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Hörbericht: Verstärker/Receiver auch für Stereo

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Markus
Inventar
#1 erstellt: 20. Aug 2004, 02:42
Hallo zusammen,

seit über einem Jahr gährt in mir der Wunsch, meine Stereo-Elektronik, bestehend aus NAD C370, C541 und C420, zu ersetzen oder aufzurüsten durch eine Mehrkanal-Elektronik, so dass keinesfalls Abstriche im Stereo-Bereich festzustellen sind.

Dass hierfür deutlich mehr Geld den Besitzer wechseln muss als für die Stereo-Elektronik, was mir klar. Entmutigt wurde ich hierbei durch Hörberichte anderer Mitglieder aus diesem und dem Nubertforum. Durch diese Berichte erschien mir z. B. die im Stereo-Bereich hervorragende Marke NAD für den Mehrkanal-Einsatz wenig geeignet (Qualitätsprobleme, laute Lüfter, Rauschen etc.).

Also suchte ich nach Alternativen und fand diese in den Geräten AVR200 bzw. AVR300 von Arcam und der Surround-Palette von Rotel, bestehend aus der Vor-/Endstufen-Kombi RSP-1066 bzw. RSP-1068 und RMB-1075 oder dem Receiver RSX-1067. Diese Geräte habe ich mir in den letzten Tagen angehört und möchte nun meine Hörberichte loswerden:

AVR200/300 (Arcam): Um es vorweg zu sagen, ich konnte bisher leider nur den AVR200 hören, da der Händler vor Ort den AVR300 noch nicht auf Lager hat. Wie in einem anderen Bericht hier im Forum nachzulesen ist, waren an dem AVR200 wechselweise ein Arcam CD73 sowie der immerhin 1500 EUR teure CD33 sowie Revel-Standlautsprecher (vermutlich die F32) angeschlossen. Das alles stand in einem akustisch optimierten Raum. Wir hörten bei Lautstärken, die zwar durchaus als kräftig zu bezeichnen waren, die aber eigentlich weder den Receiver noch die Lautsprecher in einen nichtlinearen Bereich bringen sollten.

Was mir an dieser Kombination am besten gefiel, waren die unglaublich tolle Tiefenabbildung und die sehr weichen (warmen?) Klangfarben. Letztere waren aber auch gleichzeitig mit der größte Nachteil dieser Kombination: irgendwie vermochte die Anlage es nicht, auch mal etwas aggressivere Beckenschläge oder scharfe Trompeteneinwürfe angemessen "rüberzubringen". Weiterhin fehlte mir der von meiner NAD-Kombi gewohnte satte, knochentrockene Bass. Irgendwie klang dieser eher schwammig. Ich zweifle immer noch, ob diese Phänomene durch den Raum, die Lautsprecher oder die Elektronik bedingt war.

Erstaunt war ich in diesem Zusammenhang auch vom großen Klangunterschied zwischen den beiden CD-Playern: der CD73 war insgesamt weniger präzise, bei ihm standen die Akteure nicht so greifbar im Raum wie beim CD33. Auch gab es teilweise eklatante Ausgewogenheitsprobleme beim CD73. Dafür war die Bühne beim CD73 um einiges breiter als beim CD33. Insgesamt gefiel mir der CD33 deutlich besser, was allerdings bei einem Preisunterschied von fast 1500 EUR auch nicht verwunderlich sein sollte.

RSP-1066 bzw. RSP-1068 und RMB-1075 (Rotel): Beim örtlichen Rotel-Händler ist derzeit die Vor-/Endstufen-Kombi RSP-1066/RMB-1075 zu einem Abverkaufspreis von ca. 2000 EUR zu bekommen. Das klang natürlich verlockend, also nichts wie hin und angehört. Die Kombination wurde auf meinen Wunsch hin gespeist von einem Rotel RCD-1072 und als Lautsprecher waren B&W 704 angeschlossen.

Ich saß zunächst in einem Heimkinoraum und war zunächst enttäuscht über den sehr eindimensionalen Klang. Es fehlte jegliche Tiefe, dafür war der Klang zwar rauher als bei der Arcam-Kombi, dafür jedoch deutlich detaillierter und ausgeglichener. Auf meine Frage hin, warum ich denn keine Tiefe hören könnte, meinte der Verkäufer, der Raum sei auf Heimkino optimiert, sie hätten einen separaten Stereo-Hörraum, wo dann z. B. auch der Abstand der Lautsprecher zur Rückwand größer gewählt sei. Also hörte ich weiter die von mir mitgebrachten CDs und empfand immer mehr, dass vor allem die Höhen etwas mehr sein könnten, auch etwas mehr Volumen im Bass wäre prima. So schien es mir nichts damit zu werden, meinen Stereo-Verstärker zu ersetzen.Dann probierten wir den RSX-1067 aus.

RSX-1067 (Rotel): Das war dann die Erleuchtung. Endlich waren im Stereo-Modus die Höhen so da, wie ich sie von meiner NAD-Kombi kannte. Auch die Bässe waren um einiges straffer und präsenter. Leider war die Tiefe immer noch nicht deutlich besser. Also trug der Verkäufer den Receiver und den CD-Player in den Stereo-Hörraum. Dort standen auch etwas größere Lautsprecher (B&W 703), die vom Volumen her eher in Richtung meiner nuWave 125 kommen. Was soll ich sagen? Es klang im Stereo-Modus genau so gut oder besser als bei meiner Stereo-Kombi. Man spürte die schiere Kraft des Verstärkers, der selbst bei massiven Bassattacken kein bisschen "ins Schwimmen" kam. Die vorher vermisste Tiefenstaffelung des Klangbilds war auf einmal vorhanden. Der Klang war sehr ausgewogen, Stimmen und Instrumente waren scharf umrissen und von realistischer Klangfarbe und Größe. Es war einfach begeisternd. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass sehr wohl das Niveau, das von einem Stereo-Vollverstärker der 1000 EUR-Klasse erreicht wird, auch von einem Mehrkanal-Verstärker (bzw. -receiver) gehalten werden kann.

Der Chef des HiFi-Ladens fragte mich, in wiefern ich Interesse an diesem Receiver hätte. Ich sagte, dass ich die Kombination aus Receiver und CD-Player gerne mal in meinen Räumlichkeiten an meinen Lautsprechern hören würde, dass ich mich dann aber schon recht schnell entscheiden könnte. Gerne würde ich im Falle einer positiven Entscheidung auch meine bisherige NAD-Kombi in Zahlung geben. Eigentlich wollte ich auch noch ganz gerne den Arcam-Receiver an meinen Lautsprechern hören, aber dann machte der Rotel-Händler mir eine derart gutes Angebot für den Receiver und den CD-Player, dass ich im Falle, dass mir diese Geräte auch bei mir zu Hause so gut gefallen werden, auf jeden Fall zuschlagen werde.

Insgesamt bin ich von meinen Erfahrungen bei beiden Händlern sehr positiv überrascht. Beide haben sich sehr viel Zeit genommen, ich konnte ohne Druck hören so laut/leise und so lange ich wollte. Wir haben jeweils sehr interessant gefachsimpelt, selten blieben sie eine Antwort schuldig. Vermutlich werde ich mich endgültig für den Rotel-Receiver entscheiden. Es tut mir im Endeffekt ein wenig leid für den Arcam-Händler, aber seine Kette klang nun mal unter den optimalen Bedingungen, die er mir bei sich bieten konnte, nicht so überzeugend, wie dies bei den Geräten von Rotel der Fall war.

Ich werde auf jeden Fall noch weiter berichten, wie die Entscheidung endgültig ausgegangen ist.

Gruß,

Markus.
Heinrich
Inventar
#2 erstellt: 20. Aug 2004, 02:54
Hallo Markus,

versuche des besseren Vergleiches wegen auch die Arcam über eine B&W bzw. die Rotel über eine Revel zu hören. Nur so kannst Du beurteilen, was die Arcam, die Rotel, die B&W und die Revel machen.

Viel Spaß noch beim Testen,

Gruß aus Wien,

Heinrich
g.vogt
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 20. Aug 2004, 07:02
Hallo Markus,

interessanter Bericht. Vergiss bitte nicht, vor der Kaufentscheidung die diversen Betriebsarten des Receivers ausgiebig zu testen.

Mit internetten Grüßen
G. Vogt


[Beitrag von g.vogt am 20. Aug 2004, 07:06 bearbeitet]
elchhome
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 20. Aug 2004, 07:32
Hi Markus,

... mir ist blos nicht ganz klar, wie du Hörerfahrungen mit unterschiedlichen Lautsprechern in unterschiedlichen Räumen vergleichen willst.
Bei einem halbwegs realistischen Vergleich braucht man zumindenst einen Raum und die eigenen Lautsprecher.
Schon wenn die Umschalt-/Umsteckzeiten zu lang sind, ist der Vergleich schwierig.

