18:22
20130101_175856 20130101_175851 20130101_181358
alfa.1985
Inventar
#17 erstellt: 01. Jan 2013, 19:26
Hi,

thokar30 - irgendwie kommt mir der pm-9800 etwas vertraut vor - Direktriebler manuell ?


hallo.... ich habe einen Sherwood pm-9800 Plattenspieler er ist sehr gut und mit einem audio technica Tonabnehmer ist es ein wirklich super gutes Gerät !!!!
mfg


Links On/Off und Stroboskop, darunter Start/Stop, rechts Nadelbeleuchtung (versenkbar?), rechts Pitchregler und ganz links oben - Ablagestelle für Puck. Lediglich die Tasten für dei Geschwindkeit sind bei Deinem Sherwoord links und nicht wie im Beispiel rechts zu finden.

Der Tonarm sieht wesentlich wertiger aus als bei dem unten abgebildeten Modell - aber eine gewisse Ähnlichkeit scheint da zu sein :-)

Dual DTJ 301 USB

Mit einem vernünftigen Tonarm und einem anständigen System (ich meine nicht die Teile des im o.a. Links) kann das ein wirklich gelungener Einstiegsdreher sein, der zuverlässig arbeitet.

Muss also OEM Ware aus Fernost immer schlecht sein ? Meiner Ansicht nach nicht - ich habe von meinem Bruder einen 30 Jahre alten Tensai Riementriebler im Keller stehen, der alle sieben Jahre mal einen neuen Riemen bekommt und mit dem nachgerüsteten Ortofon System auch heute noch wirklich gut klingt.

Viele Grüße & viel Spaß mit Sherwood

alfa


[Beitrag von alfa.1985 am 01. Jan 2013, 19:43 bearbeitet]
thorkar30
Stammgast
#18 erstellt: 01. Jan 2013, 19:41
soweit ich weiß ist er ein qualitativ hochwertiger nachbau des technics mk2 der heute immer noch so rund 1300 € kostet .....
http://www.recordcas...07&PID=Froogle&ls=de

viele firmem kopieren das Design aber mit usb und zeug hat er wirklich nix am hut ......
dieses Gerät konnte man schon für paar Hunderter bekommen seiner zeit.......
alfa.1985
Inventar
#19 erstellt: 01. Jan 2013, 19:46
Hi,

da hast Du wirklich Recht - offensichtlich übernehmen viele neue Hersteller bekannte Designs - und das gerade in Fernost - blöd dass ich darauf nicht selbst gekommen bin

Also noch viel Spaß mit Deinem Sherwood und guten Start ins neue Jahr

alfa
thorkar30
Stammgast
#20 erstellt: 01. Jan 2013, 19:48
ja dir auch ....
tallauscher_
Inventar
#21 erstellt: 15. Aug 2016, 14:25
Auch wenn das hier schon etwas älter ist - Sherwood hat sehr viele schöne Teile gebaut, hab einiges davon bei mir rum stehen. Heute ist es um die Marke ja eher sehr still geworden, außer in den Staaten, da kann man die Dinger immer noch kaufen - bei Woolworth und Wallmart..... auf dem "Grabbeltisch" ....
Aber früher......... also eine vintage Anlage von damals, da kann man auch Heute noch so einiges wirklich "alt" aussehen lassen....
Gruß
Ralf_Hoffmann
Inventar
#22 erstellt: 15. Aug 2016, 14:33
http://images.google...wFA&bih=909&biw=1600

Und gebaut haben sie z.B Prachtstücke wie diese: http://images.google...wBA&bih=909&biw=1600

Und natürlich später viel viel Massenkram, der keinen Hund hinterm Ofen vorzog
tallauscher_
Inventar
#23 erstellt: 15. Aug 2016, 17:08
Stimmt, Massenkram
bei mir steht unter anderem dieses Teil:

Opus/

Unglaublich hochwertig aufgebaut, wenn auch noch nicht so alt.
Der Vollverstärker - ein Traumaufbau - konkret dual Mono.....incl. vergolteter Leiterbahnen IM INNEREN was keiner sieht.....
Wer würde das schon bei Sherwood vermuten......
Hat aber keine (negativen) Klangbeeinflusser....
Ein ziemlich geiler Verstärker ist das.... hängen auch hochwertige LS dran.....
Gruß

Aber es gab noch viel mehr Tolles von Sherwood......
Passat
Moderator
#24 erstellt: 16. Aug 2016, 09:38
Oder die Tema-Geräte:


Vorstufe P-1
Endstufe A-1
CD-Player CD-1

Die Endstufe wiegt 40 kg und hat 2x 500 Watt RMS!

Grüße
Roman
tallauscher_
Inventar
#25 erstellt: 16. Aug 2016, 12:36
Ja Roman,
ich glaube die Tema Serie war mit das Hochwertigeste. Habe ich noch nie gehört bzw. in echt gesehen.
Wurde ja leider nur in limitierter Auflage gebaut.

