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Preisentwicklung bei KH

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hs65
Stammgast
#1 erstellt: 15. Apr 2017, 11:14
Mir fällt in der letzten Zeit besonders auf, dass die Preise für bestimmte KH inzwischen Werte erreichen, die aus meiner Sicht völlig überzogen sind. Noch vor etwa einen Jahrzehnt lagen die sogenannten Spitzenmodelle so bei, sagen wir mal, 300 EUR. Inzwischen gibt es KH für 1.800 EUR und sogar noch mehr.

Das interessante ist, dass die ehemals gehandelten Spitzenmodelle teilweise günstiger werden. Bei dem einen oder anderen Modell könnte man sogar auf die Idee kommen - Achtung: reine Spekulation - , dass diese nun "absichtlich" in der Qualität angepasst werden um die die hochpreisigen Modelle als notwendig in dem Markt zu bringen.

Die normale Evolution müsste eigentlich "optimierte" Versionen zu gleichen Preisen hervorbringen. Stattdessen werden Produkte mit dubiosen Features zu völlig überzogenen Preisen in den Markt gebracht und es gibt offensichtlich auch Leute, die bereit sind soviel Geld auszugeben.

Wieviel Hype steckt dahinter und lohnt es sich wirklich so viel Geld für ein eigentlich "einfaches" und ausgereiftes Produkt auszugeben?
AG1M
Inventar
#2 erstellt: 15. Apr 2017, 11:33
So ein Thema gab es hier schon vor einiger Zeit, finde es nur gerade nicht wieder.

Generell sind Mondpreise in jedem Segment zu finden, muss jeder für sich vereinbaren was man zahlen will und kann. Teurer ist nie automtisch gleich besser, wenn ein Hörer Tonal einem zusagt und alle andere noch passt (Komfort, Haptik, usw.) dann spielt es doch keine Rolle ob der Hörer am Ende z.B. "nur" 200 Euro gekostet hat. Wenn man sich die teuren 2000+ Hörer alle einmal angehört hat dann wird man schnell ernüchtert einsehen das da keine Welten liegen und ob diese kleine Steigerung einem so viel Wert ist, wird dann die spannende Frage.
ZeeeM
Inventar
#3 erstellt: 15. Apr 2017, 13:27
Wenn man die Hersteller fragt ist das mit dem immensen Entwicklungsaufwand begründet und die Teile werden nahezu zum Selbstkostenpreis abgegeben.
hs65
Stammgast
#4 erstellt: 15. Apr 2017, 13:36
Ein Hersteller, der intensive Forschung und Weiterentwicklung betreibt, soll auch gerne etwas mehr nehmen. Aber ich spreche hier nicht von etwas mehr, sondern teilweise von 10mal so viel und das es diese Preisschere in dem Ausmaß bislang nicht gegeben hat. Es gibt Hersteller, die eine ganze Menge in die Produktentwicklung investieren und nicht solch überhöhten Preise verlangen. Es tauchen auch Hersteller auf, die bislang eher unbekannt waren und sehr teure Produkte platzieren. Das Rad muss hier nicht neu erfunden werden. Optimierungen können doch nicht so viel an der Produktionskette ändern und BT-Module, die läßt man sich ebenfalls fürstlich entlohnen, kosten auch keine 100 EUR im Einkauf.
Boxenschieber
Stammgast
#5 erstellt: 15. Apr 2017, 13:53
Hi,

Als 1990 mein Sohn geboren wurde, hieß es natürlich leiser Musik hören.

Also hab ich mich nach nen guten KH umgeschaut.

Es wurde dann der K1000 von AKG. Für 1300 DM.

Der war so deutlich besser als alles in der Klasse bis 600 dm.

Leider hab ich ihn wieder verkauft, als ich wieder lauter hören konnte.

Könnte mich noch heute in den Hintern beissen.

Franz
Jens1066
Inventar
#6 erstellt: 15. Apr 2017, 14:11
Das sind (leider) Entwicklungen, die insbesondere im Hobbybereich zu finden sind. Da werden Preise aufgerufen und bereitwillig bezahlt, die ICH auch nicht nachvollziehen kann.

Da werden Geräte gehypt, die zwar nicht mal im Ansatz den aufgerufenen Preis rechtfertigen, aber steter Tropfen höhlt den Stein und hinterher glaubt man schon fast selbst, dass man das braucht. Oftmals geht es auch nur darum zu zeigen, "ICH kann mir das leisten und Du nicht", also Prestige........

Handelt sich jetzt zwar nicht um einen Kopfhörer, sondern um einen Neztwerkplayer/Streamer, aber was wärt Ihr bereit für sowas zahlen????

Netzwerkplayer

Straßenpreis über 2000 €
Schlappen.
Inventar
#7 erstellt: 15. Apr 2017, 14:17
So lange es dumme und/oder solvente Menschen gibt, die solche Preise bezahlen, haben die Hersteller/Händler doch alles richtig gemacht.
Also sucht die Verantwortlichkeit für Mondpreise bei den (dummen) Kunden, und nicht bei den Herstellern.


[Beitrag von Schlappen. am 15. Apr 2017, 14:19 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#8 erstellt: 15. Apr 2017, 15:37

Jens1066 (Beitrag #6) schrieb:

Da werden Geräte gehypt, die zwar nicht mal im Ansatz den aufgerufenen Preis rechtfertigen, aber steter Tropfen höhlt den Stein


Lesenswert: http://pelmazosblog.blogspot.de/2013_01_01_archive.html
ZeeeM
Inventar
#9 erstellt: 15. Apr 2017, 15:46

Jens1066 (Beitrag #6) schrieb:

Handelt sich jetzt zwar nicht um einen Kopfhörer, sondern um einen Neztwerkplayer/Streamer, aber was wärt Ihr bereit für sowas zahlen????


Etwa 0 Euro. Wenn Geld, dann auch etwas mehr Materialschlacht, auch wenn die wenig Sinn machen würde.
Jens1066
Inventar
#10 erstellt: 15. Apr 2017, 17:00
Im Prinzip beschreibt Pelmazo genau das, was ich mit "steter Tropfen höhlt den Stein" zusammengefasst habe.
Einige der beschriebenen Werbemechanismen waren mir so detailliert nicht bewusst klar, aber unterbewusst wusste ich das schon. Allerdings bin ich ehrlich gesagt trotzdem nicht dagegen gefeit, mal darauf reinzufallen.

Es geht aber auch anders..........
Beispiel AKG Kopfhörer. Da gibt es inzwischen so viele Modelle, die technisch praktisch annähernd gleich sind und nur durch kleine technische und optische Modifikationen unterschiedlich erscheinen und auch klingen.

