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Aufbau einer Blues-Sammlung in möglichst guter Klangqualität

+A -A
Autor
Beitrag
arnaoutchot
Moderator
#1 erstellt: 27. Aug 2012, 17:31
Manchen wird der Threadtitel bekannt vorkommen. Es gibt von mir schon solche Threads für Klassik, Jazz und Classic Rock. Um noch das letzte Themengebiet, das mich musikalisch interessiert, abzudecken, habe ich mich entschlossen, einen alphabetisch geordneten Thread zu Blues-Platten zu machen. Es gibt andere Threads im Forum in dieser Richtung, aber die sind mir zu ungeordnet.

Einige Vorbemerkungen:

- "Blues" umfasst alle Ausprägungen der Musik vom späten 19. Jahrhundert bis heute, also vom frühen Delta-Holler eines Blind Lemon Jefferson oder Charlie Patton über den urbanen Chicago-Blues eines Muddy Waters bis zum modernen Blues-Rock eines Joe Bonamassa.
- Besprochen werden können hier alle Tonträger von LP bis hochauflösender SACD oder DVD-A oder Hi-Res-Download.
- Das Wort "bestmögliche Klangqualität" bezieht sich in erster Linie auf die vermutlich eher wenigen Platten, wo es überhaupt mehrere Ausgaben gibt. Aber auch bei einem "historischen" Musiker wie Robert Johnson aktiv in den späten 1930er Jahren gibt es massive klangliche Unterschiede in den Ausgaben. Es geht hier - wie auch in den anderen Threads - natürlich nicht um Testplatten für eine Anlage, sondern es soll die Musik - wenngleich in bestmöglicher Klangqualität - im Vordergrund stehen.
- Nachdem die Platten im Regal (im wesentlichen) nach Interpreten geordnet sind und sich die alphabetische Ordnung in den anderen Threads als sinnvoll erwiesen hat, werde ich die Empfehlungen auch hier nach dem Alphabet sortiert abgeben.
- Ich versuche zu jeder Platte mehr Informationen über einen amazon- oder jpc-Link zu geben. Falls die Links nicht mehr aktiv sein sollten, bemühe ich mich, genügend Informationen im Text zu hinterlassen, die eine problemlose Suche über eine Suchmaschine ermöglichen.

===

Also, auf geht's. Buchstabe "A" gibt im Blues nicht allzuviel her. Ich stütze mich übrigens auf meiner Seite auf den "All Music Guide to Blues" (2. Auflage 1999), den ich als Nachschlagewerk wärmstens empfehlen kann. Leider scheint er vergriffen zu sein.

amazon.de

Im wesentlichen sind die Allisons. Luther Allison mit seinem Sohn Bernard Allison und den nicht verwandten Pianisten Mose Allison. Letzteren habe ich nur auf Kompilationen verstreut, von Bernard hab ich auch nichts. Bleibt Luther. Da habe ich gleich eine sehr gut klingende Aufnahme mit ihm solo an der Akustikgitarre aus seinem Wohnzimmer in Paris, die ich allen als Einstieg empfehlen kann. "Hand me Down my Moonshine", inak 1992. Allison war 14. Kind einer Familie von Baumwollfarmern aus Arkansas, hatte also den Country Blues noch mit der Muttermilch aufgesogen, was man auf dieser Aufnahme hört. Sein elektrisches Spätwerk ist auf "Live in Chicago" (Ruf 1995) gut abgebildet. Leider verstarb er viel zu früh 1997 mit nur knapp 58 Jahren.

amazon.de amazon.de

Die Allman Brothers könnte man bei Blues-Rock noch nennen, da verweise ich auf die Ausführungen im "Classic-Rock"- Thread. Was gibt es noch zu "A" ?
GG71
Stammgast
#2 erstellt: 27. Aug 2012, 17:48
Hi,

also hier hättest Du auch weitermachen können:
http://www.hifi-foru...rum_id=67&thread=533
arnaoutchot
Moderator
#3 erstellt: 27. Aug 2012, 17:53
Nö. Der Thread ist ein völliges Durcheinander und geht bestenfalls auf gut aufgenommene Platten ein. Von klassischem Blues hab ich da kaum was gelesen. Das war für mich keine Option.
Kumbbl
Inventar
#4 erstellt: 27. Aug 2012, 18:45

arnaoutchot schrieb:
Nö. Der Thread ist ein völliges Durcheinander und geht bestenfalls auf gut aufgenommene Platten ein. Von klassischem Blues hab ich da kaum was gelesen. Das war für mich keine Option.


sehe ich absolut genau so... wie auch weietr unten geschrieben, überzeigt mich der moderne Blues von heute nur in ausnahmefällen - und nur beste Klangqualität reicht bei Blues einfach nicht - zuallervorderst gehts hier um Seele, um schwitzende Musik - erst dann kann man schaun, was ist ne vernünftige Ausgabe davon...

Ok, ich mah mal weiter bei A:

Gregg Allman (ja genau, DER ;-) ) "Low Country Blues":

gregg

sehr gutes Blues Spätwerk von 2011 mit lauter Covern von alten Meistern wie Muddy Waters, Magic Sam, Skip James, Sleepy John Estes, Amos Milburn, Otis Rush, B.B. King etc...

recht melancholisch, teilweise düster, naja, eben von T-Bone Burnett produziert... sehr schönes Piano von Dr. John!

Gibt in meinen Augen nicht so viele neuzeitliche gute Blues Alben - und so lahmes und fades Aufgusszeugs wie z.B. Walter Trout oder der gute völlig überhypte Jow Bonamasse geht für mich gar nicht... da hebt sich dieses Album des guten Gregg sehr wohltuend ab...

für meinen Geschmack zwar manchmal etwas zu viel der Horn- und Bläsersektion, aber a) nur in etwa der Hälfte der songs und b) fügt es sich doch rechzt harmonisch ein und übertüncht nicht die ganze Musik damit und deckt alles unter einem Horn-brei zu - wie in manch anderen Alben anderer Künstler...
chriss71
Inventar
#5 erstellt: 27. Aug 2012, 19:07
Zu Gregg Allman - Low Country Blues: Die HDTracks (24/96) Version hat dasselbe Mastering wie die CD. Somit kann man die CD Version kaufen.

hifi_raptor
Inventar
#6 erstellt: 27. Aug 2012, 20:31
Hi Blues(ologen)
Marquise Knox kann ich nur empfehlen.
https://www.hdtracks.com/index.php?file=catalogdetail&valbum_code=HX753088202421
Ich habe mir die 192/24 Ausgabe gegönnt. Gibt's auch in 96/24 und als CD. Allerdings ist die CD im Vergleich zu den HighRes Versionen definitiv zu teuer.
Wer also auf seiner Anlage nativ 96/24 spielen kann sollte dies tun.
Alleine die Musik ist es definitiv wert. Geht unter die Haut. Für so einen jungen Bluesman der Hammer. Man meint da macht jemand schon 50 Jahre den Blues.
Und über den Klang muss man sich keine Gedanken machen.

Gregg Allman - Low Country Blues werde ich mir als HighRes bei HDtracks saugen.

Gruß
boozeman1001
Stammgast
#7 erstellt: 27. Aug 2012, 21:08
Ein schöner Thread! Als Bluesfan möchte ich dann auch mal ein paar Empfehlungen abgeben, allerdings nut auf Vinyl bezogen:

A
Luther Allison - Live in Paris, Pläne 88295 von 1982
The Alternate Blues (Clark Terry - Freddie Hubbard- Dizzy Gillespie - Oscar Peterson), Pablo Today 2312-136 ebenfalls von 1982 (ist eine fantastische Mischung aus Blues und Jazz)

So, das waren mal meine audiophilen Tipps.
Wie gesagt, alles Vinyl.


[Beitrag von boozeman1001 am 28. Aug 2012, 09:29 bearbeitet]
chriss71
Inventar
#8 erstellt: 27. Aug 2012, 21:34
Oh jee, ich sehe schon Michael hupfen... (nicht ganz zu Unrecht, wie ich meine... )
Ist das mit dem Alphabet wirklich so schwer zu verstehen...

arnaoutchot
Moderator
#9 erstellt: 27. Aug 2012, 22:53
Seufz ... ja, machmal frage ich mich, warum ich im ersten Post überhaupt noch was schreibe. Liest eh keiner ...