Ein wenig darunter angesiedelt diese feine Endstufe:

AM7040aussen

AM7040innen

Auch dual Mono, ein "Eisenschwein" mit knapp 25kg Gewicht und Leistung bis zum Abwinken.
Klingt aber auch leise sehr schön und dank MOSFET's auch sehr sanft bzw. "röhrig".
Ende der 80er, Anfang der 90er gebaut.

Grüße
Axel
Madddin_1987
Stammgast
#26 erstellt: 07. Dez 2016, 15:07
Habe letztens günsitg einen gebrauchten Sherwood RX-772 und den dazugehörigen CD-Player geschossen. In Anbetracht des Neupreises der beiden Geräte habe ich schon vermutet, das mich der Verkäufer übers Ohr hauen will.

Beide Geräte kamen aber in super Zustand bei mir an und was soll ich sagen? Ich bin ziemlich beeindruckt. Im Vergleich mit meinem NAD C316 ziehe ich aktuell den Sherwood sogar vor. Verarbeitung und Haptik sind super. Rückseitig gibt es vernünftige massive Schraubklemmen und sogar die Knöpfe an der Front sind teilweise aus Metall. Das hätte ich so nicht erwartet.
Der Sound gefällt mir mit meinen B&W CM5 prima. Sehr feine Darstellung bei Saiteninstrumenten (bei vielen Verstärkern empfinde ich hier eine Verzerrung / der Saitenanschlag kommt nicht glasklar). Hier hatte sich damals auch der NAD gegen aktuelle Vertreter von Denon, Yamaha und Pioneer durchgesetzt (verglichen im Elektronikmarkt).
Von daher sehe ich Sherwood auf jeden Fall als Geheimtip und würde ihn den üblichen Vertretern vorziehen. Gerade gebraucht bekommt man die Geräte ja sprichwörtlich hinterhergeworfen. Meinen NAD dagegen könnte ich heute fast zum Einkaufspreis wieder los werden.
CHICKENMILK
Inventar
#27 erstellt: 06. Nov 2018, 12:21
Sherwood hat schon sehr hochwertige Geräte gebaut.

Hie die Innenansicht meiner AM9080 Endstufe:
Sherwood AM9080 Endstufe + P965 Vorstufe
tallauscher_
Inventar
#28 erstellt: 27. Nov 2018, 18:52
Hier mal noch ein Foto einer Endstufe von Innen.
TEMA Innenansicht
Ohne viel Bla Bla…..
ist halt "nur" Sherwood, etwas ähnliches hat nur Krell, ML, nicht einmal Theshold gebaut
Müssen ja nicht alle im Forum lesen - kurzschlussfest, das soll heißen bis 0,5 Ohm garantiert!!!!
Bringt die Vielzahl der vorhandenen Stromkreise zum Schmelzen, ähnlich einer Bugatti Glockenklang
Califax3
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 27. Nov 2018, 22:09
Bei mir sieht Sherwood so aus:

Sherwood S-8900A

Ist mein Arbeitstier und hat wirklich nichts mir Korea zu tun
tallauscher_
Inventar
#30 erstellt: 29. Nov 2018, 19:10
@ Califax3:
Und das sieht richtig gut aus
Sieht das nur so aus als ob ganz links ein Birnchen kaputt ist? (Feld/Signalstärke)
Falls Birnchen OK, neues Foto, falls nein, ersetzen. Wie das Teil klingt weis ich, seeeeeehr gut
Califax3
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 02. Dez 2018, 20:40
Das Bild wurde mit aktiven Phonoeingang gemacht. Daher Feldstärkeanzeige aus.
Dennoch, als ich gerade ein neues Foto machen wollte, musste ich feststellen, dass das Lämpchen tatsächlich das Zeitliche gesegnet hat.
Das wird natürlich in Ordnung gebracht. Danke für den Hinweis!