So kann man auch erreichen, dass das teurere Modell gekauft wird, ohne dass die tatsächlichen Produktionskosten dafür wirklich höher sind.
Wenn ich den AKG K701 dem K712 Pro (rein preislich) gegenüberstelle, ergibt sich folgendes.....
Straßenpreis: K701 ca. 140€, K712 ca. 250€.
Unterschiede, die die Herstellungskosten beeinflussen: K712 hat Gelpolster, ein wechselbares Kabel und ein zweites Wendelkabel im Lieferumfang.
robodoc
Inventar
#11 erstellt: 15. Apr 2017, 17:05

ZeeeM (Beitrag #8) schrieb:

Lesenswert: http://pelmazosblog.blogspot.de/2013_01_01_archive.html


Pelmazo hat sicherlich recht, das Ankerpreis Beispiel Kabel ist schon beeindruckend plakativ.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass der High End Audio Bereich nun mal nicht gerade geprägt ist durch riesige Stückzahlen. Wenn ich einen Kopfhörer entwickle, der vielleicht in Stückzahlen von einigen hundert pro Jahr verkauft werden kann, dann geht das einfach nicht auf bei einem VK von 100 Euro. Da ich ja selbst Kopfhörerentwicklung betreibe (auch wenn diese als Forscchungsprojekt nicht kommerziell sein muss) kann ich ganz gut abschätzen, wie aufwendig das am Ende des Tages ist.

Die Alternative für den Kunden ist, sich dann eben einen Hörer zu kaufen, der in großen Stückzahlen zu attraktiveren Preisen gebaut und angeboten werden kann. Wenn es aber nur diese Hörer gäbe, wäre der Markt ziemlich langweilig. Es gäbe keine Magnetostaten, keine Elektrostaten, nur Plastik statt edlerer Materialien, Kunststoffkabel, kaum Design- und Abstimmungsaufwand.

Der Verzicht auf Technologie, Komfort und Lifestyle muss dabei klanglich nicht mal ein großer Abstieg sein. Auch aus Großserienfertigung kommt heutzutage schon der ein oder andere Referenzhörer.

Aber ich seh das so: Man kommt auch mit einem Dacia von München nach Berlin. Mit dem Lambo macht das jedoch einfach mehr Spaß.
ZeeeM
Inventar
#12 erstellt: 15. Apr 2017, 17:30
Die lieben Autovergleiche Dann noch Komfort und Lifestyle und der Preis ist dem potentiellen Käufer argumentiert. Dazu noch etwas Quantenmechanik einflechten.
Damit kann man so ziemlich Alles rechtfertigen.
Jens1066
Inventar
#13 erstellt: 15. Apr 2017, 17:38

Da ich ja selbst Kopfhörerentwicklung betreibe (auch wenn diese als Forscchungsprojekt nicht kommerziell sein muss) kann ich ganz gut abschätzen, wie aufwendig das am Ende des Tages ist.

Das glaube ich Dir gerne und trifft für Dich ganz sicher zu. Man muss aber sehen, dass im kommerziellen Bereich ja nur mit den eigenen Produkten entwickelt/abgestimmt wird und da auch nicht in jedem Jahr 10 neue Produkte auf den Markt kommen. Außerdem sind die Entwickler jeden Tag 8 Stunden und 5 Tage die Woche damit beschäftigt. Bei Kleinherstellern mag das anders aussehen, aber so viele gibt es davon ja nicht, die hier relevant wären.

Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Hersteller evtl. mehr Möglichkeiten hat, was Simulation und dergleichen anbelangt.
musicreo
Stammgast
#14 erstellt: 15. Apr 2017, 18:44
AKG k 701, HD 600 und DT 880. Vor 10 Jahren waren das die drei besten KHs auf dem Markt, die in großer Stückzahl verkauft wurden. Alle lagen so um die 150-250€.

Jetzt wurden diese ehmaligen Refrenz Khs durch neue Referenzhörer wie HD 800, T1, 812 etc. abgelöst und der Preibereich liegt bei 700 -1000€
hs65
Stammgast
#15 erstellt: 16. Apr 2017, 10:16
musicreo hat meine Gedanken nochmals mit konkreten Zahlen hinterlegt.

@robodoc: Auch ich mag Materialien, Verarbeitung und Optik. Kleinserien können, wie ich bereits geschrieben habe, gerne etwas mehr verlangen und vernünftige Materialien kosten. Das geht nicht anders. Aber eine Groß-Serie aus bekanntem Haus zu Preisen weit über 1000 EUR sind m.E. nur Hype-Macherei. Wenn die Preise auf Produktion und Material zurückzuführen wären, dann müssten KH von z.B. (ist nur ein Beispiel) von B&W teurer sein. Betrachte ich die Marke, die Materialien und den Markt, sind das "vernünftige" Preise.
Man bekommt gute Konstruktionen mit BT inkl. aptx und AAC für 60 EUR. Auch die großen Hersteller wechseln gerne Leder oder Zellulose gegen Kunststoff aus. Die KH werden dann tatsächlich sogar günstiger. Wie wenig die Preise mit den Materialkosten zu tun haben, zeigt u.A. Superlux. Das sind jetzt keine High-Ender und bei denen werden die Kapseln bestimmt nicht selektiert, aber die zeigen eindrucksvoll, über welche Preisunterschiede ich spreche.

Ich schieb schon des öfteren, dass es mir egal ist, wer wieviel für ein Produkt ausgibt. Unsere Verantwortung als Verbrauche ist leider auch, Mond-Preise durch kaufverhalten zu "unterbinden". Aber offensichtlich gibt es einen Markt, den die Hersteller ausnutzen - wenn das man nicht bereits unlauterer Wettbewerb ist.

Ich lass es mal als Hype stehen, da mir niemand einen wirklichen Grund für die Preise oder ein klares Statement zu der dann zu erwartenden Qualität posten konnte.
XperiaV
Inventar
#16 erstellt: 16. Apr 2017, 11:56
Im In Ear Bereich ist das alles wahrscheinlich noch extremer, bei deren Material-Kosten
Frohe Ostern
Jens1066
Inventar
#17 erstellt: 16. Apr 2017, 12:45

da mir niemand einen wirklichen Grund für die Preise oder ein klares Statement zu der dann zu erwartenden Qualität posten konnte

Um das real zu beurteilen, müsste man interne Infos haben.

Vielleicht mal als Beispiel, die Selektion von Treibern......
Gehen wir mal von einem Kostenfaktor 50€/Std. für einen Mitarbeiter aus. Wie viele Treiber kann er in einer Stunde prüfen/selektieren? Ich gehe jetzt mal von einem Video aus, was ich irgendwo von Dali gesehen habe, in dem gezeigt wurde wie Lautsprecher geprüft wurden. Dort wurde ein fertiger LS mit der Schallwand in eine Prüfbox geschoben, angeschlossen und Testtöne abgespielt. Das Ganze dauerte für einen Standlautsprecher keine Minute.