Also nochmals: Wir würden in diesem Thread gerne alphabetisch vorgehen. Wir sind bei "A" !!! Ich bin morgen und übermorgen wahrscheinlich nur sehr wenig online, da schlage ich vor ihr übt so lange das Alphabet. Ihr könnt schon mal weitergehen bis "B", das kommt nach "A"
chriss71
Inventar
#10 erstellt: 27. Aug 2012, 22:54

arnaoutchot schrieb:
Ich bin morgen und übermorgen wahrscheinlich nur sehr wenig online, da schlage ich vor ihr übt so lange das Alphabet.


BEST POST EVER!

mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 27. Aug 2012, 23:26

Kumbbl schrieb:
Gibt in meinen Augen nicht so viele neuzeitliche gute Blues Alben - und so lahmes und fades Aufgusszeugs wie z.B. Walter Trout oder der gute völlig überhypte Jow Bonamasse geht für mich gar nicht... da hebt sich dieses Album des guten Gregg sehr wohltuend ab...


Tja, für mich ist dieses Album eher betagter Schnarchnasenblues, kompetent gemacht, durchaus auch mit Feeling, aber doch seeeeeeehr betulich. Es fehlen einfach Tempi-, Rhythmus- und Stimmungswechsel. Das Ganze ist schlicht "Oldschool" in Reinkultur, ohne die ganz großen Finessen.
Die Klangqualität würde ich als höchst durchschnittlich bewerten, was aber heutzutage fast schon wieder als Highlight eingestuft werden muss.

Waltraut und Smokey Joe agieren dagegen eher im bluesigen Rocksegment, wobei ich nicht zu erkennen vermag, wieso deren Schaffen ein lahmer und fader Aufguss sein soll. Von was?
Sicherlich haben beide noch kein Album gemacht, welches die Welt auch nur ein klitzekleines bisschen aus den Angeln gehoben hätte, das liegt aber eher im Genre an sich begründet. Waltraut ist ein solider und äußerst emotionaler Arbeiter, der verdammt viel Gefühl und Seele in seine vordergründig einfach strukturierte Musik legt, Smokey Joe ist es dagegen als erstem nach Gary Moore gelungen, außerhalb der üblichen Legenden ein Gitarrenheld für die Massen zu sein, und das mit deutlich unter 60 Lebensjahren. Hier von einem "Überhype" zu sprechen, wird meiner Meinung nach der Sache nicht gerecht. Insgesamt sind seine Veröffentlichungen auf einem beachtlichen Niveau, auch wenn vieles keine Eigenbauten sind. Aber er ist in der Lage, sich fremde Vorlagen so zu eigen zu machen, dass meistens etwas interessantes entsteht. Auch der Vorwurf, er sei einfach nur ein seelenloser Techniker, wie ich ihn beim Stammtisch meine gelesen zu haben, stimmt meiner Meinung nach nicht.
Sein vorzügliches Spiel verrät einiges an Feeling und Emotion, allerdings kann er noch durchaus an einer Ökonomisierung desselben feilen. Und er sollte seine Veröffentlichungsflut eindämmen, das führt unweigerlich zu einer Übersättigung.

Nun zum Buchstaben A - ich habe fast alles von Bernard Allison, sah ich ihn doch vor Jahren als ganz jungen Mann in einem nicht kleinen Schuppen in Oldenburg vor gefühlt 50 anwesenden Zuschauern, wo er sich von Anfang an irgendwie aus dem Schatten des großen Vaters befreien wollte. Ob wirklich bewußt oder unbewußt, sei dabei mal dahingestellt. Auch er spielt die Gitarre eher im Rocksegment, dabei bringt er eigentlich bis heute eine explizit funkige Note mit ein.
Mein persönlicher Albumfavorit ist folgendes Teil von 2000:

Bernard Allison - Across The ater

Nach meiner Erinnerung ist die Scheibe vergleichsweise kommerziell ausgerichtet, rockige Stücke im ZZ Top-Fahrwasser gepaart mit Soulballaden, Funkrock und Bluesrock, alles dabei, nichts für Bluespuristen und Freunde des Progressiven, aber wunderbar gespielt und interpretiert. Der Klang ist, glaube ich jedenfalls, vergleichsweise gut!

Ansonsten sollte unbedingt der aktuelle Miller Anderson erwähnt werden.
Seine Vita reicht ja von der Keef Hartley Band, über Hemlock, Savoy Brown, T-Rex, Dog Soldier, Chicken Shack, Mountain bis hin zur Spencer Davis Group - alles nur bedingt Blues/Bluesrock, aber in der Jetztzeit ist er häufig Gast von British-Blues-Altstars-Projekten und seine Soloaktivitäten lassen die British Blues Invasion in Würde altern und setzen manch altersweises Glanzlicht. Sehr gut nachzuhören auf folgenden Veröffentlichungen:

Miller Anderson - From Lizard Rock - Cover
2009


Miller Anderson - Live At Rockpalast -Cover
2010

Ich kann nicht sagen, welches die größere Empfehlung ist, klanglich leiden beide darunter, dass sie durch den Loudness War zu wenig Luft zum Atmen haben, sind aber noch im Bereich des genießbaren.

Puh, viel zu langer Post
Rock on,
Olli
arnaoutchot
Moderator
#12 erstellt: 27. Aug 2012, 23:33

mr_highfidelity-blues schrieb:
Puh, viel zu langer Post Rock on, Olli


Nein, keineswegs. Guter Einstand hier !! So muss das laufen. Rock on ...
Kumbbl
Inventar
#13 erstellt: 28. Aug 2012, 08:44

mr_highfidelity-blues schrieb:

Tja, für mich ist dieses Album eher betagter Schnarchnasenblues, kompetent gemacht, durchaus auch mit Feeling, aber doch seeeeeeehr betulich. Es fehlen einfach Tempi-, Rhythmus- und Stimmungswechsel. Das Ganze ist schlicht "Oldschool" in Reinkultur, ohne die ganz großen Finessen.


deswegen haben wir ja ein Forum, damit nicht alle einer Meinung sind


mr_highfidelity-blues schrieb:

erkennen vermag, wieso deren Schaffen ein lahmer und fader Aufguss sein soll. Von was?


von 0815 Blues rock, schwer und fett produziert und letztendlich immer der gleiche Stil - von dieser art aktueller Blues Rockmusik gibts 100erte alben, kennst eines, kennst alle...


mr_highfidelity-blues schrieb:

Sicherlich haben beide noch kein Album gemacht, welches die Welt auch nur ein klitzekleines bisschen aus den Angeln gehoben hätte, das liegt aber eher im Genre an sich begründet. Waltraut ist ein solider und äußerst emotionaler Arbeiter, der verdammt viel Gefühl und Seele in seine vordergründig einfach strukturierte Musik legt


nö, die ist nicht nur vordergründig einfach sondern schlichtweg durchgängig immer nach dem gleichen Strickmuster - mid-tempo fetter Blues rock, immer wieder mal unterbvrochen von ein paar Baladen... hab mir Blues for modern Daze und Common ground angehört, beides alben, die in Amazon durchweg 5 sterne bekommen und in den Himmel gelobt werden - ich frag mich, wo da die schwitzende Blues Seele sein soll...


mr_highfidelity-blues schrieb:

Smokey Joe ist es dagegen als erstem nach Gary Moore gelungen, außerhalb der üblichen Legenden ein Gitarrenheld für die Massen zu sein, und das mit deutlich unter 60 Lebensjahren. Hier von einem "Überhype" zu sprechen, wird meiner Meinung nach der Sache nicht gerecht. Insgesamt sind seine Veröffentlichungen auf einem beachtlichen Niveau, auch wenn vieles keine Eigenbauten sind. Aber er ist in der Lage, sich fremde Vorlagen so zu eigen zu machen, dass meistens etwas interessantes entsteht. Auch der Vorwurf, er sei einfach nur ein seelenloser Techniker, wie ich ihn beim Stammtisch meine gelesen zu haben, stimmt meiner Meinung nach nicht.