Der alte Ami klingt wirklich traumhaft (ist aber auch recht pflegebedürftig).
olsoundb
Stammgast
#32 erstellt: 03. Dez 2018, 11:40
Sherwood war mal ein sehr renommierter amerikanischer Produzent. Mit einer der ersten, die von Röhre auf Transistor umstellten, also sehr früh und lange auf dem Markt. Allerdings mehr auf amerikanische Bedürfnisse eingestellt. In etwa zeitgleich mit Firmen wie z. B. Fisher ( "The Fisher"). Vertrieben wurden die Sachen vorwiegend in Amerika von solchen Firmen wie Wal-Mart oder Tandy / Radio Shack; alles uramerikanische Gewohnheiten. Ganz so edel wie eben Fisher waren sie halt nicht, aber durchaus alltagstauglich und meist auch ansprechendes Design. Ende der 60er - Anfang der 70er Jahre kamen dann die Japaner. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben die Reiskocher (keine Beleidigung) bekanntlich gehörig was auf die Füße gestellt. Mit dem Renommee war das bei denen halt so eine Sache, die wollten aber immer auch bei der Weltspitze mitmischen und haben dann solche Firmen wie Fisher und letzten Endes auch Marantz etc. vereinnahmt. Gab ja auch genug deutsche Firmen, die dieses Schicksal teilten.
Der Clou an der Sache war dann, dass die Japaner ihrerseits Wege suchten, noch preisgünstiger zu produzieren und ließen dann gar nicht so geringe Mengen in Taiwan oder Korea herstellen. Ist ein wenig kompliziert, dieser verschlungene Marktmechanismus. Da will ich jetzt keinen Roman schreiben, nur ein paar kleine Fallbeispiele. Da ließ dann z. B. Pioneer die eigenen Sachen weiter in Japan bauen, baugleiche oder oft nur vom Design leicht veränderte Geräte in großen Stückzahlen in Korea zusammenbraten. Die durften natürlich nicht Pioneer heißen und kamen unter recht exotischen Namen auf den Markt, vorwiegend mit exotischen Namen wie Hibiki, Harksound usw. Tensai hat z. B. seinen Ursprung bei Mitsubishi. Etcetera pepe. Um mit diesen dann noch günstiger als in Japan gebauten Dingern noch ein wenig Glanz in die Hütte zu bringen nahmen die Japaner auch gerne solche Namen wie Sherwood oder Watson.
Es würde hier nun viel zu weit führen, die ganzen Zusammenhänge und Marktmechanismen zu zerpflücken. Lassen wir es dabei: Geräte von solchen Marken sind bis sagen wir mal Ende der 80er Jahre absolut konkurrenzfähig, weil man bis dahin noch Wert auf Qualität legte. Schlimm ist es erst, als seit Anfang / Mitte der 90er die richtige Massenproduktion explodierte. Dabei ist es bis heute geblieben. Neue Marken drängen auf den Markt, das Meiste davon kommt mittlerweile aus China. Schickes Design, Einsatz neuer und neuester Technik, unschlagbare Preis - nur Klang und Qualität bleiben auf der Strecke.
Um das nun abzuschließen: Sherwood war eine Klasse Marke. Alles von denen was bis Ende der 80er Jahre auf den Markt kam kann man bedenkenlos empfehlen.
tallauscher_
Inventar
#33 erstellt: 03. Dez 2018, 17:58
Nabend olsoundb,
danke für deine Infos.
Aber warum abschließen?
So ganz unterschreiben mag ich deinen Text nicht. Du hast nicht einmal erwähnt für welche Hersteller Sherwood/Inkel Geräte zusammen gepappt hat und für wen sie es Heute noch tun
Und ich könnte dir doch einige Geräte nach den 80ern aufzählen, die keinen Vergleich scheuen müssen.
Ich überlege die ganze Zeit ob es nicht eine gute Idee wäre einen Sherwood(Inkel)Thread zu eröffnen.
Vielleicht hätte der ein oder andere ja Interesse daran.
olsoundb
Stammgast
#34 erstellt: 03. Dez 2018, 22:28
Hi Tallauscher - und natürlich alle Anderen. Mit "abschließen" war lediglich mein ohnehin schon viel zu langer Beitrag gemeint. Ich neige leider dazu, gewisse Themen episch auszubreiten. Also sorry für meine zugegeben sehr leicht falsch zu verstehende Formulierung.
Und zum Thema Sherwood & Co - die Hersteller, Vertriebe, Produktion und das Ganze Brimborium haben sich immer weiter verzweigt, während die NAMEN in immer weniger Händen zusammenliefen. Dazu ein Fallbeispiel. Ein gewisser Herr Matsushita - per se nicht nur ein exzellenter Elektroniker sondern auch begnadeter Kaufmann - fing in einer Hinterhof-Werkstatt mit der Produktion von Radios und Verstärkern an. Die Firma wurde immer größer und um die Produktpalette zu erweitern und abzugrenzen - unter Matsushita wurden mehr Bauteile und Module gebaut, Panasonic fertigte schon Endgeräte - wurde Panasonic gegründet; unter dem "Dach" von Matsushita Electronics. Dann kamen die mechanischen Geräte dazu: Cassettenrecorder, Plattenspieler, Bandmaschinen. Um die Sparte klar abzugrenzen