Tiefgestapelt sollte ein Mitarbeiter also mindestens 50 Kopfhörertreiber / Std. selektieren können. Wären zusätzliche Kosten von 2€ / Kopfhörer. Jetzt kommen natürlich noch die Prüfvorrichtung (die ja auch mit anderer Aufnahme für andere Modelle zu verwenden ist) dazu und die Frage was passiert mit evtl. aussortierten Treibern? Ich sehe jetzt Selektion eher als Marketinggeschwurbel, als wirklichen Kostenfaktor, der den VK exorbitant in die Höhe treibt.

Betrachte ich mir jetzt mal die Modelle DT880 (ca. 170€) und T1 (ca. 1200€) von Beyerdynamic, erkenne ich, was Bügel, Kopfband, Gehäuse und Ohrpolster anbelangt, keine so riesigen Unterschiede in den Herstellungskosten, was einen VK Mehrpreis von über 1000€ erklären würde. Also muss es an den Treibern liegen. Auch wenn ich da keine Erfahrung habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass das den Preis so in die Höhe treiben müsste.

Was wir aber bei der ganzen Diskussion nicht vergessen dürfen...... Endverbraucher VK ist nicht das, was der Hersteller erzielt!
Kong2
Stammgast
#18 erstellt: 16. Apr 2017, 12:53
Wir wollen uns doch nix vormachen. Nirgendwo wird der Endverbraucher so gnadenlos über den Tisch gezogen als im sogenannten High-End Bereich. Und damit meine ich nicht nur Hifi. Wenn ich mir überlege, das Porsche mal VW kaufen wollte, sagt das doch schon alles. Die ganzen Preise für KHV`s Edelschmiedenverstärker High.End LS sind doch ausgewürfelt und entbehren jeder kaufmännischen Grundlage. Noch Abenteuerlicher sind die Preise für Kabel etc. Das geht doch schon ins lächerliche.

Aber,

solange das bezahlt wird, solange wird sich das nicht ändern.

LG

udo
robodoc
Inventar
#19 erstellt: 17. Apr 2017, 00:08

musicreo (Beitrag #14) schrieb:
AKG k 701, HD 600 und DT 880. Vor 10 Jahren waren das die drei besten KHs auf dem Markt, die in großer Stückzahl verkauft wurden. Alle lagen so um die 150-250€.

Jetzt wurden diese ehmaligen Refrenz Khs durch neue Referenzhörer wie HD 800, T1, 812 etc. abgelöst und der Preibereich liegt bei 700 -1000€ :cut


Das stimmt doch nicht.
Die "großen drei" wurden nicht abgelöst. Das Portfolio wurde ergänzt, sowohl nach oben wie du kritisierst, aber auch nach unten. Man kann aber die genannten K701, HD600 und DT880 noch immer kaufen und noch immer zu dem Preis ungefähr.

Was passiert ist, was überall im Konsumgüterbereich passiert. Es wird mehr differenziert. Es gibt nicht drei Produkte pro Anbieter sondern dreizig. Dabei werden auch bessere Produkte entwickelt und angeboten. Was bitte ist daran verwerflich? Schließlich werden diese ja gekauft, es gibt also eine Nachfrage.

Am ende des Tages ist niemand gezwungen, die Liga K701, HD600 und DT880 zu verlassen, weil es sie etwa nicht mehr gäbe.
trilos
Stammgast
#20 erstellt: 17. Apr 2017, 00:50
Hallo @ all,

ich kann robodoc nur zustimmen.

Als ich vor vielen Jahren vom Sennheiser HD 600 auf den HD 650 umstieg, war es für mich eine klare klanglich positive Weiterentwicklung.
Als ich vor ein paar Jahren den HD 800 probehörte, war der Eindruck "anders, aber nicht besser".
Klar war der HD 800 in einigen Bereichen etwas überlegen, aber in anderen Bereichen nicht.
Insgesamt betrachtet gefiel mir der HD 650 besser, wobei hier sicher auch der persönliche Klangeschmack zu berücksichtigen ist.

Dennoch erlebe ich, dass immer mehr höchstpreisige KH auf den Markt drängen, da lässt sich augenscheinlich gut verdienen.... ob es dann klanglich auch besser ist, muss jeder für sich selbst testen, auch abhängig vom KH-Verstärker, eigenem Anspruch und Klanggeschmack.

Ich freue mich, dass auch in diesem Bereich mehr Auswahl und Vielfalt angeboten wird.

Beste Grüße,
Alexander

P.S.:
Ein Freund von mir hat neulich nach intensivem Probehören von KH bis zu 1.000 EUR sich für den Audio Technica ATH R70x entschieden, der mit rd. 320,-- bis 350,-- EUR Straßenpreis eher günstig ist. Mein Kumpel meinte nur, dass er fest damit gerechnet hatte, mehr auszugeben bzw. ausgeben zu müssen...
hs65
Stammgast
#21 erstellt: 17. Apr 2017, 11:18

Jens1066 (Beitrag #17) schrieb:
Endverbraucher VK ist nicht das, was der Hersteller erzielt!

Ich denke, dass diese Tatsache allen klar ist und auch nicht zur Diskussion steht. Jeder muss seine Brötchen verdienen.

Die Sache mit der Selektion sehe ich sogar noch krasser: Bei den heute üblichen Herstellungsmethoden ist die Streuung so gering, dass es eher eine QS im Sinne von "Einhaltung der Parameter" ist. Die dann noch vorhandenen Unterschiede sind nich relevant.
hs65
Stammgast
#22 erstellt: 17. Apr 2017, 11:28

robodoc (Beitrag #19) schrieb:
Es gibt nicht drei Produkte pro Anbieter sondern dreizig.

Das ist auch wieder so eine Maßnahme den Verbraucher zu verunsichern. Letztendlich sollen alle musikalisch und mit so wenig Verlusten wie möglich spielen. Was gibt es da, neben den Bauformen, zu Differenzieren? Aber, neben In-/On-/Over-Ear haben wir z.B. starr/klappbar, Leder/Metall/Kunststoff/Zellulose, gschlossen/halb-offen/offen, 40mm/50mm-Treiber (wobei das auch schon wieder fast egal ist), 16 Ohm, 32 Ohm,... 600Ohm. Alle sinnvollen Kombinationen bringen halt "30 Modelle" zum Vorschein. - Um die Auswahl ging es mit aber auch nicht.
musicreo
Stammgast
#23 erstellt: 17. Apr 2017, 12:02

robodoc (Beitrag #19) schrieb:


Am ende des Tages ist niemand gezwungen, die Liga K701, HD600 und DT880 zu verlassen, weil es sie etwa nicht mehr gäbe.