der gute Bonamassa hat gut begonnen, keine Frage, Sloe Gin und auch The Ballad of John henry sind gute Alben - nix weltbewegendes (was aber auch nicht immer sein muss), aber rotziger dreckiger Blues Rock, vor allem Sloe Gin... aber sorry, der gute Mann ist einfach komplett überspielt und legt mittlerweile mehr wert auf hippes Aussehen als auf gutes Songwriting - denn bei letzterem beißt es bei ihm aus - wie bei Trout auch. der produziert einfach zu viel, mittlerweile kommt nur absolut oberfadeste und langweiliste durchschnittsmassenware raus - soviel zum Thema Überhype... Bonamassa wird nicht mal ne Fußnote in der Bluesgeschichte werden... Und ja, früher nicht, aber mittlerweile ist er genau das: ein seelenloser techniker, der sich selbst an seinen - zugegeben - nicht schlechter Fingerfertigkeit aufgeilt...

außerdem sollte er sich vielleicht mal überlegen, nen Sänger zu engagieren, denn gitarre spielen kann er, singen jedoch gar nicht...


mr_highfidelity-blues schrieb:

Ansonsten sollte unbedingt der aktuelle Miller Anderson erwähnt werden.


kenn ich nicht, liest sich aber interessant, danke für den Tipp.. muss ich mal reinhören...


mr_highfidelity-blues schrieb:

Puh, viel zu langer Post


nö, genau richtig so...


[Beitrag von Kumbbl am 28. Aug 2012, 08:50 bearbeitet]
boozeman1001
Stammgast
#14 erstellt: 28. Aug 2012, 09:28
OK, OK, Asche auf mein Haupt! Hatte die Anleitung schlich falsch verstanden...

Dann ignoriert einfach alles, was in meinem Post nach "A" kommt und baut das ein, wenn wir beim passenden Buchstaben sind...
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 28. Aug 2012, 13:56

Kumbbl schrieb:

von 0815 Blues rock, schwer und fett produziert und letztendlich immer der gleiche Stil - von dieser art aktueller Blues Rockmusik gibts 100erte alben, kennst eines, kennst alle...


Könntest Du da zur besseren Veranschaulichung Beispiele nennen?


Kumbbl schrieb:

der gute Bonamassa hat gut begonnen, keine Frage, Sloe Gin und auch The Ballad of John henry sind gute Alben - nix weltbewegendes (was aber auch nicht immer sein muss), aber rotziger dreckiger Blues Rock, vor allem Sloe Gin... aber sorry, der gute Mann ist einfach komplett überspielt und legt mittlerweile mehr wert auf hippes Aussehen als auf gutes Songwriting - denn bei letzterem beißt es bei ihm aus - wie bei Trout auch. der produziert einfach zu viel, mittlerweile kommt nur absolut oberfadeste und langweiliste durchschnittsmassenware raus - soviel zum Thema Überhype... Bonamassa wird nicht mal ne Fußnote in der Bluesgeschichte werden... Und ja, früher nicht, aber mittlerweile ist er genau das: ein seelenloser techniker, der sich selbst an seinen - zugegeben - nicht schlechter Fingerfertigkeit aufgeilt...
Außerdem sollte er sich vielleicht mal überlegen, nen Sänger zu engagieren, denn gitarre spielen kann er, singen jedoch gar nicht...


Wir sind zwar noch beim Buchstaben A, da aber, soviel ich weiß , direkt danach das B kommt, muss ich an dieser Stelle doch vehement widersprechen. Ich finde es wirklich interessant, wie sich an dem Herrn Bonamassa derart die Geister scheiden. Zufall oder nicht, dies ist allerdings erst seit der Zeit der Fall, wo die gebuchten Auftrittsorte größer wurden. Veränderte sich also mit den größeren Clubs/Hallen auch die Musik? Veränderte sich die Außendarstellung?
Nun, ich habe alle Studioalben des Künstlers "im Keller", er ist in gewisser Weise wirklich kommerzieller geworden, weil er das Bluesrockideom als verräuchertes, verschwitztes und idealistisches Nischenprodukt verlassen hat - verlassen hinaus in die große weite Welt des "Mainstreamrocks", der gerne auch mal in den Bluestopf greifen und mit glitzernden Anzügen und diversen Sonnenbrillen glänzen darf.
Eine Fußnote der Bluesgeschichte ist Bonamassa schon längst, denn er dominiert seit einiger Zeit klar und deutlich die US Billboard Blues-Charts.
Ganz nebenbei ist er in Europa zum Top-Ten Verkäufer aufgestiegen. Das ist für jemanden, der aus dem vermieften Bluesrockideom kommt, eine nicht hoch genug anzuerkennende Leistung. Mittlerweile sind Auftritte in den heiligen Hallen der Londoner Royal Albert Hall innerhalb von Minuten ausverkauft. Also wird Bonamassa etwas haben, was offensichtlich andere nicht haben. Schlechte Songs? Schlechte Klamotten? Verrat am Bluesdiktat? Schlechte Stimme?
Ich bin wirklich kein Bonamassa Fan-Boy, kritisiere gerne und oft den unsäglichen Loudness-Overkill seiner Kevin Shirley-Produktionen, aber gerade gesanglich hat sich Smokey Joe doch durchaus weiterentwickelt, pro Scheibe liefert er immerhin 1-3 grandiose Songs ab, seine Debütnachfolgescheibe "So, It's Like That" (2002) schrammt gerne mal gefährlich am berühmt berüchtigten US AOR vorbei und versprüht ansonsten recht wenige Bluesfunken und bei der Klamottenwahl ist bei vielen US-Amerikanern doch eh Hopfen und Malz verloren.

Richtig ist allerdings, dass er viel zu viele Produktionen auf den Markt wirft, nicht zu vergessen sein Nebenprojekt Black Country Communion (klassischer Classic-Rock und seine gelungene Kollaboration mit der umwerfenden Beth Hart (wird später vorgestellt).
Zumindest bei mir führt dieser Veröffentlichungswahn zu einer Übersättigung und würde er sich auf seine Knüllersongs beschränken, hätte er auch schon längst mindestens ein Killeralbum auf der Habenseite.

Zum Buchstaben A, ich hätte da noch einen Tipp für alle Freunde des Texas-Blues-Shuffles, inklusive gehöriger Stevie Ray Vaughan Schlagseite:
Monti Amundson Cover
1997

Das Teil ist sehr kompetent gespielt und interpretiert, meiner Erinnerung nach mit einer furztrockenen, schnörkellosen Produktion gesegnet und enthält alles Eigenbauten vom Gitarristen/Sänger Monti Amundson und seinem damaligen Schlagwerker Boyd Small.

Rock on,
Olli
Kumbbl
Inventar
#16 erstellt: 28. Aug 2012, 14:49

mr_highfidelity-blues schrieb:

Kumbbl schrieb:

von 0815 Blues rock, schwer und fett produziert und letztendlich immer der gleiche Stil - von dieser art aktueller Blues Rockmusik gibts 100erte alben, kennst eines, kennst alle...


Könntest Du da zur besseren Veranschaulichung Beispiele nennen?


Robert Cray (alles)
B.B.King: Blues on the bayou (unsägliches album))
Pat Travers: Blues on fire
Bonamassa: die letzten 4 alben
Walter trout: common ground und diverse andere
Buddy Guy - die letzten alben
Tedeschi Trucks Band
Gary Moore...
...

ansonsten lasse ich dir deinen Smokey Joe gerne - einigen wir uns bei Bonamassa und Konsorten einfach drauf, wass wir uns nicht einigen werden... ist ja auch völlig ok so


mr_highfidelity-blues schrieb:

Zum Buchstaben A, ich hätte da noch einen Tipp für alle Freunde des Texas-Blues-Shuffles, inklusive gehöriger Stevie Ray Vaughan Schlagseite:
Monti Amundson Cover
Das Teil ist sehr kompetent gespielt und interpretiert, meiner Erinnerung nach mit einer furztrockenen, schnörkellosen Produktion gesegnet und enthält alles Eigenbauten vom Gitarristen/Sänger Monti Amundson und seinem damaligen Schlagwerker Boyd Small.


die beschreibung klingt interessant - mal schauen, obs nicht nur ein SVR-Aufguss ist...


