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was läuft zunehmend schief im Geschäftsfeld HIFI?

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8erberg
Inventar
#2156 erstellt: 12. Feb 2026, 17:15

raindancer (Beitrag #2154) schrieb:
@8er:
Ich war erst kürzlich bei einer Produktion dabei, Kent Nagano, Schuberts große Sinfinie in C-Dur, nennt sich Konzert. Wurde wenige Tage später im Radio gespielt, hat mir live und als Konserve gefallen.


Ende Januar in Frankfurt in der alten Oper?
Schade, hätte ich auch gerne erlebt.

Peter
dialektik
Inventar
#2157 erstellt: 12. Feb 2026, 17:17
Gibt es auf der HR-Seite noch als Videoaufzeichnung.Aufzeichnung
Henri Dutilleux | Tout un monde lointain war auch sehr gut.

Habe es im Livestream verfolgt


[Beitrag von dialektik am 12. Feb 2026, 17:19 bearbeitet]
Yamahaphilist
Stammgast
#2158 erstellt: 12. Feb 2026, 17:19
Ein Plädoyer für Plastik bei typischen Anwendungen.
Die genannten Anwendungen sind selbstredend, v.a. wenn es um andere Gesichtspunkte geht, wie z.B. Gewichtsersparnis, günstiger Preis, Herstellung, usw., aber gehen hier an der Fragestellung vorbei, da Plastik m.E. in den seltensten Fällen eine hochwertigere Anmutung hat als Aluminium, Edelstahl, etc., denn es geht hier um HiFi Geräte.
Gerade wenn ein Hersteller bei der Front von Aluminium auf Plastik geht und noch dazu günstigere Begleitmaterialien beim Display, Schalter, Knöpfe einsetzt, wird dies schnell als billig gemacht, Rückschritt o.ä. bewertet.
So sehe ich es.
8erberg
Inventar
#2159 erstellt: 12. Feb 2026, 17:37
Hallo,

klar, ein Knopf aus ABS im Spritzguss hergestellt kostet im Vergleich zu einem Drehteil natürlich erheblich weniger, ausser man braucht nur 100 Stück.

Dann muß der Knopf schon alleine aufgrund der Werkzeugkosten gedreht werden... Denke 3D-Druck würde niemand wollen (noch nicht)

Peter
raindancer
Inventar
#2160 erstellt: 12. Feb 2026, 17:40

8erberg (Beitrag #2156) schrieb:

raindancer (Beitrag #2154) schrieb:
@8er:
Kent Nagano, Schuberts große Sinfinie in C-Dur, .


Ende Januar in Frankfurt in der alten Oper?
Schade, hätte ich auch gerne erlebt.
Peter

exakt das
puffreis
Inventar
#2161 erstellt: 17. Feb 2026, 18:24

raindancer (Beitrag #2143) schrieb:

sohndesmars (Beitrag #2140) schrieb:
Wenn man wirklich die "Wahrheit" für sich erkennen will, dann macht man schon frühzeitig bei Hobbybeginn Blindtests, um die sensorischen und oft intellektuellen Unzulänglichkeiten in uns abzuklopfen. Höre ich wirklich das "bessere" Kabel? Höre ich wirklich den Unterschied zwischen 128kb MP3 uns Wav? Höre ich wirklich den Unterschied zwischen Denon-verstärker und Accuphase-Amp? Höre ich den Unterschied zwischen MM-System von Shure (z.B. V15V) und Ortofon MC1?

Selbstverständlich wird er nichts hören. Und damit ist das Hifihobby implodiert.
Der geneigte Proband wird sich dann den üblichen in-ears oder ner boombox oder der praktischen Alexakugel zuwenden, und damit sind wir dort wo wir halt sind.



Diese Implosion kann man verhindern, wenn man eine überlegene Anlage vorführen kann.
Die Anlage muss BT-Boxen a la JBL Boombox etc., welche wirklich erstaunlich gut sein können, deutlichst distanzieren.

Mit einer sogenannten High-End-Kette mit Tischhupen wird das nicht gelingen, weshalb sich die Interesse bei den meisten in Grenzen hält.
In den letzten Jahren habe ich zwei Messen beigewohnt, wo ich dachte, damit kannst du keine Jugendlichen hinter dem Ofen hervorlocken.
Bescheuerte Jazz-Musik (obwohl es auch natürlich sehr schöne Stücke geben kann), archaische Wiedergabegeräte mit gruselig klingenden, superteuren lackbeschichteten LP-Pressungen, mies klingenden Heimkino-Vorführungen, damit ja keiner auf die 5.x Schiene rüberspringt etc.pp

Mit sehr gutem Equipment gelingt das eher:
Neutrale Lautsprechern aus dem Profi-Sektor (Neumann, Genelec, JBL etc.), gute Hifi-LS (Kef, Revel, JBL etc.) oder auch gute Oldtimer (Grundig, Heco, Braun/Acron, Canton, Elac etc.)
+
AV-Receiver mit AudysseyXT32/Dirac o.ä.
+
min. 2-4 fähige Subwoofer

und schon kannst du richtig beeindrucken.
Ich persönlich konnte min. fünf Leuten zu einer ordentlichen Anlage verhelfen, einer sogar mit vier Subwoofern.

Besonders die souveräne, wenig limitierte Basswiedergabe plus annähernd Harman Curve macht’s aus.
Das Schöne: Gebraucht für Appel und Ei machbar.