Man liest ja in diesem Forum, das man im wesentlichen mit HD 800, etc. nur preislich die Liga der "großen Drei" verlässt.
robodoc
Inventar
#24 erstellt: 17. Apr 2017, 12:23

hs65 (Beitrag #22) schrieb:

Das ist auch wieder so eine Maßnahme den Verbraucher zu verunsichern....


Nein.
Der Markt erwartet diese Variantenvielfalt. Der Wettbewerb geht da mit. Was bleibt den Strategen eines KH-Unternehmens denn für eine Wahl?

Du verwechselt die kausalen Zusammenhänge. Der Markt ist ein Käufermarkt und kein Verkäufermarkt. Die Anbieter/Hersteller liefern genau das, was die Kunden haben wollen. Natürlich wird auch experimentiert ... Angebote werden angenommen und manchmal auch verworfen. Aber genau das wird auch erwartet. Vom Kunden. Also von uns.

Schau doch einfach mal in andere Branchen. Genau das gleiche Spiel. Wer als Hersteller überleben will braucht Innovation. Daher werden die gleichen Produkte mit leichten Veränderungen ohne echte technische Innovation als Markt-Innovation oder Lifestyle-Innovation dargestellt. Aber nochmal, es geht dabei nicht nur um ein Imageding für die Hersteller. Es geht ums Überleben im Wettbewerb.

Natürlich gibt es auch denkwürdige Beispiele. Im KH Bereich fällt mir die LCD Serie von Audeze ein, die im Laufe der Zeit immer teurer wurde und dabei ihr ursprüngliches Alleinstellungsmerkmal verloren hat. Zuletzt hat man so ne Art Abflusssieb mit dem Fachbegriff Fazor eingebaut, was den Hörer erstens schwerer gemacht hat und zweitens eines der urtümlichen Alleinstellungsmerkmale der LCD Serie, nämlich den Klang, verändert hat.
Anderes Beispiel: Die Klangsignatur des neuen HD800S wurde durch eine minimale Modifikation des ursprünglichen HD800 erreicht, die ein Besitzer des alten HD800 auch leicht selbst machen könnte. Es gibt Anleitungen dazu reichlich in den Foren. In einem wirtschaftlich relevanten Umfang passiert solches Umbauen beim Kunden aber nicht. Was passiert ist, dass Sennheiser den neuen HD800 verkauft "wie geschnitten Brot" und die alten einen nicht nachvollziehbaren Wertverlust erleiden würden, wenn der neue nicht gleich eine ordentliche preisliche Anpassung nach oben erfahren hätte.

Nochmal, der Kunde will das so. Die Hersteller machen entsprechende Angebote und diese Angebote können angenommen werden oder nicht.
Ich sehe da nichts, was mich als Verbraucher verunsichern würde. Vielmehr leben wir in quasi paradiesischen Verhältnissen einer in der Geschichte noch nie da gewesenen Produktvielfalt.
zabelchen
Inventar
#25 erstellt: 17. Apr 2017, 12:29
Die Einlassung zu Hd600, Hd650 und Hd800 kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Beim Hd650 wurde meines Erachtens nur die Abstimmung verändert. Es handelt sich also um eine klare Seitwärtsentwicklung.
Der Hd800 ist eine technisch wesentlich aufwendigere komplette Neuentwicklung. Nicht zu vergessen der deutlich verbesserte Tragekomfort. Technisch schlägt der Hd800 sowohl Hd600 als auch 650 um Längen. Angefangen beim deutlich kontrollierteren Bass, der insgesamt klar besseren Auflösung, der verbesserten Ortbarkeit und Imaging. Die vergrösserte Bühne ist meines Erachtens zwar eine Verbesserung; hier kann ich allerdings durchaus nachvollziehen, dass die grosse Bühne Geschmackssache ist.
Klar gibt es hier im Forum viele Freunde des Hd6xx; diese Vorliebe beruht meiner Beobachtung nach im Wesentlichen auf der hervorragenden Tonalität ohne Peaks. Beide Kopfhörer haben deswegen eine gute Langzeittauglichkeit und Allround-Eigenschaften. Technisch ist der Hd800 aber eine andere Liga.


[Beitrag von zabelchen am 17. Apr 2017, 12:31 bearbeitet]
hs65
Stammgast
#26 erstellt: 17. Apr 2017, 12:34

robodoc (Beitrag #24) schrieb:
Der Markt erwartet diese Variantenvielfalt

Ich bin mir unsicher. Ja, eine gewissen Vielfalt mit Unterscheidungsmerkmalen. Nein, das gleiche Produkt unter 3 verschiedenen Namen in drei Preiskategorien, usw... - Mich verunsichert soetwas
Schlappen.
Inventar
#27 erstellt: 17. Apr 2017, 13:37


Nochmal, der Kunde will das so.

Es ist aber jetzt nicht so, dass der Kunde von sich aus und grundsätzlich nach immer mehr Varianten lechzt. Sondern der Hersteller sucht Marktlücken, baut dann Varianten und bietet sie dem Kunden an. Dieser entscheidet dann, ob er das annimmt, dann wird das Modell weitergebaut.
Wenn der Kunde das nicht will, wird die Produktion früher oder später eingestellt.

Ich sehe das eher so, dass der Hersteller ständig überlegt, wie er für den Kunden noch attraktiver werden und gleichzeitig die Konkurrenz hinter sich lassen kann.und zwar durch Erweiterung des Portfolios.
Dem Kunden ist das aber in vielen Fällen auch egal, oder er freut sich, dass er nun noch mehr Auswahl hat. Er nimmt es eben dankend an, ist aber nicht die ursprüngliche Antriebsfeder für die erweiterte Modellvielfalt.


[Beitrag von Schlappen. am 17. Apr 2017, 13:48 bearbeitet]
robodoc
Inventar
#28 erstellt: 17. Apr 2017, 13:43

Schlappen. (Beitrag #27) schrieb:

Es ist aber jetzt nicht so, dass der Kunde von sich aus und grundsätzlich nach immer mehr Varianten lechzt. Sondern der Hersteller sucht Marktlücken, baut dann Varianten und bietet sie dem Kunden an. Dieser entscheidet dann, ob er das annimmt, dann wird das Modell weitergebaut.
Wenn der Kunde das nicht will, wird die Produktion früher oder später eingestellt.


Genau so ist das. Käufermarkt. Der Hersteller macht Angebote. Der Kunde entscheidet.
hs65
Stammgast
#29 erstellt: 17. Apr 2017, 13:45
dacore

Ergänzung: Manche Hersteller hören auch auf das was der Kunde möchte und optimiert dann die Produkte. - Findet man heutzutage aber eher selten oder die Hersteller reagieren "arrogant" ("aufgrund unserer langjährigen Erfahrung wissen wir was der Kunde von uns erwartet" oder so ähnlich)


[Beitrag von hs65 am 17. Apr 2017, 13:49 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#30 erstellt: 17. Apr 2017, 16:11

Schlappen. (Beitrag #27) schrieb:

Es ist aber jetzt nicht so, dass der Kunde von sich aus und grundsätzlich nach immer mehr Varianten lechzt.


