Beyerdynamic T1/A1 - Probehören bei DIR zu Hause! - Reviews

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Hüb'
Moderator
#1 erstellt: 31. Mrz 2011, 14:55


Hallo,

bittet postet eure Reviews aus dieser Sammeltestaktion hier.

Bei Fragen und gewünschten Hilfestellungen bei der optischen Gestaltung, bitte einfach eine PN an mich.

Hier ein Inhaltsverzeichnis in der Reihenfolge des Probehörens:

1. Remanerius
2. elektrosteve
3. zuglufttier
4. McMusic
5. HuoYuanjia
6. marathon2
7. ZeeeM
8. leider kein Review erstellt.
9. petitrouge
10. lyticale
11. Intraaural
12. leider kein Review erstellt.
13. Brotrinde
14. iznt
15. burki111
16. Werther's Original
17. ultrasound
18. comox
19. slickride
20. newdm
21. The_Duke
22. cosmopragma
23. alex1611
24. My$ter¥
25. MDex

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 01. Nov 2011, 22:09 bearbeitet]
elektrosteve
Inventar
#2 erstellt: 16. Apr 2011, 09:19
02. elektrosteve

Die Woche mit dem T1/A1 Gespann ist nun um und ich möchte mich bei Beyerdynamic für diese tolle Leihgabe bedanken.

Fangen wir doch gleich beim Kopfhörer selbst an. Er ist toll verarbeitet und ist nicht zu schwer. Sitzt gut auf dem Kopf und berüht kaum die Ohren. Das Velourpolster ist aber leider anfällig für Staub und Fussel. Ausserdem ist das Kabel einwenig widerspenstig. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Man kann mit dem T1 auch den Kopf nach vorne neigen ohne das der KH verrutscht oder runterfällt wie beim HD800. Das Tragegefühl würde ich aber bei beiden als sehr gut bezeichnen.
Ich hatte auch die Möglichkeit das alte und das neue Kopfband zu vergleichen und das neue ist deutlich bequemer, das Leder ist angenehmer und weicher und die Rasterung funktioniert feiner. Wer also das Kopfband noch nicht gewechselt hat, sollte das tun.

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Über den A1 gibt es nicht viel zu berichten ausser, dass er eine ähnlich tolle Verarbeitung aufweist.

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Isolation ist natürlich bei einem offenen KH nicht gegeben. Also nichts für eine laute Umgebung aber das sollte klar sein.

Kommen wir nun zum Klang. Ich würde den T1 auf jeden Fall als hell aber nicht unbedingt als kühl bezeichnen. Dadurch klingt er klar und offen aber direkt am Yulong U100 angeschlossen hat er einen leicht anstrengenden oberen Hochtonbereich. Der A1 zeichnet die Höhen einwenig weicher und rundet den Peak. Überhaupt klingt der T1 am A1 harmonischer. Die Bühne wird breiter, der Hochton angenehmer und der Bass präsenter. Mit dem sehr günstigen Yulong würde ich ihn nicht mehr verbinden wollen, was ich eigentlich vor hatte.
Eventuell hätte ein besserer D/A Wandler noch mehr aus dem KH rausholen können.

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Die Mitten sind hingegen sind selbst am Yulong wunderbar. Färverbungsfrei, nahtlos, klar, transparent und plastisch. Weder vordergründig noch zurückgesetzt. Stimmen und Instrumente klingen sehr natürlich. In die Mitten habe ich mich verliebt.

Der Bass ist schön fest und kommt tief runter. Hinter dem Tiefbass ist auch Druck, sodass er nicht so untergeht wie beim HD800. Ich würde sogar sagen, dass das der beste Bass den ich bis jetzt gehört habe. Jedenfalls ist er ganz nach meinem Geschmack.

Der T1 spielt direkter und intimer als der HD800. Er fügt der Räumlichkeit nichts hinzu. Lieder mit wenig Räumlichkeit können also auch mal eng klingen aber gute Aufnahmen klingen sehr weiträumig. Töne kommen manchmal wie aus dem Off.

Auflösung ist fantastisch. Ich habe tatsächlich neue Hintergrundgeräusche bei manchen Liedern entdeckt. Dynamik kommt auch nicht zu kurz.

Höhenliebhaber werden beim T1 voll auf ihre Kosten kommen.

In der Handhabung ist der T1 unproblematischer als der grosse HD800 wo man immer aufpassen muss die Aussenschale nicht einzudrücken. Der T1 ist also besser für den Alltag gerüstet.

Mittels Adapter habe ich mal den T1 am iPod Touch 4G angeschlossen. Die Lautstärke reicht zwar aus aber es klang etwas dünn. So konnte ich mit dem T1 auf dem Kopf durch die Wohnung gehen und dabei die Qualitäten (teilweise) des T1 überall geniessen.

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Vergliechen mit dem Westone W4 klingt der T1 leichter im Klang aber mit einer noch besseren Auflösung und Dynamik. Die Mitten waren klarer und die Bühne grösser. Räumlichkeit ist prinzipbedingt natürlich grösser beim T1.

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[Beitrag von Hüb' am 16. Apr 2011, 19:01 bearbeitet]
Remanerius
Inventar
#3 erstellt: 17. Apr 2011, 18:50
01.) Remanerius

Beyerdynamic T1 und A1 – Review von Remanerius

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Hallo liebe Hifi-Freunde!

Ich bin froh, euch hiermit mein erstes richtiges Review präsentieren zu dürfen.
Vorweg findet ihr eine kleine Übersicht, wie mein Review strukturiert ist:

1.)Vorgeschichte
2.)T1
- Allgemeine technische Daten
- Haptik, Optik und Komfort
- Klang
- Vergleich mit Sennheiser HD800
- Vergleich mit Westone UM3X
- Fazit
3.)A1
- Allgemeine Informationen
- Haptik und Optik
- Mein Eindruck
- Fazit
4.)Gesamtfazit

Nun setzt euch hin, nehmt euch etwas zu trinken und zu knabbern und los geht’s:


1.) Vorgeschichte
Zu Anfang möchte ich euch ein bisschen etwas über meine
"Hifi-Karriere“ mitteilen, sodass ihr einen Eindruck von mir
und meinen Hörgewohnheiten bekommt. Außerdem werde ich
euch verraten, wie es dazu gekommen ist, dass ich die Kombo
A1/T1 testen durfte.
Im Mai 2010 habe ich meinen ersten hochwertigeren Kopfhörer
geschenkt bekommen – den Audio-Technica ATH-ANC7b.
Wenige Tage später habe ich ihn schon zurückgegeben. Die
Bühnendarstellung war schlecht – die Bühne hatte Brüche-
außerdem hat er mir zu stark gekickt und er war mir zu hart
vom Klang. Daraufhin habe ich überlegt, was ich nun mit dem
Geld anfangen soll, und habe mir schließlich zwei Monate
später relativ überstürzt die Westone UM3X bestellt. Die
haben mir gefallen und seitdem bin ich mit ihnen am iPod
Touch 3G glücklich. Andere hochwertige Kopfhörer besitze
ich nicht.
Ende März 2011 schließlich habe ich im Hifi-Forum von einer
Aktion gelesen – Beyerdynamic verschickt den T1 und den A1
an Forenmitglieder, die diese Kombo eine Woche lang testen
dürfen. Ich habe nicht lange gezögert und mich angemeldet.
Da ich zur rechten Zeit am rechten Ort war, bin ich auch
der erste gewesen, der diese Kombo testen durfte. Außerdem
habe ich an der Sennheiser HD800-Testaktion teilgenommen.
Wieso habe ich das getan, wo ich doch mit meinen UM3X
glücklich bin? Nunja, ich wollte weitere Erfahrungen mit KH
sammeln und mal die Möglichkeit haben, einen großen,
offenen zu hören, der später mal eine tolle Ergänzung zu
meinen InEars sein könnte. Außerdem bietet sich diese
Gelegenheit natürlich nicht täglich.
So, dann geht’s jetzt ans Eingemachte!



2.) Beyerdynamic T1
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Allgemeine technische Daten (T1)
Übertragungsart: Kabelgebunden
Bauweise: Halboffen
Impedanz: 600 Ω
Übertragungsbereich: 5-50.000 Hz
Kennschalldruckpegel: 102 dB
Bauform: Ohrumschließend
Stecker: 6,35 mm Stereo-Klinkenstecker
Gewicht: 350g

Die halboffene Bauweise hat zur Folge, dass der T1
überhaupt nicht isoliert. Dies sollte man im Hinterkopf
behalten, da man für ein ungestörtes Hörvergnügen
schon viel Ruhe braucht. Dabei ist der Lüfter im Computer
genauso wenig zuträglich wie jemand, der zwei Zimmer
weiter einen Geschirrspüler ausräumt, da man sich dann
nur schwer fallen lassen kann.


Haptik, Optik und Komfort (T1)
Es soll wohl mal jemand gesagt haben:„Wenn etwas den
3. Weltkrieg überlebt, dann ist das ein Kopfhörer von
Beyerdynamic.“ Das trifft auch auf den T1 zu. Der KH ist
aus massivem Metall gefertigt, am Kopfband findet sich eine
dünne Polsterung aus Leder. Die Ohrpolster sind aus
Velours. Oben auf dem Kopfband und an der Seite an den
interessant gemusterten Muscheln findet sich der
Firmenschriftzug. Aufdrücke an den Aufhängungen verraten
auch, dass es der T1 ist und wie man ihn richtig herum
aufsetzt. Die Verarbeitung ist perfekt und die
Gesamtanmutung ist absolut hochwertig. Das Aussehen ist
immer Geschmackssache, mir persönlich gefällt er gut.

So sehr die Fertigung aus Metall auch hochwertig wirkt, so
sehr hat sie auch Auswirkungen auf den Komfort. Der T1 ist
schwer. Für längere Hörsessions war er mir sogar zu schwer.
Dazu kommt auch der relativ starke Anpressdruck. Dies war
für mich besonders unangenehm, da er aufgrund seiner großen
Muscheln und seines starken Anpressdrucks relativ stark auf
meinem Kiefer auflag. Dafür saß er wenigstens fest auf dem
Kopf. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es bei Kopf- und
Kieferbewegungen in den Ohrmuscheln geraschelt hat.
Ich bin mir nicht ganz sicher, woher die Geräusche kamen,
vermute aber, dass es die angewinkelte Halterung der
Treiber war. Also das, was man sieht, wenn man in die
Ohrmuschel hereinblickt.

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Massiv und sauber verarbeitet

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Die angewinkelten Treiber

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Der Schriftzug auf dem Kopfband


Klang (T1)
Kommen wir nun zum wohl interessantesten Punkt.
Vorweg möchte ich an eines erinnern: Klangwahrnehmung
ist subjektiv. Folglich wird es auch nie ein 100%ig
objektives Review geben. Das gilt natürlich auch für mein
Review, das ihr gerade lest. Behandelt das also bitte im
Hinterkopf.

Beginnen wir mit der Auflösung. Als ich den T1 zum
ersten Mal aufhatte, war ich erstaunt, wie viel mir die
UM3X noch verborgen hatten. Der Auflösungsgrad des T1
ist, im positiven Sinne, einfach abartig. Da gibt es so viele
Sachen, die man zum ersten Mal so detailliert hört, oder
Sachen, die vorher eigentlich schon da waren, einem aber
erst jetzt auffallen. Dies macht sich besonders bemerkbar,
da einem durch die helle Abstimmung des T1 die Details
förmlich entgegengeschleudert werden. Trotzdem schafft er
es, dass er nicht zu stark seziert und die Musik „unhörbar“
macht.

Bei der Bühne war ich etwas überrascht. Sie ist
absolut natürlich, ohne merkwürdige Übergänge und
sauber in sich geschlossen, von der Qualität also nicht zu
beanstanden. Allerdings ist sie trotz der angewinkelten
Treiber noch relativ „In your face“ und nicht sehr groß.
Auch wenn ich das anders erwartet hatte, war es für mich
dennoch nicht störend.

Die Höhen sind präsent und betont, der T1 ist hell
abgestimmt. Sie könnten aber zum Teil feiner sein und
mir persönlich war es auch zu viel des Guten, da der T1
bisweilen zum Zischeln, Schneiden und zu Schärfe neigt.
Huss und Hodn und Torch wurden aufgrund starker
Zischlaute nahezu unhörbar. Bei Glory Box von Portishead
schnitten die Geigen derart, dass es für mich hart an der
Grenze des Erträglichen war.

Die Mitten empfand ich als ziemlich kühl. Schlägt sich
der T1 bei Instrumentalmusik noch ziemlich gut, so sind
Stimmen meiner Meinung nach seine Achillesverse.
Stimmen klingen dünn und hart, bisweilen sogar metallisch
und künstlich. Beth Gibbons oder Melody Gardot habe ich
schon um einiges besser gehört.

Beim Bass fällt zuerst auf, dass er unglaublich detailliert,
konturiert und trocken ist. So habe ich zum ersten Mal
bei diesem Lied die Triple Bass im Hintergrund
wahrgenommen, die der T1 ohne mit der Wimper zu
zucken absolut sauber und schnell darstellt. Genauso
waren Kontrabässe ungewohnt detailliert. Der Bass ist
außerdem relativ stark, leider jedoch hat der T1, vielleicht
auch durch die helle und kühle Abstimmung, ganz unten
nicht viel zu bieten. Bei Evil Dub wurde das Knistern
in den Vordergrund gerückt und detailliert dargestellt, von
dem „Magmagrummeln“ des Tiefbasses, der stark in den
Hintergrund rückte, war allerdings nichts zu spüren.
Genauso lösten manche Lieder, wie z.B. It's Tricky,
einen Wow-Effekt aus, der sich aber relativ schnell
wieder einstellte, da es durch den fehlenden
Tiefbass relativ hohl klang. Somit war es ein
„Wumms ohne Essenz“.

Eine Besonderheit sei noch erwähnt: Der T1 stellt schlecht
aufgenommene Stücke wie z.B. My Generation oder
Straight outta Compton sehr gut da. Dies ist mir persönlich
wichtig, da es nun mal Musik gibt, die man liebt, aber die
nicht Hifi-tauglich aufgenommen worden ist. Der T1 verdirbt
einem solche Musik aber zum Glück nicht, sondern macht
sie sogar relativ gut hörbar.


Vergleich mit dem Sennheiser HD800 (T1)
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Wie gesagt habe ich auch an der HD800-Testaktion
teilgenommen. Da der HD800 aber ca. 1,5 Wochen später bei
mir war konnte ich die beiden Kopfhörer nicht direkt
miteinander vergleichen. Der Vergleich basiert also auf
Erinnerung und auf dem, was ich mir notiert habe. Bitte
bedenkt das.

Der HD800 ist im Gegensatz zum T1 aus Kunststoff gefertigt.
Dies schaut nach einer anderen, eher pragmatischen
Herangehensweise bei der Entwicklung aus: So wirkt der
Sennheiser zwar nicht so hochwertig wie der Beyerdynamic,
dafür aber ist er auch leichter und eignet sich gut zu
längeren Hörsessions. Vom Komfort her ist er schlichtweg
anders: Was der T1 nicht so gut macht, macht der HD800
besser, aber auch umgekehrt. Der Beyer hatte relativ
starken Anpressdruck, saß dafür aber auch sehr stabil.
Der Senni dagegen liegt nicht so fest auf und wirkt relativ
flexibel, sodass er sich dem Kopf gut anpasst, dafür aber
verrutscht er bei Kopfbewegungen schnell. Headbanging
ist da überhaupt nicht drin. Außerdem stoßen meine Ohren
beim Sennheiser manchmal innen gegen die Muscheln.

Von der Auflösung her kann ich sie aufgrund der Zeit-
differenz nicht miteinander vergleichen. Aus der Erinnerung
habe ich aber das Gefühl, dass einem die hohe Auf-
lösung des T1 durch seine Helligkeit stärker entgegen
sprang. Die Bühne des HD800 ist dagegen deutlich größer
und weniger intim als die des T1. Bisweilen ergibt sich so
ein „Dolby Surround-Effekt“, wirklich unnatürlich wird sie
aber nicht.

Die Höhen sind beim HD800 gleichermaßen präsent,
aber feiner und weicher gezeichnet, sodass sie mir trotz
gelegentlichen Zischelns nicht schmerzhaft wurden.
Die Mitten sind neutral bis minimal warm und Stimmen
klingen natürlich. Dies meistert der HD800 deutlich besser.
Auch hier klingt der HD800 etwas weicher als der harte T1.
Der Bass hat erstaunlich viel Wumms. Aus der Erinnerung
zwar weniger als der T1, aber dafür ist der HD800 auch ganz
unten präsent, was das ganze druckvoller und nicht so hohl
klingen lässt.

Nicht so gut schlägt sich der HD800 bei schlechten
Aufnahmen. Mit ihm ist manches wirklich an der Grenze des
Unhörbaren, das hat der T1 um einiges besser gemacht.
Entgegen mancher Meinungen im Forum empfinde ich den
Sennheiser übrigens durchaus als Allrounder. So haben mir
nicht nur Mozart und Beethoven sondern auch Rakim
und Run DMC mit ihm gefallen.


Vergleich zu den Westone UM3X (T1)
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Die UM3X bewegen sich in einem anderen preislichen Rahmen
als der T1 und unterscheiden sich auch dahingehend, dass
sie InEars sind. Da sie aber seit einem Dreivierteljahr meine
Hauptkopfhörer und somit auch mein bisheriger Referenz-
klang sind, an den ich gewöhnt bin, möchte ich euch einen
kleinen Vergleich nicht vorenthalten.

Von der Haptik wirken die UM3X deutlich weniger hochwertig
als der T1. Allerdings lassen sich InEars und große,
offene Kopfhörer dahingehend kaum vergleichen, da sie
unterschiedlichen Anforderungen genügen müssen.
Somit lasse ich diesen Vergleich mal außen vor.

Hinsichtlich der Auflösung sehe ich die Westones unter dem
Beyer. Sie sind zwar an normalen Maßstäben gemessen schon
verdammt gut und spielen an der Obergrenze dessen, was mit
Universal InEars derzeit möglich ist, allerdings hat mir der T1
noch so manches aufgezeigt, was ich vorher gar nicht wahr-
genommen habe. Die Bühne der UM3X ist prinzipbedingt
deutlich kleiner und intimer, außerdem ist sie linearer und
weniger dreidimensional.

Klanglich sind die beiden sehr unterschiedlich. So ist der
UM3X bedeutend wärmer und die Mitten sind betont. Genauso,
wie ich die Stimmen beim T1 zu dünn und hart fand, wird es
wohl einige geben, die den Westones umgekehrt attestieren,
dass sie dort zu dick auftragen. Die Höhen des UM3X sind
nicht betont, sondern eher abrollend. Manchem Hochton-
liebhaber könnten sie also im Vergleich zum T1 zu dumpf
klingen, dafür werden sie aber auch nie scharf.
Der Bassbereich der Westones ist weniger konturiert als
der des T1, sondern eher „brummig“ und auch ausgeprägter.

Wenn man vor der Entscheidung steht, sich einen UM3X
(oder auch einen anderen Universal- oder Custom-InEar)
oder einen T1 zuzulegen, muss man sich aber auch die
Unterschiede zwischen den Systemen bewusst machen.
So sind InEars auch unterwegs nutzbar, da sie kleiner sind
und isolieren, dafür bieten sie aber prinzipbedingt weniger
Luftigkeit und Bühne, wobei manche aber gerade diese
Intimität lieben. Außerdem sind Universal-InEars
hinsichtlich des Sitzes um einiges komplizierter als ein
großer, offener Kopfhörer. Einen T1 kann man sich einfach
aufsetzen und loshören, bei InEars muss man erst die
richtigen Aufsätze finden und dann auch immer wieder
korrekten Seal bekommen.
Welches System einem schließlich mehr zusagt, ist
verschieden und sollte einfach ausprobiert und hin-
sichtlich der Anwendungsbereiche entschieden werden.


Fazit (T1)
Mein Eindruck nach der ersten Hörstunde war: „,Mir ist kalt
und ich habe Kopfschmerzen.“ Dies hat sich zum Glück mit
längerer Hörzeit relativiert, aber komplett verschwand
dieses Gefühl nie. Daher mutmaße ich mal: Wer hochtonaffin
ist und vorwiegend instrumentale Musik hört, wird mit dem
T1 ziemlich sicher glücklich werden. Wer, wie ich, etwas
empfindlich auf Höhen reagiert, sollte den Beyer auf alle
Fälle testen, bevor er zuschlägt. Nichtsdestotrotz ist die
Auflösung des T1 sehr gut und besonders die hochwertige
Anmutung erwähnenswert. Jetzt kommt sicher die Frage: „Ist
der Sennheiser HD800 besser?“ Dazu sage ich: „Nein. Er ist
nur anders.“ Dieses „anders“ geht in meinem Fall in die
richtige Richtung, aber das ist bei jedem anders. In dieser
Preisklasse nehmen sich die Kopfhörer in ihren technischen
Qualitäten nicht mehr viel, sodass die Entscheidung vor
allem vom Sounding abhängt, das nun einmal individuell
gefällt. Daher auch wie immer die Empfehlung: Wenn du zu
einer abschließenden Entscheidung kommen willst, kommst
du ums Probehören nicht herum.



3.) Beyerdynamic A1
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Allgemeine Informationen (A1)
Abmessungen: 250x225x50 mm
Gewicht: 3,245 kg
Eingangsimpedanz: 50 kΩ
Maximalverstärkung: 18 dB
Frequenzganz: 1-100 kHz (-1dB)
Ausgangsleistung: 100-150 mW
Ausgangsimpedanz: 100 Ω (KH-Ausgang)

Ihr entschuldigt, wenn ich an dieser Stelle nicht auf
besondere Bauteile im Inneren und ihre Wertigkeit eingehe.
Einerseits habe ich dazu nicht das fachliche Wissen und
außerdem finde ich es bisweilen befremdlich, wenn eine
heftige Diskussion über die Hochwertigkeit der verwendeten
Bauteile geführt und dabei ganz außer Acht gelassen wird,
ob der Verstärker überhaupt funktioniert und das gewünschte
Ergebnis liefert.


Haptik und Optik (A1)
Ebenso wie wahrscheinlich alles andere von Beyerdynamic
ist der A1 absolut massiv gefertigt und sauber verarbeitet.
Genauso wie der T1 hat er eine hochwertige Anmutung. Das
Design ist wie immer Geschmackssache, mich persönlich
erinnert er jedoch etwas an Kinderwagen und Tupperdosen.
Ein bisschen mehr „Kernigkeit“ hätte ihm aus meiner Sicht
gut getan.

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Die Vorderseite

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Die Rückseite


Mein Eindruck (A1)
Wie ihr bereits sehen konntet, habe ich noch keine große
Erfahrung mit Kopfhörerverstärkern. Allerdings habe ich
relativ klare Erwartungen an einen KHV: Er soll mir den
Klang so verstärken, dass ich meinen Kopfhörer an jede
beliebige Quelle anschließen kann. Außerdem soll er den
Klang nicht verfärben, sondern so belassen, wie er ist. In
dieser Hinsicht war ich mit dem A1 vollkommen zufrieden.
Er hat sich neutral verhalten und nichts verfremdet,
außerdem klang er sehr detailliert. Die Quelle hat kein
Problem dargestellt, so konnte ich den T1 mit A1 auch am
iPod hören. Insofern ist ein KHV sicherlich besonders
lohnenswert, da ein MP3-Player oder auch ein Computer
beim Musikhören komfortabel sind.

Neben dem Lautstärkeregler, einem 6,35mm Stereo-
Klinkenausgang und einem Standby-Schalter finden sich auf
der Vorderseite noch zwei Knöpfe, mit denen man geräuschlos
die Quelle wechseln kann. Der Beyerdynamic A1 besitzt
nämlich auf der Rückseite neben einem Cinch-Ausgang ganze
zwei Cinch-Eingänge. Somit kann man zwei verschiedene
Quellen einstöpseln und bei Bedarf auswählen. Dies macht
sich besonders gut, wenn man z.B. T1 und A1 sowohl zum
Musikhören als auch zum Fernsehen nutzen will. Dann
erübrigt sich lästiges Umstöpseln, denn die Quelle ist mit
einem Knopfdruck gewechselt.

Mein einziger Kritikpunkt beim A1 ist, dass er mit nieder-
ohmigen Kopfhörern, wie z.B. meinen Westone UM3X, stark
rauscht. Auch wenn der A1 nicht primär für den Betrieb
mit niederohmigen KH ausgelegt ist, finde ich das
dennoch enttäuschend.


Fazit (A1)
Wie man bereits herauslesen konnte, erfüllt der A1 für mich
seinen Zweck und ich habe nicht viel zu beanstanden. Wenn
ich mir allerdings den Preis anschaue, muss ich sagen, dass
er mir für das Gebotene deutlich zu teuer ist. Bevor ich
also überlegen würde, ihn mir anzuschaffen, würde ich
zuerst nach Alternativen in niedrigeren Preisregionen
schauen, die sich sicherlich finden lassen.



4.) Gesamtfazit
Nun wird es Zeit, ein paar abschließende Worte zu finden.
Ich muss sagen, die Testaktion hat sich für mich sehr
gelohnt. Ich habe die Möglichkeit bekommen, hochwertiges
Equipment ganz in Ruhe zu testen. Somit konnte ich meine
Erfahrungen mit Kopfhörern und Kopfhörerverstärkern
erweitern. Ich konnte hören, was alles möglich ist, aber
auch, was mir davon gefällt. Denn in nicht allzu ferner Zeit
werde ich sicher nach Ergänzungen zu meinem bisherigen
Equipment suchen – sei es, weil ich das „mehr und besser“
ausreizen möchte, sei es, weil ich verschiedene
Klangprofile ausprobieren will. Weiterhin war diese
Testaktion für mich sehr wertvoll, da ich einmal mehr
erfahren habe, wie wichtig es ist, selber Probe zu hören,
und das auch konnte. Nach den Beschreibungen, die ich
vorher mal quer gelesen hatte, hatte ich eine ganz andere
Vorstellung, die ich nun durch meine persönlichen Eindrücke
revidieren konnte. Dementsprechend bedanke ich mich bei
den Moderatoren für die Organisation dieser Aktion und
natürlich bei Beyerdynamic, die dieses Probehören möglich
gemacht und gut unterstützt haben – so stand auch ein
Mitarbeiter zur Verfügung, den man bei Fragen kontaktieren
konnte und der, als ich meinen Namen genannt habe, sofort
wusste, mit wem er spricht. Dafür ein großes Dankeschön.


Ich hoffe, das Review hat euch weitergeholfen, einen
interessanten Einblick gegeben und vielleicht auch ein
bisschen unterhalten.

Viele Grüße,
Remanerius

Edit Moderation: Links repariert.


[Beitrag von Bad_Robot am 02. Nov 2011, 09:54 bearbeitet]
zuglufttier
Inventar
#4 erstellt: 23. Apr 2011, 14:54
03.) Zuglufttier
Eins vorweg: Das Review als etwas hübscheres PDF-Dokument befindet sich hier: http://www.kopfhoererforum.com/pdf/Review_Beyerdynamic_T1_A1.pdf

Für ein paar Euro mehr...
oder wieviel darf ein Kopfhörer kosten?

DSC_1442

Bericht und Fotos: Zuglufttier



An dieser Stelle möchte ich den Moderateren des Hifi-Forums sowie den Mitarbeitern von Beyerdynamic danken, die diese tolle Aktion ermöglicht haben. Ich werde meinen Bericht in mehrere Teile gliedern und zunächst die Produkte einzeln beschreiben und dann zum Schluss meine Erfahrungen zusammenfassen.

Beyerdynamic T1
Auf den ersten Blick könnte der Verdacht aufkommen, Beyerdynamic hätte den DT880 abermals neu aufgelegt, doch auf den zweiten Blick gibt sich der T1 mit seiner deutlich aufgewerteten Optik zu erkennen. Die Kopfhörer von Beyerdynamic sind bereits für ihre Robustheit und Langlebigkeit bekannt und diese Attribute treffen auch auf den T1 zu.

Der Beyerdynamic T1 von seiner besten Seite.
Der Beyerdynamic T1 von seiner besten Seite.

Das Kopfband besteht an der Unterseite aus sehr weichem Leder und ist ausreichend dick gepolstert, um langen Hörsessions nicht im Wege zu sein. Die Kopfpolster aus der ersten Serie waren für mich noch ein echter Kritikpunkt. Die Ohrpolster sind, wie bei Beyerdynamic üblich, aus Velours und bieten meiner Meinung nach einen guten Kompromiss zwischen Preis, Komfort und Optik. Echtlederpolster sind als Ersatzteil nicht unbedingt günstig und auch die Schweißbildung dürfte mit den Velourspolstern weniger ausgeprägt sein.

DSC_1411
Das neue Kopfband ist, dank der dickeren Polsterung, deutlich angenehmer zu tragen und das realtive hohe Gewicht des T1 fällt somit kaum auf.

Das Kabel, Peacock MKII von Sommer Cable, sowie der Klinkenstecker von Neutrik sind sehr hochwertig und werden auch auf lange Zeit hin keine Probleme machen. Die beidseitige Kabelführung ist durchaus angenehm, da das Kabel relativ flexibel ist und somit nicht wirklich stört. Die Gabeln, welche die Ohrmuscheln halten, sind aus Metall gefertig und machen einen absolut vertrauenserweckenden Eindruck.
Für meinen Kopf ist der Tragekomfort auch über längere Zeit ausgezeichnet, es drückt nichts, die Ohren liegen frei in der Ohrmuschel und auch das Kopfband macht sich nicht bemerkbar.

Beyerdynamic A1

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Am Beyerdynamic A1 gibt es keinen echten Ein- und Ausschalter und das Poti fühlt sich nicht ganz so wertig an wie man es in dieser Preisklasse vermuten möchte.

Der Kopfhörerverstärker A1 besticht mit seiner modernen Optik und hochwertiger Verarbeitung. Bei diesem Modell ist der Kunststoff jedoch nicht ganz fest auf dem Gehäuse befestigt, wie dem Foto zu entnehmen ist. Ich nehme an, dass dies auf einen Transportschaden bzw. den Einsatz als Testgerät zurückzuführen ist. Die Geräte, die ich auf einer Messe besehen durfte, waren von diesem Fehler nicht betroffen.
Die Ausstattung ist, wenn der Kaufpreis berücksichtigt wird, durchschnittlich. Viele Leser hätten sich bestimmt noch eine digitale Schnittstelle oder gar einen USB-Anschluss gewünscht, um ein weiteres Gerät einzusparen.
Ich habe schon diverse Kopfhörerverstärker getestet und bin durchaus der Meinung, dass die Wirkung deutlich überbewertet wird. Dennoch setzt man sich irgendwann zwangsläufig mit dem Thema ein wenig intensiver auseinander, gerade weil die Meinungen hier sehr weit auseinander gehen. Kurzum: Der T1 klingt für mich am A1 nicht optimal, sondern eher ein wenig belegt.
Wie diverse Tests ja nun gezeigt haben, ist vor allem die Ausgangsimpedanz eines Kopfhörerverstärkers interessant, um zu ermessen, ob das Signal möglichst unverfälscht beim Hörer ankommt. Je niedriger die Impedanz, desto weniger beeinflusst sie die Wiedergabe. Optimal wäre also ein Verstärker mit einer Impedanz um 0 Ohm. Was sich die Entwickler bei Beyerdynamic dachten, als sie den A1 entwickelten, lässt sich somit nicht wirklich nachvollziehen. 100 Ohm Ausgangsimpedanz machen sich in diesem Fall bemerkbar und dafür braucht es ausnahmsweise keine Fledermaus- ohren. Vermutlich gefiel mir der T1 aufgrund dieser Tatsache dann auch am Funk LPA2 im Endeffekt besser.

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Nur analoge Anschlüsse finden an der Rückseite des A1 Platz, positiv sind die zwei an der Front schaltbaren Eingänge.

Zu erwähnen sei hierbei noch, dass Kopfhörer mit einem idealen, sprich linearen, Impedanzverlauf von diesem Effekt nicht betroffen sind. Da mir der Impdeanzverlauf des T1 nicht vorliegt, kann ich hier keine endgültigen Schlüsse ziehen. Im Zusammenspiel mit dem niederohmigen Sony MDR-Z1000 (24 Ohm, 108dB) war ein leichtes Grundrauschen auch bei Nullstellung des Potis zu vernehmen.
Davon einmal abgesehen, steht dem T1 ein Kopfhörerverstärker natürlich nicht schlecht, da er mit normalen Quellen eher leise aufspielt, für die allermeisten vermutlich zu leise. Gerade mobile Endgeräte sind hier oftmals überfordert.

Klang
Zunächst war ich etwas vom Flaggschiff aus Heilbronn enttäuscht, da sich ein Wow-Effekt einfach nicht einstellte. In diesem Fall ist das allerdings positiv zu bewerten, da der T1 relativ unspektakulär aufspielt und dennoch dabei Details präsentiert, die mit anderen Kopfhörern eher untergehen. Ich denke, das liegt zum größten Teil an der sehr sinnvollen Abstimmung durch die Entwickler. Die Höhen scheinen etwas angehoben zu sein, um Details in der Musik einfach heraushören zu können. Die Mitten dagegen scheinen mir weitestgehend neutral zu sein.
Transparent, detailreich aber nicht nervig. Das sind die Attribute, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich mit dem T1 höre. Der Bass ist in ausreichenender Menge vorhanden, wenngleich der eine oder andere etwas mehr Quanität wünschen wird. Aber auch diese Abstimmung finde ich klug gewählt, denn zu viel Bass trägt ebenso dazu bei, dass die Langzeitquali- täten eines Kopfhörers nicht gegeben sind. Der T1 macht mir bei allen Musikrichtungen Spaß und auch nach mehrstündigen Sessions wird der Klang nicht anstrengend aber auch nie blutleer.

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Die Verarbeitung ist durchgängig auf höchstem Niveau.

Die Klangbühne, die der T1 abbildet, wirkt glaubhaft und nicht überzogen. Eine gute Aufnahmen vorausgesetzt und es lassen sich einzelne Instrumente und andere Schallereignisse mühelos lokalisieren.
Wenn ich also meine Erkenntnisse zusammenfasse, ist Beyerdynamic die Abstimmung sehr gut gelungen. Dies setzt allerdings voraus, dass der Hörer auch eine eher neutrale Wiedergabe zu schätzen weiß.

Wieviel darf ein Kopfhörer kosten?
Um zurück auf die Eingangsfrage zu kommen, hier eine knappe Antwort: 890 Euro. Etwas weiter ausgeholt: Der T1 ist von der Verarbeitung, Robustheit sowie Tragekomfort dem Preis angemessen. Der Klang hingegen ist ja bekanntlich Geschmackssache und mir gefällt er insgesamt sehr gut. Es zeigen sich für mich noch einfach hörbare Steigerungen gegenüber den üblichen Verdächtigen im Preisbereich bis 500 Euro. Wie wir alle schmerzlich erfahren mussten, kosten die letzten Prozente beim Klang überproportional viel. Andererseits gibt es bereits für unter 200 Euro Kopfhörer, wie z.B. den DT990 Pro oder den AKG K701, die je nach Geschmack, nicht deutlich hinter dem Flaggschiff von Beyerdynamic liegen müssen.
Auch die Konkurrenz schläft nicht, jedoch gefiel mir der direkte Gegner aus deutschen Landen, der Sennheiser HD800, nicht so gut aufgrund seiner Abstimmung, die zuweilen doch anstrengend werden konnte, so dass hier und da einfach die Lust am Musikhören verging. Auch weiß mich die eher zeitlose Optik des T1 auf Dauer zu überzeugen, so dass ich jedem, der in diesem Preisbereich einen Kopfhörer sucht, den T1 ans Herz lege. Jeden wird er nicht überzeugen können, zu unterschiedlich sind doch die Geschmäcker.
Und was dürfen Kopfhörerverstärker nun kosten, mag sich nun der eine oder andere fragen. Auch ganz knapp: Nicht so viel. Da kommt es doch sehr auf die eigenen Anforderungen an. Bereits um 200 Euro gibt es einwandfreie Geräte, die neben einer niedrigen Ausgangsimpedanz auch noch einen USB-Anschluss bieten. Die Klangunterschiede zu teureren Geräte fallen sehr gering aus - für mich kein Grund dort Geld zu investieren. Hier verweise ich einfach mal an die Experten in dem Bereich aus dem Hifi-Forum.

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Testaufbau: Das Team von Beyerdynamic gespeist von der Terrasoniq Phase X64 USB.

Musik
Eine Auflistung der Alben, die ich bewusst während der Testphase mit dem T1 gehört habe. Natürlich habe ich noch einiges mehr ausprobiert aber nicht speziell notiert.

• Radiohead - Kid A
• Deltron 3030 - Deltron 3030
• Isan - Meet Next Life
• Fat Freddy's Drop - Based on a True Story
• Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle
• Jóhann Jóhannsson - IBM 1401, A User's Manual
• Mogwai - Young Team
• DJ Shadow - Endtroducing....


[Beitrag von zuglufttier am 23. Apr 2011, 14:55 bearbeitet]
McMusic
Inventar
#5 erstellt: 05. Mai 2011, 08:03
Zunächst einmal möchte auch ich mich ganz herzlich bei Beyerdynamic für die freundliche zur Verfügungstellung der Gerätschaften und bei der Moderation bei der organisatorischen Begleitung und Umsetzung der Aktion bedanken! Es ist mal wieder fantastisch, was sich durch dieses Forum für Möglichkeiten ergeben. Ich empfinde das absolut nicht als Selbstverständlichkeit und es zeigt einmal mehr, dass wir hier im Forum ein von den Herstellern respektierter Haufen sind und unsere Meinung zählt.

Zudem möchte ich natürlich nicht verleugnen, dass ich mich durchaus als Beyerdynamic-Fan sehe. Eine durchweg sympathische Truppe mit sehr guten Produkten.

Vorgeschichte

Für die, die es interessiert, möchte ich ein paar einleitende Worte über mich bzw. meinen „KH-Werdegang“ verlieren.

KH-Audio hat mich eigentlich schon seit der Kindheit fasziniert. Erstmals in Berührung mit einem Hifi-Kopfhörer kam ich bei meinem Vater. Er hatte sich einen AKG K240 gekauft. Ich weiß nichtmal, welche Version es war, aber ich mochte es, Musik über den AKG zu hören. Beim Auszug in meine Studentenbude habe ich den AKG mitgenommen und später an meine damalige Freundin verschenkt. Zwischenzeitlich war ich zur Boxenfraktion übergelaufen und hatte nur noch selten über KH gehört. Dann wollte ich auch abends mal Musik auf dem Balkon hören, ohne die Nachbarn (Miethaus) zu stören. Also kam (ich war damals völlig unwissend ) ein Sennheiser Funker ins Haus. Von dem war ich aber tonal so abgeschreckt, dass er a) fast nie benutzt wurde und ich b) auch davon ausging, es gibt keine gut klingenden KH mehr. Wie man sich doch irren kann ;-)

Der nächste Schritt kam dann mit der Anmeldung hier im Forum. Ich hatte mich als Novize etwas eingelesen. Nico schwärmte gerade von seinem Beyer DT770 und da ich mich auch eher als Bass-Head (gell Nico, Du hast Dich damals auch so bezeichnet. ) gesehen habe, hab ich mir direkt einen Beyer DT770 32Ohm (oh-my-God, warum nur 32 Ohm) aus der Manufaktur rausgelassen. Ich dachte mit den 32 Ohm kann ich ihn auch gut portabel betreiben. Parallel hab ich mir als Erstanschaffung aufgrund des Forums ein Paar Westone UM2 InEars gekauft. Diese sind auch heute noch in meinem Besitz und auch noch im Dauereinsatz (beim Ergo-Training – unverwüstlich, die Teile!). Der DT770 musste allerdings gehen und wich einem Audio-Technika ATH-A900 Ltd. Danach folgten diverse AKG K701 ein paar Grados (RS-1 und PS-1, den ich für nen Appel und nen Ei hier im Forum erworben hab), Audio-Technica ATH-W5000 (greatest Gurke of all times!), ein Denon D5000, ein Beyer DT880 Ed. 2005 und nochmal ein DT770, diesmal aber die 600 Ohm-Variante (die mir aber genauso nicht gefiel, wie die 32 Ohm-Variante). Neulich war auch noch ein Beyerdynamic DT-1350 für kurze Zeit bei mir. Oh, und ein HD800, den ich aber schließlich auch verkaufte. Schließlich blieb ich bei meinen Staxen: zunächst kam (bereits Anfang 2007) ein SR-007 Mk.I (Omega 2) mit einem umgelöteten SRM-727A. Dann wurde der 727 durch einen Rille Hybridamp ersetzt. Und schließlich gesellte sich letztes Jahr noch ein SR-404 Ltd. dazu. Somit bin ich bei meinem heutigen Setup, welches auch zu Vergleichen in diesem Review herangezogen wird (meist der Omega 2).
InEar-seitig gabs auch so einige Stationen. Zu den UM2 gesellten sich bald Shure E500, dann UE Triple.fis, dann der erste große Schritt zu Customs: UE11. Und schließlich die JH-13, die auch heute noch bei mir im Einsatz sind (bei absoluter Zufriedenheit meinerseits – sie werden auch für Vergleichszwecke bei diesem Review herangezogen).

Warum habe ich jetzt an dieser Review-Aktion teilgenommen? Nun, ich hatte schon einmal die Gelegenheit, den T1 für einen längeren Zeitraum (1 Woche) zu Hause zu testen (Danke nochmal NoXter). Damals hat er mich aber ehrlich gesagt nicht 100%ig überzeugt. Ich möchte meine Eindrücke nochmal verifizieren. Evtl. lags auch am falschen Amp damals, bzw. konnte ich den T1 nur an einem portablen KHV hören, da ich keinen KHV für dynamische KH mehr mein Eigen nenne.

Die Staxe sind mir wirklich ans Herz gewachsen, aber auf der anderen Seite brauche ich mal wieder einen „neuen Sound“. Zumindest ertappe ich mich dabei, wie ich manchmal mit den Hufen scharre und auf der Suche nach was Neuem bin. Vielleicht kann der T1 dieses „Neue“ sein.

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Herangehensweise

Ich habe mir im Vorfeld natürlich Gedanken gemacht, wie ich dieses Review aufbauen möchte. Dabei bin ich zu dem Schluß gekommen, folgende Gliederung vorzunehmen:

1.Verarbeitung/Haptik von T1 und A1
2.Generelle Einordnung der Klangsignatur des T1
3.Test von verschiedenen Musikstilen anhand von ausgewählten CD-Beispielen
4.Fazit

Ich beziehe mich bei meinen Bemerkungen natürlich immer auf die Kombination Beyerdynamic T1 an Beyerdynamic A1. Der KH-Ausgang des A1 weist eine Impedanz von 100 Ohm auf, was grundsätzlich dazu führen kann, dass ein KH nicht 1:1 so klingt, wie an einem Verstärker mit 0 Ohm Ausgang. Die Unterschiede sollten jedoch aufgrund der hohen Impedanz des T1 (600 Ohm) eher marginal sein.

1. Verarbeitung/Haptik

Als ich das Paket mit den beiden Probanden vor mir sah, war ich zunächst mal erstaunt: relativ klein und auch gar nicht so schwer. Schnell das Paket geöffnet, offenbarte sich mir ein kleinerer Karton in dem größeren Versandkarton. Auf diesem kleineren Karton wahren ein paar Grußworte von Beyerdynamic zu lesen und die Inhaltsangabe, was sich im Paket befindet. Die beiden Geräte, T1 und A1, waren ohne Produktverpackungen in einer Beyerdynamic-Tasche aus festem Stoff verpackt, welches wiederum in dem kleinen Karton steckte.

Die Gerätschaften waren schnell inspiziert. Beide Geräte wirken auf den ersten Blick sehr solide. Zunächst zum T1. Die Form des T1 erinnert einen unmissverständlich an die Bauform der Premium-Edition-Modelle von Beyerdynamic. Auch von der Größe her entsprechen die Hörer-Muscheln und der Bügel des T1 denen der DT770/880/990 Edition 2005 Modelle. Bei den Polstern kommen schwarze Velour-Polster zum Einsatz, wie wir sie auch bereits kennen.

Bei der Muschel-Aufhängung und der Muschel-Abdeckung werden jedoch Andere, hochwertig wirkende Materialien eingesetzt. Überhaupt wird das „Metallgitter“ auf den Muschelrückseiten sehr edel und hochwertig. Das Kopfband ist in weiches Leder gehüllt. Es handelt sich wohl um die neue Version des Kopfbandes mit „dickerer“ Polsterung (die ersten T1 hatten ja eine dünnere Polsterung).

Insgesamt kann man beim Erscheinungsbild von einem gelungenen, traditionellen Beyerdynamic-KH sprechen, der die Formensprache der Premium-Edition-Modelle sehr schön aufgreift und das Portfolio nach oben (auch im Hinblick auf Wertigkeit) abrundet.

