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Aufbau einer Klassiksammlung mit grossen und berührenden Interpretationen

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Szellfan
Hat sich gelöscht
#57 erstellt: 18. Jan 2011, 13:19
Hallo Kreisler,
die Aufnahme kenne ich auch und finde sie sehr reizvoll.
Auf den LPs waren noch ein paar Konzerte nach Walther und Vivaldi enthalten, herrliches Gerassel.

Hier noch meine Favorit- Aufnahme der Violinsonaten:
Bach Valetti
Ein wunderbares Miteinander, dabei elegant und nie trocken.
Mir kam es so vor, als hörte ich die Stücke zum ersten Mal, so erfrischend ohne irgenwie mutwillig sein zu wollen.
Herzliche Grüße, Mike
arnaoutchot
Moderator
#58 erstellt: 18. Jan 2011, 13:22
Den John Butt habe und schätze ich auch sehr, ich hab ihn nicht gleich erkannt, meine CD hat das Original-Cover. Sehr schöne Werke, für mich weit "berührender" als das Tastengedonner der Toccaten & Fugen (die ich natürlich von Zeit zu Zeit auch mal auflege, dazu siehe audiophiler Thread ). Ansonsten kenne ich vom Bachschen Orgelwerk nicht allzu viel.

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arnaoutchot
Moderator
#59 erstellt: 18. Jan 2011, 13:27

Szellfan schrieb:
Hier noch meine Favorit- Aufnahme der Violinsonaten:


Du scheinst mir ein Freund des alpha-Labels zu sein. Volle Zustimmung, ich auch, diese CD hab ich auch ...
Szellfan
Hat sich gelöscht
#60 erstellt: 18. Jan 2011, 13:42
..richtig erkannt, ich bin tatsächlich Freund des Alpha- Labels.
Die Aufnahme der Cellosuiten dort mit Cocset ist rein klanglich auch überzeugender als die von Wispelwey, nur leider musikalisch nicht.

Mit dem Ensemble Café Zimmermann und dessen Mitgliedern hat das Label ein paar wirklich fantastische Musiker unter seinem Dach. Darüberhinaus natürlich auch.
Herzliche Grüße, Mike
arnaoutchot
Moderator
#61 erstellt: 18. Jan 2011, 13:55

Szellfan schrieb:
Ensemble Café Zimmermann


Gutes Stichwort ! Klanglich und interpretatorisch absolut herausragend díe Kompilationen der Orchesterwerke auf inzwischen 4 CDs. Wie sie selbst aus dem abgenudelten Brandenburger # 3 noch einen frischen Ansatz rausholen, hat mich fasziniert. Beispielhaft abgebildet das Vol. 2 mit ebendiesem Konzert; die anderen Volumes spielen auf gleich hohem Niveau.

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Szellfan
Hat sich gelöscht
#62 erstellt: 18. Jan 2011, 14:07
Bin ich ganz Deiner Meinung, wäre ich noch drauf zu sprechen gekommen, wollte nur vorerst noch bei der Kammermusik bleiben.
Allerdings macht Café Zimmermann ja große Kammermusik.
Herzliche Grüße, Mike

P.S: hat jemand eine Empfehlung für die Flötensonaten?
Da suche ich selbst noch.


[Beitrag von Szellfan am 18. Jan 2011, 14:08 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#63 erstellt: 18. Jan 2011, 14:44

Szellfan schrieb:
P.S: hat jemand eine Empfehlung für die Flötensonaten? Da suche ich selbst noch.


Ich hab diese hier, aber kaum Vergleich. Sie schmeichelt meinem Ohr und klingt gut (SACD). Linde Brunmayr-Tutz / Lars Ulrik Mortensen.

3611
Kreisler_jun.
Inventar
#64 erstellt: 18. Jan 2011, 21:49
Bei der Kammermusik halte ich diese Box der MAK, wenngleich inzwischen gut zwei Jahrzehnte alt immer noch für sehr empfehlenswert, wobei ich zugeben muss, die Violin/Cembalo-Sonaten mit Abstand am häufigsten gehört zu haben, gefolgt von den Gambe/Cembalo, daher bzgl. der Flötenstücke vielleicht wenig hilfreich(inzwischen ist die Box inkl. Orchesterwerke preiswerter, wer nur die Kammermusik will, ggf. .fr oder .co.uk durchsuchen):

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Klaviermusik: Ich finde Gould ja fast immer ziemlich interessant. Wobei ich freilich zugeben muss, dass ich die meisten Stück (außer WTK, dort Gulda) mit Gould kennengelernt habe und dieser Bereich auch nicht durchweg im Mittelpunkt meines Interesses steht. In ziemlich guter Erinnerung habe ich auch Gavrilov mit den französischen Suiten (EMI, die auf DG kenne ich nicht), sowie Koopman (dito, auf dem Cembalo, (Erato)). Dessen Solo-Aufnahmen sind leider weitgehend vergriffen. Was Cembalo-Aufnahmen betrifft, so habe ich noch weniger einen Überblick, daher will ich da lieber keine weiteren nennen.

Zwar macht Bach nur einen Teil dieser Box aus, aber wer historische Aufnahmen toleriert (der Klang ist meist recht ordentlich für die Zeit), dem kann ich diese Box nahelegen. Marcelle Meyer, im Dunstkreis von Ravel u.a. franz. Komponisten und Künstlern der 1920er Jahre aufgewachsen spielte in den 1940er und 1950er Jahren die Partiten 1-3 und 6, die 4. englische Suite, das ital. Konzert, sowie einige Toccaten und Fantasien und die kompletten zwei- und dreistimmigen Inventionen sehr "modern", d.h. klar, mit zügigen und stetigen Tempi, allerdings natürlich nicht sempre staccato wie Gould. Schade, dass keine der französischen Suiten dabei ist und mein Favorit, die 4. Partita fehlt (die Toccaten halte ich für vergleichsweise weniger zentrale Werke). Die dort enthaltenen Einspielungen von Chabrier, Ravel, Debussy und besonders Rameau und Couperin sind historisch (und auch sonst) vielleicht noch wichtiger als der Bach (und der ebenfalls wunderschöne Scarlatti), aber die sind jetzt ja noch nicht dran.

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Joachim49
Inventar
#65 erstellt: 18. Jan 2011, 22:08
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Wer nur an Marcelle Meyers Bachspiel interessiert ist - sehr lohnenswert - kann auch hier preisgünstig zugreifen.
Joachim
Kreisler_jun.
Inventar
#66 erstellt: 19. Jan 2011, 00:34

Joachim49 schrieb:
jpc.de
Wer nur an Marcelle Meyers Bachspiel interessiert ist - sehr lohnenswert - kann auch hier preisgünstig zugreifen.
Joachim


Ja, die CD hätte ich wg. Erwerb der großen Box auch abzugeben, wobei ich den Neupreis nicht weit unterbieten kann, oder ggf. auch tauschen.
Allerdings fehlt dort die 6. Partita, m.E. eines der Highlights (es fehlt ca. eine CD, in der großen Box sind es drei Bach-CDs, wobei eine noch ein wenig andere Musik enthält.)
Der Klang ist etwas besser auf den "offiziellen" EMI-CDs, aber nicht dramatisch.

viele Grüße

JK jr.