Gruß, Andreas
Markus
Inventar
#5 erstellt: 20. Aug 2004, 08:07
@Heinrich: Dieser "verkreuzte" Test macht in meinen Augen wenig Sinn, zumal er aufgrund der unterschiedlichen Standorte (unterschiedliche Händler) recht schwierig durchzuführen wäre. Mehr Sinn hingegen macht das, was Andreas angesprochen hat, nämlich die interessanten Komponenten (CD-Player plus Receiver) alle an meinen Lautsprechern und in meinen vier Wänden zu testen.

@elchhome: Du hast natürlich Recht, dass man einen realistischen Vergleich nicht mit höchst unterschiedlichen Parametern (Raum, Elektronik, Lautsprecher) durchführen kann. Ich werde deshalb ja auch noch einen Vergleichstest bei mir zu Hause durchführen. Trotzdem, so denke ich, hatte bisher jeder der Händler eine faire Chance. Ich habe mein Klangideal im Vorfeld des Hörtermins recht detailliert beschrieben, jeder Händler hatte die Möglichkeit, seine Vorführung durch Wahl des Raums, der Elektronik und der Lautsprecher so zu optimieren, dass dieses Ideal schon während der Vorführung möglichst gut erreicht wird. Dies ist dem Rotel-Händler eindeutig besser gelungen.

@g.vogt: Das Prüfen aller Betriebsmodi wird sich schwierig genug gestalten. Ich werde versuchen, vor allem auf die Dinge zu achten, die ich bisher schon als "Schwachpunkt" der Rotel-Elektronik gehört habe (Nebengeräusche etc.) und den Receiver durchaus auch schon mal fordern.

Gruß,

Markus.
Leon-x
Inventar
#6 erstellt: 20. Aug 2004, 10:41
Hallo

Wurde der Rotel 1067 bei deinem Test auch relativ heiß ?

Schätze er braucht sehr viel Luft.

Leon
klabautermann
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 20. Aug 2004, 11:59
Toller Bericht!

Sehr schade, daß Du den Arcam 300 nicht hören konntest, der ja nach Aussage einiger Mitglieder des Forums weit besser sein soll als der Arcam 200.

Da ich den Arcam 300 heute endlich zum Testen bekomme, bin ich mal gespannt wie die Entscheidung bei mir ausfallen wird...

P.S.
Die Preispolitik von Rotel finde ich inzwischen mehr als unglaubwürdig: Zunächst heisst es immner, daß an der UVP nur marginale Korrekturen vorgenommen werden können. Wenig später stellt man dann nach einigen Telefonaten fest, daß die Preise um fast 20% reduziert werden. Auch die Schleuderpreise der jetzt angebotenen Kombis (1066 +1075) lassen das Argument der Wertbeständigkeit doch recht alt aussehen.

Naja, letztendlich wird auch bei mir hoffentlich das Hörerlebnis am Wochenende Klarheit bringen.
Leon-x
Inventar
#8 erstellt: 20. Aug 2004, 12:29
Hallo klabautermann.

Mich würde interessieren wie die Raumabbildung, sprich Volumen, beim Arcam 300 ausfällt.

Wäre nett wenn du ein Ohr drauf wirfst.

Leon


[Beitrag von Leon-x am 20. Aug 2004, 13:33 bearbeitet]
Markus
Inventar
#9 erstellt: 20. Aug 2004, 13:20

Wurde der Rotel 1067 bei deinem Test auch relativ heiß ?

Schätze er braucht sehr viel Luft.


So ganz genau habe ich das überprüft, wir haben jetzt aber auch keien extremen Lautstärken eingestellt, außerdem war der Raum auch recht klein. Wenn ich das Teil aber am Wochenende dahabe, werde ich es auch mal leistungsmäßig ein wenig fordern.

@Klabautermann: Dein Bericht würde mich sehr interessieren. Vielleicht kannst Du noch am Wochenende was schreiben? Am Montag würde ich mich gerne entscheiden, ob ich das tolle Angebot von Rotel annehme oder nicht.

@Leon: Raumabbildung und Volumen sind nach meinem Empfinden zwei unterschiedliche Dinge. Die Raumabbildung war, wie ich bereits geschrieben habe, beim AVR200 ganz toll (super Tiefenstaffelung). Allerdings war beispielsweise der Bass nicht so voluminös und kontrolliert wie ich das von meinem Vollverstärker her kenne.

Gruß,

Markus.
Leon-x
Inventar
#10 erstellt: 20. Aug 2004, 13:34
Ja, ich hätte besser schreiben sollen Raumabbildung und Volumen.

Leon
g.vogt
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 20. Aug 2004, 16:31
Hallo Markus,

Am Montag würde ich mich gerne entscheiden, ob ich das tolle Angebot von Rotel annehme oder nicht.

das ist verdammt viel Zeitdruck für eine solche Entscheidung.

Und für eine zuverlässige Klangbeurteilung ist eigentlich ein Direktvergleich unerlässlich. Ich habe seinerzeit - mit Umbauzeit - zunächst das unbestimmte Gefühl gehabt, der Surroundreceiver spiele klar, aber irgendwie kalt und unbeseelt. Mit einer Umschaltbox und Hilfestellung durch meine Freundin konnte ich einen blinden A/B-Vergleich machen, bei dem sich dieser Eindruck letztlich bestätigt hat.

Mit internetten Grüßen
Gerald Vogt
Markus
Inventar
#12 erstellt: 20. Aug 2004, 21:05
Hallo Gerald,

Du hast Recht, es klingt nach sehr wenig Zeit, wenn man sich innerhalb weniger Tage für eine Mehrkanal-Kombi entscheiden möchte. Dazu möchte ich sagen, dass eigentlich nur wenige Mehrkanal-Verstärker oder -Receiver für mich in Frage kommen. Da ich ein absoluter Anhänger des "Händler-vor-Ort"-Gedankens bin (wäre ein Thema für einen separaten Thread), schränkt sich die Auswahl an verfügbaren Marken schon mal ein.

NAD scheidet aus, weil ich zwar von deren Stereo-Produkten, nicht aber von deren Mehrkanal-Geräten überzeugt bin (Du hast an dieser Haltung einen nicht unwesentlichen Anteil ). Alternativ kommen nur noch die beiden von mir gehörten Marken in Frage (ok, Cambridge wäre auch noch möglich, nur habe ich da etwas Probleme mit meinem großen Hörraum und den doch etwas wirkungsgradschwachen Lautsprechern).

Alle Händler hatten die Gelegenheit, sich und ihr Produkt optimal zu präsentieren. Dabei fiel die Auswahl recht eindeutig (ok, an die tolle Tiefenstaffelung des Arcam-Receivers denke ich immer noch...) zugunsten des Rotel-Receivers aus. Nun werde ich diesen an meinen Lautsprechern und in meinem Raum hören, dafür nehme ich mir 2 Tage Zeit (in diesem Zeitraum werde ich so gut wie nichts anderes tun). Sollte der Receiver im direkten Vergleich mit der NAD-Stereo-Elektronik bestehen, dann wird er gekauft, ansonsten geht er zurück.

Ist eine Entscheidungsfindung, der ich durchaus eine gewisse Logik und Konsequenz abgewinnen kann.

Glaube mir, dem Receiver werde ich schon einiges an Pegel abverlangen, ich werde mir (so mache ich das bei Hörvergleichen fast immer) einige Aufnahmen der unterschiedlichsten Stile und Besetzungen anhören und jeweils Punkte, die mir positiv oder negativ aufgefallen sind, mit genauer Zeitangabe notieren, um daraufhin die Aufnahme noch mal in der anderen Konfiguration zu hören. Ich werde auch die beiden CD-Player (C541 und RCD-1072) intensiv gegeneinander hören, um hier Unterschiede ausmachen zu können.

Meine gesammelten Ergebnisse werde ich versuchen, in den nächsten Tagen hier möglichst ansprechend verpackt zu berichten.

Gruß,

Markus.
klabautermann
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 22. Aug 2004, 15:09
Hallo Markus,

um es gleich vorweg zu nehmen: Du solltest den Arcam 300 auf jeden Fall anhören, bevor Du Dich für den Rotel oder etwas anderes entscheidest!