Vom Tragekomfort her war ich allerdings beim T1 etwas negativ überrascht. Zum Einen empfand ich die Ohrmuscheln als nicht besonders üppig (gut, das war bei DT770/880/990 auch schon der Fall), zum Anderen führt die schwarze Version der Velour-Pads (im Gegensatz zu den vom Tragekomfort her exzellenten silbernen) bei mir dazu, dass mir relativ schnell warm wird unter den Muscheln. Ich könnte mir vorstellen, dass der T1 sich nicht unbedingt als Sommer-KH für Temperaturen um die 30 °C eignet. Da empfinde ich die kühlen Lederpads meines Stax SR-007 durchaus als angenehmer. Auch das Kopfband bzw. der Sitz des KH auf dem Kopf hat mich nicht vollend überzeugt. Zwar ist die Polsterung am Kopfband sicherlich ausreichend, jedoch verteilt sich das Gewicht des KH trotzdem auf einen relativ kleinen Bereich, so dass man IMHO schon deutlich merkt, dass man einen KH auf der Rübe hat. Auch hier der Vergleich zum SR-007, der ein relativ breites und bequem(ere)s Kopfband hat. Insgesamt kann man den T1 aber nicht als unbequemen KH bezeichnen. Meine Kritikpunkte spielen sich auf hohem Niveau ab.

Der A1 macht auch verarbeitungstechnisch einen sehr hochwertigen Eindruck. Vom Design her gefällt er mir zwar nicht (dieses außen rum gezogene Gummi ist schon etwas gewöhnungsbedürftig), allerdings ist das Geschmackssache. Beyerdynamic hat ja mal berichtet, dass der T1 für den Betrieb am A1 optimiert wurde (was aus Sicht Beyerdynamic ja durchaus auch Sinn machen würde). Von daher hatte ich also die Möglichkeit, den T1 so zu hören, wie Beyerdynamic sich das in der Entwicklung des KH gedacht hat. Grundsätzlich erscheinen mir aber die aufgerufenen rund 900€ für den A1 ein wenig zu hoch. Wer jedoch einen spezifisch auf den T1 zugeschnittenen KHV sucht, kann sich natürlich auch den A1 anschauen. Von der Ausstattung her verfügt der A1 über Cinch Ein- und Ausgänge. An der Front befindet sich die KH-Klinkenbuchse, die – wie gesagt – 100 Ohm Ausgangsimpedanz aufweist.
Was mir noch negativ am A1 aufgefallen ist: Das Poti ist relativ schwergängig, kratzt aber (noch) nicht. Ansonsten möchte ich eigentlich nicht zu viel zum A1 schreiben, da es hier ja hauptsächlich um den T1 gehen soll.

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2. Generelle Einordnung der Klangsignatur des T1

Kommen wir nun zum Wichtigsten, der Klangbeschreibung. Dabei habe ich mir überlegt, dass ich zunächst den generellen Klangcharakter des T1 beschreibe und teilweise zu mir bekannten anderen KH vergleiche. Im folgenden Abschnitt möchte ich dann auf genrespezifische Unterschiede eingehen, denn wir haben ja alle mit der Zeit gelernt, dass KH sich für verschiedene Musikstile unterschiedlich eignen können. Mit einem Grado kann man bspw. – so sagt es die Forenfolklore – sehr gut rockige Sachen hören, für großorchestrales würden aber nur wenige einen Grado bevorzugen. Und so haben verschiedene KH durchaus unterschiedliche Schwerpunkte, die ich auch beim T1 herausarbeiten möchte.

Kommen wir zur Grundcharakteristik des T1. Grundsätzlich würde ich den T1 eher als hell abgestimmten Kopfhörer bezeichnen. D.h. sein Klangspektrum ist eher von den Höhen her kommend aufgebaut. Dabei vernachlässigt er aber nicht Mitten und Bässe.
Insgesamt kann man den T1 als relativ ausgewogenen Kopfhörer bezeichnen. Der Bass geht – für einen Bügler – relativ weit runter. Und er liefert auch im Tiefbass noch genug Druck, d.h. Tiefbasspassagen in Songs werden nicht angehoben, aber auch nicht abgeschwächt wiedergegeben. Der Mid- und Oberbass fügt sich ebenfalls angenehm und ohne Betonung in das Gesamtbild ein. Dabei hat der T1 meiner Meinung nach durchaus Punch bzw. Kickbass zu bieten. Er hat wiederum keine Betonung des Kickbass, aber er gibt Kickbasspassagen realistisch wieder.
Die Mitten verhalten sich meiner Meinung nach ebenfalls eher unauffällig und fügen sich sehr schön in das Gesamtbild. Stimmen werden nicht zurückgesetzt dargestellt (wie bspw. eher beim HD800). Sowohl Männerstimmen- als auch Frauenstimmen werden vom Timbre her natürlich dargestellt. Punkt.
Ab den oberen Mitten bis in die Höhen hinein fängt es an interessant zu werden. Zum Einen meine ich, dass der T1 hier einen Peak aufweist, zum anderen prägt gerade dieser Bereich das Gesamtbild des T1. Der T1 ist zwar keine „Höhenschleuder“, er „knallt“ einem aber die Höhen schon anders um die Ohren, als es bspw. ein Stax SR-007 tut. Von der Auflösung würde ich beide in etwa auf gleichem Niveau sehen, der SR-007 hat aber eine völlig andere Musikpräsentation. Zum Einen spielt er „entspannter“ auf (was manchem auch als langweiliger erscheinen mag), zum Anderen ist das Klangbild des SR-007 eher zu den Höhen hin abrollend aufgebaut, ohne dass Details verloren gehen. Mit den präsenten oberen Mitten und Höhen des T1 wirkt das ganze Klangbild „frischer“, aber auch anstrengender, als beim SR-007. Kurzum, man kann - ja man muss – mit dem T1 intensiver Musik hören, als mit dem SR-007. Dies kann man sowohl positiv, wie auch negativ bewerten.
Zur Bühne des T1 möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren, denn sie ist durchaus erwähnenswert. Ich muss gestehen, dass ich noch nie einen Kopfhörer auf den Ohren hatte, mit dem ich die Instrumentenortung so sauber hinbekommen habe, wie mit dem T1. Er zeigt in der Breite gar nicht mal eine überbreite Bühne auf (wie bspw. der HD800). Dennoch lassen sich Standorte von Instrumenten sehr gut in der links-recht-Ortung bestimmen. Seine wahre Stärke hat die Bühnendarstellung aber in der Darstellung der Tiefenstaffelung. Vielleicht bin ich beim Thema Bühne auch zu sehr an meinen SR-007 bzw. dessen Darstellung gewöhnt, aber die Verortung in der Tiefe beim T1 hat mich schon sehr beeindruckt. Viele Instrumente bei Orchesteraufnahmen ließen sich exakt orten – auch und gerade in der Tiefe.
Was bleibt abschließend zum Thema generelle Klangsignatur zu sagen? Weitestgehend neutral mit leicht heller Abstimmung bei natürlicher Bühnendarstellung.

3. Test von verschiedenen Musikstilen anhand von ausgewählten CD-Beispielen

Wie oben angekündigt, möchte ich in diesem Abschnitt die verschiedenen von mir beim Test verwendeten CD’s vorstellen und ihre Relevanz für den Test erläutern. Ich habe versucht, möglichst viele Musikstile abzudecken, um die universelle Einsetzbarkeit des T1 zu überprüfen.

1. The Last Samurai (OST)
Genre: Moderne Klassik

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Ich habe diese CD für den Test ausgewählt, da sie meiner Meinung nach zum einen Elemente aus der klassischen Musik mit einem neuzeitlichen Arrangement verbindet und sie darüber hinaus über einen enormen Dynamikumfang verfügt (ganz leise bis zu extrem laute Passagen).
Der T1 meistert die Wiedergabe insgesamt ausgezeichnet. Die dargestellte Bühne hat realistische Ausmaße und vermittelt eine gute Breite und Tiefe. Der Bass wird vielschichtig wiedergegeben, kein Ein-Ton-Bass, wie ihn verschiedene KH zeigen. Die Struktur ist bei jedem Bass-Schlag bpw. bei Red Warrior erkennbar.

Die Darstellung des T1 ist definitiv „anstrengender“ als beim Stax SR-007: Der SR-007 spielt relaxter, dies soll aber weder positiv noch negativ wertend gemeint sein. Beides hat durchaus seine positiven und auch negativen Seiten. Mit dem T1 ist man „aktiver dabei“. Dafür „zwängt“ er einem seine Details (vor allem durch die Betonung der Höhen) mehr auf. Man könnte sagen, dass der SR-007 mehr was für „Geniesser“ ist, er zeigt einem die Details alle so „mühelos“, wie es wohl nur Staxe/Elektrostaten können. Der T1 wirkt dagegen frischer, lebendiger.

2. Porcupine Tree – Fear Of A Black Planet
Genre: Progressive Rock

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Porcupine Tree wurde von mir zum Einen ausgewählt, weil ich sie mag :-D , zum Anderen weil sie einen unnachahmlichen Stil im Genre Prog. Rock haben.

Für mich kommt es bei Prog. Rock vor allem darauf an, dass in schnellen Passagen die Geschwindigkeit und Präzision der Musik so auch vom Kopfhörer reproduziert werden kann. Der T1 hat diesen Test eindeutig bestanden. Der Bass wurde schnell und knallig dargestellt, das sehr „aktive“ Klangbild des T1 passt sehr gut zu diesem Musikgenre. Die Wiedergabe von E-Gitarren ist meiner Meinung nach authentischer gelungen, als bspw. beim SR-007.
Auch hier ist mir wieder aufgefallen, dass das Klangbild des T1 eher von den Höhen her aufgebaut wird. Aber auch der Bass bietet sehr gute Transparenz, einzelne Bass-Layer lassen sich sehr gut heraushören.

3. Gustav Mahler – Symphonie Nr. 1 “Titan”
Genre: Klassik/Symphonie

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Nico zu Ehren darf in meinem Review natürlich auch der gute Mahler nicht fehlen. Zumal mir ein Teil seiner Werke wirklich ausgezeichnet gefällt. Meine Lieblings-Symphonie ist die 1. „Titan“ (hier in der Besetzung mit Inbal und dem Frankfurter Rundfunkorchester).

Auch hier macht sich wieder die meiner Meinung nach fantastische Bühnendarstellung des T1 bemerkbar. Dies macht er meiner Meinung nach auch wesentlich besser, als der HD800 und vor allem als der K701, die eine eher künstlich breite Bühne zeichnen. Mit dem T1 ist weiterhin klar, dass man einen Kopfhörer auf hat, trotzdem bietet er aber eine erstaunliche Ortungs- und Abbildungsschärfe.
Daneben wird deutlich, dass der T1 wie für große Orchesteraufnahmen gemacht ist. Durch die von ihm vermittelte Transparenz erlangt man eine erstaunliche Durchhörbarkeit: jedes einzelne Instrument kann geortet werden, ohne dass aber das große Ganze aus dem Blickfeld verschwindet. Meiner Ansicht nach ist der T1 kein Sezierer, der die Musik auseinanderreißt, sondern er belässt die Musik als Ganzes bestehen. Man erkennt lediglich in diesem Ganzen die einzelnen Bestandteile, was faszinierend sein kann. In dem Zusammenhang sei nochmals darauf hingewiesen, dass der T1 auch extreme Dynamik in der Musik darstellen kann. Vor allem für Klassikhörer ist diese Eigenschaft essenziell, unterstützt sie doch die Spannungsbögen der gehörten Musik.

4. John McLaughlin, Al Di Meola, Paco De Lucia - Friday Night In San Francisco
Genre: Klassischer Flamenco

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In der Testreihe darf natürlich auch dieser Flamenco-Gitarren-Klassiker nicht fehlen. Hier kommt es mir vor allem auf die naturgetreue Wiedergabe von Gitarren und dem was man in Fachkreisen als PRAT bezeichnet, also Pace, Rhythm and Timing, an. Die CD ist geprägt von Extremläufen auf drei parallel spielenden Flamenco-Gitarren (von Meisterhand geführt: John McLaughlin, Al Di Meola, Paco De Lucia).

Wie hat sich nun der T1 mit Flamenco geschlagen? Fantastisch, muss ich gestehen! Die Gitarren-Läufe werden bis ins kleinste Detail aufgelöst dargestellt und dem Hörer vor lauter Energie „um die Ohren gehauen“. Hier profitiert der T1 wiederum von seiner Spritzigkeit und leicht helleren Klangsignatur. Rhythmische Elemente werden knochentrocken wiedergegeben, so dass es fast aus dem Hörer staubt. Dabei wird nicht versteckt oder überdeckt. Auch bei dieser Live-Aufnahme können die drei Hauptprotagonisten wieder sehr schön auf der imaginären Bühne lokalisiert werden. Auch Bass-Fundament ist in ausreichendem Maße vorhanden, dies kann man bspw. im Track Fantasia Suite ab ca. 3:40 min. erkennen, wenn alle drei Gitarreros nach einer kurzen ruhigen Passage wieder voll aufdrehen.
Mein Fazit: Wenn man schon nicht live bei dieser Megaperformance der drei Star-Gitarreros dabei war, so muss man das Konzert zumindest über den T1 gehört haben. Spitze!

5. American Beauty (Score)
Genre: Sountrack mit Extrem-Tiefbass

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Wie im Genre schon angedeutet, nutze ich diese CD als (Tief-)Bass-Test. Bereits seit einiger Zeit werden alle neuen Kopfhörer mit dieser CD getestet. Sie enthält eigentlich fast durchgängig Tracks mit Tiefbass-Passagen. Daneben sind auch einige Details in der Aufnahme versteckt, so dass sie sich sehr gut als Test-CD eignet.

Insgesamt ist der Tiefbass-Test mit dem T1 befriedigend ausgefallen. Tiefbass wird von T1 ordentlich wiedergegeben, wenngleich ich meine, einen kleinen Abfall festgestellt zu haben. Dies vor allem im Vergleich mit meinen Custom InEars JH-13 Pro, die jedoch eine deutliche Betonung im Tiefbass haben. Man kann die Tiefbass-Wiedergabe des T1 sicherlich als natürlich und absolut im Rahmen betrachten. Die Feinauflösung des T1 war bei dieser CD wieder mal faszinieren. Kleinste Mikro-Details wurden präsentiert.

6. Diana Krall – Live In Paris
Genre: Female Vocal Jazz

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Die Grande Dame des Vocal Jazz, Diana Krall, darf natürlich in meiner Testreihe nicht fehlen. Ich habe mich für die Live-Aufnahme aus Paris entschieden, da sie die Raumakustik sehr schön abbildet. So kann man die Grenzen des Aufnahmeraums meiner Meinung nach sehr gut hören. Zudem bietet die CD natürlich auch sehr gut aufgenommenen Vocal Jazz, so dass auch die Überprüfung der Natürlichkeit der Instrumentenwiedergabe ein wichtiges Thema beim Test mit dieser Scheibe ist.

Der T1 macht auch bei Vocal Jazz seine Sache außerordentlich gut. Die Stimme von Diana Krall klingt natürlich und keinesfalls verfärbt. Hinzu kommt wieder der Eindruck der unheimlichen Auflösung des T1. Auch in diesem Live-Konzert lassen sich wieder so viele kleine Randdetails erkennen. Die seitlichen Grenzen der Bühne sind klar zu erkennen (vor allem bei Applaus-Sequenzen zwischen den Tracks sehr gut nachvollziehbar). Bei Applaus des Publikums ist auch klar zu erkennen, dass es sich um einen geschlossenen Raum handelt. Die Größe des Raums wird realistisch dargestellt.

7. Blue Man Group – The Complex
Genre: Percussion Pop

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Ich hatte ja bereits bei Progressive Rock ein paar Worte zur Percussion-Performance des T1 fallen gelassen. Für das Thema hatte ich mir aber zusätzlich auch die CD The Complex der Blue Man Group in die Testreihe gelegt. Ich kann die CD jedem empfehlen, der die Percussion-Performance seines KH testen möchte, denn hier bekommt man eine breite Palette von Songs, die alle von Percussion durchzogen sind.

Ich kann nach dem ersten Durchhören mit dem T1 bestätigen, was ich schon bei Porcupine Tree vorher geschrieben habe: Der T1 vermag Drums und Percussion „frisch“ und „knallig“ wiederzugeben, so wie es sein soll. Eine entscheidende Rolle dabei spielt meines Erachtens der Bass des T1. Er ist nicht zu aufgebläht, um in die Mitten „überzulaufen“, auf der anderen Seite aber durchaus prägnant vorhanden. Diese Mischung verleiht ihm einerseits die Schnelligkeit und andererseits den nötigen Punch. Diues mag ein Grado im Extremfall noch besser hinbekommen, allerdings ist der auch genau auf die Wiedergabe von Rock/Percussion hin optimiert. Der T1 schafft es, als Allrounder hier trotzdem eine gute Figur zu machen.

8. Buena Vista Social Club – Buena Vista Social Club
Genre: World

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Auch in dieser an Details reichen Aufnahme zeigt der T1 wieder sein phantastisches Auflösungsvermögen. Man wird regelrecht in die Musik hineingezogen und verweilt gespannt, welche Details einem im nächsten Moment präsentiert werden. Auch bei dieser Aufnahme kommt dem T1 dabei seine hellere Auflösung gegenüber dem Stax SR-007 zugute. Der Gesang wirkt authentisch und natürlich.

4. Fazit

Der T1 hat mich überrascht, das gebe ich zu. Ich hatte vor dieser Testaktion bereits einmal die Chance, den T1 zu hören. Damals allerdings nur an einen pKHV, was zu meinem eher gemischten Eindruck beigetragen haben kann. Umso glücklicher muss ich mich wohl schätzen, dass ich an dieser tollen Aktion von Beyerdynamic teilgenommen habe. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob der verwendete A1 tatsächlich schon das Ende der Fahnenstange darstellt. Auf jeden Fall hat aber auch der A1 den T1 sehr gut befeuert, so dass die insgesamt sehr positiven Eindrücke entstanden sind, die ich hier geschildert habe.

Was nehme ich nun mit für mich aus diesem Test? Zum Einen, dass der T1 ein klasse Kopfhörer mit fast keinen Schwächen ist. Wenn man überhaupt davon sprechen kann, dass mich etwas gestört hat, dann waren es die für meinen Geschmack recht kleinen Ohrmuscheln und das schnell entstehende Wärmegefühl, wenn man den Kopfhörer auf hat. Bei Letzterem habe ich die schwarzen Velour-Pads als Ursache ausgemacht. Es mag aber durchaus sein, dass sich das Problem mit fortschreitendem „Eintragen“ der Pads verringert.
Tonal gesehen macht der T1 nichts falsch. Das Klangsprektrum eher hell und von den Höhen her kommend aufgezogen, weiß er auch durch einen druckvollen aber in Maßen aufspielenden Bass zu überzeugen. Selbst Tiefbass ist in ausreichender menge vorhanden (was bei Bügel-KH durchaus nicht selbstverständlich ist). Die Mitten sind eher unauffällig, sprich weder betont noch zurückgesetzt. Die Höhen sind knackig und „frisch“, ohne dabei aber zischelig zu werden. Ich empfand sie nie als störend, ganz im Gegenteil.

Die Bühne des T1 ist nicht so groß (rechts-links), wie die des HD800, dafür aber sehr sauber strukturiert und ebenfalls mit einer phantastischen Tiefenstaffelung. Damit wirkt die Bühne authentisch und natürlich, wohingegen ich bei K701 und HD800 immer den Eindruck einer künstlich großen Bühne hatte.

Meines Erachtens kann man den T1 auch durchaus als Allrounder bezeichnen. Er spielt alle von mir getesteten Genres auf sehr hohem Niveau ab. Dies unterscheidet ihn meines Erachtens auch vom HD800 und vom Stax SR-007, die hier meiner Ansicht nach wählerischer sind.
Würde ich mir den T1 kaufen? Ja!


[Beitrag von McMusic am 05. Mai 2011, 10:32 bearbeitet]
HuoYuanjia
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 15. Mai 2011, 19:08
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VOR DEM TEST

Zunächst möchte ich meine Erwartungen von der Test-Aktion aufführen. Diesen Text habe ich vor Erhalt der Lieferung verfasst. Ich habe auch jetzt noch kein einziges Review vorher gelesen, da ich mich im Moment nicht in dieser Preisklasse bewegen will und kann.

Meine Situation:
Mein erster Eintritt in die HiFi-Welt gelang durch Ultrasone. Vorher habe ich mir zwar auch schon "gute" Produkte gegönnt, wie sich aber herausstellte, ist bei Sennheiser's CX-Reihe und den Bose-Kopfhörern ein minderwertiges Preis/Leistungsverhältnis. Dementsprechend war ich wie weggeblasen, als ich eine solche Menge an Details in Bässen oder auch erstmals räumliche Aufnahmen erkennen konnte. Dieser WOW-Effekt hat mich seitdem nicht mehr verlassen und es sind auch immer noch diese Eigenschaft (schneller Bass, Räumlichkeit) die ich bei jedem anderen Kopfhörer nicht mehr missen möchte.

Nach wilden Streuversuchen, mal mit mehr Bass, mal mit besserer Auflösung, bin ich auf den In-Ear Monitor Panasonic RP-HJE900 gestoßen. Im Gegensatz zu BA-Treibern, konnte ich noch nie Musik so einfach und natürlich genießen. Dass ich diesen Hörer deshalb weit über PFE und Konsorten stelle, habe ich schon oft erwähnt und gehört hier auch nicht in aller Ausführlichkeit hin.
Aber seit dem vermisse ich in meinem Ultrasone die Natürlichkeit und die Lockerheit, einfach ohne Anstrengung wiederzugeben was aufgenommen wurde. Und so suche ich schon seit längerem nach einem Upgrade für den Heimbereich...

Gestoßen bin ich dabei auf folgende Modelle, die mich leider alle nur teilweise überzeugen konnten - wenn überhaupt - und sich für mich nicht für den Preis lohnen: Sennheiser HD 650, AKG Q701, Denon AH-D2000, versch. Grado und auch einen besseren Ultrasone. Gerade bei letzterem hatte ich gehofft die Schwächen meines HFI-780 auszugleichen, doch stattdessen werden beim PRO 750 die Stärken weiter ausgebaut. Stimmen klingen dagegen noch lebloser, hohl und kalt - es fehlt an Körper und Kraft. Da aber gerade auch die offene Version PRO 2500 von vielen für das irre Preis/Leistungs-Verhältnis geschätzt wird (was Auflösung betrifft), habe ich mich zum ersten Mal gefragt ob "besser" wirklich besser für mich ist. "Satter Klang" wird mit unnatürlicher Bassanhebung gleich gesetzt, obwohl ich doch sehr empfindlich bin was zu starken Bass angeht. Langsam glaube ich, dass meine Ohren mir einen Trick spielen und der HJE900 für mich anders klingt als für andere.

Nichtsdestotrotz, habe ich mir - gerade auch wegen der Testaktion - endlich einen Beyerdynamic zugelegt. Nachher war es eine Preisentscheidung und ich habe mich für einen reduzierten DT990 entschieden, obwohl ich schon lange den 880er haben wollte. Aber Kommentare wie "bessere Räumlichkeit beim 990" und "kein Bass beim 880" haben meine Entscheidung für den Spaßbomber verstärkt. Immerhin ist es ja auch genau das was ich in der Musik suche - Spaß!
Tja, den 990 habe ich jetzt wirklich noch nicht lange (keine Woche), und auch wenn er meine Hauptkritikpunkte vom HFI-780 (unnatürliche Stimmen, schlechter Komfort) wesentlich besser macht, kann ich nicht ganz warm mit ihm werden. Unsaubere Räumlichkeit, die besonders auch in ihrer Tiefe enttäuscht, und aufgeblähter Bass, der ansonsten sehr musikalisch klingt. (Aber einfach nur zu viel davon - und mit elektronischen Beats kommt er meiner Meinung nach überhaupt nicht klar.) Mir wurde mittlerweile schon gesagt, dass der 880 die bessere Wahl für mich ist, doch ich bezweifle stark dass mir selbst dieser die 300€ wert ist.

So, hier bin ich also. Seit August 2010 auf der Suche nach folgendem Klang: Schnell abklingender Bass, den auch gerne leicht angehoben (so lange er nicht dröhnt), natürliche Stimmen mit Volumen und insgesamt eine Präsentation die nie gequält klingt. Es muss für mich einfach ein harmonisches Gesamtbild entstehen, das am besten noch tonal für meine Ohren natürlich abgestimmt ist.
Mittlerweile glaube ich fast, dass bessere Auflösung und "mehr HiFi" meinem gewünschten Klang ziemlich in die Quere kommen. Dementsprechend erwarte ich eine Enttäuschung von der A1/T1-Kombo.


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... Die Enttäuschung blieb aus. Hier meine aller ersten Eindrücke noch zur selben Stunde in Text gefasst.

ERSTEINDRÜCKE T1

In Vorfreude habe ich mir schon lange überlegt wie ich den T1 in Empfang nehmen werde. Ich habe mich letztendlich dazu entschieden nicht meine beste Produktion auszuwählen, sondern einfach einen meiner Lieblingsstücke zu spielen. Ich rocke einfach extrem gerne zu The Hellacopters ab und so habe ich mich für das Lied Toys and Flavours entschieden. Meine neueste Errungenschaft, der DT990 hat sich schon auf einen Vergleich gefreut. So konnte ich nach dem Auspacken wunderbar beliebig zwischen DT990 und T1 hin und her wechseln und auch die Kopfhörerverstärker (bei mir im Gebrauch ist ein chinesisches Produkt der Firma Tianyun) untereinander tauschen.
Eines war schon nach 3 Sekunden klar: Der T1 weiß zu begeistern! Die erste Bassspur des Tracks konnte ich gedanklich greifen! Der E-Bass schwebt förmlich in der Luft; hat genau seinen Bereich im Raum (Anfang und Ende)! Was in den nächsten zehn Sekunden in meinem Kopf für Gedankensexplosionen vorgefallen sind, fällt mir jetzt noch schwer zusammen zu fassen. In etwa ist das passiert: Wowowowowowowow!!!
Während der 3 Minuten und 33 Sekunden die das Lied gespielt ist, sind mir vor allem die präzise Ortung von Instrumenten, der glasklare Klang, hohe Auflösung und eine ordentliche Portion an Energie aufgefallen. Meine ersten Befürchtungen, mehr als 200€ für Kopfhörer auszugeben würde sich nicht lohnen, wurden kurzerhand zerschmettert!
Auf jeden Fall habe ich an dem Abend besonders lange Zähne geputzt, da die Tür für Bakterien ungewöhnlich lange offen stand.
Kurz: Hier wird gerockt!!!


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Mein "Review", welches eigentlich gar keines ist, habe ich aus Stichpunkten ausformuliert, die ich während des Tragens notiert habe.

REVIEW

Für ein ausführliches Review war mir die Testzeit einfach viel zu kurz. Aber davon mal abgesehen, habe ich gar keine anderen Highend Vergleiche. Deswegen gibt es von mir nur kurze Eindrücke.

Bass:
Ich mag Bass. Nein, ich liebe Bass! Ich bin ein eher rhythmischer Zuhörer (falls es diese Bezeichnung gibt). Trotzdem, oder gerade deshalb, hasse ich langsamen Bass. Für mich muss guter Bass schnell abklingen. Bisher ist für mich Ultrasone im Preisvergleich diesbezüglich das Nonplusultra gewesen. Ähnliche Geschwindigkeit konnte ich bisher nur bei AKGs Flagschiff erkennen, doch dort ist leider kaum Bass vorhanden. Bei Ultrasone ist der Bass jedoch spaßig angehoben, verteilt sich räumlich aber nach hinten. Und genau das (mit geringerer Anhebung) macht der T1 auch!
Sehr präzise, schneller Abklang und dabei auch ordentlich Präsenz, jedoch nie so, dass er im Vordergrund steht. Der Bass macht einfach sein Ding auf den hinteren Rängen. Genial. Gerade auf Hinblick des DT990, hätte ich mit verbundenen Augen der Präsentation nach keinen Beyerdynamic, sondern einen Ultrasone erwartet. Dazu jedoch später mehr im Vergleich.

Mitten:

Stimmen haben für mich eine sehr angenehme Abstimmung. Sie klingen für mich nicht verfärbt, nicht zu dunkel, nicht zu hell. Der T1 löst sehr gut auf, besser als alles das ich bisher gehört habe - aber das habe ich bei dem Preis auch nicht anders erwartet. Ich konnte keine Stärke des T1 bezüglich Männer- oder Frauenstimmen ausmachen. Beide Geschlechter klingen nie hohl oder zu analytisch. Es kommen jede Menge Emotionen in der Stimme heraus, die mich mit Leichtigkeit mitgerissen haben.
Allerdings fehlt mir noch ein kleines bisschen mehr Volumen in den Stimmen. Sie werden ein bisschen zu zaghaft und gar vorsichtig präsentiert.

Höhen:
Kurz: Nicht scharf, aber spitz.
Ich bin ja ziemlich abgehärtet was Höhen angeht. Ich finde da steckt sehr viel Energie drin und wenn ein Ton so richtig schön hoch geht, ist das noch beeindruckender als ein tiefer Bass. Hier macht der T1 absolut keine Abstriche. In den oberen Frequenzen lässt sich sehr viel heraus hören. Allerdings würde ich vermuten dass es vielen zu viel Betonung in den Höhen sei. Wenn man sich die Popularität hier im Forum anschaut, sind anscheinend doch viele empfindlich was einen hohen Ton angeht. Gerade mit dem T1 werden mäßige Aufnahmen entlarvt und es ist bei meiner Musik doch einige Male vorgekommen dass ein Ton unangenehm gezischt hat. Mich persönlich stört das allerdings nicht.
Eine Möglichkeit ist auch leiser zu drehen - das hilft übrigens extrem gut!

Raumklang:
Neben dem knackigen Bass ist der Raumklang für mich die absolute Stärke vom T1!
Eine solche Räumlichkeit durfte ich noch nie erleben. Wie in meinem Ersteindruck zu erkennen, brauch es hierfür nicht einmal eine Eingewöhnung, sondern die Aufnahme wird direkt sehr genau im Kopf wiedergegeben. Nein, nicht im Kopf, sondern drumherum. Endlich hat auch die Konkurrenz erkannt, dass Ultrasones Gehör schonendes S-Logic nicht nur angenehmer fürs Ohr ist, sondern auch zu einer besseren Räumlichkeit verhilft. Im Vergleich zu den Modellen die ich von Ultrasone kenne (PRO 750 und unterhalb) macht es Beyerdynamic sogar besser.
In einem anderen Thread schrieb ich, ich könne gedanklich um die Instrumente herum spazieren. Und so ist es auch. Während ich bei anderen Kopfhörern eher eine relative Entfernung wahrnehme, reicht mir beim T1 ein einziger Ton um ihn räumlich einzuordnen.

Vorfazit
Eine Stunde, eine CD von Monster Magnet und einen T1. Mehr brauch man nicht um jeden Tag zu retten.


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So, Raumwechsel. Der T1 wird ins Wohnzimmer getragen und der A1 an der PlayStation 3 angeschlossen.

Spiele:
Bei dem Raumklang habe ich natürlich viel an der PS3 erwartet. Zu viel? Keinesfalls! Gespielt habe ich WipEout HD und Vanquish. Während ich bei letzterem eine zu starke Kompression in den Sounddateien erkennen konnte (was jedoch wirklich kaum gestört hat), war ich bei beiden Titeln absolut begeistert.
Bei Wipeout ist sofort aufgefallen, dass die aggressive Präsentation von viel Höhen und schnellem Bass nie überfordert ist und auch bei noch so vielen Explosionen und Soundeffekten immer souverän bleibt. Der Bass wird auch beim Soundtrack gefragt und macht richtig richtig viel Freude!
Bei Vanquish konnte ich wunderbar testen, ob es eine Lücke zwischen den Ohren gibt. Auch dies konnte ich problemlos beneinen. Der Sound kommt wirklich aus allen Richtungen und deckt auch wunderbar 11 bis 1 Uhr ab.

Filme:

Wie nach den Spielen schon nicht mehr anders zu erwarten war, funktioniert der T1 auch prima als Fernseh-Hörer. Stimmen sind gut verständlich, alles klingt realistisch. Ich habe absolut nichts auszusetzen.


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Jetzt komme ich zu Vergleichen meiner anderen Referenzen. Meinen Ultrasone HFI-780 habe ich über die gesamte Testzeit leider verliehen.

VERGLEICHE

Beyerdynamic DT990, 600 Ohm
Ebenfalls am A1 KHV angeschlossen, konnte ich wunderbar mit dem DT990 aus dem gleichen Hause vergleichen. Die Unterschiede sind jedoch immens und ich hätte so nicht erwartet dass beide Kopfhörer vom gleichen Hersteller kommen.

Der DT990 hat einen sehr betonten und druckvollen Bass. Dieser ist beim T1 von der Quantität um einiges geringer. Der größte Unterschied liegt jedoch im Abklang. Während der DT990 den Bass aufbläst und nicht platzen lassen will, kommen vom T1 Peitschenhiebe wie von Dr. Jones. Die Schwächen beim 990 sind mir schon ohne Vergleich aufgefallen, werden jetzt jedoch noch einmal deutlicher. Beim günstigeren teuren Beyer wird bei instrumentaler Musik der Bass schön betont. Er klingt natürlich und baut ordentlich Druck auf. Das gibt noch ein kleines bisschen Extra Kick für Metallica-Fans oder andere Hard Rocker. Auch Jazz profitiert von der Anhebung. Was jedoch unterhalb der natürlichen Frequenzen passiert ist nur noch Matsch. Im Tiefbass (zwar eher spürbar als hörbar) ist keine Textur mehr zu erkennen. Der Bass bleibt farblos und fast ohne Präsenz. Hip-Hop Beats und elektronische Musik machen so viel Spaß wie ein kalter nasser Schwamm ins Gesicht. Diese Schwäche hat der T1 nicht und lässt damit auch vollen Genuss von moderner Musik zu.

Die Stimmen sind relativ ähnlich, wobei sie jedoch beim T1 etwas luftiger, bzw. besser abgetrennt und auflösender sind.

Dem 990 wird auch nachgesagt scharfe Höhen zu haben. Das stimmt aber meiner Meinung nach nicht. Zwar sind die Höhen etwas zu betont (oder an den falschen Stellen), so dass etwas Leere entsteht - manchmal klingen Hi-Hats eher wie Blechdosen - doch unangenehm werden die Höhen nicht. Da ist der T1 aggressiver. Wer jedoch keine Angst vor seltenen Sibilanten hat, dem werden die lebendigeren Höhen vom T1 um einiges besser gefallen.

Der Raumklang trennt beide Hörer noch mal um Welten. Der 990 präsentiert die Musik (und Filme) zwar gut verteilt um den Kopf herum, behält die Töne jedoch sehr nah am Kopf, so dass das meiste doch wiederum im Kopf abspielt. Zudem ist mir aufgefallen dass Instrumente nicht genug Platz untereinander haben, da sie im Raum in der Breite auseinander gezogen werden. So denke ich manchmal dass zwei Musiker ineinander stehen, so wie Lara Croft damals in Tomb Raider auf der PlayStation mit Clipping-Fehlern zu tun hatte und ein Bein in der Wand verschwunden ist.
Dieses Manko erlaubt sich der T1 natürlich nicht. Erstmal ist die Entfernung zur Musik größer und spielt komplett außerhalb des Kopfes, bietet dazu wesentlich mehr Tiefe im Raum und viel mehr Platz zwischen den Instrumenten.

Der T1 ist viel viel mehr als ein DT990. Nein, er ist sogar etwas anderes. Ich denke nicht dass beide Beyerdynamics design- oder produktionsmäßig miteinander verwandt sind.

Panasonic RP-HJE900
Den HJE900 stecke ich ausschließlich ans iPhone. Einen pKHV brauche ich nicht. 1. ist das nicht portabel, 2. ist der HJE900 eh schon viel zu laut und 3. fehlt es mir an nichts! Für mich putzt er trotzdem den Audéo PFE locker weg und gefällt mir auch wesentlich besser als der DT990 oder meiner ersten Liebe HFI-780.

Quantitativ hat der HJE900 mehr Bass als der T1 - ist jedoch nie zu viel. Die Präsentation ist ziemlich anders. Der Panasonic hat nicht ganz die Geschwindigkeit, klingt dafür aber tiefer. Ich meine damit nicht dass er niedrigere Frequenzen wiedergeben kann als der T1 (oder doch?), sondern die gleiche Bassspur wird von mir einfach dunkler wahrgenommen. Zudem scheint der Bass mehr Körper zu haben, klingt also nicht so dünn. Schnell ist der Bass vom HJE900 trotzdem, besonders verglichen mit dem DT990 oder Denons AH-D2000, aber halt nicht im Vergleich zum T1.
Der Riese T1 weiß jedoch viel mehr zu begeistern. Die Geschwindigkeit und Textur sind doch einfach von einem anderen Stern.

Bei den Stimmen macht sich - ähnlich wie bei der Textur vom Bass - ganz klar der Preis- und Klassenunterschied bemerkbar. Während der PFE den HJE900 schon bei der Auflösung ausstechen kann, erübrigt sich hier natürlich die Betonung dass der T1 mehr kann.
Stimmen haben, wie auch schon der Bass, ein klein wenig mehr Wärme. Trotz der unterschiedlichen Abstimmung, habe ich bei beiden Hörern das Gefühl "das ist echt und unverfälscht!" Der HJE900 klingt nicht ganz so dünn, weiß jedoch auch mit genug Luftigkeit und Trennung der Stimmen zu begeistern. Hierbei frage ich mich jedoch, ob ein längerer Gebrauch des T1 meine Auffassung ändern würde, so dass mir nachher die Stimmen beim HJE900 im Vergleich zu dick seien. Auch sind die Mitten beim IEM etwas mehr zurück genommen.
Der Unterschied bei der tonalen Abstimmung ist aber insgesamt sehr gering.

Zu den Höhen: Hier war ich baff! Die Unterschiede sind wirklich minimalst und in den paar Tagen nicht auszumachen. Extrem weit reichende Wiedergabe der höheren Frequenzen, scharfe Details und Zischen bei genau den gleichen Liedern an genau den gleichen Stellen. Während der DT990 und der HFI-780 ihren Höhenpeak woanders haben (ich glaube der Ultrasone hat sogar mehrere), sind HJE900 und T1 identisch. Wenn ich mir überlege dass sich sehr viele über die Höhen des HJE900 beschweren, manche sogar sagen deshalb sei der Panasonic unbenutzbar, ich dann aber sehe wie viele Leute hier im Forum einen T1 besitzen, dann bleibt mir nur hier der:

Raumklang: Kurz. Der T1 hat den besten Raumklang den ich kenne - mit Abstand! Viel Abstand. Aber dann kommt auch schon der HJE900. Da können Fullsize-Kopfhörer rütteln wie sie wollen, und auch Ultrasone kann mit S-Logic nicht dagegen ankommen. Der Panasonic differenziert einfach unverschämt gut. Hier ein Auszug aus meinem Erfahrungsbericht:
"Der eigene Kopf wird zur persönlichen Bühne. [... ] Der Raum erstreckt sich von außen kurz vor dem Ohr bis genau knapp außerhalb des anderen Ohrs (also die tatsächliche Position der Wandler). In diesem Bereich werden alle Musiker und ihre Instrumente geschrumpft und verteilt, sowohl in Breite, Tiefe als auch Höhe (letzteres sehr selten). [...] Besonders beeindruckend ist für mich dabei, dass bei anderen "Raumklangwundern" die Positionen relativ zueinander sind. Beim HJE900, jedoch, kann man genau beim ersten Instrument dem Musiker auf die Füße zeigen!"
Dass dies auch mit einem großen Kopfhörer möglich ist, hat mir erstmals der T1 gezeigt. Nicht nur macht er es sogar noch besser, sondern dass alle Instrumente noch einen Abstand zum Kopf haben, macht es einfach noch endlos geiler!

Als ich den 990 das erste Mal hörte, dachte ich es sei ein HJE900 mit größeren Proportionen. Auf Hinblick des Raumklangs und der Höhen, sehe ich jetzt jedoch mehr Ähnlichkeiten mit dem T1 als mit dem DT990. Die tonale Abstimmung vom Panasonic kommt der von Beyerdynamic jedenfalls wirklich erschreckend nah, wenn man bedenkt wie unterschiedlich Kopfhörer klingen können.


KRITIKPUNKTE

Das Kabel:

Also das Kabel ist leider einfach nur nervig. Es kommt mir vor als würde es doppelt so viel wiegen wie der Hörer selbst. Im Stehen oder umher laufen ist die Zugkraft störend. Wenn ich im Sessel sitze, lasse ich es deshalb auch nicht gerne zur Seite hängen. Es jedes Mal in den Schoß zu legen ist natürlich auch eine blöde Lösung. Dass es qualitativ hochwertig ist, möchte ich keinesfalls bestreiten, doch bei diesem Design erscheint es mir sehr nach Overkill, zumindest für den Heimgebrauch. Ich denke da wäre ein konventionelles austauschbares Kabel mit nicht spürbaren akustischen Einschränkungen auch möglich gewesen. Auch die Y-Zusammenführung hätte ich mir oberhalb der Gürtellinie gewünscht.

Der Anpressdruck:

Dies ist mein Hauptkritikpunkt. Ich habe anscheinend einen eher schmalen Kopf. Demnach habe ich mich sehr über den hohen Anpressdruck gefreut. Die Ohrpolster blieben über den ganzen Testraum hinweg sehr angenehm. So weit so gut.
Allerdings merke ich einen deutlichen Klangunterschied wenn ich den Druck von außen erhöhe. Vereinfacht gesagt nimmt die Bassquantität zu, doch auch irgendein Frequenzbereich in den Mitten, den ich nicht genauer ausmachen konnte, klingt mächtiger. Wenn ich den Druck noch weiter erhöhe, klingt jedoch alles plötzlich sehr schief. Die wahrgenommene Entfernung zur Musik variiert dadurch auch sehr. Bei meiner Position sitze ich angenehm entfernt von der Bühne entfernt. Wenn ich den Druck leicht erhöhe, werde ich in die erste Reihe, oder gar direkt vor den Sänger katapultiert. Wenn ich die Muscheln noch stärker anpresse, bricht der Raum zusammen. Mich wurmt jetzt hauptsächlich, dass ich nicht weiß wie viel Bass, wie viel Stärke in den Mitten und welche Position ich als Zuhörer nach Beyerdynamics Design haben soll. Alleine die Tatsache einen so hohen Preis zu zahlen und im Hinterkopf zu befürchten man habe nicht den vorhergesagten Klang 100% so wie er verkauft wird, erzeugt einen unwohlen Beigeschmack.
Bei Beyerdynamics Handarbeit und Manufaktur würde ich mir deshalb verschiedene Kopfbandgrößen wünschen.
Es kann aber auch sehr gut sein, da die Polster relativ fest sind, dass ich das optimale Klangbild erreiche. Davon bin ich in den Beschreibungen auch ausgegangen.


ZUSAMMENFASSUNG

Der T1 ist zweifelsohne eine Wucht. Die Schöne und das Biest in einem! Die extreme Präzision, der schnelle Bass, die unendlichen Höhen und der beeindruckende Raumklang sorgen für sehr viel Energie in der Musik. Man muss die Energie jedoch suchen. Es wird einem nichts ins Ohr geschossen, sondern nur auf dem Teller serviert. Man greift in den Gedanken selber danach, doch fühlt sich schnell wie ein Kind im Süßigkeitenladen. Wuchtiger Bass und Hochtonenergie steigen mit der Aufmerksamkeit. Ich bin mir sicher: Bruce Lee würde mit dem T1 hören!


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DER BEYERDYNAMIC A1

Verarbeitung:
Hier lässt sich nichts bemängeln. Der Verstärker erscheint robust, super verarbeitet und hat zwei analoge Eingänge über RCA. Der Wechsel der Eingänge klappt problemlos. Der erste Eingang lässt sich auch durch schleifen und bietet einen Ausgang. Ich vermute mal stark das dieser KHV bei normalen Gebrauch in 10 Jahren noch aussieht wie am ersten Tag. Da leiert nichts so schnell aus und kratzempfindlich scheint er auch nicht zu sein.
Die mitgelieferten Chinch-Kabel machen einen guten Eindruck und klackern wunderbar wenn die Enden zusammen stoßen.

Optik:
Tja, hmm. Unauffällig, aber doch klobig. Metall mit Plastik. Warum die Plastik eine raue Oberfläche hat, weiß ich nicht. Auch die Steigung nach außen hin verstehe ich vom Design her nicht. Also kurz, sicherlich Geschmackssache, wenn er auch nicht versucht aufzufallen.
Viel mehr stören da die viel zu starken LED-Leuchten. Besonders das Standby-Licht reicht schon fast um ein Zimmer auszuleuchten. Wer sich also hofft den A1 unter den Fernseher zu stellen, den möchte ich hiermit davon abraten - zumindest mich hat das Licht dafür zu sehr gestört. Wegen des Standbys würde ich auch unbedingt einen Mehrfachstecker mit Stromschalter benutzen.