[Beitrag von Kreisler_jun. am 19. Jan 2011, 00:35 bearbeitet]
flutedevoix
Stammgast
#67 erstellt: 19. Jan 2011, 02:07
Ich habe noch einen Beitrag zu den Flötensonaten. Hier kann ich eigentlich zwei Einspielungen empfehlen, wobei mich beider nicht restlos zufriedenstellen. Diese "Referenz"-Aufnahme gibt es m.E. bei den Flötensonaten aber auch nicht.
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Das Spiel Kuijken ist zwar fein nuanciert und artikuliert. Man hört auch an jeder Stelle, daß er intensiv im Notentext gelesen hat. Da kommt dann aber auch schon mein kleiner Einwand zum tragen: manchmal hätte ich mir einfach eine noch musikantischere Herangehensweise gewünscht. Ich kann aber mit diesem kleinem Manko gut leben und die Aufnahme empfehlen.
Ansonsten wäre auch noch die ältere Aufnahme mit Barthold Kuijken empfehlenswert, die es aber leider nicht mehr gibt. Vielleicht ist sie ja npch gebraucht erhältlich.
flutedevoix
Stammgast
#68 erstellt: 19. Jan 2011, 02:14
Bevor ich mich generell auf die Tasteninstrumente (also Cembalo und Orgel) generell stürze, noch ein kleiner Nachtrag zu den Triosonaten. Erst einmal vielen Dank an Euch für die Empfehlung mit John Butt. Ich kenne die Aufnahme noch nicht, vielleicht wird das ja endlich eine, die mein Organistenherz befriedigt.

Einen sehr interessanten Einblick in die Kompositionswerkstatt ermöglicht die spekulative Rückführung der Sonaten auf eine mögliche (?) Urgestalt. Ein Ansatz ist die Herstellung einer Fassung für solistisches Blasinstrument und obliggates Cembalo:
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Eine der besten Aufnahmen von Marion Verbruggen, Ausnahmsweise nicht einfach nur schnell und wild sondern mit geist gespielt. So würde man sie sich häufiger wünschen!
flutedevoix
Stammgast
#69 erstellt: 19. Jan 2011, 02:23
So und nun also zu den Klavierwerken:

Greifen wir in die vollen und zu einem opus magnum Bachs, dem Wohltemperierten Klavier. Ich muß ganz ehrlich zugeben, ich kann Bachsche Klavierwerke nicht mehr auf dem modernen Flügel hören, das paßt für mich einfach klanglich nicht mehr zusammen. Ganz besonders gehört für mich übrigens das seziererische Gehabe Glen Goulds zu diesen Unmöglichkeiten.

Daher also eine Einspielung auf dem Cembalo.
Was könnte es da anders geben, als den Großmeister des Cembalos, Gustav Leonhardt:

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und

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Ich finde einfach den Gestaltungswillen und das Timing in Leonhardts Spiel unübertrefflich. Zudem weiß Gustav Leonhardt genau, wann er agogisch freier spielen kann und wann er metrisch genau in der Zeit bleiben muß. Auch unter dem Gesichtspunkt der musikalischen Rhetorik ist mir keine vergleichbare Einspielung bekannt.
So und nun fürchte ich, mich in die Nesseln gesetzt zu haben, insbesondere mit meiner Bemerkung zu Glen Gould


[Beitrag von flutedevoix am 19. Jan 2011, 02:26 bearbeitet]
Szellfan
Hat sich gelöscht
#70 erstellt: 19. Jan 2011, 11:22
Hallo Johannes,
mit den Clavierwerken kommst Du mir offensichtlich immer zuvor.
Leonhardt hätte ich auch noch genannt. Und zumindest ich teile Deine Einwände gegen Gould auch.
Auch Deine Einwände gegen das Klavier- aber Feinberg ist eine absolut gelungene Ausnahme. Nur wohl nur noch gebraucht zu bekommen.
Doch eine CD möchte ich noch anbringen:
Bach Hantai
Für mich die gelungendste Einspielung der Goldberg- Variationen.
Diese hier, nicht die jüngere Aufnahme.
Diese hier ist im Detail stimmig, hat doch aber stets den großen Bauplan im Sinn über den ganzen Zyklus.
Hantai spielt ein sehr schön klingendes Instrument, das auch noch gut aufgenommen ist.
Die zweite Aufnahme von ihm ist dagegen maniriert und das findet sich auch in der Aufnahmetechnik wieder.
Aber diese hier ist ein Glücksfall, bei der alles stimmt.

Danke noch für die zahlreichen Empfehlungen zu den Flötensonaten. Ist mir ja fast peinlich, denn ich kenne sie alle und bin mit keiner wirklich glücklich.

Noch ein Nachtrag zu den Triosonaten:
Bach King
Auch ein Versuch, eine vermeintlich Originalgetalt herzustellen. Allerdings freizügiger als Marion Verbruggen.
Robert King sucht für jede Sonate eine andere Bestzung, das aber musikalisch sehr überzeugend. Und sie spielen das auch sehr liebevoll, ich höre sie sehr gern.
Herzliche Grüße, Mike
arnaoutchot
Moderator
#71 erstellt: 19. Jan 2011, 11:54
Neben der Leonhardt-Aufnahmen von Goldberg und WTK, die sicherlich verdient ihre Rolle als "Klassiker" haben, schätze ich bei Goldberg auch die Aufnahme von Richard Egarr, was sicherlich auch klangliche Gründe hat. Ausserdem hängt er die selten zu hörenden 14 Goldberg-Kanons an. Ich persönlich habe nichts gegen eine Interpretation auf dem modernen Klavier, es muss ja nicht unbedingt Gould sein

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Kaddel64
Stammgast
#72 erstellt: 19. Jan 2011, 12:16
Modernes Klavier oder historisches Cembalo? Weder noch.
Ich würde gerne noch einmal in Bachs Lauten-Klavierwerke einhaken, auch wenn es sich um marginale Exoten handelt:

flutedevoix schrieb:
Eine kleine Anmerkung habe ich noch zu den Lautenwerken. Einige sind ja auf Laute gar nicht spielbar, diese sind wohl für das Lautenklavier gedacht, eine Art Cembalo mit ausschließlich einem Lautenzug. Das erklärt auch, warum sich fast alle Lautenisten mit den Solowerken so schwer tun.

(...) Ich meine Teile der Lautenwerke sind auf dem Lautenklavier eingespielt in der Bach-Totalen des Hänssler-Verlages enthalten. Da ich momentan nicht zu Hause bin, kann ich leider nicht nachsehen. Jedenfalls habe ich eine Aufnahme mit Rober Hill.

