Quadral Titan Mk3: Tuning, Umbau, Aktivierung, Tipps?

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+100_Gummipunkte
Neuling
#1 erstellt: 12. Mrz 2020, 03:05
Guten Tag liebes Forum,

da ich das Thema „Lautsprecherkauf“ ein für alle mal bei Seite legen möchte habe ich mich entschieden meinen Quadral Titan Mk3 (Baujahr 1986, bis auf Sicken noch komplett Original) klanglich so weit wie mir möglich zu optimieren. Da ich in ET und Akustik nur Grundkenntnisse besitze, bitte ich von Erfahrenen um Rat, Tipps, Hilfen oder Verbesserungsvorschläge für mein Vorhaben. Zum einen würde mich interessieren, ob mein bisheriger Plan theoretisch und praktisch umsetzbar ist, ohne irgendwelche Kritischen Zustände der Elektronik hervorzurufen

Nach langer Recherche sieht meine bisherige Idee vor, die passiven Weichen (Verlust durch Bauteile, Alterung, seeehr Energieinneffizient und Neubau ist seeehr Teuer) auszubauen und vollständig durch eine Digitalweiche (Quasi Perfekte Frequenzgänge, Indiv. einstellbar, Möglichkeit Chassis Verhalten mit einzuberechnen), direkt zwischen Quelle und Endstufen, zu ersetzen. -> ähnlich der von Quadral damals angebotenen Aktivierung, nur Zeitgemäßer

Zu den Titanen:

Jedes Chassis wird mit einer eigenen Endstufe Außerhalb des LS betrieben, welche die richtigen Frequenzen von der Vorstufe erhalten. Nach Entfernung der Weiche wollte ich neue Anschlusspanel mit je 3 Paaren an Polklemmen anfertigen und einfügen. Anschließend die Kabel der Chassis an Litzen zum Panel hin überbrücken/Verlöten.

Meine Fragen:

+ Eine meiner Überlegungen: Ich ziehe einfach neue, ungetrennte Kupferkabel von den Chassis, durch die „Weichenkammer“, über das Panel ohne Polklemmen und lasse sie einfach 2-3 Meter hinten hinausragen und verbinde diese direkt mit den Polklemmen der jeweiligen Endstufe. Der Strom muss dann nicht mehr die Lötstellen, Litzen usw. passieren, was meinem Kenntnisstand nach (zumindest in ganz geringem Maß?) die Verluste minimiert. Ist das korrekt?, oder nur Geldverschwendung? OFC-Kupfer ist billig und falls die Kabel nerven kann ich immer noch zügig ein ordentliches Panel kreieren.

+ Um die Titanen von den technischen Vorzügen der Weiche auch Vorteile zu verschaffen benötige ich so einige Technische Daten über die verbauten Chassis. Das müssten einiges mehr als nur TSP Einträge seien oder? Ich habe natürlich mitbekommen, das Herstellerangaben und Messungen oft aus einander liegen. Impedanz für die Endstufenwahl ist auch ausschlaggebend. Für die Optimalsten Frequenzangaben sollte ich meine Chassis selber vermessen? oder reicht es die Angaben des Herstellers (zu mindest fürs erste) bezüglich Eigenschaften in die Weiche zu übernehmen?

+ Kriege ich ganz genaue technische Unterlagen zu den Titanen wenn ich bei Quadral anrufe und frage, oder ist das nach 34 Jahren immer noch geheim? Falls jmd hier im Forum im Besitz über solche sein sollte, wäre diese Person bitte bitte so nett mir diese zukommen zu lassen? Konnte abgesehen von n paar Tabellenangaben über das Bändchen nichts wirklich Ausführliches finden.