Sound:
So, hier muss ich leider passen und werde auf eine Bewertung verzichten. Ich benutze den Tianyun Zero DAC, der vor drei Jahren als das größte Preis/Leistungs-Wunder der KHV-Geschichte galt, bis wohl eines von jemanden mal an der Steckdose verbrannt ist und dabei die Kopfhörer beschädigt hat, oder so ähnlich. Das Nachfolgemodell (USB '09 Edition) ist bei mir seit einigen Monaten im Einsatz.
Nun, ich konnte die Kopfhörer umstöpseln wie ich wollte, der Klang hat sich nicht verändert! Ich kann mir gut vorstellen, dass es einen klanglichen Unterschied gibt, doch in der kurzen Zeit konnte ich nur einen winzigen Unterschied ausmachen: Der A1 hat gegenüber dem Operationsverstärker 627 leicht schärfere Höhen. Punkt.
Als ich verschiedene Blu-Rays eingelegt habe, hatte ich zwar kurz die Vermutung eine tiefere Räumlichkeit und höhere Auflösung zu erkennen, doch nach mehrmaligen A-B Vergleichen konnte ich das nicht bestätigen.
Gut, der A1 brummt nicht, der Zero DAC nur bei Lautstärken die kein Mensch aushält. Die Lautstärke lässt sich beim A1 auch präziser regeln. Aber dafür den 10 fachen Preis zu zahlen? Lohnt sich für mich nicht!
Ob das jetzt Zufall ist, dass der Zero DAC und der A1 ähnlich klingen kann ich nicht sagen. An der Tesla-Technologie liegt es wohl nicht, da ich auch keine größeren Unterschiede mit dem DT990 erkennen konnte.

Ich möchte keinesfalls bezweifeln, dass der A1 nicht noch mehr aus dem T1 herausholen kann, doch ich besitze leider keinen SACD-Player und ich hatte leider auch keinen Schallplattenspieler während des Zeitraums zur Verfügung.
Ein "Highend Test" war bei mir also leider nicht möglich.



ZUR TESTAKTION


Ich möchte mich hiermit herzlichst bei Beyerdynamic bedanken. Ich weiß jetzt, dass sich die hohen Preise für Kopfhörer lohnen, und für Verstärker wahrscheinlich auch wenn man den Sprung auf Highend gewagt hat.
Ich hatte zwar schon vor dem T1 meinen gewünschten Klang gefunden, doch erst mit dem T1 weiß ich dass ich dafür nicht zwei oder gar drei Kopfhörer brauche! Auf jeden Fall bin ich jetzt am sparen.


MUSIK

Folgende Musik kam bei mir während der Testphase zum Einsatz - natürlich auch viel über Shuffle, doch nur angespielt. Übrigens alles echt super Musik!
Besonders empfehlen möchte ich die tollen Aufnahmen von Naturespace, die für mich schon lange Referenz in Sachen Timbre und Soundstage sind.


Rock
The Hellacopters, Monster Magnet, 35007, Tool
Jazz
Room Eleven, Trombone Shorty, Chet Baker, Dave Brubeck
Hip-Hop/Rap
Tech N9ne, Eminem
Pop
Adele, Christina Aguilera
Klassik
Zhao Cong, Jiao Liping, Ikuko Kawai, J.S. Bach: Brandenburg Concertos - Violin Concertos
Electronica
Little People
Metal
Machine Head, The Haunted, Amon Amarth
Other
Naturespace, Ultrasone S-Logic Demo CD


[Beitrag von HuoYuanjia am 16. Mai 2011, 19:28 bearbeitet]
marathon2
Stammgast
#7 erstellt: 19. Mai 2011, 18:36
Hörtest Beyerdynamic T1 und A1
 

Wichtiges zu Beginn
Im Rahmen einer Hörtestaktion der Firma Beyerdynamic in Zusammenarbeit mit dem HIFI-Forum hatte ich Gelegenheit, den T1, einen Hörer der Spitzenklasse im dynamischen High End-Kopfhörer-Bereich, zu testen.

Eine solche Aktion, bei der viele interessierte Kopfhörer-Liebhaber in der ganzen Republik die Gelegenheit bekommen, einen hochwertigen Kopfhörer unter den eigenen speziellen Bedingungen in aller Ruhe Probe zu hören, ist sehr selten und verdient einen besonderen Dank.
Dass aber nicht nur der Hörer sondern dazu auch noch ein passender Kopfhörerverstärker, der Beyerdynamic A1, mit auf Reisen ging, macht die ganze Aktion besonders rund.
Hilfreich auch deswegen, weil dadurch die Vergleichbarkeit der Hörtests der verschiedenen Testpersonen besser gegeben ist, da Einflüsse unterschiedlicher KHVs ausgeschlossen sind. Und dass unterschiedliche Verstärker einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Klangbild haben, wurde mir bei diesem Test ein weiteres Mal bestätigt. Aber davon später mehr.

Herzlichen Dank für diese Aktion also an die Firma Beyerdynamic und an die Organisatoren im HIFI-Forum.
 

Jetzt geht´s los
Die Geräte-Kombi kam gut verpackt bei mir an. Umkarton, Kartonverpackung im gepolsterten Inneren und eine schicke Aufbewahrungstasche sorgten für einen sicheren Versand.
 

bild1
 
bild2
 
bild3
 

Das Auspacken der Geräte hatte schon fast so etwas wie das Auspacken von Geschenken unter dem Weihnachtsbaum, immer wenn man sich am Ziel glaubte, kam noch eine Verpackung.


Meine persönliche Hörgeschichte
Um dem Leser noch einige Infos zum Tester, also zu meiner Person, zu geben, was im Zusammenhang mit Hörtests immer sinnvoll ist, hier einige markante Punkte in meiner HIFI-Geschichte.

Seit frühester Kindheit bin ich ein engagierter Musikhörer. Meine musikalischen Präferenzen liegen vor allem im Rockmusik-Bereich. Dazu gehören natürlich die Bands und Interpreten aus meiner Jugend, wie beispielsweise die Stones, Kinks, Roxy Musik, Yes, Genesis, Dire Straits, David Bowie, Lou Reed, aber auch jüngere Bands aus dem Prog-Bereich wie Spocks Beard oder Transatlantic. Daneben entwickelte sich in den letzten 10 Jahren auch eine Liebe zu härterem Stoff. Nightwish, Helloween, Avantasia seien als Beispiele dafür genannt.
Auch wenn es dazu eigentlich gar nicht passt, höre ich auch sehr gerne irischen Punk oder vor allem beim Sport auch Trance.
Mit Blues, Jazz oder Klassik habe ich gar nichts am Hut. Solche Arten von Musik erzeugen bei mir extreme Fluchtreflexe.

Meine Kopfhörerkarriere begann vor 20 Jahren mit dem AKG K1000, der mich einige Jahre des intensiven Hörens begleitete. Durch verschiedene Umstände gab es dann aber eine sehr lange Hörpause für Kopfhörer. In dieser Zeit verkaufte ich sogar den AKG, was ich heute allerdings schwer bereue.
Vor ca. 5 Jahren begann ich, mich wieder mit dem Thema Kopfhörer näher zu beschäftigen, zuerst vor allem im Hinblick auf einen Apple iPod-Classic. Auch durch Berichte im HIFI-Forum angeregt, kaufte ich verschiedene Inear-Hörer, darunter z.Bsp. auch den UE TripleFi 10.

Vor ca. 2 Jahren war ich dann vom Thema Kopfhörer wieder so angefixt, dass ich mir den Beyerdynamic DT880 Ed. anschaffte. Ich war sofort vom Klang dieses Hörers begeistert, anders als beispielsweise vom AKG K701, den ich beim Händlerhörtest als sehr quäkig und bassarm empfand.
Da das Bessere bekanntlich des Guten Feind ist, kam mir Monate später der neue Sennheiser HD800 gerade recht. Dieser Hörer brachte mir vor allem was den Tragekomfort anbelangt die lange vermisste Luftigkeit des AKG K1000 zurück.
Das detailreiche Klangbild konnte zudem selbst in lange bekannten Musikstücken ungeahnte Klänge zum Vorschein bringen. Ich war begeistert, der Beyerdynamic DT880 musste wieder gehen.

Jetzt besorgte ich mir auch noch den ersten richtigen KHV, den Lehmann BCL. Allerdings sorgte diese Kombi bei mir recht schnell für Verdruss, da das Klangbild in vielen Fällen einfach zu höhenlastig und zu bassarm war. Ich ersetzte den Lehmann durch den Violectric HPA V200, der in Verbindung mit dem HD800 tatsächlich angenehmer klang. Die übertrieben Schärfen im Klangbild waren reduziert, schlecht aufgenommen Musik wurde wieder etwas hörbarer.
Trotzdem war ich auf Dauer immer noch nicht ganz zufrieden, da diese Kombi für manche Musikstücke einfach immer noch zu höhenlastig und zu sezierend war.
Versuchsweise bestellte ich einen weiteren Kopfhörer, den Beyerdynamic DT990 Ed., aber leider ging dieser Hörer nach den ersten Tests gleich wieder zurück, da er einen total überzeichneten Bassbereich hat, bei dem Mitten und Höhen fast untergehen. Dieses Klangbild war mich so unerträglich, dass ich nicht länger als 10 Minuten am Stück hören konnte.

Ich suche daher immer noch nach einer Alternative zum HD800, und so kam mir diese Hörtestaktion von Beyerdynamic wie gerufen.

Im Folgenden dient mir also als Referenz meine Kombi Sennheiser HD800 und Violectric HPA V200.
Der Schwerpunkt des Vergleichs liegt natürlich beim Kopfhörer, Unterschiede der beiden Verstärker werde ich aber nicht ganz außer Acht lassen.

Meine restliche Hifi Anlage besteht im Übrigen aus:
Amp: Marantz PM 8003
Boxen: Stereoplay STP 210
CD-Player: Marantz SA 7003
DAC: Violectric V800
Computer-Audio: Asus Netbook und Foobar
Plattenspieler: Dual 714Q


Verarbeitung und Tragekomfort
Der Beyerdynamic T1 macht bezüglich der Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Die Anfassqualität ist absolut in Ordnung, nichts knarrt oder quietscht. Die äußeren Schalen aus Aluminium bieten eine guten Schutz und der Hörer verzeiht auch einen etwas derberen Umgang mit ihm ohne Murren.

Das in Leder eingefasste Kopfband ist gut gepolstert und hinterlässt auch nach langem Tragen keine Druckstellen am Kopf. Die samtigen Ohrpolster sind austauschbar und entwickeln zumindest bei kleinen Ohren nur ein geringes Hitzegefühl am Kopf.
Das Gewicht des Hörers liegt bei ca. 350g, das etwa 3m lange Anschlusskabel ist aber sehr schwer, und erhöht das Gewicht des Hörers am Kopf leider deutlich.
Anschluss am Verstärker findet der T1 über einen hochwertigen vergoldeten 6,3 mm Neutrik-Stereoklinkenstecker.

Optisch hat der T1 insgesamt starke Ähnlichkeit mit seinen kleineren Brüdern DT880 Ed. und DT990 Ed. Die Materialqualität ist aber noch hochwertiger.
 

t1a

t1b


Grundsätzlich ist der Tragekomfort des Beyerdynamic T1 sehr gut, allerdings gilt diese Aussage vor allem für Menschen mit kleineren Köpfen und Ohren. Mein großer Kopf leidet etwas unter dem hohen Anpressdruck der Feder und meine großen Ohren finden nur schlecht in der Hörermuschel (runde Öffnung ca. 6 cm) Platz.
Dadurch dauert es bei jeder Benutzung längere Zeit, den richtigen Sitz zu finden, und irgendwie habe ich immer das Gefühl, eine zu kleine Kleidergröße gewählt zu haben.
Dies gilt umso mehr im direkten Vergleich mit dem Sennheiser HD800, der im Vergleich dazu schon Riesenohrmuscheln (ovale Öffnung ca. 6 cm x 8 cm) hat, in denen selbst meine Ohren ohne Feindberührung problemlos Platz finden können. Dadurch erleiden meine Ohren hier auch nach stundenlangen Hören keinen Wärmestress.

Dieser klare Nachteil des T1 soll aber bei den nachfolgenden Hörtests erst einmal ohne Einfluss bleiben.
An erster Stelle steht die Bewertung des Klangbildes, denn wärmebedingte kleine Hörpausen tun ja auch den lärmgeplagten Ohren gut, die dann wieder viel besser arbeiten können.
 
 
hörer
 
 
Ein weiteres Problem beim Tragen des T1 muss aber noch genannt werden. Je nach Sitz des Hörers auf meinem Kopf verändert sich der Klangeindruck. Da die Treiber nach vorn versetzt eingebaut wurden, um die Räumlichkeit zu verbessern, verändert die Platzierung der Muscheln auf den Ohren die Hochtonwiedergabe.
Je weiter die Muscheln nach hinten geschoben werden und die Ohren sich den Treibern nähern, verstärkt sich der Hochton. Je weiter der Hörer nach vorne geschoben wird und damit der Abstand zu den Treibern vergrößert wird, umso dumpfer, bassbetont wird der Klang.
Um vergleichbare Hörergebnisse zu erhalten, ist daher darauf zu achten, dass der Hörer möglichst immer in der gleichen Position auf dem Kopf sitzt.
 

muschel2

 
Jetzt aber zur wichtigsten Frage:
Wie gut klingt der Beyerdynamic T1?


Vorgehensweise
Für die im folgenden beschriebenen Hörtests verwendete ich fast ausschließlich meine Lieblingsmusik. Stücke, die ich meist seit vielen Jahren kenne und immer wieder für diverse Hörtest verwendet habe. Ich höre nur, was mir musikalisch gefällt.
Ausnahme: The Ultimate Demonstration Disc von Chesky Records.
Darauf zu finden sind vielfältige Klangbeispiele verschiedener Stilrichtungen in sehr guter Aufnahmequalität für kritische Hörtests. Bei diesen unterschiedlichen Stücken werden viele Bereiche audiophiler Klangwiedergabe abgedeckt.

Im Speziellen kommen ansonsten besonders folgende CDs zum Einsatz:

Dire Straits, Brothers in Arms / Making Movies
Nightwish, Oceanborn / Century Child
Kinks, Give the people what they want.
Rolling Stones, Beggars Banquet
Amy McDonald, A Curious Thing
Safri Duo, Episode 2
Sandhan, Times of celebration
Guido Negraszus, Ramble
Audio Hörtest CD


Gehört habe ich den Beyerdynamic T1 am mitgelieferten KHV A1.
Als Vergleichsreferenz diente der Sennheiser HD800 betrieben am Violectric HPA V200.
 

kombi
 

Hörtest
Nach der langen Vorrede jetzt aber zum eigentlichen Hörtest.
Seit vielen Jahren nutze ich die Stücke „Walk of Life“ und „So far away“ von den Dire Straits für die verschiedensten Klangvergleiche. Daher begann ich den Hörtest auch mit diesen Stücken.
Die Klangwiedergabe über den T1 ist sehr harmonisch, kein Frequenzbereich macht sich störend bemerkbar. Die Bass-Drum kommt direkt und druckvoll, Mark Knopflers Stimme klingt ohne Verfärbung und steht klar ortbar im Raum. Auch alle anderen Instrumente bilden ein harmonisches Ganzes und erlauben das exakte Erkennen ihrer Platzierung auf der Bühne. Die Räumlichkeit der Klangwiedergabe ist für einen Kopfhörer bestechend. Sie bildet sowohl in der Breite als auch in der Tiefe eine optimale Größe.

Im Vergleich dazu bringt der Sennheiser eine noch etwas breitere Bühne, die aber schon fast grenzwertig weit ist. Der extremste Unterschied zum T1 liegt beim HD800 aber im Klangbild. Deutlich heller und auch spitzer ist sein Klang.
Beim direkten Wechsel ist man versucht, einen imaginären Höhenregler zurückzudrehen, so unangenehm scharf klingen die Dire Straits über den HD800.
Geschuldet ist dies natürlich auch der tatsächlich höhenlastigen Aufnahme der CD „Brothers in Arms“. Doch über den Beyerdynamic ist diese überzogene Schärfe im Klangbild deutlich gemildert.

Dieser Unterschied in der Klangsignatur beider Hörer fällt besonders stark auf, wenn man nach längerem Hören vom T1 wieder zum HD800 wechselt. Hört man längere Zeit mit dem HD800, reduziert die Adaptation des Hörvorganges die anfangs störende Klangschärfe auf ein meist erträgliches Mass.
Beim erneuten Wechsel auf den T1 ist der Eindruck zunächst der eines etwas fehlenden Hoch-/Mitteltons. Aber auch diese Hörwahrnehmung reduziert sich nach wenigen Minuten. Jetzt klingen wieder alle Freqenzbereiche gleichwertig und harmonisch.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Wahrnehmung eines Klangeindruck relativieren kann. Wenn man dann noch das differente Hörempfinden unterschiedlicher Personen ins Kalkül zieht, wird klar, wie wichtig der eigene vergleichende Höreindruck ist, wenn es um die Kaufentscheidung für einen bestimmten Kopfhörer geht.
In noch stärkerem Maße würde diese Aussage auch für den Kauf von Lautsprecherboxen gelten, die in ihrem Klangbild nicht nur von den verbauten Komponenten, dem Gehäuse und der Abstimmung abhängen, sondern extrem auch von den Raumbedingungen.

Auch die weiteren Hörbeispiele, die ich für diesen Vergleich nutzte, erhärten die gemachten Wahrnehmungen.
Der T1 klingt rund, bassstark und dynamisch, aber trotzdem auch höhendifferenziert und detailreich.
Der Sennheiser erscheint im ersten Moment eher bassarm, deutlich mittenbetont mit einem Hang zu einem sehr hellen Klangbild. Die Wiedergabe erscheint sehr analytisch, fast schon wie auf einem Seziertisch. Je dunkler eine Aufnahme abgestimmt ist, desto klarer klingt sie über den HD800. Ein Beispiel dafür ist beispielsweise das Stück „Played-A-Live (The Bongo Song)“ von Safri Duo. Hier sind die Bongos über den HD800 besser differenziert und unterscheidbar. Der Beyerdynamic Hörer „vermatscht“ hier etwas.

Je „heller“ die Aufnahme gemastert wurde, desto angenehmer ist das Klangbild des T1.
Diese Aussage gilt im Besonderen auch für schlecht gemasterte Aufnahmen wie beispielsweise die Lieder der Gruppe Nightwisch auf der CD „Century Child“. Mit dem T1 sind solche Stücke ohne Kopfschmerzen hörbar, vorausgesetzt natürlich, man mag diese Art von Musik.

Umgekehrt ist das Verhältnis wieder bei Klaviermusik. Hier offenbart der HD800 jede Feinheit des Klavierseitenanschlags, während der T1 etwas verhangener wirkt und feine Klangnuancen etwas verschwimmen.

Dieses hin und her der Vor- und Nachteile beider Hörer bezüglich der Klangwiedergabe könnte je nach gewählter Musik beliebig weitergeführt werden.

Beide Hörer spielen aber auf jeden Fall auf einem sehr hohen Niveau, mit unterschiedlichen Klangsignaturen.
Preisgünstigere Hörer wie z.B. den Beyerdynamic DT880 oder den DT990 schieben sie sowohl was Räumlichkeit, als auch Güte der Klangabbildung betrifft, locker an die Wand.
Der Abstand zum DT880 ist dabei aber deutlich kleiner. T1 und DT880 sind quasi seelenverwandt.


Die Überraschung
Mich interessierten bei diesem Test natürlich primär die Unterschiede der beiden HighEnd-Hörer. Daher ließ ich die möglichen Einflüsse der verwendeten Kopfhörerverstärker bisher außen vor. Doch natürlich konnte es nicht ausbleiben, dass ich die Hörer auch in der Kombi mit den beiden genannten KHVs verglichen habe.

Bisher war ja auch in diesem Forum oft zu lesen, dass ein Kopfhörerverstärker nur wenig bis gar keinen Einfluss auf das Klangbild eines Kopfhörers habe. Dieser Meinung konnte ich aber schon bisher nicht zustimmen, da mir Auswirkungen auf den Klang eines Kopfhörers bereits beim Vergleich Lehmann BCL versus Violectric V200 aufgefallen waren.
Daher war ich jetzt umso gespannter, ob sich der Klang des T1 am Violectric V200 betrieben ebenfalls verändern würde.

Und tatsächlich, das Klangbild änderte sich klar hörbar. Am Violectric klingt der T1 deutlich zentrierter in der Räumlichkeit. Die Instrumente rücken zusammen, der Fokus wirkt enger. Und noch einen Unterschied gibt es: Die Mittenwiedergabe wird leicht verstärkt. Dadurch wird die zuvor bemängelte detailärmere Wiedergabe dunkler Musikstücke etwas verbessert.
Die reduzierte Räumlichkeit ist für mich aber auf jeden Fall ein kleiner Nachteil.

Umgekehrt sind die Verhältnisse dann natürlich mit dem HD800. Am A1 klingt dieser Hörer schon mit übertrieben breiter Bühne. Die Schärfe im Klang wirkt aber etwas reduziert und der Bassdruck nimmt zu.
Beide Hörer gewinnen beim Wechsel des Verstärkers in einem Hörkriterium, aber sie verlieren leider auch bei einem anderen.

Letztendlich muss auch hier der persönliche Geschmack entscheiden.
Fakt bleibt aber, dass die Wahl des Kopfhörerverstärkers einen hörbaren Einfluss auf die Klangwiedergabe eines Kopfhörers haben kann. Eine technische Einflussgröße in diesem Zusammenhang ist sicherlich die Ausgangsimpedanz des jeweiligen Verstärkers.


Fazit
Der Beyerdynamic T1 ist ein Kopfhörer der absoluten Spitzenklasse, der durch eine sehr musikalische Wiedergabe brilliert. Der hörbare Frequenzverlauf ist sehr harmonisch und rund, keinerlei Spitzen verzerren das Klangbild. Die Basswiedergabe ist druckvoll und trocken, die Mitten bilden ausgewogen ab, und die Höhen sorgen für die nötige Detailszeichnung.
Im Zusammenspiel mit dem KHV A1 bringt er eine ausreichend breite Bühne, auf der alle Instrumente klar ortbar sind. Das gesamte Klangbild wird zu keiner Zeit und auch nach längerem Hören nicht lästig.
Der Verlust an Detailzeichnung bei besonders dumpfen, dunklen Aufnahmen lässt sich verschmerzen, und sollte nicht als besonderer Makel gesehen werden.
 

t1

 
Ist also der T1 der ideale Kopfhörer für alle HIFI-Fans? Leider nein.

Für Menschen mit einem großen Kopf und/oder großen Ohren (ich bin so einer) sind die Aussparungen der Hörmuscheln einfach zu klein und der Anpressdruck der Spannfeder zu groß. Dadurch wird das Tragen des Hörers doch recht schnell unangenehm. Die Ohren werden heiß und die seitlichen Auflagestellen der Polster drücken.

Das ist sehr schade, denn bezüglich der Klangqualität wäre der T1 zum Sennheiser HD800 eine gute Alternative auf Augenhöhe. Aber der gute Tragekomfort des HD800, vor allem beim genannten Personenkreis, bleibt leider unerreicht.

Vielleicht überlegt sich die Firma Beyerdynamic ja, den T1 zukünftig in einer XL-Version auf den Markt zu bringen.
Ich wäre mit Sicherheit der erste Käufer.
petitrouge
Inventar
#8 erstellt: 09. Jun 2011, 23:46
Kopfgefühl versus Bauchgefühl

Vorab möchte ich mich hier bei Beyerdynamic für die, zu Testzwecken, zur Verfügung gestellte Kombi des A1 Verstärkers und des T1 Kopfhörers bedanken!
Ein herzlichen Dank auch an die Organsisatoren dieses Events und der damit verbundenen Arbeit.


Zu Anfang möchte ich hier einen technischen Überblick, der zur Verfügung gestellten Kombination, geben:


Kopfhörerverstärker A1

Er wurde speziell entwickelt zum Betreiben von Kopfhörern mit einer Nennimpedanz von 30 bis 600ohm.

Technische Daten
Eingangsimpedanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 kΩ
Maximalverstärkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 dB
Frequenzgang. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 Hz - 100 kHz (-1 dB)
Klirrfaktor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,001% bei 170 mW / 250 Ω
Kanaltrennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . > 89 dB
Ausgangsleistung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100 mW / 600 Ω
170 mW / 250 Ω
150 mW / 30 Ω
Fremdspannungsabstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . > 100 dB (unbewertet)
Ausgangsimpedanzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Line Out (je nach vorgeschaltetem Gerät),
100 Ω Kopfhörerausgang
Leistungsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . < 15 W über internes, geregeltes Netzteil
Anschlüsse (Audio) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kopfhörerbuchse,
1 Line-Ausgang,
2 Audio-Eingänge über vergoldete Cinchbuchsen
Abmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250 x 225 x 50 mm (Gehäusemaße mit Rahmen)
Gewicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ca. 2,3 kg

Lieferzubehör
• Spezialtuch für Schutz und Reinigung des A 1
• Hochwertiges Cinch-Kabel (stereo)
• Kaltgeräte-Netzkabel

Besondere Merkmale

• Intelligentes microcontrollergesteuertes Schaltungsdesign 96-kHz-fähig
• Großer Lautstärkeregler mit hochwertigem ALPS-Potentiometer
• 2 LEDs zur Anzeige des aktiven Signaleingangs
• Power-Anzeige mit Multicolor-LED
• Kopfhörerbuchse 6,35 mm Stereo-Klinke
• zwei Stereo-Eingänge für 2 Signalquellen, 2 Taster zur Auswahl
• Stereo-Ausgang
• Stand-By-Taster

Kopfhörer T1

Die völlig neu konstruierten Schallwandler erreichen eine Antriebsleistung
von über einem Tesla (Maßeinheit für die magnetische Flussdichte).
Der Hörer erlaubt hiermit eine fast doppelt so hohe Lautstärke, als die
bisherigen Kopfhörer. Durch den gesteigerten Wirkungsgrad bietet
der T 1 mehr Leistungsreserven für dynamischen unverzerrten
Klang und wandelt das elektrische Signal nahezu verlustfrei in
Schallschwingungen um. Die äußerst leichte 600 Ohm Schwingspule
sorgt für Transparenz und eine perfekte Impulstreue.
Quelle: Beyerdynamic






TECHNISCHE DATEN
Wandlerprinzip. . . . . . . . . . . . . . . . . Dynamisch
Arbeitsprinzip. . . . . . . . . . . . . . . . . . Halboffen
Übertragungsbereich . . . . . . . . . . . . 5 - 50.000 Hz
Impedanz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 600 Ω
Kennschalldruckpegel . . . . . . . . . . . 102 dB (1 mW / 500 Hz)
Klirrfaktor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . < 0,05% (1 mW / 500 Hz)
Belastbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300 mW
Max. Schalldruckpegel . . . . . . . . . . . 126 dB (300 mW / 500 Hz)
Art der Ankopplung an das Ohr . . . . ohrumschließend
Andrückkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . ca. 2,8 N
Kabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 m / beidseitig zugeführt /
symmetrisch (6-polig)
Anschluss. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergoldeter Stereoklinkenstecker 6,35 mm



Besondere Merkmale

• Hörer in halboffener Bauweise
• Ausgesprochen klangneutral (gedämpfte Außengeräusche,
aber noch wahrnehmbar)
• Symmetrisches 6-poliges Kabel
• Beidseitige Kabelführung


Quelle: Beyerdynamic








„Nun aber endlich zu meinen ganz persönlichen Eindrücken“.


Kopfhöhrerverstärker A1





Optik und Verarbeitung

Das matte Silberfinish steht dem Verstärker ziemlich gut. Allerdings machen die „gummiartige Seitenpanzerung“ das edle Design schnell zu nichte.
Als Schutzmassnahme ist es bestimmt von Vorteil!
Das Firmenlogo zeigt sich recht unauffällig auf der „gummiartigen Seitenpanzerung“.



Dafür hätte ich mir einen viel besseren Platz vorgestellt...... etwa als Gravur auf dem Silberfinish!?
Die Anschlüsse sind prfessionell verarbeitet und geben keinerlei Grund zum Klagen.
Das Alps-Poti spricht für sich und zeichnet sich besonders durch seine hochwertige Verarbeitung aus. Die Standby und Input Tasten sind eher eine ungewöhnliche, aber meiner Meinung nach originelle Lösung.






Funktion und Leistung

Die Funktion des A1 ist absolut einfach und simpel. Frei nach dem Prinzip: „Plug and Play“ → anschliessen, Standby Modus beenden, Input wählen und los geht’s!

Zur Leistung: tja, wieviel Leistung braucht man eigentlich?
Ich wurde gross mit dem Spruch:
„Hubraum ist durch nichts zu ersetzen ausser durch noch mehr Hubraum!“
Doch stimmt diese Behauptung?
Nach den Herstellerangaben ist dieser Amp für 30-600ohm Kopfhörer ausgelegt.
Egal ob nun der T1 angeschlossen ist, oder mein AKG 701. Beide lassen sich perfekt antreiben.
Meine Neugierde wollte es wissen! Zum exakteren Vergleich habe ich meinen Schiit LYR hierbei mal herangezogen:
Der A1 benötigt jeweils eine viertel Drehung mehr um auf die gleiche Lautstärke von dem LYR zu kommen. Ob das ein wirkliches Manko ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.
Der Verstärker A1 ist frei von jeglichen Grundrauschen.




Fazit:

Ein klasse Amp ohne grossartigen „Fehl und Tadel“ der soweit alles, an dynamischen KH die auf dem Markt vertreten sind, antreiben kann.

Pro

- Verwendung eines Alps-Potentiometer
- mehr als ausreichende Leistung
- kompaktes und schlichtes Design
- Verarbeitung

Kontra


- die „gummiartige Seitenpanzerung“
- keine Möglichkeit das Gerät auszuschalten,
dauerhafter Standby-Modus!
- Preis/Leistung stehen in keinem guten Verhältnis



Kopfhörer T1




Optik, Verarbeitung und Komfort

Mein erster Eindruck im Handling mit dem T1 möchte ich als „ein massives Auftreten“ beschreiben. Die Verarbeitung ist sehr professionell und lässt keinerlei Wünsche offen.
Die Farbwahl in Titan und schwarz ist schlicht,aber auch edel.
Zum Gewicht möchte ich sagen, dass mir der T1, im Vergleich zu meinen sonst in Gebrauch stehenden KH, eher schwer vorkommt. Das macht sich auch im Tragekomfort bei kleinen Köpfen (meine Frau hat sozusagen mitgetestet) eher negativ bemerkbar.
Die Polsterung des Kopfbügels ist wiederum als positiv zu werten. Die Ohrpolster sind weich und angenehm zu tragen.
Besonders begeistert war ich als ich gesehen habe, dass Beyerdynamic erstmals einen hochwertigen Neutrik-Klinkenstecker verwendet hat. In Folge dieses Klinkenstecker befindet sich ein, mehr als ausreichend, langes Kabel.






Klangeigenschaften (mein ganz persönliches „Kopfgefühl“!)

Unterstütz haben mich in meiner Bewertung:
Nils Lofgren
Pink Floyd
Jennifer Warnes
Katie Melua
Yello
Porcupine Tree
Die Fantastischen Vier
Massive Attack


Bühne:
Der T1 baut eine sehr kleine Bühne auf. Es spielt sich alles recht nah am Gesicht ab und bildet diesbezüglich ein eher enges Klangbild. Die Bühne/Weite, die ich persönlich sehr schätze finde ich hier nicht und ist von meinem AKG 701 weit entfernt.
Details:
Der KH spielt jedes Details, dass auf der Grundaufnahme zu hören ist, präziese wieder ohne das Ganz über oder unter zu betonen.
Unter diesem Aspekt ist es ein wahrer Genuss mit dem T1 zu hören.


Stimmen:
Generell wirken die Stmmen zu dominant in einem Klangbild. Ich empfinde das im Gesamteindruck als nicht angenehm.
Männerstimmen gibt der T1 absolut originalgetreu wieder. Da lässt sich überhaupt nichts aussetzten.
Frauenstimmen bekommen eine Überpräsenz. Die empfundene Überbetonung der mittleren/oberen Mitten gibt meiner Meinung einen sehr direkten, vorwärts gerichteten Klangeindruck wieder. Ich empfinde sie sogar als „Aufdringlich!“


Bass:
Der Bass kommt druckvoll, knackig und trocken. Schnelle und heftige Bassattacken werden schnell und poblemlos umgesetzt.

Mitten:
Aufgrund der epfundenen Überbetonung der Frauenstimmen vermute ich hier ein Peak von 400-1000 Hz, der für die nicht originalgetreue Wiedergabe der Frauenstimmen verantwortlich ist.

Höhen:
Es fehlt an NICHTS! Perfekt!
Mit meinem Empfinden zeichnet sich ein klares, sauberes nicht verzerrtes Klangbild wieder.


Fazit:

Der erste Beyerdynamic, der mir auf Anhieb gefällt!




Pro

- Top Verarbeitung
- Edles Design
- Verwendung der neuen Tesla Technologie
- massives Handling
- Toller Klang


Kontra


- Kein Allrounder,für weibliche Songwriter, meiner Meinung nach, nicht geeignet
- Gewicht und Tragekomfort
- Preis/Leistung stehen auch in keinem guten Verhältnis





Gesamtfazit:

Der A1 kommt mir nicht ins Haus. Mein „Bauchgefühl“ sagt mir, dass es ein zu großes Angebot auf dem Markt gibt, wo ich für mein Empfinden ein angemesseneres Preis/Leistungsverhältnis finde. Das Gleiche gilt auch für den T1, da möchte ich aber nochmal hervorheben, dass er mich von seiner Klangwiedergabe als erster Beyerdynamic überzeugt hat, dennoch im Verhältnis zu teuer ist.


Es hat mir Spaß gemacht an dieser Testreihe teilzunehmen und hoffe, dem Ein oder Anderen mit meinem Review geholfen zu haben.
Und denkt bitte daran: Klangempfinden ist eine rein subjektive Angelegenheit!

Grüße,
Jens


[Beitrag von Hüb' am 10. Jun 2011, 07:55 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#9 erstellt: 20. Jun 2011, 19:52
Guten Tag, mein Name ist Tesla, Nikolai Tesla.



So vielleicht hätte sich der im Jahre 1856 der in Smiljan geborene Erfinder, Physiker und Elektroingenieur
vorgestellt, wollte er mir eine seiner neusten Erfindungen schmackhaft machen, deren zu seiner Lebenszeit er viele
hervorgebracht hatte. Möglicherweise aber geht mit mir, angesichts der schillernden Persönlichkeit Nikolai Teslas,
etwas die Phantasie durch, was angesichts des neusten Produktes aus dem Hause Beyerdynamic, für das der Erfinder
namentlich Pate stand, durchaus verständlich ist. Tesla, abgekürzt mit dem Buchstaben T ist die Maßeinheit für die
magnetische Flussdichte und damit für die Kraft, die ein Magnet entwickelt. Dieses T findet sich dann nicht nur im
Namen des Hörers wieder, sondern prangt ,verbunden mit einer Eins, präzise lasergeschnitten auf den Gabeln, die
die Kapseln des Hörers tragen um unmissverständlich klar zu machen, das es bei dem T1 um einen genauso ungewöhnlichen
Kopfhörer handelt, so ungewöhnlich, wie Nikolei Tesla es selber war.

Also da stand es vor mir, das dicke Paket mit dem Beyerdynamic T1 und dem Verstärker A1. Voller Erwartung
und mit Ungeduld packte ich die Kandidaten meines mir
bevorstehenden Hörvergnügens aus, um so schnell, wie es geht heraus zu finden, ob ich das auf die Ohren bekomme,
was den beiden an Ruf vorrauseilt. Aber als erstes der haptische und optische Eindruck. Der T1 wirkt wie aus dem
Lehrbuch, ein in seinem Materialmix und auch in der Optik beeindruckendes Stück HighTech, das ohne überzogene
Designgimmicks und Eskapaden in der Formgebung unmissverständlich klar macht, das man sich auf das
Wesentliche konzentrieren möchte, dem Träger ein präzisen und authentischen Musikgenuss zu bescheren. Die Gestaltung
der Gabel verleiht ihm dabei eine Anmutung von Präzision bei gleichzeitiger Leichtigkeit, die den Eindruck
vermittelt, dass man mit ihm einen Spielpartner bekommt, der einem ein ganzes Leben begleiten könnte. Mir kommen da
unmittelbar die Produkte und das Design von Dieter Rams in den Sinn, dessen Entwürfe ein Inbegriff sind für auf das
wesentliche reduzierte Funktionalität bei gleichzeitig zeitloser Ästhetik. Haptik, Materialanmutung und
Verarbeitung bewegen sich auf einem ansprechend hohen Niveau und steigert die Erwartungshaltung um so mehr.



Neben den ästhetischen Aspekten ist bei einem Blick in die Hörermuscheln auffällig, dass die Systeme schräg von vorne
auf die Ohren strahlen und nicht wie vielfach üblich parallel zur Kopfseite stehen. Dadurch wird im Hörer ein
Schallfeld erzeugt das dem natürlichen Hören entspricht, eine Vorne-Ortung begünstigt und, soviel kann ich hier schon sagen, ziemlich gut klappt.
Der mitgelieferte Antrieb, der A1, wirkt im Gegensatz zu
der soliden Präsenz des T1 etwas altbacken. Zwar kann man ihm unter dem Gesichtspunkt Haptik/Optik keine gravierenden
Mängel unterstellen, aber man merkt ihm an, das er eher im nüchternen Studiobetrieb zu hause zu sein scheint, wo
ästhetische Aspekte eine untergeordnete Rolle spielen und die Kernaufgabe, die Signalverstärkung für einen Kopfhörer
im Vordergrund steht. Den Kunststoffrahmen, wie auch den für meinen Geschmack etwas klein geratenen
Lautstärkeregler mit Plastikanmutung, halte ich für den aufgerufenen Preis von immerhin rund tausend Euro für nicht
ganz angemessen. Aber darum geht es ja erst mal nicht, es geht darum, was kann denn diese Kombination aus Verstärker
und Kopfhörer und hält sie, was sie verspricht.



Jetzt aber genug mit den Äußerlichkeiten, jetzt wird
gehört. Der T1 ist unter den Kopfhörern mit der der bequemsten der mir untergekommen ist. Ich kenne schon von
den Modellen 770/880/990 den guten Tragekomfort und da setzt der T1 noch etwas drauf. Er drückt weder an den
Muscheln noch am Bügel. Ich als Träger eines 3mm Haarschnittes finde ihn äußerst bequem und der Umstand,
dass zumindest bei meiner Ohrengrösse, diese im Hörer quasi frei sind und Nichts berühren, unterstreicht noch das
Gefühl der Leichtigkeit und wie ich auch bei ähnlichen Konstrukten schon festgestellt habe, beeinflusst das die
gesamte Wahrnehmung, auch beim konzentrierten Hören, da es einen eher vergessen lässt, das man einen Hörer auf dem
Kopf hat. Einzig die etwas dicken und schweren Kabel sind beim Tragen etwas störend und man wünscht sich, dass diese
nicht fest installiert wären um sie bei Bedarf gegen andere austauschen zu können .

Meine Pläne, mir vor dem Hören genau auszuwählen mit welchen Stücken ich den T1 hören möchte, habe ich schnell
verworfen. Stattdessen habe ich quer Beet durch alle mir zur Verfügung stehenden Genres gehört, wobei es mir viel
weniger um konkrete Details ging, sondern um den Gesamteindruck der mir mit der Darbietung vermittelt wird,
also die Antwort auf die Frag: Ist er es?
Vorweg, die Frage würde ich mit einem eindeutigen JAIN
beantworten. Aber erst mal das was mir zu Ohren kam:
In dem musikalischen Reigen machte Deep Purple, Live, made
in Japan mit dem Stück Smoke on the Water den Anfang. Die Aufnahme besticht durch eine faszinierende Räumlichkeit und
Authentizität, die einen direkt vor die Bühne zerrt. Man hört förmlich wie Richie Blackmores Gitarre aus den zu
Anfangs leise vor sich hin rauschenden Marshalls brüllt. Das muss authentisch wirken und das vermittelt der T1
recht beeindruckend mit einem ganz kleinen Manko, das es im oberen Frequenzbereich einen deutlich durch das Rauschen
aufgezeigten Peak gibt, der dem Rauschen der Amps etwas von entweichenden Dampf, einem Pffffft gibt. Das gehört so
da nicht hin, ist aber nur minimal und fällt auch nicht auf, wenn es erst mal richtig losgeht, dann rockt der T1
das es eine wahre Pracht ist. Das war schon mal ein guter Einstieg. Ihm folgte dann sogleich das Stück Great Debate
von Dream Theater, mein persönliches Lieblingsstück im Bereich ProgRock, das einen KH vor die Aufgabe stellt,
Instrumente, Schlagzeug, Stimmen zu separieren ohne das Klangbild zu zerreißen. Viele Kopfhörer mögen bei dem
Stück den einen oder anderen Aspekt mehr nach persönlichen Geschmack betonen oder zurücksetzen, vermitteln aber nicht
den Eindruck, den der T1 bietet, dem eines scharfen knackigen Bildes ohne dabei zu verwischen und kalt zu
wirken. Sehr gut! Earl Klughs Dance with the Lion vom Album Finger Paintings in der MFSL Variante unterstreicht
nochmal die knackige Darstellung auch bei melodisch ruhiger Gitarrenkost. Ein Schlenker über Fleetwood Macs Album
Rumours offenbart bei dem Stück Go Your Own Way eine wie ich meine, für die mir bekannten Beyer Hörern mehr oder
weniger starke, typische Anhebung im Bereich der unteren Mitten/Oberbass, die Männerstimmen mehr Volumen verleiht
als sie eigentlich haben, aber nicht unbedingt störend wirkt. In den folgenden Stück Seville von dem Soundtrack
Mission Impossible 2, macht sich das für meinen Geschmack allerdings negativ bemerkbar. Der von den Flamenco Schuhen
bearbeitete Boden sowie die Gitarre wirken leicht aufgebläht und boomy, akustisch nicht so glaubhaft, wie sie
sein könnten. Es mangelt etwas an Trockenheit. Auf der CD der Fachzeitschrift AUDIO mit dem Titel Stakkato gibt es
eine Aufnahme mit männlichem Schnarchen, die genau diese tonale Schwäche aufzeigt, übertrieben ausgedrückt, wirkt
der Bereich leicht resonant und der friedlich schlummernde Kerl scheint in einem großen Fass sein Nickerchen zu
tätigen. Die Mitten wiederum sind meines Erachtens dagegen ohne Fehl und Tadel.

Bevor ich mich in den Bereich Singer Songwriter begebe mach
in noch einen kleinen Abstecher bei Peter Gabriels geheimen Welt (Secret World Live) mit dem Stück in Your Eyes. Auch
hier sind wieder drei Dinge auffällig: Die Mitten sind
exzellent, Peter Gabriel ist klar umrissen und steht live vor dem inneren Auge, percussive ,obertonreiche Instrumente
bekommen durch den Peak ganz oben einen ansprechenden Glanz, der Bass ist etwas vorlaut - Durchaus eine Frage des
persönlichen Geschmacks, weiß man doch nicht, wie Aufnahme richtig zu klingen hat. Insgesamt aber so schön, dass ich
mir das Stück gleich mehrfach angehört habe, wobei nach einer Weile die leichte Anhebung auch nicht mehr störte
und das Spiel des Bassisten Tony Levin zeigt sich klangfarbenfreudig mit vielen feinen Dynamikdetails. Ich
stellte mir sogleich die Frage, welche Figur würde der T1 bei elektronischer Musik machen und bemühte Yellos Album
Pocket Universe mit dem Titel Magnetic. Nein, das geht nicht. Hier wirkt der T1 irgendwie angestrengt, da spendet
der Hochtonpeak nicht mehr Glanz, sondern vermittelt etwas zischelige Schärfe. OK, ab zu Rebecca Pidgeon, Spanish
Harlem. Sehr schöne Darstellung des Raums, der Bass leider wieder ein Tick dröhnig und im Korpus weniger scharf
umrissen, Rebeccas Stimme ein Tick sibilant, die Maracas exzellent modelliert und plastisch.

Ein Schwenk in Richtung klassisch geartete Musik ist noch Pflicht und auf halben Wege dorthin liegt der Fall des Haus
Usher, interpretiert von Allan Parsons Project vom Album Tals of Mystery (MFSL Ultradisc) Wie klingt der Anfang des
Stückes Arrival? Schöner Raum, aber beim Regen patzt er. Das hört sich immer noch ein bisschen nach Spiegelei in der
Pfanne an, habe den Part allerdings so richtig authentisch bisher nur mit einem Stax Lambda Pro gehört. Da ich
persönlich im Klassikbereich eher auf bewegte Sachen stehe, kam zum Schluss noch ein Stück aus dem Soundtrack
zu dem Film Der Da Vinci Code zum Zuge, der Titel Chevaliers de Sangreal, der hohe Ansprüche an Auflösung des
Gesamtgeschehens stellt. Ab 2:59 hört man den Chor Maria singen, das kommt sehr schön artikuliert rüber und nicht
komplett diffus, wie es meist zu vernehmen ist, der Hochtonpeak macht sich hier positiv bemerkbar, vermittelt
Klarheit und Auflösung und lässt Variationen im Bogenstrich der Streicher klar hören als wäre man bei der Darbietung
persönlich zu gegen.
Zum Abschluss habe ich dann noch stundenlang bis in die
Tiefe der Nacht quer durch alle Genres gehört, ohne mich auf irgendein klangliches Detail zu konzentrieren. Mir war
der Gesamteindruck wichtig.
Die von mir kritisierten tonalen Mängel, fallen nur bei wenigen Stücken auf und verschwinden sobald man
sich eine Weile eingehört hat. Dann wirkt das Gesamtbild enorm stimmig und die Darstellungen feinster Details
verleitet zu langanhaltenden Reisen durch die Vielfalt akustischer Kosmen, die viele Künstler zum Hören
bereithalten. Der T1 ist kein nüchterner Techniker der das Klangbild seziert, sondern eher ein Hörer der leicht
vollmundig daher kommt, ohne dabei Details zu verwischen oder mit einer ganz eigenen Klangsignatur dem akustischen
Geschehen seinen Stempel aufzudrücken.
Welche Rolle spielt dabei der A1? Ich haben den T1 auch
noch an einem UB Audio TPA6120 Amp mit 10 Ohm Ausgang und an einem Cavalli Hybrid Amp mit 50 Ohm Ausgang getestet.
Obwohl so vom Beyerdynamic nicht vorgesehen, bekommt dem T1 ein niederohmiger Ausgang gut und der minimale Ansatz zur
Brummeligkeit wird in seine Schranken verwiesen. Ob der A1 in dem Gespann seine 1000 Euro wert ist? Ich würde sagen,
eher nein. Er tut, was er tun soll, aber auch nicht mehr als deutlich preiswertere Verstärker und hat eine dem T1
nicht gebührende Anmutung. Ob man überhaupt eine Verstärker brauch, muss man von Fall zu Fall entscheiden.