Deine Annahme stimmt. Die Aufnahme mit Robert Hill ist auch einzeln erhältlich:

amazon.de

Lautensuiten BWV 996, 997, 999, + Cembalowerke

Als noch etwas spannender und dem Lautenklang sich auch in der Spielweise annähernd empfinde ich diese Dorian-Aufnahme mit Kim Heindel am "Lauttenwerck" (wie Bach selbst das Instrument nannte), die zudem klangtechnisch ganz fantastisch gelungen ist:

jpc.de

Lautensuiten BWV 996, 997, 1006a (nach der Violinpartita E-dur) sowie Praeludium, Fuge und Allegro BWV 998
Szellfan
Hat sich gelöscht
#73 erstellt: 19. Jan 2011, 16:43
Hallo Kaddel,
tragischer Fall mit Kim Heindel.
Du hast ja recht, schön klingendes Instrument, ganz fantastisch aufgenommen, alles richtig. Aber er spielt wie eine Maschine.
Da gibt es keine Rückung, keinen etwas, so ganz leicht auch nur gewürzten, Vorhalt, alles ganz steif.
Ist wirklich tragisch geradezu, denn alle Möglichkeiten wären hier vorhanden gewesen, aber sie wurden nicht genutzt.
Dann wirklich lieber so:
Sarkozy-K01[Hungaroton]
Alles ganz hypothetisch- das Cover bildet ein Instrument ab, das Sarkozy in Gedanken hatte, das so aber nicht gebaut wurde.
Und doch spielt er dann letztendlich nicht Noten, sondern Musik.
Herzliche Grüße, Mike
Joachim49
Inventar
#74 erstellt: 20. Jan 2011, 01:44
jpc.de
jpc.de
Um nicht allzusehr mit dem audiophiliethread zu konkurrieren, möchte ich auf ein paar Aufnahmen hinweisen, die historisch zweifellos bedeutend sind (wenn auch nicht unbedingt berührend). Die eine ist Edwin Fischers Wohltemperiertes Klavier (im Gegensatz zu flutedevoix neige ich viel mehr zu Aufnahmen auf dem modernen Flügel, womit ich nicht bestreiten möchte, dass er die besseren Argumente hat). Ein Meilenstein sind wohl auch die Goldbergvariationen mit Wanda Landowska. Erwähnen sollten wir wohl auch die Aufnahmen Rosalyn Turecks aus den 50-er Jahren, die ihre Interpretation ja direkt von JSB erworben hat .
Joachim
op111
Moderator
#75 erstellt: 20. Jan 2011, 11:29
J.S. Bach gehört zwar nicht zu meinen Lieblingskomponisten, dennoch möchte ich auf einige Aufnahmen hinweisen, die m.E. in diesem Thread bestens aufgehoben sind.

Es handelt sich um die Aufnahmen Otto Klemperers, von denen leider nicht mehr alle verfügbar sind, wie seine großartige Interpretation der Brandenburgischen Konzerte.
Klemperers von großem Ernst getragene Interpretationen bilden einen Gegenpol zu den heute üblich gewordenen HIP-Einspielungen mit bloßen Exekutionen des Notentextes.
Strenge, aber sinnliche Klangentfaltung abseits der protestantischen Genussfeindlichkeit - ein "katholischer Bach".

Johann Sebastian Bach
Messe h-moll BWV 232
Agnes Giebel, Janet Baker, Nicolai Gedda, Hermann Prey, Franz Crass
BBC Chorus, New PO,
Otto Klemperer

EMI , ADD, 1967
jpc.de


Matthäus-Passion BWV 244
Pears, Fischer-Dieskau, Schwarzkopf, Ludwig,
Philharmonia Orchestra, Klemperer

EMI , ADD, 61
jpc.de


[Beitrag von op111 am 20. Jan 2011, 11:32 bearbeitet]
Szellfan
Hat sich gelöscht
#76 erstellt: 20. Jan 2011, 19:23
naja...
abgesehen davon, daß Klemperer während er der Aufnahmesitzungen der "Matthäus- Passion" schlicht eingeschlafen ist....
hat das schon Größe.
Mir selbst, wenn wir nun schon so unvermittelt schwenken wollen von Kammermusik zu so massiven Aufnahmen, ist Mengelberg wesentlich lieber.
Mengelberg bemüht sich gar nicht erst um eine gewisse Sachlichkeit, sondern ist einfach nur subjektiv.
Da ist alles "falsch", und doch unglaublich berührend, Karl Erb als Evangelist sowieso.
mengelberg_bach_tchaikovsky
Herzliche Grüße, Mike
flutedevoix
Stammgast
#77 erstellt: 21. Jan 2011, 01:39
Wollen wir nicht noch einen Moment bei den Klavier- und Kammermusikwerken verharren? Ich glaube etwas Systematik macht den Thread für uns später wertvoller. Ich kann mir vorstellen, daß schon einige mit den großen Brocken der Orchester- und Vokalwerken schwanger gehen und mit den Hufen scharren.

Nun da aber die Aufnahmen ins Spiel gebracht wurden, will ich sie auch kommentieren. Klemperers Bach kenne ich auch, er fällt für mich in eine ähnliche Kategorie wie die Cello-Suiten Casals, auch wenn ich ihm nicht den gleichen Überzeugungswillen zubilligen will. Das hat schon Größe und Monumentalität und ... ??? Sicher ein wertvolles Dokument einer nicht mehr gepflegten Bach-Auffassung und mit einem bekannten Politiker will ich sprechen: und das ist gut so!

Wenn sinnliche Klangentfaltung auf ausufernde romantische Expressivität mit monumentalen Besetzungen (und ausgezeichneten Stimmen reduziert wird), dann sind wir hier sicher richtig. Für mich ist diese Art der Interpretation aber viel eher asketisch als sinnlich. Da fehlt eine ganze Welt der Klangfarben, die im großen Brei untergehen, da fehlt eine große Palette der Artikulation die unter einem Dauer-Legato und -Portato begraben werden. Wie schon gesagt, das ist für mich eher Askese als sinnliche Klangentfaltung.

@Mike: Wie ich dem Cover der Mengelberg-Aufnahme entnehme wurde die Matthäus-Passion mit der Pathetique von Tschaikowski kombiniert! Wow, das dürfte einzigartig sein. Darf man vom Beinamen der 6. Sinfonie Tschaikowskis Auf die interpretation der Matthäus-Passion schließen? Und was mich auch interessiert, wurde die Passion in irgendeiner Form gekürzt, schließlich dürfte sie die CDs alleine schon mehr als ausfüllen.
Szellfan
Hat sich gelöscht
#78 erstellt: 21. Jan 2011, 08:17
Hallo Johannes,
zunächst würde auch ich gern noch bei der Kammermusik bleiben wollen.

Zu Deiner Frage nach Mengelberg: das ist ein Mitschnitt aus dem Jahr 1939, leicht gekürzt- ein paar Arien fehlen leider.
Als Valery Afanassiev die Aufnhamen zum WK plante, hat er überalls wo er gerade war, Leute auf der Straße nach "ihrem" Bach gefragt.
In Amsterdam sind Leute, fünfzig Jahre später noch, in Tränen ausgebrochen und erzählten von diesem Konzert unter Mengelberg.
Diesen Eindruck versteht man auch sofort beim Hören. Ehrlich gesagt fällt es mir persönlich schwer, zu einer Stilistik bei Mengelberg zu schreiben. Sicher ist das eine äußerst "romatische" Lesart, aber nirgends auch nur eine Spur sentimental.
Und manches, was mengelberg in seiner Subjektivität macht, überrascht sehr, würde man heute als "richtig" bezeichnen, wenn er z.B. viele Vorhalte deutlich länger zeichnet als das Grundmetrum.
Wenn es überhaupt eine Aufnahme gibt, die ungeachtet aller wissenschaftlichen Hintergründe ergreifend zu nennen ist, dann diese.
Diese Aufnahme habe ich des öfteren empfohlen früher und habe es öfter erlebt, daß Leute weinend im Laden saßen beim Reinhören oder ganz still ohne ein Wort gekauft haben und gegangen sind.
Das ist eigentlich eine Aufnahme, die mehr als ergreift oder berührt, sie ist erschütternd.