[Beitrag von Kumbbl am 28. Aug 2012, 14:54 bearbeitet]
chriss71
Inventar
#17 erstellt: 28. Aug 2012, 15:08

mr_highfidelity-blues schrieb:

Eine Fußnote der Bluesgeschichte ist Bonamassa schon längst, denn er dominiert seit einiger Zeit klar und deutlich die US Billboard Blues-Charts.


Was, wie wir schon beim Tschecherantenstadl festgestellt haben, kein Qualitätsmerkmal ist. Helene Fischer dominiert auch die deutschen Verkaufscharts...


mr_highfidelity-blues schrieb:
Nun, ich habe alle Studioalben des Künstlers "im Keller"


Ich auch, deswegen bin ich ja dieser Meinung (nachzulesen im Classic Rock Stammtisch).


mr_highfidelity-blues schrieb:
Ganz nebenbei ist er in Europa zum Top-Ten Verkäufer aufgestiegen. Das ist für jemanden, der aus dem vermieften Bluesrockideom kommt, eine nicht hoch genug anzuerkennende Leistung.


Nochmals, das sagt über die künstlerische Qualität absolut nichts aus. Der DJ Ötzi verkauft auch tonnenweise CD's... (sicher mehr als der Bonamassa - ist jetzt DJ Ötzi der bessere? )


mr_highfidelity-blues schrieb:
pro Scheibe liefert er immerhin 1-3 grandiose Songs ab


Was nutzt das wenn das Album trotzdem nur Durchschnitt ist. Wir waren uns ja einig, dass er einfach zu viele Alben produziert. An seiner Stelle würde ich mal 5 Jahre kein Album aufnehmen, diesen schrecklich klingenden Shirley durch einen ordentlichen Masteringingenieur ersetzen und mal ordentliche Songs schreiben. Danach von 100 Songs die 10 besten nehmen. Das würde sicherlich ein sehr gutes Album sein.


mr_highfidelity-blues schrieb:
Zumindest bei mir führt dieser Veröffentlichungswahn zu einer Übersättigung und würde er sich auf seine Knüllersongs beschränken, hätte er auch schon längst mindestens ein Killeralbum auf der Habenseite.


Deiner Meinung, nur das hat er eben nicht.

mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 28. Aug 2012, 17:02

chriss71 schrieb:

Was, wie wir schon beim Tschecherantenstadl festgestellt haben, kein Qualitätsmerkmal ist. Helene Fischer dominiert auch die deutschen Verkaufscharts...


Aber die gute Helene ist doch unverdächtig, beim Schminken in den Bluestopf zu greifen, oder ?


chriss71 schrieb:

Nochmals, das sagt über die künstlerische Qualität absolut nichts aus. Der DJ Ötzi verkauft auch tonnenweise CD's... (sicher mehr als der Bonamassa - ist jetzt DJ Ötzi der bessere? )


Erfolg sagt in der Tat zunächst nichts über künstlerische Qualität aus. Aber wie definierst Du künstlerische Qualität?
Ich hebe lediglich darauf ab, dass Bonamassa ein Künstler ist, der anders als Helene oder Ötzi-Baby aus einer Schublade kommt, die in der Regel eines kommerziellen Erfolges völlig unverdächtig ist.
Außerdem kommt noch hinzu, dass beispielsweise das aktuelle Studioalbum wirklich alles ist, aber doch kein Komplettschrott! Es leidet in erster Linie daran, dass es vermutlich nur mit Billigknöpfen im Ohr vom IPod abgespielt genossen werden kann, ansonsten säuft es einfach vor lauter Kompression ab. Das ist Jammerschade, denn ich kann nicht erkennen, dass dieses Album explizite musikalische Nieten hervorbringen würde. Es ist halt eine Produktion, die einen auf dicke Hose macht und letztlich ein breiteres Publikum ansprechen möchte. Das kann ich mögen, oder auch nicht, aber es ist kein tauglicher Parameter für 'künstlerische Qualität'.

Rock on ,
Olli
blitzschlag666
Inventar
#19 erstellt: 28. Aug 2012, 17:15
ich finde 1-3 grandiose Songs pro Platte eher mau wenn der Rest der Platte nicht erwähnt wird (sprich, unter ferner liefen zu sehen ist).
Kumbbl
Inventar
#20 erstellt: 28. Aug 2012, 18:24

mr_highfidelity-blues schrieb:

Außerdem kommt noch hinzu, dass beispielsweise das aktuelle Studioalbum wirklich alles ist, aber doch kein Komplettschrott! Es leidet in erster Linie daran, dass es vermutlich nur mit Billigknöpfen im Ohr vom IPod abgespielt genossen werden kann, ansonsten säuft es einfach vor lauter Kompression ab. Das ist Jammerschade, denn ich kann nicht erkennen, dass dieses Album explizite musikalische Nieten hervorbringen würde.


na, wenn das deine Maßstäbe für gute Alben sind
- kein Komplettschrott
- keine explizieten Nieten
dann versteh ich dich schon eher.....

genau das ist es nämlich, kein Komplettschrott, keine explizieten Nieten, aber auch rein gar nix herausragendes oder irgendetwas, was im Ohr, im gedächtnis bleibt - wie wir in bayern sagen: Läuft einfach mit dem haufen mit... das kritierium für durchschnittlichsten Durchschnitt

der Klang ist definitiv nicht das große Problem von Bonamassa (obwohl auch der eher mau ist), sondern die fehlende kreativität in seinem Songwriting...

1-3 grandiose Songs pro album und sonst nur Füller würde ich auch noch nicht als gutes Album bezeichnen, sondern genau als durchschnittsware... aber IMHO hat er mittlerweile nicht mal mehr 1 bis 3 grandiose Songs pro Album...

und nur weil die Masse ihn liebt: also bitte.... wen liebt die Masse noch alles.... hier hat Chriss aber schon alles wesentliche drauf geantwortet...

ähm Chriss, mal ne dumme Frage: warum hast du eigentlich alle Alben vom guten Joe, wenn du ihn so kritisch siehst?
chriss71
Inventar
#21 erstellt: 28. Aug 2012, 19:19

Kumbbl schrieb:

ähm Chriss, mal ne dumme Frage: warum hast du eigentlich alle Alben vom guten Joe, wenn du ihn so kritisch siehst?


Tja, ab und zu kommt dann doch mein Sammeltrieb durch. Desweiteren glaubt man ja, dass es sowas wie Grower gibt. Also CD's die nicht beim ersten mal einschlagen, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Und drittens muss ich wieder mal meine Sammlung nach Schrott durchsuchen. Ist aber bei meiner Anzahl an CD's nicht ganz so einfach (und auch relativ zeitaufwendig).

Noch was: Er hat ja ganz ordentlich begonnen (You & Me, Slow Gin und The Ballad of John Henry) sind ja nun nicht schlecht, aber anstatt besser zu werden, wird er immer schlechter. Waren früher wenigsten 3 bis 4 gute Songs drauf, kann ich bei den letzten 2 Studio Alben (Dust Bowl und Driving Towards the Daylight) wirklich nichts mehr finden. Die Scheibe mit Beth Hart geht wiederum (auch nicht ein Kracheralbum, aber doch relativ solide).



[Beitrag von chriss71 am 28. Aug 2012, 19:27 bearbeitet]
chriss71
Inventar
#22 erstellt: 28. Aug 2012, 19:28

Kumbbl schrieb:
genau das ist es nämlich, kein Komplettschrott, keine explizieten Nieten, aber auch rein gar nix herausragendes oder irgendetwas, was im Ohr, im gedächtnis bleibt - wie wir in bayern sagen: Läuft einfach mit dem haufen mit... das kritierium für durchschnittlichsten Durchschnitt


Ja, genau. Technisch in Ordnung, aber eben Massenware. Nichts was einem aufhorchen lässt...