Ich habe denT1 natürlich auch noch mit den hier vorhanden anderen Hörer, den DT990, HD598, SRH840 und Phonak Audeo
verglichen und muss sagen, man bekommt für recht wenig Geld schon verdammt viel an gute Klangqualität wenn man den
T1 als Maßstab nimmt. Aber eines, das ist dem T1, neben der sehr guten Raumdarstellung zu eigen, es ist das, was in der
Fotografie ein sehr gutes Objektiv von einem Mittelmäßigen unterscheidet, Abbildungsleistung. Alles wirkt ein Stück
realer ohne dass tonal die letzte Perfektion von Nöten wäre. Der Hörer als solcher tritt einfach in den
Hintergrund und lässt dem musikalischen Geschehen den Vortritt.

Fazit: Der T1 ist ein hervorragender Allroundhörer der jede gute Aufnahme genreübergreifend sehr gut zur Geltung
bringt und dabei die weniger Guten nicht allzu schlecht aussehen lässt. Aufgrund des für einen 600Ohm Hörers hohen
Wirkungsgrades kommt er auch ohne dedizierten Verstärker gut zu recht. Für Leute, die mit einem Kopfhörer ein
bestimmtes Klangbild erreichen wollen allerdings, für die ist er weniger geeignet, er ist halt kein Effektgerät
sondern ein tolles Werkzeug zur Musikwiedergabe und Genuss. Wenn er aber passt, dann kann er nicht nur wegen seiner
sehr guten Verarbeitung ein Spielpartner fürs audiophile Leben sein, der auch nach Jahren intensiver Nutzung wie am
ersten Tag aussehen kann. Wie ich zu Anfangs schon mal anmerkte.

Ich bin mir sicher, ein Nikolai Tesla, ein Allroundgenie, hätte, würde er heutzutage leben, seine wahre Freude an dem
was der T1 kann und das nicht nur, weil er Namensgeber für eine physikalische Größe ist, die in dem Hörer von
Beyerdynamic in einer vorher in diesem Bereich nicht gekannter Grö0e realisiert worden ist.

Chapeau!

Ein Wunsch hätte ich noch: Liebes Beyerteam, bringt einen
T1 MK2 heraus, bei dem die Kabel wechselbar sind und das mit Standardsteckverbinder. Der T1 hat das verdient

iznt
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 10. Jul 2011, 17:45
14.) iznt

Beyerdynamic T1/A1 Review

Intro

Beyerdynamic T1/A1
Der Beyerdynamic T1 Kopfhörer und der A1 Kopfhörerverstärker

Da meine Eindrücke zum Beyerdynamic T1, die ich während des Probehörens gesammelt habe, stark von meinen persönlichen Präferenzen geprägt sind und ich noch keine große Review Erfahrung von Kopfhörern habe, will ich es mir nicht anmaßen eine objektive Beschreibung des Hörers abgeben zu können. Anstatt beim Versuch zu scheitern allgemein gültige Beurteilungen des T1 abzuliefern, die unpräzise wären und trotz aller Mühe subjektive Elemente beinhalten würden, will ich lieber die Subjektivität des Reviews emphatisieren indem ich meine persönlichen Eindrücke (die man nicht teilen muss) so genau wie möglich beschreibe, während ich dennoch eine grobe Einordnung bzw. Abgrenzung zu anderen Kopfhörern abgeben möchte. Damit der Leser meine subjektive Meinung einordnen kann und somit - trotz anderer Auffassung davon wie ein Kopfhörer klingen muss - für ihn nützliche Informationen aus dem Review ziehen kann, sei hiermit eine Zusammenfassung meiner Kopfhörererfahrung und meiner klanglichen Vorlieben gegeben, die zwar nicht vollständig ist, aber die wichtigsten Kopfhörer abdeckt:

Das Hobby “Kopfhörer” fing für mich vor knapp einem Jahr an, als ich auch der Suche nach einem detailliert klingenden Kopfhörer mit klaren Höhen (das war, wonach ich damals suchte) mir eine Asus Xonar Essence ST, sowie einen AKG K701 orderte. Der K701 hatte zwar meine Anforderungen erfüllt, aber (abgesehen vom schmerzhaften Kopfband) war ich nicht mit dem Hörer zufrieden. Die Höhen klangen zwar wirklich gut, allerdings fehlte der Musik die Seele, da der Bass quantitativ zu gering und qualitativ zu kalt war. Bei einem Freund habe ich den ebenfalls viel empfohlenen Sennheiser HD 650 Probehören können, welcher quasi das krasse Gegenteil zum K701 ist. Auch wenn der HD 650 ein gewissen Grad an Analytik aufweist, so ist mir sein Klang vom Bass bis in die Mitten zu warm und zu matschig gewesen, während die Höhen gänzlich zu fehlen schienen. Nachdem ich den K701 zurückgeschickt hatte und nach einem K701 mit mehr Bass gesucht hatte, kamen der Beyerdynamic DT 880, DT 990 sowie der Audio Technica M50 in die nähere Betrachtung. Während ich den DT 880 bis heute nicht gehört habe, habe ich den DT 990 Pro und den M50 geordert, um beide gegeneinander antreten zu lassen. Der M50 hatte einen wirklich sehr interessanten Sound, jedoch langte er technisch nicht an den DT 990 Pro heran. Letzterer hat sehr durch seine Höhen zu gefallen gewusst, jedoch war anfangs der Tiefbass sehr ungewohnt. Es war mir zwar etwas zu viel Bass beim DT 990 Pro vorhanden, aber ich blieb erstmal bei ihm, da ich mir das “zu viel” beim Bass durch den Sprung vom K701 erklärt habe. Mittlerweile habe ich mich sehr mit der Kombination von Xonar Essence ST und DT 990 Pro angefreundet und den Bass des Beyerdynamics zu schätzen gelernt. In der Zwischenzeit hatte ich darüber hinaus den Sennheiser HD 800 inkl. Lehmann BLC bei mir zu hause. Die Kombi hatte eine leicht höhere Auflösung, quantitativ weniger Bass, welcher jedoch mehr als beim K701 war, aber ähnlich kalt wie dieser und der Sennheiser hatte klare Höhen, die jedoch wärmer als beim K701 oder DT990Pro klangen. Insgesamt hatte der HD 800 wenig mit dem HD 650 zu tun, konnte mich aber ohne hier weiter darauf einzugehen aus Gründen des Komforts und der Klangsignatur nicht davon überzeugen, dass die Kombination besser als meine Xonar Essence/DT 990 Pro Kombi wäre.

T1

T1
Der Beyerdynamic T1

Kommen wir zum Beyerdynamic T1 Kopfhörer. Aufgrund der guten Erfahrungen mit Beyerdynamic Kopfhörern und dem eher Ernüchternden Probehörens des Sennheisers HD 800, war ich besonders gespannt wie sich das Beyerdynamic Flaggschiff im Kampf um den High End Thron schlägt.

Optik, Verarbeitung und Komfort

Der Beyerdynamic T1 hat ein symmetrisches Kabel, mit einem sehr stabil wirkenden 6,5mm Klinkestecker. Anders als bei Sennheiser HD 800 lässt sich das Kabel nicht ohne weiteres von den Ohrmuscheln abklemmen und auswechseln, was zu Ärgernissen beim Kabelbruch führt, andererseits wirkt das Kabel nicht so, als würde es bei sachgerechter Behandlung brechen. Der Kopfhörer ist Beyerdynamic typisch aufgebaut. Ähnlich wie bei den DT 770, DT 880 oder DT 990 Modellen besteht der Kopfhörer aus einer mit Löchern verzierten Metallgabel, die die beiden Ohrmuscheln verbindet und mit einem Kopfpolster versehen ist.

T1 und DT990Pro
Der Beyerdynamic T1 mit dem DT 990 Pro

Die Verarbeitung wirkt dabei sehr gut, wodurch der Kopfhörer einen stabilen Eindruck vermittelt. Das Kopfpolster selber ist besteht aus größtenteils aus Leder und auf der Oberseite ist ein Streifen (aus Filz?) vorhanden, auf dem der Beyerdynamic Schriftzug zu sehen ist. Die Muscheln bestehen aus Plastik, Metall und einem gemaschten Metallgitter, während die Ohrenpolster aus Velours bestehen.

Damit sind Adjektive, die mir einfallen, wenn ich mir den T1 anschaue: Schlicht, edel, elegant. Wenn ich den Kopfhörer anfasse, verhält es sich nicht anders. Die Haptik des Kopfhörers ist wirklich sehr gut. Am gesamten Kopfhörer lässt sich keine Spur von “billig” finden. So ist auch der Geschmack vorzüglich...

Beim Komfort bin ich vom DT 990 Pro (der wie bereits erwähnt einen ähnlichen Aufbau hat) sehr gutes gewohnt und war gespannt, ob und wie der T1 das toppen kann. Im wesentlichen sitzen beide Kopfhörer sehr ähnlich auf dem Kopf und beim Probehören musste ich manchmal erst an die Ohrmuschel greifen, um mit Sicherheit festzustellen, welches Modell auf meinem Kopf sitzt. Bei genauer Betrachtung gefallen mir dann aber doch 2 Punkte am Komfort des T1 besser:

Ohrmuschel T1
Der T1 hat schräg angebrachte Treiber in der Ohrmuschel

1. Die schräg angebrachten Treiber sind nicht von einem Polster abgedeckt. Das sorgt dafür, dass Segelohren mehr Freiheit haben und nicht an ein Polster stoßen, so wie meine Ohren es beim DT990 Pro machen.
2. Das Lederkopfband ist etwas bequemer als das Kopfband des DT 990 Pro, wobei ich dem Punkt nur eine kleine Gewichtung beimesse, da der Unterschied nicht riesig ist.

Meiner Meinung nach liegt der T1 damit dem Konkurrenten HD 800, welcher mehr nach Plastik wirkt, in Sachen Haptik, Optik und Verarbeitung voraus. In Sachen Komfort frisst ein Beyerdynamic den HD 800 förmlich. Der HD 800 ist zwar sehr leicht und nicht unbedingt unbequem, aber durch die großen Ohrmuscheln ergibt sich für Brillenträgern wie mich ein unangenehmer Sitz, der auf die Brillenbügel drückt und durch den geringen Anpressdruck des HD 800 sitzt er wirklich instabil auf den Kopf. Das wäre für jeden Headbanger ein K.O. Kriterium, aber auch ich (der nicht headbangt) erwarte bei einem Kopfhörer in dieser Preisklasse einen einwandfreien Sitz und Halt, welchen der T1 problemlos vorzuweisen weiß.

Klang

Sehr gespannt darauf, wie sicher der große Bruder des DT 990 Pro macht, musste ich feststellen, dass der T1 nicht einfach eine Verbesserung des DT 990 Pro darstellt, sondern eine andere Klangsignatur aufweist. Ohne den DT 880 jemals gehört zu haben, aber nach dessen Beschreibungen zu urteilen klingt der T1 eher wie der große Bruder des DT 880 und nicht des DT 990. Der Tiefbass, der den DT 990 Pro ausmacht und den ich so zu schätzen gelernt habe, fehlt dem T1 gänzlich. Mir fällt es wie eingangs beschrieben sehr schwer einzuschätzen, ob der T1 einfach zu wenig Bass hat oder ob sich meine Ohren so sehr an den DT 990 Pro gewöhnt haben, aber das “Weniger” an Bass macht den T1 genauso wenig zu einem Allrounder wie ich den HD 800 für keinen halte. Als gutes Beispiel möchte ich hier das Lied “Forgot about Dre” von “Dr. Dre feat. Eminem” erwähnen. Mit dem T1 überhört man die Baseline beinahe, weil sie leise im Hintergrund vor sich hin spielt, während sie sich mit dem DT 990 Pro hör- und spürbar in den Vordergrund spielt, wo sie als elementare Stütze des Flows der beiden Rapper wirkt und damit das Lied um ein dem Lied wesentliches Element bereichert. Wenn man sich “Regret” von “LeToya” (welches eine der seltenen, wirklich guten Aufnahmen im Bereich der Black Music ist) mit dem T1 anhört, dann klingt der Gesang und die ganzen Effekte wirklich toll, aber man merkt, dass dem Lied einfach was fehlt.

Damit stehen beim T1 die Mitten und Höhen wesentlich stärker im Vordergrund, welche dann wieder stark an den DT 990 Pro erinnern. Während die Auflösung des DT 990 Pro bereits sehr gut ist, hatte ich immer den Eindruck, dass sobald mehrere Instrumente gleichzeitig spielen, der DT 990 Pro anfängt zu schwächeln. Hier wirkt der T1 souveräner und stellt Details bei mehreren Klangspüren noch besser dar, jedoch muss ich sagen, dass der Grad in technischer Überlegenheit entweder wirklich gering ist oder meine Ohren hölzern. Auch beim Thema Räumlichkeit bilde ich mir ein, dass man die Trommeln im Hintergrund bei “Just the Two of Us” von “Bill Withers” besser separieren kann, aber auch hier halte ich den Unterschied für sehr gering.

Insgesamt bin ich vom Klang des T1 also etwas enttäuscht. Ich streite nach wie vor gerne ab, dass ich ein Bassfanatiker bin (so gefällt mir bspw. der HD 650 gar nicht), aber doch halte ich einen gewissen quantitativen Grad an Bass für essentiell für fast jede Musik. So wird bspw. der K701, HD 800 oder auch der T1 für Klassik empfohlen, was ich aber noch nie verstanden habe. Wieso bei Trommeln oder einem Streicherensemble kein Bass benötigt wird, muss mir erst noch jemand erklären. Schlechte Quellen stellen übrigens sowohl der DT 990 Pro als auch der T1 beide dar, wobei der DT 990 Pro als Spaßhörer dort etwas vergebender wirkt und nicht ganz so analytisch (aber nur marginal). Was mir beim T1 gut gefallen hat, ist die Darstellung von Stimmen (siehe “Over The Rainbow” von “Jane Monheit”), aber auch der Klavierklang (bspw. “Abandoned Masquerade” von “Dianna Krall” ab 2:40). Aber sobald Gesang oder Klavier Teil eines Ensemble sind, fehlt den anderen Instrumenten wieder die Seele, so dass ich den DT 990 Pro in den aller meisten Fällen vorziehen würde.

Am ehesten sollten sich den T1 deswegen eher Leute anhören, die Gefallen am DT 880, K701 oder HD 800 haben und nicht viel Bass wünschen. Speziell für HipHop- und R'n'B-, aber auch generell Bass-Liebhaber ist ein weiter Bogen um all die eben genannten Kopfhörer zu empfehlen.

Fazit

Beim Thema Kopfhörer sind die Präferenzen und Prioritäten so verschieden, dass sich kaum eine absolute Wahrheit an dieser Stelle aufstellen lässt. Mich persönlich hat es aber gefreut erneut zu sehen, dass Beyerdynamic es scheinbar verstanden hat, wie man robuste, optisch ansprechende und gleichzeitig bequeme Kopfhörer baut. Oft lese ich, dass Leute Kopfhörer mit einem speziellen Klang suchen und alles andere außer Acht lassen. Was ich aber mit dem K701 gelernt habe, ist, dass Komfort (dem der K701 scheinbar den Kampf angesagt hatte) gerade bei einem Kopfhörer in dieser Preisklasse für mich ein K.O. Kriterium wäre, dass der T1 en passant erfüllt. Viel bequemer wird es nicht.

Aber genauso wie ich vom physischen Eindruck des T1 überzeugt bin, bin ich vom Klang enttäuscht. Genauer bin ich von der Klangsignatur enttäuscht. Technisch macht der T1 nichts verkehrt, jedoch nimmt mir die kalte, analytische Spielweise die Emotionen aus der Musik. Dabei muss er sich aber nicht vor dem HD 800 verstecken, da mir dieser genau so wenig gefällt. Ohne direkten Vergleich zu haben, ist meine Einschätzung, dass der T1 und der HD 800 eine sehr ähnliche Klangsignatur hätten. Müsste ich zwischen beiden entscheiden, wäre bereits der Komfort das K.O. Kriterium, was den HD 800 ausscheiden lassen würde. So empfehle ich jedem Interessenten des HD 800 auf jeden Fall den T1 ebenfalls Probe zu hören.

Bei der bisherigen Betrachtung wurde dabei der Preis von mir vollkommen außer Acht gelassen, womit sich der Review eher an Interessenten gerichtet hat, die das Geld ausgeben können, aber nicht müssen. Allen sparsamen oder auch allen preis/-leistungsbewussten Lesern kann ich aus meiner Sicht sagen, dass “High End”-Kopfhörer wie der HD800 oder auch der T1 technisch besser sein mögen, allerdings wirklich nur sehr gering, so dass es beim Hören von Musik (und nicht von Kopfhörern selber) die meiste Zeit nicht auffallen würde im Vergleich mit einem Kopfhörer der Klasse DT880/DT990/K701.

A1

A1
Der Beyerdynamic A1 Kopfhörerverstärker

Im Folgenden wird der Beyerdynamic A1 Kopfhörerverstärker betrachtet.

Optik und Verarbeitung

A1 Vorderseite
Die Vorderseite des A1

Der A1 ist gefertigt, wie man es von Audio Bausteinen erwartet: eckig, blockig, clean, stabil und in diesem Fall silbern. Die einzige Auffälligkeit ist der anthrazit farbene Rahmen, der sich um das Bauteil zieht. Ohne viel Schnörkel bietet der A1 für die Nutzung der Funktionalität auf der Vorderseite 3 Knöpfe (Standby-Knopf und 2 Knöpfe um zwischen den beiden Eingängen zu wählen), dazu jeweils eine LED, eine 6,5mm-Klinkebuchse zum Anschluss eines Kopfhörers und einen Drehknopf zur Lautstärkeregelung.

A1 Rückseite
Die Rückseite des A1

Auf der Rückseite sieht es ähnlich übersichtlich aus: je ein Paar Cinchbuchsen zum Anschluss der Eingänge, ein Cinchbuchsen Paar zum Anschluss eines Ausgangs und eine Buchse zum Anschluss des Stromkabels.

Die beiliegenden Cinchkabel machen einen robusten Eindruck, jedoch nicht ihre Anschlüsse. Nachdem ich die Kabelstecker in die Buchse gesteckt hatte, wollte ich die Stecker drehen, um die mechanische Kabelspannung zu lösen. Dabei löste sich das Steckergehäuse scheinbar leicht vom Stecker, worauf hin ich das Drehen gelassen habe. So was habe ich aber bisher noch bei keinem Kabel gesehen.

Funktion

Sobald der A1 am Stromnetz hängt, ist er im Standby betrieb, was eine rot leuchtende LED über dem Standby Schalter anzeigt. Sobald letzterer betätigt wird, leuchtet die LED grün und der Kopfhörerverstärker verrichtet seine Arbeit. Warum ein Standby Modus nötig ist, ist mir nicht ersichtlich. Da man keine Fernbedienung oder sonst eine Möglichkeit hat den Verstärker aus der Ferne an- und abzuschalten, könnte man sich den Standby Modus sparen und statt dessen den Standby Schalter durch einen Netzschalter ersetzen.

Mal abgesehen von der Funktion des Verstärkens bietet der A1 die Möglichkeit zwischen einem von zwei Eingängen zu wechseln, was den Vorteil hat, dass man bspw. CD-Player und Fernseher gleichzeitig am A1 anschließen kann und lediglich durch betätigen des entsprechenden Tasters zwischen den Geräten hin und her schalten kann. Dabei indiziert eine der beiden zugehörigen LEDs welcher Eingang der momentan aktive ist.

Darüber hinaus hat der A1 einen Ausgang zu dem ein Signal durchgeschleift werden kann. So kann man komfortabel zwischen Anlagen- und Kopfhörersound wechseln. Was jedoch merkwürdig ist, dass bei Belegung des Ausgangs der angeschaltete A1 das Signal sowohl durchreicht als auch (stark geschwächte) am Kopfhörerausgang abspielt. Dieses Verhalten ist für mich sinnlos, da ich bei aktiviertem Kopfhörerverstärker erwarten würde, dass kein Signal an meine Anlage ausgegeben wird (dann bräuchte ich die Kopfhörer nicht, geschweige denn mit einem abgeschwächtem Signal). Die Durchreichung des Signals funktioniert unabhängig davon ob der A1 Kopfhörerverstärker angeschaltet, im Standby Modus oder vom Stromnetz abgeschlossen ist. Leider war es mir nicht möglich zu testen, wie sich die Durchreichung verhält, sobald ein zusätzliches Signal am zweiten Anschluss anliegt.

Klang

Zum Klang kann ich leider nichts sagen, da ich zwischen dem Klang meiner Asus Xonar Essence ST und dem Klang des Beyerdynamic A1 keinen Unterschied raus hören kann. Ich will nicht abstreiten, dass der Verstärker Einfluss auf den Klang nimmt, nur höre ich keinen im Vergleich der beiden genannten Produkte.

Fazit

Der Beyerdynamic A1 Kopfhörerverstärker sieht sehr schlicht aus. Dabei fallen mir weder lobende, noch mahnende Worte ein. Seine Hauptfunktion (das Verstärken) übernimmt er ebenfalls ohne Probleme, was man bei seinem Preis aber auch erwarten will. Warum die Durchreichungsfunktionalität funktioniert wie sie es tut ist mir ein Rätsel. Da sollte man bei Beyerdynamic sich eventuell Gedanken über das funktionale Produktdesign machen. Ansonsten macht das Gerät aber einen guten Eindruck, während sich mir die Preisgestaltung nicht erschließt.
Brotrinde
Stammgast
#11 erstellt: 18. Jul 2011, 12:25
Kette
>Gast
MusicBee -> Asio -> Terratec DMX6fire USB -> A1 -> T1
>Heim
MusicBee -> Asio -> Terratec DMX6fire USB -> DT770Edt/DT880Edt
MusicBee -> Philips SBC-HD1502 -> DT770Edt/DT880Edt

DMX6fire

Playlist
Johnny Cash - The Man comes around
Melody Gardot - If the Stars were mine
Jamie Cullum - 7 Days to change your Life
Adele - Someone like you
J.S. Bach - Cello Suite BWV 1007
Apocalytica - The Unforgiven
J.S. Bach - Toccata und Fuge BWV565
Jean-Michel Jarre - Oxygene 4
Hütter, Schneider & Schult - Radio Activity
Mike Oldfield - Sentinel
A-Ha - Take on me
Die Streuner - Wir kamen einst vom Piemont
Classified - Oh...Canada
The Blodhound Gang - Fire Water Burn
Wintersun - Beyond the dark Sun
Eluveitie - Everything remains...

Vorwort
Herzlichen Dank an alle, die trotz der Anonymität die das Internet so bietet zum großartigen Gelingen dieser Aktion(en) beitragen!
Schön ist es auch, bei der Übergabe noch die Zeit zu finden sich mal "kurz" auszutauschen ;-)

T1

Let's get it on...
Wie oben schon beschrieben werden die Nullen und Einsen erst in meiner externen Terratec-Soundkarte gewandelt. Ohne den A1 schließe ich meine KHs direkt dort an. In diesem Fall konnte ich das Signal aber über die mitgelieferten Cinch-Kabel herausführen und den A1 speisen.
Um den Leser mit nicht allzuviel Prosa zu verunsichern, beschränkte ich mich so gut es geht auf einige wenige Punkte die hervorstechen. Frei nach Durkheim, der die Devianz als Abweichung von der Norm beschrieb, kann man davon ausgehen, dass alles was ich "negativ" beschreibe im Umkehrschluß bedeutet, dass alles andere sehr gut ist.

Reiseroute
>Basislager
Ausrüstungscheck. Das erste Aufsetzen vermittelte sofort einen vorläufigen Eindruck wie der Klang sein könnte: leicht und luftig. Da drückt nichts, die Ohren haben Spiel und das Kopfpolster ist schön weich. Das Ohrpolster hingegen hält den eh schon geringen Anpressdruck noch weiter auf Abstand und ist sehr fest. Dadurch haben meine Segelohren schön Spiel und werden nicht verbogen, wie z.B. beim DT880. Die angewinkelte Position der Treiber kenne ich schon vom Senni 555 und hat m.E. nur wenig Einfluß auf die Bühnendarstellung.
Toller Materialmix am KH. Mir gefällt auch die Spielerei, das Kopfband in der Mitte durch ein Wildlederband abzusetzen.


>Gipfelstürmer
Meine Musiksammlung bietet so einige interessante Musikstücke der härteren Gangart, die meine damaligen Mitschüler gerne als „Bombenterror" abgetan haben. Das schien mir aber zu profan für dieses Schwergewicht und so begann ich mit den Damen. Das scheint auf den ersten Blick seine Paradedisziplin zu sein. Sogar ich erkenne eine gewisse Staffelung der Instrumente und durch die Bauart wird die Luftigkeit der offenen Bühne auch in keinster Weise eingeschränkt. Aber halt...war da ein Zischeln? Noch mal zurück <<REW<< tolle Percussion...tolle Gitarre (ich liebe das Geräusch beim Umgreifen), aber bei "inside", "sky" zischelt sich ein scharfes "s" durch die Luft. Und das "t" poppt auch regelmäßig und vernehmbar. Bestätigt wird dieser Eindruck durch „Oxygene 8“. Da zischeln die gleichen Frequenzbänder ein wenig, ebenso bei „Sentinel“ und die High-hats bei „London Skies“ von Jamie Cullum.
Das tut dem Hörgenuss aber keinen Abbruch - ich mag die Brillanz seiner Höhen und das anzischeln stört mich nicht sonderlich, sofern ich mich nicht genau darauf konzentriere.
Aber bitte, das hier ist jammern auf höchstem Niveau! Ich weiß auch noch wie ich den DT880 aus dem Forum bekam und der sehr aktive User endlich froh war diese Hochtonschleuder los zu sein. Damals kannte ich nur den Pro750 und fragte nur „Hochton…hast Du den bei der Lieferung vergessen?“

>Tiefstapler
Unplugged geht es weiter mit Herrn Cash. Das Klavier bedient sich der unteren Oktaven und da fällt mir auf, dass da was fehlt. Ganz unten beim Anschlag fehlt der letzte Rest an Tiefbass. Da wirkt das Klavier ein wenig beschnitten. Die Darstellung an sich ist über alle Frequenzbereiche präsent und präzise. Nur an den äußersten Ecken scheint er nicht mehr zu wollen.
Für Hip-Hop bevorzuge ich meinen DT700@600Ω - welch Überraschung. Dafür hat der T1 einfach zu wenig "Druck" im Kickbass. Da brauchen wir aber nicht darüber streiten, dass das 1. bauartbeding ist und 2. diese Musikrichtung nach einer geschlossenen Badewanne schreit!
Die Doublebass bei Wintersun stellt für ihn keine Hürde dar und er schafft es leicht diese vom Rest zu isolieren. Klare, punchige Percussion, klare Gitarren, da geht nichts matschig ineinander unter. Es fehlt nur ein wenig die Seele, wie es z.B. der MS1 schafft. Selbiges bei „Everything remains“ wobei hier noch mal hervorzuheben ist, mit welcher Leichtigkeit er die Drehleier von der E-Gitarre und vom Schlagzeug trennt, aber das bringt uns schon zum Mittelton.

>Mitten im Berg
Bisher hat sich die Kombo keine Patzer geleistet und auch bei den Mitten kann er an die bisherigen Leistungen anschließen. Die Celli sind eine Freude, sei es bei Rostropovich oder Apocalyptica. Das Orgelspiel von Bach verdeutlicht dies auch noch mal. Während der Organist sich durch die Mitten spielt, genießt man einfach die anderen Stimmen die bald hoch, bald tief durch die Oktaven gleiten. Alles wird präzise aufgelöst und präsentiert. Allerdings wirken die Mitten m.E. etwas zurückgesetzt. Oder scheint das nur so wegen seiner eher neutralen Spielweise? Drehleier, Sackpfeife...Instrumente liegen ihm einfach. Ohne zu analytisch zu werden geht er dabei allerdings auch manchmal kühl zu Werke. Das passt zu mancher Frauenstimme und hilft bei der Isolation derselbigen. Allerdings geht dadurch auch immer ein wenig Timbre verloren.

DT880

Reisebericht
>Kopfbedeckung
Eigentlich bin ich enttäuscht, aber auch zufrieden und gelöst wieder auf Meeresniveau angekommen zu sein. Die reine Existenz der „noch größeren Zwei“ hat mich seit ihrem Erscheinen nie losgelassen. Im Hinterkopf spukte ständig die Gewissheit, dass da draußen etwas noch größeres auch mich wartet. Noch spektakulärer, noch mehr Kopfhörer. Höher, schneller, weiter, aber auch besser? Ich wusste es ja nicht. Daher kam das Probehören genau richtig. Der T1 ist der große, gereifte Bruder vom DT880 Edition. Und zwar in allen Belangen. Er macht (fast) alles mindestens genauso gut, wenn nicht noch oder deutlich besser. Wer die Klangsignatur des kleinen liebt, verliebt sich automatisch in den großen. Aber dafür ein Vielfaches ausgeben?
Dabei darf ich aber nicht vergessen, dass ich anscheinend schon von einem erhöhten Standpunkt gestartet bin. Der DT880 zählt nicht umsonst zu den „großen Drei“, aber die Lücke zum T1 ist zu gering, als dass ich sie schleunigst schließen müsste. Das hat mich einerseits enttäuscht, aber andererseits erleichtert es mich und mein Portemonnaie. Weiß ich doch nun, dass ich an einem Punkt der Grenzrate angelangt bin, wo deutliche Verbesserungen nur durch überproportional pekuniären Einsatz erreicht werden. Allein dafür hat es sich gelohnt. Mein Gewissen ist beruhigt. Mein Set-up ist im Vergleich mit dem Markt schon sehr gut (für mich!). Halleluja! Sollte ich allerdings später mal die Möglichkeit haben, den T1 für schlankere Marie dauerhaft „testen“ zu dürfen, werde ich diese auf jeden Fall nutzen. Dazu ist er einfach zu gut und genau nach meinem Geschmack.

>Energiezufuhr
Warum ich über den A1 noch nichts geschrieben habe? Naja, dieser Verstärker wäre gerade gut genug für Jevoha gewesen. Man möge mich Ketzer nennen, aber ich habe mit dem T1 keinen Unterschied gehört ob ich direkt an der Terratec hänge oder am KHV. Mit dem DT880 auch nicht.
Ich weiß dass es Unterschiede gibt. Meinen iBasso habe ich mit OP-Amps gerollt bis es mir gefallen hat. Und so deutlich hatte ich mir die Unterschiede in der Kette auch vorgestellt – mit und ohne A1.
Bemängeln möchte ich allein, dass sich das Gerät nicht über einen Schalter vom Netz trennen läßt, sondern nur Standby verfügbar ist. Das ist nicht zeitgemäß und die Einsparung eines Trennschalters spart vielleicht 1,- EUR. Allerdings habe ich dadurch natürlich keinen Einschaltplopp, der viele stört. Mir ist es letztendlich wurscht, da ich vor alle meine Standby-Geräte eine schaltbare Steckdose setze.

A1

>Einsatzgebiet
Für alle Einsteiger empfehle ich den kleineren Bruder DT880. Die Verwandtschaft ist deutlich sicht- und erkennbar. Für ambitionierte und erfahrene Tonleiterbesteiger ist dann der T1 das Maß aller Beyer-Dinge. Er ist für alle Musikrichtungen geeignet. Besonders gut allerdings für elektronische Musik à la Jarre oder Oldfield, und natürlich auch für die Darstellung komplexerer Bühnen wie bei Bach oder Melody Gardot.
Vom Materialmix gibt es m.E. nichts ähnlich robustes und leicht zu reparierendes! Auch der A1 ist mehr oder weniger nach dem Prinzip "form follows function" aufgebaut - eher unauffälig und ohne Aufreger. Vorzuheben ist die Möglichkeit zwei Quellen anzuschließen.


"And now for something completely different..."

Hüb'
Moderator
#12 erstellt: 31. Aug 2011, 11:10
Hallo,

leider fehlen ja noch einige Berichte. Ihr denkt bitte daran, dass nur derjenige an der Verlosung teilnimmt, der auch ein Review verfasst.

Zudem steht ihr qua Teilnahme bei Beyerdynamic im Wort.

Dies nur zur freundlichen Erinnerung.

Grüße
Frank
The_Duke
Stammgast
#13 erstellt: 01. Sep 2011, 12:40
Review Beyerdynamic T1 & A1


Als Einleitung möchte ich sagen, dass ich auf dem Gebiet der Kopfhörer und dessen Vergleiche noch ein Anfänger bin und dieses Hobby erst seit ca. 2 Jahren intensiver betreibe. Dementsprechend habe ich auch nicht allzu viele unterschiedliche Kopfhörer hören können geschweige denn Reviews verfasst. Daher seid bitte gnädig.

Hinzukommt das ich momentan selbst leider nur 2 Kopfhörer besitze (Beyerdynamic DT880 600Ohm und Alessandro MS1) und ich somit den Vergleich mit einem Hörer in vergleichbarer Güte (Sennheiser HD800) entsprechend aus meinem Gedächtnis reproduzieren muss.

Bilder werde ich keine beifügen, da es schon reichlich technisch tolle Fotos in den Reviews gibt und meine nicht mithalten könnten. Daher habe ich mich entschieden keine beizufügen. Es weiß ja mittlerweile auch jeder wie die Combo ausschaut.


Equipment

Der Vergleichstest lief komplett über meinen audio-gd-FUN welcher als DAC fungierte und den Beyerdynamic A1 ansteuerte. Als Quelle diente mir mein PC mit hochwertigen MP3/FLAC Aufnahmen (teilweise in 24Bit und 96KHz) sowie die Original CDs. Als Player nutze ich seit Jahren foobar mit dem Addon WASAPI.


Optik, Verarbeitung und Komfort

Optisch gibt es nur wenig Neues zu den bereits erhältlichen Top Produkten von Beyerdynamic. Allerdings sehe ich das nicht als Nachteil sondern eher als Vorteil weil man somit einen einmaligen Wiedererkennungswert der Marke hat.

Beim Tragekomfort gibt es gegenüber den altbekannten Modellen für mich eine klare Steigerung dadurch das die Wandler etwas nach vorne versetzt verbaut wurden und somit meine Ohren nicht mehr ständig anliegen wie beim 880'er. Perfekt ! Einzig der Anpressdruck ist ein bisschen höher als bei meinem DT880 aber wirklich stören tut es nicht.

Die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau aber auch da habe ich nichts anderes erwartet. Einzig das sich die Einstellungen links und rechts recht leicht und oft verstellen trübt den Gesamteindruck ein bisschen. Mag aber auch daran liegen, dass er schon durch diverse Hände ging. Es sei ihm verziehen. Das Ganze ist aber auch Meckern auf höchstem Niveau.

Somit kann ich zu diesem Kapitel sagen, dass es wie erwartet keine böse Überraschungen gab, da ich ja bereits über 1 Jahr einen DT880 mein eigen nennen kann und es wenig Neues gibt.

Wobei eine Sache muss ich noch erwähnen. Man muss schon sehr vorsichtig sein, wenn man den Kopfhörer abnimmt und fälschlicherweise auf seinen Verstärker oder CD Player legt, da die Metallbügel (nicht die Kunststoffhalterung) aufliegen und man sich somit relativ schnell Kratzer einfangen kann. Das hätte man vielleicht etwas besser lösen können.


Klang

Nun zu dem deutlich schwierigerem Kapitel da es sich doch mehr oder weniger nicht zu 100% objektiv beurteilen lassen kann. Jeder hat nun mal seine persönlichen Vorlieben und lässt sie entsprechend einfließen.
Als Musik habe ich folgende Interpreten und Alben ausgewählt da ich deren Musikstücke quasi auswendig kenne (nicht vollständig da es ansonsten den Rahmen sprengen würde):

Chris Jones – Moonstruck
Thom Rotella – Thom Rotella Band
Gregg Karukas – GK
Ben Harper – The will to live
The Peter Malick Group – New York City
Katie Melua – Pictures
Norah Jones – Come away with me
Paul Simon – The Essential
Sting – diverse
Dave Matthews Band – diverse
Eric Bibb – diverse
Billy Cobham - Palindrome
Etc.

Mein erster Eindruck war auch diesmal etwas ernüchternd und quasi vergleichbar mit dem Hörtest des Sennheiser HD800. Nach ein paar Takten wurde mir aber glücklicherweise klar, dass mein erster Eindruck mich wiedermal fehlgeleitet hatte.
Warum ? Der T1 offenbart auf den zweiten Blick die Details die mir der DT880 unterschlagen hat. Um ehrlich zu sein hatte ich sie nie wirklich vermisst aber jetzt da ich weiß das sie da sind, möchte ich sie eigentlich nicht mehr missen. Wie ich bereits im Sennheiser HD800 Review schrieb, klingt der Beyerdynamic DT880 schon sehr gut aber irgendwie spielt er hinter einem Vorhang und klingt daher etwas muffig/zurückhaltend.
Der T1 kann seine Herkunft natürlich nicht verleugnen und klingt ähnlich dem DT880 aber in allen Belangen eine Klassen besser. Der Vorhang ist zu 95% verschwunden, die Höhen sind nicht mehr so schrill, alles klingt einfach dynamischer/agiler und auch der Bass erscheint mir eine Spur prägnanter. Stimmen, sowohl männliche als auch weibliche, sind eine Wohltat und stehen mehr im Vordergrund verglichen zum DT880. Alles klingt schön weich, satt und rund ohne irgendein Detail zu verschlucken. Die Instrumente werden dabei sehr sauber separiert wiedergegeben. Ich mag diesen Sound auch wenn ich mir ein bisschen mehr „Klarheit“ (ich nenne es mal so) gewünscht hätte.

In dieser Kategorie hat für mich ganz klar der Sennheiser HD800 die Krone auf. Kein anderer Hörer bringt die Rim Clicks so intensiv rüber wie der HD800. Der T1 bekommt das zwar schon besser hin als der DT880 aber an die Intensität eines HD800 kommt er definitiv nicht ran.
Ein gutes Beispiel dafür ist Sting mit Fields of gold. Gänsehaut pur mit dem HD800. Glocken klar wird jedes einzelne Instrument dargestellt und die Rim Clicks haben die Intensität eines Schusses.
Allerdings fehlt ihm im Umkehrschluss ein bisschen die Wärme die ein T1 verbreitet.

Ich muss aber auch sagen, dass mir der Vergleich doch sehr schwer fällt, da ich leider den HD800 nicht im direkten Vergleich hören konnte.

Ist der HD800 "technisch" besser als der T1 ? Ich glaube ja aber ist das in meinen Ohren auch wirklich besser ?
Beide Kopfhörer haben ihren eigenen Flair und es ist mir nicht möglich zu sagen welcher mir besser gefällt. Man kann mit beiden stundenlang seinem Hobby frönen ohne Anzeichen von Ermüdung zu befürchten und darauf kommt es an. Manchmal kann eine zu analytische Darstellung auch nerven und man wünscht sich ein bisschen mehr Wärme oder andersherum. Es hängt auch hier sehr viel von den eigenen Präferenzen ab. Einigen wir uns daher auf ein Unentschieden. Es gibt halt nicht den perfekten Kopfhörer.

Noch ein paar Worte zur Bühne. Die des T1 ist relativ klein. Nicht ganz so klein wie beim DT880 aber sie kommt nicht an die des Sennheiser HD800 ran. Welcher in dieser Kategorie besser ist kann ich ebenfalls nicht sagen da beide ihren Charme haben. Hängt ein bisschen von der gewählten Musikrichtung ab. Mal passt die weite Bühne (HD800) perfekt mal mag ich es lieber intimer (T1).


Fazit

Mein Fazit zum T1 fällt mir genauso leicht wie vor ein paar Wochen zum HD800.
Beyerdynamic hat mit dem T1 einen deutlich Sprung nach vorne geschafft und einen rundum gelungen Kopfhörer produziert, welcher erstens einen sehr guten Tragekomfort mit sich bringt und zweitens einen sehr sauberen und ausgewogen Klang bietet. Daher sind für mich der T1 und der HD800 gemeinsam Meister ihrer Klasse und ich würde auch beide bedenkenlos empfehlen und kaufen, wäre da nicht der hohe Preis.

Der T1 ist meiner Meinung nach der rundere Kopfhörer aber trotzdem kamen beim HD800 mehr Emotionen rüber. Es kann aber daran gelegen haben, dass der HD800 mein erster wirklicher High-End Kopfhörer war welchen ich hören durfte und ich beim T1 somit schon wusste was auf mich zukommt.
Insgesamt hängt es an einem selbst welchen Kopfhörer man präferiert. Ich würde es abhängig vom jeweiligen Track und der Tagesform entscheiden. Falsch kann man definitiv mit beiden nichts machen und somit kann ich in diesem Vergleich auch nicht eindeutig sagen, welcher von beiden besser ist. Für mich spielen sie auf Augenhöhe nur mit unterschiedlicher tonaler Abstimmung.

Eines ist aber für mich unumstritten. Der T1 schlägt seinen kleinen Bruder DT880 ohne ihn dabei an die Wand zu spielen. Der T1 klingt zwar nicht 3 mal besser, wie der Preis vermuten würde, sondern es handelt sich eher um Nuancen die ihn besser machen aber in Summe ist der T1 somit dem DT880 doch deutlich überlegen. Ob das den aufgerufenen Preis rechtfertigt, kann sich nur jeder selbst beantworten.

Meine Hoffnungen hingegen ruhen auf dem T70 weil dieser preislich zwischen beiden angesiedelt ist und 500€ meine persönliche Schmerzgrenze darstellen. Sollten die Unterschiede nur marginal sein, so bleibe ich meinem DT880 treu weil er meiner Meinung nach schon vieles richtig macht und ich auf die Nuancen, zumindest bei dem Preisunterschied, verzichten würde.


Abschließend noch ein paar Worte zum A1. Hier hingegen fällt mein Urteil eher ernüchternd aus. Auch dieses Mal konnte ich keinen Unterschied zwischen der Verstärkersektion vom FUN und dem A1 erhören. Genauso erging es mir schon mit dem Lehmann bei der Sennheiser HD800 Testaktion. Entweder bin ich nicht das Goldohr oder es gibt einfach keinen Unterschied zwischen dem A1 und meinem audio-gd Kopfhörerverstärker.


Beyerdynamic T1
Pro:
- perfekte Verarbeitung
- sehr guter Tragekomfort kommt aber nicht ganz an den des HD800 ran
- benötigt relativ wenig Power im Vergleich zum 600Ohm Beyer
- toller Klang (warm und rund) und auch technisch sehr gut
- ein deutliches Upgrade gegenüber seinen kleinen Brüdern

Contra:
- verstellt sich leider recht oft und muss somit neu justiert werden
- der T1 hat nicht die Intensität (z.B. Rim Clicks) des HD800 auch wenn beide meiner Meinung nach klangtechnisch auf Augenhöhe spielen
- Preis ist für das geleistete zu hoch aber so ist das bei Hifi. Ein Quäntchen mehr Qualität bedeute hier meist das x-fach an Euro
- schweres Kabel welches leider nicht auswechselbar ist
- etwas emotionsloser als ein HD800; ihm fehlt ein bisschen der „Swing/Groove“; in diesem Punkt mag ich mich aber auch irren da ich keinen direkt Vergleich hatte und alles aus dem Gedächtnis abrufen musste; daher außerhalb der Wertung


Beyerdynamic A1
Pro:
- gebaut wie ein deutscher Panzer und scheint unverwüstlich

Contra:
- hoher Preis welcher für mich nicht im entferntesten gerechtfertigt ist, schließlich ist es „nur“ ein Kopfhörerverstärker und hat noch nicht mal einen DAC an Bord
- ich kann leider keinen Unterschied zu meinem Low/Mid-End Equipment (audio-gd FUN) hören
- optisch leider nicht mein Geschmack
- kein Netzschalter (hat sogar mein FUN bei einem drittel des Preises)


Noch mal kurz zusammengefasst:
- der T1 ist ein tolles Stück Hardware und ich wäre stolz ihn mein Eigen zu nennen
- der A1 ist bestimmt auch ein tolles Stück Hardware aber ich sehe die Notwendigkeit leider nicht, wenn man bereits einen anderen Kopfhörerverstärker besitzt


Vielen Dank an Beyerdynamic für diese einzigartige Aktion und das ich als Nachrücker kurz vor Ende noch einspringen durfte. Vielen Dank natürlich auch an die Organisatoren die sich diese Mühe gemacht haben.