Herzliche Grüße, Mike
flutedevoix
Stammgast
#79 erstellt: 22. Jan 2011, 12:18
Nun denn, da ich selbst vorgeschlagen habe, noch ein wenig bei den Tastenisntrumenten bzw. der Kammermusik zu verweilen von mir auch noch einige Empfehlungen:
Als Gesamtschau der Bachschen-Orgelwerke empfehle ich eindeutig die Aufnahme Ton Koopmans:

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Im Vergleich zur Konkurrenz, die ja bekanntlich groß ist (durchaus auch interpretatorisch) hat er neben ausgezeichneten Orgeln (z.T. die gelichen hat die Konkurrenz auch), guter Ausnahmetechnik in besonderem Maße auch ein äußerst differenzierte Artikulationstechnik. Damit gelingen ihm (nicht nur) in den großen Präuldien und Fugien eine Transparenz und eine strukturale Klarhiet, die ich sonst in dieser Dichte von keiner Gesamtaufnahme kenne. Wer Ton Koopman kennt, weiß, daß er nicht der große Exeget ist. Daher ist auch gewährleiste, daß Spielfreude und Rausch am barocken Orgelklang nicht auf seinen Aufnahmen fehlen. Für mich eine sehr gute Balance zwischen Spielfreude und Detailarbeit.

Als Einzel-CDs in der unüberschaubar großen Anzahl von Einspielungen sind mir zwei Aufnahmen ans Herz gewachsen:
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Die Aufnahmen Felix Friedrichs an der Trostorgel der Schloßkirche Altenburgs von Felix Friedrich, ehemals von Capriccio in der "Edition-Bach-Reihe" vertrieben (die Originalaufnahmen vermutlich bei Eterna) gibt es wohl nur noch in dieser Fassung, zusammen mit einer Bach-CD Matthias Eisenberg der gleichen Provenienz, die ebenfalls gut ist.
Die Trost-Orgel darf in ihrem originalzustand ja den Bachschen Adelstitel führen, "
daß der Orgelmacher in Ausarbeitung ieder Stimme Eigenschaft und behöriger Lieblichkeit wohl reüssiret habe.

Bah war anläßlich eines Probespielens der Orgel noch vor ihrer bautechnischen Abnahme des Orgelsachverständigen mehr als angetan von dem Instrument. Auch wenn die Orgel naturgemäß nicht mehr in ihrem Originalzustand ist, darf man hier eine große Authenzität bezüglich Bachs Klangvorstellungen unterstellen. Und so beeindruckt die Aufnahme denn auch mit einer breiten Palette von Klangfarben. Besonders angetan hat es mir neben der Farbigkeit auch die Lebendigkeit des Klanges.

Aus historischen Gründen möchte ich jedem Liebhaber Bachscher Orgelmusik noch folgende zwei Medien ans Herz legen:

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Das Bach-Buch Albert Schweitzers setzte zu seiner Zeit gerade bezüglich der Orgelmusik Maßstäbe. Sehr interessant sind vor allem die musikalisch-theologischen Deutungsversuche von Orgelchorälen. Albert Schweitzer hat sich zudem um die Rettung zahlreicher Silbermann-Orgeln der Straßburger Silbermänner verdient gemacht, die ursprünglich dem Zeitgeist (franz. Orgelromantik und -moderne) geopfert werden sollten. So verwundert es nicht, daß Albert Schweitzer als einer der Bach-Experten seiner Zeit galt, der sich durchaus auch im Sinne einer historisch-informierten Aufführungspraxis sehr für Bachs eigene S0iel- und Registrierweise interessierte.
Die klangliche Umsetzung von Schweitzers Bachspiel kann man auf der CD hören. Natürlich sind die Interpretationen antiquiert, aber als historisches Dokument (auch klanglich) mehr als faszinierend!
Szellfan
Hat sich gelöscht
#80 erstellt: 22. Jan 2011, 12:37
..zur Ergänzung:
Bach Schweitzer
Diese Dreier- Box enthält die späteren Aufnahmen, die zwar auch noch mono, aber klanglich deutlich befriedigender sind als die aus den 30er Jahren.
Herzliche Grüße, Mike
Schneewitchen
Inventar
#81 erstellt: 22. Jan 2011, 12:50
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Die Matthäus Passion mit Mengelberg erschien erstmals als Doppel-CD bei Philips.
Die Veröffentlichungen bei Opus Kura(+Pathetique) und Naxos liegen jeweils auf 3 CDs vor.
Man sollte sich vor dem Kauf auch darüber informieren,welche Entrauschungsverfahren (NoNoise) für diese historische Live-Mono-Aufnahme angewendet wurden und welches Remaster einem zusagt.
Die Public Domain Aufnahme kann man gratis+legal bei public-domain-archive.com als mp3 runterladen.So kann man schon beurteilen,ob man die Publikumsgeräusche erträglich empfindet.
Kreisler_jun.
Inventar
#82 erstellt: 22. Jan 2011, 13:29
Kennt jemand mehr als eine der CD-Versionen von der Mengelberg-Aufnahme?
Ich würde ja eigentlich zu Philips tendieren, weil die am nächsten an der Quelle sein müssten. Nun waren aber, etwa im Falle von EMI, angeblich deren CDs mit Aufnahmen Schnabels wesentlich schlechter (zu stark gefiltert) als Überspielungen von Speziallabels wie Pearl und sogar als Billigstausgaben... Während Naxos historical hier oft sehr gut ist, allerdings sind hier auch verschieden Techniker am Werk.

Meine "historische" Bach-Empfehlung, allerdings in recht solider früher Stereo-Qualität, leider nur schwer bezahlbar zu kriegen (es lohnt sich evtl. im Ausland und bei Ebay zu suchen), ist Hermann Scherchens Aufnahme der Kunst der Fuge:

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Scherchen ist ja hauptsächlich als Dirigent neuer Musik und für seine furiosen Beethoven-Interpretationen bekannt. Er hat allerdings in den 1950ern und frühen 1960ern auch sehr viel Bach aufgenommen: beide Passionen, die h-moll-Messe sogar zweimal, die Brandenburgischen Konzerte und eine Reihe von Kantaten. Manches davon ist sehr eigentümlich, so war mir eine CD mit Bach-Kantaten stilistisch sehr fremd, nicht zuletzt auch wegen der Sänger und mit einem miesen Chor muss man auf fast allen diesen Aufnahmen leben. Mit den Passionen bin ich noch nicht durch, daher dazu erstmal noch kein Kommentar.
Der Kunst der Fuge jedoch galt Scherchens besondere Liebe (es gibt noch weitere Aufnahmen/Mitschnitte) und diese Orchesterfassung ist sowohl von struktureller Klarheit wie von expressionistischem Ausdruck geprägt. Sicher nichts für alle Tage (aber das ist dieser Werk ja ohnehin nicht), aber extrem beeindruckend.

viele Grüße

JK jr.
5th_element
Stammgast
#83 erstellt: 22. Jan 2011, 13:40
Hallo Ihr Bach-Experten,

Herr Perahia ist noch gar nicht genannt. Ich dachte immer, dass er als sehr guter Bach (und Mozart) Interpret gilt. Habe einige Bach-Sachen von ihm. Kann es mangels Vergleichseinspielungen nicht gegenüber Anderen einordnen. Eure Meinung ?

