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was läuft zunehmend schief im Geschäftsfeld HIFI?

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ardina
Inventar
#1506 erstellt: 18. Dez 2025, 14:28

Zaianagl (Beitrag #1504) schrieb:


UUUFFFFF!!!

Da hab ich doch tatsächlich eine elementares KEIN vergessen!!!!



Ich hatte mich schon gewundert …
8erberg
Inventar
#1507 erstellt: 18. Dez 2025, 14:47

ardina (Beitrag #1497) schrieb:

8erberg (Beitrag #1494) schrieb:


Eine leider verstorbene Bekannte (Klavierlehrerin) hatte das perfekte Gehör - für das Erkennen der gespielten Tonart reicht auch ein Radiorecorder...



Eine Tonart zu erkennen, oder den Unterschied zwischen 2 guten Pianos zu erkennen, sind aber zwei paar Schuhe.

:prost



Stimmt. Da ich kein perfektes Gehör habe erkenn ich eine Tonart nicht nach ein paar Takten.

Aber ich erkenn ob es ein Bösendorfer, ein Steinway oder ein Schimmel ist. Viel mehr auch nicht, denn die verdammten elektronischen Dinger (z.B. "Clavinova") werden immer besser. Egal ob vom Anschlag, "Tastengefühl" bis hin zur Klangwiedergabe. Im Bekanntenkreis hab ich einen versierten Amateurspiegel der deswegen seinen Flügel verkauft hat, den Klavierherstellern gehts allen nicht wirklich gut.

Naja, Paul McCartneys Bassgitarrenhersteller Höfner ist auch gerade in Insolvenz.

Peter
DJ_Bummbumm
Inventar
#1508 erstellt: 18. Dez 2025, 14:47

Beaufighter (Beitrag #1491) schrieb:

ich denke, dass das Wesen des Menschen darauf aus ist, zu konsumieren.

Ein Stückchen Sonnenschein in den trüben Alltag holt man sich am einfachsten, indem man etwas isst oder kauft.
Dazu muss man nichts können oder wissen.

BB


[Beitrag von DJ_Bummbumm am 18. Dez 2025, 14:48 bearbeitet]
Malibu0815
Neuling
#1509 erstellt: 18. Dez 2025, 15:31
Hallo zusammen,
Ich lese jetzt schon ne weile mit, aber was hat das noch mit dem Thema zu tun ?
Oder spielt Ihr euch nur noch den Ball für unsinniges Bla bla zu
Nur mal so gefragt.
Beaufighter
Inventar
#1510 erstellt: 18. Dez 2025, 15:38
Die Psyche des Konsumenten ist doch wichtig, wenn man ein Geschäftsfeld durchleuchtet welches mit einem negativen Gradienten belegt ist.
Yamahaphilist
Stammgast
#1511 erstellt: 18. Dez 2025, 17:02

Malibu0815 (Beitrag #1509) schrieb:
Hallo zusammen,
Ich lese jetzt schon ne weile mit, aber was hat das noch mit dem Thema zu tun ?
Oder spielt Ihr euch nur noch den Ball für unsinniges Bla bla zu
Nur mal so gefragt.

Vielleicht trägst du dann selbst etwas zum Thema bei. Nur mal so geantwortet.
Oder beklagst du dich, weil du hier nicht ausreichend entertaint wirst?
Beaufighter
Inventar
#1512 erstellt: 18. Dez 2025, 17:29
Moin,

Ich vermute eh einen Zweitaccount dahinter.
Eigentlich stellt man sich ein wenig besser vor wenn man irgendwo in einen Raum hereinkommt und Verbesserungsvorschläge hat.
Yamahaphilist
Stammgast
#1513 erstellt: 18. Dez 2025, 19:45
Sehr wahr

MM/S werben momentan mit Service Gutscheinen, die man verschenken soll. Also online Geräte kaufen und den Service Gutschein dazubuchen. Marktlücke?
Wenn man direkt im Laden kaufen würde, wäre der Service inclusive.
sohndesmars
Inventar
#1514 erstellt: 19. Dez 2025, 06:10
MM/S Service inklusive? Wen muss man da schmieren? Ich kenne nur: 19,-€ für Lieferung; 29,-€ für über die Türschwelle liefern; 49,-€ für Liefern und Anschließen, 69,-€ für Liefern, Anschließen und Einstellen/Erklären.

Kann natürlich sein, dass sich das geändert hat, MM/S sind ja nun auch mächtig unter Druck durch den Onlinehandel. Nicht der eigene Onlinehandel, sondern der von Amazon, Aliexpress, Otto, Teufel......

Mit dem Besitzerwechsel von MM/S wird sich sicher was ändern, bin da mal gespannt. Der Rummenplatz hier in Hamburg nahe zum Hauptbahnhof hätte zumindest mal ein kräftiges Update nötig. Wie wäre es mit exklusiven Events oder Glückspiel/Verlosung? So ein kleines Las Vegas für den Konsumtrottel von heute?
8erberg
Inventar
#1515 erstellt: 19. Dez 2025, 08:05
Hallo

wie sagte ein mittlerweile verstorbener Händler damals zu mir: "ich liebe Media-Markt, seitdem zahlen die Kunden freiwillig fürs liefern".

Peter
Beaufighter
Inventar
#1516 erstellt: 19. Dez 2025, 08:19
Moin,

Ein MM Markt ist Mittlerweile eine Ansammlung von Ladenhütern die von Ahnungslosen Versicherungskaufleuten bewacht werden.
Sorry, ich verstehe dieses Konzept nicht und würde jedem raten der auch nur ein ganz kleines bisschen Berufsehre in sich trägt den AG zu wechseln.

Ein ähnliches Konzept wie in den Baumärkten findet auch im MM statt. Kabel und Kleinteile werden komplett überteuert verkauft und bei den Geräten sind sie auch nicht unbedingt die billigsten. Service steht ungefähr bei unterirdisch und den einzigen Vorteil den ich noch sehe, in Ballungszentren ist noch eine gewisse Auswahl vorhanden und die Lage der Geschäfte ist auch gut.

Noch ende der nuller, Anfang der 10er Jahre gab es tatsächlich noch HiFi Abteilungen in diesen Läden. Warum auch diese Wegrationalisiert wurden kann ich mir auch gut vorstellen. Es ist kein Mensch mehr da der ein Fachgespräch führen könnte.

Gruß Beaufighter


[Beitrag von Beaufighter am 19. Dez 2025, 09:18 bearbeitet]
Yamahaphilist
Stammgast
#1517 erstellt: 19. Dez 2025, 08:22
Tja, meine letzte Lieferung vom MM/S liegt fast 10 Jahre zurück, damals ein TV Vorführer, der dann wohl ganz offensichtlich weg mußte, da die Lieferung und 5 J Garantie inclusive waren. Na, toll, so erfährt man es.
Aber, soweit ich die Werbung verstanden habe, soll es auch Geräte betreffen, die woanders gekauft wurden. Mit dem Service Gutschein, soll dann wohl ?? Ein Service Mitarbeiter nach Hause kommen und dort eben seine Dienstleistungen erbringen. ???
Beaufighter
Inventar
#1518 erstellt: 19. Dez 2025, 08:24
Moin,

was soll denn zu welchen Preisen wohl ankommen?
für 50€ bist ja mal gerade beim Kunden angekommen.


[Beitrag von Beaufighter am 19. Dez 2025, 08:25 bearbeitet]
Yamahaphilist
Stammgast
#1519 erstellt: 19. Dez 2025, 09:04
https://www.mediamarkt.de/de/specials/servicegutschein

Gefunden!
Aber Sind das nicht alles Dinge, für die man die jüngere Verwandtschaft befragt.
Immer gern genommen, die Technikbegeisterte Enkelgeneration.
Was heißt hier 1 Jahr Technikhilfe, jahrelang…
Beaufighter
Inventar
#1520 erstellt: 19. Dez 2025, 09:16
Mir würde davor grauen so ein Telefonat führen zu müssen.

Zaianagl
Inventar
#1521 erstellt: 19. Dez 2025, 10:04
Naja, ich sag mal so, das Problem ist ja eigentlich wie häufig: Es wird generiert.
In welchem aktuellen Gerät findet sich denn noch einen übersichtliche und verständliche BAL für Menschen die jetzt etwas mehr unbedarft mit dem Thema verbunden sind. Ältere Menschen zB.
Die werden ja nach und nach entmündigt, selbst alltägliches wird ohne Vernetzung immer schwieriger.
Was liegt da näher als diesen künstlich geschaffenen Markt zu bedienen.