Schlusswort
Wenn ich das Geld übrig hätte, würde ich gerne beide mein Eigen nennen. Da das Thema Hifi aber nur eines meiner vielen "Zweithobbys" ist, sind die Prioritäten klar verteilt was Zeit, Geld und Engagement angeht. Daher werde ich mich mittelfristig wohl nur auf einen einzigen Kopfhörer festlegen müssen. Vielleicht habe ich in der Zukunft auch mal die Chance einen Elektrostaten hören zu dürfen. Wer weiß was dann noch alles passieren kann.


[Beitrag von The_Duke am 01. Sep 2011, 12:44 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#14 erstellt: 07. Okt 2011, 10:10
Hallo,

ich bitte um Beachtung: KLICK. Danke!

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 07. Okt 2011, 10:10 bearbeitet]
MDex
Stammgast
#15 erstellt: 11. Okt 2011, 12:14
Review von MDex zur Beyerdynamic-Kombo Kopfhörer T1/Verstärker A1: (Bamberg, 06.10.2011)

Während ich diese Zeilen schreibe habe ich den T1 auf meinem Kopf und genieße ein letztes Mal Musik mit ihm, bevor er mich heute wieder verlassen muss.

KH und KHV
Kopfhörer T1 und Verstärker A1

Deshalb an dieser Stelle erst einmal ein herzliches Dankeschön an Beyerdynamic und an die Organisatoren/Moderatoren des Hifi-Forums, die diese Aktion ermöglicht haben und uns die Chance gaben dieses tolle Stück HiFi-Hardware unter Heimbedingungen zu testen.

Man merkt eventuell schon bei den ersten Zeilen, dass es mir der T1 wirklich angetan hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern dieser Aktion verfüge ich nicht über viel Hörerfahrung mit teuren Kopfhörern und verschiedenen Kopfhörerverstärkern. Deshalb wird mein Review auch weniger technisch und analytisch sondern ist von meinen Eindrücken beim Musikhören geprägt, die ich versuche bestmöglich zu beschreiben.

Vielleicht erst mal zu Ausgangssituation:

- Als Quelle für den T1 diente mein SACD-Player Sony SCD-XB790QS, der A1 wurde über die mitgelieferten hochwertigen Cinch-Kabel an den Stereo-Output des Players angeschlossen (der Sony verfügt auch über einen analogen 5.1-Ausgang).

- Zum Vergleich standen mir meine Kopfhörer zur Verfügung: AKG K601, Beyerdynamic DT440 und mein portabler AKG K518 LE. Der DT440 kommt bei mir hauptsächlich am PC bei Games zum Einsatz. Der K601 wird bei nächtlichem Betrieb direkt am regelbaren KH-Ausgang des Sony betrieben. Normalerweise höre ich Musik über meine Heco Celan 500 und meinen Yamaha-AVR.

- Für meine Probezeit wollte ich mir zuerst eine feste Liste an Liedern zusammenstellen, welche ich genauer durchhören wollte. Als T1/A1 dann aber in Betrieb waren, habe ich querbeet durch mein CD-Regal gehört. Eine kleine Auswahl an CDs sieht man auf dem Foto unten.

Setup
Der Testaufbau mit Sony SACD-Player und A1
Auswahl CDs
Eine kleine Auswahl an CDs, die mit dem T1 gehört wurden.

Vor der Beschreibung meiner Klangeindrücke möchte ich eine kleine Pro/Contra-Liste der einzelnen Komponenten stellen. Auf die Auflistung der technischen Daten und der weiteren Produktmerkmale verzichte ich, dies wurde in einigen Beiträgen weiter oben schon vorbildlich gemacht, ebenso die Beschreibung der Verarbeitung, welche aus meiner Sicht hervorragend ist.

Kopfhörer T1: KH

+ Tragekomfort, auch für Brillenträger. Super weiches Kopfband.
+ Qualität des Kabels (Peacock MKII von Sommer-Cable) und des Steckers (Neutrik)
+ Verarbeitung insgesamt, Materialanmutung, Anfassqualität, Wertigkeit
+ Design, Formensprache

- Gewicht des Kabels. Das Kabel zieht etwas am KH und ist nicht das leichteste. Außerdem kann es ziemlich widerspenstig sein.
- Anpressdruck. Während bei den ersten Testern noch der zu hohe Anpressdruck kritisiert wurde, muss ich sagen es hätte etwas mehr sein können, wenn auch nur ganz leicht. Dies kann aber auch an der Anzahl der Köpfe liegen, auf denen der T1 während seiner Reise Platz genommen hat. Insofern hierzu von mir keine finale Wertung.
- Preis. Für mich momentan leider zu teuer. Der Minuspunkt bezieht sich also auf meine persönliche Situation. Ob der T1 seinen aufgerufenen Preis wert ist, kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten abschließend nicht beurteilen. Wäre ich bereit den Preis zu zahlen? Schweren Herzens, ja!

Kopfhörerverstärker A1: KHV

+ Verarbeitung, Anfassqualität, Materialeinsatz
+ 2 wechselbare Eingänge
+ gute KH-Anschlussbuchse

+/- Design. Bin mir nicht sicher, ob er mir gefällt. Das Gerät ist halt einfach schlicht und zweckdienlich. Es wäre sicher mehr möglich, vor alle zu dem...

- ...Preis! Wäre ich beim T1 mit einiger Überwindung noch bereit den Preis zu bezahlen, ist dies beim A1 definitiv nicht mehr der Fall.
- kein echter Netzschalter, nur Standby.
- nur analoge Eingänge, kein USB- oder Digitaleingang
- Anschluss nur für einen KH, eine zweite Buchse wäre nett.
- LEDs sind viiiiieel zu hell! Wenn ich abends gehört habe, haben diese regelrecht geblendet.

Höreindrücke:

Höralltag 1Höralltag 2
Der Alltag des T1: Die CDs warten, der Klang verführt, die Zeit verfliegt.

Nun zu meinen Höreindrücken, welche natürlich nur meine persönliche Meinung wiedergeben. Meine Hörerfahrung beschränkt sich auf die oben genannten Komponenten, einen KHV besitze ich nicht. Auch mit Klangbeschreibungen und der Analyse einzelner Frequenzen habe ich wenig Erfahrung. Deshalb teile ich meine Beschreibung auch nicht in einzelne Bereiche Bass/Mitten/Höhen, sondern veruche wiederzugeben, was mir beim Musikhören aufgefallen ist. Dazu habe ich während der Testphase Notizen gemacht.

Das Erste was mir auffiel war die tolle Sprachverständlichkeit, die der T1 bietet. Stimmen stellt der KH sehr natürlich dar und ermöglicht so eine hohe Verständlichkeit. Bei „Spanish Harlem“ von Willy DeVille auf der DALI CD Vol. 2 habe ich die Reibeisenstimme noch nie so eindrucksvoll gehört.

Auch der Klang von akustischen Gitarren gefällt mir mit dem T1 hervorragend, sie bekommen mehr Körper als über meine Lautsprecher. Das schwingen der Saiten, das Umgreifen des Gitarristen, alles wird in einer wahnsinnigen Detailfülle wiedergegeben. Überhaupt faszinierten mich das Auflösungsvermögen, die Details und die Bühne, die der T1 darzustellen vermochte. Bei Chopins Nocturne Es-Dur op. 9 Nr. 2 gespielt von Gergely Bogányi auf der CD Stereoplay Masterpieces Vol.5 habe ich zum ersten Mal die Pedale des Klaviers gehört.

Weiterhin fiel mir bei komplexen Stücken und vor allem bei orchestralen Werken auf, dass der T1 sehr gut den Überblick behält. Bei Smetanas „Moldau“ und bei Dvoráks Symphonie No. 9 (Karajan) konnte ich jederzeit die einzelnen Instrumente lokalisieren und bekam trotzdem eine stimmige Gesamtdarstellung geboten.

Bei „Samb-Adagio“ von Safri Duo, ebenfalls von der DALI CD, und bei einigen Stücken von Hurts gefiel mir die Tauglich des T1 für elektronische Musik und sein (für mich) extrem schneller Bass. Meine Hecos können da nicht mithalten und klingen im Vergleich schwammig. Auch die Menge an Bass war für mich ausreichend, ich habe nichts vermisst. Bei einem Vergleich mit dem DT440 zeigte sich ganz deutlich, dass dieser den Bassbereich zu sehr aufdickt und Details verschluckt. Für den PC-Betrieb geht das in Zukunft weiter in Ordnung, Musik hören machte mit dem kleinen Beyer nach dem T1 nicht wirklich viel Freude.

Natürlich habe ich den T1 auch mit dem AKG K601 verglichen. Nach dem Beyer kam mir der Österreicher leider vor wie eine Holzsäge gegen ein Skalpell. „Hotel California“ von den Eagles auf Hell Freezes Over (XRCD) stellte der AKG mit weniger Raum und weniger Druck dar. Im direkten Vergleich klang er mir zu dünn und emotionslos.

Beim Test des T1 direkt am KH-Ausgang des Sony-Players (Pegelabgleich wurde nach Gehör versucht) kam mir der T1 härter und spitzer vor. Ich hatte den Eindruck die Bühne wurde auch etwas kleiner. Am deutlichsten war jedoch der spitzere Hochtonbereich, hier klang der T1 am A1 für mich angenehmer, gerade für längere Hörsessions. Dazu muss ich sagen, dass ich im Hochton etwas empfindlich bin und deshalb warm abgestimmte LS habe. Horn-LS gehen bei mir z.B. gar nicht. Insofern kann ich einen Einfluss des A1 ausmachen. Wie der Unterschied zu anderen KHVs ist, würde mich noch interessieren.

Zum Test habe ich den A1 auch mal direkt an den iPod Touch gehängt. Hier hatte ich bildlich gesprochen das Gefühl, er fährt mit angezogener Handbremse. Zum einen war die Lautstärke natürlich limitiert, zum anderen merkte man, dass da klanglich noch deutlich mehr möglich sein müsste.

Zum Schluss musste ich allerdings bei aller Detailbetrachtung feststellen, dass mir der T1 am Besten gefiel, wenn ich aufhörte zu analysieren und anfing einfach Musik zu hören. Mit ihm gelang es mir lange ohne störende Einflüsse einfach nur Musik zu genießen. Ich vermisste nichts. Das hatte auch zur Folge, dass eine CD nach der andern in den Player wanderte und ich oft die Zeit vergas. Leider gewöhnt man sich sehr schnell an den guten Klang der T1/A1-Kombo.

Fazit:

Dank dieser tollen Aktion von Beyerdynamic/Hifi-Forum konnte ich einen Kopfhörer in der Preisliga des T1 in meinen eigenen vier Wänden ausprobieren. Der T1 gefiel mir dabei ausgesprochen gut, vor allem im Zusammenspiel mit dem A1. Gerne würde ich einen solchen Kopfhörer in Zukunft mein Eigen nennen, da Musikhören mit ihm wirklich Spass macht. Einziger Wehrmutstropfen ist der hohe Preis der Komponenten, der einen Kauf in naher Zukunft leider unwahrscheinlich macht.

Violin-Schlüssel
slickride
Stammgast
#16 erstellt: 11. Okt 2011, 14:26
A1/T1 Kombi


Manchmal....


sind es die kleinen Dinge im Leben, Details, die das Leben lebenswert
machen. Sie definieren uns, machen uns zu den Individuen, die wir sind und
führen uns immer wieder vor Augen, wie schön das Leben doch mit all seinen kleinen Facetten sein kann.
Es sind Momente.
Sei es das sanfte Gefühl von Regen auf der Haut, das Zwitschern eines Vogels,
ein Lächeln, das angenehm ermattete Gefühl nach dem Sport, Musik, ein Foto,es gibt Momente im Leben, wo die Zeit augenscheinlich zum Stillstand kommt,das eigene Selbst sich in einer kleinen großen Welt wieder findet und sich zu einem Gefühl formt, …ein Moment der absoluten inneren Ruhe.

Ich bin nachdenklich, zuweilen völlig ausgeglichen, gelegentlich auch mal impulsiv und seit gut 4 Jahren auf der Suche nach innerer Ausgeglichenheit, auf der Suche nach Entschleunigung in dieser immer schneller werdenden Zeit in der wir leben. Lange hatte ich gesucht, lange hatte ich geirrt und hatte letztlich eine Möglichkeit gefunden, eine Leidenschaft, die ich mit unzähligen Menschen auf dieser Welt teile.
Musik.


Der Ursprung...


Es begann vor drei Jahren an einem verregneten Tag in November als es zum ersten Mal geschah. Ich besuchte ein Konzert in den Vereinigten Staaten von Amerika, Hilary Hahn spielte Werke des Paganini und ich war gefangen.
Eleganz, Leichtigkeit, Verspieltheit, Disziplin, ein Hauch Arroganz;
es war ein großartiges Erlebnis und ich erinnere mich noch sehr genau an den Moment, an dem ich meine Augen schloss, alles um mich herum vergas und mich einfach, von der Virtuosität ergriffen, in die Welt der Musik fallen ließ. Es war ein magischer Moment...


Es wurde zu einer Leidenschaft...


Seit dem Moment wusste ich, dass ich das gefunden hatte, wonach ich lange gesucht, aber bis dato nicht gefunden hatte. Konzerte folgten und als ich wieder in Deutschland zurück gekommen bin, suchte ich eine Möglichkeit, die Erlebnisse der Konzerte in den heimischen Wänden wieder erleben zu können. Es war ein Beginn von etwas ganz großem. Fing es vergleichsweise klein an, so bestimmt es heute nun ein Teilaspekt meines Lebens. Es ist das Hören von Musik via Kopfhörer und In-Ears.

Ich weitete nach und nach meinen Horizont aus und begann ein Gefühl für Musik mehr und mehr zu entwickeln, ich interpretierte sie selbst auf meine Art und suchte Equipment, welches mit meiner Interpretation im Einklang stand. Ein AKG K701 eröffnete den Anfang, es folgte ein Sennheiser HD600,
ein Beyerdynamic 880 Edition und auch einige In-Ears fanden schließlich zu mir. Letztendlich kamen Sennheisers HD800 in Kombination mit einem Symphony.2 von Meier Audio auf der Kopfhörerseite und der RM von Ultimate Ears auf der In-Ear Seite meinem Musikverständnis am nächsten. Dennoch blieb das Gefühl, etwas würde fehlen, nicht aus und ich suchte weiter.

Als ich von der Beyerdynamic-Testaktion las, sah ich eine Möglichkeit
und ergriff diese dankbar. Ich trug mich in die Liste ein und wartete voller Vorfreude und Erwartungen auf die Beyerdynamic T1/A1 Kombination.

Beyer T1, T1

Technische Spezifikationen und Erwartungen


Als technikbewusster Mensch hatte ich mir dabei meine Wartezeit durch
das Befassen mit den technischen Eigenschaften des Duos aus Heilbronn
etwas verkürzen können. Beim Kopfhörer T1 handelt es sich um einen kabelgebunden, halboffenen, 350 Gramm schweren Kopfhörer, welcher eine Impedanz von 600 Ohm aufweist und den üblichen 6,35 Millimeter umfassenden Klinkenstecker besitzt. Das Novum und Besondere hierbei ist die innovative Antriebstechnik, welche ein Magnetfeld mit einer magnetischen Flussdichte von 1,2 Tesla ermöglicht -, mehr als doppelt so viel wie üblich. Zurecht stolz über diesen Umstand wurde der Kopfhörer auf den Namen T1 getauft, wobei Nikola Tesla für den Namen Pate stand.
Assoziativ an Nikola Tesla verbunden, keimten große Erwartungen
auf, Gedanken wie Innovation und technische Brillianz wurden erweckt.
Dabei schien der T1 auf dem Papier durchaus in die großen Fußstapfen des Nikola Tesla\'s passen zu können, bedeutete die hohe Effizienz des Antriebs in Kombination mit der leichten Membran die Grundlage für eine sehr gute Frequenzantwort und Impulstreue,die Impedanz von 600 Ohm sollte des weiteren die Elektronik entlasten.

Beim Kopfhörerverstärker A1 wiederum handelt es sich um einen diskret aufgebauten KHV, welchen ich vor Erhalt des Testsamples bei einer befreundeten Person begutachten durfte. Dabei habe ich mich im Zuge dessen auch etwas mit dem Layout der Schaltung befasst. Bilder vom inneren Aufbau habe ich keine geschossen, ich bitte diesen Umstand zu verzeihen.
Diskret, sehr sauber, systematisch durchgedacht, sophisticated. das sind die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich in Hamburg das Gerät öffnete und den dreigeteilten Aufbau begutachtete. Ein APLS Potentiometer mit 100OhmAusgangswiderstand, eine überdimensionierte Stromversorgung sowie ein kleines Relais mit Minicontroller waren durchaus sehenswert. Bei genauerem Hinsehen schien ein Eingang fest mit dem Ausgang verbunden zu sein, was ein Durchschleifen des Tonsignales im Standby-Modus ermöglichen sollte. Der Verstärkungsfaktor betrug
18dB, bei 600 Ohm liegen bis zu 100mW an. Wie sich die Spezifikationen im Klang niederschlagen werden, wird sich zeigen und ich war durchaus sehr gespannt auf einen Hörtest.


Erste Impressionen, Haptik, Optik und Handhabung


Als ich vor etwa einer Woche angenehm ermüdet vom Trainingslager am Abend zu Hause ankam, wartete zu meiner Freude bereits das Paket von Beyerdynamic. Vom kindlichen Enthusiasmus ergriffen waren meine Wehwehchen schnell vergessen und entpackte das große, stabile Paket. Erwartungen, Befürchtungen, Zweifel, Freude, ein großer Mix aus Emotionen breitete sich aus. Mit leicht feuchten Händen habe ich mich schließlich bis zu der praktischen Stofftasche vorgearbeitet und nachdem ich den Zippverschluss geöffnet hatte, gab sich das Heilbronn\'sche Duo feinsäuberlich in einer großzügigen Polsterung eingebettet zu erkennen.
Den T1 Hörer dann in der Hand haltend, fiel mir ein leichter Geruch von Rauch auf, welcher aber im akzeptablen Rahmen war und somit nicht zur Disposition stand. Stabil, massiv und gut verarbeitet, so gab sich der Beyerdynamic und wusste zu gefallen. Obwohl ich ein Freund von Understatement bin, so hätte ich mir ein extravaganteres, ja, eigenständigeres Design doch lieber gewünscht, wirkt der T1 Aufbau doch wie eine deutlich hochwertige Beyerdynamic 880 Edition Version und ließ etwas Individualität sowie
Charakter für meinen Geschmack missen. Etwas Eigenständigkeit innerhalb der Produktpalette hätte angesichts der Alleinstellung nicht geschadet. Im Hinblick auf das großzügig gepolsterte Lederkopfband, welches weich und einen komfortablen Eindruck machte, konnten die Ohrpolster aus weichen aber groben Velours jedoch nicht dempositiven ersten Eindruck folgen. Mich erinnert das Velours sehr an das der kleineren Beyergeschwister, an das Poster eines AKG K701, welches Fussel und Verunreinigungen
schnell aufzunehmen vermochte. Während eine Analogie Letzterer bezüglich der Ohrpolsterung durchaus als Kompliment für Kopfhörer der gehobenen Mittelklasse aufgefasst werden konnte, so hatte ich mir hier eine hochwertigere Lösung angesichts der Positionierung innerhalb der Oberklasse gewünscht. Ein weiches und anschmiegsames Lederpolster oder Alcantara ähnlich der des HD800ers, welches in der Praxis durch Alltagstauglichkeit und erhöhtem Komfort zu überzeugen wusste, empfand ich als die bessere Wahl. Bei genauer Betrachtung der Muschel fiel auf, dass Beyerdynamic hier angewinkelte Treiber verwendet, die jedoch recht frei liegen. Dies sollte jedoch kein Problem darstellen, solange behutsam umgegangen wird.

Beyer gewinkelte Treiber

Die Aufhängung ist wie bei anderen Beyermodellen aus Plastik, die Systembügel sowie die Muscheln sind aus Metall, wobei die Systembügel ein gestanztes T1 aufwiesen und somit auf dem ersten Blick den T1 auch als solchen charakterisieren. Das Kopfposter ist großzügig dimensioniert, gut gepolstert, besitzt eine clevere Aussparung und ist zudem aus weichem Leder. Hier gab es nichts zu beanstanden. Wäre das Lederkopfband noch etwas breiter dimensioniert gewesen, so wäre es perfekt. Wird die Thematik der Dimensionierung betrachtet, so fiel das großzügige Kabel auf, welches mit einer massiven Ausführung aufwartete, welches am Ende mit einem Neutrik Stecker um Anschluss bat. Dieser Bitte wurde gerne nachgegangen und
Gelegenheit zur Begutachtungdes A1 wurde gegeben. Wurde bereits im Vorfeld über die technischen Eigenschaften eingegangen, so liegt der Fokus hier in der Optik, Haptik sowie Handhabung.
Bei einem Marktwert von gut 890€ fiel mir, wie schon in der vorgegangenen Besichtigung das sehr sachliche, jedoch nicht sonderlich wertige Auftreten auf, mag die Konstruktion durchaus Vorteile im Alltag mit sich bringen. Die gummiartige Ummantelung zum Beispiel wirkt sowohl entkoppelnd, stoßabweisend und erweist sich als rutschfeste Kontaktfläche durchaus pragmatisch. Leider wurde die Funktionalität nicht in mit einer dem Preis
ansprechenden Materialwahl und Verarbeitung umgesetzt, wie man es eigentlich erwartet.
Ein preiswert anmutendes Stahlblechgehäuse, umschlossen von nicht exakt angepassten gummiartigen Plastikflanken, die simpel anmutenden
Cinch-Anschlüsse sowie eine ¼ Zoll Klinke, welche sich in der Benutzung als etwas schleifend gab und für die relativ hohe Abnutzung des Neutriksteckers verantwortlich war,. wirke angesichts des Preises und der Positionierung am Markt deplatziert, die Farbgebung vom A1 harmonisierte dabei auch nicht mit der des T1.

Gesamt gesehen, zeigte Beyerdynamic also eine solide Leistung , auch wenn es durchausVerbesserungsvorschläge besonders hinsichtlich des Wertigkeitsgefühls des A1 gab. Die Muschelaufhängung hat bei schnellen Drehungen am T1 ein dezentes Quietschgeräusch von sich gegeben, die Ohrpolster könnten etwas weicher sein und einen unempfindlicheren Überzug aufweisen. Rasterungsweise gefiel die feinstufige Option der Verstellung, hier ist diese jedoch zu leichtgängig gewählt worden, sodass es durchaus vorkommen konnte, dass sich die Rasterung bei schnellerem Heben am Bügel sich zu verstellen vermag. Hier macht es Sennheiser mit dem HD800 zwar ein Tick besser, insgesamt wünschte ich mir von den Herstellern
doch eine feinstufige aber eine nicht so leichtgängige Rasterung, sodass sich nichts so schnell verstellen kann. Betrachte ich den Beyerdynamic 1350, so ist die Abstufung zwar nicht so feinstufig, jedoch hatte die Rasterung einen deutlich besseren Widerstand.

Da Beyerdynamic es durchaus auch besser kann, frage ich mich hier doch etwas, warum nicht ein höherer Widerstand gewählt wurde. Eine mögliche Erklärung dessen kann sein, dass Beyerdynamic dem T1 Nutzer die bequeme Option bieten wollte, die Verstellung direkt auf dem Kopf durch vorsichtiges Ziehen an den Muscheln vorzunehmen. Der A1 wiederum könnte angesichts des Preises über ein vollwertiges Alugehäuse, stabile WBT-Cinchanschlüsse sowie einem versenkten und klinkensteckerschonenden
Anschluss versehen werden.


Sich fallen lassen...


Objektive Betrachtungsweise? Davon wandte ich mich nun ab und konzentrierte mich nun auf
das, wofür die Beyer-Kombi eigentlich gedacht ist. Sie ist entworfen worden, um zu begeistern,
um Emotionen wiederzugeben, den geneigten Hörer in den Bann zu ziehen und schlussendlich fallen zu lassen. Romantiker mögen hier von Entgrenzung reden, es sei Ihnen überlassen...

Meine Quellen bestanden aus einem Magnat MCD 850, einem MacBook Pro sowie einem Cowon S9. Der Magnat wurde direkt an den A1 angeschlossen, das Notebook sowie der Koreaner wurden an den linear eingestellten DAC des Meier Audio angeschlossen, welcher seinerseits das Tonsignal analog an den A1 weiterleitete. Auf diese Weise hatte ich auch zwischen den beiden
Kopfhörerverstärkern schnell zwischen schalten können und somit beide Verstärker im Klang vergleichen können. Aber dazu später mehr.

Testequipment 1

Als Kopfhörer und In-Ears hatte ich meine Ultimate Ears Refererence Monitors sowie den Sennheiser HD800 mit einbezogen, wobei ich vor jeder intensiven Hörsequenz eine Stunde ausgewählte Stücke, die ich sehr gut kannte, mit dem linearem Reference Monitor an der 0-Ohm Klinke des Symphony gehört hatte, um dann auf den T1 umzusteigen. Diese Methodik hatte sowohl seine Vorteile als auch seine Nachteile, jedoch ist der der Reference Monitor bis dato mein meist benutzter Hörer und bekam durch die lineare Wiedergabe eine gute Grundlage, um ein eventuelles Sounding objektiv ausmachen zu können. Das ein Hören ohne Vorbehalte demnach nur noch begrenzt stattfinden konnte, mag zwar durchaus sein, jedoch geht der Konsument doch in den meisten Fällen von dem bereits Gehörtem aus und geht somit im gewissen Maße immer mit einer gewissen Vorbelastung in den Hörtest. Eine neutrale Vorbelastung in Form einer linearen Wiedergabe kann somit überwiegend im positiven Sinne gedeutet werden.


Musikliste...


Den Anfang machte dabei recht lockere Musik, welche zur leichteren Kost gezählt werden konnte. Als Quelle dient hier der A1. Nicht immer perfekt aufgenommen, sowie nicht sonderlich anspruchsvoll. Es handelte sich um ruhigen Pop, gemischt mit einem kleinen Touch in Richtung Songwriter. Dido, Tone Demli sowie Lene Marlin machten den Anfang. Später gefolgt von A Secret Sense – Melancholique, welches durch melancholische sowie tiefgründige Lyrik durchaus kritischer ist viele kleine sehr authentisch aufgenommene Nebengeräusche beinhaltete. Des Weiten hatte ich noch einen Sibilantentest mit Alanis Morissette – Flowers of Entanglement, welche Aufnahmen beinhaltete, die bei einer scharfen Wiedergabe im Hochton sehr nervig, gar schneidend wirken konnten. Nach dem Warm-Up ist die Konzentration auf einem Level, bei dem die Thematik der Bühne, Durchhörbarkeit sowie Auflösung fokussiert werden konnte... wobei ich es mir durchaus nicht nahm, auch spontan das eine oder andere Stück eines Interpreten anzuspielen.


Sounding? Direkt, impulsiv, oberbassbetont, kühl...


… So hätte ich meine ersten Eindrücke mit der T1/A1 Kombi beschrieben, als ich das erste Stück, „Here with me“, aus Didos Album „No Angel“, anspielte. Es fehlte tonal etwas, was im positiven Sinne einfach zu fehlen hatte, es ist der „Wow-Effekt“. Angenehm erwachsen und ernst gibt sich Beyerdynamik mit dem T1, ohne nicht jedoch ein gewisses Sounding zu leugnen. Eine Anhebung im Oberbass-Bereich, welcher im geringen Maße in die untersten Mitten interferierte, eine leichte Senke in den mittleren Mitten, welche in den oberen Mitten und Höhen in einen beherzten Peak mündet, war zu vernehmen. Dies führte dazu, dass das sanfte Bassfundament in „Here with me“ mehr Substanz und Nachdruck verliehen bekommen hatte, als auf der Aufnahme eigentlich vorgesehen wurde. Die zarte Stimme Didos klang sehr klar und etwas hell, Sibilanten waren jedoch leider im Gegenzug bei dem Stück verstärkt worden. Um noch einmal sicher zu gehen, spielte ich das Stück „Slide“ des gleichnamigen Albums an und wurde bestätigt.

Ungemein klar und transparent mit einer sehr schönen Leuchtkraft wurden
Emotionen vermittelt, ließen jedoch etwas an Substanz missen und klangen bereits ab mittlerer Lautstärke hörbar und spürbar schärfer und mit mehr Nachdruck im Brillanzbereich strahlend, als eigentlich auf der Aufnahme zu hören sein sollte. Diese Eigenschaft hat dabei sowohl Vorteile als auch Nachteile. Vorzüge entstehen dabei, wenn der geneigte Hörer
eine leise bis moderate Abhörlautstärke bevorzugt, da dadurch ein Eindruck von mehr Dynamik und Detail entstand. Des Weiteren kann diese tonale Abstimmung ebenso auch Spass und Freude bereiten, wie ich mit der ungeplanten Wiedergabe von „Welcome to Medina“ von Medina
zu meiner Freude erleben durfte. Es handelt sich dabei um sehr genügsamen Dance-Pop einer Dänin, welcher eine sehr unkritisch aufgenommene Stimmenwiedergabe besaß und vornehmlich elektrische Soundeffekte zur Untermalung benutzte. Die leicht betonteren höheren Töne des Schlagzeuges fielen dabei kaum auf, „echte Instrumente“ welche ein Maximum an Realismus
zur Profilierung benötigen, waren weitestgehend nicht existent. Dank dieses Umstandes entstand vor allem in Kombination mit dem leicht prominenten Bass ein sehr dynamisches,anspringendes, detailliertes und ungemein klares Klangbild, welches selbst bei moderaten Lautstärken einfach zu gefallen wusste.

Ein daher eingehendes leichtes Wippen des Kopfes wurde
dabei vom ausreichend festem Sitz der Polsterung unterstützt, was eine aktive physische Anteilname an der Musik im Gegensatz zum Gegenspieler HD800 von Sennheiser nicht sofort mit einem Verrutschen des Hörers quittierte. Um fair zu bleiben verfolgte Sennheiser mit dem HD800 jedoch auch eine andere Interpretation der Musikwiedergabe, welche eben diese aktive physische Anteilname nur im deutlich begrenztem Maße vorsah. Doch dazu später mehr.


Die Klarheit wurde mit betonten Sibilanten erkauft...

T1 Seitenansicht 2

Licht impliziert dabei auch Schatten, welcher bei der Anspielung von Alanis Morissette sehr deutlich wurde. Waren die Aufnahmen nur bis zur mittleren Lautstärke mit dem Sennheiser HD800 hörbar, so ertappte ich mich dabei, wie ich bei identischer Abhörlautstärke an kritischen Stellen, durch schneidende Sibilanten schmerzhaft überrascht, den T1 schnellstmöglich von meinem Kopf genommen hatte. Aufnahmen von Lene Marlin, sowie von A Secret Sense empfand ich dabei ebenfalls durch die tonale Abstimmung des Beyerdynamic
nicht in dem Maße harmonisch, wie ich es mir zu Anfang erhoffte, sind diese doch ohne diese Schärfe in den Aufnahmen versehen und müssten durch die gebotene überragende Klarheit und Transparenz den Beyer aus der Dämmerung ans Licht zu positionieren gewusst haben.

Doch auch hier trat wieder das bereits Geschilderte auf, je nach Stück mehr oder weniger auffallend. Norwegische Songwriter, nostalgisch und melancholisch nachdenklich und oft mit geschilderten und vermittelten Gefühlslagen, zu welchen das eigene Selbst durchaus Beziehung aufbauen kann... ; ja, das traf es mit den Alben von Lene Marlin passend.
„A Place Nearby“ aus dem Album „Playing My Game“ zum Beispiel half mir dabei, den Verlust einer Person zu verarbeiten, welche mir durchaus nahe stand. Ein Hauch Rauchigkeit sowie Anteilname hatte einfach gefehlt, das betonte High-Hat ließ an dieser Stelle einfach an Natürlichkeit etwas missen und verhinderte somit knapp ein Eintauchen in das Stück.
Die hohe, klare Stimmenwiedergabe in Kombination mit dem tendenziell etwas betonten Oberbass standen für mich einfach im Widerspruch zur nostalgisch-traurigen und zugleich verströstenden Stimmlage des Liedes.


T1 als dynamische und glasklare Frohnatur...

Beyerbär

Indes sind Erinnerungen ja nicht nur trauriger oder weniger schöner Natur. Aus diesem Grunde suchte ich das Country Gerne auf, brachte das aktuelle Album von Taylor Swift hervor und spielte „Long Live“ ab, welches mich an das Herumtollen in der Jugend erinnerte und mir gelegentlich ein kleines verschmitztes Grinsen oder Kopfschütteln entlocken vermochte...

Und da war es plötzlich da, alte Erinnerungen, dieses verschmitztes Grinsen. Offensichtlich traf der T1 hier mit seiner klaren, frech wirkenden Stimmenwiedergabe und dem spassigen Bassbereich den Nerv fast völlig. Von der Stimmlage impliziert, war ich geneigt dieses Stück bei etwas erhöhter Lautstärke zu hören, eine Ambition, welche leider etwas durch
ein nun wieder aufgekommenes Schneiden im Hochtonbereich etwas eingedämpft wurde. Dem Spassfaktor jedoch tat dies jedoch fast keinem Abbruch und ich hörte mir, in der guten Stimmung folgend, Tone Damli Aaberage – „I Know“ an und wurde wieder nicht enttäuscht. Bilanzierend konnte ich somit durchaus eine gewisse Affinität der Heilbronner im
Bezug zu aufnahmeunkritischen und aufmunternder Musik ausmachen.


Anspruchsvolle Musik?...


Lassen wir uns nun zu dem für mich spannenden Punkt übergehen, in dem es um anspruchsvolle Kost geht. Wie schlägt sich der Tophörer aus Heilbronn mit dem dazu gehörigem Verstärker? Behält der T1 mit dem A1 bei komplexer Bühne die Übersicht, ab wann komprimiert dieser? Wird das wiedergegeben, was ich aus den Stücken jeweils für mich ausgemacht hatte?...
Um diese Fragen zu beantworten, entschied ich mich für Paavo Järvi – Beethoven – Symphony no 6/2 pastorale. Die SACD wurde vorzüglich aufgenommen, wies dabei eine nahezu perfekte Durchhörbarkeit zu, die Musiker zeigten eine Galavorstellung voller Disziplin und eleganter
Anmut. Ideale Bedingungen, möchte man meinen.

Eine lebensfrohe und in freudiger Erwartungshaltung befindliche Stimmung, dies müsste dem Beyer-Kombi doch gelegen kommen, tat diese sich besonders bei solchen Belangen angenehm qualifiziert hervor. Doch leider tat der erwartete Effekt der Zufriedenheit nicht ein,Licht und Schatten möchte man meinen. Mit dem Erfreulichen beginnend überraschte das Gespann
mit einer ungemein plastischen Bühnenabbildung, welche eine mühelos klare Ortung zuließ und diesbezüglich sogar einen Sennheiser HD800 zu überragen wusste, was ich indes nicht erwartet hatte. Die unglaubliche Präzision der Platzierung einzelner Akteure vermittelte die hohe Disziplin der Musiker exzellent und wusste in diesem Punkt wirklich zu begeistern.

Trotzdem blieb die Begeisterung für die Gesamtvorstellung aus und die Suche nach den Gründen begann. Nach etwa einer halben Stunde Hören offenbarten sich mehr und mehr Defizite der A1/T1 Kombination. Zuerst hatte ich das Plus an Timbre als angenehm empfunden, sowie die angehobenen Höhen, welche die überragende Ortung unterstützten. Später hatte ich das
Gefühl, es mangle an Natürlichkeit der Instrumente, in komplexen Passagen gaben sich die Instrumente in ihrer Entfaltung begrenzt, die Bühne beengt, es fehlte Luft zum Atmen. Genau an diesem Punkt hatte ich den Sennheiser HD800 am Symphony.2 von Meier Audio an der 0-Ohm Klinke als überlegen empfunden. Vergleichend, spielte der Sennheiser HD800 am Symphony.2 nun auf, die Darstellung war sofort diffuser, weiter und halliger. Instrumente waren einzeln zwar nicht mehr so mühelos zu lokalisieren, die Durchhörbarkeit jedoch stieg durch die größeren Abstände der Musiker und es entstand ein Eindruck von mehr Gelassenheit, Ruhe und letztendlich
Ordnung. Dies mochte indes paradox anmuten, dem HD800 nun die bessere Ortung zuzuschreiben, zeichnete sich doch der T1 unter Anderem besonders durch eben dieses Attribut aus.

Hierbei muss differenziert werden. Einzelne Akteure waren bei der Kombination aus Heilbronn exakter lokalisiert, die HD800/Symphony.2 Konfiguration war nicht so streng lokal determiniert, vermittelte jedoch im großen Orchester als Gesamteindruck durch eine weitere räumliche
Trennung der Instrumente den souveräneren, entspannteren Eindruck, unter welcher sich das Orchester aus Bremen schlussendlich losgelöst entfalten konnte. Doch so schnell verlor ich die Hoffnung nicht, mit Paavo Järvi zufällig etwas ausgesucht zu haben, was dem T1/A1 Gespann nicht lag.

Schoss das Duo in Punkto Disziplin und Abbildung überambitioniert über das Ziel hinaus, so bedeutet dies nicht, dass nicht in anderen Bereichen brilliert werden kann. Die technischen Grundlagen sind allemal vorhanden gewesen.

Lebte die Aufnahme des Järvi von der Disziplin, so ist es bei Ivan Fischers Brahms Symphonie die unbändige Flut an Emotionen, die die Faszination an der Aufnahme erklärten. Emotionen ungarischer Tänze, komprimiert in schwungvollen, impulsiven und lebensfrohen Sinfonien zeichnete die Aufnahme aus und stellt hohe Ansprüche an eine hohe Dynamik.

Hier schien das Testduo deutlich mehr Spielfreude entwickeln zu können, die im Vergleich zur bereits vorhandenen HD800/Symphony.2 Konstellation kompaktere Bühne sowie direktere Darstellung hatte eine zusätzliche Komprimierung der Emotionen zur Folge. Lebensfreude in einem Fluss, dass ist die Essenz der ursprünglichen Tanzmusik. Disziplin und pure Analytik
fielen deshalb für mich etwas in den Hintergrund, wollten doch geballte Emotionen vermittelt werden. Grobmotorisch gelang dies auch vorzüglich, wurden die Schwerpunkte durch den angehobenen Bassbereich sowie durch die in diesem Scenario sprunghaft wirkenden Höhen sogar noch verstärkt. Feinmotorisch jedoch fehlte wieder der letzte Feinschliff. Es fehlte auch
hier etwas am Transportmedium Luft, welches die Klänge nicht weit genug strahlen ließ.

Einen letzen Versuch wollte ich jedoch nicht lassen und holte schließlich wieder eine CD hervor, Paganini, interpretiert von Hilary Hahn.

Erste Klänge halten in meinen Ohren, ich schloss die Augen und lauschte kritisch und voller Erwartungen und Hoffnungen. Es war einfach sehr spannend und interessant für mich, eine andere hochklassige Interpretation dieser Musik zu hören. Musiker oder Kenner mögen mir hier vielleicht widersprechen, jedoch fand ich die üblichen Interpretation des Paganini in der Vergangenheit zu arrogant, auch wenn Paganini zu seinen Lebzeiten hier durchaus arrogant gewesen sein mag. Hilary Hahn als Künstlerin
ist für mich dabei in der Hinsicht durch die bodenständigere und weniger hochnäsigere Interpretation faszinierend aufgefallen.

Stücke des Paganini waren schon immer durch die Komplexität sehr schwierig für Künstler zu spielen, sodass eine eigene Anteilname an den Stücken von den meisten Stücken einfach ausblieb. Resultierend hatte ich oft Perfektion im Detail finden können, jedoch nicht als Ganzes und fand diese Stücke durch die fordernde und etwas anstrengende Wiedergabe zu hochnäsig. Genau gegen dieses Muster schien Hilary Hahn zu verstoßen, Paganini zwar nach 200 Jahren in Puncto Virtuosität ebenbürtig zu sein, jedoch nicht seine dekadente Ader zu teilen. Nicht ohne Grund wurde Hilary Hahn aus diesem Grunde von Kritikern getadelt, wurde Paganini nicht so wiedergegeben, wie es sich für einen Paganini gebührte...

Von der leichten Verfärbung abgesehen gefiel mir nach einigen Minuten hier die ungemein klare und selbstverständliche lokale Fixierung der Künstlerin, sodass die volle Konzentration auf die eigentliche Interpretation gelenkt werden konnte. Obwohl die Heilbronner mir durchaus sympathisch waren, hatte ich auch bei Hilary Hahn nicht das gefunden, wonach ich gesucht hatte.


Hilary Hahn? Zuspruch für konservative Paganini Fans...


Der geneigte Leser möchte vielleicht nun meinen, ich beanstandete hier wieder das Fehlen von gewissen Aspekten, allerdings ist es hier etwas gewesen, was im Übermaß für mein Empfinden vorhanden war. Es war die Arroganz, welche vornehmlich durch die Hochtonanhebung herrührte. Die Helligkeit vermittelte mir eine gewisse Kälte, ja gar Distanzierung am Geschehen um dann wiederum mit spitzen Finger auf die Genialität des Paganini zu zeigen und durch diese Weise aus einer Hilary Hahn Version
wieder beinahe eine vollwertige Paganini Version hervorbrachte. Für Paganini-Eingeschworene oder konservative Zeitgenossen hatte somit die Beyer-Kombi durchaus das Potenzial, die beste auf dem Markt befindliche Option für Musikfreunde sein, die höchst anspruchsvolle Kost in hervorgehobener Perfektion erleben wollen, darzustellen.

Meine Wenigkeit, als entspannteren und gemäßigteren Hörer, welcher vermutlich aufgrund des eigenen Alters nicht über den nötigen Respekt vor der Komplexität aufzubringen vermag, findet dabei nicht den gleichen potenziellen euphorischen Zuspruch.


Feldversuche und Quervergleiche...

Die Mannen aus Heilbronn haben dem T1 mit dem A1 einen passenden Verstärker beigesteuert. Heraus gekommen ist eine durchaus ansprechende Wiedergabe für Alltagsmusik mit einer Anhebung im Oberbass und einer angehobenen Hochtonwiedergabe. Es gab dabei hin und wieder Momente, wo mir der T1 angesichts seines technischen Aufwandes und seines Potenzials etwas Leid tat. Er gab sich zu oft als ein Kopfhörer, welcher derart perfektionistisch versuchte, korrekt die Töne im Raum zu platzieren und dadurch etwas den Überblick zum Gesamten verlor. Dann gab es hin und wieder Momente, in denen mir der Oberbasspeak sowie die Hochtonanhebung zu viel wurde, besonders bei erhöhter Lautstärke.

Glücklicherweise hatte ich ja noch den Meier Audio stehen, welcher in der Vergangenheit mit dem HD800 vorbildlich harmonierte. Philosophieren wollte ich jedoch nicht, weshalb ich mich auf zwei letze Aspekte vor dem Fazit fokussieren mochte. Einerseits wollte ich wissen, ob der Beyer T1 an der 120 Ohm Klinke des Symphony.2 etwas an der verhängnisvollen Strengeim Bezug auf der Bühnenabbildung ändern konnte und wie sich generell das Sounding des T1 sowohl an der 0 Ohm, als auch an der 120 Ohm Klinke verhielt.

Paavo Järvi wurde also wieder am Magnat MCD850 angespielt und das gebannte Hören begann aufs Neue und nach 10 Minuten folgte nach anfänglichem Zögern dann die angenehme Überraschung. Obwohl die Bühne insgesamt minimal komprimiert wurde, so verlor die Fixierung der Akteure an Strenge und die Klänge atmeten wieder, es spielte
fließender und selbstverständlicher. Anschließend fuhr ich mit meinem zweiten Anliegen fort und spielte Lene Marlin, Dido, Taylor Swift und Tone Demli Aaberage an, weiterhin an der 120 Ohm Klinke festhaltend.

Bei allen angespielten Musiktiteln wurden die oberen Höhen um eine Nuance entschärft, Sibilanten zeichneten sich weicher und angenehmer, die nicht völlig trockne Grundtonwiedergabe blieb jedoch gleich. Die Stimmen kamen mir dabei gelegentlich einen Hauch wärmer und sanfter vor, es blieb aber bei einer Vermutung. Das gleiche Spiel wiederholend, dieses Mal jedoch am 0 Ohm Output. Hier war die Überraschung für mich in der stark zugenommen Trockenheit des Basses begründet, vor allem der Oberbass neigte deutlich weniger zu Brummen, wurde konturierter und interferierte nicht mit den untersten Mitten, welche wie die Höhen nochmals an Klarheit und Kälte zunahmen. Auffällig war, dass die Höhen trotz weiterer
Anhebung im Vergleich zur A1-Wiedergabe betonter waren, nicht im gleichen Maße an Schärfe und Härte zunahmen. Möglicherweise ist dies einer der Gründe, weshalb den Geräten von Meier Audio eine gewisse Wärme nachgesagt wird, bin mir aber nicht sicher.


Am Symphony gab sich der T1 gemäßigterer, jedoch büßte die weite Bühne ein...