Gruss,
Stefan
Szellfan
Hat sich gelöscht
#84 erstellt: 22. Jan 2011, 14:40
Hallo Stefan,
auf die Gefahr hin, mich in die Nesseln zu setzen:
Perahia ist mir einfach zu "kuschlig".
Er spielt, etwas krass ausgedrückt, nur die Melodielinie und alle Nebenstimmen gehen einfach unter, sind im besten Fall "Begleitung", selbst dort, wo sie die Hauptstimme sein sollten.
Meiner Meinung nach wird er der Polyphonie dieser Musik einfach nicht gerecht.
Dabei habe ich ja nichts gegen eine kantable Linienführung bei Bach, nur etwas gegen seine Art, alles andere zu vernachlässigen.
Herzliche Grüße, Mike
flutedevoix
Stammgast
#85 erstellt: 22. Jan 2011, 14:41
Zu Bach auf dem modernen Flügel, also auch zur Aufnahme von Perahia kann ich nichts beitragen, was mich begeistert hätte. Das liegt aber am Flügel und nur sehr bedingt an den Interpreten. Da wird es aber sicher kompetente Ansprechpartner geben, die sicher auch Vergleichseinspielungen besitzen

Ich möchte zur Kammermusik noch meine Lieblingseinspielung der Gambern-Sonaten beitragen:

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Hier sind zwei großartige Könner auf ihrem Instrument am Werk, die mit viel Klangsinn, ausgezeichnetem Interagieren und großer Leidenschaft die häufig vernachlässigten Gambensonaten ins rechte Licht rücken.
Szellfan
Hat sich gelöscht
#86 erstellt: 22. Jan 2011, 14:54
nun, flutedevoix kommt mir immer wieder zuvor.
Finde ich ja schön.
Allerdings ist für mich bei den Gambensonaten Savall unter der ersten Wahl nur zweiter Platz.
Der erste:
Bach Pandolfo
Liegt vielleicht daran, daß mir Koopman manchmal zu eigensinnig ist, das Interagieren zwischen Pandolfo und Alessandrini empfinde ich weitaus glücklicher.
Das Verschmelzen des Klangs ohne die Identität aufzugeben gelungener.
Savall und Koopman scheinen manchmal geradezu gegeneinander zu musizieren, was seinen Reiz hat bei so unterschiedlichen Instrumenten, Pandolfo und Alessandrini suchen einen gemeinsamen Nenner, was mir persönlich einfach noch sehr viel besser gefällt.
Herzliche Grüße, Mike
arnaoutchot
Moderator
#87 erstellt: 22. Jan 2011, 19:54
Ich mach es jetzt mal wie Stefan (5th Element) und stelle auch ein paar Aufnahmen zur Diskussion, die ich in meinem CD-Regal bei nochmaliger Durchsicht gerade gefunden habe. Erstaunlich, was da so steht ...

Nochmals zu Goldberg: Eine sagenhaft langsame Interpretation auf dem Klavier hat Alexander Paley für das Blüthner eigene Label aufgenommen. Er braucht sagenhafte 105 Minuten für den Zyklus. Hat mich aber fasziniert, auch klanglich sehr ansprechend.

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Die Gambensonaten habe ich in einer Aufnahme von 1985 auf dem Cello gespielt mit Mischa Maisky mit Martha Argerich. Normalerweise mag ich die beiden nicht sonderlich, darf ich das hier mögen ? Ich hab kaum Vergleich, Pandolfo und Savall kenne ich nicht.

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Noch keiner hat was zu den Violinsonaten/-partiten gesagt. Ich habe sie mit Johanna Martzy (EMI 1955). Auch hier habe ich kaum Vergleich, ich weiss nur, dass eine Originalplatte dieser Aufnahmen zu den teuersten Vinylplatten aller Zeiten gehören würde. Ist sie wirklich so gut ? Oder ist das nur Hype wegen des knappen Angebots ?

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Schliesslich Friedrich Gulda's Bach-Aufnahmen. Gulda finde ich interessant (zB bei den Beethoven-Sonaten und weil er über den Tellerrand der Klassik in den Jazz blicken konnte). Sein Bach ("ein Ergebnis einer großen, konzessionslosen Denkanstregung" - Joachim Kaiser 1973) hat mir gefallen, aber es sind natürlich nur Ausschnitte.

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Würde mich freuen, Kommentare zu hören.
Hüb'
Moderator
#88 erstellt: 22. Jan 2011, 20:13
Hallo Michael,

zur Martzy: das sind wohl eher die Irrationalitäten des Sammler-(!)Marktes, als das es sich um eine Über-über-Einspielung handelt.

Grüße
Frank
Szellfan
Hat sich gelöscht
#89 erstellt: 22. Jan 2011, 20:42
nun ist es beileibe nicht so, daß zu den Sonaten und Partiten niemand geschrieben hätte.
war ich ja selbst.
Aber ein Beispiel für die "moderne" Violine:
Bach Zehetmair
Zehetmair hat versucht, die Artikulation und Phrasierung der barocken Kunst auf das moderne Instrument zu übertragen.
Sicher, manchmal etwas eigenwillig, aber grundsätzlich sehr überzeugend.
Sprechend und doch nicht so, daß er den Klang seiner Violine nicht genießen würde.

Die Martzy- Aufnahme ist sicher eine Rarität, ich kenne sie auch, aber wie Frank schon schreibt, vor allem macht ihre Seltenheit sie so wertvoll, nicht die Interpretation.
So sehr viel anders spielt Ida Haendel auch nicht, nur daß der Hype um sie sie aus der Versenkung geholt hat- natürlich berechtigterweise, nur nicht zwingend bei Bach.

Und, tut mir leid, Maisky/Argerich gruseln mich einfach nur.
Allein der unglückliche Versuch, die Gambe durch ein Cello zu ersetzen, aber dann auch noch so unsensibel!
Und Gulda?
Gulda/Beethoven: ja, Gulda/Bach: nein. Das ist so...herzlos.
Kaiser ist zum Lesen ja spannend, aber sein so gar nicht geschätzter Leon Fleisher spielt einen so schönen Bach, mit Intellekt, aber auch sinnlich. Und diese Brahms- Bearbeitung der Chaconne für die linke Hand wird bei Fleisher zum Erlebnis.
Mir ist Gulda einfach zu kühl, da kann ein Leonhardt am Cembalo viel mehr Leben und Wärme rüberbringen.
Aber zurück:
Bach Wispelwey
Wispelwey spielt die Gambensonaten auch auf dem Cello.
Dabei aber hat er Klangsinn und wählt je nach Charakter der Sonaten unterschiedliche Continuo- Besetzungen.
Ist mir schon passiert, daß ich die CD dreimal hintereinander gehört habe.
Ach, jetzt geh ich gleich zum CD- Regal...
herzliche Grüße, Mike
Kreisler_jun.
Inventar
#90 erstellt: 22. Jan 2011, 21:09
Ich kenne diese einzelne Bach-Platte nicht, aber das WTK habe ich in Guldas Aufnahme kennengelernt. Die ist zwar klanglich sehr trocken und direkt, die Interpretationen empfinde ich aber nicht durchwegs als kühl (wenn auch sicher verglichen mit Fischer oder Richter), sondern als sehr klar und oft auch energisch. Aber wie gesagt, bin ich durch diese Einspielung geprägt; Richter, Gould besitze ich zwar auch, aber die habe ich lange nicht so oft gehört. Gould finde ich persönlich beim WTK exzentrischer und stellenweise weniger überzeugend als in den Suiten, aber das mag auch wieder Prägung sein. Richters WTK ist aufnahmetechnisch leider teils ziemlich verwaschen.