Dass sich der Horizont des "Technikers" auf Stecker rein raus, Verkabelung und Einstellungen gemäß BAL prüfen begrenzt ist auch klar, aber mehr ist häufig ja auch gar nicht notwendig.
DerHilt
Inventar
#1522 erstellt: 19. Dez 2025, 10:07
Naja, ihr seid ja auch schrecklich schlau, habt euer umfassendes Wissen an eure Kinder und Kindeskinder weitergegeben, und die ganze große schlaue Familie wohnt um die Ecke. Also wie z.B. ich auch, nur ohne Enkel....
Es soll aber auch Leute geben, die ebenso wenig technikaffin sind wie ihre Kinder, und die (so überhaupt vorhandenen) Enkel wachsen ohnehin in der plug-and-play Technikwelt auf und wohnen auch noch jwd. Arschkarte, schätzungsweise.
Unterschiedliche Universen halt. Wurde weiter oben schon mal angesprochen.
ardina
Inventar
#1523 erstellt: 19. Dez 2025, 10:15
Leute, ihr müsst auch mal über den Tellerrand schauen. Es gibt so viele alleinstehende Menschen, fast aller Altersklassen, die mit der Einrichtung und Bedienung diverser Geräte überfordert sind.

Allerdings bin ich nicht sicher, ob die Angebote von MM/S wirklich die benötigte Hilfe liefern. Ich könnte mir vorstellen, dass die Idee dahinter weitere Supportaufträge zu höheren Kosten ist.

Ich arbeite seit fast 40 Jahren in der IT-Industrie als Ingenieur, also im technischen Bereich. Ich habe es immer nur mit gewerblichen Kunden zu tun, vorrangig aus der Industrie. Da meint man da geht es doch sachlicher und zielführender vor. Das ist leider auch hier vorbei, dank kompletter Übernahme aller Planungen von berufsfremden Menschen, vorrangig Betriebswirte, Wirtschaftswissenschaftler, Kaufleuten, Marketing Fachleuten und natürlich Rechtsanwälten. An vielen Stellen wurde technische Kompetenz wegrationalisiert. Braucht man nicht, technisch relevante Entscheidungen können doch viel besser von Kaufleuten und Wirtschaftsspezialisten getroffen werden.

Auch in diesem Bereich werden jede Menge Service- und Supportangebote gemacht, von Herstellern wie Händlern. Fast alle Angebote sind fragwürdige Mogelpackungen die im Wesentlichen den Unternehmen dienen die diese anbieten.

Ich habe da wenig Mitleid mit uns, wir haben bei dieser Entwicklung alle danebengestanden und zugeschaut. Die feste Überzeugung, dass nur der Turbo-Kapitalismus uns allen immer mehr Wohlstand bringt hat uns bei der Stange gehalten.

Ich selbst glaube noch nicht mal, dass das kapitalistische System die Ursache ist, vielmehr die beteiligten Menschen mit ihrer Gier sind für diese Zustände verantwortlich, aber wir haben das mehrheitlich unterstützt.

Vor vielen Problemen die uns hier in Europa aber auch weltweit ernsthaft bedrohen, Wirtschaft, Umwelt und Klima, Migration, etc. haben uns schlaue Leute schon vor Jahrzehnten gewarnt, mit guten Argumenten und Vorhersagen, aber die sind immer diskreditiert und in den Keller geschickt worden. Immer haben sich die Leute durchgesetzt die die besten Deals gemacht haben. Super, und der Chef-Dealer versucht jetzt die Welt anzuführen.

Aber jetzt ist ja Weihnachten und wir werden alle so besinnlich und vergessen für ein paar Tage wie die Welt um uns herum tatsächlich ist. Ist es da der Mühe wert sich um das Geschäftsfeld Hifi Gedanken zu machen?

Zaianagl
Inventar
#1524 erstellt: 19. Dez 2025, 11:50
Ist es, ja!
Ich versuche seit Tagen aus aktuellem Anlass verzweifelt irgendwas aus dem Bereich Audio/Video zu kaufen.
Ich find aber nix, hab irgendwie schon alles. Dann hab ich halt KH bestellt.
Mal wieder...
Beaufighter
Inventar
#1525 erstellt: 19. Dez 2025, 12:29
Moin,

ab wann darf ich denn mein Gehirn abschalten und mich dem Ruhe Modus für mein Gehirn hingeben?

Es gibt auch genügend Beispiele für ältere Semester die ihr Handy ohne Enkel eingerichtet bekommen.
golf2
Inventar
#1526 erstellt: 19. Dez 2025, 15:21

Beaufighter (Beitrag #1525) schrieb:

Es gibt auch genügend Beispiele für ältere Semester die ihr Handy ohne Enkel eingerichtet bekommen.

Tja, aber davon leider immer weniger. Auch die technikbegeisterten werden irgendwann mal weniger, besser wird es jedenfalls nicht. Nicht nur im Hinblick auf Hifi, auch so in Deutschland.
Yamahaphilist
Stammgast
#1527 erstellt: 20. Dez 2025, 08:25
Früher war mehr Lametta!
Gestern eine Aufklappkarte mit Weihnachtlicher Musik erhalten. HiFi mal ganz anders.
sohndesmars
Inventar
#1528 erstellt: 20. Dez 2025, 09:36

ardina (Beitrag #1523) schrieb:
Leute, ihr müsst auch mal über den Tellerrand schauen. Es gibt so viele alleinstehende Menschen, fast aller Altersklassen, die mit der Einrichtung und Bedienung diverser Geräte überfordert sind.

.........

Aber jetzt ist ja Weihnachten und wir werden alle so besinnlich und vergessen für ein paar Tage wie die Welt um uns herum tatsächlich ist. Ist es da der Mühe wert sich um das Geschäftsfeld Hifi Gedanken zu machen?

:prost


Zwei interessante Ansätze, hier mal nachdenklicher zu werden.

Ich bin selbst Ingenieur für Informationstechnik. Habe mich aber ein Großteil meines Lebens mit Unterhaltungstechnik beschäftigt und konnte die Fusion von UE und IT genau mitverfolgen und begleiten. Und konnte dabei immer mehr feststellen, dass vormals technikbegeisterte Nutzer immer mehr überfordert wurden und immer öfter im Stich gelassen wurden. Ich würde sogar schreiben, sie wurden im Regen stehen gelassen.

Da ich dreißig Jahre im Endkundenservice beschäftigt war und tausende und abertausende Kunde bedient habe, und nun seit dreizehn Jahren im Onlinehandel kein Kontakt mehr zu Endkunden habe: wer ist denn nun für die Kunden da? Wer richtet die SAT-Anlage ein und wartet sie? Wer legt die Kabel, für Kabel-TV und schnelles Internet? Wer erklärt die Bedienung der komplizierten Geräte? Wer stellt sie korrekt auf und ein? Wer hlft, wenn was nicht funktioniert oder wenn die Bedienung nicht verstanden wird?
Im Falle von HIFI kann man ja resignieren und sich sagen, dass die Ohren eh nachlassen und man dann ganz auf Musik verzichten kann (obacht: Lebensqualitätsverlust!). Aber wenn die Bank- und Postfilialen nun nach und nach verschwinden, wie organisiere ich dann als IT-Ungebildeter das ganz normale Leben? In den großen Lebensmittelgeschäften und Discountern bekomme ich einiges billiger, wenn ich die Handy-App nutze. Die digitalen Analphabeten sind davon ausgeschlossen. Aber es kommt noch schlimmer: immer mehr Unternehmen, auch Energie- und Telekomunikationsunternehmen kommunizieren immer öfter fast ausschließlich digital, z.B. per Email. Wie bekommt der Digitalanalphabet seine Informationen?

Wenn nun die großen Händler mit UE und IT sich aus wirtschaftlichen Gründen aus all dem, was für Kunden eigentlich fundamental wichtig ist, zurückhalten und nur noch Gewinnspanne am verkauften Artikel relevant ist, wo führt das unsere Gesellschaft hin? Kinder und Enkel werden immer weniger, viele Ältere haben keine mehr. Wer unterstützt sie? Und oft ist kein Geld da, professionelle teure Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich erkenne immer mehr soziale Verwahrlosung und wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Und was hat das mit HIFI-Geschäfte zu tun?
Ich nahm mir oft Zeit, älteren oder unbedarften Kunden Sachverhalte genau zu erklären. Auch die Bedienung erklärte ich wiederholt, fuhr selbst oder schickte meine Mitarbeiter wiederholt im Aftersaleservice zu Kunden. Ich hatte viele Lehrlinge, die z.T. begeistert bei der Sache waren. Wenn Kabel D, Vodafon oder die Satellitenbetreiber mal wieder Transponder und Sendefrequenzen durcheinander gebracht haben, machten wir wochenlang Überstunden, um die Geräte der Kunden einzustellen.

All das ist unbezahlbar gewurden. Wir Radio-, HIFI- und Fernsehtechniker sind daran gescheitert, weil zuerst die großen Kistenschieber diese Infrastruktur zerstört haben. Hier in Hamburg, wahrscheinlich auch überall anders, haben Kistenschieber-Mitarbeiter bei den kleinen Händlern spioniert und dann im Nachgang die Händler wegen Wettbewerbsverstößen angezeigt und einige unternehmergeführte Geschäfte ruiniert. Kleine Onlinehändler wurden schon früh durch Strohmänner einiger Abmahnanwälte ruiniert.

Das liegt alles viele, viele Jahre zurück. Die Situation heute ist davon aber stark beeinflusst wurden.