Bei der heutigen Musik kann die Qualität der LS sogar minderwertiger sein.
Nichts anderes machen diverse BT-Boxen wie Flip, Boombox etc. mit für ihre Größe erstaunlichen Bass.



kölsche_jung (Beitrag #2145) schrieb:
vielleicht könnte man all das was entspannter angehen ...

@raindancer
ich halte deinen (sehr sorgfältig versteckten ) Einwand nämlich für zielbringend, denn

@sohndesmars
mit deinem (möglicherweise sogar zutreffenden) Einwand zeigst du nur, dass du dem jahrelangen Mantra von Herstellern und Presse (je teurer, desto besserer Klang) erlegen bist.

Kann man sich ein Gerät nicht auch einfach nur aus Spaß, haben-wollen und des guten Gefühls wegen kaufen? ... und das "viele" Geld trotzdem nicht reuen? Muss man "jeden Scheiß" intellektualisieren?

Ob ich bei zB meinem anpassbaren PhonoPre immer und unbedingt einen Klangunterschied zu einem einfacheren Pendant hören würde, ist mir völlig fritte.
Ich weiß, dass ich da zumindest nicht allzuviel falsch gemacht hab und mir macht das Ding halt einfach Freude.

... und genau da ist die Branche mE völlig falsch abgebogen.
Dem zB Accuphase-Käuder wird seit jahrzehnten eingetrichtert, es würde damit besser klingen ... lustigerweise mit jeweiligen Klangsteigerungen von Generation zu Generation ... den logischen Rückschluss, dass ein 20 Jahre alter Accuphase danach echt mies klingen müsste, zieht aber lieber keiner

Kann man sich sowas nicht einfach kaufen (wenn man's kann), weil man Spaß dran hat?



Kann ich bestätigen.
Bei mir optisch ein zappelnder Kenwood GE 7030 oder ein entkernter Hitachi HMA-8500 MKII, wo nur noch die VU-Meter funktionieren.
S04-Hotspur
Inventar
#2162 erstellt: 19. Feb 2026, 13:01
Am letzten Samstag las ich eine Stellenanzeige in der Westfälischen Allgemeinen (Ausgabe Münster). Die Filiale von B&O Münster sucht eine Person für die Installation von Hifi-Anlagen bei den Kunden zuhause. Die scheinen ja doch noch gut betuchte Kunden zu haben, die sich so etwas leisten...

Schönen Tag, Andreas
8erberg
Inventar
#2163 erstellt: 19. Feb 2026, 13:34
Hallo,

ja, B & O ... da hab ich mir als junger Spund auch wegen dem Design die Nase plattgedrückt.

Auf dem Hifi-Messestand in Düsseldorf waren das die freundlichsten und höflichsten Leute am Stand, kann mir eh denken das die Dänen sehr gute Chefs sind. Also, elektrotechnische Fachkräfte - hin nach Münster, eine der schönsten Städte in Deutschland.

Peter
Yamahaphilist
Stammgast
#2164 erstellt: 20. Feb 2026, 18:21
Münster ist im dortigen Umfeld, zwischen Ruhrgebiet und Teutoburger Wald aber auch eine Ausnahme was die Einkommensstruktur anbelangt. Jede größere Bank oder Versicherung ist dort vertreten, Dienstleistung, Verwaltung, Universität, Wirtschaftsregion, usw. Sorgen insgesamt für eine höhere Kaufkraft als andernorts. An sich eine gute Konstellation für Premium HiFi. Neben B+O wäre Auditorium so ein Kandidat mit den Standorten entlang der A1: Hamm (fürs nördliche Ruhrgebiet), Münster (Stadt und Umfeld) und Hamburg (Norden-Westen). Bremen wurde wohl ausgespart mangels Kaufkraft. Richtung Süden dürften Düsseldorf - Köln sich anbieten.
Blechdackel
Inventar
#2165 erstellt: 20. Feb 2026, 18:30
In Karlsruhe gibt es in der Bürgerstraße auch so einen B + O Shop. Ist es so üblich, dass die nicht zu 100 % B+ O Geräte führen müssen. Im Schaufenster sah ich einen Loewe Stellar 55, einen weiteren Loewe Fernseher sah ich im Raum auch und an der Fassade sind neben B + O Markenzeichen auch die Markenzeichen von Loewe, LG und Samsung zu sehen.
Interessanterweise gibt es gleich um die Ecke mit Smart Raum einen weiteren UE Fachhändler, der unter anderem auch Loewe führt(aber auch Sonos, Dynaudio, T + A, Samsung, Panasonic und Metz Classic).

Baden-Baden hatte mit Schubacks B + O Center auch lange einen B + O Händler, der glaube ich auch nicht rein zu 100 % B + O führte. Da in Karlsruhe und Baden-Baden die Durchschnitteinkommen über dem Schnitt liegen passt, das vorher geschriebene gut.


[Beitrag von Blechdackel am 20. Feb 2026, 18:33 bearbeitet]
sohndesmars
Inventar
#2166 erstellt: 20. Feb 2026, 20:53
Ich war lange Mitgesellschafter eines Geschäftes mit B&O-Verkauf und Service. Das ist mit vielen Pflichten verbunden und wir brauchten viele spezielle Werkzeuge, Serviceunterlagen und Zubehörteile. Dazu die Vorgabe, einen bestimmten, großen Teil des B&O-Portfolio vorrätig und vorführbar zu haben. Also, recht hohe Kapitalbindung. Meine Hochachtung für die Unternehmer, die unter dem gegebenen Umständen da noch den Mut haben, weiterhin B&O-Geräte zu verkaufen.