Wenn der Kunde den Schinken essen soll, dann hängt man ihm den vor die Nase und sagt .. lecker lecker lecker leccker ..


[Beitrag von ZeeeM am 17. Apr 2017, 16:11 bearbeitet]
catare
Stammgast
#31 erstellt: 17. Apr 2017, 19:25

Mir fällt in der letzten Zeit besonders auf, dass die Preise für bestimmte KH inzwischen Werte erreichen, die aus meiner Sicht völlig überzogen sind. Noch vor etwa einen Jahrzehnt lagen die sogenannten Spitzenmodelle so bei, sagen wir mal, 300 EUR. Inzwischen gibt es KH für 1.800 EUR und sogar noch mehr.

Diese Entwicklung ist ein kennzeichnendes Merkmal des konsumentenorientierten HiFi-Marktes. Die Verkäufer von Kopfhörern haben sich in der Hinsicht unübersehbar von der Lautsprecherkonkurrenz "inspirieren" lassen: die Kundschaft die in der Regel bedient wird ist (teilweise weit) überdurchschnittlich zahlungswillig, jedoch nicht in wirklich hoher Zahl vorhanden, also nichts was man als "Massenmarkt" beititeln könnte. Daraus wird der betriebswirtschaftlich absolut (im Sinne der kapitalistischen Verwertungslogik) korrekte Schluss gezogen: um den nötigen & noch möglicherweise machbaren Gewinn in diesem Segment zu machen, müssen wir die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft ausloten & diese mit möglichst allen Mitteln der PR-Kunst möglichst weit ausdehnen. Oder als Kurzformel -> geringe Absatzzahlen, hohe Margen.

Selbst wenn dann das Topmodell im zig-stelligen Preisbereich nicht den gewünschten Absatz finden sollte, hat man immerhin den bereits angesprochenen "Ankerpreis" gesetzt, womit beim Kunden tendenziell der Eindruck entsteht, dass das "veraltete" Modell doch vergleichsweise günstig ist - man also auch praktisch die Zahlungsbereitschaft "nach unten" erweitert hat. Gleichzeitig bringt man dadurch die Konkurrenz in Bedrängnis, die dann meistens auch entsprechend drauf reagiert.

Ein dritter betriebswirtschaftlicher Pluspunkt ist das aufpolieren des Firmenimages, indem man sich demonstrativ als den großen technischen Innovator präsentieren kann (siehe z.B. Sennheiser Orpheus).
Dabei spielen auch die Umstände eine wesentliche Rolle, dass keine objektiven Standards fürs (nach HiFi-Maßstäben) "richtige" Hören existieren, die anvisierte Kundschaft erfahrungsgemäß kaum mit der Funktionsweise des Produktes oder des eigenen Hörsinns vertraut ist & sich daher besonders viel Spielraum für "kreatives Marketing" eröffnet. Selbst Fachleute, die sich etliche Semester im universitären Umfeld ihr Wissen angeeignet haben (Toningenieure, Produzenten, Komponisten etc.) sind keine verlässliche Instanz, wenn es um die Beurteilung dieser Produkte oder deren Funktionsweise geht.

Hinzu gesellt sich, der, bereits schon von dir aufgefasste, Begriff des "Ausgereiften". Im Grunde genommen handelt es sich bei Kopfhörern ja nicht um eine wirklich komplizierte Technik bzw. Konstruktion. Zum anderen kann nicht behauptet werden, dass die Mindeststandards was Konstruktion oder Verarbeitungsqualität angeht, sonderlich hoch oder gar einheitlich wären. Das erklärt zum Teil auch, weswegen es seit den 2010ern zahlreiche Neueinsteiger (z.B. MrSpeakers, HiFiMan oder Audeze) in relativ kurzer Zeit zum marktfähigen Unternehmen mit hochpreisigen Produkten gebracht haben. Dadurch dass die Technik an sich nicht mehr großartig innoviert werden kann, wundert es auch nicht, dass mittlerweile beinahe im Jahresrythmus neue Revisionen eines KH's auf den Markt geschmissen werden, damit die Kapitalakkumulation nicht ins Stocken gerät.

Das krasse Gegenteil dazu stellt z.B. die Industrie der Mikroelektronik dar. Hier kehrt sich die oben erwähnte Formel ins Gegenteil: (sehr) geringe Margen, (sehr) hohe Absatzzahlen.
Es teilen sich wenige Konzerne ein ganzes Marktfeld auf, dass vor allem von gewerblichen Abnehmern dominiert wird. Da hier weite Teile der Produktion maschinell ablaufen, herrschen nicht nur relativ strikte Mindeststandards was die Fertigung angeht, sondern auch unfassbar hohe Einstiegshürden für potenzielle Marktkonkurrenten. Wer da nicht schon eine eigene Fabrik samt konkurrenzfähiger Produktionsstraße mitbringt, braucht in der Regel gar nicht erst anfangen. Da sich die Preise für den gewerblichen Einkäufer durchschnittlich im Centbereich & damit für den Verkäufer meistens noch gerade so im Rentabilitätsbereich bewegen, besteht nicht nur so gut wie kein verhandelbarer Preisspielraum, sondern es sind vor allem Kunden gefragt, die das Zeug gleich Palettenweise kaufen wollen. Großartige Mehraufwendungen für Werbekampagnen sind in dieser Branche praktisch rausgeworfenes Geld, da die potenziellen Kunden über die technischen Details & Funktionen der Produkte in der Regel sehr gut bescheid wissen. Zumal die Mikroelektronik im Allgemeinen ebenfalls durchaus als ausgereift bezeichnet werden kann.
(Das nur als illustratives Beispiel, dass nicht jedes Marktsegment nach den gleichen Prinzipien funktioniert.)


Die normale Evolution müsste eigentlich "optimierte" Versionen zu gleichen Preisen hervorbringen.

Ein sehr weit verbreiteter Trugschluss, der die kapitalistische Produktion mit einem Idealbild von bedarfsorientierter Wirtschaft verwechselt. Im Kapitalismus ist der Bedarf ein Mittel zum Zweck - die ständige Erzielung von Mehrwert/Profit zur Akkumulation von Kapital. Unter diesem Gesichtspunkt verwundert es nicht, dass selbst die noch so abwegigsten Bedürfnisse befriedigt werden, solange der Kunde dafür zahlen kann. Im Umkehrschluss bleiben dann natürlich diejenigen auf der Strecke, die ganz elementare Bedürfnisse (Essen, Trinken etc.) haben, jedoch nicht zahlunsfähig sind...