wurde der Name "Technics" gewählt. Die Marke kennt ja wohl jeder. Was aber kaum jemand weiß: ist alles ein und derselbe Brei. Matsushita eben. Ziemlich parallel entstanden andere Giganten und hier möchte ich Sanyo anführen. Hat am Anfang das meiste Geld damit verdient, dass von der Marke jede Menge kleine, tragbare Radios produziert und wegen dem günstigen Preis und der zuverlässigen Technik und Qualität millionenfach verkauft wurden. Sanyo wurde immer größer - und wollte immer in der Weltspitze mitmischen. Also auch wieder neue Sparten und Firmen (Namen) zugekauft oder gegründet. Sharp z. B. War auch mal eine amerikanische Firma so weit ich weiß. Das klang dann schon besser wie der als Billigheimer abgekanzelte Name Sanyo. Was haben die bei Sanyo nicht alles gebaut: vom Autoradio bis zum Zahnarztbohrer alles was mit Elektrizität zu tun hat. Ab den 70ern kamen Plattenspieler dazu. Weil da so ein Bedarf herrschte wurde gleich eine komplette Fabrik aus dem Boden gestampft. Und ein neuer, zusätzlicher Name musste her: C.E.C. (Central Electric Company) Chuo Denki (Denki ist jap. für Elektrizität / Strom). Ich war mal in der Fabrik in Saitama zu Gast. Das ist so 50-60 km Nord-Nord-West von Tokio. Ungeheuerlich was da in der Fabrik von den Ausmassen einer Kleinstadt vom Band purzelte. Fast alles vollautomatisch, in dem Reisenkasten waren grade mal 300 Menschen zu finden. Das war mal der größte Hersteller von Turntables.So ziemlich jeder japanische Dreher kam aus Saitama. Außer Sony, die bauen heute noch alles selber. Und immer weiter ging es mit Produktion und Namen. Ja ja, wo Technics draufsteht ist C.E.C. drin. Und nicht nur Technics - vom einfachen Onkyo Einsteigermodell über Denon, Pioneer, Akai, Yamaha, Mitsubishi... und noch höher: Linn Sondek, Marantz (die späteren Modelle natürlich) - schöne Grüße aus Saitama. Und erst unsere deutschen Sachen: Saba, Nordmende, Telefunken etc... Außer Thorens, die blieben zum Glück zu Hause bzw. teilweise in der Schweiz und Dual, die gingen erst mal an Thomson-Brandt. Zurück zu Sanyo: immer noch den Hals nicht voll genug wurde als "Edel-Abteilung" Optonica auf den Markt geworfen und als selbst das nicht reichte kam dann eben Fisher. C.E.C. ist / war ein Eigengewächs von Sanyo, eine 100%ige Tochter. Ab - wann war das? Ich glaube das war so um 1973, aber bitte nicht festnageln hatte Sanyo die Firma Fisher und die Namensrechte dazu in der Hand. Herr Fisher, "der Avery Fisher" hatte schon Ende 1970 seine Firma an "Emerson" verkauft und war von 1973 bis 1978 noch in Japan bei Sanyo beratend tätig. Ab 1978 lagen dann erste Entwürfe für die CD vor, die - wann? müsste ab 1983 / 84 gewesen sein - der Plattenspieler-Technik den Todesstoß versetzten. Angefangen hat das mit der CD schon 1978 bei Pioneer, mit der "Picture-Disc", die wären fast pleite dran gegangen wegen der immensen Entwicklngskosten. Sanyo C.E,C. hatte die Entwicklung verschlafen und viel zu spät mit der Umstellung auf digital begonnen. Kurz darauf oder fast zeitgleich die Entwicklung der Verstärker von analog auf digital - kurz: Sanyo ging pleite. Nun hält die Industrie bekanntlich zusammen, gerade in Japan ganz besonders und so ist heute alles was einmal Sanyo, Sharp, Fisher, Optonica, CEC und was weiß ich noch alles in der Hand von MATSUSHITA.
Ich bitte um Verzeihung für die Länge dieses Postings. Ich wollte nur einen minimalen Einblick in die verschlungenen Wege der Industrie und Orduktion geben. Wer was wann wo entwickelt, produziert, hergestellt und unter welchem Namen unters Volk gebracht hat weiß niemand, selbst die Bosse verlieren gelegentlich den Überblick. Um so mehr, als seit 15-20 Jahren nun auch noch die Chinesen mitmischen. Das ist so eine Art "Wirtschafts-Schneeballsystem" mit mehreren Pyramiden: nach unten verzweigt sich das ins Unendliche und ganz oben sitzt immer nur eine Name / eine Firma/ ein Boss. Also wer wann und wo auch immer Sherwood / Inkel (finde ich Klasse, dass du das weißt!) baute weiß ich beim besten Willen nicht. Lassen wir es lieber dabei: so bis Ende der 80er sind die Dinger von Sherwood ein strahlender Stern am Hifi-Himmel. Der mit der schnöden Massenproduktion seinen Glanz verloren hat, wie so viele andere Sterne auch.
Und damit "schließe" ich wieder mal allerdings nicht ohne die Anmerkung, dass ein Sherwood-Thread eine richtig gute Idee wäre. Der fehlt noch im Forum.
Grüße
Olsoundb
CHICKENMILK
Inventar
#35 erstellt: 04. Dez 2018, 09:08
@ olsoundb