Wenn jetzt immer wieder darauf verwiesen wird, dann bestellt doch im Internet: haben alle älteren Mitbürger wirklich die Möglichkeit das Internet zu nutzen? Wen lassen wir jetzt alles im Regen stehen? Ich sehe diese Weihnacht nicht mit so rosigen Augen wie so manch anderer Zeitgenosse hier.


[Beitrag von sohndesmars am 20. Dez 2025, 09:37 bearbeitet]
Beaufighter
Inventar
#1529 erstellt: 20. Dez 2025, 10:01

golf2 (Beitrag #1526) schrieb:

Beaufighter (Beitrag #1525) schrieb:

Es gibt auch genügend Beispiele für ältere Semester die ihr Handy ohne Enkel eingerichtet bekommen.

Tja, aber davon leider immer weniger. Auch die technikbegeisterten werden irgendwann mal weniger, besser wird es jedenfalls nicht. Nicht nur im Hinblick auf Hifi, auch so in Deutschland. :{

Ich tue mich immer recht schwer mit einem verklärten Rückblick. Ein Smartphone heutzutage einzurichten hat recht wenig mit einem Verständnis von Technik zu schaffen. Und wenn ich mich an die 70er und 80er Jahre zurück besinne, war die Anzahl der Kassierer die das Wechselgeld nicht berechnen konnte genau so groß wie heute.

HiFi war damals Mittel zum Zweck und wurde aus der Notwendigkeit Musik zu hören gekauft. Die meisten haben es wie eine Waschmaschine gekauft. In den Laden, was der Verkäufer empfohlen hat wurde mitgenommen Und danach musste es einfach seinen Dienst tun. Es wurden keine Nadeln gewechselt, niemand ahnte das es noch MC Systeme gab, Lautsprecher wurden in Ecken hinter und unter Grünzeug verbannt, und Raumklang war etwas, was sich nur durch draußen unterschied.

Heute ist es ähnlich, die Fernbedienung und der Plattenspieler ist das Handy, der Verstärker und der Lautsprecher die Soundbar. Und wenn ich mich recht besinne, klingt das sogar besser als manche "Stereoanlage" von damals. Und sowieso wenn die leiernden Kassettendecks von damals mit ins Spiel kamen.

Ich habe einfach das Gefühl das wir jeder ein wenig an einer Nostalgie festhalten die es so nie gegeben hat. Klar unterliegt alles einem Wandel, und heutzutage würde ich kein Rockstar mehr werden wollen. Supergroups wie Led Zep, Deep Purple, Pink Floyd würde es bei gleichem können so nicht mehr geben.

Und um dieses alte verklärte Weltbild aufrecht zu halten sitzen wir in unseren Ohrensesseln hören das 20 Rererereremaster von Pink Floyd und zerreißen Alterswerke als Abklatsch dessen wie wir früher das neue bejubelt haben. Der Testosteron ist weg und außer ein bisschen Mit wipp regt sich eben nicht mehr viel.
Ich hab damals auch in Hannover beim Maiden Konzert mehr Spaß gehabt als heute im Musikzimmer am Sonntag Vormittag wenn so langsam der Essensdunst die Treppe hochsteigt. Aber die Zeit ist vorbei und die Jugend heute feiert sich anders.
flexiJazzfan
Inventar
#1530 erstellt: 20. Dez 2025, 10:57
Was in #1528 vom TE ausgeführt wurde ist kein nostalgischer Rückblick, sondern beschreibt eine „Verwilderung“ der Sitten, die den Kunden nicht mehr als „König“ sondern als Melkkuh ansieht. Ergonomie z.B. ist kein Retrogeschwätz sondern eine Anforderung an Geräte und Software. Schlechte Ergonomie „beschert“ tausenden Kunden tagtäglichen Ärger und dauernde Unzufriedenheit.

Obwohl ich seit Jahrzehnten täglich Computer nutze, werde ich immer wieder überrascht, mit welcher Unverfrorenheit man als Kunde von Audio/Videogeräten bei der Bedienung allein gelassen wird. So habe ich mehrfach die Änderung einer Funktion eines meiner Geräte in dessen Bedienungsanleitung gesucht, dort aber nichts gefunden. Google wies allerdings sofort auf die Seite 110 der Anleitung hin – meine hatte jedoch „nur“ 35 Seiten!
Des Rätsels Lösung: Meine als Papier vorliegende Anleitung hatte den Titel „Kurzanleitung“, was bei mir keine Bedenken ausgelöst hatte. Die „lange“ Bedienungsanleitung konnte man sich aus dem Netz zusammensuchen. Einen Hinweis darauf oder einen link gab es nicht, obwohl wichtige Funktionen in der Kurzanleitung nicht einmal benannt waren!

Die Frage ob man eine Funktion mit einer Folge wie : Menu/Einstellungen/Optionen/Extras oder etwa über den Weg: Einstellungen/Persönliche Einstellungen/Sonderfunktionen/DVR/OSD bekommt, kann nur über Versuch und Irrtum erforscht werden.

Dass man ab einem bestimmten Alter auf diese Art „Bedienführung“ keine Lust mehr hat, werdet ihr noch merken – ich wünsche euch allerdings, dass ihr diese Alter auch noch erreicht.

Gruß
Rainer
8erberg
Inventar
#1531 erstellt: 20. Dez 2025, 11:30
Hallo,

ich hatte selber einen solchen Bruder für den schon die simplen Handies der 90er ein Buch mit sieben Siegeln war - von Internet oder alles was größer MS-DOS (also Windows) war red ich lieber nicht.
Er nutzte bis er sein Büro aus Altergründen aufgab die von mir in den 80er und 90ern programmierte Software bzw. die gekaufte die der damalige Programmierer ihm in BASIC rausrückte weil eh kein anderer sowas mehr nutzte.

Zur Bank ging er mit Überweisungsträgern und ärgerte sich über die steigenden Kosten für Überweisungen. Als ich ihm sagte das ist online erheblich billiger kam nix mehr.

Einen Bankangestellten hab ich darauf angesprochen und der antwortete mir nur das die händischen Überweisungen nur noch eine Dienstleistung wäre - die Bank selber käm dabei nicht auf die Kosten (was einleuchtet wenn Oma mit der Rechnung ankommt und auch noch um Ausfüllen des Überweisung bittet).

Die Antworten der Bank/Telekomdienstleister usw. kennt doch jeder: nein, Service ist teuer muss irgendwie bezahlt werden usw...

Peter
hifi_raptor
Inventar
#1532 erstellt: 20. Dez 2025, 11:36
Morgähn
Ich hätte ja eine Idee zur Benutzersteuerung richtig natürliche Sprache. Die Anfänge sind ja alle schon gemacht.
Leider ist das auch Software mit ihren ganzen Bugs. Und sie darf nicht in der Cloud passieren. Ist eigentlich kein Problem. Allein der Wille fehlt.
Letztlich liegt hier das Potenzial.
Sprachsteuerung ist weder SF oder gar Utopie! Der ein oder andere hat allerdings Probleme mit einer Maschine zu sprechen.
Unter meinem TV steht ein Echo Dot der auf das Aktivierungswort Computer lauscht. Star Trek gucken ist schon lustig, wenn es aus dem Echo Dot tönt: Dabei kann ich dir leider nicht helfen
Alles HiFi ist ausentwickelt, hier schlummert jede Menge Innovation.
Schönes Wochenende
flexiJazzfan
Inventar
#1533 erstellt: 20. Dez 2025, 13:27
Es wird sich ja noch nicht einmal die Mühe gemacht, eine Benutzerführung mit redundanten Informationen zu machen, mit denen man auf verschiedenen Wegen zum gleichen Ergebnis kommen kann. Das hat ja zu den lachhaften Bedienunterschieden in den verschiedenen Hardwarewelten der Smartphones und der PCs geführt. Wie soll das denn mit der Sprachführung gehen? Sind wir schon über die Stichwortsteuerung hinaus? Ich habe es schon erlebt, dass jemand in seinem noblen Fahrzeug dauern „Home !“ gerufen hat und damit meinte: Bitte zuhause auf dem Festnetz anrufen! Das war nicht so einfach, weil das Navi reagierte und ihn nach Rom lotsen wollte.

Es ist wie mit den Hundebesitzern, die ihrem Hund ernsthaft zureden: Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass „sitz!!“ heißt, „du sollst dich hinsetzen und dort bleiben“. Der Hund versteht die Aufregung wenigstens noch und setzt sich auf alle Fälle mal, weil das in Vergangenheit auch schon mal geholfen hat – dahin sollten wir softwaremäßig schon noch kommen.