Ich habe inzwischen über das Wochenende im Wesentlichen im Stereobetrieb (Arcam 300, Denon DVD A11, Canton M80) alle möglichen Musikrichtungen (Rock&Pop, Klassik, Jazz, Soul, Techno) gehört. Natürlich muß, bevor ich weiter schreibe, gesagt werden, daß ich den Rotel 1067 nicht zuhause gehört habe - an B&W Lautsprechern - und auch schon ca. 2 Wochen Zeit seitdem ins Land gegangen sind...

Trotzdem ist mein Fazit, daß der Arcam den Rotel in puncto Musikalität schlägt. Er ist nicht so „brutal“ und teilweise übergenau in seiner Spielweise, sondern klingt irgendwie harmonischer und wärmer - einfach runder. Es hat wirklich Spaß gemacht, ihm zu lauschen.
Volumen und Raumabbildung sind meiner Meinung nach hervorragend. Wenn man noch mehr will, kann man ja den Arcam P90 als Endstufe für den Stereobereich dazunehmen (Preis liegt dann immer noch unter dem 1067).
Der Bass ist druckvoll und durchaus physisch spürbar. (Ein absoluter Gewinn gegenüber meinem bisherigen HK 3000 – Vergleich ist natürlich unfair). Auch im Mehrkanalvergleich mit meinem HK (den Rotel konnte ich nicht im Mehrkanal hören) ist ein präziseres, stimmigeres Klangbild da – neuer Genuß von DVD(-Audio), SACD!

Auch meine Meinung bezüglich des Designs hat sich inzwischen geändert – der Arcam ist wirklich ein Schmuckstück…

Die Bedienung ist denkbar einfach und er wird auch nicht so heiß wie der Rotel. Ein Lüftergeräusch ist nicht vorhanden (ich habe ihn über 5 Stunden bei hohen Pegeln im Dauerbetrieb gehabt – Handauflegen möglich ohne gegrillt zu werden…).

Leider konnte ich den für mich sehr wichtigen Videoupscaler (für Satellitenreceiver an Beamer) nicht testen, da mein Händler kein 5m / 10m YUV-Kabel da hatte. Ich hoffe, dass ich nicht noch eine Schwäche finde…

In Summe gibt es für mich nur noch Argumente für den Arcam: Klang, Preis (-politik), Händler, Verarbeitung (wenn man so einige negative Threads über die Rotel Qualität mitwertet).

Da es mir ehrlich gesagt, bei den von mir angesprochenen Rotelhändlern zu kompliziert ist, ein Gerät zu Hause zu testen, verzichte ich auf ein weiteres Probehören des Rotel. Ich möchte nämlich alleine in Ruhe testen!

Für mich ist die Entscheidung definitiv gefallen und zwar glücklicherweise relativ leicht.

Hoffe, dass ich etwas zur Entscheidung beitragen konnte…
Markus
Inventar
#14 erstellt: 23. Aug 2004, 13:13
Hallo Klabautermann,

vielen Dank für den interessanten Vergleich. Dein Klangeindruck vom AVR300 deckt sich ziemlich mit meinem vom AVR200. Allerdings ziehe ich für mich persönlich andere Schlüsse daraus: wie bereits geschrieben, empfand ich den Klang des Arcams auch als "warm" (schwierige Vokabel in Bezug auf den Klang). Dies beinhaltete gleichzeitig aber auch ein etwas weniger deutliches Klangbild und erweckte bei mir den Eindruck, dass Dinge, die auf dem Tonträger drauf sind, nicht deutlich genug wiedergegeben werden. Aber das ist möglicherweise auch eine Sache des Geschmacks.

Diese "Schwäche" in meinen Augen ist gleichzeitig eine der Stärken des Rotels. Am Wochenende habe ich nämlich auch ganz intensiv Probe gehört (allerdings den RSX-1067 und den RCD-1072). Zunächst einmal verglich ich den CD-Player (RCD-1072) mit meinem "alten" NAD C541. Vom Handling und von der Haptik her, machte hier das Gerät von Rotel den solideren Eindruck: die kurzen Einlesezeiten, die metallene Front und die deutlich richtungsunempfindlichere Fernbedienung beeindruckten spontan. Klanglich unterschieden sich die beiden Player ebenfalls. Während der NAD vor allem im Bass mehr Volumen brachte, schien der Rotel etwas ausgewogener und durchsichtiger (nicht analytisch!) zu sein. Diese Unterschiede waren allerdings eher marginal, von daher muss ich sagen, dass sich der NAD angesichts seines ehemaligen Neupreises (500 EUR vs. 900 EUR des RCD-1072) doch wacker schlug.

Die große Überraschung jedoch kam beim Testhören des RSX-1067. Es handelte sich hier um ein fabrikneues Gerät, von daher wunderte es mich nicht, dass es zu Begin recht ruppig und vielleicht auch nicht genügend differenziert klang. Dieser Effekt verminderte sich jedoch im Laufe meiner Hörsitzungen (versuchte es immer wieder durch Gegenvergleich zum bisher verwendeten C370 von NAD zu verifizieren). Auch hier fiel sofort auf, dass der Receiver blitzsauber verarbeitet war, die Lautsprecherklemmen, die hier ebenfalls vorhandene Metallfront, die Verdrahtung und Anordnung im Geräteinneren sowie die klar strukturierte Universal-Fernbedienung machten einen soliden Eindruck. Auch die Anzahl der anschließbaren Geräte, die Möglichkeit, z. B. Composite-Video-Signale auf S-VHS oder Komponenten hochrechnen zu lassen sowie das umfangreiche Bassmanagement zeigten, dass auch auf Ausstattung und aktuelle Features Wert gelegt wurde.

Nun aber zum Klang: ich suchte ja eigentlich einen Receiver, der meinem NAD-Verstärker in Sachen Detailreichtum, Ausgewogenheit, Räumlichkeit und Echtheit der Klangfarben nicht nachsteht. Also hörte ich mich durch die Palette der mich interessierenden CD-Aufnahmen (Kammermusik, Symphonisches, Chormusik, Jazz, BigBand, etc.). Bei den ersten paar Aufnahmen hatte ich den Eindruck, als ob im Vergleich mit dem NAD zu wenig Bass vorhanden wäre. Bald stellte ich jedoch fest, dass der Bass sehr wohl vorhanden war, dies jedoch noch straffer und kontrollierter als beim NAD. Interessanterweise klang an Stellen, wo mit angeschlossenem NAD der Raum schon mal zu Resonanzen angeregt wurde, dies mit dem Rotel-Receiver noch schlank und tiefreichend ohne Dröhnen.

Einzelinstrumente stellte der NAD klar und scharf umrissen in den Raum, auch die "Größenverhältnisse" stimmten. Es machte höllischen Spaß, auf diese Art eine Oper zu hören. Zusätzlich zur natürlichen Darstellung von Einzelinstrumenten und -stimmen brachte der Rotel auch massivsten Gesamtklang mit einer Lässigkeit rüber, die ich bisher vom NAD nicht kannte. An Stellen, wo der C370 bei höheren Pegeln schon mal ein wenig angestrengt klang, löste der RSX-1067 in beeindruckender Weise auf. Das Problem hierbei war, dass bedingt durch die Souveränität der Wiedergabe und völlige Verzerrungsfreiheit selbst bei hohen Lautstärken (und ich meine damit wirklich hohe ) man kaum abschätzen konnte, wie laut man nun wirklich hört. Erst ein Blick auf den Lautstärkeregler zwang einen dann, aus Vernunftsgründen (und aus Sorge um das Gehör), den Pegel doch etwas zu reduzieren.

Vor allem bedingt durch diese Fähigkeit, unabhängig von der Lautstärke (früher hatte ich den Eindruck, dass auch Raumeinflüsse zu einem etwas unklaren Klangbild bei höheren Pegeln führte, nun weiß ich, dass daran vor allem die Elektronik ihren Anteil hatte) ein souveränes und realistisches Klangbild in Bezug auf Klangfarbe, Räumlichkeit und Detailreichtum zu erzeugen, lässt mich zum Schluss kommen, dass die Stereo-Wiedergabe des RSX-1067 sich nicht nur nicht hinter der des C370 verstecken zu braucht, sie ist noch um einiges besser. Ok, der Rotel kostet laut Liste auch etwa 4 mal so viel wie der NAD, aber es lässt sich so das Argument, ein Mehrkanalverstärker könne im Stereo niemals einem mittleren bis guten Stereoverstärker das Wasser reichen, eindeutig entkräften.