Das Ergebnis war schlussendlich gemischt. Wusste einerseits der Beyerdynamic A1 die im Vergleich zum Sennheiser HD800 kompakte Bühne merklich zu vergrößern, gelang es diesem nicht, seinem vom Hersteller vorgesehenen Partner etwas an Härte und Strenge zu nehmen und sorgte durch den 100 Ohm Ausgang in einigen Stücken bei höhere Lautstärke
für mangelnde Trockenheit und Neutralität im Bassbereich.


Zusammenfassung und letzte Gedankengänge...


Zusammenfassend kann ich für mich nun als Rèsumè sagen, dass der Test mehr als ergiebig gewesen ist und ich wieder etwas dazu gelernt hatte. War ursprünglich ein Review vorgesehen, welches in der Länge signifikant kürzer angedacht war, so ließ dies das Testpaket aus Heilbronn dies schlicht und ergreifend nicht zu und ich ging in die Vollen und könnte im Eifer des Gefechtes mich in und wieder im Präsens und Präteritum verzettelt haben. Unerwartete Ergebnisse der Resultate,
Zweifel und pure Neugierde führten letztendlich dazu, dass ich gute 10 Stunden länger getestet hatte, als eigentlich angedacht. Bereuen tue ich diesen Umstand jedenfalls keinesfalls.

Zeigte mir der T1 zum Beispiel, dass Beyerdynamic auch einen Kopfhörer mit einer gewissen Schnelligkeit führen, welcher dabei fein auflösend bei peppigen Pop, Rock, Trance und Dance ungemeines Suchtpotenzial entwickeln konnte und eine klare Verbesserung eines Mitgliedes
aus den „Großen Drei“, darstellt. Ich war mir im Verlauf des Testhörens dabei nicht ganz sicher, ob ich mit klassischer Musik in Form von hervorragend aufgenommenen, jedoch für sich genommen, sehr anspruchsvollen Aufnahmen gerecht wurde und ob Beyerdynamic
mit dem dynamisch und direkt aufspielenden T1 überhaupt Klassik als Schwerpunkt berücksichtigt hatte. Fiel die unglaublich determinierte, strenge Fixierung der Instrumente und Akteuere begeisternd auf, so offenbarte eben diese Abstimmung auch seine Schwächenim Bezug zur Klassik doch sehr und ich konnte mich nicht wirklich mit dem Gebotenen
anfreunden.

Auf der Verstärkerseite hatte ich mit dem A1 ein sehr pragmatisch aufgebautes Werkzeug zur Seite gestellt bekommen, welches hinsichtlich der Impedanz nahe der ursprünglichen Norm von 120 Ohm in modernen audiophilen Kreisen von einer gewissen Selbstsicherheit zeugt und
dem T1 eine zusätzliche Anhebung besonders im Oberbass sowie eine, durch die hohe Impedanz impliziert, generell wärmere Abstimmung beschert. Dies habe ich für eine klare Ansage von Beyerdynamic gehalten und dieser Mut zur Individualität verdient meinen Respekt.
Hat der T1 von Natur aus nicht die größte Bühne, so wurde diese mit Bedacht durch den A1 vergrößert, was dem T1 wirklich gut getan hat und ich wirklich klanglich soweit gehen möchte, dass der A1 Verstärker mit dem T1 Kopfhörer sehr gut harmoniert.

Hätte ich Einfluss auf die Entwicklung der beiden Produkte gehabt, so hätte ich dem A1 zwei steckerschonende Anschlüsse hoher Impedanz und einer möglichst niedrigen Impedanz, sowie einem hochwertigeren Gehäuse spendiert. Eine farbliche Abstimmung zum T1, solidere Cinch-Anschlüsse sowie ein zusätzlicher Input-Eingang hätte das Paket noch stimmiger gemacht. Der T1 hätte eine deutlich linearere, leicht ins Warme tendierende Abstimmung bekommen, bei einer entspannteren Bühnenabbildung und eine höhere Fokussierung auf die Feindynamik erhalten, welche eine Anhebung des Hochtons nicht nötig gemacht hätte. Nebenbei hätte ich noch etwas am Gewicht des Kabels, am Widerstand der Rasterung, der Polsterung sowie am Design abgeändert. Da mir jedoch solche Einflussnahme nicht vergönnt wurde und ich im Fall der Fälle nicht über die nötige Kompetenz verfüge, verbleibe ich in der Hoffnung auf weitere Produkte aus Heilbronn.

Sollte der eine oder andere Leser sich beim kombinierten Preis von rund 1800€ schwertun, nur so viel...

Jeder Mensch, oder sagen wir viele Menschen, streben nach Individualität. Musik ist dabei mit die auf Personen bezogen spezifischste Form des individuellen Ausdrucks. Dabei muss ich den Menschen danken, welche in diesem Fall in Heilsbronn arbeiten, da diese einen Weg Letzterer anbieten. Individualität bedeutet Nische, bedeutet geringe Stückzahl, bedeutet höhere Kosten die weiter gegeben werden müssen. Letztendlich sollte sich jeder dann die Frage stellen, wie viel ihm oder ihr die Individualität wert ist und stellt sich dann heraus, dass die notwenige Aufwendung nicht tragbar ist... dann ist die Priorität des Aspektes der Person offenkundig.

Auf ein teuer oder günstig möchte ich deshalb hier nicht eingehen und verbleibe dabei, dass Beyerdynamic mit dem A1 und T1 ein Duo aufgestellt hat, welches im Bereich der lebensfrohen Musik in dem anvisierten Marktsegment nur wenige ernsthafte Konkurrenten kennt und verweise
deshalb mit freundlichen Grüßen auf den Teddybär mit aufgesetzten T1.
alex1611
Inventar
#17 erstellt: 16. Okt 2011, 18:09
Hallo liebe Hifi-Kollegen,


zum Anfang möchte ich ein grosses Dankeschön an alle aussprechen, die diese schöne Zeit mit dem grandiosem Duo ermöglicht haben. Es ist mir nicht gerade leicht gefallen, dieses am Ende der Woche zum nächsten glücklichen Teilnehmer zu schicken.

Kurz zu meiner Person: ich bin ein 35 jähriger Musikliebhaber, der ganz gerne mal zur Entspannung Musik hört, oder ein Filmchen schaut. Tagsüber geniesse ich dies über meine B&W Diamond 804 und Abends zu späterer Stunde, dann über Kopfhörer.

Angefangen hat mein "Kopfhörerfieber" vor ca. 2 Jahren. Ich musste mich wohl oder übel im Rahmen eines Wohnungswechsels mit einer adäquaten Lösung zum abendlichen Genuss meiner Lieblingsmusik oder eines Filmchens ohne Verzicht auf die von mir gewünschte Lautstärke beschäftigen.
Begonnen habe ich dann erstmal mit Bose AE2. Es folgten noch AKG 701, Ultrasone Pro 900 und letztendlich bin ich momentan ein glücklicher Besitzer des Ultrasone Edition 8 "Freudenspenders".
Natürlich habe ich zwischendrin hier und da den ein oder anderen Kopfhörer probegehört, aber all zu vorbelastet bin ich dann doch nicht.



The Arrival

Natürlich hatte ich mich vorher schon rießieg gefreut, von der Nachrücker Liste in den Kreis der Auserwählten gerutscht zu sein. Mit jedem Tag wurde die Aufregung um so grösser, an dem der T1 näher rückte.
Endlich bei mir zu Hause angekommen, machte ich mich natürlich sogleich ans Auspacken und hielt letztendlich eine grosse Tasche mit einem angenehmen Träger zum Transport in den Händen.
Im geöffneten Zustand waren dann sehr angenehm anzusehen, der T- sowie der A 1.



Das Anfass Feeling

Vorab sei erwähnt, dass beide Prachtsücke nichts zu Wünschen übrig lassen. Erklärt man sich einmal bereit, eine etwas höhere Summe für Kopfhörer inclusive Verstärker zu investieren, ist es verständlich wenn man auch etwas dementsprechend
edles anzufassendes erwartet.
In keinster Weise, wurde diese Erwartung enttäuscht. Vorallem der Kopfhörer, bereitet beim anfassen einfach nur Freude. Was mir nach einer längeren Zeit am Ziegenleder ganz gut gefiel war, vorallem die angenehmen Ohrpolster.

Der A1 ebenfalls edel und schlicht verarbeitet, lässt sich gerne anfassen und überlässt es dem Auge des Betrachters, ob er gefällt oder nicht.



Das Aufsetz Erlebnis

Für meinen Geschmack ist der Kopfhörer weder zu schwer, noch drückt er zu stark auf die Ohren. Nach einiger Zeit des Edition 8 Ohr-Gefängnisses, konnten die Ohren endlich tanzen...bzw., sich auf die Musik freuen...
Etwas negativ viel allerdings die Grösse auf. Dies machte sich immer wieder bemerkbar, wenn ich in halb liegender gemütlicher Positionierung auf der Couch ständig hinten anstieß und als ich meinen Kopf leicht nach links oder rechts drehte.



Das erste Hör-Spektakel

Ganz bewusst wollte ich die ersten 2-3 Tage den A1 beiseite lassen und erstmal über den eingebauten Kopfhörerverstärker meines Yamaha A-S2000 hören. Als Player diente der dazu passende CD-S2000.
Da ich ein grosser Freund von Elektronischer Musik bin, fiel die erste Wahl, wahrscheinlich weil die Ohren gerade Lust darauf hatten, auf Stefan Feuerhakes Reworks.
Es ist nicht so einfach dieses Spektakel in Worte zu fassen. Kurz gesagt, ich musste mich wirklich bändigen nicht aufzustehen um zu tanzen. Und ich tanze wirklich nicht gerne. Der Kopfhörer überraschte mich vorallem durch seine absolut geniale Ausgewogenheit und dem Zusammenspiel von Tiefen, Höhen und Mitten, die gemeinsam darauf hinarbeiteten meine Beine zum tanzen zu bringen.
Die für mich neue Räumlichkeit, zwang mich quasi sanft dazu, nicht mehr aufzustehen und sich einfach nur noch des Lebens zu freuen...
Elektronisch, lies ich mich im laufe der Woche noch von Trentemöller, Klangstrahler und Sascha Funke verwöhnen.
Es war für mich immer wieder schön zu wissen: wenn ich heute von der Arbeit komme, kann ich wieder die ein oder andere CD geniessen und abschalten.

Natürlich höre ich nicht nur Elektronische Musik und wechselte auch gerne zu Ray Lamontagne und David Garett. Auch hier bewiesen die Kopfhörer ihr Können und verzauberten mich immer wieder auf das Neue durch ihr gemeinsames Zusammenspiel von Höhen, Tiefen und Mitten, der Weite und der spritzigen Dynamik.
Das einzigste negative Erlebnis fand beim hören der Blue Man Group statt. Hier konnte der Hörer mich nicht so begeistern und in Brand setzten wie bei all den anderen Explosionen.



Das A1 Update

Nach 3 Tagen war es dann soweit und ich entschloss mich den A1 anzuschliessen. Der Yamaha hat ja bekanntlich, im Gengensatz zu vielen anderen Verstärkern, einen eingebauten und relativ guten Kopfhörerverstärker.
Ich weiss nicht, ob dies der Grund für meine relativ gedämpfte Reaktion war. Kurzum, umgehauen hat mich hier nicht so viel. Auf jedenfall, hat er mich nicht so überzeugt, dass ich bereit wäre, eine relativ hohe Summe dafür auszugeben.
Wobei gesagt sei, dass er zur Ausgangssituation nichts verschlimmert, sondern eher verbessert hat. Für mein Empfinden war die Verbesserung eher marginal.



Die Fast Five Fahrt

Wie bereits erwähnt, schaue ich auch gerne mal ein Filmchen. Somit entschloss ich mich die Gurte anzulegen und den gerade erschienen Fast Five dem Kopfhörer die Möglichkeit zu geben mich zu begeistern.
Erwähnt sei hier noch einmal meine Vorbelastung durch den Edition 8, der gerade im Spass-Film Bereich vorallem durch seinen übermässigen Bass, persönlich einfach nur begeistert.
Ein Unterschied der beiden Kopfhörer besteht ja bekanntlich in der geschlossenen bzw. halboffenen Bauweise. Und genau das ist der Punkt der dem T1, ich hätte im ersten Augenblick emotional gesagt, zu seinen unendlichen Weiten verhilft. Und das ist auch ein Grund, der es mir immer schwer machen würde, mich beim Filme schauen zwischen den beiden entscheiden zu müssen. Man müsste wahrscheinlich nach Lust und Genere entscheiden. Will ich viel Bass und Explosion im Action Bereich, fällt die Wahl wahrscheinlich auf den Edition 8. Hab ich gerade Lust mich von einer grossen Bühne verwöhnen zu lassen und ist mir gerade nach einem Liebesfilm oder einem anständigem Drame fällt die Wahl wohl auf den T1.
Zurück zum Fast Five Erlebnis. Obwohl der Film eher zu der Kategorie Action, Bass und Explosionen gehört, war es einfach nur eine Freude die man gerne wiederholt. Gerade beim fahren der Autos und brummen der Motoren überwältigte mich immer wieder die Luftigkeit der Kopfhörer. Auch machten diese niemals den Eindruck, als würde ihnen die Lautstärke oder sonst etwas Probleme machen können.


Der Abschied

Je näher das Ende der Woche kam, wurde mir auch immer nerviger klar, dass der Tag kommt, an dem das Packet samt Kopfhörer und Verstärker auch wieder das Haus verlassen muss. Ich weiss nicht wie oft ich im Laufe der Woche irgendwelche Reden vorbereitet habe die meiner Frau die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines T1- kaufes schmackhaft machen sollten.... Die nächste Masche war dann, mir selber versuchen einzureden, dass der Ultrasone doch viel besser sei. Und überhaupt, was will ich denn noch einen Kopfhörer und und und.
Fakt jedoch ist, dass der T1 mir einfach nur eine schöne Woche bereitet hat und ich, passende Finanzen vorausgesetzt, mir den T1 sehr gerne kaufen würde. Vorallem um die Freiheit zu haben mich entscheiden zu können auf welchen von den beiden "Glücklichmachern" ich gerade Lust habe.
Werther's_Original
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 18. Okt 2011, 20:28
Beyerdynamics T1 und A1 – Eine persönliche Beurteilung

Den Anfang in Sachen Hifi-Kopfhörer habe ich mit dem AKG K701 gemacht. Es folgt ein HD650 von Sennheiser, weil dieser ja so ganz anders aber auch gut ist. Schnell wurde das Thema Kopfhörer durch einen entsprechenden KHV vertieft und ein Yulong DAH-1 wurde angeschaft.
Von da an habe ich mit einigen Kopfhörern experimentiert, Qualitäten zu schätzen und Unterschiede ausmachen gelernt. Dabei wurde mir klar, dass es nicht DEN Kopfhörer gibt. Aber wohl gibt es bessere und schlechtere.
Die technisch besten Hörer, die ich besitze sind vielleicht der Ultrasone Pro900 und der Ultimate Ears Triple.fi 10. Diese liegen preislich deutlich unter dem T1. Vom Schneller-Höher-Weiter-Syndrom gepackt, wollte ich den T1 unbedingt testen, um einmal einen Hörer gehört zu haben, der – wenn man hier eine Korrelation zwischen Preis und technologischem Entwicklungsstand annehmen kann – meinen bisherigen Hörern überlegen ist. Den Marketing-Materialien den T1 betreffend kann man vieles über die Fortschrittlichkeit des Hörers entnehmen.
So hat der T1 für mich also von Anfang an das Image eines Technikers, der hier auf höchstem Niveau spielt. Dieses Image spiegelt sich auch deutlich im Design und in der Verarbeitung wieder. Beides würde ich als fehlerfrei und praktisch beurteilen. Kontrastiert wird diese Kategorie von Edelhörern aus dem Hause Audio-Technica oder Denon, bei denen z.B. Holz verarbeitet wird. Wo Edel-Holz-Hörer anderer Hersteller wie ein Kunstwerk oder ein Instrument anmuten, ist der T1 also eher ein Stück robuste Technik, das man nicht nur im Wohn- sondern auch im Arbeitszimmer vermutet.
Aber genug der optisch-haptischen Gefühlsanalyse. Ich setze den T1 auf meinen Kopf und habe schnell eine bequeme Position gefunden. Die großen Ohrmuscheln machen das einfach. Der Hörer trägt sich sehr bequem und die Wertigkeit hinterlässt ein insgesamt sattes Gefühl auf dem Kopf, welches mich den Hörer allerdings nicht unbedingt vergessen lässt. Das robuste, schwerwiegende und relativ steife Kabel verstärkt diesen Effekt. Aber dieses Kabel muss schon sein. Schließlich weiß ich, dass durch diese Stränge die Musik in die mächtigen „Triebwerke“ fließt, die sich in den Muscheln verbergen.
Angeschlossen und aufgesetzt wird schnell der Charakter des T1 deutlich. Generell beschreibe ich diesen als souverän. Es ist alles da. Alles hat Festigkeit, ist transparent, steht super im Raum. Ja der Raum – besonders die Räumlichkeit gefällt mir. Diese führt für mich dazu, dass ich die Musik nicht am Kopf klebend wahrnehme. Das kann ein Pro900 nicht so gut und auch ein K701 hat hier das Nachsehen.
Die Detailfülle, die der T1 bietet, ist für mich bisher unbekannt. Das steht bei mir jedoch nicht im Gegensatz zum Genuss von Musik. Ich empfinde den T1 nicht als unangenehm kalten Analytiker. Es ist mir sehr gut gelungen, mit dem T1 voll und ganz in die Musik einzutauchen. Diese Klarheit, die der T1 im Zusammenspiel mit dem A1 vermittelt ist einfach faszinierend.
Der T1 weiß mir also durchaus gut zu gefallen. Schwächen konnte ich im Vergleich zu meinen sonstigen Hörern keine ausmachen. Der T1 ist für mich ein beeindruckendes Stück Technik, das sich am Ende doch in den Dienst der Musik stellt und ein exzellentes Reproduktionswerkzeug ist.
Zum A1 mag ich nur sagen, dass er funktioniert und seine Aufgabe gut erledigt. Ausstattungstechnisch und haptisch gesehen wäre er für mich keine Diskussion wert. Für seine Preisklasse empfinde ich seine Verarbeitung und das Anfassgefühl als unbefriedigend. In dieser Hinsicht würde ich gefühlt einen Mercedes bezahlen aber einen Opel bekommen. Da gibt es sicher andere Mitbewerber, die den Job des Antriebs genauso gut übernehmen.

Vielen Dank für die Gelegenheit, diesen Hörer in Ruhe kennen lernen zu dürfen!
My$ter¥
Stammgast
#19 erstellt: 19. Okt 2011, 00:21
Wusstet ihr,
dass Beyerdynamic 1937 in Form des DT 48 den ersten dynamischen Kopfhörer als "dynamisches Messtelefon" gebaut hat und immer noch,
nach kleinen Änderungen, bauen lässt?
Mit Kenntnis dieses Hintergrunds erwartet man großes Know-How seitens dieser Firma,
dessen Eindruck sich spätestens mit dem Kontakt des DT 880 für mich bestätigte.
Aber was leistet der Beyerdynamic T1, der erste Spross der firmeneigenen Tesla-Technologie,
für das Geld, vor allem in der Kombination mit dem primär für den T1 vorherbestimmten Kopfhörerverstärker Beyerdynamic A1?
Wie schlägt sich der kleine und halb so teuere geschlossene Bruder,
der Beyerdynamic T70p gegen den metaphorischen Goliath? Lassen sich beide ihre Abstammung sogar anmerken?
Und was ist mit dem A1, ist er seinen üppigen Preis wert?
Fest steht, dass die Beantwortung dieser Frage nicht bei jedem gleich ausfällt,
denn die Beurteilung von Kopfhörern und Kopfhörerverstärkern sind eine der kontroversesten der HiFi-Landschaft.


Ich mags klassisch...

Nun, da liegt er. Der T1. Der zweite dynamische Kopfhörer nahe der 1000€ Preisklasse, den ich hören darf. Einen guten Eindruck macht er.
An ihm ist definitv weniger Plastik dran, als an dem Sennheiser HD 800, seinem direkten Konkurrenten.
Die wichtigsten Elemente sind aus Metall, was definitv ein Pluspunkt ist. Das darf man bei einer UVP von 899€ aber auch erwarten.
Das ist natürlich nicht das einzige Qualitätsmerkmal das zählt, sondern es ist wichtig das Gesamtbild zu betrachten.
Abgerundet wird das Ganze nämlich von den wertigen Kabelverbindungen und dem Klinkenstecker der Firma Neutrik.
Nach dem Aufsetzen machen sich auch das bequeme Lederkopfband und die Veloursohrpolster bemerkbar.
Gefolgt vom HD 800 der bequemste Kopfhörer, der auf meinem Kopf seinen Platz gefunden hat.
Dennoch, auch wenn das Velours bequem ist hätte man nicht auch Lederpolster erwarten können, um den Kopfhörer abzurunden?
Und was ist mit der Verbindung zwischen der Gabel und dem Kopfhörerband, die mir nach seitlichem drehen ein wenig locker erscheint?
Zugegeben, dass ist meckern auf hohem Niveau, worüber ich letztendlich auch hinweg sehen kann.
Vor allem dank der Optik, die zeitlos klassisch erscheint und mit einer schönen Kapseloberfläche glänzt.
Aber selbst die Optik hat sich hinten anzustellen, denn einem HiFi-Enthusiasten ist nichts wichtiger als die Klangwiedergabe.


Review3
Die optisch ansprechende Kapseloberfläche des T1


Mein Gott....es ist ein Beyer!

Das war unmittelbar der erste Eindruck, der mir in den Sinn kam.
Angeschlossen am Beyerdynamic A1 fiel mir sofort ein Zischen in den Höhen auf, den ich bereits vom DT 880 / 600 ohm kannte.
Weit weniger penetrant, aber dennoch vorhanden.
Auf den zweiten Blick die ungeheure, tiefe und frontale Bühnendarstellung, die mich ein wenig an den HD 800 erinnerte.
Kein Wunder, denn beide Kopfhörer Modelle setzen auf eine angewinkelte Treiberausrichtung, welche diesen Eindruck erzeugen soll.
Übrigens, der Klangeindruck des T1 ändert sich geringfügig mit dem Wechsel zu einem anderem Kopfhörerverstärker,
in diesem Fall einer Xonar Essence ST.
Vorrang hat allerdings der A1, mit dem auch ausschließlich die Klangeindrücke aufgenommen wurden.
Wo fängt man am besten an, um seine Eindrücke zu vermitteln?
Richtig, im begeisterungsfähigsten Klangbereich: Dem Bass.

Wieso eigentlich der begeisterungsfähigste? Der Großteil der Menschen, der mit dem Thema HiFi anfängt,
legt den größten Wert auf die Basswiedergabe, da dieser häufig eine gewisse Dramatik, Dynamik und Gewalt in die Musik reinbringt.
Pop-, R&B- Hip&Hop- und Elektronik-Produktionen sind häufig sehr basslastig und beliebt,
was bei bei ihren Liebhabern für einen gewissen Wipp-Faktor sorgt.
Es kristalliert sich allerdings heraus, dass der T1 primär nicht an diese Liebhaber gerichtet ist.
Denn der Bass ist hier nicht so matschig wie Haferbrei, was für viele ein Qualitätsmerkmal ist,
und auch nicht so mächtig wie bei den meisten 100€< Kopfhörern,
sondern hat feste Konturen und eine gewisse Auflösung.
Auf den ersten Blick würde ich glatt behaupten, dass dieser stockneutral abgestimmt ist.
Einer meiner liebsten Testmittel für den Bass sind Perkussionsinstrumente, in diesem Fall ein japanisches O-Daiko.
Bei Perkussionsinstrumenten klingt jeder Anschlag anders, der Bass kann füllig, aber auch hohl erscheinen.
Kopfhörer mit gelungener Abstimmung und hoher Auflösung lösen diese Aufgabe mit Leichtigkeit.
Diese Aufgabe erfüllt der T1 auch mit Bravour, denn jeder Anschlag ist vom anderen zu unterschieden und es wird ein dosierter Druck aufgebaut,
welcher die gute, quantitative Wiedergabefähigkeit ausdrückt, ohne ausufernd zu sein.
Ich würde sogar so weit gehen, dass es in diesem Fall die überzeugendste Vorstellung eines offenen, dynamischen Kopfhörers ist.
Für den Tiefbass sind klassische Stücke besser geeignet, da häufig Perkussionsinstrumente dazu verwendet werden,
eine gewisse Dramatik oder Gewalt zu vermitteln und im Getümmel der Instrumente leicht untergehen können.
Im direkten Vergleich war ein HD 800 hier überzeugender, da dieser den Tiefbass prägnanter wiedergibt.
Allerdings schwächelte dieser wiederrum beim alleinstehenden O-Daiko,
aufgrund dessen nicht vergleichbar erzeugten Drucks, den der T1 ausüben konnte.
Nun stellt sich die Frage, ob meine erste Vermutung bezüglich des verfärbungsfreien Basses richtig liegt,
denn spätestens bei den Mitten bemerkt man dessen Auswirkungen.

Die Mitten sind aus meiner Sicht der am schwersten zu erfassenste Klangbereich.
Die angesprochenen HiFi-Neulinge können mit diesem Begriff meist nichts anfangen, was sich auch darin zeigt,
dass viele Kopfhörer-Hersteller ihre Kopfhörer bass- und höhenbetont abstimmen.
Diese sogenannte Spaß-Abstimmung ist es nämlich, welche die meisten verlangen.
An dieser Stelle kann man aber viele anspruchsvolle HiFi-Liebhaber beruhigen. Denn hier zeigt sich die ausgezeichnete Abstimmung des T1.
Nahezu verfärbungsfrei werden Instrumente und Stimmen wiedergegeben, die ihre hauptsächliche Betonung in den Mitten haben.
Vor allem Klavierstücke, die für Kopfhörer schwierig zu bewältigen sind, werden überzeugend präsentiert.
In dieser Disziplin muss der T1 sich dennoch dem HD 800 geschlagen geben,
welche die beste Mittenwiedergabe aller Kopfhörer erzeugt, die ich bis jetzt gehört habe.
Denn einen leicht kühlen Eindruck lässt sich hier feststellen, bei diesem T1.
Die Ursache liegt aber wohl nicht bei den Mitten selbst begraben, sondern wahrscheinlich bei den Höhen,
die mit einer Betonung den Eindruck der Mitten beeinflussen.

Diese Höhen sind nämlich der kritischste Klangbereich. Denn Gefallen und Nicht-Gefallen stehen und fallen häufig mit den Höhen.
Auch für die Kopfhörer-Hersteller ist dies ein schwieriges Thema, denn eine Abstimmung zu finden,
welche die meisten Kunden erreicht ist schwierig zu erzielen, sofern sie Ansprüche diesbezüglich anmelden.
Denn jeder Mensch hat in diesem Bereich eine andere Wahrnehmung, weshalb die Klangsignaturen von Kopfhörern objektiv schwer zu beurteilen sind.
Der T1 macht aber hier fast alles richtig, wie vorher bereits angedeutet, ist allerdings bei Stimmen ein leichtes Zischen wahrzunehmen,
was für einen kleinen, angehobenen Hochtonbereich spricht.
Vor allem S-Laute sind hier sehr anfällig und können schnell auf die Nerven gehen, bei höhenlastigen Liedern führt dies unweigerlich dazu,
dass man den Kopfhörer abnehmen möchte.
Somit bestätigt sich für mich auch die Vermutung der leichten, kühlen Verfärbung der Mitten durch diese kleine Betonung.
Das ist sehr schade, denn bis zu diesem Punkt ist mir die Abstimmung des T1 sehr gefällig,
was auch der beste Beweis für meine vorher getätigte Aussage bezüglich des kritischsten Bereichs bestätigt.
Diesem Problem hat sich nach eigenem Vernehmen bereits Beyerdynamic angenommen und den Höhenbereich entschärft.
Womöglich würde meine Beurteilung in diesem Klangbereich, bei einem neueren Modell, weit positiver ausfallen.

Aber wie sieht es mit der Beurteilung des allgemeinen Klangbilds aus? Wird die von der Beurteilung der Höhen stark beeinträchtigt?
Nein, denn bis heute habe ich keinen neutraleren Kopfhörer, in Anbetracht der reinen Klangwiedergabe, in meinen Händen gehalten.
Es mag sein, dass er diese eine Schwäche für mich hat, aber im Gegensatz zu einem HD 800 hat der T1 nur eine schmale Höhenbetonung,
die im Vergleich dann doch angenehmer ist, als die breitgefächerte des Sennheisers.

Wie wird das Klangbild also vermittelt? Wie sind die technischen Fähigkeiten des T1?
Die Bühne erscheint sehr tiefgründig, die Breite hält sich hierbei allerdings in Grenzen.
Viel erstaunlicher ist allerdings die gute Ortung des T1 in Relation zur Größe der Bühne.
Instrumente werden von einander separiert und können gut geortet werden.
Ein HD 800 oder sogar ein AKG K 701 besitzen eine weitaus breitere Bühne, was in der Empfindung vom persönlichen Geschmack abhängig ist.
Die Ortung unterliegt subjektiv bei diesen beiden Modellen, vor allem aufgrund der schieren Größe ihres abgebildeten Raums.
Oder kurz gesagt: Dem T1 gelingt die rundere Darstellung gegenüber diesen beiden.
Impulstreue und Auflösung sind der Preisklasse entsprechend und mit dem HD 800 vergleichbar.
Allerdings muss zusätzlich erwähnt werden, dass zu günstigeren Produkte kein Quantensprung erwartet werden kann,
vor allem im Bezug zur Auflösung.
Da hat man sprichtwörtlich die Grenze der dynamischen Kopfhörerwelt erreicht.
Was die Fähigkeiten des T1 in Relation zum Preis letztendlich wert sind,
zeigt sich in einem Vergleich mit dem Beyerdynamic T70p aus gleichem Hause.


Halber Preis = halbe Portion?!

Der T70p. Mit einer UVP von 450€ orientiert sich dieser, gemeinsam mit dem T70, unterhalb des T1.
Was kriegt man für diesen Preis? Entlarvt der Kopfhörer sogar den T1 als überteuertes Produkt?
Die Optik orientiert sich stark an den bisherigen Beyerdynamic-Kopfhörern,
lediglich die Wahl der Materialen und die Anmutung entlarven ihn als kostengünstige Alternative zum T1.
Die Polsterungen bestehen hier einheitlich aus Nubuk-Kunstleder.
Das Kabel ist einseitig geführt und misst lediglich 1,2m, da dieser Kopfhörer als mobiler Kopfhörer konzipiert wurde.
Beim Aufsetzen bemerkt man schnell, dass die Ohren gegen die Innenpolsterung der Kapsel stoßen,
welche die Treiber unter anderem vor Verschmutzungen schützt.
Das ist ein wenig unangenehm und kommt keinesfalls an den beschwerdefreien Tragekomfort des T1 heran.
Der halbe Preis macht sich nun hier bemerkbar, aber was ist mit dem Klang?

Review4
Der T70p links neben seinem großen Bruder, dem T1


Kurz formuliert, man bekommt verdammt viel Klang für sein Geld, vor allem in Anbetracht dessen, was der T1 leistet.
Hört man sich nämlich den T70p nach dem T1 an, fällt einem sofort die kleinere Bühne auf, die vor allem in der Tiefendarstellung einbüßt.
Für Genres wie Klassik fatal, aber konstruktionsbedingt wohl unvermeidbar.
Angeschlossen am A1 erhält man außerdem eine Um-den-Kopf-Lokalisierung, die sicherlich auch seinen gewissen Reiz haben kann.
Die Klangabstimmung ist als "warm" zu bezeichnen, das heißt in diesem Fall der Bass nimmt überhand und die Höhen sind leicht zurückgesetzt.
So würde ich mir die geschlossene Variante eines Sennheiser HD 650 vorstellen.
Da der A1 offensichtlich nichts für den T70p ist, erfolgt nun der Anschluss an der Xonar Essence ST.
Hier zeigt sich nämlich ein ganz anderes Bild, denn schnell offenbart sich die selbe, spitze Betonung im Hochtonbereich wie beim T1.
Definitv, das ist ein Beyer-Kopfhörer.
Der Bass ist wieder auf der leichteren Seite, vergleichbar mit dem T1 am A1, aber mit einer druckvolleren Tiefbasswiedergabe.
Die Mitten sind wie gehabt, durch die Verfärbung in den Höhen, kühl unterlegt. Eine leichte Aggressivität lässt sich hier zudem ausmachen.
Die Höhen sind insgesamt schriller als beim T1. Für mich eigentlich kaum auszuhalten, bei entsprechender Aufnahme.
Die Bühne vergrößert sich in der Breite, womöglich aufgrund der nicht mehr gezügelten Höhenwiedergabe.
Der T70p versteckt keine Details, die der T1 offenbart, die Impulstreue ist auf Augenhöhe zu betrachten.
Die Ortung gelingt beim T1 besser, vor allem die Seperation von Instrumenten, da einfach mehr Raum für eine Trennung vorhanden ist.
Was bleibt letztendlich zu sagen? Der T70p überzeugt.
Für den Preis erhält man einen technisch einwandfreien Kopfhörern, der lediglich in der Höhen-Abstimmung,
der Bühnendarstellung und dem Komfort gegenüber dem T1 zurückstecken muss, ihn aber wiederrum in der Bassdarstellung,
durch seiner druckvollen und tiefen Wiedergabe, übertrumpft.
Er ist mehr eine Ergänzung zum T1, statt einer Alternative. Dennoch, es fällt nun schwer, den doppelten Preis klangtechnisch zu rechtfertigen.
Worüber ich mir aber persönlich mehr Gedanken mache, ist,
ob der Preis für einen Kopfhörerverstärker von 1000€ in Form des A1 geferechtfertigt werden kann.


So schwer wie ein Klotz....

Zunächst, der A1 überzeugt mit seiner größtenteils metallischen, robusten Verarbeitung, die frei von scharfen Kanten ist.
Der eigentlich Verstärker ist zusätzlich von einer Kunststoffumrandung eingeschlossen,
was optisch gewöhnungsbedürftig anmutet und etwas liebevoller gestaltet hätte werden können.


Review1
Die Frontpartie des robust anmutenden A1


Ansonsten weist der Verstärker zwei Cinch-Eingänge und einen Cinch-Ausgang auf,
was für diese Preisklasse als minimalistisch bezeichnet werden kann.
Die zwei Cinch-Eingänge sind allerdings sehr praktisch,
um zwei unterschiedliche Musikquellen auf ihre Klangqualität zu untersuchen,
da sich auf der Vorderseite die Eingänge umschalten lassen.

Review2
Überblick der Rückseite und der Cinch-Anschlüsse des A1


Ebenfalls auf der Vorderseite befindet sich der leicht schwergängige, aber gut steuerbare Lautstärkeregler,
die 6,35mm-Klinkenbuchse für einen Kopfhörer und eine Standby-Taste.
Dennoch fragt man sich, warum kein Netzschalter auf der Rückseite integriert wurde.
Letztenendes ist das für mich aber Makulatur.
Der Verstärker selbst weist ein hohes Gewicht auf, der einen sicheren Stand auf dem Tisch garantiert.
Bis zu diesem Punkt fragt man sich allerdings, wo die 1000€ UVP stecken. Der einzige, für mich ersichtliche Grund kann nur im Klang liegen.

Das ist nun der richtige Augenblick den T1 an der Xonar Essence ST, welche einen integrierten Verstärker verbaut hat,
anzuschließen, um eine Orientierung für die Leistungsfähigkeit des A1 zu haben.
Bestätigt sich das, was sich bereits beim T70p angedeutet hat, nun auch hier?
Definitv. Der Bassbereich erscheint schlanker, die Mitten erhalten einen noch kühleren Eindruck, vor allem,
da der Hochtonbereich insgesamt noch prägnanter erscheint.
Die Brillianz nimmt zu und offenbart eine minimal bessere Wahrnehmung von Details.
Die Bühne schrumpft, im Gegensatz zum T70p, allerdings merklich, was aber wiederrum die Ortung begünstigt.
Was offenbart sich nun? Ein schlechterer Klang? Das liegt im Auge des Betrachters, allerdings würde ich es lediglich als "anders" bezeichnen.
Aus meiner Sicht fehlt durch den fehlenden Bass an der Xonar Essence ST die Fülle im Klangbild, beim A1 dagegen die fehlende Brillianz.
Im Verhältnis zum gesamten Hochtonbereich bleibt der angehobene zwischen beiden Kopfhörerverstärkern gleich,
d.h. Sibilanten können an der Xonar Essence genauso nerven, wie am A1.
Die Vermutung liegt nahe, dass diese Unterschiede im Klang durch unterschiedliche Widerstände an den Anschlüssen der Verstärker begründet sind.
Ein 120 ohm Klinkenadapter an dem niederohmigen Ausgang der Xonar Essence ST erzeugt nämlich eine ähnliche Klangsignatur wie der A1.
Ist ein A1 für den T1 nun obsolet?
Mitnichten, denn ein T1 ist zwar durch seine Tesla-Technologie leichter anzutreiben als sein quasi Vorgänger,
der DT 880/600 ohm, allerdings ist ein vollwertiger Kopfhörerverstärker unabdingbar für den richtigen Antrieb dieses Kopfhörers.
Alternativ, um Geld zu sparen, ist es sinnvoll einen guten, niederohmigen Kopfhörerverstärker ggf. mit einem dieser Klinkenadapter auszustatten,
um nach seinem eigenem Geschmack die Klangsignatur beeinflussen zu können und einen gewissen Spielraum für seine Vorlieben zu haben.
Denn fest steht, viele andere Kopfhörer können von einem hochohmigen Anschluss profitieren,
was sich am Beispiel eines Audio-Technica W1000x gezeigt hat.
Dessen Bass wird nämlich schlanker und die Höhen werden gezügelt,
im Gegenzug zum bassbetonten und aggressiven Klangbild an niederohmigen Quellen, welcher einer Spaß-Abstimmung entgegen kommt.

Review55
Die Xonar Essence Soundkarte (links) im direkten Klangvergleich mit dem IPod Touch 3G am A1


Um das volle Potenzial des A1 auszutesten, wurden Ipod Touch 3G und Xonar Essence ST jeweils am Input des A1 angeschlossen,
zusätzlich wurde die Lautstärke beider Geräte angepasst, um bei gleichen Musikstücken einen authentischen Vergleich ziehen zu können.
Zum erstaunen stellt man nach erstmaligem hin- und herschalten fest, dass keine Unterschiede zu hören sind.
Erst auf dem zweiten Blick klingt es mit der Xonar Essence als Musikquelle spritziger, vordergründiger und energetischer.
Beim Ipod klingen Stimmen etwas distanziert und belegt, das Klangbild erscheint einen Tick wärmer.
Man könnte meinen, hier herrscht ein minimaler Abfall im Hochton des Frequenzbereichs.
Sei es wie es sei, dieser Vergleichstest hat mich wirklich erstaunt und ist ein enormer Erfahrungsgewinn meinerseits,
auch dank der sauberen Umschaltung des A1, die einen nahezu verzögerungsfreien Vergleich zuließ.
Zeit, ein endgültiges Fazit zu ziehen.


Wenn Geld keine Rolle spielen würde....

Würde ich mir also einen T1 zulegen? Definitv, aber nur nach dem testen des neueren Modells, das bekanntlich wärmer abgestimmt sein soll.
Zwischen Hörensagen und selber hören besteht aber immer ein eklatanter Unterschied,
was wiederrum die ganze Kopfhörer-Diskussionen relativ spannend macht.
Auch wenn der T70p klangtechnisch das weit bessere Preis/Leistung aufweist hätte ich für einen T1 genug Anwendungsmöglichkeiten,
welcher dieser weit besser löst, als sein geschlossener Bruder.
Weit weniger positiv ist allerdings mein Eindruck vom A1.
Selbst für die Hälfte des Preises wäre dieser für mich überteuert, vor allem in Anbetracht dessen, dass es ein reiner Verstärker ist.
Viele Verstärker kosten nicht annährend die Hälfte und haben zusätzlich einen Digital/Analog-Wandler an Board.
Technisch gibt er sich allerdings kein Blöße, was ich zu Gute halte.

Wer das Geld nicht so locker sitzen hat, darf sich als Kopfhörer der offenen Bauweise alternativ den DT 880 oder den AKG K 701 anschauen.
Mit einem technisch überzeugenden Kopfhörerverstärker seiner Wahl kombiniert,
erreicht man ein insgesamt annährend gutes Klangergebnis zur T1/A1-Kombination.

Bedanken möchte ich mich bei Beyerdynamic und dem Hifi-Forum für das zur Verfügung gestellte Testequipment,
da Probehören immer das A und O für Investionen in der HiFi-Welt darstellt und mich einige neue Erkenntnisse gewinnen ließ.


[Beitrag von My$ter¥ am 20. Okt 2011, 00:40 bearbeitet]
comox
Stammgast
#20 erstellt: 19. Okt 2011, 05:09
Sorry, wegen diverser Verpflichtungen hatte ich keine Zeit für einen ausgedehnten Höreindruck. Die Testwoche beschränkte sich bei mir auf ca. 2 mal 3 Abendstunden. Auch wenn das Review entsprechend dürftig ausfällt, will ich es euch nicht vorenthalten. Es haben sich ja mittlerweile einige imposante Reviews gesammelt, dagegen ist das hier natürlich nicht der Rede wert.

Vielen Dank an Beyerdynamic für diese großartige Aktion!


Haptik und Verarbeitung

Der T1 ist in zeitlos dezenter Optik gehalten, wobei die feine Gitterstruktur der Muscheln einen Hauch von Luxus versprüht. Die Verarbeitung ist wie von Beyerdynamic gewohnt auf höchstem, hier geradezu tadellosem Niveau.


Klang:

Der T1 hat einen angenehmen Punch, der eine erstaunlich gute Balance zwischen Volumen und Druck einerseits und Präzision und Schnelligkeit andererseits hält. Während der HD800 zwar ein schönes Volumen im Bassbereich aufbaut, jedoch zum Weichzeichnen von Kickbässen neigt und damit die Schlagkraft vermissen lässt und beim K701 Kickbässe umgekehrt Kontur und Schnelligkeit zulasten von Volumen und auch Punch gehen, schafft der T1 hier einen ausgezeichneten Mittelweg. Ich kann gleich meinen Eindruck vorwegnehmen, dass Beyerdynamic die Abstimmung des DT880 nicht nur im Bassbereich weiterverfolgt und optimiert hat. In den (Tiefbass-)Frequenzen unterhalb von 50Hz geht dem T1 allerdings etwas die Puste aus, obgleich der Abfall nicht so gravierend ist wie beim K701. Der Test mit einem Sinuston-Generator zeigt überdies, dass dies keineswegs eine technische Unzulänglichkeit ist, sondern eine bewusst dezente Abstimmung - auch 25Hz drücken bei entsprechender Lautstärke noch deutlich vernehmbar auf die Ohren. Allerdings kann diese Philosophie der Mäßigung den Hörgenuss von etwa Dubstep, wo ausgiebig mit Tiefbässen jongliert wird, merklich einschränken. Wer vor dem Einsatz eines Equalizers nicht zurückschreckt, kann den Pegel aber entsprechend anpassen. Geschmacklich ziehe ich jedoch den satten und mehr „durch den Raum wabernden“ Tiefbass des HD 800 vor.
Insgesamt sehe ich den T1 mit seinem hellen Klangbild näher am K701 als am HD800. Im Präsenzbereich um ca. 2KHz ist er aber zurückhaltender als der K701. Auch hier ließe sich wieder ein gesunder Mittelweg zwischen der Entspanntheit des HD800 und der leicht telefonischen Mittenpräsenz des K701 attestieren – wäre da nicht die Anhebung um 10Khz. Das ganze Klangbild erhält damit eine Schärfe, die meinem Hörgenuss doch einen merklichen Dämpfer verpasst. Einerseits verzichtet der T1 auf das kristalline Funkeln des HD800, andererseits aber verleiht diese Spitze Hihats, Becken, Snares, Claps, Sibilanten etc. häufig einen stechenden Charakter.
Im Brillanzbereich um ca. 12Khz fällt der T1 weniger ab als der K701. Dieses Plus an Hochtonenergie kann, gepaart mit der insgesamt hervorragenden Auflösung, durchaus gefallen.


Bühne:

Beim Wechsel auf den K701 fällt sofort die größere Breite auf. Der T1 zeichnet einen sehr kompakten, aber gut gestaffelten Raum. Speziell die Differenzierung von Ereignissen zwischen hinten/vorne und oben/unten gelingt dem T1 überzeugender als dem K701). Zwar kann der T1 nicht mit der opulenten Räumlichkeit des HD800 aufwarten, im Gegenzug bietet er jedoch ein höheres Maß an Intimität und Eindringlichkeit.


Fazit:

Bis auf die unangenehme Spitze um 10Khz sehe ich im T1 einen Allrounder auf höchstem Niveau. Und da Beyerdynamic im Laufe der Produktion offenbar eben diese Spitze geglättet hat, ist der Kritikpunkt evtl. obsolet.


Zwischen T1 mit und ohne (d.h. direkt gespeist über den DAC Edirol UA-25) A1 konnte ich auf die Schnelle keine nennenswerten Unterschiede feststellen.


[Beitrag von comox am 19. Okt 2011, 05:23 bearbeitet]
newdm
Stammgast
#21 erstellt: 23. Okt 2011, 00:13
Einleitung:

Der Einstieg in das Thema Musikwiedergabe über Kopfhörer begann für mich im Jahr 2008.