Gruß
Rainer
hifi_raptor
Inventar
#1534 erstellt: 20. Dez 2025, 13:44
Morgen
Wie jede Software immer mit Bugs.
Bei meiner letzten CO2 Schleuder war die Sprachsteuerung von einer Verbindung zum Server des Herstellers abhängig.
Keine Verbindung, keine Sprachsteuerung. Das Teil hatte dafür eine Hardware SIM.
Die Sprachsteuerung war unterschiedlich gut oder auch schlecht. Peter anrufen oder fahr nach Hause hat sogar hin und wieder funktioniert!
Das ist aber eher eine Frage der Qualität der Programmierung.
Für BluOS gibt es auch einen Alexa Skill. Aber das Wichtige bei der Steuerung eines Streamingboards, die Suche nach Interpret oder Album ist gar nicht erst implementiert. Und das obwohl Alexa das für den eigenen Musikdienst via Echo Geräten sogar gut kann.
Gruß
Radiowaves
Inventar
#1535 erstellt: 20. Dez 2025, 19:41

sohndesmars (Beitrag #1528) schrieb:
Und konnte dabei immer mehr feststellen, dass vormals technikbegeisterte Nutzer immer mehr überfordert wurden und immer öfter im Stich gelassen wurden. Ich würde sogar schreiben, sie wurden im Regen stehen gelassen.

Ich bin mit meinen Anfang 50 zwar einerseits kein "Digital Native", andererseits auch niemand, der nicht von der Jugend an mit Digitaltechnik zu tun gehabt hätte. Ich durfte sogar noch in den letzten 2 Jahren der DDR Informatikunterricht genießen - und das war was völlig anderes, als auf einem Desktop herumzuklicken (den gab es auf diesen Z80-basierten Rechnern freilich nicht) oder Anwendungen zu benutzen (es sei, die Anwendung hieß BASIC). BASIC war Standard, teils hat man uns aber Maschinencode eintippen lassen. Schon damals war das alles kein Hobby von mir, es generierte mir keine Lustgefühle und in meiner Freizeit machte ich lieber anderes, z.B. Musik hören, Schwimmen, mich mit Audiotechnik beschäftigen, im Alter von 15 Jahren auch damit beginnend, nach Bastelbuch-Schaltplänen Platinen zu entwerfen / zu zeichnen und meinen eigenen Verstärker zu bauen. Fertig wurde das Gerät nicht - da kam die Wende dazwischen.

Manche Mitschüler waren viel besser als ich am Computer (also: beim Programmieren). Später haben 6 Mitschüler von mir Informatik studiert, zwei sind Informatik-Professoren. Die werden nie wieder programmieren, die machen mehr Mathematik als alles andere, es geht bei ihnen soweit ich mich erinnere um die Theorie der Programmkomplexität und um "Big Data, also um das, was uns künftig erwürgen wird.

Ich habe dann in den 90er Jahren als junger Erwachsener bis hinauf zu DAT-Recordern alles mitgemacht. Mein Patenonkel hatte in der Studiotechnik des Rundfunks der DDR gearbeitet, für ihn war DAT seit ca. 1988 beruflich normal, die haben für Sony Geräte evaluiert. Ich war "angefixt" im Moment des ersten Kontaktes mit DAT. 4 DAT-Recorder hatte ich zeitweise, dazu das "übliche" (Verstärker, hochwertiges Dreikopf-Tapedeck, UKW-Tuner, CD-Player, Technics 1210, auch einen MD-Recorder holte ich mir später mal noch gebraucht dazu - aus Neugier. Auftretende technische Fragen (sei es zur Physik der Tonbandaufnahme, sei es zu den bekannten Problemen der einfacheren Sony-DAT-Laufwerke) habe ich mir mit der technischen Neugier eines Experimentalphysikers versucht zu beantworten.

Klar musste auch der PC bitgenau angeschlossen werden, was um 2001wiederum eine recht teure Audiokarte brachte, die heute noch nebst grabsteingroßem PC mit Windows 98SE (nur dort mit den VXD-Treibern läuft der Transfer bitgenau) für eventuelle Überspielungen DAT -> File bereitsteht.

Haupteinsatzquelle der Recorder war für mich die Mitschneiderei vom Rundfunk. Blöd nur, dass mein als Jugendlicher bevorzugtes Programm erst 1992 auf Mittelwelle und dann 1993 auf Satellit abgeschoben wurde, bevor sie es inhaltlich vollends runiert haben. Ich begann, auf Suche nach mich ansprechenden Inhalten die Senderlandschaft abzugrasen. Das brachte mir der Reihe nach noch einen analogen Satreceiver mit halbwegs gutem Wegener-Panda-Nachbau, danach eine Lemon Volksbox mit ADR und DVB, dann einen HDTV-Receiver mit Aufnahmemöglichkeit auf USB.

Im Umfeld galt ich Ende der 90er / Anfang der 2000er als Audio-Experte, sowohl bei dedizierten HiFi-Geräten als auch bei PC-basiertem Audio und bitgenauem Transfer sowie dem dann aufkommenden Brennen von Audio-CDs, das ich mir bis zur definitiv knackfreien Live-CD mit bei Bedarf Index-0-Bereichen und CD-Text erschloss. Wer aus meinem Umfeld irgendwas entsprechendes mit garantierter Maximalqualität wollte, kam zu mir.

Ich habe mehrmals ARD-Anstalten Fehler nachgewiesen und Aktivitäten der Technikabteilungen ausgelöst. Meine Fehlerberichte waren präzise und auf den Punkt zielführend - bis hin zu beinahe "gruselig" wirkender Präzision bei Benennung der Ursache, ohne die konkret verbaute Technik zu kennen.

Dann dehnte ich mein Interesse aus Eigennutz auf DVB-Kabelnetztechnik und UKW-Kopfstellenplanung aus und brachte mein kleines Heimatkabelnetz (ca. 1300 Haushalte) diesbezüglich in Ordnung. Wir hatten in der besten Zeit 47 UKW-Programme drin, mit weitgehend intermodulationsfreier Frequenzplanung. In bestimmten Fachkreisen galt ich dann ab ca. 2015 als "Profi" für sowas. Ein Kabelnetzplaner eines deutschen Kopfstellenherstellers meinte mal dazu, auf diesem Niveau gäbe es maximal ein Dutzend Leute im Land. Ich bin auch teils unentgeltlich mit Messkoffer durch Wohnungen gezogen und im privaten Umfeld habe ich jahrelang die Sat-Anlagen und Fernseher an Kabelanschlüssen eingerichtet / Suchlauf gemacht / Programme sortiert. Auch da: wer es aus meinem Umfeld funktionsfähig und "kompromisslos ordentlich" haben wollte, kam zu mir (außer Onkel und Tante, die glauben wohl heute noch, dass ich dazu unfähig bin, aber das ist halt Familie...).

Und heute? Die Umstellung des ARD-Satradios von MP2 auf AAC Ende 2021 brachte mir nicht nur das Aus für den ausschließlich als Radio genutzten HDTV-Receiver und für die UKW-Kabelumsetzungen am Heimatort, sondern auch einen weitgehenden Bruch mit dem Radiohobby insgesamt. Das geht wirklich auf diesen "Stichtag" und diese Umstellung zurück - danach war bei mir die Lust weg. Ich halte noch privat die aus dieser Zeit bestehenden Kontakte, auch in mehrere ARD-Anstalten, ich habe aktuell sogar nochmal einen Fehlerreport mit Folge der Behebung eines mindestens monatelangen permanenten Knackens in allen DVB-Radioprogrammen des Schweizer Rundfunks auf Hotbird auf den Weg gebracht, aber es ist nicht mehr primärer "Lebensinhalt".

Da ich auch meine bezahlte Arbeit verlor (Solarindustrie), musste ich finanziell bedingt vor Jahren schon den Kauf von CDs einstellen. Inzwischen kommt längst ein zweiter Grund dazu, keine Musik mehr zu kaufen: ich habe seit Jahren keinerlei Muße mehr zum Musikhören, keine Ruhe dafür. Da ist immer das Schuldgefühl, wesentliche Aspekte menschlicher Existenz nicht zu erfüllen (Erwerbsarbeit). Ich pflege stattdessen meine Mutter. (Keine Angst, ich bekomme keinerlei Geld vom "Staat", ich zahle KV und PV aus eigener Tasche und lebe vom Ersparten und aus Mutters Kühlschrank.)

Und der Rundfunk? Erstens ist der Rundfunk heute weitgehend tot (auch mein um 2011 entdecktes und zum Lieblingsprogramm gewordenes Bayern 2 ist seit Frühjahr 2024 tot) und zweitens schneidet man Rundfunk nicht mehr so mit, wie das einst gemacht wurde: mit feinmechanischen Wunderwerken namens DAT oder einem hochwertigen Tapedeck. Die ganzen Kisten braucht es nicht mehr. Radio höre ich so gut wie gar nicht mehr (wenn, dann mal eine Spezialsendung auf dem DLF oder auf Ö1). Da könnte ich via Satellit oder Kabel auf USB mitschneiden und hätte die Originaldaten (im Falle der ORF-Radios mit den dort seit 16 Monaten vorhandenen permanenten Datenfehlern). Oder man könnte den Livestream mitschneiden.