Danke für die sehr umfangreichen Zusammenstellungen. Du hast ja sehr viel an Wissen zusammengetragen und damit könnte man das eine oder andere Rätsel lösen (wer bestimmte Geräte unter so manchen Labels gebaut hat).

In einem Punkt sehe ich es jedoch etwas anders.
Sherwood hatte immer wieder mal " strahlende Sterne am Hifi-Himmel" gebaut. Leider bei uns nicht oder nicht ausreichend vermarktet.

Wir schreiben das Jahr 2005:
Sherwood bringt die Vor-/Endstufen Kombination P-965 + A-965 heraus.

LINK

Ich selbst habe noch die P-965 und die vorangegangene Endstufe AM-9080 in Verwendung.

Das einzige was ich Sherwood ankreide> Sie halten zu lange an einem Design fest.
Und auch von den Vor-Endstufen-Kombis hat man sich "derzeit" verabschiedet.
Sherwood
olsoundb
Stammgast
#36 erstellt: 04. Dez 2018, 10:55
@ chickenmilk und alle Anderen. Ich habe mich schon immer nicht nur für die Produkte an sich, sondern auch das ganze drumherum interessiert und da erfährt man halt so Einiges. Das Meiste davon stand in den Medien (ich mache daher nachvollziehbare Aussagen), aber wen interessiert denn heute noch eine 30 Jahre alte Randnotiz in irgendeinem lokalen Käseblatt? Angefangen hat mein Interesse damit, dass nur wenige Kilometer von dem Ort in dem ich aufgewachsen bin (klitzekleines Kaff auf dem Land; ziemlich genau zwischen München und Ingolstadt) die Firma Perpetuum Ebner - genau: die von PE - ein Werk hatte, wo natürlich auch etliche Leute aus meiner Umgebung beschäftigt waren. Hätte mir damals fast überlegt, dort eine Lehre zu machen aber bis ich endlich von der Schule geflogen bin war das Werk schon im Niedergang und wenige Jahre später endgültig zu.
So, zum Thema. Sherwood ist eine der Firmen, die durch zahllose Hände immer weiter gereicht wurden. Auch das ein Schicksal von vielen. Wenn ich mich recht erinnere ging Sherwood im Jahre 2002 an die Koreaner. Vorher waren die mal eine zeit lang bei Proton in Taiwan. Wir reden hier von den Namensrechten. Wo die Produktion stattfand weiß heute keiner mehr. In Korea läuft alles bei 2 Konzernen zusammen, nämlich Samsung und Hyundai. In der Taiwan-Zeit wurden etliche Namen und darunter auch Sherwood ziemlich stiefmütterlich behandelt und deswegen verschwanden solche glorreichen Namen fast völlig. Es wurden auch jahrelang nur noch geringe Stückzahlen oder gar nichts mehr produziert. Gibt etliche Marken, bei denen oft über Jahre Lücken in den Baureihen sind. Will sagen: da gibt es den und den Typ von dann bis dann, dann ein paar Jahre Leerlauf und plötzlich wieder neue Produktlinien mit neuem Design und neuer Technik. Das erklärt übrigens auch die von dir angesprochene Sache mit dem Design. Wenn so ein Name den Besitzer wechselte wurde erst mal geschaut, wie man mit dem vorhandenen Material und auch Design klar kommt. Speziell das Design wurde vielleicht ein bisschen aufgehübscht aber grundlegend neu - das hätte wieder Geld gekostet.
Eine "Wiederbelebung" - nicht nur von Sherwood - fand erst 2005 in Korea wieder statt. Mit den von dir erwähnten P-965/A-965 als Spitzenmodellen. Da stimme ich dir vorbehaltlos zu, das sind nicht nur optische Leckerbissen sondern auch noch technische Bonbons. Frisches Design, solide aktuelle Technik, günstiger Preis und dazu richtig guter Sound. Das Ganze mit einem neuen Vertrieb. So lange die noch in Taiwan waren gab es von Sherwood hervorragende AV-Receiver,ab ca. 1995 wurde doch die Mehrkanal-Technik 5.1 usw richtig aktuell. Da war Sherwood - vom Namen her - sogar einer der Pioniere. Aber obwohl absolut konkurrenzfähig in jeder Beziehung kamen die gegen die Riesen von Pioneer, Denon und Co nicht an.
Und auch die "Frischzellenkur" in Korea verschaffte Sherwood nur einen kurzen Höhenflug. Die verkauften Stückzahlen entsprachen nicht den Erwartungen und da wurden die Margen wieder gedrosselt, wenn nicht ganz eingestellt.