Man bedenke bei B&O immer, man kauft ein Designkunstwerk mit dem Nutzwert eines Unterhaltungstechnikgerätes. Letzteres ist aktuell sehr schnell technisch überholt. Man kann sich am Design und der speziellen Bedienung lange erfreuen. Der blanke technische Nutzwert kann aber sehr plötzlich auf Null gehen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich zahlreiche, gut funktionierende CRT-TV-Geräte entsorgt habe, weil der Nutzer kein Interesse mehr dran hatte und sich keine Kunden für Gebrauchtgeräte fanden. Nicht vergessen: wir müssen als Gewerbliche Gewährleistung leisten.


[Beitrag von sohndesmars am 20. Feb 2026, 20:54 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#2167 erstellt: 20. Feb 2026, 21:18
Hallo,

gut, auch schon wieder über 1 Jahr her: damals gab es da in MS "rein B&O" und nix anners.

Und unterschätzt Bremen nicht. Da sitzt Geld, Sorgenkind ist Bremerhaven.
"Umzu" sitzt Geld, nicht umsonst spricht man vom "Speckgürtel"

Peter
Maximalfrequentiertah
Stammgast
#2168 erstellt: 21. Feb 2026, 14:10
Ich steige jetzt einfach mal quer in den Faden ein, sehr spannende Diskussion bisher.

War auch lange Zeit (als Verkäufer) für B&O tätig, habe Demonstrationen für Kunden gemacht, Events organisiert, hab Anlagen be den Kunden zuhause installiert, das war schon ein tolles Geschäft.

Aber ja, die Kapitalbindung... das war ein kleines, Denkmalgeschütztes Gebäude und es gab regelmäßig Zoff mit B&O, weil wir einfach keinen Platz für den 85" Fernseher hatten, wenn der 75er schon an der einen geraden Wand hängt, die es da gibt.

@sohndesmars: Der technische Nutzwert ist oft länger als bei vergleichbaren Geräten, weil B&O gerne sein eigenes Süppchen kocht, z.B. statt HDMI CEC gehen sie über eigene Infrarotsensoren, die man am Fernseher anschließt und die Fernbedienung dann einmal händisch programmiert, welches Gerät auf welche Taste anspringen soll.

Hohe Panelqualität und mangelndes Technikinteresse der Kunden führt dann doch dazu, dass man die Dinge lange so lässt, wie sie sind.
sohndesmars
Inventar
#2169 erstellt: 21. Feb 2026, 17:08
Manche B&O-Kunden, eigentlich die meisten, waren schon sehr spezielle. Man kommt in Gegenden, die man eventuell mit Loewe Premium noch besucht. Rothenbaum, Elbchaussee, Blankenese.... Ärgerlich war manchmal die Beratungsresistenz bezüglich Raumakustik. Aber das gilt ja für die große Zahl an HIFI-Kunden eh.
War eine spannende Zeit damals.
Maximalfrequentiertah
Stammgast
#2170 erstellt: 22. Feb 2026, 03:14
Oh ja... Kunden von high end Produkten sind gerne speziell 😁 aber ist auch manchmal schön, wenn es so menschelt.
Yamahaphilist
Stammgast
#2171 erstellt: 22. Feb 2026, 10:20
Kundschaft ist ein nachwachsender Rohstoff, wie es oft heißt, den es zu kanalisieren gilt. Werbekampagnen speziell für spezielle Zielgruppen, etc. Allerdings ist die Gen Z die Generation mit der geringsten Markentreue. Heute angesagt, morgen vergessen. Interessant zu sehen, wie die unterschiedlichen Hersteller damit umgehen (werden).
sohndesmars
Inventar
#2172 erstellt: 22. Feb 2026, 11:25
Die nachwachsenden Generationen sind das Problem des traditionellen HIFI-Handels. Ein Smartphone gepaart mit einem guten Kopfhörer reicht der Generation Z all zu oft. Da haben es die Onlineanbieter deutlich einfacher als der stationäre Handel. Schnell mal bei Amazon, Teufel, Otto klicken ist deutlich einfacher, als in der Innenstadt, oder immer öfter am Rande der Innenstadt den qualifizierten Händler aufzusuchen. Besonders wenn man kein Parkplatz findet, die U-Bahn oder die Busse mal wieder streiken, das Ordnungsamt jeden Falschparker abschleppen lässt.....

Ich habe meine Gründe, warum ich nach dreißig Jahren stationärer Handel nun seit fast fünfzehn Jahren im Onlinehandel tätig bin. Die meisten Kunden haben faktisch mit den Füßen, besser mit den Klickfingern entschieden, wie sie HIFI kaufen wollen. Die hohen Innenstadtmieten und -pachten, die Einschränkungen der Erreichbarkeit, die hohen Zusatzkosten (Fahrzeug, Personal, Sicherheit, Energie....) machen es immer notwendiger, besser in den Onlinehandel zu investieren. Solange sich das nicht ändert, brauchen wir über neu Konzepte bezüglich stationärem Handel nicht zu diskutieren.
Selbst die großen Kaufhäuser sterben seit Jahrzehnten vor sich hin. Lohnt es sich da noch, in die Zeil, in die Kö, in die Mönckebergstraße, zum Kurfürstendamm, in die Schildergasse, in die Sendlinger.... zu fahren?