Weiterhin haben wir massive Technologiewechsel und Inhalte finden im Rundfunk außerdem zunehmend nur noch nichtlinear statt, so dass "Mitschneiden" sowieso entfällt. Dafür ist nichts mehr kuratiert, man muss sich durch eine Müllhalde namens "Audiothek" wühlen - oder lässt es, so wie ich, weil mich das nervt. Ich fühle mich dort überfordert, nicht technisch, sondern hinsichtlich Reizüberflutung. Ich kann auf der Suche nach mich ansprechenden schönen oder interessanten Inhalten keine Aufmacherbilder mit den Visagen widerlicher Gestalten ertragen, die dieses oder jenes Land maßgeblich regieren. Das triggert mich alles nur noch.

Musik würde man heute streamen oder als Download kaufen - ich bin aber nirgendwo angemeldet, schon weil das meist nur über Apps geht und ich nicht bereit bin, mich bei Apple oder Google zu registrieren, um auf die Apps zugreifen zu können. So wie ich ohne Paypal und ohne Kreditkarte (da die 2FA wiederum über eine App läuft, für die ich mich bei Google oder Apple registrieren müsste) nicht mehr an Tickets komme und deshalb Livekonzerte für mich i.d.R. nicht mehr stattfinden, findet Musik als Album und in hoher Qualität nicht mehr statt wegen des weitgehenden App-Zwangs.

Ich glaube bislang nicht, so weit degeneriert zu sein, dass ich all das nicht mehr "lernen" könnte. Das ist nicht das Thema. Ich will mich dieser Tracking- und Vermarktungsmaschinerie nicht opfern. Ich bin ganz bewusst nicht mehr bereit, diese Gesellschaftsspiele mitzuspielen, es laugt mich aus. Ich lebe ohne Google und ohne Apple, ohne Facebook und ohne Whatsapp, ohne Instagram und ohne Paypal. Das bringt Einschränkungen mit sich, aber die nehme ich bislang in Kauf.

Sieht derzeit so aus, als bliebe ich mit meinem klassischen HiFi-Krempel, den ich selbst kaum noch nutze, in der Vergangenheit zurück. Mich überfordert die Welt des Trackings und Bespitzelns psychisch. Ich bin raus, hoffentlich darf ich draußen bleiben. Ich will gar nicht mehr mitmachen. Das ist nicht mehr meine Party, das sind großteils nicht meine Leute, das sind nicht meine Werte und nicht meine Vorstellung vom Leben.

Aber war schon eine großteils schöne Zeit damals, als ich als 17-jähriger "Out of Time" von REM oder "Into the Great Wide Open" von Tom Petty aus der kleinen Schallplattenabteilung des Horten-Kaufhauses trug und zu Hause dann erstmals (und damals noch nicht auf dem 1210er) spielte. Die Platten stehen immer noch bei mir, die kann mir auch kein Unternehmen durch Ablauf irgendwelcher Signaturen oder Änderung irgendwelcher Protokolle wegnehmen. Da müsste man mich schon physisch von meinen alten Tonträgern trennen, durch Flucht / Vertreibung oder durch Ausbomben oder durch Inhaftieren. Ist ja auch alles nicht mehr absolut ausgeschlossen.


sohndesmars (Beitrag #1528) schrieb:

Aber wenn die Bank- und Postfilialen nun nach und nach verschwinden, wie organisiere ich dann als IT-Ungebildeter das ganz normale Leben? In den großen Lebensmittelgeschäften und Discountern bekomme ich einiges billiger, wenn ich die Handy-App nutze. Die digitalen Analphabeten sind davon ausgeschlossen. Aber es kommt noch schlimmer: immer mehr Unternehmen, auch Energie- und Telekomunikationsunternehmen kommunizieren immer öfter fast ausschließlich digital, z.B. per Email. Wie bekommt der Digitalanalphabet seine Informationen?

Es sind nicht nur die "Digitalanalphabeten". Es gibt genug Fachleute auf dem IT-Gebiet, die ganz bewusst eben aufgrund ihrer Kenntnisse über als "soll so" deklarierten Datenabfluss verweigern, sich der Komplettvermarktung auszuliefern. Die stehen dann auch ohne Teilhabe da. Gab gerade eine Sendung auf dem DLF dazu:

https://www.deutschl...ate-bleiben-100.html



sohndesmars (Beitrag #1528) schrieb:

wo führt das unsere Gesellschaft hin? Kinder und Enkel werden immer weniger, viele Ältere haben keine mehr. Wer unterstützt sie? Und oft ist kein Geld da, professionelle teure Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich bin sozial aussortiert worden, ich habe außer meinem Patenjungen (so er mich dann noch kennen wird und so er nicht vorher für das feine Leben von Lobbyisten und Großkapital auf einem Schlachtfeld geopfert wurde) niemanden, wenn ich alt bin. Ich werde dann zur verwalteten Nummer. Aber da schaue ich aktuell nicht so angstvoll drauf, da ich davon ausgehe, dass weit vorher "Schluß" sein wird, durch Krieg, durch Bürgerkrieg, durch kompletten Niedergang dieses Landes, whatever.


sohndesmars (Beitrag #1528) schrieb:

Hier in Hamburg, wahrscheinlich auch überall anders, haben Kistenschieber-Mitarbeiter bei den kleinen Händlern spioniert und dann im Nachgang die Händler wegen Wettbewerbsverstößen angezeigt und einige unternehmergeführte Geschäfte ruiniert.

Das kannte ich bislang nicht. Wie das? Wegen des Service der Kleinen? Wie konnte man ihnen da juristisch gefährlich werden?
Radiowaves
Inventar
#1536 erstellt: 20. Dez 2025, 19:50

Beaufighter (Beitrag #1529) schrieb:
Ich tue mich immer recht schwer mit einem verklärten Rückblick. Ein Smartphone heutzutage einzurichten hat recht wenig mit einem Verständnis von Technik zu schaffen.

Kommt darauf an, was unter "Einrichten" verstanden wird.

"Auspacken (und mit dem vorherigen Smartphone ein 'unboxing-Video' erstellen und auf Youtube hochladen), erstmals voll aufladen, einschalten, mit dem WLAN verbinden, den ersten Schwung Updates durchlaufen lassen, Google-Konto eingeben und bestätigen, Ersteinrichtung absolvieren, fertig"?

Oder eher

"Geeignetes Smartphone mit Unterstützung durch ein freies OS recherchieren, aussuchen, kaufen, auspacken, aufladen, rooten, alternatives Google-freies OS aufspielen, Apps auf Datensparsamkeit konfigurieren, wenn notwendig weitere Blockaden einrichten gegen Tracking etc."?

Ersteres könnte sogar ich (so ich ein Google-Konto hätte oder wollte), zweiteres steht mir evtl. in den kommenden 2 Jahren bevor, wenn das nun 7 Jahre alte, fast nur zum Telefonieren genutzte Gerät endgültig versagt. Und da müsste ich mich auch als Naturwissenschaftler, der kein IT-Profi ist, erstmal sehr intensiv einarbeiten.

Aktuell mus sich mich endlich mal mit Linux befassen, denn mein Windows 7 muss ja auch mal endlich weg (wenn auch nur aus Sicherheitsgründen, hionsichtlich Funktionalität vermisse ich außer einem alles heute geforderte unterstützenden Browser nichts). Windows 11 war Prinstall auf dem neuen refurbished-Laptop, das ich hier stehen habe. Habs einnal hochgefahren, hatte das Gefühl, in der Kommandozentrale eines Verleihservices gelandet zu sein, deren zweite Aufgabe neben dem Abschluss irgendwelcher Abos das Rückmelden des Nutzerverhaltens ist. Wills nicht nochmal hochfahren müssen. Damit werde ich nicht arbeiten. Und das hat nichts mit Nostalgie zu tun.
vanye
Inventar
#1537 erstellt: 21. Dez 2025, 00:21
Der Zwang zur Digitalisierung schließt Ältere oft schon aus physiologischen Gründen aus. Einen Touchscreen zu bedienen wird mit zunehmender Steifigkeit der Finger ein echtes Problem. Und wenn typische Erkrankungen (z.B. Gicht) hinzukommen, geht es gar nicht mehr. Von der zunehmenden Einschränkung der Wahrnehmung (sehen, hören) will ich gar nicht anfangen. All das kann man im normalen Alltag irgendwie überspielen. Aber so ein Gerät zu bedienen, das man kaum versteht …
AusdemOff
Inventar
#1538 erstellt: 21. Dez 2025, 01:27
Hallo Radiowaves,

ich kann dich größtenteils verstehen. Acu ich habe bis heute keinen Googleaccount. Gesurft wird mut Firefox.
Alles andere ist bis dato von Google unterwandert, bzw. gekauft.

Acu die Geschichte mit den Apps nervt gewaltig. Übrigens mittlerweile auch jüngere.

Verrückt ist, das "die da druaßen" ach so skeptisch wegen der Patientenakte sind. "Ich will nicht das mein Zahnarzt
liest das ich beim Psychiater in Behandlung bin." Als ob der Zeit für solchen Ballast hätte ...
Kaum zu Hause angekommen, wird Alexa gebeten das Radio anzumachen. Wie kann man nur so dumm sein die Wanze
gleich selbst zu installieren.