Über meine Suche bin vor einigen Jahren ins Hifi-Forum gestoßen. Marken wie AKG , Beyerdynamic und Sennheiser waren mir namentlich durchaus bekannt, zur genaueren Einschätzung der Thematik musste ich mich aber zunächst einlesen. Wichtige Aspekte wie die Verstärkung und klangliche Unterschiede durch Abstimmung hatte ich überhaupt nicht bedacht. Mir war nicht klar, dass der Kopfhörer auch zur eigenen Musik passen muss.

Zumal ein ausführliches Testen von Kopfhörern in meiner Stadt eher schwierig ist, kam es mir sehr gelegen, dass über das Hifi-Forum die Möglichkeit organisiert wurde, den Beyerdynamic T1 inklusive des Kopfhörerverstärkers A1 testen zu können. Auch wenn der T1 und A1 weit über meiner preislichen Grenze liegen, erschien es dennoch sehr reizvoll zu testen, was in Sachen Kopfhörer-Wiedergabe möglich ist. Erste Erfahrung im High-End-Sektor habe ich Anfang des Jahres sammeln können. Im Rahmen der ersten Testaktion des Hifi-Forums durfte ich den Sennheiser HD 800 und den Kopfhörerverstärker Lehmann Audio Linear probehören.

Test-Equipment:

-Beyerdynamic T1
-Ultrasone Pro 2900
-Beyerdynamic A1
-Cambridge DacMagic
-Sony DVP-NS355
-Ipod Video 60 GB

2011-08-28 03.57.50

Abgesehen von der Möglichkeit des Probehörens, wollte ich die Aktion nutzen, um zu klären, inwieweit sich ein guter DA-Wandler und ein hochwertiges Kabel auf die Kette auswirkt und ob der finanzielle Mehraufwand in einer angemessen Relation zum Klang steht. Desweiteren wollte ich den T1 gegen einen bezahlbaren Kopfhörer im Bereich unter 400 Euro antreten lassen, um festzustellen, wie hoch Klassenunterschiede in der Realität ausfallen.

Als Quelle habe ich den DA-Wandler Cambridge DacMagic ausgewählt, der einen guten Ruf in der Preisklasse bis 500 Euro genießt. Als Vergleichshörer entschied ich mich für den Ultrasone Pro 2900. Anhand einiger Reviews war bereits anzunehmen, dass sich der Pro 2900 aufgrund des starken Basses tonal stark vom T1 unterscheiden würde. Da ich viel Pop, Rock und elektronische Musik höre, war der Test eines Ultrasone-Kopfhörers dennoch reizvoll. Auch die „S-Logic Plus“-Technologie, welche dazu dienen soll, eine Außer-Kopf-Ortung zu ermöglichen, war ein Grund für Auswahl. Informiert man sich im Internet, ist die Technologie allerdings umstritten zu sein. Ob es funktioniert, scheint von der eigenen HRTF bzw. der Kompatibilität zum jeweiligen Kopfhörer abhängig zu sein.

Design & Verarbeitung:

Das Grunddesign des T1 ähnelt dem DT 880, es ist klar ersichtlich, dass es sich um einen Kopfhörer von Beyerdynamic handelt. Dies führt mit sich, dass der T1 im Vergleich zu seinem Hauptkonkurrenten, dem Sennheiser HD 800, zunächst etwas schlicht und konventionell wirkt. Bei näherer Betrachtung fallen aber sofort die angewinkelten Treiber auf, die bereits andeuten, dass viel technisches Know-how verwendet wurde. Der T1 besteht größtenteils aus Metall und wirkt sehr solide. Die tadellose Verarbeitung ist zu loben, alle Teile sitzen bombenfest, es scheint, als wäre der Beyerdynamic aus einem Stück gefertigt. Die Verarbeitung ist also der Preisklasse durchaus angemessen.

2011-08-28 03.59.00

Auch wenn der HD 800 durch sein futuristisches Design extravaganter aussehen mag, würde ich die Verarbeitung des T1 insgesamt als gelungener einstufen. Bei dem Sennheiser gibt es vereinzelte Kritik, dass einige Bauteile aus lackiertem Plastik bestehen, welches selbst bei sachgemäßer Nutzung abplatzen kann. Mit dem T1 dürfte derartiges nicht möglich sein, selbst bei starker Nutzung schätze ich ihn als kaum verwüstlich ein.

Die Ohrmuscheln des T1 sind deutlich kleiner als die des HD 800, das Kopfband ist mit Leder gepolstert und lässt sich problemlos an die Kopfgröße anpassen. Im Unterschied zum HD 800 und Ultrasone Pro 2900 ist kein Einrastmechanismus vorhanden, die Gabel wird einfach verschoben. Auf dem Verbindungsstück befinden sich grob skalierende Markierungen, von denen sich die aktuelle Größeneinstellung ablesen lässt. Die Stabilität und Verarbeitung des Bügels ist überzeugend, ich persönlich empfinde den klickenden Einrastmechanismus eines HD 800-Kopfbandes jedoch als optisch und haptisch jedoch hochwertiger. Möglich aber, dass der Kopfbügel des T1 auf lange Sicht robuster sein könnte.

Der deutlich günstigere Pro 2900 besteht aus schwarzen, satiniertem Plastik und wirkt ebenfalls gut verarbeitet und robust. Eine positive Idee ist das austauschbare Kabel, welches problemlos abgeschraubt werden. Ein weiteres „Feature" sind die Polster welche durch eine kurze Drehung abgenommen werden können. Ein Polsterwechsel ist so sehr einfach, der Nachteil ist, dass die Befestigung der Polstern aus dünnem „Plastiknasen“ bestehen, die nicht allzu stabil wirken. Insgesamt gibt der Pro 2900 angesichts seines Straßenpreises eine gute Figur ab.

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Tragekomfort:


Aufgrund des konventionellen Designs trägt sich der T1 ähnlich wie ein DT 990. Der Anpressdruck ist relativ gering, die Ohren werden umschlossen. Aufgrund der angewinkelten Treiber ist genug Platz vorhanden. Der richtige Sitz für den optimalen Klang ist schnell gefunden, die Muscheln lassen sich hierfür leicht positionieren. Das Gewicht des schweren Kabels kann ein wenig störend sein, manchmal stellt sich das Gefühl ein, dass das Kabel am T1 zieht. Ist aber nicht so schlimm, wie es sich anhört.

Insgesamt bin ich mit der Passform des T1 zufrieden, im Vergleich zum HD 800 gefällt mir, dass der Kopfhörer weniger Spielraum für unterschiedliche Sitzpositionen bietet. Die Ohrmuscheln des HD 800 sind ziemlich groß, weswegen es mir nicht immer leicht gefallen ist, die klangoptimale Kopfposition zu finden.

Beim Ultrasone Pro 2900 ist der Anpressdruck höher als beim T1, aufgrund der kleineren Konstruktion sitzt er straffer und ist dadurch nicht ganz so bequem. Trotzdem finde ich den Tragekomfort in Ordnung.

Bayerdynamic A1:

Das Testpaket kam zusammen mit Bayerdynamics eigenem Kopfhörerverstärker.
Der A1 wiegt ca. 3 Kilogramm, das Gehäuse ist aus solidem Metall gefertigt. Die Seiten des Gehäuses sind von einer Art „Gummipuffer“ umschlossen. Dies schützt vor Stößen und gibt dem aufgeräumt gestaltetem Verstärker ein eigenständiges Erscheinungsbild. Auf der Vorderseite befindet sich ein Klinkeneingang, sowie ein Drehschalter für die Lautstärke und zwei kleine Input-Schalter. Auf der Rückseite befinden sich neben dem obligatorischen Stromanschluss drei Cinch-Anschlüsse: Zwei sind für den Input vorgesehen, einer dient als Output.

Klanglich kann ich mich nicht beschweren, der A1 tut was er soll und bildet eine gute Symbiose mit dem T1 und dem Pro 2900. Ich muss allerdings gestehen, dass meine Kenntnisse im Bereich der Kopfhörerverstärker beschränkt sind, daher kann ich kaum beurteilen, inwieweit der Verkaufspreis von 900 Euro angemessen ist. Es ist anzunehmen, dass günstigere Kopfhörerverstärker den gleichen klanglichen Zweck erfüllen könnten, sicherlich punktet der A1 aber in der soliden Verarbeitung, was einen Aufpreis rechtfertigt.


Kleiner Exkurs - Quellenklang:

Wie ich beschrieben habe, bietet der A1 die Möglichkeit, zwei verschiedene Quellen per Cinch gleichzeitig anzuschließen. Mithilfe der beiden kleinen Input-Schalter auf der Vorderseite kann man ohne Verzögerung zwischen den Quellen umschalten. Dies ist ein hochinteressantes Feature, zumal direkte Klangvergleiche zwischen Quellen ermöglicht werden.

Zum Test habe ich einen alten Sony DVD-Player aus dem Jahre 2004 mit einem Koaxialkabel digital am Cambridge DacMagic verbunden. Der DacMagic wurde mit einem hochwertigen Cinchkabel am Input 1 des Kopfhörerverstärkers angeschlossen. An Input 2 des Beyerdynamic A1 habe ich den Sony DVD-Player mittels eines billigem Cinch-Kabel anschlossen. Es ist nun möglich zu vergleichen, wie sich der interne Wandler des DVD-Players gegen den externen DacMagic schlägt. Positiverweise sind keine (hörbaren) Unterschiede in der Lautstärke vorhanden, so besteht keine Gefahr, dass die lautere Quelle als „besser“ wahrgenommen wird.

Das Ergebnis hat mich letztendlich überrascht. Angesichts zahlreicher Diskussionen zum Thema Hifi-Gleichklang war ich bereits darauf vorbereitet, dass der Unterschied zwischen Quellen nicht groß sein würde. Ich habe den Test zwar nicht verblindet durchgeführt, es war mir aber auch so nicht möglich, einen nachweislichen Unterschied zu hören. Manchmal bildete ich mir ein, dass der DacMagic bei einigen Alben minimal bassbetonter spielen würde, beim direkten Umschalten war aber wieder kein Unterschied zu hören.

Ein Freund kam später noch zum Besuch. Ich hatte ihn im Unklaren gelassen, dass DVD-Player und Wandler gleichzeitig am A1 angeschlossen waren. Während er Musik hörte, schaltete ich ständig zwischen Wandler und DVD-Player, mein Kumpel nahm an, dass ich einen Filter am A1 betätigen würde. Als ich ihn aufklärte war die Überraschung groß, auch er war nicht in der Lage einen Unterschied herauszuhören. Zur Vollständigkeit habe ich auch den USB-Eingang des DacMagic ausprobiert und mit meinem Ipod Video verglichen. Beide natürlich am A1 angeschlossen. Leider ist die Lautstärke hier unterschiedlich, nach Gehör habe ich es versucht anzugleichen. Auch wenn ein seriöser Vergleich unter diesen Bedingungen schwierig ist, war ein qualitativer Unterschied auch hier kaum wahrnehmbar. In einem richtigem Blindtest hätte ich es vermutlich schwer gehabt.

Ich möchte den DacMagic nicht übermäßig kritisieren, Aspekte wie Design, Verarbeitung und Anschlussvielfalt haben mir durchaus zugesagt. Weiterhin bin ich kein Experte in Klangvergleichen, zumal ich keine anspruchsvolle, audiophile Musik höre.

Dennoch, bei der recht großen Preisdifferenz hatte ich erwartet, dass hörbar wäre, welche Quelle gerade spielt. Für meine Holzohren war dies leider nicht der Fall. Ich vermute aber, dass es bei anderen Geräten auch nicht anders ausgesehen hätte. Wie gesagt, in der Verarbeitung und bei den Anschlüssen kann der DacMagic durchaus punkten. Wer darauf Wert legt, macht sicherlich nicht viel falsch. Für mich hat sich das Thema Quellenklang aber erledigt, ich werde das Geld wohl lieber anderweitig ausgeben. So ein bequemer, schicker Sessel müsste den Musikgenuss doch enorm steigern…?


Hörtest T1:

Nun zum Klang. Da dies mein erstes Review ist, fehlt mir natürlich das passende Vokabular. Mit genauen Einschätzungen tue ich mich noch schwer, habe daher einfach aufgeschrieben, was mir al Laie beim Testen aufgefallen ist. Bevorzugt höre ich moderne Musik, in der Regel Pop, Trip-Hop, Easy Listening, auch etwas Rock. Man kann sagen, mir gefällt vieles, wo ein Synthesizer zu hören ist.
Dementsprechend war es für mich interessant, wie sich der T1 und Pro 2900 hier schlagen würden. Tests mit Klassik oder Jazz habe ich nicht durchgeführt, sicherlich gibt es viele schöne Stücke, dennoch höre ich diese Musikrichtungen kaum. Vier Alben habe ich ausgewählt, da diese meinen Musikgeschmack recht gut wiederspiegeln.

Air - Moon Safari

Passend zur Musik klingt der T1 sehr angenehm. Es wird nichts überbetont, der Klang wirkt stimmig und natürlich. Beim ersten Song setzt ab 4:00 Regen ein, der T1 stellt das schön dar, weibliche Stimmen (Song 3 - All I Need) klingen realistisch.

Beim direkten Umstieg auf den Pro 2900 klingt es erstmal „schräg“. Es hört sich hallig, aber auch dosig an. Ich vermute, dass dies an den Mitten und eventuell auch an S-Logic Plus liegen könnte. Ich hatte mal eine Minianlage, wo man verschiedene EQ-Presets (Pop, Rock, Classic, Jazz) aktivieren konnte, um den Sound anpassen. Der hallige Klang des Pro 2900 erinnnert mich an das Klassik-Preset der Anlage. Natürlich bietet der Ultrasone mehr Bass als der T1, würde aber nicht sagen, dass das Album davon profitiert. Mir fehlt es an Wärme und Geschmeidigkeit, der T1 klingt ausgewogener bzw. stimmiger. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich an den Pro 2900, es klingt dann stimmiger, dennoch, dem T1 liegt diese Art von Musik mehr.

Filter - Welcome to the Fold

Der T1 bietet einen sehr klaren Sound. Auch wenn er nicht allzu bassig abgestimmt ist, hat man nicht das Gefühl, dass was fehlen würde. Es klingt also durchaus mitreißend. Beim wuchtigen Titeltrack (Song 2) löst sich das Schlagzeug schön vom Rest, die hohe Auflösung des T1 macht sich bezahlt. Song 11 beginnt mit einer Akustik Gitarre, die sich durch den Song zieht. Ich finde, dass die Gitarre auf dem T1 eindrucksvoll echt klingt. Bei Song 7 werden ebenfalls Gitarrenseiten angeschlagen. Auch hier punktet der Beyerdynamic, mit etwas mehr Körper im Bass, wäre es wohl perfekt. Der Pro 2900 stellt die Gitarre wuchtiger dar, allerdings klingt es dafür nicht so realistisch. Bei den elektronischen Passagen im Album kann der Pro 2900 durchaus punkten. Dennoch ist die Abstimmung wieder ein Problem. Mit dem T1 klingt es natürlicher, daher ziehe ich ihn für dieses Album klar vor.

Recoil - Unsound Methods

Diese Platte ist mit elektronischen Effekten und komplexen Klangteppichen vollgepackt, sie eignet sich gut zum Testen der Schnelligkeit und Auflösung eines Kopfhörers. Als erstes fällt auf, dass der T1 etwas zu wenig Bass aufweist. Es scheint, als würden die tiefen Bass-Lines nur angedeutet. Auch bei den elektronischen Drums fehlt mir der Druck und Impact.
Wie zu erwarten, sind Auflösung und Schnelligkeit gut, allerdings hatte ich den Sennheiser HD 800 als etwas besser in Erinnerung. Ich meine, dass er noch ein ganzes Stück klarer klang und die vielen Soundeffekte besser separiert hat. Mit dem Ultrasone Pro 2900 macht es deutlich mehr Spaß. Der Bass ist voluminös, klingt aber angenehm federnd. Soweit ich es gelesen habe, gilt der Pro 2900 nicht als Spezialist für Tiefbass, ich finde es aber erstaunlich was auf dieser Platte im Tiefton zu hören ist. Manchmal, wenn die Passagen sehr komplex werden, scheint der Bass allerdings die anderen Frequenzen leicht zu überdecken, was auf Kosten der Klarheit geht. Fairerweise sei aber gesagt, dass ich nicht glaube, dass ein anderer Kopfhörer mit vergleichbarer Abstimmung es wesentlich besser machen würde. Ich denke, dass der Sennheiser HD 800 in der Hinsicht eine Klasse für sich war, allerdings kann es auch an der Abstimmung gelegen haben.

Der hallige Klang des Pro 2900 macht sich auch hier bemerkbar, es passt aber deutlich besser als bei den vorherigen Alben. Für mich geht der Pro 2900 bei diesem Vergleich eindeutig als Sieger hervor.

Depeche Mode - Sounds of the Universe

Es handelt sich um die aktuelle Platte von Depeche Mode. Typisch für heutige Aufnahmen ist die Dynamik reduziert. Für mich klingt die Aufnahme relativ dünn. Mir ist daher von vornherein klar gewesen, dass sich der T1 sich schwerer tun dürfte. Mit den bekannten Stärken des Beryerdynamic klingt es zwar ordentlich, ähnlich wie bei der Recoil-Platte fehlt es mir aber an Drive. Erstaunlich, wie gut es mit dem Pro 2900 klingt. Die allgemeine Abstimmung ist überhaupt nicht störend, der Tiefton macht extrem Spaß. Mit anderen Kopfhörern konnte ich die Bass-Line von Song 1 (In Chains) immer nur angedeutet hören. In Sachen Auflösung finde ich nicht, dass es große Unterschiede zwischen T1 und Pro 2900 geben würde. Insgesamt scheint die Platte auf den Klang des Ultrasone optimiert zu sein, ich muss gestehen, dass ich es bisher noch nie so sehr wie mit dem Pro 2900 genossen habe.

Fazit:

Es war ein sehr aufschlussreicher Test, der mir einiges an Erfahrung gebracht hat.
Mir ist nun endgültig klar, dass man Quellen und Kabeln keine allzu große Bedeutung in der Hifi-Kette zuordnen muss. Aus optischen Gründen kann man sich einen Wandler oder CD-Player durchaus kaufen, klanglich würde ich aber nicht viel erwarten.

Der T1 in Kombination mit dem A1 hat mir gut gefallen, ich empfand ihn als Allrounder, der für jede Musikrichtung geeignet ist und durchaus auch Spaß machen kann. Den Sennheiser HD 800 hatte ich etwas braver in Erinnerung. Dennoch kommt es mir vor, als hätte der HD 800 technisch noch ein kleinen Schippchen draufgelegt. Die Auflösung und Separation war im Rückblick ziemlich beeindruckend. Die angewinkelten Treiber des T1 haben bei mir leider keinen großen Effekt gehabt, eine Vorne-Ortung konnte ich nicht wahrnehmen. Dies gilt auch für Ultrasones S-Logic Plus, wie es scheint, ist meine HRTF für versetzte Treiber nicht empfänglich. Schade, zumal ich den Raumklang von Lautsprechern stark vermisse.

Es stellt sich nun die Frage, ob man für Musik in normaler Klangqualität einen Boliden für 900 Euro benötigt? Der Vergleich mit dem Ultrasone Pro 2900 hat mir gezeigt - nicht unbedingt. Auch wenn die Klangsignatur etwas speziell war, hat sich der Pro 2900 angesichts seines Preises beachtlich geschlagen. Die technischen Unterschiede empfand ich bei meiner Musik nicht unbedingt als sehr groß. Natürlich ist der T1 in der Summe überlegen, dies ist aber auch mit einem sehr hohem Aufpreis verbunden. Ich denke, dass der DT 880 eine vernünftige Option zum T1 sein dürfte, mit der man sicherlich auch gut Musik hören kann. Mir würde es für meine Musik reichen.

Insgesamt komme ich nun ins Grübeln, ob eine portable Lösung nicht die „clevere“ Variante zu einer klassischen, stationären Kette wäre? Gute In-Ears müssen sich im Klang nicht zwingend verstecken, unnötige Ausgaben für Quelle, Verstärkung und Kabel könnte man sich sparen. Zudem wäre man mobil, hätte seine Musik also immer bei sich. Auch aufgrund der Erfahrungen aus dem Test, dürfte es bei mir wohl in die Richtung gehen.

Zum Abschluss möchte ich mich nochmal bei allen Initiatoren der tollen Aktion bedanken.


[Beitrag von newdm am 23. Okt 2011, 15:57 bearbeitet]
cosmopragma
Inventar
#22 erstellt: 23. Okt 2011, 10:14
Der Anfang

Als einer der letzten Teilnehmer hatte auch ich das Set aus Kopfhörer Beyerdynamic T1 und Kopfhörerverstärker A1 für eine Woche zur Verfügung gehabt.

Ausdrücklich danken möchte ich dafür dem Frank (a.k.a. Hüb) für die mit der Organisation aufgewendeten Mühen.
Bei Beyerdynamic bedanke ich mich dadurch, daß ich meine knappe Freizeit damit verbringe, meine Eindrücke einigermaßen strukturiert in Worte zu fassen.

Die anderen Rezensionen habe ich vorab nicht gelesen, um mich nicht unnötig unterschwellig beeinflußen zu lassen.
Vollkommen jungfräulich konnte ich allerdings nicht da rangehen, da ich vor Kenntnis dieser Aktion hier und da aus allgemeinem Interesse was quergelesen hatte.

Fotos gibt es bis auf einige schon abgeladene von mir nicht, da meine Gefährtin sich gegenwärtig auf einem Yoga-Workshop in Norddeutschland aufhält und fast alle meine geschossenen Fotos sich auf dem in der Kamera
befindenden Chip lagern, mit welcher sie gerade Deiche und Schafe (oder was die da sonst im Raum Büsum so haben) fotografiert.Das ist nicht gut, da mehr eingestreute Fotos in meinem Text durch die Auflockerung den Charakter der Buchstabenwüste mildern könnten, aber auch nicht tragisch, da die anderen Rezensenten bestimmt schon reichlich Fotos inklusive close-ups veröffentlicht haben werden.

Ich verzichte auch auf ein herauskopieren der Spezifikationen, denn das hat gewiss schon ein anderer gemacht und ausserdem sind die ja sowieso leicht zugänglich.

Einige Informationen über mich zur Erleichterung der Einschätzung des Geschriebenen

Ich höre schon seit Teeniezeiten mit Begeisterung sehr viel Musik, allerdings am Anfang gegenüber der Klangqualität ziemlich indifferent.
Zwei meiner Jugendfreunde mutierten dann nach und nach zu Audiophilen, sodaß ich dadurch mit hochwertigen Geräten in Berührung kam.
Zwar war ich durchaus in der Lage, die bessere Qualität wahrzunehmen, aber die übermäßige Bedeutung der Soundqualität war damals in meinen Augen (bzw. Ohren) ein wunderlicher Spleen.
Anfang der Neunziger konnte ich es mir locker leisten, Geld in hochwertigere Gerätschaften zu stecken, also habe ich welche gekauft.
Meine Dachterassenwohnung, mein Auto, meine Stereoanlage, eben genau der Klicheetyp, der vermutlich bis heute die Hauptzielgruppe der Audioboutiquen darstellt.
Mehr Geld als Sachverstand oder Fähigkeit, das alles überhaupt würdigen zu können, aber egal.Geld ist reichlich da, also, Audiostudiofritze, was ist denn hier gut von deinem Krempel?
Über die nächsten Jahre hatte ich dann verschiedene ganz ordentliche Lautsprecher, hauptsächlich subwooferunterstützte Dipole, Maggies und Martin Logans.
Ich hatte auch Kopfhörer.Stax SR-5, gebraucht gekauft.Genutzt habe ich den sehr selten.

Das ganze ist insofern von Belang, als ich mich damals einfach durch den Dauerkontakt mit qualitativ doch recht hochwertigen Geräten an die Qualität gewöhnt hatte und sie nach und nach auch zu schätzen lernte.
Heute bin ich nicht mehr so wohlhabend wie damals, sodaß es nicht mehr für freistehende Immobilien in einer der teuersten Städte Deutschlands reicht, aber immerhin noch unter anderem für das Audiohobby.
Mietwohnung ohne dedizierten Hörraum verträgt sich nur bedingt mit Lautsprecheraudio.Außerdem deckt sich mein Musikgeschmack eher weniger mit dem meiner Gefährtin.
Auch deshalb habe ich vor fast 10 Jahren meinen Fokus zunehmend auf Kopfhöreraudio verschoben.
Während dieser Jahre habe ich fast alle hochwertigen Kopfhörer der Gegenwart und soweit noch konkurrenzfähig der Vergangenheit gehört.Meist in der Form, daß ich sie gebraucht (und etliche auch neu) gekauft und für längere Zeit behalten habe, denn ich brauche einige Zeit, um mir ein fundiertes Urteil bilden zu können.Mal kurz im Laden (soweit überhaupt arrangierbar) bringt es für mich eigentlich gar nicht.
Das Gebiet "High-End"-Kopfhöreraudio ist ja recht überschaubar, und besonders teuer ist mein Ansatz eigentlich nicht.
In letzter Zeit bin ich allerdings etwas raus aus dem Thema, sodass der neuste Stax, den ich dahatte, der SR-404 Ltd. war, und auch die ganzen neuen Orthos und was da sonst noch so sein mag, ohne daß ich davon weiß, sind mir fremd.
Vom Beyerdynamic T1 hatte ich zwar gehört und etwas darüber gelesen, aber auch der war bis zu der Testwoche von mir ungehört.
Eine Woche ist etwa knapp für mich.Ich habe während dieser Woche mehr als 30 Stunden gehört.Das ist das mindeste und gar nicht so einfach, wenn man mindestens 10 Stunden pro Arbeitstag arbeitet.
Am Wochenende habe ich meine Gefährtin zu Freunden wegschicken müssen, um mich darauf konzentrieren zu können.

Mein Gehör:
Ist relativ gesund.Ich hatte mal vor Jahren einen Hörsturz mit nachfolgendem Tinnitus und unregelmäßigem Frequenzgang auf dem rechten Ohr, aber das hat sich den Göttern sei dank und wider jede statistische Wahrscheinlichkeit praktisch vollständig regeneriert.
Altersentsprechend geht die Empfindlichkeit oberhalb von 14000 Hz langsam abwärts, ab 15000 Hz heftiger und jenseits von 16000 Hz sehr steil.Oberhalb von 16500 Hz bin ich praktisch völlig taub.
Wenn also ein Audiosystem meinetwegen um 17500 Hz nur so vor sich hinkreischt bekomme ich das gar nicht mit, und auch mittelheftiges 16000 Hz-Gequietsche dürfte mich nicht übermäßig nerven.


Mein Musikgeschmack und die für den Test verwendete Musik :
Auf die Frage, welche Musik ich denn so mag, antworte ich gerne :
Die gute .......

Festgelegt auf bestimmte Genres bin ich daher nicht.
Rockmusik mit dem Hauptschwerpunkt progressive Rock nimmt allerdings dabei breiten Raum ein.Rockmusik im weiteren Sinne macht etwa 50% aus.
Ansonsten wirklich alles mögliche, wobei die typischen "Audiophilengenres" Jazz und klassische Musik normalerweise eher unterrepräsentiert sind.
Jazz ist im Allgemeinen einfach nicht mein Ding.Dabei war ich mal mit einer Jazzsängerin liiert und kenne mich da dadurch ganz gut aus.
Den Real Book-Quark kann ich heute noch vorwärts und rückwarts (schief) mitsingen.
Live manchmal gar nicht uninteressant, sowohl traditionellerer als auch moderner Jazz, aber von Konserve : mit wenigen Ausnahme eher nicht.Macht bei mir geschätzt weniger als 5 Prozent aus.
Auch klassische Musik höre ich selten von Konserve.
Alles sparsamer instrumentierte wie meinetwegen der Vorgänger sogenannte "alte Musik" oder Kammermusik etc. geht noch einigermaßen, aber ein Symphoniekonzert über Kopfhörer (gilt auch für Lautsprecher)
bringt es einfach für mich im Vergleich zum Original gar nicht.Da dienen Lautsprecher/Kopfhörer eher mal zur Vorbereitung auf ein Live-Konzert als zur ernsthaften Synphonieabhöre.
Ich schätze klassische Musik sehr, aber die Reproduktion über Konserve kommt an die echte Erfahrung überhaupt nicht heran.Nicht einmal in die Nähe.
Es mag teure Lautsprechersysteme in extrem aufwendig präparierten Räumen geben (mit Kosten im sechsstelligen Bereich) , die näher herankommen, aber wofür solcher Aufwand?
Ich lebe in einem Ballungsbebiet, in dem ich das in einem Umkreis von 50 km praktisch jeden Tag des Jahres live erleben kann, oft mit Auswahlmöglichkeit verschiedener Veranstaltungen, und das mache ich auch mehrmals jährlich.
Rockmusik hingegen klingt von Konserve viel besser als live.Deswegen gehe ich gar nicht mehr in Rockkonzerte, höre Rockmusik aber mit Begeisterung von Konserve.

Für diesen Test habe ich zu Vergleichszwecken etwas mehr Jazz und klassische Musik gehört als gewöhnlich, und aus meinem Prog-Fundus und allen anderen Genres vornehmlich zu gut aufgenommenen Aufnahmen gegriffen.
Schlechtere ältere Produktionen aus den Siebzigern und Achtzigern mit ihren jeweils spezifischen Schwächen habe ich mir hauptsächlich deswegen in geringerem Umfang angehört, um zu testen, ob sie mit dem T1 überhaupt anhörbar sind.
Auf neues kaputtproduzieretes vom Schlage "Death Magnetic" habe ich völlig verzichtet, da ich eine Aversion dagegen entwickelt habe.

Das für diese Rezension verwendetet Equipment

Digitale Quellen waren ein windowsbasierter Musikserver mit digitalen Ausgängen (AES/EBU und SP/DIF) über eine RME-Soundkarte und ein älterer Harman Kardon CDP mit digitalem Ausgang.

DACs:
Electrocompaniet ECD-1

Onkyo PR-SC5507, eine nicht ganz billige eierlegende A/V-Preamp Wollmilchsau mit 9.2 DACs und eingebautem Kopfhörerverstärker

KRK-Ergo, ein DAC aus dem Studiobereich, den ich seines eingebauten lizensierten Lyngdorf Roomperfect-DSP wegen gewöhnlich als digitale Raumkorrektur für meine Subwoofer einsetze.
In den KRK ist auch ein einfacher Opamp-basierter Kopfhörerverstärker eingebaut.

Die beiden besseren DACs von Electrocompaniet und Onkyo sind über Lautsprecher von mir praktisch ununterscheidbar und unterscheiden sich über hochauflösende Kopfhörersysteme nur insofern, als der Onkyo die etwas bessere Räumlichkeit aufweist und der Electrocompaniet etwas gefälliger klingt.Sehr gut sind sie beide.
Der KRK und der kurz angetestete analoge Ausgang der RME-Soundkarte fallen dagegen im Klang hörbar ab und sind deshalb nicht weiter als DACs genutzt worden.

DACs für T1 Review

Kabelage war hauptsächlich solide recht preisgünstiges Standardware, wie es auch in Form eines RCA-Kabels von Beyerdynamic beigelegt wurde.Ich höre bei Kabeln in der Regel einfach keinen signifikanten Unterschied.Entweder es gibt keinen oder ich bin zu alt.

Verstärker zusätzlich zum A1:
Audio Technica ATH-HA2002, der sich nur durch die wesentlich aufwendigere Materialwahl vom gegenwärtig produzierten HA-5000 unterscheidet.
Und dadurch, daß meiner vom Peter Rill auf 230V umgerüstet worden ist.Würde in der Form inklusive Zoll/EuST und Umbau aufgrund des abschmierenden Euro gegenwärtig ca. 1300 € kosten. Autsch.

SPL Phonitor.Besonderheit ist das phänomenale Crossfeed.1499 € bei Thomann.Katsching.

Marantz 2275 bzw 2235B, beide vom Spezialisten Helmut Thomas generalüberholt.Das sind ca. 30 Jahre alte Stereo-Receiver.Für den Kopfhörerbetrieb an Lautsprecheramps habe ich einen ASL-UHC Transformator zur Impedanzanpassung.

Philips SBC HD 1502 mit eingebautem Dolby Headphones DSP.Gibt es nicht mehr neu.Kriegt man bei Ebay zum Taschengeldpreis.

Für den Vergleich mit Elektrostaten hatte ich einen Stax SRM-313 und einen STX SRD-7Professional Transformator zum Betrieb an Lautsprecheramps da.

Für den Sennheiser HD800 habe ich noch einen DIY-Röhrenamp an den Start gebracht.

IMG_1232

Amps T1 Review 2




Kopfhörer neben dem T1 :

Sennheiser HD800, den ich normalerweise an die Experimente des head-fi members JAZZ angelehnt gemoddet habe, aber auch rückgebaut in serienmäßigen Zustand getestet habe
Stax SR-4070
Stax Lamda Professional

Ursprünglich wollte ich auch noch den AKG K1000 mit reinnehmen, habe mich dann aber schnell besonnen.
Der zusätzliche Aufwand wäre unsinnig gewesen.
Der K1000 hat zwar einzigartige Eigenschaften, ist aber rein technisch betrachtet doch eher auf dem Niveau der heutigen 200-250 Euro Mittelklasse.

Kopfhörer T1 Review

Zwischendurch habe ich mal mit Lautsprechern gehört, um einen anderen und für den nicht vollkommen im Kopfhörerland versunkenen Musikliebhaber wichtigen Vergleichsmaßstab zu haben.
Alle meine Lautsprecher sind DIY-Lautsprecher, nämlich :
Duetta Top ADW im Steingehäuse geschlossen mit Eton-Bestückung, insbesondere dem tollen Air Motion Transformer ER4
One Point NEO MKII Bassreflex mit dem guten Thiel Koaxial/Koinzidenzchassis SCS3 MKII
SCS-3 NEO-Line, ein TQWT-Standlautsprecher mit demselben SCS3 MKII
Jedes dieser Lautsprechersets ist solides Mid-fi und würde als kommerzieller Lautsprecher je nach Modell geschätzte 2000 € --4000 € kosten.

Zusätzlich zwei Sub-W8Q für den Tiefbass, stehende Wellen einigermaßen gebändigt mittels Lyngdorf Room Perfect - Algorithmus.
Der Raum hat eher Wohnzimmercharakter und ist daher nur gemässigt mit raumakustisch verbessernden Maßnahmen traktiert.Zumindestens die ersten Reflektionen sind wirkungsvoll bedämpft und überhaupt ist der Hall ganz gut im Griff, aber keine Bassfallen und kein Diffusor.
Mein Hörabstand beträgt im Allgemeinen für Musik knapp 2 m, das ist schon fast Nahfeld, und die Lautsprecher sind so wirklich hochauflösend.Insbesondere die Duettas brauchen auf dem Gebiet einen Vergleich auch mit höherwertigen Kopfhörern nicht zu scheuen.Die Auflösung der Lautsprecher ist schon auf dem Niveau etwa eines Sennheiser HD650, und in einem besserem Raum könnte die Überlegenheit von High-End Kopfhörern endgültig als Mythos entlarvt werden.




Der Verstärker Beyerdynamic A1 und der Vergleich zu anderen Verstärkern, natürlich mit Schwerpunkt Zusammenklang mit dem T1

Ich fange mit Äusserlichkeiten und der Ausstattung an.
Ich habe mal schnell den Straßenpreis gegoogelt und bin auf 900 € gekommen.
Wie man aufgrund meines eigenen gegenwärtigen Equipments leicht erahnen kann, schockt mich so ein Preis an sich gar nicht.
Bei dem Preis muß ein Kopfhörerverstärker allerdings schon etwas besonderes draufhaben.
Das Aussehen/die Anmutung sind natürlich hochgradig Geschmackssache, deshalb sage ich zu dem Punkt nur so viel :
Dadurch lässt sich der hohe Preis jedenfalls nicht rechtfertigen.
Das Teil ist (bis auf einen Punkt, auf den ich noch komme) gut verarbeitet.Wirkt funktionell und ist keine Billigkiste, aber auch nichts besonderes.
An diesem Punkt vermisse ich dann doch eine gute Kamera, um den A1 mal hochauflösend neben meinem Audio Technica zu zeigen.
Das Holz des letzteren ist in einer aufwendigen japanischen Vielschichttechnik lackiert, und an Vergoldung wurde nicht gespart.
Audio bling bling at it's best.Auch nicht jedermanns Sache, aber erkennbar aufwendig in der Produktion.
Von solch schmuckem Äußeren kann beim A1 keine Rede sein.
Das ist eine funktionelle Kiste, die eher in eine Studioumgebung passt als in ein Wohnzimmer.

Einen Fehlgriff allerdings hat sich Beyerdynamic erlaubt:
Der Amp müffelt etwas.
Ich bin da zugegebenermaßen überempfindlich, seit ich vor etlichen Jahren dem Nikotinismus abgeschworen habe, halte es aber dennoch für erwähnenswert, auch wenn es für den Normalriecher sehr viel schwächer daherkommen wird.
Irgendwas in der Kunststoffmischung riecht unangenehm.
Nicht extrem wie mancher Chinamüll, aber deutlich wahrnehmbar für mich.
Da der Amp ja schon monatelang unterwegs war ist es auch kein zu ignorierender flüchtiger Neugerätegeruch mehr.
Bringt bei mir einen Abzug in der B-Note.

Der wichtigere Aspekt bei einem Verstärker wird für die meisten Hörer zu Recht die technischen Fertigkeiten sein.

Die Ausstattung ( Umschaltmöglichkeit zwischen 2 Quellen, eine davon durchgeschleift für den Anschluss weiterer Geräte, eine 1/4 Zoll Kopfhörerbuchse ) ist verhältnismäßig praxisgerecht und soweit OK.
Nur eine Kopfhörerbuchse statt zweier betrachte ich nicht als Nachteil, denn es ist mir ausser bei Treffen mit anderen Audiofetischisten noch nie vorgekommen, daß ich mit jemand anderem gleichzeitig über Kopfhörer gehört hätte.
Dazu bräuchte es ja schliesslich auch zwei gleiche Kopfhörer oder zumindestens welche mit sehr ähnlicher Sensitivität.
Wenn jemand sowas wirklich bräuchte könnte er sich ja ein Adapterkabel zum Anschluss zweier Kopfhörer pfriemeln (lassen).
Umgekehrt gilt dann natürlich, daß die Durchschleifmöglichkeit einer Quelle nur von geringem praktischen Wert ist, denn das leistet ein preiswerter RCA-Splitter bei Bedarf genausogut.

Die Anschlüsse, Buchse und Poti sind von ganz ordentlicher, aber nicht überragender Qualität.Das Poti bringtim mit dem T1 genutzten Regelbereich einen ordentlichen Gleichlauf.
Wie es drinnen aussieht weiß ich nicht, denn geöffnet habe ich den Amp nicht.

Der Kopfhörerverstärker lässt sich nicht komplett ausschalten, sondern nur auf stand by.
Bringt einen Viertelpunkt Abzug.
Nicht wirklich wichtig für mich, ist allerdings im Zeitalter der durch Ökowahn permanent stark steigenden Strompreise nicht mehr ganz zeitgemäß.

Der Verstärkungsfaktor (gain) ist relativ niedrig und nicht ohne weiteres anpassbar.
Das geht in Ordnung, denn der Verstärkungsfaktor passt zu praktisch allen modernen dynamischen full size Kopfhörern und insbesondere gut zum T1.
Ich finde geringeres gain sogar gut, denn ich habe nie verstanden, was das soll, wenn ein Kopfhörer schon bei Volume auf 09:15 schreit wie am Spieß.
Für Kopfhörer mit extremem Leistungsbedarf wie ein AKG K1000 ist der Verstärker nicht geeignet, aber das an sich ist ja wohl schwerlich ein Manko.

Wie sieht es auf der anderen Seite des Wirkungsgradspektrums aus?

Nicht so gut.

Ich habe versuchsweise mal einen Etymotics ER-4 eingestöpselt und es rauscht vernehmlich.
Das ist insofern verwunderlich, als der Verstärkungsfaktor anscheinend recht niedrig ist.
Das muss nicht sein, denn meine anderen Amps mit viel höherem Verstärkungsfaktor rauschen fast gar nicht unter gleichen Bedingungen.
Für die Praxis finde ich das dennoch eher unbedeutend, denn in Verbindung mit dem T1 oder anderen auch etwas wirkungsgradstärkeren "normalen" Kopfhörern rauscht er nicht hörbar.

Der Amp hat eine relativ hohe Ausgangsimpedanz von ca. 100 Ohm, und wie die meisten hier wissen, bleibt das nicht ohne Konsequenzen.
Fragt sich nur, ob das jetzt gut ist oder schlecht.
Antwort : Kommt ganz darauf an.
Ich erinnere vage, mal eine von Ben (m00hk00h) geschriebene Rezension über den A1 im Zusammenklang mit verschiedenen Beyerdynamic-Kopfhörern quergelesen zu haben.
Genaugenommen war es eher ein Verriß mit dem Fazit, daß Kopfhörerverstärker mit niedrigohmigen Ausgängen viel besser sind und der geblähte Schlabberbass ihm widerlich ist.
(oder so ähnlich, das ist jedenfalls hängengeblieben).

Dem muss ich widersprechen.Ich halte das allenfalls für Geschmackssache und glaube, daß die meisten Hörer den T1 am Kopfhörerverstärker mit höherer Ausgangsimpedanz bevorzugen würden.
Für mich klingt der T1 am A1 unter dem Strich besser als an den ~ 0 Ohm Ausgängen meiner anderen Kopfhörerverstärker.
Die tonale Balance ist stimmiger und der öfter kolportierte Verlust an Kontrolle im Bassbereich (von wegen niedrigerer Dämpfungsfaktor) springt jedenfalls mir nicht extrem ins Ohr.
Letzteres ist zwar hörbar, aber für meine Ohren nur schwach ausgerägt und das Positive überwiegt deutlich.

Auch der Versuch mit meinem Sennheiser HD800 (Impedanz um 600 Ohm, mittlerer Wirkungsgrad) verlief sehr positiv.
Auch dieser hat mir am A1 besser gefallen als an ~ 0 Ohm Ausgängen.
Für den gemoddeten Sennheiser sieht das etwas anders aus, aber für den serienmäßigen ist das den Test wert.
Ein versuchsweise angesstöpselter Grado SR-225 (32 Ohm, höherer Wirkungsgrad) hingegen klang nicht so gut wie an ~0 Ohm Amps.
Das ist auch aufgrund der technischen Werte zu erwarten, da die Frequenzgangverschiebung im letzterern Fall ziemlich stark ausfallen kann.
Zu stark in dem Fall.

Wie klingt der Amp denn jetzt unabhängig vom Effekt der hohen Ausgangsimpedanz?

Oh weh, Verstärkerklang.
Ein Thema, welches ich hier in diesem Forum mit seiner penetrant-agressiv verteidigten Stammtischhoheit der "es-klingt-alles-gleich-es-sei-denn-es-wäre-fehlkonstruiert" -Fraktion gewöhnlich meide und dafür woanders hingehe.
Ich sitze da sowieso zwischen allen Stühlen.
Weder klingen alle Amps für mich gleich wie es die pressure group hier verlangt , noch empfinde ich Unterschiede zwischen solid state Amps (von offensichtlich gesoundeten Amps und verschiedener Ausgangsimpedanz abgesehen) als sooo gewaltig wie manch Hörer auf head-fi.org.
Das hier ist ja zum Glück kein Diskussionsthread, und deswegen kann ich ohne das verabscheute Trärä meine selbstgestellte Frage mal mit einem munteren:

Klingt sehr gut, der Amp.
Klingt organisch, guter Flow, fügt von sich aus nichts nervendes hinzu und ist transparent genug, um nichts zu verschleiern.
Was den Klang betrifft einer der besseren Amps.
Ein weiteres gutes Beispiel dafür, daß übertriebene Fixierung auf Meßwerte nichtssagend oder gar irreführend werden kann.




Die sich bei einem Kleinleistungsverstärker dieser Preisklasse unweigerlich aufdrängende Frage ist:
Ist er den hohen Preis wert?

Darauf kann es im Gedenken an Radio Eriwan nur eine Antwort geben :
Im Prinzip Ja, es sei denn man hätte viel Zeit und wenig Geld.