Noch zwei erwähnenswerte Einzelplatten mit Klaviermusik:

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Die Martzy-Einspielung der Solostücke habe ich seit kurzem, aber noch nicht angehört. Diese Stücke sind mir auch noch nicht besonders geläufig, obwohl ich sie seit Jahren immer mal wieder höre (meine Kennenlernaufahme war die schon genannte Zehetmairs)

Bei den Gambensonaten würde ich auf jeden Fall auch zu einer Gambe/Cembalo-Aufnahme raten, das ist ein ganz anderes Klangbild (ich habe die in der Musica Antiqua Box und eine mit Hille Perl aus der Hänsslerschen Bach-Reihe)

JK jr.
flutedevoix
Stammgast
#91 erstellt: 22. Jan 2011, 23:20
@ Mike:
Die Wispelwey-CD mit den Bachschen Gambensonaten ist hervorragend. Da gibt es spieltechnisch und in der Besetzungsfreude des Continuos keine Einwände (auch wenn man davon ausgehen darf, daß wirklich das Cembalo als Continuo-Instrument gedacht war). Allein er spielt Cello! Ich finde diese Aufnahmen sind klanglich so idiomatisch für Gambe, daß sich eine Wiedergabe auf dem Cello eigentlich verbietet. Manchmal ist das Original doch auch im Barock die beste Lösung!

Die Zehetmair-Einspileung der Solowerken gehört sicher zu den besten am Markt. Ich finde auch die Aufnahmen Lucy van Daels auf NAXOS sehr ansprechend, wenn ihnen auch etwas der musikantische Gestus fehlen:

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Schließlich habe ich noch auf LP eine Einspielung Sigiswald Kuijkens, die ich als ausgezeichnet in Erinnerung habe!

Die Bezeichnung "gruselig" für Maischky/ Argerisch ist fast noch euphemistisch. Verzeiht mir bitte: Das geht gar nicht! So sehr ich Argerich schätze (Schumann-Konzert), da hat sie sich vergriffen. Allerdings Herr Maisky am Cello noch viel mehr. Bach ist Bach und kein Spätromantiker!


Gulda/Beethoven: ja, Gulda/Bach: nein. Das ist so...herzlos.

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen

@Kreisler_jun:

Bei den Gambensonaten würde ich auf jeden Fall auch zu einer Gambe/Cembalo-Aufnahme raten, das ist ein ganz anderes Klangbild (ich habe die in der Musica Antiqua Box und eine mit Hille Perl aus der Hänsslerschen Bach-Reihe)

Den ersten Teil Deiner Aussage teile ich vollkommen, siehe oben. Ich finde alledrings, daß der Hype um Hille Perl ihren Rang als Gambistin überragt. Sie spielt sicher nicht schlecht und hat immer wieder interessante Programmideen und kann phantastisch improvisieren. Sie könnte sich aber auch etwas mehr in die Musik versenken, Das ist auch mein Einwand gegen die CD aus der Hänssler-Box. Da werden die Sonaten etwas lieblos und all zu glatt interpretiert.


[Beitrag von flutedevoix am 22. Jan 2011, 23:24 bearbeitet]
Szellfan
Hat sich gelöscht
#92 erstellt: 23. Jan 2011, 00:26
brrrr... wir sind noch gar nichr nicht bei "T" wie Telemann!
Noch immer, am liebsten endlos, bei Bach. Aber hier hat flutedevoix Hille Perl ins Spiel gebracht.
Ja sicher, improvisieren kann sie womöglich, aber selbst live gehört bleibt sie so asketisch und so wenig sinnlich in ihrem Spiel wie die Cover das nahelegen.
Den so hochgelobten Telemann spielt sie ja nicht mal sauber, was ich ihr durchgehen ließe, hätte sie Fantasie.
Den Bach schrapelt sie einfach nur ab.
Gegen diese Dame habe ich, laßt es mich sächsisch sagen, eine "Hassmütze".
Lucy van Dael dagegen, die hätte ich selbst gern genannt, war sie doch so lange Konzertmeisterin bei Brüggen.
Aber ich konnte sie hier nicht nennen, denn die Technik vermasselt ihr Ansinnen.
Nein, nicht das spieltechnische Können, sondern die Aufnahmetechnik.
Für mich ein Beispiel, wie Aufnahmetechnik den musikalischen Gedanken im Weg stehen kann.
Ihr Instrument klingt nicht, hat keinen Raum, keine Resonanz, keine Lebendigkeit, kein Atmen.
Man muß sich dreimal um sich selbst drehen, um darüber hinweg zu hören.
Spielen nämlich kann sie diese Musik und tut es auch vorzüglich.
Einmal mehr ein Einwand gegen die Aufnahmetechnik von Naxos.
Aber für mich: Hille Perl ist nicht so schlecht aufgenommen, sie läßt ihr so schön klngendes Instrument so schlecht klingen.
Nun, das war jetzt ein destruktiver Beitrag, morgen wieder anders. Miserable Aufnahmen können auf ihre Art ja auch berühren.
Herzliche Grüße, Mike
Joachim49
Inventar
#93 erstellt: 23. Jan 2011, 01:58
ich habe die Viola da Gamba Sonaten mit John Dornenburg und Malcom Proud und habe das nach Maisky-Argerich gehört.... und seitdem nur noch Maisky-Argerich und nie mehr Dornenburg-Proud gehört (allerdings mehr wegen Argerich, als wegen Maisky). Die genannte Gamben-Version war unerträglich langweilig. Und romantisch hin, romantisch her: Stokowskis Bach-Transkriptionen gefallen mir auch. Obwohl ich HIP-Freund bin, finde ich manchen HIP-Bach (den oben genannten z.B.) doch unerträglicher als einen romantischen' oder 'romantisierenden' Bach (Andras Schiff?). Ich weiss auch nicht, wie manche Leute es fertig bringen, für Mengelbergs Bach zu schwärmen, um 24 Stunden später dann wieder den Puristen zu spielen, der die Ersetzung einer Gambe durch ein Cello sündhaft findet.
Die Leser mit extremem Kurzzeitgedächtnis, die bemängeln, dass noch keine Solosonaten und - Partiten für Geige erwähnt wurden, darf ich daran erinnern, dass ich schon im ersten Beitrag zu 'Bach' hier Julia Fischer gepriesen habe. Mikes Empfehlung zu Thomas Zehetmaier kann ich mich aber auch voll und ganz anschliessen.
Zu Gulda: durch ihn (sein WTK)habe ich Bach lieben gelernt, so schlecht kann's also nicht sein (aber der scheppernde Klang ist wirklich scheusslich). Und Guldas Bach ist nicht herzloser als sein Beethoven, scheint mir, d.h. sein Beethoven ist genauso herzlos (aber darum nicht schlecht). Wie erkennt ihr denn herzlose Interpretationen? An Rubati?
Die Partiten habe ich auch mit Goode, und die gefallen mir recht gut, obwohl sie sich von Perrahia nicht gründlich unterscheiden (scheint mir. ich kenne aber nur eine Perrahia Partita).
Joachim
Szellfan
Hat sich gelöscht
#94 erstellt: 23. Jan 2011, 02:23
..nun ja,
das habe ich mich selbst schon gefragt: wie dieses wechseln von HIP pur zu Mengelberg.
Aber , lieber Joachim, hier geht es um berührende Aufnahmen, weniger um sachliche Dinge,
laß mir meinen Irrwitz, wechseln zu wollen.
Und Proud/Dornenburg...na, da kann ich Dich vollkommen verstehen.
Da halte ich es lieber mit Harnoncourt: alles kann falsch sein, es muß überzeugen.
Herzliche Grüße, Mike
Und Stoki ist sowieso 'ne Welt für sich, eine großartige.
Joachim49
Inventar
#95 erstellt: 23. Jan 2011, 03:53
Ja, Harnoncourt kann ich da 100% zustimmen: lieber eine berührende Aufnahme, die mitreissend ist und vom Standpunkt der HIP-Praxis völlig daneben liegt, als eine reizlose, langweilige, aber ansonsten historisch korrekte Interpretation. So gesehen ist dein 'Irrwitz' völlig verständlich. Das einzige sinnvolle Argument für HIP ist ja nicht, dass es richtig ist, sondern dass es überzeugender ist, und das heisst, dass es nicht nur den Verstand überzeugt, sondern auch das Herz erobert.
Freundliche Grüsse
Joachim
flutedevoix
Stammgast
#96 erstellt: 23. Jan 2011, 13:35