Samsung wird dabei ertappt Infos der Kunden über den TV abzuziehen. Was passiert? Nichts. Hätte ich einen Samsung
gehanbt, der wäre sofort 'rausgeflogen und die Firma für mich gestorben. - Die sind immer nocjh Marktführer im TV-Geschäft.

Und so würde das immer weiter gehen.

Tatsächlich, diese "Müädigkeit" erklärt auch ein Stück das der Gebrauchtmarkt alten Hifis recht gut läuft. Die Quäken à la
Bose können sich andere antun. Wer dumm dazu ist.

Aber: Schade, das du dich mit den billigen DAT-Laufwerken herumschalgen musstest. Panasonic wäre da die bessere Alternative
gewesen.

Ja, lineares Hören und Sehen stirbt so langsam aus. Jetzt wird auch MTV in Europe eingestellt. Wenn der letzte der heutigen Rentner seinen Frieden gefunden hat werden auch die Öffis von ihren hohen Rössern steigen und sich fragen wo denn das "Volk"
geblieben ist. Aber dann wird es zu spät sein. Wer freiwillig, ohne Zwang, das IRT auf dem Altar populistischer Politik opfert, so wie
das ZDF, und hinterher behauptet das das alles nicht so gemeint war, hätte man ja nicht ahnen könnne was der "Schachzug" innerhalb der KEF auslöst, verdient nichts anderes als ignoriert zu werden. Wird eigentlich auch Zeit, das das sogenannte "Adenauer Fernsehen" aus Kostengründen reduziert und dann eingestllt wird. Ein Staatssender, sprich die ARD reicht heute. Zwei
können da nicht mehr bringen.

Aber tatsächlich: Weshalb sollte sich Joe Sixpack zuhause auf der Couch noch mit Hifi beschäftigen?

Obwohl der "Zugang" über Internet immer leichter für Künstler wird, werden diese immer rarer. Mehrfache Remakes dudeln vor sich hin in der Hoffnung vlt. Gen-Z zu erreichen die den Originalsong noch nicht kannten. Diue Musikindustrie dreht sich im Kreis.

Früher nannte man Bands oder Solokünstler die nicht mit der Musikindustrie kooperierten Indies. Nun findet man sie in
entsprechen Streams oder Plattformen auf die sich selten einer 50-jkähriger oder höher verliert. Da werden Parallelwelten gelebt.

Hifi ist für die "Alten". Gen-Z braucht so etwas nicht. Hauptsache sich mit Kopfhörer von der Welt abkoppeln. Merz, Putin, Ukraine?
Wer oder was ist das? Bringt mich nicht weiter. Genauso wie Hifi. Was war das noch?

Nein, nicht nur Ältere schließt die Digitalisierung aus. FFH in Hessen sucht verzweifelt nach IT-Fachleuten mittels Radioclip.
Die Moderatorin gibt darin umumwunden zu, das sie keine Ahnung hat was sie da eben angepriesen hat. Hauptsache sie kann
jemanden Anrufen wenn der PC klemmt oder das Mikro sich nicht öffnen lässt. Das Schimme: Man nimmt es ihr ab.

Ja, früher, da konnte man kleine PC-Probleme oftmals selbst lösen, insbesondere auch an Firmen-PCs. Jetzt sind die Dinger so vernagelt das noch nichteinmal der IT-Helpdesk weiß wie man damit umgeht. Die "eskalieren"b das dann intern weiter. Und bedenklich: wir verwenden ein "kastriertes" MS-Teams. Begründung: die IT hält die Anwender für zu dumm damit umzugehen.

Das ist Verdummung auf höchster Ebene. Irgendwaann haben die Leute dann keine Lust mehr und wenden sich ab. So wie von Hifi. Da ging es schneller, weil man das eigentlich nicht wirklich braucht. Ist eine schöne Sache, ein Hobby. Mehr nicht.
sohndesmars
Inventar
#1539 erstellt: 21. Dez 2025, 05:11
Oha, da habe ich ja eine völlig andere Diskussion angestoßen, die deutlich weiter reicht, als der Threadtitel bedienen wollte.
Tatsächlich kann ich beobachten, dass es eine extreme mindestens Zweiteilung der Gesellschaft bezüglich Informationszeitalter gibt. Und da steckt offensichtlich eine starke Skepsis bezüglich Kapitalimus, Monopolismus und eigentlich US.-Amerikanismus hinter. Das könnte auch die politische Zweiteilung mit erklären. Ist natürlich viel zu komplex, um hier näher darauf einzugehen.
Icg fürchte nur, diese Skepsis und das damit verbundene sich herausziehen aus der modernen Informationsvermittlung führt auch dazu, dass diejenigen immer mehr abgehängt werden und dass das auch starke finanzielle Auswirkungen haben wird.
D.h., nicht nur Unvermögen ist Ursache für das sich entziehen aus der modernen Digitalisierung, sondern auch bewusstes vermeiden des Kontaktes zu modernen Informationsdealern.

Aber genau da wäre ja auch eine Chance für stationäre UE-Geschäfte, genau das zu vermeiden: die Nutzung der modernen digitalen Informationstechnik. Also back to the roots, zurück zur Analogtechnik, zu Bandaufzeichnungsgeräten, zu Vinylplattenspielern, zu Empfängern, die sich vollkommen der digitalen Welt verweigern und nie nach Hause telefonieren. Die nicht ständig Updates fordern und nicht wie Bananen erst beim Kunden reifen.

Aber da habe ich eine schlechte Nachricht, immer weniger Hersteller bedienen diese Sparte der Unterhaltungselektronik. Und wenn, dann faktisch unbezahlbar für uns Otto-Normalverbraucher. Dazu einfach mal schauen, was die aktuell wieder aufgelegte Revox B77 kostet. Meine kostete Ende der Achtziger damals 2000,-DM. Ich konnte sie noch für 1500,-DM mit den Bändern verkaufen. Und jetzt können wir die aktuelle für 10.000,-Euro kaufen. Also ein Kunstobjekt für reiche, gelangweilte Manager?

Wenn ich nun viel dieser überteuerten Preziosen an spezielle Kundschaft offerieren will, brauche ich erstmal eine spezielle Lokalität. Ich brauche eine spezielle Sozialkompetenz, um überhaupt die Sprache der Kunden zu sprechen, damit ich gezielt verbal manipulieren kann. Ich brauche einen speziellen Auftritt. Was macht das mit mir? Wo bekomme ich die notwendigen Investitionsmittel?

So wird langsam klar, warum sich das HIFI-Geschäftsfeld in die eine Richtung entwickelt, moderne Massenproduzenten und -Händler in die andere.

Mechanik, besonders gute, ist sehr teuer. Leistungsfähige Prozessoren werden immer billiger. Der Trennt Mechanik zu vermeiden, selbst schon beim Wickeln von Spulen und selbst Toaster mittels Microprozessor zu steuern, macht die Produkte in der Herstellung immer billiger. Digitalisierung als Einsparungsmaßnahme. Und ja, als Kontrollmaßnahme. Besonders immer dann, wenn Digitalgeräte Zugang zum Internet haben. Dazu reicht dann eine App auf unserem Handy. Nur falls Jemand glaubt, Bluetooth hat ja eine kurze Reichweite. Die Reichweite zu unseren Smartphones reicht da völlig.

Ich will hier nicht aufzählen, wie viele Avatare ich habe und wieviele Accounts. Und wie meine vielen Rechner und Smartphones mit VPN und anderen Maßnahmen bei den Informationsbeschaffern Informationsmüll hinterlassen. Den ganz großen Playern, ja auch Alphabet, Meta, aber auch NSA und Co greifen Informationen in großem Stil ab. Und man entkommt ihnen eigentlich kaum. Und da sind noch die Player aus Asien, die ihre andere Agenda haben. Und da sind wir schon auf dem neuen Schlachtfeld, dem Schlachtfeld der Informationsgesellschaften.
Ja, da möchte man manchmal einfach nur die Decke über den Kopf ziehen und sich ganz tief in sich selbst zurückziehen. Und genau das passiert gerade mit Vielen. Für Einige führt das zu chemischen Drogen oder deutlich mehr, zu medialen Drogen. Fünf Stunden Handykonsum ist für Viele heute schon standard. Opium führs Volk, die neue Religion.