[Beitrag von sohndesmars am 22. Feb 2026, 11:26 bearbeitet]
Yamahaphilist
Stammgast
#2173 erstellt: 22. Feb 2026, 11:43
Ja. Nur auf affluente Kunden und High-Net-Worth Individuals zu setzen, also Kunden mit Kohle, die Technik als Statussymbol und Teil ihrer Inneneinrichtung verstehen, könnte eine Einbahnstraße sein. Genauso wenig dürfte es ausreichend Design Liebhaber und Ästheten geben, die auf Dauer extreme Preise akzeptieren werden, wenn es das Design Outlet am Stadtrand gibt.
hifi_raptor
Inventar
#2174 erstellt: 22. Feb 2026, 12:20
Morgähn
Ich frage mich eher wie Händler das Geschäft mit, aus unserer Sicht, sündteuerer HW bewältigen. Die Kundschaft gibt es offensichtlich noch dafür. Wobei die doch auch nur über irgendwelche besondere Lokationen, mit Events gelockt werden können. Offensichtlich verkauft sich noch genügend, oft HW die nur noch mit Ameisen u.a. Hebezeug aufgebaut werden können. Bei solcher Kundschaft ist wahrscheinlich barrierefreiheit gegeben.
Aber welcher Händler kann HW für eine Viertelmillion und weit mehr verfügbar halten?
Oder machen Hersteller Vorführungen solcher Teile gleich in eigener Regie?
Selbst der Hersteller der dann eine Handvoll p. A. produziert, muss ein Exemplar für Vorführungen extra produzieren und damit auf Tour gehen. Gibt ja Händler die ggf. in geeignetem Räumen unterstützen.
Oder werden solche Teile blind geordert?
Neulich wieder einen Artikel über einen Exoten-LS in ultimativen Ausmaßen gelesen - Endstufe wird mitgeliefert. Oder produziert der Hersteller ein Dutzend Exemplare und macht die Bude dann zu?
Auch ein Händler in der Maximiliansstraße dürfte mit Ultimativhardware überfordert sein.
Schönen Restsonntag.
Beaufighter
Inventar
#2175 erstellt: 22. Feb 2026, 12:38
Moin,

ich frage mich auch immer wieder wer wohl solche Anlagen kauft.

Anscheinend gibt es in Florida, Dubai Monaco usw. genug Verkaufsmöglichkeiten. Ich frag mich auch immer wann die wohl die Zeit finden Musik zu hören, angeblich laut unseres Häuptlings arbeiten wir zu wenig und die mit viel ständig und immer.

Es muss wohl noch Parallel Welten neben meiner geben.
DerHilt
Inventar
#2176 erstellt: 22. Feb 2026, 12:50

Beaufighter (Beitrag #2175) schrieb:
Es muss wohl noch Parallel Welten neben meiner geben.

Ah, Erkenntnisgewinn!
Bei Fragen, wer denn wohl sowas kauft, würde ich mich gen Osten wenden, wo in Indien, China und den anderen asiatischen und südostasiatischen Staaten mal schlappe 4 Milliarden Bewohner leben, von denen zweifelsfrei eine erkleckliche Zahl ausreichend flüssige Mittel haben.

Das ist allerdings nur eine der mannigfaltigen Welten neben deiner.
sohndesmars
Inventar
#2177 erstellt: 22. Feb 2026, 13:07
Die Fragen kann man sich stellen, tatsache ist aber, dass wir von den echten Wohlhabenden manipulativ zu gequatscht werden, um ihre Ziele zumindest nicht zu gefährden. Betrachten wir dazu einfach mal die Kapitalumverteilung der letzten dreißig, vierzig Jahre nach immer weiter oben. Und den Ressourcenverbrauch der High Society.
Kein Geld der Welt kann arbeiten, das machen immer Menschen, meist unter kraftpotenzierender Hilfe von Maschienen. Wenn Kapital Zinsen abwirft, dann durch den geschaffenen Mehrwert der arbeitenden Bevölkerung. Wenn uns nun erzählt wird, wir sind zu teuer und erwirtschaften nicht genug Profit, dann muss man nicht lange raten, was damit bezweckt werden soll.
Nein, die High Society hat genug Zeit, den Wohlstand, den wir erarbeiten (für die High Society!) zu genießen. Ein Friedrich Merz hatte immer genug Zeit, einen Pilotenschein zu erstehen und das Lenken eines Flugzeuges zu erlernen. Und dabei körperlich fit genug zu sein, um mit 70 noch Chef einer größeren Exekutive zu sein und noch ein Flugzeug steuern zu können. Wer von uns ist mit siebzig dazu noch in der Lage, körperlich, geistig, finanziell?

Ja, solche Personen gibt es erstaunlich viele in "diesem, unserem Lande" (O-Ton H.Kohl). Und die kaufen die absurd teuren, schweren und aufwendigen Sonderstrukturen des elitären Musikhörens. Sei es ihnen gegönnt. Nur ihre Erzählungen von den faulen, zu oft kranken, kostenverursachenden Arbeitnehmern glaube ich genauso wenig wie den irren Geschichten rund um HIFI-Geräten bezüglich Kabelklang, Verstärkerklang, Spannungsversorgungserzeugerklang.....
Es gehört nicht so viel dazu, sich ausreichend Informationen zu verschaffen, um den Wahrheitsgehalt der vielen Geschichten zu überprüfen. Nur sollte man nicht glauben, dass allein das Internet, Google, Gemini, ChatGPT ect die Wahrheiten liefern Dazu einfach mal hinterfragen, wer die informative Macht über die aufgezählten Informationslieferanten hat. Ist Mark Z., Jeff B., Elon M. usw wirklich jemand von uns kleinen Normalverbrauchern?
Wir können immer nur die Krümel auflesen, die sie uns hinwerfen. Und die fallen runter, wenn Kapital bewegt wird.