Es ist halt so in der freien Marktwirtschaft. eine immense Konzentrationspresse, enormer Kostendruck... Da wird keine Rücksicht auf eine glorreiche Vergangenheit genommen. Es tut mir oft in der Seele weh miterleben zu müssen, was mit so einstmals großen Namen passiert. Wo Sherwood heute gelandet ist, weiß ich nicht. Ich meine, irgendwo einmal gelesen zu haben, dass die mittlerweile in China sind. Aber das ist ohne Gewähr. Inzwischen ist auch der Markt weitgehend gesättigt, "richtiges" HiFi spielt nur noch eine Nebenrolle. Heute heißt es: Hauptsache es schaut gut aus und ist billig. Ich gehöre zur älteren Generation und wir haben so was echt genossen. Heute wird doch nur noch konsumiert, das gilt auch für die Unterhaltung.
Wenn wir Liebhaber noch die großen alten Namen schätzen können, dann müssen wir halt einen genauen Blick auf die jeweiligen Baujahre werfen. Da gibt es immer wieder mal Highlights.Wie du so schön sagst: leider nicht ausreichend vermarktet. Es hat sich ja das komplette Konsumverhalten verändert, nicht nur bei uns. Ich sage immer, es ist ja nicht nur die Vintage-Technik an der wir hängen. Es ist das Feeling, das wir erleben durften und auskosten konnten. Wir haben wenigstens Erinnerungen an glückliche Momente, die wir gelegentlich wieder aufleben lassen. Wenn sich der Plattenteller dreht, das Cassettenband über die Tonköpfe vom Recorder flitzt oder der Laser über die CD huscht (da sollte man natürlich nicht reinschauen ).
Genießen wir es, so lange es noch geht.Am besten mit solchen audiophilen Juwelen wie Sherwood, Fisher, Marantz etc.
Liebe Grüße an alle
Olsoundb
tallauscher_
Inventar
#37 erstellt: 06. Dez 2018, 17:48
@ olsoundb and at all:
Respekt!!!! Habe soeben erst deine beiden Beiträge gelesen. Du scheinst dich ja wirklich mit dem Jungle auseinandergesetzt zu haben.
So tief stecke ich nicht in der Materie drin, da muss ich passen
Ich bin auf Sherwood aufmerksam geworden durch dieses Gerät, das ich kurz nach der Jahrtausendwende neu erworben habe und das auch Heute noch bei mir seinen Job einwandfrei verrichtet (damals im Vergleich mit allen "Markenherstellern" für sehr kleines Geld:
20181206_172605
Sherwood Newcastle R956R, 16kg Klang mehr als satt.
Hier könnte man jetzt eine Diskussion starten, wo die "NEWCASTLE" Geräte zusammen geschraubt wurden.....ein Thema für sich aber ich meine zumindest zu wissen wo das war.
Der Receiver hat Pre- Outs für alle Kanäle, das war damals für mich wichtig, da ich seit jeher nur "kritische" LS besitze die nach Strom schreien. Klanglich ist das Teil auch heute noch 1. Sahne im 5.1 oder 6.1 Betrieb, ich für meinen Teil höre keinen Unterschied zwischen DolbyDigital und DolbyDigital HD
Und da man die Teile ja hinterher geschmissen bekommt ( oder zumindest bekommen hat - Sherwood hatte nie einen guten Ruf in Deutschland ) ist dann so nach und nach ein Teil nach dem anderen dazu gekommen.
Nur so ganz kurz erwähnt: Eine Sherwood AM-8500 ist Laststabiler und Leistungsstärker als ein Luxmann M03, und wie der Lux gehandelt wird wissen ja viele.....Probiert habe ich das an einer Infinity Kappa 9 -
Naja, ich höre mal besser auf, mal schauen ob noch jemand etwas über Sherwood erzählt.
@ CHICKENMILK: Die AM-9080 habe ich im "Kino" auch im Einsatz. Ich wüsste nicht gegen wen oder warum ich die ersetzen sollte mit den 1900Watt max. Leistungsaufnahme, du????? Die Daten sprechen für sich.
olsoundb
Stammgast
#38 erstellt: 06. Dez 2018, 21:24
Hallo noch mal. Eine kleine Bemerkung würde ich gerne noch nachschieben. Egal, wo die einst "großen" Namen vom Band purzelten, eines kann man dann doch sagen. Wenigstens mit Rücksicht auf die gloriose Vergangenheit - und selbstverständlich mit Blick auf den Markt - wurde bei Neuentwicklungen schon auch Wert darauf gelegt, das gute Image nicht zu sehr anzukratzen. So lange solche Firmen wie Rotel, Scott, Marantz und immer wieder auch Sherwood noch in den USA wohnten, war es ein Wettbewerb unter Gleichen. Der Ausverkauf der großen Marken geschah ja schleichend, über Jahre. Das Konzept hieß schlicht und einfach: prima Technik und solide Qualität mit niedrigeren