Einige negative Auffälligkeiten, die während des Tests zu Tage getreten sind, sollen natürlich auch nicht unerwähnt bleiben, schließlich habe ich ja im Vorfeld auch einige negative Dinge über Geräte der Marke Rotel gelesen: dreht man den Lautstärkeregler in Richtung Maximum, so steigt das Rauschen in den Lautsprechern hörbar an. Dies allerdings bei Potentiometer-Positionen, bei denen man Musik nicht mehr schmerzfrei "hören" könnte. Weiterhin hat Rotel offenbar keine Einschaltstrombegrenzung eingebaut. Die Sicherung, an der die Steckdose hängt, an der ich den Rotel betrieben habe, löste zweimal aus. Das ist an für sich kein Mangel, allerdings muss dem durch eine etwas trägere Sicherung oder ein externer Begrenzer begegnet werden. Der Receiver wird bei hoher Last, wie bereits von Leon geschrieben, recht warm. Dies sehe ich bei entsprechend freistehender Positionierung aber nicht als problematisch, irgendwo muss die nun mal bei einem so kräftigen Verstärker anfallende Leistung nun mal hin. Ein Ventilator ist mir übrigens bisher nicht aufgefallen, und das obwohl ich den Receiver teilweise schon ziemlich "getreten" habe.

Diese kleinen "Schönheitsfehler" nehme ich dem RSX-1067 aber nicht übel und werde heute meinem Händler die für ihn sicherlich erfreuliche Mitteilung machen, dass ich den Receiver und den CD-Player behalten werde, und er dafür meine NAD-Kombi und ein schönes Sümmchen "Ablösesumme" erhält.

So, das war er, der Bericht über mein Hörwochenende. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere Kommentar käme. Weiterhin stehe ich für Rückfragen natürlich gerne zur Verfügung.

Gruß,

Markus.
Leon-x
Inventar
#15 erstellt: 23. Aug 2004, 13:28
Hallo

Danke für deinen ausführlichen Bericht.

Da kann man sich gut ein Bild von den Geräten von machen.

Der Arcam hat durch sein Klangbild sicherlich Vorteile bei nicht so guten Aufnahmen. Der Rotel spielt etwas ehrlicher. Hoffe das habe ich so richtig verstanden ?

Scheint also eine Geschmacksfrsge zu bleiben.

Leon
Markus
Inventar
#16 erstellt: 23. Aug 2004, 14:15
Hi Leon,

Du sagst es. Meine persönliche Präferenz ist, eine schlechte Aufnahme auch wirklich als solche zu hören (ich kenne nur ganz wenige davon), während ich bei einer guten Aufnahme gerne genau das hören möchte, was auf dem Tonträger drauf ist und wie Künstler und Toningenieur/-techniker es gemeint haben. Ich kann es aber auch sehr gut verstehen, wenn jemand sagt, er möchte am liebsten schöne Musik hören, auch auf die Gefahr hin, dass diese vielleicht ein wenig "schöngefärbt" ist (jetzt nicht abwertend gemeint).

Gruß,

Markus.
Leon-x
Inventar
#17 erstellt: 23. Aug 2004, 14:30
So habe ich es auch aufgefasst.

Dann wünsch ich dir dass du sehr lange Freude mit dem Rotel hast.


Leon
rallyfirst
Stammgast
#18 erstellt: 23. Aug 2004, 14:31
Hi,

zum 1067: Bei einem ehemaligen Kumpel hat der ebenfalls deutlich gerauscht. Deutlich mehr, als alles andere, was ich mal an abschreckenden Beispielen gehört hab. Zudem hat der auch noch dabei gebrummt. Richtig, man mußte schon auf ca. 60 aufdrehen aber dann war es deutlich. Außerdem hatte der auch noch einen nicht ganz synchronen Signal Pick up. Will heißen, dass z.B. beim Layerbreak oder beim Kapitelsprung immer etwas Sound fehlt...
Gut, sind Kleinigkeiten aber wir reden von einem Gerät, dass 3000,-EUR Liste kostet. Ich selber habe sehr negative Erfahrungen mit dem Vorgänger, dem 1065 gemacht!
Übrigens, wenn Du den 1067 kaufst, bezahl nicht mehr wie 2.400,-EUR. Denn dafür habe ich den schon von 2 Händlern angeboten bekommen! Aber wegen der kleinen Mängel bin ich auch spitz auf den Arcam 300. Den 200 hab ich bei mir schon hören können. Ich war angenehm überascht und warte jetzt auf den 300 zum Test. Ansonsten hab ich ein Angebot für die Rotel Kombi RMB 1075+RSP 1068.
Soll den 1067 klanglich noch was wegputzen. Zudem der Vorteil, dass man die ausgreifte Endstufe immer behalten kann und wenn man mag halt die Vorstufe tauscht. Und die Kombi bekomme ich zum gleichen Preis wie den 1067.

Wenn ich den Arcam 300 mal gehört hab, werde ich mich entscheiden! Aber mich interessieren eure Erfahrungen sehr, immer weiter posten

Gruß
Rally
Markus
Inventar
#19 erstellt: 23. Aug 2004, 14:51
Hi Rally,

bei welchem Pegel es hörbar rauscht, hängt sicherlich vom Wirkungsgrad der angeschlossenen Lautsprecher ab. Bei meinen 86.5 dB-Teilen höre ich bei gehobener Lautstärke ca. bei Potistellung 62-64. Gut hörbar wurde das Rauschen bei ca. Potistellung 75, dort ist dann aber die Musikwiedergabe so brutal laut, dass das Rauschen (welches ja nur hörbar ist, wenn kein Signal anliegt) keine Rolle mehr spielt.


Außerdem hatte der auch noch einen nicht ganz synchronen Signal Pick up. Will heißen, dass z.B. beim Layerbreak oder beim Kapitelsprung immer etwas Sound fehlt...


Ist mir nicht aufgefallen, möglicherweise ist bei ihm noch eine ältere Software drauf?


Übrigens, wenn Du den 1067 kaufst, bezahl nicht mehr wie 2.400,-EUR.


Tue ich nicht...

Die Vor-/Endstufen-Kombination konnte ich leider nur mit dem RSP-1066 hören, wenn auch mit der aktuellsten Firmware-Version. Diese Kombination konnte in Sachen Stereoklang keinen Stich gegenüber dem RSX-1067 machen. Möglicherweise ist der RSP-1068 hier besser.


Wenn ich den Arcam 300 mal gehört hab, werde ich mich entscheiden!


Lass uns auf jeden Fall an Deiner Entscheidung Teil haben.

Gruß,

Markus.


[Beitrag von Markus am 23. Aug 2004, 15:02 bearbeitet]
Leon-x
Inventar
#20 erstellt: 23. Aug 2004, 14:51
Hallo

Soll denn die Vor/Endstufen-Kombi von Rotel nicht so rauschen ?
Jedenfalls ist nach Rotelangaben der gleiche Chip sowie Wandler in 1067 und 1068.
Der 1067 ist doch auch auftrennbar ? So kann man ihn auch als Endstufe benutzen. Ob die RMB 1075 wirklich besser ist ?

Leon

Edit: Ein Test der 1068 + 1075 ist übrigens in der aktuellen Audiovision.


[Beitrag von Leon-x am 23. Aug 2004, 14:57 bearbeitet]
Markus
Inventar
#21 erstellt: 23. Aug 2004, 15:19
Hi Leon,

der 1067 hat zwar Vorstufen-Ausgänge, jedoch keine Endstufen-Eingänge. Von daher ist ein Betrieb als Endstufe nicht möglich.

Der RMB-1075 ist im Gegensatz zum RSX-1067 eine Fünfkanal-Endstufe (man munkelt Siebenkanal-Endstufen seien bei Rotel in der Mache) und verfügt laut Datenblatt über ähnliche Leistungswerte wie die Endstufe des RSX-1067. Ich vermute mal sehr stark, dass der Klangunterschied durch die Vorstufe bedingt ist.

Gruß,

Markus.
rallyfirst
Stammgast
#22 erstellt: 23. Aug 2004, 15:20
Hi,

Chip Seitig sind RSP 1068 und der 1067 nun gleich.
Die RMB 1075 ist aber stärker und klingt noch einen Tick suveräner. Die RMB 1075 ist ausgereift und gilt unter Kennern als Geheimtip. Ich weiß nicht, ob das Rauschen auf den Prozessorkram zurückzuführen ist. Könnte da nicht die Endstufensektion einen Anteil dran haben? Wie gesagt, ist der Vorteil auch, dass man die Endstufe behalten kann. Bei der Technik tut sich nicht viel. Die Vorstufe RSP 1068 ist deutlich verbessert wurden gegenüber der alten 1066 und hat mit der 1066 nicht mehr viel gemein. Hat z.B. jetzt einen eigenen Ringkerntrafo. Laut meinem Händler klingt die Kombi 1075+1068 nochmal eine Klasse besser als der 1067. Da der Preis gleich ist, glaube ich erstmal nicht, dass er da Mist erzählt. Selbst, wenn es nur gleich klingen würde, würde ich mich für die Kombi entscheiden.