[Beitrag von sohndesmars am 22. Feb 2026, 13:08 bearbeitet]
Apalone
Inventar
#2178 erstellt: 22. Feb 2026, 13:24
ist mir alles ein wenig zu links und zu populistisch....

Ein Pilotenschein für diese Art v Flugzeugen ist nicht schwieriger als ein Jagdschein oder eine Heilpraktikerprüfung.

Und wieviel Zeit man wofür investiert, sollte in der Tat jedem selbst überlassen sein.

Man hätte ja auch Jura studieren können statt eine schnöde Ausbildung nach der Handwerksrolle zu absolvieren...
S04-Hotspur
Inventar
#2179 erstellt: 22. Feb 2026, 15:18
Oder Theologie so wie ich
sohndesmars
Inventar
#2180 erstellt: 22. Feb 2026, 15:27
Exakt. Man sollte es uns überlassen, was wir machen wollen, können, vermögen. Links wäre übrigens das Verlangen der Umverteilung nach unten. Der Wunsch nach dem freien Willen der Selbstverwirklichung ist echte Liberalität. Und das bedeutet nicht Neoliberalität (des Marktes).

Liberalität gefährdet das Geschäftsmodell der Umverteiler nach oben. Soziale Liberalität wird aber gerade massiv eingeschränkt.
Und Besitzstanderhalter wünschen den Status Quo. Dazu eine schlechte Nachricht: das wird auf Dauer nicht funktionieren.
Das haben einige immerhin gut erkannt. Typische HIFI-Traditionalisten gehören nicht dazu.
hifi_raptor
Inventar
#2181 erstellt: 22. Feb 2026, 15:39
morgen
HiFi betrachte ich bestimmt nicht politisch, auch nicht was sich andere leisten können oder nicht.
Wer sich ultimative Stereohardware anschafft, möchte damit glücklich werden.
Jeder so wie er kann und will.
Ich habe nur 16 qm zu beschallen - Zimmerlautstärke! - was soll ich mit 100 Watt?
Klar, ich habe nur gute Musik, aber ob das die Hausmitbewohner auch so sehen
Und wenn es hilft zu sagen das der HiEnd Krempel einem so klanglich gar nicht gefällt, ist doch sowieso alles gut
Schönen Restsonntag
Beaufighter
Inventar
#2182 erstellt: 22. Feb 2026, 15:39
Mir reicht schon die Freizeit von oben nach unten durchgereicht.
Zwischen Sozialismus und Kapitalismus gäbe es ja noch so was wie soziale Marktwirtschaft.
Man könnte ja versuchen mal nicht in extremen zu denken.
flexiJazzfan
Inventar
#2183 erstellt: 22. Feb 2026, 16:06
Seit Urzeiten sind in den menschlichen Großkommunen, Staaten, Weltreichen die Mächtigen reich und die Reichen mächtig. Und diese Leute, die Dummen und die Intelligenten, dokumentieren ihren Status mit unbändiger Verschwendung, mit Gold und Glitzer, beheizten Pools, erlesener Handwerkskunst, Sklaven, bezahlten Musikanten, Lobpreisungen von bezahlten Dichtern, Narren und Zwergen … Man kann für diese Menschen ein Geschäftsmodell aufbauen und luxuriöse Kleidung, Häuser, Schiffe … und auch Highend Musikanlagen herstellen.

Muss uns das wirklich hier interessieren?

Gruß
Rainer
raindancer
Inventar
#2184 erstellt: 22. Feb 2026, 16:14
Es tut mir aufrichtig leid, daß du deinen Pool nicht beheizen kannst.
Beaufighter
Inventar
#2185 erstellt: 22. Feb 2026, 16:26
In Ländern in denen es da etwas gerechter zugeht, wie die skandinavischen Länder sind die Leute durchaus etwas zufriedener.
Keine Ahnung warum es der gemeine deutsche nicht schafft mal ein bisschen breiter zu denken.
snickers
Stammgast
#2186 erstellt: 22. Feb 2026, 17:01

Beaufighter (Beitrag #2185) schrieb:
In Ländern in denen es da etwas gerechter zugeht, wie die skandinavischen Länder sind die Leute durchaus etwas zufriedener..


https://de.wikipedia...rm%C3%B6gen_pro_Kopf mit einem Vielfachen meines privaten Geldvermögens wäre ich vielleicht auch etwas zufriedener bitte noch berücksichtigen, dass das Geldvermögen in DE sehr ungleich verteilt ist: wenige sehr wohlhabende, viele (viel zu viele) de facto Habenichtse. Wie schon meine selige Großmutter zu sagen pflegte: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt.
snickers
Stammgast
#2187 erstellt: 22. Feb 2026, 17:17

sohndesmars (Beitrag #2177) schrieb:
Wenn uns nun erzählt wird, wir sind zu teuer und erwirtschaften nicht genug Profit, dann muss man nicht lange raten, was damit bezweckt werden soll.