Preisen weil günstiger Produktionskosten zum Geld verdienen zu nutzen. Welcher Hersteller letzten Endes favorisiert wurde blieb im Ermessen des Kunden. Die damaligen Konstruktionen nahmen sich nicht wirklich gegenseitig was. Glorreiche Zeiten, uns bleibt nur die Erinnerung. Selber hatte ich Einiges an Equipment, habe da öfter gewechselt. Wenn ich z. B. an meinen Marantz 4230 (Quadro-Receiver) denke, den ich einem Freund zu einem Spottpreis verkaufte (hat so lange gebettelt bis ich ihm das Teil endlich gab) - kölnnte mich heute noch in den A.. treten. Oder mein Klein und Hummel Röhren-Amp. Da schwächelte eine Röhre (EL 34) und ich habe ihn so gut wie verschenkt. Neue Röhre hätte knapp DM 15,-- gekostet. Undsoweiter..
Also bei gewissen Marken kann man schon davon ausgehen, jederzeit Qualität zu kriegen. Wie gesagt: vorsichtshalber ein Blick auf das Produktionsjahr. Und @ Tallauscher, was den Sherwood Newcastle R956R angeht: das ist schon ein richtiges Zuckerl. Wie gehabt ohne Gewähr würde ich sagen, der Name war schon in Korea, die Produktion dürfte aber in Taiwan erfolgt sein. Weil: in 1999 gab es ein echtes "Rennen" bei digitalen Surround-Receivern. Die Rivalen hießen Onkyo (müsste der TX-DS 777 gewesens ein), Pioneer mit einem VSX aus der 9xx-Serie und Rotel, an den erinnere ich mich ganz besonders gerne. Der hieß RSX-965 RDS. Fällt dir was auf? Die ähnliche Zahlen-Buchstabenkombination zum Sherwood - der heißt halt R956R und der Zahlendreher ist doch bestimmt nur Zufall, oder ;). Sowohl Rotel als auch Sherwood waren zu der Zeit in Taiwan. Proton - auch so ein Mischkonzern, die bauen alles Mögliche von Klopapierhaltern über Autos und Elektronik bis hin zum Ozean-Riesen - favorisierte eher Rotel. Wie schon erwähnt, kam Sherwood 2002 nach Korea und kurz darauf gab es den Sherwood R956R. Die Front hat ein etwas anderes Design, die Rückseite ist ziemlich identisch, der Rotel hat ein paar Hosiden-Buchsen weniger und für den Anschluss eines externen Decoders etwas versetzte DB25 - Stecker. Alles in allem "nur" 6 Ein-Ausgänge, eben System 5.1.. Ich denke, dass der Rotel in Korea überarbeitet wurde und dann als Sherwood weiter eine zeit lang in Taiwan weiter vom Band lief. Aber das ist Spekulation, so tief bin ich dann auch nicht in die Materie eingedrungen. Egal ob Taiwan oder Korea: die Qualität ist allererste Sahne!! Der Zusatz Newcastle spricht imho für die Neu- / Weiterentwicklung.
Der R956R ist ein absolutes Hammerteil! War ja auch das Spitzenmodell. Behalte ihn so lange es nur geht - und pass gut darauf auf. Geräte in dieser Liga gibt es ohnehin nicht viele und die aktuelle Qualität wird immer weiter hinten angestellt. Sieht man z.B. bei AEG. War eine Weltmarke. Früher nannten wir die spöttisch "Alt-Eisen-Gesellschaft". Das war aber immer liebevoll gemeint, mit einm gewissen Stolz auf unsere deutschen Produkte. Hast du schon mal gesehen bzw. gehört, was da in letzter Zeit etwa an Lautsprechern herumgeistert? Ausschauen tun die Dinger ja lecker - aber das Finish und erst der Sound.. Der akustische Horror. Darum heißt es heute auch "Absolut Extrem Grauenvoll" . Oder die Autoradios von AEG, ich meine die aktuelle Serien. Wenn man an so etwas Freude haben will, dann sollte man die Dinger aus der Verpackung nehmen, vor das Auto legen und so lange drüberfahren bis die Reifen platzen!!!
Mit einem Sherwood deines Kalibers wird dir das nicht passieren. Also: gut behandeln. Gibt nicht mehr viele.
Grüße
Olsoundb
silberfux
Inventar
#39 erstellt: 06. Dez 2018, 21:44
Hi, ich hatte auch einige Sherwood Geräte und fand sie wirklich gut. Dass allerdings eine Leistungsaufnahme von 1900 W ein Qualitätsmerkmal sei, das "für sich spricht", kann man auch anders sehen. Ausschlaggebend ist jedenfalls nicht der Stromverbrauch, sondern "was hinten rauskommt". Und da dürfte man heutzutage schon dankbar sein, wenn ein sehr gutes Ergebnis mit einem erheblich geringeren Stromverbraucht möglich wäre. Und das gibt es durchaus.