Übrigens kann ich zum Klang des Arcam 200 im Vergleich zum Rotel 1067 schon mal sagen, dass jedenfalls bei mir der Arcam gerade im Bass Bereich einen Tick genauer war. In den Höhen war der Arcam etwas analytischer, der Rotel klang etwas "schöner"...
Bin also wirklich mal gespannt, was der 300 kann. Aber wie ihr schon richtig sagt, kommt auf den jeweiligen Geschmack an, was einem Gefällt und wir haben zudem unterschiedliche Boxen und Räume. Bei jedem hört es sich also anders an. Ein Vergleich ist also schwierig...

Gruß
Rally


[Beitrag von rallyfirst am 23. Aug 2004, 15:21 bearbeitet]
Leon-x
Inventar
#23 erstellt: 23. Aug 2004, 15:29
Gut zu wissen.

Dachte ein 3000,- EUR Amp sollte auch Main-Ins haben. Muss ich wohl woanderes gelesen haben.

In Nuforum heisst es das die Rotel 1075 eher was für Heimkino ist. Soll nach ein paar Aussagen nicht so musikalisch sein.

Wird schon jeder selber herausfinden.

Leon
phippel
Stammgast
#24 erstellt: 23. Aug 2004, 15:32
Vielen Dank für den wirklich informativen und ausführlichen Bericht!

Allerdings finde ich den Vergleich ein kleines bisschen unfair: wenn das 3000 Euro Rotel Monster nicht gegen den 800 Euro NAD Verstärker gewinnen würde, hätte mich das -gelinde gesagt - erstaunt.
Der Preis des Rotels ist leider nicht mehrheitsfähig bzw. ist der Rotel in keinster Weise ein Konkurrenzprodukt zum NAD C370.

Interessant wäre deshalb wie sich die "bis 1000 Euro" Receiver Klasse (H/K, NAD etc.) gegen den NAD schlagen!
Hat sowas mal jemand mal mit dieser Ernsthaftgkeit ausprobiert?

p
rallyfirst
Stammgast
#25 erstellt: 23. Aug 2004, 15:33
...ja, glaub auch, dass so eine THX Ultra Certifizierte Mehrkanal Endstufe sich gut für Heimkino eignet

Ich denke auch, dass eine reine Stereo Endstufe sich im Stereo etwas besser behaupten kann.

Gruß
Rally
Leon-x
Inventar
#26 erstellt: 23. Aug 2004, 15:36

Technik tut sich nicht viel.


Ich hab schon an anderer Stelle geschrieben das im Surroundbereich die digitalen Endstufen am vorrücken sind.

Selbst Onkyo hat jetzt einen volldigitalen Stereoamp auf den Markt gebracht.(der hat sogar Main-In)

Wer weiss ob man in 5 Jahren nicht doch eine neue Endstufe möchte ?

Kommt noch das kleine Risiko hinzu das die Technik nicht immer 10 Jahre halten muss. Die Leistung soll doch auch durch austrocknende Elkos etwas leiden ?

Leider ist auch die Auswahl an Vorstufen in den einzelnen Preisklassen sehr begrenzt. Auf neue Technik (wie i.link) muss man auch etwas langer warten.

Heute ist es nicht ganz so einfach. Komplizierte Hifiwelt.

Leon


[Beitrag von Leon-x am 23. Aug 2004, 15:50 bearbeitet]
Leon-x
Inventar
#27 erstellt: 23. Aug 2004, 15:41
Also einen 1000,- EUR Receiver gegen einen 800,- EUR Stereoamp antreten zu lassen halt ich nicht für fair.
Der Receiver muss mindestens 3 (Heute 5) Endstufen mehr und geeignete Vorstufentechnik mitbringen. Kommen noch die leistungsfähigen Chips und Videosektion hinzu. Von der Anschlussvielfalt garnicht erst zu reden.
Amps müssen angemessen teurer sein.
Sonst taugt der Stereoamp nichts.

Leon


[Beitrag von Leon-x am 23. Aug 2004, 15:41 bearbeitet]
Markus
Inventar
#28 erstellt: 23. Aug 2004, 15:54
Hier stimme ich Leon zu. Von der Anzahl der verbauten Endstufen sowie der aufwändigen DSP-Elektronik hätte ich erwartet (bzw. gehofft), dass in in der Preis-Range zwischen 2000 und 3000 EUR ein Mehrkanal-Verstärker zu finden sein sollte, der dem NAD das Wasser reichen kann.

Gruß,

Markus.
phippel
Stammgast
#29 erstellt: 23. Aug 2004, 15:59

Also einen 1000,- EUR Receiver gegen einen 800,- EUR Stereoamp antreten zu lassen halt ich nicht für fair.


Ja- das ist schon klar. Ich erwarte ja auch nicht zu hören, dass der 1000 Euro Receiver besser klingt (Schön wärs...). Die Frage ist ob der 1000 Euro Receiver "nicht ganz rankommt" aber in der einen oder anderen Disziplin doch mithalten kann, oder ob der Unterschied dramatisch ausfällt.
Schließlich verhält sich die Qualität eines Gerätes lange nicht immer direkt proportional zu dessen Preis.
p
Leon-x
Inventar
#30 erstellt: 23. Aug 2004, 16:05
Ich würde sagen mit einem Denon 3805 oder Rotel 1055 kommt man gut bis zur 650,- EUR Klasse bei Stereoamps mit. Je nach Qualität des Stereoamps. Alles was darüber liegt sollte klangliche Vorteile haben. Einige finden ja das z.B. i.link etwas besser klingt als die analoge Verbindung zum Receiver. Kann vielleicht noch ein Stück helfen.

Leon
rosch66
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 23. Aug 2004, 16:57
Hallo, da ich gerade auch auf der Suche nach einer Heimkino-Kombi mit musikalischen Eigenschaften bin, will ich mich hier auch mal beteiligen. Mein Budget liegt so bei 5000 EUR (hatte so an 2000 für die Elektronik und 3000 für die Boxen gedacht). Angefangen habe ich mit NAD (ich glaube T753), arcam (war wohl der 200er) und Linn Classik Movie DI an Linn Ninka Boxen. Die NAD-Kombi hatte einen ganz ordentlichen Bass, war aber im Höhen-Bereich etwas zurückhaltender, beim arcam war's genau umgekehrt und bei Linn hatte ich das Gefühl, daß die Vorteile der beiden anderen vereint waren. Daß die Entscheidung Richtung Linn geht ist aber auch nicht verwundernswert bei einem Händler, der nach eigenen Aussagen der zweitgrößte Linn-Händler weltweit ist. Was mich aber an dem Linn etwas abschreckt, sind die 3650 EUR für diese kleine Kiste, auch wenn sie sich gut anhört.

Momentan bin ich bei einer Kombi NAD T763/T562 an Dynaudio Audience (72, 122C, 42 und evtl. Sub 300) gelandet. Ich konnte kürzlich die Dynaudio im Vergleich zu B&W 604 (Bass zu dröhnend) und KEF Q5 (auch zu basslastig, wenn auch nicht so stark wie B&W) hören und war von dem sauberen und unaufdringlichen Klang der Dynaudio echt begeistert.

Um aber auf das Thema Elektronik zurückzukommen, ich habe hier schon von diversen Problemen mit NAD-Receivern gelesen (Rauschen, laute Lüfter), aber noch nichts Konkretes über den T763 - auch nicht in irgendwelchen Zeitschriften. Hat da vielleicht jemand ein paar Infos für mich - dürfen auch gerne eigene Erfahrungen sein ;-)

Servus, Roland
Leon-x
Inventar
#32 erstellt: 23. Aug 2004, 17:01
Hallo

Hier gibt es eine Antwort von NAD:

www.hifi-forum.de/in...46&thread=3848&z=1#1

Leon
rosch66
Ist häufiger hier
#33 erstellt: 23. Aug 2004, 20:30

Hier gibt es eine Antwort von NAD:
www.hifi-forum.de/in...46&thread=3848&z=1#1

Danke, aber was wohl NAD mit "behoben" meint. Wirklich weg oder nur nicht mehr störend. Aber ich denke mal, daß mein NAD-Händler das Teil auch zurücknimmt, wenn ich nicht zufrieden bin. Glücklicherweise sind die NAD-Receiver ja keine Feature-Monster, so daß ein Testen der Funktionalität keine Lebensaufgabe wird ;-)

Servus, Roland
Marlowe_
Inventar
#34 erstellt: 23. Aug 2004, 22:25
Hi@all.