Aus Sicht des Investors ist ein derartiger Satz eine Bankrotterklärung. Keine konkurrenzfähigen Waren oder Dienstleistungen, Strukturen über Jahre verlottern lassen.
snickers
Stammgast
#2188 erstellt: 22. Feb 2026, 17:20

raindancer (Beitrag #2184) schrieb:
Es tut mir aufrichtig leid, daß du deinen Pool nicht beheizen kannst.


Wieso Pool heizen? Kannst Du Dir etwa kein Haus an einer tropischen Küste leisten???
jandus
Stammgast
#2189 erstellt: 22. Feb 2026, 17:25

Es sind keine Gegenstände, die mein Leben bereichern, sondern vor allem Beziehungen zu Menschen.

https://www.focus.de...ben_id_12527784.html

Wahrscheinlich sind hier manche unterwegs die huldigen Gegenstände und sind sozial einsam...?

Ob es in skandinavischen Ländern auch Hifi-Foren gibt? Oder sind sie deshalb glücklicher weil es dort keine gibt?
flexiJazzfan
Inventar
#2190 erstellt: 22. Feb 2026, 17:26
Ihr Leute, ich war mit meiner Argumentation etwas in der Vergangenheit. Dort hatte im antiken Rom die Oberschicht eben beheizbarePools mit Mosaiken, Sitzgelegenheiten und Tischen. Wie es da zuging ? Eben wie bei Epsteins! Nur die Flötentöne waren live.

Gruß
Rainer
sohndesmars
Inventar
#2191 erstellt: 22. Feb 2026, 17:42
Wie heißt es so treffend? "Der Vergleich ist der beste Weg, unzufrieden zu sein."

Aber zurück zum Niedergang der europäischen Produktion:

Während wir hier im ach so schönen Westen den Untergang (auch des HIFI-Handels für die Massen) unseres Abendlandes beweinen, wird im fernen Osten das an sich unmögliche realisiert: Wohlstand für die Massen in einer Volksrepublik. Und von uns finanziert. Hurra, mehr Entwicklungshilfe geht nicht.

So, nochmal: was machen wir falsch? Noch nie war mehr verfügbares Kapital auf den Konten der deutschen Bundesbürger. Und noch nie war die Konsumstimmung derart schlecht wie aktuell. Ich gehe bald in Rente, die jüngeren hier können sich ja mal konstruktivere Gedanken machen, es geht um eure Zukunft.
Yamahaphilist
Stammgast
#2192 erstellt: 22. Feb 2026, 18:03
Na, Ja, die alt bewährte Antwort eben, insbesondere in einer Phase schwacher Konjunktur erfordert das ein Zusammenspiel aus wirtschaftlicher Stabilität, politischem Vertrauen und realen Kaufkraftsteigerungen. Wie immer gilt: Ohne Moos nix los. Die Geldbörse öffnet sich erst, wenn man sicher ist, dass sie sich auch wieder füllt.
snickers
Stammgast
#2193 erstellt: 22. Feb 2026, 18:27

sohndesmars (Beitrag #2191) schrieb:

So, nochmal: was machen wir falsch? Noch nie war mehr verfügbares Kapital auf den Konten der deutschen Bundesbürger. Und noch nie war die Konsumstimmung derart schlecht wie aktuell. Ich gehe bald in Rente, die jüngeren hier können sich ja mal konstruktivere Gedanken machen, es geht um eure Zukunft.


Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Ja, es liegt eine unglaubliche Menge Geld zu schlechtesten Konditionen - oftmals unter der Inflationsrate - auf den Konten. Hauptsache sicher, egal ob realer Kaufkraftverlust eintritt.

Die Konsumstimmung ist schlecht, weil es für einen erschreckend großen Teil der Bevölkerung in DE zunehmend schwieriger wird, den Lebensstandard zu halten. Es herrscht bei jüngren Menschen Verunsicherung und Zukunftsangst, Optimusmus wird eher als eine milde Form von Irrsinn gedeutet. Was bleibt uns alten Säcken zu tun? Persönlich versuche ich die "ich habe es bald hinter mir und bin in Rente" Phrase nicht auszusprechen. Rede mit den jungen Menschen und nimm (auch wenn es oft verdammt schwer fällt) ihre Sorgen und Wünsche ernst. Gib keine ungefragten Ratschläge, warte bis Du gefragt wirst. Hat zumindest damals bei mir als junger Bub funktioniert, YMMV,
Maximalfrequentiertah
Stammgast
#2194 erstellt: 22. Feb 2026, 22:47
Ich habe letztens eine dCS Lina Clock verkauft, auch so ein besonderes Stück Hardware...

Der Käufer hatte natürlich den DAC, einige Viva Verstärker und Hornlautsprecher, Gesamtwert der Anlage nördlich von 200.000€.

Einem Käufer des Hifiman Susvara Unveiled habe ich den Zähl HM1 Verstärker ans Herz gelegt, die Antwort war: den habe ich schon.

😃 Also gibt schon noch genügend solche...
rat666
Inventar
#2195 erstellt: 22. Feb 2026, 22:54
Da muss aber echt wenig technisches Verständnis auf viele frei finanzielle Mittel treffen.
Zaianagl
Inventar
#2196 erstellt: 22. Feb 2026, 23:12
Davon lebt(e) HighEnd...
Yamahaphilist
Stammgast
#2197 erstellt: 23. Feb 2026, 00:00
Halt wie Audio-Schmuck, für sie die Brillis, für ihn die Super Clock. Vielleicht eine Mischung aus Audiophilie und Status Symbol. Immerhin wird das Geld wieder dem Wirtschafts Kreislauf anheim gegeben, dient also irgendwie allen.
Werner_B.
Inventar
#2198 erstellt: 23. Feb 2026, 00:47

snickers (Beitrag #2186) schrieb:

Beaufighter (Beitrag #2185) schrieb:
In Ländern in denen es da etwas gerechter zugeht, wie die skandinavischen Länder sind die Leute durchaus etwas zufriedener..


https://de.wikipedia...rm%C3%B6gen_pro_Kopf ...