Ach ja @Radiowaves: vor dreißig Jahren dominierten das UE-Geschäft noch die lokalen Radio- und Fernsehtechniker. Sie waren allein schon über die Handwerks- und Handelskammern vernetzt. Und dann kam einer auf die Idee, da mal so richtig reinzugrätschen. Er beschäftigte spezialisierte Anwälte, die sich mit dem Wirtschafts- und Marktrecht genau auskannten. Da gab es feste Vorgaben, eigentlich zum Schutz der Kunden. Das Einhalten dieser Maßnahmen war nicht immer einfach und kostete Geld. Zum Beispiel die Auszeichnungspflicht. Aber auch das Vorrathalten für eine bestimmte Zeit von Sonderangeboten. Auch das Verkaufen zu unter Einkaufspreis ohne speziellem Grund ist untersagt.
Und da packte der neue Große die vielen kleinen Einzelunternehmer an die Eier. Ein korriose Form des Abmahnrechtes in Deutschland führt dazu, dass du als Verklagte immer gleich auch Geld abdrücken musst für die Abmahnkosten des Klägers. Man muss sich im Rechtsstaat nur gut genug mit dem Werkzeug Recht auskennen, um Marktmacht zu erlangen. Nicht umsonst sitzen in unseren Parlamenten auch überproportional viele Juristen. Der Hebel Recht will halt korrekt bedient werden.
Und so ist die Branche Unterhaltungs- und Informationstechnik heute in ganz anderen Händen, als noch vor zwanzig Jahren. Aber der Wandel geht weiter. Der Markt für Konsumgüter verteilt sich immer mehr auf die Discounter und die asiatischen Großkonzerne. TEMU und Shein sind nur ein ausuferndes Symbol, was da grundsätzlich schief läuft. Und die Schafe folgen blöckend den Schlachtern.

Verdammt viel Dystopie hier, gell? Wer hätte gedacht, dass das schon so nah an uns ran gekommen ist?

Aber fragt doch mal den typischen chinesischen Otto-Normalverbraucher, ob er sich unter BigBrothers Schutzschild wohl fühlt. Die große Mehrheit wird sagen "uns ging es nie besser".
kölsche_jung
Moderator
#1540 erstellt: 21. Dez 2025, 08:35
... um mal wieder zum Thema zu kommen ...

Laut FAZ haben die Hifi-Profis ein Schutzschirmverfahren beantragt.
Beaufighter
Inventar
#1541 erstellt: 21. Dez 2025, 08:52
Moin,

Es ist wohl Segen und Fluch zugleich.
Musik wird im Handy verramscht wie auf dem Grabbeltisch früher in der Kaufhalle.

Dementsprechend wird sie auch gewürdigt. Die Platten der Eltern aus den 70ern schwirren auf vielen Dachböden heute noch herum.
Wer hat wohl noch den ersten Soundfile?


kölsche_jung (Beitrag #1540) schrieb:
... um mal wieder zum Thema zu kommen ...

Laut FAZ haben die Hifi-Profis ein Schutzschirmverfahren beantragt.


Tja, ich hab wenig Verständnis für diese Lage. Die Kunden haben das ganze Geld in Kabel versenkt.

Gerade die großen Kaufhäuser haben doch nur noch billigen Schrott in ihren Regalen stehen.

Es macht eigentlich keinen Sinn mehr einen gemeinen MM zu betreten.


[Beitrag von Beaufighter am 21. Dez 2025, 08:52 bearbeitet]
sohndesmars
Inventar
#1542 erstellt: 21. Dez 2025, 09:36
HIFI Profis haben eigentlich alles falsch gemacht.Wer Frankfurt kennt, kennt die Zeil und das Ladenviertel. Die Raumkosten dort sind für Nichtimmobilienbesitzer der Albtraum. Und für die Mitarbeiter brauchst du auch Wohnraum. Aus dem bezahlbaren Umland zu kommen bedeutet mit der Bahn anzureisen. Kennt wer den frankfurter Bahnhof und das Umfeld dort? Ist nicht wie in Köln ganz nah am Dom.
Ja, tolle Entscheidung in der Innenstadt. Nur da will man die Laufkundschaft erreichen. Der uns bekannte typische HIFI-Kunde will direkt mit dem Auto ranfahren, braucht exklusive Beratung, fühlt sich sonst nicht hinreichend beachtet. Und braucht umfangreichen Service. Auch dafür brauche ich als Händler Raum (Lager, Werkstatt, Fahrzeuge).
HIFI Profis auch in Wiesbaden und Mainz. Toll, zwei Landeshauptstädte. Und schaut euch da die Adressen an. Ist jetzt auch nicht gerade Stadtrandlage. Also auch dort extreme Raumkosten. Warum sollte ich als HIFI-Kunde das mitbezahlen wollen?

Hier in Hamburg kommt auch keiner mehr auf die Idee rund um die Binnenalster ein raumlastiges Geschäft zu eröffnen, wenn die Umschlagsgeschwindigkeit für Ware nicht eine Mindestgröße hat. Wie soll das mit hochpreisigen HIFI gehen?

Ich weiß noch wie wir 2010 für 100.000Euro die Grundausstattung für B&O im Laden stehen hatten, heute wären es nochmal deutlich mehr. Bezahlt und platzraubend. Und die Umschlaggeschwindigkeit unter 0,5. Wie soll das bei hohen Raumkosten funktionieren?

Und ich schreibe es nochmal: der Onlinehandel, auch mit hochwertiger Unterhaltungselektronik, läuft heftig. Die Lagerkosten in den Speditions- und Lagerstattteilen, hier in Hamburg Billbrook und Moorfleet, sind deutlich niedriger als in den Innenstädten. Die Transportlogistiker, DHL, GLS, DPD, K&N, usw sind auch hier, die Picking- und Logistikkosten somit in ganz anderen Dimensionen als wir es als Privatkonsumenten kennen.

Dank grüner Politik wird die Innenstadt nicht nur zunehmend zu teuer, sondern auch verkehrstechnisch für die angesprochene Klientel absolut unattraktiv.
Ist ja nicht Neues, könnte man als Ladenbetreiber ja eigentlich wissen.
ZeeeM
Inventar
#1543 erstellt: 21. Dez 2025, 09:54
Das ist der Kernpunkt. Der Laden, den man betreibt, muss sich ökonomisch rechnen.
Dafür interessiert sich der durchschnittliche Kunde nahe 0.
Der möchte möglichst viel für möglichst wenig Geld bekommen.
Von 1990 bis 2024 habe ich im IT Einzelhandel gearbeitet, die Entwicklung war
im Grunde identisch. Was Unterhaltungselektronik anbelangt, ist eine Innenstadt ein
Ort, an dem man gern sowas kauft? Kleinkram vielleicht.
Wenn man da nicht arbeitet, will man das „Stadtflair“ genießen.
Da sind eher Krimskramsläden, Mode, Lifestyle Sachen, höherwertige Genussmittel, Cafes etc.
So, dass man verweilen kann. Will ich einen Dreher für 5k€ kaufen, dann ist die Fußgängerzone
eher nicht der Ort. Vor Jahrzehnten war das halt anders.
Yamahaphilist
Stammgast
#1544 erstellt: 21. Dez 2025, 10:01
Bei solchen Gegebenheiten könnte man sich eben auch leichter von belastenden langfristigen Verpflichtungen gleich welcher Art entledigen, um ggf. andernorts neu und befreit durchzustarten
hifi_raptor
Inventar
#1545 erstellt: 21. Dez 2025, 10:27
Morgähn
Wünsche einen schönen Sonntag.
Nun gut ich bin schon ein bisschen Alt
Habe seit ZX 81 mit Computertechnik zu tun. Auch mit einer gewissen Begeisterung. Na ja und Firmen-IT funktioniert nun einmal anders. Hat auch nix mit Verdummung zu tun.
Dann oute ich mich mal. Ich bin so blöde das ich von Beginn an am Amazon Tropf hänge. Ebenso von Anfang an, an den Diensten, die auch heute noch nur amerikanische Monopolisten zur Verfügung stellen. Europa hat es einfach versäumt, oder war auch billig andere entwickeln zu lassen, und versäumt es immer noch, bzw. ist esrt mal damit beschäftigt sich mit Gesetzen gegen die amerikanische Übernacht zu stemmen. Und hey, wir fanden das geil das der Kram kostenlos war / ist!!!! Und darum ist Geiz immer noch geil, und werden billige Chinesenkaufhäuser wieder mal bevorzugt! Den Preis dafür bezahlen wir später noch. Gerade zahlen wir mit massenhaft persönlichen Daten Daten in die USA. Vor allem hat jetzt der Faschismus der Tech- Bosse offen begonnen!
Ich suche noch für mich nach einer Exit Strategie.
Zum Thema. Auch ich war als Familienvater im MM und Co. Familie ist wichtiger. Als ich Mitte der 2000er wieder in HiFi eingestiegen bin, bin ich wieder zum örtlichen Händler. Ich bin auch gleich mit einem Naim HDX eingestiegen. Digitalisierung hat bei mir von Beginn an stattgefunden. Heute labern alle über Digitalisierung, und sind immer noch nicht so weit.
Allerdings denke ich, bin ich am Ende angekommen. Sollte das jetzige Gerät den Elektrotod sterben, wird es nicht mehr ersetzt. Es wird dann nach der billigsten Ersatzlösung gegriffen.
Alles hat ein Ende. Die Bands aus den 60zigern haben jetzt auch fertig. Ist auch okay so.
Ich genieße die Zeit. In die analoge HiFi Zeit gehe ich bestimmt nicht mehr zurück. Meine Musik ist alt. Das genügt.
Wünsche euch was.
Beaufighter
Inventar
#1546 erstellt: 21. Dez 2025, 11:36
Ich muss aber auch bemerken das durchaus viele junge Leute in der Vergangenheit ihre Musik finden.