Kumbbl
Inventar
#23 erstellt: 28. Aug 2012, 19:58

chriss71 schrieb:

Tja, ab und zu kommt dann doch mein Sammeltrieb durch. Desweiteren glaubt man ja, dass es sowas wie Grower gibt. Also CD's die nicht beim ersten mal einschlagen, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Und drittens muss ich wieder mal meine Sammlung nach Schrott durchsuchen. Ist aber bei meiner Anzahl an CD's nicht ganz so einfach


Ja, versteh ich schon.... Bei manchen CDs frag ich mich auch, welcher Teufel mich damals beim Kauf geritten hat....manche CDs sind keine Grower sondern Downer

Gut, hier mal ne rundum positive Empfehlung: nachdem ich gerade auf nem Sandy Denny tripp bin und die drei Klassiker von fairpoint Convention und auch die erste Fotheringay rauf und runter höre, hab ich mir ne sensationell klingende LP von Richard und Linda Thompson "i want to See the bright light" besorgt...tolles Album, absoluter superklang....und man muSs ehrlicherweise sagen, Linda kann mit Sandy absolut mithalten... Argggggh, merke gerade, Ich bin hier ja gar nicht im Classic Rock thread, wo diese Empfehlung hinngehören würde...... .... Naja, sch.... Drauf, dann Kriegen die ganzen Bluesologen auch mal eine g'scheite Musik empfohlen und werden an den CR Stammtisch gelockt
vanye
Stammgast
#24 erstellt: 28. Aug 2012, 20:48
Beim Buchstaben A darf Louis Armstrong auf keinen Fall fehlen. Die meisten würden ihn wohl unter Jazz einordnen, aber sein Schaffen umfasst ein breites Spektrum, und insbesondere wenn es bei ihm Richtung Gospel geht, wird es meistens auch bluesig. Beispiel gefällig? Hört Euch mal von der LP unten Go Down Moses an. Ein besseres Blues Klavier habe ich nie wieder gehört.

Mal zwei Empfehlungen von mir, die in diese Richtung gehen: Eine LP und eine CD ...

Louis Armstrong

Louis Armstrong

Gruß
vanye
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 28. Aug 2012, 20:54

Kumbbl schrieb:

mr_highfidelity-blues schrieb:

Kumbbl schrieb:

von 0815 Blues rock, schwer und fett produziert und letztendlich immer der gleiche Stil - von dieser art aktueller Blues Rockmusik gibts 100erte alben, kennst eines, kennst alle...


Könntest Du da zur besseren Veranschaulichung Beispiele nennen?


Robert Cray (alles)
B.B.King: Blues on the bayou (unsägliches album))
Pat Travers: Blues on fire
Bonamassa: die letzten 4 alben
Walter trout: common ground und diverse andere
Buddy Guy - die letzten alben
Tedeschi Trucks Band
Gary Moore...
...


Okay, diese Auflistung macht es schon anschaulicher.
Allerdings, wenn Sachen wie Robert Cray oder die Tedeschi Trucks Band als Beispiele für "0815 Blues-Rock, schwer und fett produziert und letztendlich immer der gleiche Stil .." herhalten, und im gleichen Atemzug Gary Moore, Walter Trout oder Pat Travers genannt werden, dann haben wir leider keinerlei Diskussionsgrundlage. Daraus lässt sich eigentlich nur schlussfolgern, dass dies ganz bestimmt nicht DEIN Genre sein kann.
Macht ja auch nix, nur dann ist es müßig darüber zu philosophieren, ob ein Herr Bonamassa nur noch faden, bestenfalls durchschnittlichen Einheitsbrei verzapft, oder grandiose Songs schreibt/interpretiert .

Deine Auflistung beinhaltet alles Sachen, die vom Blues im traditionellen Sinne ziemlich weit weg sind, sie sind aber auch beispielsweise nicht mit der British Invasion Of Blues(Rock) Ende der 1960er zu vergleichen.
Somit ist das Ganze scheinbar nicht Dein Ding.

Trotzdem finde ich es etwas befremdlich, hier Künstlern Qualität in ihrem Output absprechen zu wollen, ohne offensichtlich die entprechende Musikausrichtung im Allgemeinen zu mögen.

Rock on ,
Olli
Kumbbl
Inventar
#26 erstellt: 28. Aug 2012, 21:02
Lieber Olli, wenn du das sagst, dann wird's schon so sein.... Genieß du einfach deinen Blues mit Joe und Walter, ich genieß meinen mit etwas anderen Kalibern... Lassen wir das Thema.
vanye
Stammgast
#27 erstellt: 28. Aug 2012, 21:06
Ich missachte einfach mal Eure Diskussion und dränge mich mit einer weiteren Empfehlung dazwischen - diesmal eher Bluesrock: The Animals. Meine erste Empfehlung ist zwar klanglich nicht gerade das Gelbe vom Ei, geht dafür aber tierisch ab. Ist nämlich eine Live-Aufnahme (auf LP):

animals

Die zweite ist klanglich sehr gut, finde ich, dafür aber eine Compilation. Hoffe, ich darf sie dennoch empfehlen.

animals

Die CD habe ich nur aus Versehen gefunden. Ich hatte mir im Plattenladen eigentlich eine andere ausgesucht, aber der Verkäufer hatte mir dann die falsche CD in die Hülle gepackt. Ich habe es natürlich erst zu Hause gemerkt, und sie hat mir so gut gefallen, dass ich dem Verkäufer bis heute dankbar bin. Die CD steckt auch immer noch in der falschen Hülle.

Gruß
vanye
arnaoutchot
Moderator
#28 erstellt: 28. Aug 2012, 21:46
@ vanye: Dank fuer Armstrong und Animals, an beide hatte ich auch schon gedacht. Armstrongs Hot Fives sind im prinzip auch purer frueher Blues ...

@ all: Bitte nehmt die Diskussionen in den Classic-Rock-Stammtisch und bleibt hier etwas enger an den Plattenempfehlungen. Ihr koennt auch zu "B" gehen, wenn wir "A" erledigt haben

Edit: Ich habe auch nichts dagegen, bei "B" mit Bonamassa geordnet anzufangen. Was muss man haben, welches sind die klanglichen Highlights ? Innerhalb der Buchstaben muessen wir uns nicht an eine Reihenfolge halten.


[Beitrag von arnaoutchot am 28. Aug 2012, 22:01 bearbeitet]
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 28. Aug 2012, 22:01

Kumbbl schrieb:

na, wenn das deine Maßstäbe für gute Alben sind
- kein Komplettschrott
- keine explizieten Nieten
dann versteh ich dich schon eher.....

genau das ist es nämlich, kein Komplettschrott, keine explizieten Nieten, aber auch rein gar nix herausragendes oder irgendetwas, was im Ohr, im gedächtnis bleibt - wie wir in bayern sagen: Läuft einfach mit dem haufen mit... das kritierium für durchschnittlichsten Durchschnitt

1-3 grandiose Songs pro album und sonst nur Füller würde ich auch noch nicht als gutes Album bezeichnen, sondern genau als durchschnittsware... aber IMHO hat er mittlerweile nicht mal mehr 1 bis 3 grandiose Songs pro Album...


Für mich persönlich beinhalten ganz allgemein die wenigsten Alben wirklich mehrere grandiose Songs. Ich hätte auch besser 'herausragende' Songs schreiben sollen, das trifft es nämlich eher .
Und ja, mindestens der Titelsong des aktuellen Bonamassa-Albums ist herausragend, dicht gefolgt vom Rausschmeißer mit dem unvergleichlichen Jimmy Barnes. Darüber hinaus gibt es vieles, was wirklich gut ist, weit entfernt von Füllmaterial, welches freilich ebenfalls vorhanden ist. Das hält sich aber in Grenzen.
Selbstverständlich ist das alles nichts für die Freunde komplizierter Rhythmik oder die Feingeister unter uns. Aber wie ich bereits anmerkte, das Genre Bluesrock ist quasi ausgelutscht wie'n vergessener Teebeutel auf dem Oktoberfest.