Zum Thema AEG: Mit diesem Namen werden heute alle möglichen Produkte gelabelt. Mit der früheren AEG-Produktion hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ich glaube auch nicht, dass einem Produzenten ein Vorteil erwächst, wenn er diesen Namen, der längst eher negativ besetzt ist, verwendet.


BG Konrad
tallauscher_
Inventar
#40 erstellt: 06. Dez 2018, 21:48
Lieber olsoundlb:

Ich hatte auf eine Reaktion gewartet, ganz bewusst auf den R956R, von wirklichen Kennern. Vielleicht bisst du einfach nur zu schnell mit deiner Antwort gewesen Weil dieses Gerät wurde meiner Meinung nach nie mehr getoppt!!!!
Das dieses Gerät - ernsthaft - auch 2018 vielen Geräten haushoch überlegen ist - das weis doch niemand!!!!!
In meinem Heimkino steht eine Marantz 7702 MK2 Vorstufe mit XLR - meine Enttäuschung glaubt mir eh keiner.
Deine erwähnten Onkyo und Pioneer waren doch eher recht schwach bestückt, dafür aber fast doppelt so teuer, der Name halt
Und um alle Mitleser zu verwirren - könnte ich ja auch noch von meinem Sherwood S 7700 III erzählen...…
Hat denn evtl. noch jemand gute Erfahrungen mit Sherwood gemacht????? Vielleicht eine OPUS7 Anlage oder so etwas?
Würde mich freuen!!!
tallauscher_
Inventar
#41 erstellt: 06. Dez 2018, 22:01
Du Silberfux,
schön das du hier mitliest!
Ich weiss noch wie du die Sherwood AP-7020 Vorstufe für nen Appel und nen Ei angeboten und angepriesen hast.
Ich habe diese Vorstufe aus Ende der 80ger Jahre komplett neu aufbauen lassen und im Einsatz...…
Meine Frage dazu: Warum Accuphase C200 oder 280…… um den Namen zu bezahlen - grübel...
Die Sherwood AP-7020 bietet bei besserem Klang mehr Möglichkeiten - denke an die 2 Subs.... welche Accuphase kann das?
Lieber Gruss
Axel
tallauscher_
Inventar
#42 erstellt: 06. Dez 2018, 22:14
@ Silberfux
Sorry, hatte ich ganz vergessen, wie du ja auch: Sherwood ist nix und kann nix
Lachweg
CHICKENMILK
Inventar
#43 erstellt: 06. Dez 2018, 22:34

silberfux (Beitrag #39) schrieb:
Hi, ich hatte auch einige Sherwood Geräte und fand sie wirklich gut. Dass allerdings eine Leistungsaufnahme von 1900 W ein Qualitätsmerkmal sei, das "für sich spricht", kann man auch anders sehen. .....

BG Konrad


Sorry, aber ich hoffe du kennst diese Endstufe
Immerhin 5 Kanäle und 3 Traffos sind hier im Spiel.

Und ja, es kommt ordentlich was raus.

Die 1900W beziehen sich auf die MAX Stromaufnahme.
Dividiert durch 5, sind dies nur 380W pro Kanal. Ja und?

@tallauscher

Nein, ich wüsste nicht, warum sie ersetzt werden sollte
Pro Kanal leistet sie sogar mehr, als die A965 mit 7 Kanälen.

Die 2 fehlenden Kanäle übernimmt eine Onkyo M-5570


Lg
tallauscher_
Inventar
#44 erstellt: 07. Dez 2018, 17:09
Puh, ich hoffe ich übertreibe nicht, aber hier noch ein Beispiel was
für tolle Geräte einmal hergestellt wurden:
20181104_144030
(Foto aus meinem Esszimmer)
Lupenrein aufgebauter und überaus leistungsstarker STEREO Verstärker mit Radioteil, ganz sauber aufgebaut. CD Player mit BurrBrown DA Wandler!!! Und ein richtig guter, der in Geräten anderer "namhafter" Hersteller aufs tollste beworben wurde, und die sich das dann auch im 4stelligen Bereich bezahlen ließen
ZeeeM
Inventar
#45 erstellt: 07. Dez 2018, 18:49
Oder mal die Google Bildersuche anwerfen.
tallauscher_
Inventar
#46 erstellt: 07. Dez 2018, 19:37
Warum? ZeeeM

Sind meine Geräte??????
ZeeeM
Inventar
#47 erstellt: 07. Dez 2018, 19:48
Nein, nicht deine Geräte, aber Bilder von den Geräten, die Sherwood im Laufer der Zeit abgeliefert hat.
tallauscher_
Inventar
#48 erstellt: 07. Dez 2018, 20:00
ÄHmm, soll ich Bilder meiner beiden AM-7040 einstellen oder wie?
Endstufen so alt das keiner sie kennt, aber jeden LS versorgen, oder woran denkst du?
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