Das einzige sinnvolle Argument für HIP ist ja nicht, dass es richtig ist, sondern dass es überzeugender ist, und das heisst, dass es nicht nur den Verstand überzeugt, sondern auch das Herz erobert.


Na, ich sehe doch, daß wir uns völlig einig sind. Ich halte es da ganz wie Mike, wie sonst sollte ich z.B. meinen Furtwängler Beethoven rechtfertigen können?

Meine Ablehnung der Maischky/ Argerich-Aufnahme der Gambensonaten begründet sich ja nicht in der Wahl des Instrumentariums sondern in der unkonturierten, wenig beredten Soße, die sie uns da z.B. Im Vergleich zu Savall/ Koopman anbieten. Daher meine Aussage, das geht gar nicht!
5th_element
Stammgast
#97 erstellt: 23. Jan 2011, 14:42
Na dankeschön ! Wieder so ein Thread, der meinen finanziellen Abstieg weiter forcieren wird, nachdem mich Michael's Beitrag mit den audiophilen Aufnahmen so richtig schön ausgeraubt hat. Das hat auch was, muss ich sagen. So sanft "alphabetisch ruiniert" zu werden. Wenn schon pleite, dann wenigstens mit Stil. Bravo !



So. Habe mir also gehorsamst den Leonhardt gegönnt. Hatte ein akzeptables Angebot aus der Bucht, von der Harmonia Mundi Box des WTK Teil 1 und 2 zusammen (LP).

Was wäre aus Eurer Sicht denn ein interessanter Vergleichskandidat am modernen Flügel) ? Es gibt eine etwas neuere Einspielung vom Herrn Pollini. Weiss aber nicht, ob nur Teil 1. Gulda ? Den bereits angesprochenen Fischer ? Ein gewisser Tureck wird genannt, den ich zugegebenermassen nicht kenne (Asche auf mein Haupt) ? Askenazy (der ja meist mit aller Gewalt "anders" sein will .....).

Ach ja. Da ich nun Leonhardt auf LP gekauft habe, sollte es den Vergleichskandidaten möglichst auch auf LP geben. Nur am Rande.

Grüsse,
Stefan
arnaoutchot
Moderator
#98 erstellt: 23. Jan 2011, 15:46

5th_element schrieb:
Was wäre aus Eurer Sicht denn ein interessanter Vergleichskandidat am modernen Flügel ?


Warum nicht Glenn Gould ? Dann hast Du neben der historisch korrekten (?) Sichtweise von Leonhardt den modern-modernistischen Gould. Die Vinylplatten gab es in hoher Auflage und sollten sich noch relativ problemlos finden lassen. Ich will ja nicht an Deiner persönlichen Insolvenz schuld sein. Von den Goldberg-Variationen gibt es übrigens eine DMM-Pressung, die sehr gut klingt (ziert auch meine kleine Vinylsammlung noch ). Sollte sich auch preiswert finden lassen.

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[Beitrag von arnaoutchot am 23. Jan 2011, 15:54 bearbeitet]
Kreisler_jun.
Inventar
#99 erstellt: 23. Jan 2011, 16:46
Auf LP klingt Richter vermutlich eher noch besser als auf CD, sollte ebenfalls kein Problem sein gebraucht recht günstig zu finden (Eurodisc). Ebenso Gulda.
Die Aufnahme von Jörg Demus wurde irgendwann mal von einer Zeitschrift zur besten gekürt, die kenne ich aber nicht, weil sie nie auf CD rausgekommen ist.

Ich finde, obwohl ich z.Zt. keine abspielen kann, das LP-Format sehr passend für das WTK. Man ist wohl nur selten in der Stimmung 70-80 min. am Stück Präludien und Fugen zu hören. Aber so eine LP-Seite lang ist ideal. Wenn man dann noch mehr Lust hat, hört man eben auch noch die zweite Seite usw. Die Stücke waren ja nie dafür gedacht, alle hintereinander weg gespielt und gehört zu werden.

viele Grüße

JK jr.
Joachim49
Inventar
#100 erstellt: 23. Jan 2011, 20:33
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5th_element schrieb:
Ein gewisser Tureck wird genannt, den ich zugegebenermassen nicht kenne (Asche auf mein Haupt) ? Stefan


Hallo Stefan,
es ist einE gewisse Rosalyn Tureck. Sie war in den 50-er Jahren, vor allem in den USA, recht berühmt und sie hatte einen deutlichen Einfluss auf Glenn Gould. Durch die Publizität die für Gould gemacht wurde, geriet sie fast in Vergessenheit, bis die Deutsche Grammophon, als die Tureck schon im hohen Alter war, sie wiederentdeckte und alte und neue Aufnahmen mit ihr veröffentlichte. Ihr WTK 1 + 2 aus den 50-er Jahren gibt's (oder gab's) bei der DG aber inzwischen auch zu Ramschpreisen, da die Aufnahme inzwischen 'public domain' ist. Die Goldbergvariationen hat sie wiederholt eingespielt, aber ihr frühes WTK überzeugt mich mehr. Aber da wir Dich sowieso schon ruiniert haben, solltest Du bei den 4 WTK Scheiben und einem Preis unter 10 euro auf jeden Fall zugreifen.
Freundliche grüsse
Joachim
Joachim49
Inventar
#101 erstellt: 23. Jan 2011, 20:40

Kreisler_jun. schrieb:
Ich finde, obwohl ich z.Zt. keine abspielen kann, das LP-Format sehr passend für das WTK. Man ist wohl nur selten in der Stimmung 70-80 min. am Stück Präludien und Fugen zu hören. Aber so eine LP-Seite lang ist ideal. Wenn man dann noch mehr Lust hat, hört man eben auch noch die zweite Seite usw. Die Stücke waren ja nie dafür gedacht, alle hintereinander weg gespielt und gehört zu werden.
JK jr.