Tja, manche Vorurteile halten einer Nachprüfung nicht stand ... Gini-Koeffizient (höher = grössere Ungleichheit, Skala 0 bis 1 bzw. 0% bis 100%) gemäss diesem Wikipedia-Eintrag für 2021 für Schweden 88.1, für Deutschland 78.8, also Schweden mit deutlich ungleicherer Verteilung als Deutschland ... Norwegen liegt ebenfalls ein klein wenig höher, Dänemark etwas unter Deutschland, und Island noch sehr deutlich niedriger. Also kein Grund zum traurig sein ... Wir in Deutschland sind da eher MIttelmass wie heutzutage so oft in (zu) vielen Bereichen.

Was die absoluten Beträge angeht: klar, wenn wie in Deutschland üblich mangels Finanzwissen das Geld auf dem Spar- oder gar Girokonto verschimmelt (wie das sogar mal einer unserer Finanzminister - und späterer Bundeskanzler - in einem Sturm der Unwissenheit propagiert hatte), wird das natürlich nichts mit dem Vermögen.

Gruss, Werner B.
snickers
Stammgast
#2199 erstellt: 23. Feb 2026, 02:52

Werner_B. (Beitrag #2198) schrieb:
Gini-Koeffizient


In die Diskussion um den Gini-Koeffizienten wollte ich hier nicht einsteigen, das sprengt meiner bescheidenen Ansicht nach den Rahmen dieses Laberthreads.


Werner_B. (Beitrag #2198) schrieb:
Wir in Deutschland sind da eher MIttelmass wie heutzutage so oft in (zu) vielen Bereichen.


Über die Zahlen, die Qualität der Erhebung und Wechselkursschwankungen lässt sich trefflich streiten. Jedoch aus eigener Erfahrung im erweiterten Bekanntenkreis darf ich berichten, dass die Allermeisten entsetzt bemerkten, dass sie mit ihrem Vermögen deutlich unterhalb des Medians liegen.

Mittelmaß ist nichts schlimmes. Ganz im Gegenteil, ein wenig Bescheidenheit ist nichts schlechtes.
Beaufighter
Inventar
#2200 erstellt: 23. Feb 2026, 03:41
Man nimmt sein Geld vom Sparbuch, investiert es in Aktien und kauft sich von der Firma ein mieses Produkt um im Alter die Gewinne der eigenen Verarschung mitzunehmen.
Na dass ist ja ein Modell das auf einen Zufriedenen Menschen abzielt.
8erberg
Inventar
#2201 erstellt: 23. Feb 2026, 09:13
Hallo,

wenn man sich die Geschäftsmodelle der profitabelszen Aktiengesellschaften der Welt schaut: stimmt

Peter
Yamahaphilist
Stammgast
#2202 erstellt: 23. Feb 2026, 11:07
Die HiFi Hersteller sind ja meist Teil von irgendwelchen Gemischtwarenläden oder in Händen von Investoren, sofern nicht noch die Gründer mitmischen. Bedeutet, dass trotz allem Abgesang der eine oder andere Investor der Meinung ist, dass da profitmäßig noch was geht. Ein exklusives Nischendasein muss also nicht grundsätzlich schlecht sein. Problematisch wird es eben, wenn die kostenträchtige Rahmenhandlung allmählich den Hals zuschnürt.
8erberg
Inventar
#2203 erstellt: 23. Feb 2026, 11:24
Hallo,

schaut man sich die "Gemischtwarenläden" genauer an scheinen die ehedem leuchtenden "Marken" eher was für den Ruf zu sein.

Bei Rolls Royce schraubt man sich dafür vorne die Spirit of Ecstasy (Emily) auf den Kühler..., obwohl die Karosse in Dingolfing gefertigt wird.

Ob Voxx Holding (Heco, Magnat) oder Harman ("Sound United" mit Marantz, Denon, AKG usw) sind die Namen fast beliebig geworden, kommen die Produkte doch alle von den gleichen Fließbändern in Asien.

Peter
ardina
Inventar
#2204 erstellt: 23. Feb 2026, 12:30
Und dann gibt es immer noch Kunden die Wert legen auf bestimmte Herstellernamen und vergleichen die Produkte dann mit denen aus der Zeit, als hinter den Namen noch richtige Elektronik Konzerne standen. Das trifft leider nur noch auf sehr wenige Unternehmen zu, z.B. Yamaha, Accuphase, Panasonic/Technics, aber sonst sind die Namen nur noch Schall und Rauch.

Werner_B.
Inventar
#2205 erstellt: 24. Feb 2026, 01:42

Beaufighter (Beitrag #2200) schrieb:
Man nimmt sein Geld vom Sparbuch, investiert es in Aktien und kauft sich von der Firma ein mieses Produkt um im Alter die Gewinne der eigenen Verarschung mitzunehmen.
Na dass ist ja ein Modell das auf einen Zufriedenen Menschen abzielt.