Kumbbl schrieb:

und nur weil die Masse ihn liebt: also bitte.... wen liebt die Masse noch alles....


Das ist aber kein Argument gegen gute Qualität, oder?

Rock on ,
Olli
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 28. Aug 2012, 22:18

Kumbbl schrieb:
Lieber Olli, wenn du das sagst, dann wird's schon so sein.... Genieß du einfach deinen Blues mit Joe und Walter, ich genieß meinen mit etwas anderen Kalibern... Lassen wir das Thema.


Eine Frage dazu:
Der Fadentitel bezieht sich ja explizit auf Blues. Der in der Diskussion stehende Joe Bonamassa ist natürlich kein Blueser im eigentlichen Sinne, nur weil er mal ein Album namens "Blues Deluxe" gemacht hat.
Sollte also so etwas, oder Sachen wie Beth Hart, Tedeschi Trucks Band, Walter Trout, Aynsley Lister, Ian Parker, Jimmy Bowskill, Ben Poole, Pat Travers, Ana Popovic, Larry McCray usw. eher in den Classic-Rock-Stammtisch?

Rock on ,
Olli
Kumbbl
Inventar
#31 erstellt: 29. Aug 2012, 09:31

mr_highfidelity-blues schrieb:

Sollte also so etwas, oder Sachen wie Beth Hart, Tedeschi Trucks Band, Walter Trout, Aynsley Lister, Ian Parker, Jimmy Bowskill, Ben Poole, Pat Travers, Ana Popovic, Larry McCray usw. eher in den Classic-Rock-Stammtisch?


siehe im 1st Post: "... bis zum modernen Blues-Rock eines Joe Bonamassa...." - da kannst also all das mehr oder weniger hier dazu schmeissen... insgesamt ist die Grenze hier einfach fließend und da wir ja keine Diplomarbeit schreiben sondern nur nen harmlosen Thread, würde ich es auch ganz pragmatisch sehen:

Hier generell Albenempfehlungen mit Augenmerk einer Ausgabenempfehlung und Klang...

Künstlerdiskussionen (so wie oben ) dann am Stammtisch...


arnaoutchot schrieb:

Ich habe auch nichts dagegen, bei "B" mit Bonamassa geordnet anzufangen. Was muss man haben, welches sind die klanglichen Highlights ? Innerhalb der Buchstaben muessen wir uns nicht an eine Reihenfolge halten.


also, Olli, du hast das wort, kurz und knapp - welche von Bonamassa muss man haben, welche klingen einigermaßen - ich werds auch einfach so stehen lassen

Für mich sinds nur zwei:

Sloe Gin
Joe-sloe
Ballad of John Henry
Joe-ballad

Beide klanglich recht fett - typisch moderne Blues Rock Produktion, aber noch keine Loudness-War Sünde, ist schon noch gut zu hören...
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 29. Aug 2012, 12:08

Kumbbl schrieb:

also, Olli, du hast das wort, kurz und knapp - welche von Bonamassa muss man haben, welche klingen einigermaßen - ich werds auch einfach so stehen lassen


Ganz einfach - nur eine:

Bonamassa - black rock

2010

Ich darf folgendes Selbstzitat anbringen:
"(...) Denn in meinen Ohren ist diese Scheibe nicht weniger als das bisherige Meisterwerk des immer noch ziemlich jungen Himmelsstürmers der vertrockneten und im eigenen Saft schmorenden Bluesrockgemeinde, trotz stetig neuer 'Wunderkinder' des Genres.
Machen wir uns doch nichts vor, in gefühlt 9 von 10 Fällen gniedelt uns der Nachwuchs Saitensalven und Rhythmuseskapaden um die Ohren, die Jimi Hendrix und sein bis heute einziger legitimer Nachfahre namens Stevie Ray Vaughan schon längst in allen Facetten abgefeuert haben.
Das ist mir persönlich früher, bei meinen Entdeckungsreisen in Sachen Blues Rock, nie so aufgefallen, aber zunehmend nerven alle Saitenhexer, die letztlich bemüht sind, ihren großen Vorbildern noch richtig fett einen draufzusetzen.
Okay, gerne werden in diesem ausgelutschten Genre noch Vorbilder wie die gesamte 'King-Family', Otis Rush, Buddy Guy, Albert Collins oder weiße Epigonen/Erneuerer vom Schlage eines
Eric Clapton, Jeff Beck, Jimmy Page, Peter Green to be continued genannt, aber letztlich stecken so gut wie alle in der Falle, mehr Noten in einem Gitarrensolo unterzubringen, als unsere Glimmer-Twins am Tage schreien können.
Und hier kommt nun 'old' Joe Bonamassa ins Spiel. Seit genau 10 Jahren (!) mischt er in dem Spiel mit, hat sich zu Beginn seiner Karriere genau dem hingegeben, was ich in den vorangegangenen Zeilen zu beschreiben versucht habe, um aber mittlerweile einen Entwicklungsschritt erreicht zu haben, der ihn tatsächlich ein gewisses Stück weit vor seiner mannigfaltigen Konkurrenz platziert, insbesondere mit "Black Rock"! Nie klangen Led Zeppelin-Zitate selbstverständlicher ("Blue And Evil"), ein Solo wie im B.B. King-Aufwärmfetzer "Three Times A Fool" (written by Otis Rush) spielt ein Eric Clapton wirklich nicht besser, das Aufwärmen der Jeff Beck Group-Nummer "Spanish Boots" (1969) hat noch nie so wunderbar die Talente des besagten Jeff Beck (einer DER großen Vorbilder von Joe Bonamassa) mit denen eines Jimmy Page vereint, das John Hiatt-Werk "I Know A Place" ertönt plötzlich im Gov't Mule-Gewand, nie klang Joe gelöster, befreiter und lockerer als auf dem Rausschmeißer "Baby You Gotta Change Your Mind", nie klang Bonamassa mehr nach eigenständigem Bonamassa als auf dem Eigenbau "Quarryman's Lament", trotz griechisch/arabisch folkloristischem Instrumentariumbeiwerks, nie fetzte Joe Bonamassa vergleichsweise unangestrengt durch Vorgaben wie "Steal Your Heart Away" oder gar "Night Life", ein Showcase für very very old B.B. King, vom ebenso very very old Willie Nelson.
Ich will damit sagen, "Sloe Gin" und "The Ballad Of John Henry" waren sicherlich Karrieremeilensteine, um sich von den ganzen Saitenquälerwundergitarristen abzugrenzen, verbunden mit zunehmender Kritik am Verrat des 'wahren' Bluesrocks, aber erst "Black Rock" ist nahe dran am Meisterwerk!
Entscheidend ist nämlich nicht der Anteil der Eigenkompositionen, sondern der Anteil an Eigenständigkeit. Und letzterem ist Joe Bonamassa in beeindruckender Weise ein großes Stück näher gekommen! (...)"


Klanglich ist die CD problematisch, da sie nicht wirklich fett aus den Boxen dröhnt und trotzdem wenig Luft zum Atmen hat. Ich würde es hier, sofern Equipment vorhanden, mit der Vinylversion versuchen.

Rock on ,
Olli
arnaoutchot
Moderator
#33 erstellt: 29. Aug 2012, 14:55
Schoene Kritik, gefaellt mir. Gut, Dich hier an Bord zu haben.