+ Ich bin da über eine sehr interessante Sache gestolpert… Bändchen Tuning… Weiß jmd aus eigener Erfahrung das die hier angewandte Methode funktioniert? Link: http://www.top-audio...ing/th800-tuning.htm

Zum Rest des Systems:

Die Weiche sollte idealerweise in einer Vorstufe (mit D/A-Wandlern!) integriert und über Datenkabel (Bsp. USB) vom Computer, gleichzeitig auch Quelle (Original flac.), aus Programmierbar sein. Da ich eindeutig nicht in der Lage bin eine Weiche nach Ideal selber zu konstruieren, würde ich auf Vorgefertigte 6-Kanal DSPs bzw. ganze Vorstufen (Bsp. LUCIUS 6K–V–2U–MKII von Sitronik) zurück greifen.

PC -> Weiche -> Endstufen -> Titanen

Meine Fragen:

+ Das eben genannte Beispiel erschien mir auf den ersten Blick sogar als äußerst brauchbar für meine Planung, und da ich keine wirklich vergleichbare Gerätschaft finden konnte, orientiere ich meine Gedankengänge für die Weiche an dieser Vorstufe. Sofern ihr mir weitere Vorstufen-Weichen-Mischung mit 6 getrennten, programmierbaren Kanälen in ähnlichem Preissegment empfehlen könnt würde ich mich freuen. Sind für die Weiche eine integrierte Laufzeitkorrektur (Ähnlich Dirac?) mit Infos aus einem Mikrofon im Raum sehr Nützlich?

+ Da die benötigen Verstärker einen enormen Kostenfaktor darstellen werde ich diese nach und nach über die Jahr(zehnte) an meine Vorstellungen anpassen. Kann ich übergangsweise auch zB. Eine Stereoendstufe (Doppelmonoaufbau) statt L/R auch als Mittel- u. Hochtonverstärker, an einem LS „missbrauchen“?

+ Also, des Bändchen wird mit einer Impedanz von 6Ω angegeben… Wenn ich nun einen Verstärker mit der Angabe 4…8Ω habe, dann kann er auch an 6Ωhmigen Chassis verwendet werden, oder? Gilt die Angabe für den Bereich von 4Ω bis 8Ω, oder für 4Ω und 8Ω?

+ Gibt es vllt eine noch elegantere Lösung? Zum Beispiel den Computer selbst als Weiche zu verwenden? (Habe auch hier leider so gut wie nix gefunden, außer DIY kram)

Bis zum eigentlichen Umbau wird auf Grund von Renovierungsarbeiten noch ein wenig Zeit verstreichen, daher ist zum Glück keine Eile von Nöten. Ohje, das ist ein Roman geworden

Ich bedanke mich schon mal für sämtliche Antworten im Vorraus
Reference_100_Mk_II
Inventar
#2 erstellt: 12. Mrz 2020, 11:00
Reckhorn DSP-6

Nicht enthalten ist aber das 1-jährige Lernpaket "Lautsprecher entwickeln".
Das musst du dir selber aneignen.

Kapitel:
- Basics Chassis
- Basics Gehäuse
- Basics FQW
- Abstimmung
- Messtechnik (ein sehr großes Kapitel)
Apalone
Inventar
#3 erstellt: 18. Mrz 2020, 11:09

+100_Gummipunkte (Beitrag #1) schrieb:
......Da die benötigen Verstärker einen enormen Kostenfaktor darstellen....

Also, des Bändchen wird mit einer Impedanz von 6Ω angegeben… Wenn ich nun einen Verstärker mit der Angabe 4…8Ω habe, dann kann er auch an 6Ωhmigen Chassis verwendet werden, oder? Gilt die Angabe für den Bereich von 4Ω bis 8Ω, oder für 4Ω und 8Ω?....


Ggf. benötigst du für den TT etwas leistungstärkeres, für MT und HT reichen die lüfterlosen kleinen "Thomänner" drei mal aus

https://www.thomann.de/de/tamp_s150.htm

Für MT/HT ggf. sogar die kleineren. Aber bei den aufgerufenen Preisen würde ich iSd Flexibilät sowieso immer die 150er nehmen.
Notfalls besorgst du halt vier davon und nimmst je eine im Brückenbetrieb f die TTer.

zusammen mit dem genannten DSP kostet die Aktivlösung im Einstieg wahrscheinlich kaum mehr als eine Passivweiche mit "High-End"-Bauteilen.
Und man ist x-fach flexibler.