Mit einem derart engen Welthorizont und militant pejorativen Weltbild hilft auch nicht der wehmütige Blick nach Skandinavien, um glücklicher zu werden. Sonst müsstest Du ja die schwedische Aktienrente und den norwegischen Staatsfonds ebenfalls als Teil glücklichen Lebens betrachten wollen.

Die bessere Alternative für Dich dürfte wohl der Umzug in ein buddhistisches Kloster sein ...


Beaufighter (Beitrag #2185) schrieb:
In Ländern in denen es da etwas gerechter zugeht, wie die skandinavischen Länder sind die Leute durchaus etwas zufriedener.
Keine Ahnung warum es der gemeine deutsche nicht schafft mal ein bisschen breiter zu denken.

Ersteres hatten wir ja bereits widerlegt. Zweiteres und insbesondere drittes: Dann gehe zuerst mal in Dich ... am besten eben in einem buddhistischen Kloster ...

Gruss, Werner B.


[Beitrag von Werner_B. am 24. Feb 2026, 01:47 bearbeitet]
sohndesmars
Inventar
#2206 erstellt: 24. Feb 2026, 08:34
Kapitalismus und auch die vermeintlich mildere Variante soziale Marktwirtschaft verlangt nun mal Eigeninitiative. Es wäre hilfreich gewesen, wäre Finanz- und Sozialwirtschaft, dazu vielleicht auch ein wenig Volkswirtschaft, Bestandteil der schulischen Ausbildung. Dann hätte sich vielleicht nicht die Mehrheit der Bürger mit den trügerischen Geschichten der "die Renten sind sicher" blenden lassen. Wir Boomer hatte von Anfang an schlechte Karten, die Schulklassen völlig überfüllt, die Eltern hatten meist andere Sorgen (Nachkriegszeit), die Lehrer entweder links- oder rechtslastig (Sozialisten, Altnazis).
Nach der Schule konkurierten wir bei der Suche nach Ausbildungsplätzen mit vielen Mitbewerbern. Und wenn wir dann endlich in die Selbstständigkeit gehen wollten, stellten wir fest, dass viele der lukrativen Erwerbsquellen schon von den Jungen aus der Kriegsgeneration besetzt waren. Trotzdem konnten wir darauf hoffen aufzusteigen und Immobilien zu erwerbern, auch ohne Erbe. Wer da nicht begriffen hat, dass alle Ressourcen endlich sind und nicht irgendwie privat vorgesorgt hatte, der schaut jetzt bezüglich Rente belämmert auf sein laues Konto.

Es ist halt so, für zukünftig zehn Millionen Rentner der Boomergeneration kann die soziale Marktwirtschaft nicht mehr vollumfänglich aufkommen.
Das hatte ich übrigens schon 1980 im Sozialkundeunterricht am Gymnasium von meinem konservativen Lehrer zu hören bekommen. Man hätte es also wissen können. Mein privates Problem war, dass ich finanzielle Risiken im Unternehmerischen eingegangen bin, als das Pferd, dass ich ritt, schon erkennbar am sterben war. Zwar bin ich rechtzeitig abgestiegen, aber ein großer Teil meiner Alterssicherheit hatte ich doch zuvor in das Überleben des Pferdes gesteckt. War halt eine weniger geschickte Vorgehensweise.
Und? Ist die Gesellschaft daran schuld? Wieviele Existenzen wurden durch ganz andere Krisen und Wandlungen vernichtet? Allein schon durch den Fall der Mauer. Billiglohnland DDR, in dem zu geringen Kosten enorm viele Konsumgüter mit billiger Energie produziert wurden, ist abgebrannt. Die "wir sind das Volk"-Bürger dachten, ihnen fliegen zukünftig die gebratenen Wachteln in den Mund. Auch so eine Illusion, die bei näherer Betrachtung absolut unrealistisch war.

Was ich aktuell nun seit 20 Jahren beobachte: die Initiativen bezüglich Selbstständigkeit und wirtschaftlich realistische Selbstverwirklichung gehen zum großen Teil von Nicht-nativ-Deutschen aus. Der gemeine Deutsche sucht Work-Life-Balance, will oft nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten. Und bloß nicht die Finger schmutzig machen. Als Ausbilder suchte ich schon vor 20 Jahren vergeblich Nachwuchs fürs Handwerk. "wir werden ja nur als billige Arbeitskräfte ausgenutzt, nee, ohne mich!" Es ist ja so unerträglich, dass man nicht gleich als Geschäftsführer einsteigen kann ins Berufsleben, einfach grausam, gell? Und dann soll man auch noch für die Renten derer aufkommen, die schon alle Ressourcen verbraucht haben. Das bekomme ich von Jugendlichen zu hören, die oft im Wohlstand ohne existenzielle Bedrohungen aufgewachsen sind.
Und nun kommen noch paar ganz abgebrühte mit der Forderung, diese Jugendlichen sollen dieses Land verteidigen, die Wehrpflicht soll wieder kommen. "Nee, ohne uns. Macht euren ScheiX allein!"

Da stehen wir jetzt. Wir wollten die Ellenbogengesellschaft, wir haben die Ellenbogengesellschaft. Und wenns einem alles über den Kopf wächst, taucht man ab nach TikTok und Co. Ist so viel einfacher.

Was heißt das für mich Boomer? Es gibt viel zu tun, packen wirs an und hoffen, dass wir lang genug Kraft haben, für uns selbst zu sorgen. Es wird kein Anderer da sein.


[Beitrag von sohndesmars am 24. Feb 2026, 08:34 bearbeitet]
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