Auch CD-Spieler haben so eine Taste mit einem Viereck, die man zu jedem beliebigen Zeitpunkt bedienen kann
Zacharias hatte übrigens die gute ( ) Idee, nur die Präludien aufzunehmen.
Freundliche Grüsse
Joachim
Hüb'
Moderator
#102 erstellt: 23. Jan 2011, 21:02
Hallo,

da wir noch bei Bach sind, erlaube ich mir, euch mit dieser ausgelutschten Empfehlung zu langweilen:

jpc.de

Irgendwie kann ich nicht anders. Fournier ist für mich einer der Cellisten, die eben die emotionale Seite dieser wunderbaren Musik betonen. Zweifellos nicht mehr ganz zeitgemäß und aus einer romantisierenden Perspektive betrachtet, schafft er eine klangsinnliche, satte und wunderschöne Darstellung, die mich immer wieder auf's Neue berührt!

Grüße
Frank
arnaoutchot
Moderator
#103 erstellt: 23. Jan 2011, 22:33
Einige, die mich ein wenig kennen, wissen ja, dass ich neben der Klassik noch weitere Vorlieben habe, zB den Jazz. Im Jazz liebe ich besonders die tiefen Saxophone (Bariton- und Bass-Saxophon). Keine Frage, dass ich auf eine Interpretation der Cellosuiten von Bach auf dem Baritonsaxophon gespielt sofort angesprungen bin. Unglaublich, wie sich das fügt, auch wenn über das Baritonsaxophon logischerweise keine Akkorde gespielt werden können. Hier noch meine sechste Komplettausgabe der Cellosuiten für Baritonsaxophon, gespielt von Henk van Twillert.

amazon.de
Kaddel64
Stammgast
#105 erstellt: 23. Jan 2011, 22:47
Sind außer den Brandenburgischen schon Bachsche Instrumentalkonzerte genannt worden?

jpc.de

Als berührend vor allem aufgrund des schönen Barockoboenklanges wären die Oboenkonzerte mit Marcel Ponseele zu nennen. Der flämische Barockspezialist präsentiert die Konzerte, über deren Ursprung in der Wissenschaftler bis heute kaum Einigkeit besteht, nicht als virtuose Schaustücke sondern angenehm zurückhaltend, er vertraut auf die klangliche Wirkung seines Instruments. Dabei handelt es sich um Nachbauten barocker Vorbilder aus eigener Werkstatt. Begleitet wird Ponseele von seinem eigenen Ensemble "Il Gardellino". Aufnahme und Produktion durch das Label Accent sind tadellos.

Neben den rekonstruierten Konzerten F-dur (BWV 1053a) und d-moll (BWV 1059R), die vor Bachs Umarbeitung zu Cembalokonzerten jeweils als Einleitungssätze zu seinen Leipziger Kantaten darstellten, sowie dem berühmten Doppelkonzert c-moll BWV 1060a für Oboe und Violine, lässt vor allem das schöne Konzert in A-dur (BWV 1055a) mit seinem warm und dunkel timbrierten Ton der Oboe d'amore aufhorchen.

Der Bonustrack in Form eines Arrangements durch Ponseele von Mahlers Rückert-Lied "Ich bin der Welt abhanden gekommen" für Oboe da caccia (ein Vorläufer des heutigen Englischhorns), Streicher und Cembalo ist dagegen Geschmackssache. Der Bearbeiter und das Textheft schweigen sich über ihre Intention aus. Ich halte diese Zugabe für verzichtbar.
Szellfan
Hat sich gelöscht
#106 erstellt: 24. Jan 2011, 13:33
..nochmal ganz kurz zurück zum Lautenwerk:
Jaccottet-S01[Saphir]
Natürlich gibt es die CD nicht mehr, leider, aber diese Aufnahme ist für mich die vielleicht gelungendste auf dem "Lauttenwerck".
Herzliche Grüße, Mike
flutedevoix
Stammgast
#107 erstellt: 25. Jan 2011, 12:01
In den Dunstkreis der Klavier-/ Kammermusik gehört auch die Kunst der Fuge. Dieses Werk ist ja in mancher Hinsicht sehr rätselhaft, gerade auch in Fragen der Besetzung! Ist es nun für Tasteninstrumente gedacht? Oder für ein Instrumentalensemble? oder gar ein Kammerorchester? oder für nichts?
Letzterer Hypothese bringe ich einige Sympathie entgegen. Es erscheint für mich absolut denkbar, in der Kunstder Fuge so etwas wie Bachs musikalisches Testament, ja sogar eine Grabrede der Fugenkunst, zu sehen. In diesem Testament sind sozusagen die polyphonen Möglichkeiten des wohl größten Meisters dieser Satzkunst dokumentiert. Viele Kunstgriffe sind ja hörtechnisch nicht oder nur sehr rudimentär nachvollziehbar. Daher kommt für mich in diesem Fall der Begriff "Augenmusik" sehr wohl in Frage.

Bedingt durch die unklare Besetzung möchte ich mehrere Aufnahmen in den Raum stellen, die mich jede auf ihrer Art und Weise berührt hat:
amazon.de

amazon.de

amazon.de
Hier sollte eigentlich das Cover und der Link zur Aufnahme der Kunst der Fuge mit Jordi Savall stehen

Mit Absicht kommentiere ich die einzelnen Aufnahmen zunächst nicht und warte auf Eure Meinungen zum Thema "Kunst der Fuge"

P.S: Kann mir jemand mal erklären, warum öfters mal eine per Amazon oder JPC-Button einfügte CD nicht in meinem Beitrag gelistet wird


[Beitrag von flutedevoix am 25. Jan 2011, 12:06 bearbeitet]
Szellfan
Hat sich gelöscht
#108 erstellt: 25. Jan 2011, 13:24
...hier erstmal das Bild:
Bach KDF Savall
Ja, die hätte ich dann auch noch genannt.
Obwohl ich lange gebraucht habe, mich mit diesem dunklen Klangbild anzufreunden, das eher in der Renaissance verhaftet zu sein scheint.
Aber Savall gelingt es für mich damit, einzelne Stimmen gut hörbar zu machen ohne einen Gesamtklang zu verlieren.

Vielleicht ist es ja tatsächlich Augenmusik, vielleicht aber doch für das Cembalo, gar das Hammerklavier oder doch die Orgel gedacht?
Vielleicht steht einer anderen Lesart des Werkes ja unsere allzu große Ehrfurcht vor diesem Vermächtnis im Wege?

Einen Weg hat Rinaldo Alessandrini beschritten, den ich sehr gelungen finde. Ein Kammerorchester fast, gemischt besetzt.
Er versucht ganz bewußt "Ohrenmusik" zu machen, ja sogar, empfindsame Klänge zuzulassen, schließlich waren Bachs Lieblingskomponisten in seinen späten Jahren nachweislich die Brüder Benda und Graun!
Bach Alessandrini
Einen ähnlichen Weg beschreitet Bernard Labadie bei Dorian.
(Hier hab ich kein Bild)
Gefällt mir beinah noch besser. Eine sehr durchdachte Lesart, eher dem Klang eines Concerto Grosso verpflichtet.
Absolut positiv überrascht hat mich dahingehend auch seine Bearbeitung der "Goldberg- Variationen". Ich mag Bearbeitungen nicht sehr, aber das ist so geschickt und einfühlsam gemacht, daß man sich das kaum anders noch vorstellen kann.
Les+Violons+Du+Roy
Aber ich schweife ab. Die "Kunst der Fuge" auf dem Cembalo scheint mir am wahrscheinlichsten.
Da, wie so oft, Gustav Leonhardt, aber auch Davitt Moroney
sehr überzeugend.
Soweit von mir zunächst.
Herzliche Grüße, Mike


[Beitrag von Szellfan am 25. Jan 2011, 13:26 bearbeitet]
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