Zur Definition des Threads: Kumbbl hat es gut umrissen. Bleibt locker und ungefaehr am Thema. Wie sagte schon Willy Michl: Ois is blues ...
Kumbbl
Inventar
#34 erstellt: 29. Aug 2012, 18:43

mr_highfidelity-blues schrieb:

Black Rock von Bonamassa
[i]"(...) Denn in meinen Ohren ist diese Scheibe nicht weniger als das bisherige Meisterwerk des immer noch ziemlich jungen Himmelsstürmers

starke worte, aber eine wie mir scheint durchdachte Darstellung deiner Meinung, respektier ich - ABER: ich bin zu 100% anderer Ansicht und behaupte das gegenteil - ich hab aber hier am Stammtisch drauf geantwortet, um den Thread hier sauber zu halten

http://www.hifi-foru...263&postID=1774#1774
vanye
Stammgast
#35 erstellt: 29. Aug 2012, 21:00
Na gut, dann weiter im Buchstaben "B". Hier mal ein deutsches Duo, das Horst Bergmeyer Duo. Nicht nur musikalisch und klanglich sehr gut, sondern auch durch die Instrumentierung sehr interessant:

Horst Bergmeyer: Klavier, Gesang
Jo Dölker: Schlagzeug, Percussion
CD: Young Days

Für die, die sich in der deutschen Blues-Szene ein wenig auskennen, bestimmt keine Unbekannten.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie gleichberechtigt das Schlagzeug als Instrument mitspielt. Ein klasse Duo, eine super CD. Und man muss auch nicht die Katze im Sack kaufen, denn auf der gut gemachten Website der beiden findet manVideos von Live-Auftritten.

Inhaltlich eine gute Mischung, vom klassischen Blues bis zum Blues Rock. Tönt bei mir mit großer Regelmäßigkeit aus den Lautsprechern.

young days

Gruß
vanye
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 29. Aug 2012, 23:08

arnaoutchot schrieb:
Schoene Kritik, gefaellt mir. Gut, Dich hier an Bord zu haben.


Danke Michael!

Rock on ,
Olli
arnaoutchot
Moderator
#37 erstellt: 29. Aug 2012, 23:49
Bitteschön. Sehe schon, mit Dir und vanye haben wir hier zwei Kenner am Werk ... Habe leider aktuell zu wenig Zeit, mich hier mehr einzubringen.

Hier noch was Deutsches und Beständiges: Toscho Todorovic und die Blues Company. 1976 gegründet und inzwischen mit mehr als 20 Platten im Bluesmarkt präsent. Ich kenne nur einen kleinen Teil der Platten, ich finde einiges auch repetitiv und manchmal einen Tick zu sauber, aber nachdem es ja nun nicht sehr viele Blues-SACDs in Mehrkanal gibt, blieb die "From Daybreak to Heartbreak" aus dem Jahr 2003 bei mir hängen. Musikalisch gut und glaubwürdig gemacht und klanglich wie als ob man live im Studio dabei ist. Vorsicht: Das war eine Dual- Inventory-Platte und amazon hat schon bei einigen Usern hier statt der bestellten SACD die CD geliefert. Auf der SACD muss unten links "Limited Edition Hybrid SACD" und das SACD Logo stehen. Die SACD ist vergriffen, ich habe aber noch ein zweites Exemplar der SACD hier, wer will soll sich melden. Abgebildet ist die CD. Von der "Vintage" hatte ich mal eine audiophile Vinyl-Pressung, die ich aber leider nicht mehr habe, aber die klang auch sehr gut.

amazon.de


[Beitrag von arnaoutchot am 29. Aug 2012, 23:50 bearbeitet]
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 30. Aug 2012, 12:41
Als bekennender musikalischer Leichtmatrose möchte ich unbedingt mein Lieblingsalbum der Osnabrücker Bluesinstitution empfehlen:

Blues Company - Public Relations - Cover
1993

Eingängig, glatt, groovig, musikalisch für das Genre erfrischend abwechslungsreich, wie eigentlich alle Inak (in-akustik)-Produktionen überdurchschnittlich gut klingend.
Wer den claptonischen Blues, oder den von Chris Rea(!), ertragen kann, wird auch hier glücklich und bekommt sogar noch einige Facetten mehr geboten.

Nachtrag: DR-Wert 13 (leider träumen wir heute davon

Rock on ,
Olli


[Beitrag von mr_highfidelity-blues am 01. Sep 2012, 13:06 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#39 erstellt: 30. Aug 2012, 18:44
Danke für den Tipp. Ich denke, die Platten der Blues Company, die ich kenne, sind alle auf einem ordentlichen Niveau. Mit dem Nachteil, dass keine so besonders heraussticht ...

Von der deutschen Blues Company zur englischen Blues Band. Fast ebenfalls so lang im Markt wie die Deutschen (seit 1979) und fast unverändert aus Urgestein der englischen Blues-Szene bestehend (Paul Jones und Tom McGuiness waren beim frühen Manfred Mann, Hughie Flint bei John Mayall, Dave Kelly bei John Dummer etc.). Meine Lieblingsplatte ist ihr "Official Blues Band Bootleg Album" von 1980, das sie mangels Plattenfirma zunächst per Mailorder und auf Konzerten vertrieben und das dann ein regelrechter kleiner Hit wurde. Nicht nur ist der Titel ironisch zu nehmen, die Platte klingt auch noch sehr gut. Ich habe nur Original-Vinyl davon. Die Live-Platte "Bye Bye Blues" von 1983 (Titel ebenfalls nicht ernst zu nehmen, die Band refomierte sich kurz darauf gleich wieder und spielt bis heute ..) ist ein weiterer Hörtip.

amazon.de amazon.de
Jason_King
Inventar
#40 erstellt: 30. Aug 2012, 19:19
Hab ich mir doch gedacht, Leute! Die üblichen Verdächtigen mit anderen Masken. Das hätten wir/ihr auch im "Classic-Rock-Thread" mit abfrühstücken können. Dieser Thraed wird mit Sicherheit nicht so monstermäßig laufen wie der "CR"-Rock-Thraed. Also....so what?
Jugel
Inventar
#41 erstellt: 30. Aug 2012, 19:48
Auch aus deutschen Landen:

Bargel-Heuser
Richard Bargel w/Klaus "Major" Heuser & Band Live
Richard Bargel ist ein deutsches Blues-Urgestein, das seine Lehrjahre wohl in den Staaten verbracht hat; ist übrigens ein Multitalent, das auch zeichnen und schreiben kann. Hat leider eine ganze Weile zu viel Allehohl gehabt, was man ihm auch anhört. Und Klaus "Major" Heuser hat in den besten BAP-Jahren daselbst die Gitarre gespielt.
Dieses Live-Album, das es übrigens auch aus schwarzem Kunststoff gibt, zeigt viel Gefühl und eine sagenhaft dichte Atmosphäre

Lasst Euch nicht vom folgenden Auszug aus ihrer Homepage abschrecken:
"AMAZON.DE: KUNDEN-REZENSION VON PERLMUTT
Mal reingehört, die Herrschaften klingen auf englisch genauso furchtbar wie weiland Werner Lämmerhirt. Wenn der Mann eine Lokalberühmtheit ist und unbedingt den Blues runter schrubben muss, kann er das nicht auf Deutsch oder Kölsch machen. Solche Leute gehören aber langsam mal ins Altersheim, kommen vom Rhein und machen einen auf Mississippi-Delta oder Chicago Blues, das ist langsam jenseits von peinlich."
(Nix für ungut, diese Meinung musste ich hier zitieren)

Gruß
Jugel


[Beitrag von Jugel am 30. Aug 2012, 20:06 bearbeitet]
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#42 erstellt: 30. Aug 2012, 22:38
Gaaaanz groß:

Supper Session
1968

Nix Songwriting, überwiegend Fremdvorlagen, und diese zum feinsten Bluesjam ausgedehnt. Mike Bloomfield gehört für mich definitiv zu den größeren "Weißbroten", da er in der Lage war, auch mal ne Note stehen zu lassen (Mister Satriani [okay, kein Blues] - Himmel hilf). Und das tut er hier eine Seite lang.
Ultimative Version von Donovans "Season Of The Witch", hier mit Stephen Stills an den Saiten. Zu Al Kooper sollte später was kommen.

Mich dünkt aus meiner schwachen Erinnerung, dass auf die Remaster-Ausgabe, trotz der Bonüsse, getrost verzichtet werden kann. Auf der CD-Erstausgabe rauscht es, glaube ich zumindest, wie weiland auf Vinyl.
Auf der Remaster-Ausgabe ist das weggefiltert und damit auch das Leben aus der Aufnahme.