Von daher umschreibt es die Realität eher, wenn man sagt: der Markt liefert das, was der zahlungskräftige Kunde verlangt, jedoch auch nur dann, wenn sich daraus ein dauerhaft profitables Geschäft entwickelt.
resend
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 17. Apr 2017, 21:43
Gibt es irgendwo Studien oder ähnliches, was Neuentwicklungen so kosten bei KHs? Besitze selbst noch einen 1000 Euro KH. Weis aber nicht wo man noch einen Unterschied zu einem 4000 Euro KH hören soll. Schon echt verrückt manche Preise.
kawa80
Stammgast
#33 erstellt: 17. Apr 2017, 22:02
Ehrlich gesagt, finde ich die Entwicklung bei Kopfhören weniger schlimm als z.B. bei KHVs oder DACs.

Da bietet Sennheiser einen KHV HDVD für 1.800 - 2.000 € an, also teuerer als der KH HD 800 ?

Die klanglichen Unterschiede bei DAC/ KHV sind unbestritten (falls überhaupt vorhanden) marginal.

Hier werfe ich der Industrie beschiss vor... Hab selber einen kleinen Fiio E7 gegen deutlich teuere KHV´s probegehört und das oben genannte festgestellt.

Bei Kopfhörern gibt es wenigsten klanglich deutlich hörbare Unterschiede, auf deren Basis man eine Entscheidung fällen kann.

Der Händler erzählt einem aber, dass man mindesten 500€ für einen KHV ausgeben muss um zum bsp. den HD 800 betreiben zu können.
Ich musste mir letztens folgendes bei der Suche nach einer DAC/ KHV Kombi anhören:
... unter 1000€ wird es schwierig....

Von Kabeln möchte ich erst gar nicht anfangen...

In den meisten anderen Industriezweigen bekommt man einen reellen Gegenwert für sein Geld (ob angemessen oder nicht , ist eine andere Frage), aber in der Hifi-indstrie wird viel mit leeren Versprechungen und Suggestion gearbeitet...


Daher ist für mich die HiFi-Industrie moralisch fragwürdig.


Gruß Kawa


[Beitrag von kawa80 am 17. Apr 2017, 22:12 bearbeitet]
resend
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 17. Apr 2017, 22:11
Welches ist denn Preisleistungsmäßig das "beste" Soundinterface für einen HD800? Gibt es auch welche unter 300 Euro die mobil taugen, also ohne Netzteil, für unterwegs? Ist etwas offtopic, sorry dafür.
MasterKenobi
Inventar
#35 erstellt: 18. Apr 2017, 00:51
Ich bin einer von den Verrückten, der ein ganzes Monatsgehalt für einen Kopfhörer ausgeben hat.

Keine Ahnung, wie oder ob der sich jemals im Preis entwickeln wird oder auch, wie teuer sowas vor einem Jahrzehnt gewesen wäre. Alles keine Ahnung.

Weiß nur, dass er diesen stolzen Preis niemals wert ist und es auch niemals sein wird.

Materialkosten vermutlich höchstens im kleinen 3 stelligen Bereich. Wenn überhaupt.

Was man hier bezahlt hat, war eine gehörige Portion High End State of The Art Bonus, was der Hersteller auf den eigentlichen Kopfhörer und seinem eigentlichen Wert mit drauf geschlagen hat, um ihn geschickt auf dem Markt vermarkten zu können.

Und so sehe ich das im übrigen auch mit allen anderen hochpreisigen Kopfhörern..... ebenso wie mit allen anderen Unterhaltungselektronik Artikeln, auf den ein nicht ganz nachvollziehbarer Preis steht.


[Beitrag von MasterKenobi am 18. Apr 2017, 00:56 bearbeitet]
Dr.Death
Stammgast
#36 erstellt: 18. Apr 2017, 01:24
Ah,

BWL-Stunde...


Weiß nur, dass er diesen stolzen Preis niemals wert ist und es auch niemals sein wird.


Ich kauf nur das, was mir wert erscheint, es entsprechend zu bezahlen - wenn etwas seinen Preis "niemals wert" sein sollte...warum kaufen, zwingt einen doch keiner...etwas merkwürdige Aussage.


Materialkosten vermutlich höchstens im kleinen 3 stelligen Bereich. Wenn überhaupt.


Jetzt sind wir im Thema...Materialkosten.
Nichts genaues weiß man darüber, aber mutmaßen kann man ja schon mal.
MK werden mit einen Aufschlag versehen, wie alle anderen Kosten auch.
Normale Methode, kann Dir jeder Handwerker bestätigen.


Was man hier bezahlt hat, war eine gehörige Portion High End State of The Art Bonus, was der Hersteller auf den eigentlichen Kopfhörer und seinem eigentlichen Wert mit drauf geschlagen hat, um ihn geschickt auf dem Markt vermarkten zu können.


Moooment...den muss ich nochmal durchlesen.
Und nochmal....
Nein, ich komm nicht drauf.
Ich kenne ja so einige Aufschläge, bis man auf den Verkaufspreis kommt, aber High End State of the Art Bonus ist mir neu, ferner das das ein Vorteil sein soll, möglichst teuer anzubieten...hä?
Und was ist in dem Zusammenhang der "eigentliche Wert" ?
Und nochmal, weil es einfach unglaublich klingt:


Ich bin einer von den Verrückten, der ein ganzes Monatsgehalt für einen Kopfhörer ausgeben hat.


Du hast Dir also einen KH gekauft, von dem Du überzeugt bist, das er noch nicht mal ansatzweise das wert ist, was Du dafür hingelegt hast.
Warum hast Du dann auch nur noch eine Sekunde noch diesen KH ??
Liest Du Dir das eigentlich selbst nochmal durch, was Du so schreibst ?
Das hinkt hinten und vorne...

Und nochmal, wegen Kosten:

So ein KH kann man nicht aus einen Automaten bekommen, der wird handgefertigt - sollte die Fertigung in D stattfinden, kostet das Geld.
Und das nicht wenig, dazu kommt natürlich ein Gewinn-Aufschlag, denn man will ja auch was über bei haben, zum Selbstkostenpreis gibt es nichts.
Und wir reden nicht von 50, 70, 100%, das ist völlig unrealistisch.
Möglichst toll bis perfekt, im Gegenzug einen Appel kosten....gibt es nicht, wird es niemals geben.
Bzw., das geht nur bis zu einen Punkt, wo das Leid zu groß wird.
Mortadella im 200g Pack für 79Cent geht nur, wenn die Tiere drunter leiden.
Relativ hochwertige Ware zum Jeder-Mann Preis geht nur, wenn die Produktion ultrabillig ist, wenn dafür andere für fast nix buckeln müssen.
Damit hier auch der letzte es sich leisten kann.
Ein letztes Mal:
Keiner stellt etwas her, verkauft etwas zu einen Preis, um anderen eine Freude zu machen, weil ihm das Lohn genug wäre.
Aber vielleicht sollte man sich mit solchen Posts einfach nicht beschäftigen.