Ein interessanter Thread, wenn auch nicht ganz in meiner Preisklasse (mancher hat noch andere Hobbys )

Aber hierzu...


B&W 604 (Bass zu dröhnend)


... äussere ich mich dann doch.

Ich hab die 604er auch probegehört und kann zwar nicht sagen, dass ich den Bass als 'dröhnend' empfunden habe, aber als deutlich aufdringlich.

Deshalb, und weil man für 'Heimkino' ohnehin einen Sub mit ins Boot holt, habe ich mich für die (nach meinen Ohren) feiner klingenden 603er entschieden und lasse den Sub bei Stereo-Musik ganz, ganz leicht im Hintergrund mitarbeiten. Eine Alternative, die man testen sollte, wenn man auf der Suche ist...

Allen noch viel Spass bei der Findung ihrer Anlage....

Gruß, Dirk


[Beitrag von Marlowe_ am 23. Aug 2004, 23:04 bearbeitet]
Markus
Inventar
#35 erstellt: 24. Aug 2004, 07:04
Der Vollständigkeit halber ein Nachtrag zum Thema Rauschen bei sehr hoher Verstärkung: als ich meinen Händler heute beim Vertragsabschluss auf dieses Phänomen hinwies, meinte er, das sei ihm durchaus bekannt. Bei Marken wie "Linn" wäre dieser Effekt noch stärker. Es handle sich dabei wohl um ein Resultat des Aufbaus der Endstufe, bei der aus Klanggründen wohl einige Widerstände am Ausgang eingespart worden wären, die bei Consumer-Geräten vorhanden sind, die jedoch den Klang negativ beeinflussen (es geht hier wohl um die Impulstreue).

Ich weiß es nicht und kann es auch nicht kontrollieren, aber es scheint mir zumindest eine plausible Erklärung.

Gruß,

Markus.
rallyfirst
Stammgast
#36 erstellt: 24. Aug 2004, 08:56
...tja, da muß man sich also wenn man guten Klang haben will auch für das Rauschen entscheiden.... Warum machen die überhaupt Tests mit Meßgeräten, ich sag euch sofort, wie gut ein Verstärker ist. Ich dreh bis Anschlag auf und wenn er rauscht wie ein Wasserfall ist das High End pur

....sorry, nur was überspitzt ausgedrückt

Gruß
Rally
Leon-x
Inventar
#37 erstellt: 24. Aug 2004, 09:02
Hallo

So hat dass auch ein H/K Techniker beim 8500 erklärt. Soll angeblich mit der Gegenkopplung zu tun haben. Scheinen ein paar Relais eingespart zu haben.

Ich hatte früher schon so eine Vermutung:


H/K meinte ja das es mit der Gegenkopplung zusammenhängt und das bei Geräten der Bolidenklasse der Lautstärkeregler nicht vor die Endstufen gesetzt wird. Aber selbst Digi-Amp´s wie der Sony DB 2000, die kein Problem mit der Gegenkopplung haben können, rauschen ziemlich. Bei meinem Sony 940, der natürlich nicht so stark rauscht wie ein H/K 8500, ist mir allerdings aufgefallen das das Rauschen auch vom Medium abhängt. Ich habe DvD´s wo der Ton mit einem stärkeren Rauschen unterlegt ist imgegensatz zu anderen wo nicht´s zu hören ist. Höheres Rauschen ist auch bei TV-Spielfilmen mit Mehrkanalton über den Sat-Receiver zu vernehmen.
Das dein Denon dieses Rauschen nochmal verstärkt ist doch klar. Muss er doch das Signal verlustfreier und detailierter verstärken. Zudem müssen solche Geräte stabiele Stromspannung zu den LS halten (selbst bei niedriger Lautstärke) Es gibt genügent Leute die an ein solches Gerät Sat/Sub-Systeme dranhängen und da ist es doch selbstverständlich das das Rauschen bei den kleineren Hochtönern nicht so hoch ist.(Diese Amp´s sind auch nicht für kleine Räume konstruiert) Sicher sollte soetwas bei hochpreisigen Geräten nicht vorkommen. Ich kann dir auch nicht sagen ob es jetzt nur bauartbedigt ist. Es scheint aber in diese Richtung zu tendieren.


Leon
Markus
Inventar
#38 erstellt: 24. Aug 2004, 10:36
Hallo Rally,

ich kann sehr gut verstehen, wenn Du Dich fragst, warum ein Receiver oder Verstärker bei voll aufgedrehtem Poti kräftig rauscht, wenn dies bei einem vergleichbaren niedrigpreisigeren Gerät nicht der Fall ist.

Allerdings ist dies meiner Ansicht nach ein Effekt, der nie zum Tragen kommt. In den technischen Daten findet man den Signal-Rauschabstand, der jenseits dessen liegt, was man pegelmäßig wahrnehmen kann. Ich denke, dass man so davon ausgehen kann, dass eine hochwertige Musikwiedergabe nicht durch Rauschen oder andere Nebengeräusche gestört wird.

Mir ist dieses Verhalten jedenfalls deutlich lieber als ein Verstärker, der zwar nicht rauscht, jedoch als Nebeneffekt in seiner "Spielfreude" und "Impulsivität" gebremst ist.

Gruß,

Markus.
rallyfirst
Stammgast
#39 erstellt: 24. Aug 2004, 13:23
Hi,

also ich habe von Elektronik null Ahnung. Ich habe bisher folgende Erfahrung gemacht: Sony 333 es hat gerauscht aber war in den jeweiligen Pegeln erträglich bzw. nicht hörbar. Rotel 1065 hat genauso gerauscht. Denon 3805 rauscht so gut wie gar nicht. Rotel 1067 rauschte deutlich lauter als alle genannten. Haben mal einen Pegel eingestellt, bei dem wir Musik gehört haben. Ich meine, es war so bei 75. War definitiv keine Disco Lautstärke sondern ganz angenehm, wie ich es höre, wenn es nicht nebenbei läuft. Als wir die Musik abgestellt haben, war das Rauschen auf dem Hörplatz deutlich zu vernehmen. Und zwar so deutlich, dass es mich in leisen, klassischen Musikpassagen gestört hätte. Zusätzlich sogar im Rauschen noch ein kleines "Brummen". Egal, ob nun der Sound vom 1067 dafür spielfreudiger ist, ich bin der Meinung, dass es bei dem Geld, was das Teil kostet technisch eine Lösung geben muss, dass so etwas nicht vorkommt. Ach ja, der Arcam 200 lag vom Rauschen her zwischen Denon und 1065, war also kein Problem. Bin mal auf den 300 im Ganzen gespannt. Wenn der so gut klingt, wie man sagt, muss der auch gut rauschen

Wenn ich aber meine Leidensgeschichte der Vergangenheit mit Rotel betrachte und das hinzuzähle, was man so an anderen Erfahrungen vernimmt, hab ich das Gefühl, dass bei Rotel schlampig gearbeitet wird. Ist aber nur eine Annahme, die auf die Erfahrungen von mir und Hörensagen aus den Foren beruht also rein objektiv....

Gruß
Rally
Markus
Inventar
#40 erstellt: 24. Aug 2004, 14:52
Hi Rally,

bei Lautstärke 75 (was auch immer das ist) ist das Rauschen schon zu hören, da hast Du Recht. Allerdings muss man dazu für alle, die den Receiver nicht kennen, hinzufügen, dass Rotel den RSX-1067 defaultmäßig auf Lautstärke 80 begrenzt (diese Begrenzung kann bei den erweiterten Einstellungen aufgehoben werden), vermutlich um eine Überlastung handelsübicher Lautsprecher (bzw. der Ohren deren Besitzer) zu verhindern. Meiner Erfahrung nach war bei Lautstärke 75, je nach verwendetem Musikmaterial, die Schmerzgrenze schon erreicht.

Ich könnte mir übrigens durchaus vorstellen, dass der AVR300 trotz hochwertigen Aufbaus und angenehmen Klangs kein allzu großes Rauschen aufweist, da dieses Gerät weniger auf Impulstreue getrimmt ist, wie dies wohl beim RSX-1067 der Fall ist.

Ich möchte Dir Deine Ansicht über Rotel nicht ausreden, ich möchte lediglich die von Dir doch etwas dramatisierte "Schwere" einiger Nachteile der Produkte dieses Herstellers relativieren. Es sind schon einige HiFi-Geräte durch meine Hände gegangen, und ich kenne kein Gerät, egal welcher Preisklasse, welches keine Schwächen oder Nachteile gehabt hätte. Welches Gewicht man für sich selbst den positiven und negativen Eigenschaften einer HiFi-Komponente gibt, ist rein vom persönlichen Standpunkt abhängig, also rein subjektiv.