Rock on ,
Olli
arnaoutchot
Moderator
#43 erstellt: 30. Aug 2012, 23:05

Jason_King schrieb:
Hab ich mir doch gedacht, Leute! Die üblichen Verdächtigen mit anderen Masken. Das hätten wir/ihr auch im "Classic-Rock-Thread" mit abfrühstücken können. Dieser Thraed wird mit Sicherheit nicht so monstermäßig laufen wie der "CR"-Rock-Thraed. Also....so what?


Ralf, was hast Du für ein Problem ? Dieser Thread hier dreht sich um Blues-Platten und nutzt die bewährte alphabetische Ordnung. Der Classic-Rock-Stammtisch-Thread bleibt unbenommen bestehen. Eine Vermengung beider Themen halte ich für wenig zielführend. Alles ist gut !
arnaoutchot
Moderator
#44 erstellt: 30. Aug 2012, 23:18
Nach Blues Company und Blues Band noch die Blues Brothers Band. Der Film-Soundtrack ist sicherlich jedem bekannt, und auch wenn der Blues nur teilweise eine Rolle spielt und alles sehr plakativ ist, so hat es sicherlich einigen alten Bluesern, die im Film auftreten, zu einem verdienten neuen Bekanntheitsschub verholfen. Musikalisch besser ist die Blues Brothers Band Live in Montreux, natürlich dann ohne Jake und Elwood. Nettes Konzert, auch klanglich ok.

amazon.de
Jason_King
Inventar
#45 erstellt: 31. Aug 2012, 08:33

arnaoutchot schrieb:
[Ralf, was hast Du für ein Problem ? Dieser Thread hier dreht sich um Blues-Platten und nutzt die bewährte alphabetische Ordnung. Der Classic-Rock-Stammtisch-Thread bleibt unbenommen bestehen. Eine Vermengung beider Themen halte ich für wenig zielführend. Alles ist gut !

Ich sag ja garnix mehr.
mr_highfidelity-blues
Ist häufiger hier
#46 erstellt: 31. Aug 2012, 11:37
Moderner Blues-Rock?!
Kann mir mal jemand erklären, was das eigentlich ist?
Neuzeitliche Produktionen, die Blues- und Rockmusik verquirlen?
Wo dann die Saiten gequält und die Noten brachial in den Raum gekotzt werden? Kein Songwriting, sondern nur Griffbrett-Show? "Fette" Produktion, wo alles nur knallt, letztlich aber wegen starker Kompression absäuft?

Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Begriff "Moderner Blues-Rock" nichts anfangen.
Trotzdem sei hier ein Geheimtipp gestattet, der vermutlich in diese Schublade gesteckt wird:

Buddaheads
2004

Es handelt sich bei der Scheibe um eine Kompilation aus drei vorherigen Alben und einigen exklusiv für diese Compi aufgenommenen Stücken, und präsentiert eine amerikanische Band, die letztlich als alleiniger Konstante aus dem Mastermind Alan "B.B. Chung King" Mirikitani besteht und bereits 1994 mit dem formidablen "Blues Had A Baby" debütierte.
Auch hier schwingt, ich möchte fast sagen zwangsläufig, der Texas-Blues eines Stevie Ray Vaughan mit, speziell in den 'Shuffle'-Stücken. Aber die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten sind wesentlich weiter gefasst. Da fehlt der langbärtige Boogie ebensowenig wie die melancholische Bluesballade. Ebenso sind bereits zaghafte Pflänzchen einer eher Roots-/Americana-Countryrockigen Ausrichtung wahrnehmbar, die aber erst mit ihrem aktuellen Album "Wish I Had Everything I Want" (2011) zur vollen Blüte gebracht wurden.
Mirikitani zeichnet ein, wie sein Spitzname schon vermuten lässt, wunderbar lyrisches Saitenspiel aus, welches neben ökonomischen Molltönen auch dynamisch-rockenden Funkenflug hervorrufen kann!

Die Produktion ist eher nicht als "fett" zu bezeichnen, die Durchhörbarkeit, Transparenz und Luftigkeit des Tonträgers ist besser, als es das Label 'Grooveyard-Records' befürchten lässt.

Und der Groove kommt tatsächlich nicht zu kurz!

Rock on ,
Olli
hifi_raptor
Inventar
#47 erstellt: 31. Aug 2012, 17:58
Hi Blues(ologen)
erst mal Sorry - Isch kenne das Alphabet

Was nicht heißt das man die Intention des OP gleich erfasst.

Gut muss erst lesen und "a" ist schon durch...................

Happy Weekend
vanye
Stammgast
#48 erstellt: 31. Aug 2012, 20:26
Da wir gerade das Thema der Reihenfolge haben: wohin sollen Zusammenstellungen verschiedener Künstler? C wie Compilation? S wie Sampler? W wie weiß nicht?

Gruß
vanye
arnaoutchot
Moderator
#49 erstellt: 31. Aug 2012, 22:33

hifi_raptor schrieb:
Gut muss erst lesen und "a" ist schon durch...................


Nachträge sind kein Thema, am besten geordnet, wenn ein Buchstabe beendet ist. Vorgriffe sind unschön.
arnaoutchot
Moderator
#50 erstellt: 31. Aug 2012, 22:36

vanye schrieb:
Da wir gerade das Thema der Reihenfolge haben: wohin sollen Zusammenstellungen verschiedener Künstler? C wie Compilation? S wie Sampler? W wie weiß nicht?


Das hab ich mir auch schon überlegt. Beim Blues kommt das häufiger vor. Das würde ich Deinem persönlichen Gusto überlassen. Wenn Du aus einer Kompilation bestimmte Musiker hervorheben willst, dann bei diesen (Mehrfachnennungen kein Problem). Wenn tatsächlich kein einzelner Musiker hervorsticht, dann auch beim Titel der Kompilation oder - wenn gar nicht anders möglich - bei Diverse oder Various Artists.
arnaoutchot
Moderator
#51 erstellt: 01. Sep 2012, 12:17
So, jetzt mal weg von den Bleichgesichtern und europäischen Blues-Jungfüchsen und zum echten schwarzen Blues: Big Bill Broonzy. Ohne Zweifel einer der Giganten der Musikgattung. Etwa 300 Songs und sogar die Anfänge des "Powertrios" Gitarre - Bass - Schlagzeug gehen auf ihn zurück. Er wurde irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts in eine Familie mit 21 Kindern geboren und wuchs in Arkansas auf. Zwar begann er schon früh auf selbstgebauten Instrumenten zu spielen, konnte aber bis in die frühen 50er Jahre nicht von seiner Musik leben und war gezwungen, eine Vielzahl von Jobs auszuüben. Diese inspirierten ihn wiederum inhaltlich zu vielen seiner Stücke und er sang darin vorwiegend von einigen Erfahrungen. Jeder Blues-Interessierte sollte sich eine Kompilation seiner besten Stücke beschaffen, ich habe eine frühe Sony CD von 1988 namens "Big Bill's Blues", die relativ unbehandelt überspielt ist und ganz gut klingt, aber möglicherweise gibt es da inzwischen bessere Zusammenstellungen.

Big-Bill-Broonzy-Big-Bills-Blues--286371

Für essentiell halte ich die späte Session "The Bill Broonzy Story" auf der er im Juli 1957 über drei Stunden aus seinem Leben erzählt und fast alle wichtigen Songs streift. Klanglich ist die Session perfekt, klingt als ob Broonzy im eigenen Wohnzimmer sitzt. Auch Broonzy's Fähigkeiten an der Gitarre lassen sich hier gut hören. Broonzy spricht u.a. über die aufkommende weisse Konkurrenz von "Elvis and the other guy I cannot remember the name of ..." Leider ist die CD vergriffen.

amazon.de

Abrundend kann ich noch die "1955 London Sessions" empfehlen, es gibt sogar eine DVD-Audio in Mehrkanal davon (die Basis sind allerdings Mono-Aufnahmen und die sind glücklicherweise behutsam umgesetzt worden).

amazon.de



Eigentlich müssten wir nun Chester Arthur Burnett auch bei "B" besprechen, besser bekannt als Howlin' Wolf. Was meint ihr ?
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