Aber:
wie bereits genannt musst du ein paar Basics als Minimum drauf haben, sonst wird das eher nicht klappen. Trennfrequenzen und erforderliche Flankensteilheit ist Minimum!
Das bei der Elektronik gesparte Geld ist sehr sinnvoll ist ein Messsystem gesteckt! Eine Überprüfung der im DSP vorgenommenen EInstellungen nur akustisch mit Hören ist sehr mühselig und fehlergeneigt. Empfehlenswert ist das nicht.

Hinweise:
Bereits 4 KHZ Trennfrequenz für den HT sind grenzwertig und eher zu wenig. 5 - 6 KHZ je nach verwendeter Flankensteilheit.

MT:
unter 300 Hz würde ich nicht gehen.

Hast du denn bei Quadral bereits angefragt?
+100_Gummipunkte
Neuling
#4 erstellt: 24. Mrz 2020, 18:57
@Apalone

Habe vor ein paar Monaten Quadral eine E-Mail geschickt die bis heute leider unbeantwortet blieb. Werde demnächst mal dort Anrufen.

Denke auch, dass ich um das Messen nicht rumkommen werde und lese mich zur Zeit ein bisschen ein.
Welche Mikrofone stellen denn repräsentative Ergebnisse dar? Habe gelesen das vor allem im Bassbereich viele Messungen nicht aussägekräftig sind.

Kann ich alle Chassis mit ein und dem selben Mikro messen oder brauche ich zB. für das Bändchen was spezielles?

Die Chassis ein- oder ausgebaut vermessen? TML-Öffnung auch?

Kannst du (oder wer anders) mir ein paar Mikrofone empfehlen? (nichts zu krass teures)
Uwe_1965
Inventar
#5 erstellt: 26. Mrz 2020, 13:31
Hallo +100 Gummipunkte,

ich habe gerade vor eine Vulkan mk2 zu aktivieren, bzw. bin fast fertig. Dazu gibt es auch einen Thread. Wie oben schon erwähnt kommst Du um das messen nicht herum, da ist auch ein wenig darüber geschrieben.

Vom Aufbau gibt es auch eine Skizze Prinzip Quelle - Vorverstärker - 2 x miniDSP (L+R) 3 Endstufen* -- Lautsprecher

*Endstufen, hatte ich anfangs 2 Sansui B-2102 und eine B-1000 für den MT, und derzeit bin ich dran 3 Carver PM-1200 wieder fit zu machen.

Zu den Trennfrequenzen Titan/Vulkan hatte ich mir mal folgendes aus verschiedenen Quellen herausgefischt, Angaben ohne Gewähr

MK1 400/4000 (HT TH400)
MK2 400/4000 (HT TH400)
MK3 220/3800 (HT TH800)
MK4 180/3800 (HT unbekannt)
MK5 200/2000 (HT Ricon)

Wenn jemand noch genauere Angaben hat, weil ob die alle stimmen Hifi Wiki, Prospekte von Quadral etc weiß ich nicht. Meine habe ich bei 330 /4400Hz eingestellt und die laufen bisher problemlos. Muss aber auch noch Final messen mit den dann neuen Endstufen.

Was ich jetzt nicht ganz verstehe ist dieses:


Jedes Chassis wird mit einer eigenen Endstufe Außerhalb des LS betrieben, welche die richtigen Frequenzen von der Vorstufe erhalten. Nach Entfernung der Weiche wollte ich neue Anschlusspanel mit je 3 Paaren an Polklemmen anfertigen und einfügen. Anschließend die Kabel der Chassis an Litzen zum Panel hin überbrücken/Verlöten.


Die TitanMK3 hat doch schon das fertige Panell, oder ?

Gruß Uwe


[Beitrag von Uwe_1965 am 26. Mrz 2020, 13:33 bearbeitet]
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