Ich würde mich trotzdem über einen Erfahrungsbericht von Dir freuen, wenn Du den AVR300 gehört hast.

Gruß,

Markus.
klabautermann
Schaut ab und zu mal vorbei
#41 erstellt: 24. Aug 2004, 17:06
Hallo,

ich kann definitiv bestätigen, daß der Arcam 300 nicht rauscht.

Ich muß dann wohl in Kauf nehmen, daß er kein High-Ender ist...
rallyfirst
Stammgast
#42 erstellt: 24. Aug 2004, 17:24
@Markus

Also grundsätzlich ist das, was ich sage natürlich rein subjektiver Natur. Sicher hat nicht jeder die negativen Erfahrungen gemacht.
Der 1065 hatte für mich aber deutliche Mängel, die bei einen Gerät dieser Preisklasse nicht akzeptabel sind. Da rede ich nicht vom Grundrauschen. Werde die ganzen Mängel nicht mehr aufzählen. Aber die Antwort von Herrn Balzuweit war sinngemäß, dass sich diese Mängel nicht mehr abstellen lassen aber dass der 1067 diese nicht mehr aufweisen würde.

Mit anderen Worten, Pech, das ich mir den 1065 hab andrehen lassen, aufgrund meiner und anderer Betatest Erfahrungen wurden dann die Fehler beim 1067 ausgemerzt und wenn ich mit den Fehlern nicht leben kann, muss ich halt den 1067 erwerben.

Für mich war Rotel danach gestorben. Den 1065 hab ich mit fetten Verlust vertickert.


Den 1067 hab ich mir bei einem ehemaligen Kumpel angeschaut. Er zeigte mir das Rauschen verbunden mit einem Summen und der Signal Pick up ist immer noch verzögert, wenn auch nicht mehr so schlimm wie beim Vorgänger. Aber das hat mir schon gereicht. Er hat den 1067 übrigens wieder zurück gegeben, obwohl günstig erworben. Das macht niemand, der mit seinem Gerät zufrieden ist....

Aber es sind meine Erfahrungen, andere sind sicher glücklich mit Rotel, why not....

Gruß
Rally
rallyfirst
Stammgast
#43 erstellt: 24. Aug 2004, 17:27

Hallo,

ich kann definitiv bestätigen, daß der Arcam 300 nicht rauscht.

Ich muß dann wohl in Kauf nehmen, daß er kein High-Ender ist... :D





kannst Du mir sagen, wie er sich im Filmsound gegenüber den Japanern schlägt oder ist das eher eine Stereo-Maschine?

Gruß
Rally
klabautermann
Schaut ab und zu mal vorbei
#44 erstellt: 24. Aug 2004, 18:34
Mein Vergleich beruht hier nur auf meinem alten Harman AVR 3000.
Der Arcam ist deutlich besser in der Signalverteilung. Endlich echtes Kinofeeling!
Tony_Cologne
Stammgast
#45 erstellt: 25. Aug 2004, 11:59
Hallo zusammen,

jetzt muss ich mich doch auch mal zu Wort melden und meine Erfahrungen bezüglich der diskutierten Receiver loswerden.

Bei mir stand jetzt auch ein neuer Verstärkerkauf an. Ich habe mir lange Zeit gelassen und lange getestet, da dieser Kauf nun endlich was vernünftiges werden sollte, denn in der Vergangenheit habe ich genügend Geld und Nerven in den Sand gesetzt.

Zum Teil hörte ich die Receiver an meinen Boxen oder an Boxen des Händlers. Trotz allem, die Klangcharakteristik war aber immer deutlich rauszuhören.

Es ist richtig, dass ich den Rotel 1067 wieder umgetauscht habe aber nicht, weil er mir klanglich nicht gefallen hatte, sondern weil ich das Gefühl hatte, mein ach so toller Händler hat mir ein Montagsgerät untergejubelt. Was ich auch ganz stark vermute, da die Front fehlerhaft verarbeitet war, Brummen und extremes Rauschen aus den Boxen zu hören war. Ich hatte diesen um einiges günstiger bekommen, da dies ein Reklamationstausch für den 1065 war. Selbstverständlich mit saftiger Draufzahlung.

Letzte Woche hörte ich mir den Arcam 300 und den Cambridge Azur 540 an und war von beiden Receivern positiv überrascht. Allerdings nur im Stereobetrieb. Für Stereofetischisten sind ihmo beide Receiver ein Traum aber im Heimkino trafen beide nicht meinen Geschmack.

So spielte der Arcam immer noch genauso „grell“ und „analytisch“ wie der 200er, den ich auch schon gehört hatte. Es fehlte irgendwie die letzte Konsequenz. Zwar war der Sound sehr räumlich, wunderschön klar und der Sub sehr präzise aber es fehlte irgendwie das „Kernige“. Alles ein wenig zu unspektakulär. Es ist schwer einen Sound wie man ihn erlebt hat wiederzugeben aber wer einen Arcam schon mal gehört hat, weiß vielleicht was ich meine.

Desweiteren war die Bedienung eine Katastrophe. Völlig unakzeptabel bei einem Gerät dieser Preisklasse. Genauso die Verarbeitung, das viele Plastik und das kleine grüne Display wirkten überaus billig. Da wirkte der Cambridge wie ein Luxusreceiver dagegen. Richtig schöne Verarbeitung. Alles schön in Metall. Klasse Teil aber leider fehlte diesem im Heimkino der richtige Punch. Wäre nur mit einer Mehrkanalendstufe wirklich sinnvoll, lt. Verkäufer. Außerdem hatte der Cambridge bei der Vorführung ein „extremes“ Layerpickupproblem ähnlich wie beim Rotel 1065 und da reagiere ich sehr allergisch drauf. Damit war das Thema auch vom Tisch. Schade, denn diesen gepaart mit dem Cambridge DVD Player hätte mich sehr gereizt.

Tja, ich traue es mich gar nicht auszusprechen wer letztendlich den Zuschlag erhalten hat Ne, ne, ne, was habe ich über Rotel geschimpft und mir geschworen, niiiee wieder Rotel. Aber wie heißt es so schön, sag niemals nie Ich habe mich letztendlich für die Rotel Kombi RMB 1075 und RSP 1068 entschieden

Ich habe mir lange Zeit gelassen, hier eine Kritik zu posten, da ich nicht wieder aus der ersten Euphorie heraus suuuuper schreien wollte und danach die große Ernüchterung aufkommt, wenn sich die ersten Fehler auftun aber nach längerem Testen und Meinungen, ist dies wirklich die endlich gefundene Traumkombi.

Denn mir kein bekannter Verstärker spielt so dynamisch und antrittsstark wie diese Kombi. Kein Brummen, extrem Rauscharm, klasse Bedienung, super aussehen und traumhafte Verarbeitung. Die Einstellungmöglichkeiten der Vorstufe sind vorbildlich. Was für mich ein kleines Highlight ist, man kann die Boxengröße für jedes Programm individuell einstellen d..h. im Stereomodus spielt die Box auf large und ohne Sub und bei Dolby Digital sind alle Boxen auf small incl. Sub ohne ständig die Einstellungen zu ändern.

Zum Schluss noch mal ein Wort über Händler. Es ist eine Schande, dass es in einer Stadt wie Köln keine vernünftigen Hifihändler gibt. Der eine hat erst gar kein Arcam 300 vorrätig und weigert sich dann auch noch diesen bei Nichtgefallen umzutauschen, der andere empfiehlt einem nur T+A für 5000 Euro und der andere nimmt nur Listenpreise und versucht einem ein Spray anzudrehen, womit der Sound noch besser wird. Und das alles furchtbar versnobt.

Man muss als Kölner wirklich ins Umland fahren, um eine anständige und vorbildliche Beratung zu bekommem. Zwei Händler boten mir sofort an, wenn ich unzufrieden bin, alles umzutauschen. Man machte mir sofort einen attraktiven Preis aber ohne mir was andrehen zu wollen. Die Hörproben machten richtig spaß.

Jetzt mal was zum Thema Kundenservice. Bei dem Händler, bei dem ich letztendlich zugeschlagen habe ist ein kleines Missgeschick passiert. Der Geschäftsführer hatte mich bedient und dieser half wohl nur aus, da es in dem Laden sehr voll war, er konnte noch nicht mal mit dem Kassenprogramm umgehen, übrigens hörte ich mit an, dass viele Kunden aus dem Umland kamen, 30 km und mehr sind da keine Seltenheit, bei mir sind es übrigens 54 km. Er verkaufte mir zwei völlig abgenudelte Ausstellungsstücke, wo er mir aber versicherte, da die Kartons schon arg beschädigt waren, das alles 100%ig neu sei. Ich staunte nicht schlecht als ich zuhause die Kartons öffnete.