DD
Schlappen.
Inventar
#37 erstellt: 18. Apr 2017, 06:05

MasterKenobi (Beitrag #35) schrieb:

Weiß nur, dass er diesen stolzen Preis niemals wert ist und es auch niemals sein wird.

In dem Moment, wo Du ihn gekauft hast, war er Dir den Preis aber "wert", sonst hättest Du ihn ja nicht gekauft.
Man darf eben nicht nur den "materiellen" Wert sehen, sondern auch den "ideellen Wert". Und der ist gerade im Hifi-/High-End Sektor enorm hoch. Stichwort: "Klang". Eine äußerst subjektive Angelegenheit.

Wieviel Geld ist mir guter Klang "wert".?
Da wirds dann langsam haarig.


[Beitrag von Schlappen. am 18. Apr 2017, 06:09 bearbeitet]
John22
Inventar
#38 erstellt: 18. Apr 2017, 09:09
Da Thema ist schon uralt und kommt immer mal wieder hoch:

http://www.wmp-forum...i-komponenten-10519/

Ich kalkuliere anders. Wenn ich für meinen Stax L700 Pro 1.700 Euro bezahlt habe, dann höre ich in kalkulierter Nutzungsdauer von 10 Jahren im Monat für etwas über 14 Euro Musik. Wenn ich das gleiche für meinen SACD-Player von Marantz und den TransistorAmp als KHV mache, dann habe ich immer noch eine günstige Möglichkeit jeden Monat viele Stunden Musik zu hören.
XperiaV
Inventar
#39 erstellt: 18. Apr 2017, 09:37

Dr.Death (Beitrag #36) schrieb:

So ein KH kann man nicht aus einen Automaten bekommen, der wird handgefertigt - sollte die Fertigung in D stattfinden, kostet das Geld.


Dieses "Handmade" Argument sehe ich auch kritisch.
Ist irgendwo logisch dass ein Produkt für sehr wenig Menschen (Luxus Kopfhörer kaufen halt nur extrem wenige) nicht von automatisierten >Prozessen mit XXX-Stückzahlen in der Stunde vom Fließband kommen können. Keine Ahnung wie viel High End Kopfhörer oder In Ears im 1000+€ Bereich täglich verkauft werden, so viele sicher nicht, zumindest nicht in Europa oder Amerika. Und ich befürchte dass es nicht wirklich sooooo lange dauert einen dieser Kopfhörer zusammen zu bauen - so viele Einzelteile sind es dann auch nicht.
Moonlightshadow
Inventar
#40 erstellt: 18. Apr 2017, 09:56
Wenn zum "Handmade" noch ein selektives Matching der Bauteile hinzukommt, wäre das sicher ein weiteres Argument für höhere Preise.
Apalone
Inventar
#41 erstellt: 18. Apr 2017, 10:19

MasterKenobi (Beitrag #35) schrieb:
Ich bin einer von den Verrückten, der ein ganzes Monatsgehalt für einen Kopfhörer ausgeben hat.....


so richtig bewerten kann man die Aussage erst, wenn man dein Monatsgehalt kennt!

wirkliche Kalkulationen von vollständigen Kosten eines KH kann man nur beispielhaft darlegen.

sagen wir mal 3000,- € empf. VK.

da gehen schon mal 19% MwSt runter

dann noch Einkommen-, Gewerbe-, Körperschafts-, wasweißich-/ Unternehmenssteuer halt:
nehmen wir mal 15% an.

Wenn jetzt 3x/in 3 Stufen wer was verdienen will -kommt ja gar nicht so selten vor: Hersteller, Importeur/Großhändler, Händler- plus die Herstellungskosten komplett (die nur aus einem recht geringen Teil aus Materialkosten bestehen), sind 3.000,- VK schon gar nicht mehr so viel (für ein hochwertiges Produkt).

Wieviele unterschiedliche Kleinanteile einen VK ausmachen, wird häufig unterschätzt.

Einen AKG 701 schätze ich auf 20,- Materialkosten.
Schlappen.
Inventar
#42 erstellt: 18. Apr 2017, 12:25
XperiaV
Inventar
#43 erstellt: 18. Apr 2017, 12:36

Schlappen. (Beitrag #42) schrieb:
https://www.thomann....lt_superlux_218865_0



Und der kann mit welchem High End Kopfhörer mithalten?
Ist ernst gemeint die Frage! Vielleicht kann ich so jemandem einen großem Gefallen tun - zwecks Geburtstagsgeschenk demnächst!
Schlappen.
Inventar
#44 erstellt: 18. Apr 2017, 13:17

XperiaV (Beitrag #43) schrieb:

Schlappen. (Beitrag #42) schrieb:
https://www.thomann....lt_superlux_218865_0



Und der kann mit welchem High End Kopfhörer mithalten?

Keine Ahnung, aber warum muss er unbedingt mit einem "High End Kopfhörer" mithalten können?
Wenn ich mich nicht irre, hatte aber mal der Kakapofreund einen Presonus HD7 mit dem Sennheiser HD800 verglichen, mit überraschendem Ergebnis.
Gibt auch einen riesigen Thread darüber.

Es geht hier ja um den VK und wenn ich dann lese, dass ein VK von 3000,- für einen Kopfhörer gar nicht sooo viel ist....


[Beitrag von Schlappen. am 18. Apr 2017, 13:18 bearbeitet]
robodoc
Inventar
#45 erstellt: 18. Apr 2017, 18:33
Der von Ralle gezeigte Superlux kann sicherlich nicht mit den HighEnd Hörern "mithalten", über die es hier eigentlich geht. Dennoch ist das Gerät ein gutes Beispiel für Preis-Leistungs-Relation. Die > 1000 Euro Hörer, um die es hier geht, sind dann eben schlechte Beispiele. Insofern passt es in den topic dieses Threads.