In Plattenläden ist durchaus eine junge Klientel zu finden.

Des weiteren habe ich mehr und mehr das Gefühl das gerade High Ender und der noch übrig gebliebene Highend Handel,
normale Geräte in der Luft zerreißen als Plattenfräsen und billig Kram. In den 80ern haben junge Leute durchweg nicht mit einem 1210 von Technics angefangen, da standen Fishertürme, Schneider Anlagen, Getto Booster und altes Equipment von Daddy in den Jugendzimmern.

LEDs die endlich die aus der Mode gekommenen VU Meter ablösten waren der letzte Schrei und wurden gleichzeitig als Klangsteigernd und wertiger empfunden.
Sound war irre wichtig. Der Bass sollte kommen wie damals aus der Disco. Die ersten Erfahrungen mit Stereo waren Pin Pong Lauschungen.

Wenn ich mir die heutigen Ansprüche manches mal so anschaue, es ist schon heftig was als Mindeststandart verlangt wird um überhaupt nur zu den ernsthaften Musikhörenden dazu zu gehören.

Und zu allem Überdruss ist es genau die Musik die aus dem Kofferradio entdeckt wurde, die die heute als der Gipfel des Rocks empfunden wird.

Es fehlt einfach das Verständnis des Verkäufers nicht nur eine Stereoanlage zu verkaufen, sondern auch einen Einrichtungsgegenstand.

Musik können die mittlerweile alle.


[Beitrag von Beaufighter am 21. Dez 2025, 11:38 bearbeitet]
sohndesmars
Inventar
#1547 erstellt: 21. Dez 2025, 11:45
Es gibt sie noch, die Musikliebhaber, die den sehr hohen Mindeststandard "mein Wunsch ist ganz einfach, ich will nur das Beste" bevorzugen.
Aus wirtschaftlichen und praktikablen Gründen für den Kunden sind aktuell existierende Läden nicht in der Innenstadt, sie sind in Randlage oder sogar außerhalb der Großstädte. Mit HighEnd auf Laufkundschaft zu setzen, nebenan MediaMarkt, Teufel Store und Klubben, macht jetzt dann doch wenig Sinn, wenn die Raumkosten hoch und die persönlichen Anfahrmöglichkeiten gering sind.
ZeeeM
Inventar
#1548 erstellt: 21. Dez 2025, 12:22
Ich würde einen gehobenen HiFi-Schuppen mit Gastronomie verquicken.
Ein verwöhnter Bauch, öffnet die Geldbörse leichter.
Ikea, verkauft Futter auch nicht umsonst.
flexiJazzfan
Inventar
#1549 erstellt: 21. Dez 2025, 12:34
Mit welchen Geräten soll sich denn der städtische Hifihändler erfolgreich beschäftigen? Tun wir mal so als hätte er die Wahl.

Wenn wir wissen wollen, welche Hifi-Firmen sich in dem diskutierten und kritisierten Milieu bewegen, könnten wir die Mitglieder der High-End-Society e.V. betrachten: https://verband.highendsociety.de/mitgliedsfirmen.html . Für mich interessant sind vor allem die Namen, die hier nicht auftauchen: Es fehlen die Großen. Nur Samsung/Harman hat sich über die D&M Gesellschaft da rein „gemogelt“. So manche „Vernünftige“ wie Nubert und Teufel sind nicht dabei, genauso wenig die Studioausrüster wie z.B. Adam, Genelec, KS Digital.

Die Dreiklassengesellschaft von Consumergeräten als Teil des Smart-Home, HighEnd-Manufakturen und Profiausrüstern für Studio und Veranstaltungen ist erkennbar und offenbar unauflöslich. Aus meiner Beobachtung von außen scheinen mir die Heimkinofreunde am übelsten dran: Sie werden von keiner Fraktion richtig ernst genommen.

Die „wissenden“ Forumteilnehmer haben jeder Fraktion etwas vorzuwerfen: Die Massenhersteller könnten es besser, verkaufen aber Billigkram und sparen an der falschen Stelle. Die Highender liefern funktionierende Geräte, verlangen aber für allerlei „Weihrauch“ unverschämtes Geld. Die Profis wollen sich nicht mit den unwissenden bis verrückten Home-Hifi-Kunden herumschlagen und schon gar nicht über das richtige Furnier von Tonmöbeln nachdenken.

Kann ein Einzelhändler „auf allen Hochzeiten tanzen“?

Gruß
Rainer
Beaufighter
Inventar
#1550 erstellt: 21. Dez 2025, 12:36
Au ja, während ich den Soundburger aß kaufte ich mir gleich auch einen von audio-technica.
hifi_raptor
Inventar
#1551 erstellt: 21. Dez 2025, 12:39
Morgen
Oh ja - Beim Kauf einer Anlage ab 4999,-€ gibt es 6 Flaschen Bordeaux und kubanische Zigarren dazu😂.
Wenn ich mit der werten Gattin zum Einkauf mit in die Boutique muss, wünsche ich mir auch immer das die Wartezeit mit einem Getränk versüßt wird.
In Wien gibt es einen Bekleidungsladen für die holde Weiblichkeit, die das so handhaben.

Aber gibt es ein HiFi Laden wo die begleitenden Damen Sekt bekommen?

Gruß
ZeeeM
Inventar
#1552 erstellt: 21. Dez 2025, 12:47
In einem lokalen Hifi-Laden, der eher gehobene Sachen verkauft hat, da habe ich das erste Mal Accoustat X gehört, der hat seine potenziellen Kunden durchaus auch mal gerne und gut bewirtet.
Ein Ambiente schaffen, einen Ort des Wohlfühlens, wo das Knausern verschwindet.
Wenn man für 20k einen Linn Dreher verkaufen will, was reicht man denn da am besten? ;-)
Beaufighter
Inventar
#1553 erstellt: 21. Dez 2025, 12:48
Das ist doch gar nicht so schwer. Der Geldbeutel ist eine entscheidende Größe und der Lifestyle.
Ein normaler Mittelständischer Mensch will das sie Anlage seine Einstellung zur Musik ein wenig widerspiegelt.

Der Teufel Kunde will maximalen Sound für minimales Geld. Dabei muss der Faktor könnte aus der ferne auch B&W sein, wichtig.

Der Highend Kunde dem alles monitäre Egal ist, der kann ja gerne frei experimentieren.


Wenn man für 20k einen Linn Dreher verkaufen will, was reicht man denn da am besten? ;-)


Einen Technics SL-1000R


[Beitrag von Beaufighter am 21. Dez 2025, 12:49 bearbeitet]
hifi_raptor
Inventar
#1554 erstellt: 21. Dez 2025, 12:58
Morgen
Ich finde jeder Händler muss HiEnd verkaufen können. Wer viel ausgibt, soll auch viel bekommen, und wenn es auch Feenstaub ist. Er, der geneigte Käufer, muss sich aber auch nicht hier im HiFi Forum beraten lassen! Da gibt es auch nichts mehr zu beraten.
Jemanden dahingehend zu beraten das er weniger ausgeben soll ist auch ein Affront.😂
Ich denke günstiges HiFi spielt sich sowieso im Versandhandel ab. Billigware bekommt man beim Kaffeeröster oder großen Lebensmittelketten. Beide bräuchten eigentlich auch keine Beratung😎.
Also sich doch auf die Goldene Mitte stürzen. Aber Vorsicht, aufgrund der vorherigen Beratung durch das HiFi Forum, ist dem Händler von Voodoo dringend abzuraten!
So erhält er seine Reputation.
Frage wäre jetzt nur wo der Preisrahmen beginnt und endet.
Schönen Sonntag


[Beitrag von hifi_raptor am 21. Dez 2025, 13:05 bearbeitet]
Beaufighter
Inventar
#1555 erstellt: 21. Dez 2025, 13:11
Moin,

Es sollte in einem Jahr erspar bar sein. Und da könnte man das Durchschnittseinkommen +10% ansetzen und das was da im Schnitt für Luxus gespart wird. Dann hat man den Preis was der Hobbyist ausgeben könnte.
hifi_raptor
Inventar
#1556 erstellt: 21. Dez 2025, 13:23
Durchschnittsnettoeinkommen soll so 2500€ sein. Wenn jetzt Kind und die normalen Großstadtkosten abgezogen werden, Urlaub nicht vergessen. Rücklagen für Fetisch Auto, bleibt eine monatliche Sparsumme von 100€ für Luxus im Monat.😆
Für 1200,- Teuronen bekommt man eine Anlage nur über den Versandhandel.
Gruß
P.S. Meine erste Anlage war für keine 500,- Mark bei einem HiFi Tandler über die Theke gegangen. War ein Rotel Receiver und Magnat Boxen. Na ja gut Cassettendeck Dual C919, ein Dual Tuner und eine Dual Plastikplandrehmaschine war bereits vorhandenen.


[Beitrag von hifi_raptor am 21. Dez 2025, 13:46 bearbeitet]
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