Aber kein Problem. Ein Anruf löste das Problem sofort. Ihm war die Sache mega peinlich. Er hat sich x mal entschuldigt und ich solle die Sachen wieder vorbeibringen, egal wann, dann bekäme sofort Ersatz. Er wolle mir die Spritkosten zahlen und mir ein teures Kabel schenken für meinen Unmut. Unglaublich. So was hätte es in Köln nicht gegeben. Da hätte man mir noch ein Kabel verkauft. So war es dann auch, wie haben alles mit einen 90 Euro teurem Kabel abgegolten welches er mir geschenkt hatte. Selbstverständlich original verpackt Da staunte ich nicht schlecht. Dafür nochmals Danke!

Gruß aus Köln

Tony


[Beitrag von Tony_Cologne am 25. Aug 2004, 12:05 bearbeitet]
Leon-x
Inventar
#46 erstellt: 25. Aug 2004, 12:11
Hallo Tony

Auch ein interessanter Bericht.

Ich dachte schon es gibt hier bald nur noch Arcam 300 Besitzer ?

Bei der Kombi gibt es also nur ein sehr leises Rauschen ?

Hoffe das du lange Zeit viel Spass mit deiner Vor/Endstufen-Kombi hast.

Leon


[Beitrag von Leon-x am 25. Aug 2004, 12:13 bearbeitet]
Markus
Inventar
#47 erstellt: 25. Aug 2004, 13:06
Hi Tony,

dass Du Dich nochmal für ein Gerät von Rotel entscheiden würdest, konnte hier nach Deinen früheren Berichten wirklich niemand ahnen... Trotzdem herzlichen Glückwunsch zu Deiner Wahl. Gibt es auch Negatives, was Du an der Kombi entdecken konntest?

Gruß,

Markus.
rallyfirst
Stammgast
#48 erstellt: 25. Aug 2004, 14:23
Zitat:"So spielte der Arcam immer noch genauso „grell“ und „analytisch“ wie der 200er, den ich auch schon gehört hatte."


...das ist dann eigentlich das KO-Kriterium für mich. Hatte gehofft, der 300 würde in den Höhen was runder spielen.
War mir auch zu agressiv....bzw. jedenfalls an meinen Boxen.
Frage mich, wo sich dann der 300 von dem 200 klanglich unterscheidet

Aber zusammen mit der von Tony beschriebenen Haptik und Bedienung fällt der dann auch für mich damit raus.

NAD war ja leider mit dem T 773 auch nicht fähig, etwas brauchbares bis 2000,-EUR anzubieten. Bleibt wohl nur die Kombi aber ähnlich wie Tony gönne ich Rotel den "Erfolg" nach der Vorgeschichte nicht. Interessant wäre noch der Vergleich Rotel Kombi vs. Rotel 1067, da meinte der Händler jedenfalls, dass die Kombi nochmal eine Klasse besser spielt.
Andererseits, wenn die Kombi keinerlei Macken mehr aufbietet, why not. Meine Entscheidung wird am WE fallen...

Gruß
Rally
g.vogt
Ist häufiger hier
#49 erstellt: 25. Aug 2004, 18:30
Hallo Markus,

...ein Nachtrag zum Thema Rauschen bei sehr hoher Verstärkung: als ich meinen Händler heute beim Vertragsabschluss auf dieses Phänomen hinwies, meinte er, das sei ihm durchaus bekannt. Bei Marken wie "Linn" wäre dieser Effekt noch stärker. Es handle sich dabei wohl um ein Resultat des Aufbaus der Endstufe, bei der aus Klanggründen wohl einige Widerstände am Ausgang eingespart worden wären, die bei Consumer-Geräten vorhanden sind, die jedoch den Klang negativ beeinflussen (es geht hier wohl um die Impulstreue).

also diese Erklärung erscheint mir doch ziemlich platt.
An dem ebenfalls ziemlich deutlich rauschenden NAD T743 habe ich festgestellt, dass das Rauschen vollständig verschwindet, wenn man die Brücken zwischen Vor- und Endstufen zieht. Dann ist es sauber wie bei einem Stereoamp. Das Rauschen stammt hier definitiv von der unausgereiften Vorstufe, bspw. von der Digitalelektronik oder der digitalen Lautstärkereglung, das hat mit ein paar Widerständen oder geringer Gegenkopplung mit ziemlicher Sicherheit nichts zu tun, weil es in Vorstufen heute nicht viel zu verstärken gibt.

Will jetzt auch nicht über den Rotel herziehen. Dass man die vom Stereoamps gewohnte Stille selbst bei voll aufgerissenem Lautstärkeregler von Surroundamps nicht erwarten darf, ist klar. Es sollte aber ein Niveau erreicht werden, dass mit gängigen Lautsprechern bei gehobener Zimmerlautstärke in Spielpausen die sich langweilende Elektronik nicht durch Rauschen, Summen, Brummen, Sirren... auf sich aufmerksam macht.
Der T743 konnte das leider nicht, sein Rauschen hörte ich - analog angesteuert - bei allen Lautstärkestellungen > 0, und wohlgemerkt vom Hörplatz aus, nicht direkt vor den Lautsprechern hockend. Digital angesteuert mogelt der T743, da schaltet er ohne Signal stumm - aber dafür zu spät wieder ein...
Ich hoffe trotzdem noch, das NAD diese Sachen irgendwann mal in den Griff bekommt - und bis dahin die Brücken hinten nicht aus dem Auge verliert (ABL lässt grüßen).

Mit internetten Grüßen
G. Vogt
g.vogt
Ist häufiger hier
#50 erstellt: 25. Aug 2004, 18:42
Hallo Roland,

Um aber auf das Thema Elektronik zurückzukommen, ich habe hier schon von diversen Problemen mit NAD-Receivern gelesen (Rauschen, laute Lüfter), aber noch nichts Konkretes über den T763 - auch nicht in irgendwelchen Zeitschriften. Hat da vielleicht jemand ein paar Infos für mich - dürfen auch gerne eigene Erfahrungen sein ;-)

ich kann eigene Erfahrungen beisteuern: den T763 hatte ich nach dem unbefriedigend verlaufenem Test des T743 auf Anraten des Vertriebs (Dynaudio) zum Test daheim. Er disqualifizierte sich bereits in den ersten Minuten. Das Gerät hat unten eine Batterie aus 4 kleinen Lüftern sitzen, die sich sofort ab Einschalten in Bewegung setzen. Für Lüfter ist es ja verhältnismäßig leise gewesen, aber für Hifi im Wohnzimmer fand ich es unangebracht. Wenn da noch ein Beamer rödelt, dürfte es kein Problem sein. Auch in einem größeren Geschäft wirst du dieses leise Fauchen nicht hören. Aber mich hat es im Wohnzimmer schon gestört. Und man muss ja davon ausgehen, das Staub und Verschleiß die Geräuschkulisse nicht leiser machen werden. Ich habe dann auch nicht mehr geprüft, ob die Lüfter bei hartem Einsatz schneller/lauter werden. Das einzige was ich noch registriert habe ist, dass die digitalen Störgeräusche deutlich vermindert waren gegenüber dem T743. Aber dieses analoge Rauschen selbst bei Lautstärke eins über Null hatten beide (nur beim T763 haben es die Lüfter überdeckt).

Ich will NAD nicht in den Dreck treten. Im Gegenteil, das klangliche Vermögen dieser Geräte ist wie aus dem Stereobereich gewohnt gut. Aber den Rest, Störniveau, passive Kühlung, Signalerkennung, das muss NAD meines Erachtens erst noch in den Griff bekommen. Ich hoffe auch inständig, dass die Auftrennung zwischen Vor- und Endstufe bei späteren, hoffentlich besseren Modellen, beibehalten wird, weil ich die für meine ABL-Module (Nubert-Lautsprecher) brauche.

Mit internetten Grüßen
G. Vogt
rallyfirst
Stammgast
#51 erstellt: 25. Aug 2004, 19:22
...finde es einen Skandal, dass so eklatante Dinge in den Testberichten gänzlich fehlen! Der Audio Test des T 773 erzählt zwar von einer Lüfterbatterie aber sagt nichts von lauten Lüftern. Über Grundrauschen und späte Signal Pickups nothing. Sehr schwaches Bild ihr Tester da draußen...

Gruß
Rally
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