Jetzt aber wird es ein wenig off topic:
Man kann übrigens aus dem HD681 einen wirklich guten Hörer machen. Mit ein paar Tricks, einigen wenigen Bauelementen, anderen Polstern und etwas Filz. Ich habe da vor einigen Monaten mal ein bisschen rumprobiert und beachtliche Ergebnisse erzielt. Momentan überlege ich zusammen mit Dominik (Firschi) bei prof-x.de einen Bastel-Thread aufzumachen, wo wir quasi Anleitungen zur Aufwertung genau dieses Hörers geben wollen. Und dann muss sich so mancher Hörer im dreistelligen Bereich schon warm anziehen. Jedenfalls klanglich.
Haptisch und optisch bleibt es jedoch bei billig, so dass ein Kopfhörerfreund, dem es auch um sein Image und generell den Lifestyle geht, sich wahrscheinlich angewidert abwendet.
Jens1066
Inventar
#46 erstellt: 18. Apr 2017, 22:08

So ein KH kann man nicht aus einen Automaten bekommen, der wird handgefertigt - sollte die Fertigung in D stattfinden, kostet das Geld.
Und das nicht wenig, dazu kommt natürlich ein Gewinn-Aufschlag, denn man will ja auch was über bei haben, zum Selbstkostenpreis gibt es nichts.
Und wir reden nicht von 50, 70, 100%, das ist völlig unrealistisch.
Möglichst toll bis perfekt, im Gegenzug einen Appel kosten....gibt es nicht, wird es niemals geben.
Bzw., das geht nur bis zu einen Punkt, wo das Leid zu groß wird.
Mortadella im 200g Pack für 79Cent geht nur, wenn die Tiere drunter leiden.
Relativ hochwertige Ware zum Jeder-Mann Preis geht nur, wenn die Produktion ultrabillig ist, wenn dafür andere für fast nix buckeln müssen.
Damit hier auch der letzte es sich leisten kann.
Ein letztes Mal:
Keiner stellt etwas her, verkauft etwas zu einen Preis, um anderen eine Freude zu machen, weil ihm das Lohn genug wäre.
Aber vielleicht sollte man sich mit solchen Posts einfach nicht beschäftigen.

jetzt vergleichst aber Du Äpfel mit Birnen. Bei Deinem Beispiel mit der Mortadella gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Ich kann auch uneingeschränkt verstehen, wenn ein Hersteller von was auch immer, angemessen Geld verdienen möchte. Es ist aber mMn naiv zu glauben, dass eine "normale Kalkulation" in einem von Schwurbeleien und Schlangenöl gepräten Bereich wie "High End HiFi", die Regel sein soll.

Nochmal mein Beispiel DT880 vs. T1 und die Frage, wo sollen da die 1000€ Unterschied im VK begründet sein?
Oder was anderes im unteren Preisbereich...... Superlux HD-660 für 29,90 € als dreiste (optische) Kopie, des Beyerdynamic DT770 für 139 €. Klar, der Beyer ist aus deutscher Fertigung, der Superlux aus Fernost.


Die Sache mit der Selektion sehe ich sogar noch krasser: Bei den heute üblichen Herstellungsmethoden ist die Streuung so gering, dass es eher eine QS im Sinne von "Einhaltung der Parameter" ist. Die dann noch vorhandenen Unterschiede sind nich relevant.

Vermute ich zwar auch so, habe hier aber einen Hörer, bei dem explizit damit geworben wird, dass die Treiber selektiert sind. Aber selbst wenn die Serienstreuung größer wäre und die Selektion einen technischen Sinn macht, eine Selektion wäre nicht so kostenintensiv, wie suggeriert werden soll.

Hat jemand evtl. Infos zur Spanne Händler EK /VK?
John22
Inventar
#47 erstellt: 18. Apr 2017, 22:22
Ich habe vor vielen Jahren mal von einer HiFi-Händler-Spanne von bis zu 40 % gelesen. Aber eben teure Geräte, die nicht über Saturn oder MM vertrieben werden. Ob das damals stimmte oder überhaupt heute noch duchsetzbar ist, kann ich nicht sagen.
resend
Ist häufiger hier
#48 erstellt: 18. Apr 2017, 22:45
Gibt es hier auch jemanden mit einem KH jenseits der 1200 euro? Also 2000 oder gar 4000 Euro? Mich würde mal brennend interessieren ob Nutzer solch teurer Kopfhörer es mit dem Hobby "Kopfhörer" rechtfertigen, oder der Klang wirklich besser als bei 1,2k teuren KHs ist? Bzw. allgemein warum man sich einen 2k teuren KH aufwärts gönnt. Gibt hier ja bestimmt den einen oder anderen Nutzer mit so hochpreisigen KHs.
hs65
Stammgast
#49 erstellt: 18. Apr 2017, 23:31
Vielen Dank für die spannenden Beiträge. Das hinter der Preispolitik sich ein betriebswirtschaftlicher Sinn und evtl. Image steckt, ist schon klar. Ich will auch gar nicht so genau wissen, welcher der "neuen Super-Hersteller" bei wem die Komponenten kauft oder gar von einem etabliertem Unternehmen gegründet wurde um den Markt "zu beleben". Aus meiner Sicht bleibt zu teuer halt zu teuer.

Bisher habe ich meine Grenze strickt bei 250 EUR gelegt und werde das auch weiterhin so handhaben. 2 meiner KH arbeiten bereits seit mehr als 10 Jahren ohne Mucken. Bei dem AKG 501 (ist schon deutlich älter als 10 Jahre) hat sich nun doch ein Gummi verabschiedet. Die Kapseln sind immer noch gut und mussten nur einmal gründlich gereinigt werden. - Am Preis kann man die Haltbarkeit fest machen. - Die anderen habe ich immer zu Aktionspreisen erworben und somit bin ich sogar unter 200 EUR geblieben. Wie ich schon schrieb: Ich glaube nicht, dass ich ein für mich besser geeignetes Produkt über dieser Preisgrenze bekomme.

Wie sich der Preis zusammensetzt ist für mich als Verbraucher völlig unwichtig. Niemand kauft, weil der Händler die Spanne nur mit 2,3 anstatt mit 2,5 angesetzt hat. Entscheidend ist der Preis unter dem Strich und was man dafür bekommt.
_ES_
Administrator
#50 erstellt: 18. Apr 2017, 23:43
Hi,


Wie sich der Preis zusammensetzt ist für mich als Verbraucher völlig unwichtig.


Absolut das, von daher finde ich diese Spekulationen von manchen (habe gelesen, habe gehört) und das dann als Argument nehmen, warum das Mist ist, etwas...öh..ja.

Wenn es mir persönlich wert erscheint, kaufe ich es - tut es das nicht, kaufe ich es auch nicht.
Ich mache mich auch nicht lustig über Leute, die weniger oder mehr als ich ausgeben, weil Quatsch.
Das eine wäre eher Spott, das andere eher Neid - bäh, sich so zu entblößen und das in aller anonymen Öffentlichkeit...
Ist jedem sein Ding und fertig.
Leben kann so einfach sein...
ZeeeM
Inventar
#51 erstellt: 18. Apr 2017, 23:55

_ES_ (Beitrag #50) schrieb:

Wenn es mir persönlich wert erscheint, kaufe ich es - tut es das nicht, kaufe ich es auch nicht.


Und der Sport des Herstellers/Verkäufers ist, dich zum Kauf zu manipulieren. Zimperlich ist man da sicher nicht.
Die Heizdecken auf der Kaffeefahrt werden quasi zum Selbstkostenpreis abgegeben und die lecker lecker Mettwurst im Kilopack ist absolute Spitzenqualität
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