An sich mag der A1 als eine merkwürdiges Angebot erscheinen.
Er ist nicht universell einsetzbar, denn er ist weder für hochwirkungsgradstarke noch für sehr wirkungsgradschwache Kopfhörer/Ohrhörer einsetzbar, und aufgrund der hohen Ausgangsimpedanz ist auch für manche fullsize-Kopfhörer mit niedriger Impedanz zumindestens fragwürdig.
Die Meßwerte sind ziemlich sicher nicht überragend (wenn auch von mir mangels Zeit und Drang nicht erhoben).
Dennoch ist der Amp für viele Leute ein gutes Angebot, und das geht so :

Die hier mitlesenden Schüler mögen sich da nur schlecht reinversetzen können, aber für viele Erwachsene ist Zeit sehr viel knapper als Geld.
Da Leben verrinnt unaufhaltsam, und da kann der Ansatz, 100 Stunden mit Recherche von den Grundlagen bis zur Semikennerschaft, dem Ankauf und Verkauf von einigen Amps, dem Selbstgelöte eines Adapters zur Erhöhung der Ausgangsimpedanz eines Amps mit sehr niedriger Ausgangsimpedanz etc. zu verbringen, außerordentlich abschreckend sein.
Viele Leute sind es gewohnt, auf die eine oder andere Art und Weise Zeit zu kaufen.
Für diese Zielgruppe ist der A1 (in Kombination mit dem T1) ein sehr gutes Angebot.
Klingt zusammen so gut wie sonstwas, einfach bezahlen, super Klang, fertig.
Der Amp stammt von einem Hersteller, den es im Gegensatz zu mancher auf diesem Gebiet tätigen Garagenfirma auch morgen noch geben wird, was eventuell anfallende Reparaturen für lange Zeit sicherstellt.
So betrachtet ist der Amp ein gutes Angebot für Leute mit einigermaßen Geld und wenig Zeit bzw. ohne Bedarf für ein zeitaufwendiges neues Hobby.
Das ist ein vergleichsweise faires Angebot von Beyerdynamic, diese Kombo als Set zu propagieren, denn zusammen mit dem T1 spielen die Schwächen des A1 keine Rolle, und die Stärken glänzen.
Man kann es auch Synergie nennen.
In pre-Internet-Zeiten, als ich zeitweise überreichlich Geld hatte, hätte ich mich glücklich schätzen können, wenn man mir für nicht wenig Geld immer sowas gut passendes/klingendes verkauft hätte.
Was hat man mir in Audiostudios mehrmals an sauteurem Driss angedreht - ich bekomme beinahe eine Fremdschämattacke in Bezug auf mein früheres Selbst, wenn ich daran zurückdenke.
So betrachtet ist eine Kombi aus A1 und T1 alles andere als ein rip off.Weit davon entfernt.Nicht billig, aber dafür wenigstens gut.

Für denjenigen, der wenig Geld, aber viel Zeit hat, sieht die Rechnung allerdings dann doch anders aus.
Irgenwo da draussen gibt es einen Amp für ein Viertel des Geldes, der sehr gut passt.Entweder DIY oder ein gebrauchter junger kommerzieller, eventuell mit selbstangepasster Ausgangsimpedanz.

Das ist eigentlich der richtige Punkt, um auf die allgemeine Reaktion des T1 auf verschiedenste Verstärkungsmöglichkeiten einzugehen.
Ich habe alles in meinem Haushalt ausprobiert, was sich auch nur im entferntesten eignet.
Das ist zwar nicht mehr so viel wie vor einigen Jahren, aber es ist immer noch ziemlich viel abgedeckt.



Ich habe ausprobiert:
Kopfhörerbuchse einer RME-Soundkarte Digi 96/8 PAD, einem längst nicht mehr gebauten Produkt eines Studioausstatters. Ergebnis : ist genehmigt, damit kann man
leben.Klingt aufgrund niedrigen Ausgangswiderstandes ein wenig spitz und zusätzlich ein wenig harsch, wobei hier nicht zu trennen ist, was der Verstärkung, was dem DAC und was der PC-Stromversorgung anzulasten ist.

Kopfhörerausgang eines älteren Harman-Kardon CDP : das ist grenzwertig.Typ leicht undichte Luftpumpe.Das muss nicht sein.Der Unkundige mag auch damit noch einen Ohrgasmus bekommen, aber für so schlichte Freuden bin ich durch das Bessere längst verdorben.

Kopfhörerausgang eines klassischen (generalüberholten) Receivers Marantz 2275:
Der Marantz selbst klingt sehr sehr gut.Mehrere hundert Ohm Ausgangsimpedanz sind aber dann doch einfach zuviel.Katastrophal klingt auch das nicht, wenn man nichts besseres kennt ist das bestimmt sogar akzeptabel.Vor etlichen Jahren wurden die alten Marantz-Receiver mal als bang-for-the-buck Eierlegendewollmilchsau gehyped.So bin ich ja selbst auf die Teile gestossen, und heute habe ich drei verschiedene Modelle im Haus.Dennoch, so sehr ich die Receiver schätze, heißt es für mich an der Kopfhörerbuchse :Nein, danke.Trotzdem an sich kein hoffnungsloser Fall, denn statt des seriellen Widerstandes könnte man mit sehr überschaubarem Aufwand einen Spannungsteiler mit passendem Ausgangswiderstand pfriemeln.Materialaufwand wenige Euro.

Ein anderer Marantz Receiver, ein generalüberholter 2235 B, aber diesmal mit einem Transformator namens UHC (Universal Headphones Converter ???) von Antiques Sound Lab zur Impedanzanpassung an den Lautsprecherausgängen.
Keine Ahnung welche Ausgangsimpedanz das Teil dann am Ende hat.Nach Gehör jedenfalls deutlich zweistellig.Klingt ziemlich gut.Die Kombi ist eine meiner bevorzugten Arten, den Sennheiser HD800 zu hören.

Ein alter guter Iriver H120 DAP wurde gewogen und für zu leicht befunden.Klemm ich aber einen portablen Kopfhörerverstärker dazwischen, nämlich meinen genauso alten Porta Corda, sieht die Sache schon anders aus.
Da hab ich in Hotelzimmern schon deutlich schlechter gehört.

Im Kleiderschrank gibt es noch einen NAD 320 BEE .Sollte mal als Küchenamp für meine Gefährtin dienen.Hast sich dann herausgestellt, daß sie lieber über mein gutes Equipment im Wohnzimmer hört.Also ist das Teil zu einer Art Backup Amp geworden.Angesichts dessen, dass ich noch vier weitere Lautsprecheramps in meinem Haushalt habe, von denen einer auch noch ein Marantz Quattro Receiver 4400 mit zwei unabhängig nutzbaren Zweigen ist, stellt sich mir gerade die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Backup-Amps im Kleiderschrank.
Das Dingens bekommt von einer Gazette namens "Audio" eine Bewertung als >>„gut“ (Oberklasse; 75 Punkte)<<..
Soso, sowas gilt also als gut.Der Amp klingt echt bescheiden wie manche von diesen preisgünstigen A/V-Receivern.
Oberklasse, harhar.
Dabei ist es gar nicht so einfach, einen Amp so bescheiden klingen zu lassen, wenn so eine einfache Last wie ein Kopfhörer dranhängt.
Den sollte ich an einen dieser "alles klingt gleich"-Typen hier im Forum verkloppen.Trifft ja dann den richtigen.
Ich schweife ab.
Dieser NAD jedenfalls hat einen an der Endstufe hängenden Kopfhörerausgang.
Da bleibt der T1 dann doch mehr als deutlich unter seinen Möglichkeiten, und das gilt auch dann noch, wenn ich statt der serienmäßigen Buchse den ASL UHC an die Lautsprecherausgänge hänge.


Kommen wir zu erfreulicherem für kleines Geld.
Ich habe hier einen SBC-HD 1502 von Philips, in erster Linie wegen seiner eingebauten Dolby Headphones DSP-Funktionalität.Ich habe 2 davon, einen serienmäßigen und einen modifizierten.
Der Amp bringt noch eine Vielzahl von weiteren Funktionen mit.Der ist auch noch DAC, digitale Funkbbasisstation für Funkkopfhörer der Baureihen Philips SBC HD 150X, stationärer Kopfhörerverstärker mit zweistufig einstellbarem Verstärkungsfaktor und zwei Buchsen für kabelgebundene Kopfhörer , analoger Eingang mit ADC um auch Stereoton raumklangmäßig aufhübschen zu können (was ich persönlich nicht so gelungen finde, aber mancher kann nun mal die starke Kanalseparation beim hören über Kopfhörer nicht ab, und da mag das digitale Crossfeed und der beigemischte Hall den Höreindruck lautsprecherähnlicher zu gestalten) .......
Den Multifunktionsamp (in seinen verschiedenen Varianten) gibt es schon länger nicht mehr neu, taucht aber öfter bei Ebay auf und geht für durschnittlich 100 weg, mit Geduld auch mal für 70 zu bekommen, also auf jeden Fall sehr günstig.
Der Amp klingt schon serienmäßig gar nicht so schlecht.Der Peter Rill hat sich den mal vorgenommen und den noch mal mit angemessen bescheidenem Aufwand ordentlich aufgepimpt, siehe hier, was die Verstärkerfunktionalität tatsächlich hörbar verbessert.
Man könnte auch leicht für den Gebrauch mit dem T1 eine der zwei Buchsen mit einer höheren Ausgangsimpedanz versehen.
Ich hab letzteres zwar in genau der Konstellation nicht selbst gehört, aber mein Bauchgefühl sagt mir, daß das ein Preis/Leistungsknaller mit Zusatznutzen Dolby Headphone sein könnte, und wer nicht dazu in der Lage ist, die Modifikation selbst durchzuführen, könnte ja den Peter (der ist hier Mitglied) fragen, ob er Zeit hat, das gegen einen Obulus zu erledigen.

Mein KRK Ergo DAC hat einen eingebauten einfachen Opamp-Kopfhörerverstärker, der an einem einfachen eigenen zweiten DAC hängt ( da der Room Perfect DSP ja für den Kopfhörer widersinnig wäre).
Das ist sicher nur der Vollständigkeit halber für die Studiozielgruppe drangepappt und so billig wie möglich realisiert.
Das Ergebnis mit dem T1 ist dennoch nicht wirklich schlecht.Etwa auf dem Niveau des serienmäßigen Philips SBC-HD 1502.

Der Onkyo Preamp weist einen eingebauten Kopfhörerverstärker auf, und schlecht ist der nicht, was ich auf die ziemlich stabile Stromversorgung des Onkyo zurückführe.Daran klingt auch der T1 ganz brauchbar mit der Einschränkung, daß auch hier eine höhere Ausgangsimpedanz vermutlich von Vorteil wäre.

Der Audio Technica AT HA-2002 ist ein ausgezeichneter, allerdings auch recht teurer japanischer Amp mit sehr niedriger Ausgangsimpedanz , der wegen seiner Qualitäten seit vielen Jahren technisch praktisch unverändert gebaut wird.
Besonderheit ist, daß er einen Hauch von röhrenähnlichem Obertonspektrum beimischt (so klingt es jedenfalls), ohne daß man sich mit Röhren herumärgern muß und natürlich ohne daß man knietief durch zähen Klangsirup watet wie bei einem schlechten Röhrenamp.
Auch der T1 klingt an ihm ziemlich gut.Der AT teilt sich mit der Kombination aus Marantz 2235B und ASL UHC trotz aller Verschiedenartigkeit den zweiten Platz.

An meinem DIY-Röhrenamp habe ich den T1 gar nicht getestet, obwohl es mich gejuckt hat.Der DIY-Amp zeigt nämlich schon gelegentliche Ausfallerscheinungen in Form von Lautstärkeschwankungen auf dem linken Kanal und von irgendwelchen Schutzschaltungen kann bei dem Ding keine Rede sein.Meine eigenen Kopfhörer kann ich mir mittels aus dem Ruder laufender Röhren grillen wie es mir gefällt, aber mit einem geliehenen Kopfhörer mag ich das nicht riskieren.

Der Versuch mit dem SPL Phonitor hat ein weiteres Mal und final ergeben, daß ich den Klang des Amps einfach nicht mag.Ich muß das Teil loswerden.
Das Crossfeed ist Weltklasse, mit Abstand das beste auf dem Markt, aber der Amp an sich ist nichts für mich.
Auch an dem klingt der T1 noch irgendwie akzeptabel, aber bei dem Preis muß so ein Teil mehr bringen als ein 80-Euro-Teil vom Ebay-Grabbeltisch.
Natürlich sind die Unterschiede zwischen den Transistoramps (mal abgesehen von der Ausgangsimpedanz) recht subtil, aber der SPL ist dann eben subtil nichts für mich.
Ist demnächst auf dem Markt, soviel steht fest.


Als Fazit läßt sich ziehen, daß der T1 eigentlich nicht übermäßig anspruchsvoll ist, was den Verstärker betrifft.
Ich ziehe definitiv eine höhere Ausgangsimpedanz vor und empfehle jedem, das mal auszuprobieren.
Man muß jetzt nicht zwangsläufigerweise viel Geld in die Hand nehmen, um brauchbaren Klang zu bekommen.
Dennoch weisen meine geringfügigen Erfahrungen schon darauf hin, daß die Qualitäten des T1 es rechtfertigen könnten, nach besonderer Synergie zu suchen.
Meine Erfahrungen mit dem HD800 haben gezeigt, daß das einen erheblichen Unterschied machen kann.

Ich weiß sehr wohl, daß diese Aussagen sich im Gegensatz zum common sense des hifi-forum.de befinden.
Damit soll halt jeder anfangen, was er will.
Ich kann diesen Gegensatz gut aushalten, denn woanders bin ich mit denselben Erfahrungen und Einstellungen nicht der subjektivistische Spinner, sondern der nervige Skeptiker aus Deutschland.


Der Beyerdynamic T1 an sich und im Vergleich zu anderen Kopfhörern


Ich hatte das Beyerdynamic-Set am Wochenbeginn erhalten und während der Woche erst einmal eher unkritisch und entgegen meinen Gewohnheiten ausschließlich damit gehört, und zwar was ich sonst auch angehört hätte, nämlich Musik zu meinem Vergnügen ohne den Anspruch auf besondere Testgeeignetheit.
Gehört habe ich während der (Arbeits-) Woche etwa drei Stunden am Tag.Das ist nicht mehr als sonst, nur daß sich gewöhnlich diese Zeit auf verschiedenste Geräte verteilt.
Damit wollte ich mich in erster Linie erst einmal auf die Beyerdynamic-Geräte einstimmen, hatte aber dennoch schon einmal meine Eindrücke ohne direkten Vergleich zu anderem in Notizform niedergeschrieben.

Die Äußerlichkeiten (Design, Haptik, Komfort) lassen sich in wenigen Worten zusammenfassen.

Der T1 ähnelt bezüglich Gestalt den Beyerdynamic-Mittelklassemodellen so sehr, daß man sofort wüßte, daß es sich um einen Beyerdynamic handeln muß, auch wenn man noch nie einen T1 in natura oder per Abbildung gesehen hätte.
Die Anmutung ist aufgrund von Materialwahl und Verarbeitung schon hochwertiger, allerdings hinterläßt der T1 keineswegs den Eindruck eines überkandidelten Luxusproduktes.
Mir gefällt das klassische Design.Sieht aus wie ein Kopfhörer und nicht wie klein Fritzchen sich in den Achtzigern die Zukunft vorgestellt hatte (den Seitenhieb auf Sennheiser konnte ich mir nicht verkneifen .........)
Wirkt solide und recht robust, wie man es von Beyerdynamic erwartet, und wie um das zu bestätigen hat der Kopfhörer die mehr als zwanzig Vortester auch sehr gut überstanden, ohne schäbig zu werden.
Die Konkurrenz von Sennheiser in Form des empfindlichen HD800 oder die ganzen asiatischen Holzkonstruktionen sähen nach einer solchen Reise vermutlich übelst angegriffen aus.
Das bedeutet, daß der Kopfhörer bei vernünftigem Umgang damit auch nach drei oder fünf Jahren noch fast neuwertig aussehen wird.
Zwei Punkte plus von mir dafür.

Das Komfortempfinden ist bekanntermaßen hochgradig subjektiv und so bitte ich meinen Kommentar dazu auch zu verstehen.
Das (vergleichsweise mittlere) Gewicht geht noch in Ordnung.Das Kabel ist ein wenig schwerer als nötig, aber auch noch OK.
Das Kopfpolster nervt auch nach längerem tragen nicht.
Das Veloursmaterial der Ohrpolster mag ich nicht, denn das Hautgefühl ist bei mir assoziativ leicht mit dem Gefühl von Watte verknüpft, und ich leide an einem frühkindlichen Wattetrauma, was hoffentlich die manchmal irrationale Subjektivität beim Komfortempfinden noch deutlicher werden läßt.Ein Rezensent vom Stamme der Veganer wüßte hingegen die Qualitäten von athiopischem Zickleinleder vermutlich nicht zu schätzen wissen.
Der Anpreßdruck ist mir zu hoch, und zwar mehr als deutlich.Subjektiv recht unangenehm.Gut für Headbanger, aber schlecht, um zu vergessen, daß man überhaupt Kopfhörer trägt, wie es mir beispielsweise der Sennheiser HD800 ermöglicht.
Ich weiß nicht, ob man den Anpreßdruck durch herumbiegen am Kopfbügel (ähnlich wie bei der Sennheiser HD 6X0-Baureihe) sinnvoll anpassen kann, denn das konnte ich bei einem geliehenen Gerät natürlich nicht ausprobieren.
Insgesamt schneidet der serienmäßige Kopfhörer bei mir in der Kategorie Komfort also eher nicht so gut ab.
Das gibt von mir Abzüge..
Der Komfort ist mir (im Gegensatz zum Aussehen) schon sehr wichtig.

Noch wichtiger sind mir allerdings die klanglichen Eigenschaften.
Zunächst einmal gilt es zu sagen, daß der Kopfhörer mir klanglich vom ersten Moment an gut gefallen hat.
Abseits einer kritisch/analytischen Herangehensweise habe ich während des kreuz-und-quer-hörens die Arbeitswoche über eine Menge Spaß gehabt, das nie als Mühe empfunden und keinen Drang danach verspürt, mal schnell zu einem meiner anderen Geräte zu greifen.
Wenn man wie ich schon Dutzende hochwertige Kopfhörer durch hat ist schon das eine oder andere Mal nach großen Erwartungen beim ersten Kontakt oder spätestens nach einer Woche und dem abflauen des new toy syndrom ein Gefühl der Sinnlosigkeit mit grassierender Langeweile aufgekommen und in Folge der Wunsch, das Teil schnell wieder loszuwerden.Oder alternativ Abscheu, weil klanglich irgendetwas gar nicht passte.
Hier hingegen das schiere Gegenteil.Ich konnte es gar nicht abwarten, nach Hause zu kommen, um wieder was mit dem T1 anhören zu können.
Wenn ich also dazu aufgefordert wäre, meine Erfahrung mit dem T1 in einem Satz zusammenzufassen :

Der Beyerdynamic ist hochauflösend und macht Spaß.

Da man aber von mir hier wohl etwas mehr erwartet zerlege ich das Ganze dann eben in seine Teile.
Erst einmal das Allgemeine aus den Notizen der ersten Tage und aus dem nachfolgenden frühsamstaglichen mehr unsystematischen Vergleich mit meinen anderen Kopfhörern.

Die Bühnendarstellung :

Die Bühnendarstellung ist bei allen Audiowiedergabeketten ein sehr wichtiges Kriterium und gleichzeitig eine der grundsätzlichen Schwächen des klassischen Kopfhöreraudio.
Die Bühne ist mehr oder weniger zu den Seiten näherkommend bogenförmig verzerrt, und die unnatürliche Separation der beiden Stereokanäle trägt je nach Musikmaterial noch zusätzlich zur verrissenen Bühnendarstellung bei.Im Eglischen hat sich deshalb der eigenständige Begriff headstage im Unterschied zur soundstage bei Lautsprechern durchgesetzt.
Letzteres kann schon seit Jahrzehnten durch Crossfeed gemildert werden, und auch die Kopfhörer selbst sind in Bezug auf eine bessere Bühnendarstellung weiterentwickelt worden, z.B. durch Anwinkelung der Chassis in Bezug auf das Außenohr.
Vorläufiger Höhepunkt der Entwicklung und für mich Maßstab ist hier der Sennheiser HD800, welcher schon serienmäßig aus x-beliebigem Amp auf dem Gebiet der Bühnendastellung erstaunliches zu leisten vermag, allerdings um den Preis der gelegentlichen Überbreite der Bühne und etwas verminderter Präzision der Phantomschallquellenortung.Leicht in Bezug auf tonale Balance gemoddet und am geeigneten Röhrenamp (welcher durch welchen psychoakustischen Trick auch immer die Darstellung ins verblüffend holophonische steigert) habe ich jegliche Motivation verloren, Unsummen in einen dedizierten Hörraum für Lautsprecheraudio in einem freistehenden Haus auf dem Land zu stecken.
Nun gut:
Die Spitzenposition des HD800 ist unangefochten.Die Bühnendarstellung des T1 gewinnt geringfügig beim Betrieb am A1, ist aber dennoch sehr kopfhörermäßig mit besonders in Breite, aber auch in geringerem Maße in Tiefe komprimierter Bühne und stärkerer im-Kopf-Lokalisation..Es kommt auch mit geschlossenen Augen für mein in langen Jahren an das Kopfhöreraudio angepasstes Hirn nie die Illusion auf, nicht mit Kopfhörern zu hören.Besser als meinetwegen ein Beyerdynamic DT880 (welchen ich in Manufaktur-Variante mal für einige Monate hierhatte) ist das zumindestens aus der Erinnerung nur insofern, als der T1 eine höhere Auflösung aufweist, welche auch der Ortungspräzision hilft.Diesen Effekt hatte ich seinerzeit anhand des Stax SR-007 gelernt, der nicht einmal deutlich angewinkelte Chassis aufweist, aber durch seine unerreichte Auflösung auf ganz andere Weise eine attraktiv holophonische, allerdings kleine Kopfbühne zu zaubern imstande ist.
Schlecht ist die headstage des T1 bei weitem nicht, und im Vergleich zu vielen auch hochwertigen Kopfhörern schneidet der T1 sogar recht gut ab, aber in der ersten headstage-Liga spielt er nicht.

Die Tonalität :

Ich habe mir vorab keine Frequenzschriebe auf den üblichen web sites angesehen.
Was ich gehört zu haben meine (teilweise per Tongenerator, Sinus und Noise, verifiziert) ist jetzt nicht so durchgängig linear, aber das sind Kopfhörer ja praktisch alle nicht.
Weit im Keller soll heißen Tiefstbass ist nicht viel los, was für die meiste Musik allerdings auch kaum von Bedeutung ist.Dafür gibt es anderthalb Etagen drüber eine ordentliche Schippe drauf, nämlich im oberen Bassbereich.
Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Sennheiser HD800 fällt auf , daß letzterer da viel gleichmäßiger zu Werke geht, d.h. mehr Tiefstbass und weniger oberer Bassbereich.
Das an sich ist erst einmal Geschmackssache, was man besser findet.Bei der Kopfhörerabstimmung wird aus psychoakustischen Gründen ja bekanntlich gerne zum Buckel im oberen Bassbereich gegriffen, um dem Mangelgefühl durch das Fehlen des über den Körper spürbaren Basses entgegenzuwirken.
Beim Beyerdynamic T1 ergibt sich allerdings ein Problem und in meinen Ohren die einzige wirklich üble Schwäche, die möglicherweise mit dem stärker angehobenen oberen Bassbereich zusammenhängt.
Ich bin gespannt, ob das sonst noch jemandem hier aufgefallen ist, aber das werde ich erst später wissen, nachdem ich die anderen Rezensionen dann gelesen haben werde.
Solange im Bassbereich nicht zuviel los ist bzw. nicht sehr laut gespielt wird sind einzelne Instrumente/Stimmen klar heraushörbar und lokalisierbar, aber wehe es ist in allen Frequenzbereichen (insbesondere im Bass) viel los und es wird sehr laut gespielt -- dann wird das Klanggeschehen breiig und die Bühne wird beinahe zweidimensional.Nicht schön.Meine Vergleichskopfhörer von Stax und Sennheiser können das alle besser.
Die gesamten Mitten (für mich die wichtigsten Frequenzbereiche) kommen an sich relativ linear, aber durch einen folgenden vermutlich eher schmalbandigen Peak in den Höhen sind sie praktisch von Überhöhungen eingerahmt und können je nach Musikmaterial dadurch etwas zurückgenommen wirken.Als klassische Badewannenabstimmung würde ich das jetzt nicht bezeichnen, denn die Höhen sind nicht in Gänze überbetont.Der Peak in den Höhen äußert sich in akzentuierten Zischlauten, aber das muss nicht einmal ein Charakteristikum des Kopfhörers sein, sondern könnte auch aus der Interaktion mit meiner Anatomie stammen.In jedem Fall ist es nicht so stark, daß es mich wirklich nervte, ausser bei wirklich schlechten Aufnahmen, die sowieso schon grenzwertig zischeln.Überhaupt gehört der T1 am A1 nicht zu den Geräten, die alles außer die allerbesten "audiophilen" Aufnahmen ungenießbar werden lassen.Meine persönlichen Standardtest-CDs für Verhalten gegenüber zwar nicht wirklich schlechten, aber "schwierigen" Aufnahmen was die Höhen betrifft (Cecilia Bartoli "The Salieri Album", Youngblood Brass Band "CenterLevelRoar", Michael Nyman "The Draughtman's Contract") hat der T1 alle mit Bravour gemeistert.Frauenstimmen, Blechbläser und Geigen können echt übelst dargestellt werden, wenn mit den Höhen ganz gewaltig was nicht stimmt, und die erwähnten CDs sind von Art und Produktion her dazu geeignet, auch mal bis zur Unanhörbarkeit abzuschmieren.Davon kann hier keine Rede sein.



Den letzten Tag mit dem Kopfhörer, einen Sonntag, habe ich mit einem systematischen Vergleichstest des T1 mit den verschiedenen mir zum Testzeitpunkt zur Verfügung stehenden hochwertigen Kopfhörern verbracht, wofür ich aus Gewohnheit die ursprüngliche, auch heute noch erhältliche "Ultimate Demonstration Disc" von Chesky Records genutzt habe.Zwar entspricht ein Großteil der Musik nicht wirklich meinen Präferenzen, aber zum testen ist die Scheibe gut geeignet. Ich habe sie seit vielen Jahren häufiger zu diesem Zweck eingesetzt und kenne sie vor allem recht gut.
Ich werde der Einfachheit halber für jedes über die CD getestete Kriterium die Rangfolge der Kopfhörer angeben und gegebenenfalls, ob sie mehr oder weniger weit auseinander sind.
Die Kontrahenten waren :
Beyerdynamic T1, hauptsächlich am A1, im folgenden kurz T1 genannt
Sennheiser HD800 unmodifiziert, auch hauptsächlich am A1, im folgenden einfach HD800 genannt
Sennheiser HD800 gemoddet an einem DIY-Röhrenamp mit 4 Röhren Telefunken E88CC frühe 60ger Jahre und Ausgangsübertrager, im folgenden HD800MOD genannt
Stax SR-4070 am Marantz 2235B/SRD 7 Professional, im folgenden 4070 genannt
Stax Lambda Professional am Amp SRM-313, im folgenden Lambda genannt

Stück 1, "Spanish Harlem", sollte eigentlich aufgrund der Unzahl von Coverversionen recht bekannt sein.
Musikalisch mag ich eher die Version von Aretha Franklin, aber die hier von Rebecca Pidgeon eignet sich halt besser für das Kriterium "hohe Auflösung".
Allgemein läßt sich sagen, daß bei der Frage nach der Auflösung auf alle hier getesteten Kopfhörer zutrifft, was die Rolls-Royce Abteilung für Understatement früher üblicherweise auf die Frage nach der Leistung der Motoren ihrer Kraftfahrzeuge antwortete :

Sufficient

Die Auflösung aller dieser Kopfhörer ist von Lautsprechern nur unter schwerst realisierbaren idealen Bedingungen erreichbar.
Dennoch lässt sich eine Reihenfolge festlegen..DAC war hier in allen Fällen der Onkyo, da er minimal mehr Auflösung bringt
1) 4070
2) Lambda
3) HD800 und HD800MOD
4) T1
Für den Musikgenuß ist mir Auflösung schon wichtig, insbesondere bei Kopfhörern, weil das eben gerade die besondere Stärke von Kopfhörern ist, welche Nachteile zu kompensieren vermag.Oberhalb einer recht hohen Schwelle schwindet für mich die Bedeutung noch höherer Auflösung zunehmend.Diese Schwelle wird auch vom T1 locker überschritten.Die europäischen Kopfhörer der 200-300€ Klasse sind auch nicht schlecht, aber was die Auflösung betrifft für mich (teilweise recht knapp im Falle des DT880) nicht gut genug..

Stück 2 ("If I could sing your blues" von Sarah K.) zielt besonders auf die "akustische Tiefe" ab, d.h. inwieweit das Wiedergabesystem dazu in der Lage ist, die Entfernung der einzelnen Musiker realistisch abzubilden.´DAC war wiederum der Onkyo wegen seiner etwas besseren Räumlichkeit.
Gute Lautsprechersysteme sind allen hier versammelten Kopfhörern darin überlegen.HD800MOD ist schon ziemlich gut und besser als mittelmäßige Lautsprechersysteme, aber das Verhältnis von Breite zu Tiefe ist einfach nicht wirklich stimmig.
Ich wünschte, man könnte das exzellente Crossfeed von SPL mit den klanglichen/räumlichen Qualitäten des Röhrenamps verbinden.Probiert habe ich es gar nicht.Vieleicht eignet sich der SPL als Quasipreamp für den Röhrenamp, ohne zuviel zu ruinieren.Ich bezweifle es allerdings.
1)HD800MOD
2) 4070
3)Lambda
4) HD800
4) T1

Stück 3, "Maiden Voyage" von einer gewissen Leny Andrade, soll die Fähigkeit zur "Atmosphäre" testen.Ehrlich, was der Laufenberg zur Erklärung des Begriffes auf der CD an schwammiger Audiopoesie absondert könnte genausogut vom berüchtigten Otwin stammen.Ich komme nicht dahinter, was da wirklich gemeint sein soll.
Irgendwie soll da getestet werden, wieweit das Stück stimmig und aus einem Guß klingt und zur Entspannung beiträgt.Oder so.
Das Stück hat schon was arg jazzig-brasilianisch-schlaftablettenartiges (meine Gefährtin nennt sowas "Fahrstuhlmusik"), sodaß der Entspannung aber auch wirklich nichts entgegensteht.
Vielleicht kann man damit Kinder einlullen oder Geistesgestörte beruhigen.Ich kann da beim besten Willen keine Rangfolge festlegen.Klingt immer wie eingeschlafene Füße.Am wenigsten vielleicht mit dem 4070.

Stück 4 "Grandma's Hands" von Livingston Taylor, vielleicht beschreibbar als Soul mit leicht gospelartiger Anmutung, zielt auf die "Reinheit der mittleren Frequenzen" aka midrange purity ab.
Na denn.
1) T1
2) HD800 und HD800MOD
3) Lambda
4) 4070
Die Kophhörer sind hier eigentlich alle ziemlich gut und nicht weit auseinander.


Stück 5 zielt auf "naturgetreue Wiedergabe" ab."Correnteza" von Ana Caram, so eine Art anspruchsvollere brasilianische singer/songwriter Popmusik aufgenommen in einer Kirche.Gefällt mir ganz gut.
1) HD800MOD
2) T1
3)HD800
4)Lambda
5)4070

Stück 6, "Played Twice" vom Fred Hersch Trio ist irgedsoein langweiliges Jazzstück, daß sich besonders zur Testung der Transparenz eignen soll, d.h. der Erzeugung der Illusion, nicht von Konserve zu hören.
Das können gute Lautsprecher besser.
Wider Erwarten liegt hier der 4070 vorne.Merkwürdig.Steht aber so in meinen Notizen.
1) 4070
2)HD800MOD
3)HD800
4) Lambda
5) T1

Stück 7, "Ask Me Now" von McCoy Tyner & Joe Henderson, zielt auf "Präsenz", d.h. die Illusion, daß da tatsächlich Musiker zwischen den Lautsprechern stehen und spielen, in diesem Fall ein Saxophonist.
Und da haben wir auch gleich das Problem.Zwischen den Lautsprechern.
Das ist Lautsprecherland, zumindestens wenn die ganz gut sind in ordentlichem Raum.
Kopfhörer dürfen sich da hinten anstellen.
Der etwas bessere DAC war hier der Onkyo.
Wiederum schlägt sich der HD800MOD ganz gut und gefällt mir besser als so manche Lautsprecher in schlechten Räumen, zum Beispiel in meinem Schlafzimmer.
Die anderen fallen deutlich ab.
Der T1 eher ganz hinten.

Stück 8, "Sweet Georgia Brown" möchte "Physische Wirkung" aka visceral impact besonders hervorheben.
Äh, streichen wir mal schnell das visceral.Das können nur Lautsprecher.Also hier impact ganz kleingeschrieben ohne visceral.
1) 4070
2) T1
3) Lambda
4) HD800 und HD800MOD
Herr, gib mir schrankgroße Hornlautsprecher mit Irrsinnswirkungsgrad und ein freistendes Haus mit großem Hörraum auf dem Land.
Dann können wir noch mal von visceral impact reden.
Kopfhörer.Pfffhhhhh ........

Stück 9, "I love Paris" von Johhny Frigo, zielt auf das ein wenig nebulöse, aber oft bemühte Begriffspaar Rythm & Pace ab.Zum Glück kommt das Pärchen ohne den Adabei Timing daher, denn ich bin ein Mann und habe schon Schwierigkeiten, zwei Phänomene gleichzeitig zu verfolgen.
Gemeint ist hier wohl der Mitwippfaktor.Inwieweit regt das Wiedergabesystem den Körper zu rhytmischen Zuckungen an?
Die Musik jedenfalls swingt und ist dem Klang der Aufnahme nach zu urteilen definitiv nach dem Weltkrieg aufgenommen worden.
Trotzdem, gar nicht mal so schlecht.
Das ist mal wieder eine Stärke von Kopfhörern.PRaT können sie für mich besser als die meisten Lautsprecher.
Ist bloß blöd, daß man am Kabel hängt, wenn es einen vom Sessel reißt.
Alle sind hier ziemlich gut, am besten der Beyer.
1) T1
2) HD800MOD
3) HD800
4) Lambda
4) 4070

Stück 10, ein Flötenkonzert von Vivaldi testet "Fokus", meint die Abgrenzung/Ortung einzelner Instrumente.
Wiederum der Onkyo als DAC mit leichten Vorteilen, und den 4070 habe ich hier mal ausnahmsweise an den SRM-313 gehängt, weil das hörbare Vorteile auf diesem Gebiet hatte, vermutlich wegen der besseren Kanaltrennung gegenüber dem Marantz.
Der Beyer hat hier aber sowas von Glück gehabt, daß der Fokus anhand von bassarmer Kammermusik getestet wurde.Da hätte bei (un-)passender Musik und ordentlich Lautstärke der Fokus auch im Klangbrei völlig verschwimmen können .........
1)4070
2) Lambda und HD800MOD
3) HD800
4)T1

Stück 11 testet die holografischen Qualitäten anhand eines Chores in einer Kirche.
Merkwürdig, weder Kopfhörer noch Lautsprecher zeigen bei mir bei Bestrahlung mit Licht dreidimensionale Darstellungen von Körpern.
Ich nenne es also holophonisch.Falls ich das Wort heute erfunden haben sollte verlange ich Lizenzgebühren von jedem, der sich an meinem geistigen Eigentum vergreifen sollte.
Quasi Audio in 3D also.
Halt, eigentlich in 4D.Hier aus nur zwei Stereokanälen jedenfalls.
Das ist mal wieder eher Lautsprecherland.
Wenn es den HD800MOD nicht gäbe.Der kann das auch einigermaßen und wird hiermit zum Minilautsprecher ehrenhalber ernannt.
Aus der Erinnerung kann der Stax SR-007 das auch, nur eben mit ganz anderen Mitteln.
1) HD800 MOD
2) HD800
3) 4070
4) Lambda
5) T1

Stück 12 haut uns anhand von Stravinskys "The Royal March" die Transienten nur so um die Ohren.
Eine Stärke von Kopfhörern.
Die Elektrostaten sind hier deutlich vorn, aber die dynamischen Kopfhörer sind auch ziemlich gut.
Der Röhrenamp bringt hier leichte Nachteile mit sich, jedenfalls gefühlt.
1)4070
2) Lambda
3) HD800
4) HD800 MOD
5) T1

Stück 13 ist ein extra konzipierter Basstest namens Bass Resonanz, und noch einmal sind Kopfhörer im Vorteil, denn sie müssen nicht mit dem Raum kämpfen.
Bis auf den T1 ist eine Rangfolge kaum sinnvoll, da sie zu nahe aneinander sind.
Der T1 ist letzter, aber immer noch vor allen meinen Lautsprechern.Da kann der Lyngdorf Room Perfect Algorithmus sich noch so abrackern.

Der letzte Testtrack ist ebenfalls keine Musik, sondern ein Schlagzeugsolo als Dynamiktest.
Alle Kopfhörer sind hier sehr gut und recht nahe aneinader.
1) 4070
2) Lambda
3) HD800 beide Varianten
4) T1


Ein Fazit :

Die analytische Herangehensweise an den T1 mit mehr oder weniger isolierter Betrachtung vieler Einzelaspekte läßt den Beyerdynamic T1 im Vergleich auffällig oft auf einem hinteren Platz landen, und er kann kaum eine der Teildisziplinen gewinnen.
Das ist allerdings irreführend, denn manchmal ist sprichwörtlich das Ganze eben mehr als die Summe seiner Teile, und das ist hier tatsächlich einmal der Fall.
Den gemoddeten und mit synergetischem Amp ausgestatteten HD800MOD laß ich mal außen vor, denn potentielle Synergie- und Modifikationsmöglichkeiten muß ich ja auch dem T1 zugestehen.
Die Gretchenfrage an jeden Rezensenten lautet ja wohl :
Würde Du dir einen Beyerdynamic T1 kaufen?
Vor die Wahl gestellt, nur einen einzigen der von mir verglichenen Kopfhörer in serienmäßigem Zustand besitzen zu dürfen/können, würde ich vermutlich den Beyerdynamic T1 wählen, denn es macht einfach ungeheuren Spaß, mit ihm zu hören.Er ist vor allem ein recht guter Allrounder und kommt auch mit nicht so guten Aufnahmen ganz gut zurecht.Besser jedenfalls als der serienmäßige HD800, und noch sicherer besser als der Stax SR-4070.Der einzige wirkliche technische Mangel (sei es intermodulation distortion oder wasweissich) betrifft mich kaum, denn so laut höre ich normalerweise gar nicht, daß es sich gravierend auswirkte (und ich bin nun wirklich kein ausgesprochener Leisehörer bei einem Durchschnitt von 80-85 dB).
Manch anderer Kopfhörer mag in Einzelaspekten technisch besser sein, aber das zählt nur für Einträge in ein book of records.
Was wirklich zählt sind nicht Meßwerte, sondern das Vergnügen am hören, und das bietet der T1 mir mehr als die meisten anderen Kopfhörer.

The End
ultrasound
Inventar
#23 erstellt: 23. Okt 2011, 23:11
Beyerdynamic T1/A1-Review

oder

Wie birnig ist der Apfel bzw. braucht man Kirschen, wenn man Erdbeeren hat?





Reviewaufbau

Hier kurz die grobe Struktur des Reviews um ein überfliegen des Reviews bzw. das Wiederfinden gesuchter Passagen zu vereinfachen.

- Vorwort
- „über mich“ und Erklärung des Titels
- T1
- technische Daten
- Optik/Haptik
- Komfort/Sitz
- Klang
- Tonalität/Abstimmung
- Auflösungsvermögen/Detailwiedergabe
- Ortung/Räumlichkeit
- Sonstiges zum Klang
- A1
- Schlusswort

Vorwort

Als erstes ein Dankeschön an die Firma Beyerdynamic für die Möglichkeit die Kombination aus T1 und A1 in aller Ruhe in den eigenen vier Wänden mit eigener Musik testen zu dürfen. Der T1 ist mir zwar schon auf der Pro Light & Sound 2011 über den Weg gelaufen, dennoch fällt eine Beurteilung des Hörers deutlich leichter, wenn nicht schon die nächsten neugierigen Kopfhörerinteressierten ungeduldig hinter einem stehen.

„Über mich“ und Erklärung des Titels


Ich halte es für sinnvoll ein paar Worte über mich zu verfassen. Es könnte für einige Leser behilflich sein dieses Review besser einzuordnen, wenn man ein wenig darüber Bescheid weiß was ich über Hifi weiß.

Ich bin im Moment 28 Jahre alt und habe das Hobby sozusagen von meinem Vater vererbt bekommen. Das hatte für mich zur Folge das ich praktisch schon immer Musik über sogenannte High-End Systeme hören konnte. Hierbei handelte es sich fast ausschließlich um Wiedergabeketten die klassische Lautsprecher beinhalteten. Bei der Auswahl der Komponenten war ich praktisch immer anwesend und viele Fahrten zu verschiedensten Hörstudios haben dafür gesorgt, dass ich nahezu von jeden namenhaften Hersteller und auch einigen kleinen Exoten schon etwas vor den Ohren hatte. Auch die hier im Forum recht beliebten aktiven Studiomonitore blieben dabei nicht außen vor.

Einmal Musik auf diese Art genossen gibt es kein zurück mehr. Finanzierbar ist eine sehr hochwertiges System mit Lautsprechern natürlich eher schwer, deshalb richtete sich mein Augenmerk nach dem Auszug aus dem Elternhaus schnell auf Kopfhörer, da ich bei der Qualität nicht gewillt war große Abstriche zu machen. Mobil sollte das ganze auch sein, da ich viel mit Bus und Bahn unterwegs war. So kam ich schließlich in der Welt der Full-Custom In-Ears an. Zu dieser Zeit war ich schon ziemlich aktiv hier im Forum, was wiederum zur Folge hatte das ich eine schier unglaubliche Anzahl an In-Ears in den Ohren hatte.

Jetzt zum Titel des Reviews. Ich glaube ich habe klar gemacht das ich wirklich über sehr viel Hörerfahrung verfüge, allerdings fast ausschließlich mit Lautsprechern und In-Ears, wenn man Mal von dem alten AKG K340 absieht,dem Stax Omega O2 den ich kurz bei einem Meet gehört habe und ein paar Hörer die meinen Weg gekreuzt haben, für die ich allerdings nie wirklich genug Zeit für eine ausgiebige Beurteilung hatte.

Bin ich deshalb unqualifiziert ein Review über einen Fullsize KH zu schreiben?

Ich denke nicht.

Ich kann hier zwar nicht mit Vergleichen zu anderen Top Fullsize Hörern aufwarten und will auch gar nicht mit den Reviewern konkurrieren die dies tun. Stattdessen schildere ich hier einfach Mal meine Erfahrungen mit dem T1 inklusive der für mich erlebten bzw. bekannten systemimmanenten Unterschieden.

Für viele mag das eben der berühmte Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen sein. Anderseits fällt es mir nicht schwer z.B. an jemanden zu denken der mit seinen Lautsprechern in den eigenen vier Wänden voll zu Frieden ist, geschäftlich viel auf Reisen, eventuell ebenfalls mit In-Ears ausgestattet und sich jetzt fragt ob ein ausgewachsener Kopfhörer für längere Hotelaufenthalte nicht vielleicht doch noch ins Handgepäck passt bzw. „sinnvoll“ ist.

Der T1

Die technischen Daten bzw. die Herstellerangaben

Wandlerprinzip: Dynamisch
Arbeitsprinzip: Halboffen
Übertragungsbereich: 5 - 50.000 Hz
Impedanz: 600 Ω (Anmerkung: die eigentliche Impendanz ist frequenzabhängig)
Kennschalldruckpegel: 102 dB (1 mW / 500 Hz)
Klirrfaktor: < 0,05% (1 mW / 500 Hz)
Belastbarkeit: 300 mW
Max. Schalldruckpegel: 126 dB (300 mW / 500 Hz)
Art der Ankopplung an das Ohr: ohrumschließend
Andrückkraft: ca. 2,8 N
Kabel:3 m / beidseitig zugeführt /symmetrisch (6-polig)
Anschluss: Vergoldeter Stereoklinkenstecker 6,35 mm

Optik/Haptik

Den T1 also aus seinem wohl konstruierten Transportgefängnis befreit und erstmal etwas näher angeschaut. Getreu dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“:

BDT1



Der Hörer wirkt gut verarbeitet und für mich sind keine Mängel zu erkennen. Ich sehe keine Teile bei denen das Gefühl aufkommt das sie eine längere Nutzung nicht überstehen oder besonders empfindlich sind. Die verwendeten Materialien wirken hochwertig wie es für einen Hörer in der Preisklasse auch gehört, wer möchte hier schon Ohrmuscheln oder Kopfband aus Plastik vorfinden.

Noch bevor ich den Hörer weiter mustern konnte fällt mir direkt ein Punkt auf bei dem sich Fullsize Hörer auch wieder auf ihre Art von In-Ears und Lautsprechern unterschieden. Es sammelt sich Staub in und an den Hörmuscheln bzw. kleine Härchen meiner Vortester sind darin zu finden (soll kein Vorwurf sein).

Stellt sich also die Frage wie reinigt man eigentlich einen solchen Hörer ohne die Treiber zu beschädigen. Auch die Velourspolster werden früher oder später einer Reinigung bedürfen. Definitiv also ein Thema mit dem man sich als Besitzer eines Fullsize Hörers früher oder später auseinandersetzten muss. Leider habe ich dazu nichts im beiliegenden Infomaterial von Beyerdynamic finden können, bin mir aber sicher ein wenig Suche im Hifi-forum hätte diese Frage sicherlich klären können.

Das Kopfband ist verstellbar und lässt sich auf jeder Seite ca. 5 cm ausziehen, dass sollte eigentlich genug Spielraum für die gängigen Schädelgrößen sein.

Die Ohrmuscheln lassen sich horizontal sehr frei bewegen und haben auch vertikal etwas Spielraum, dies erhöht den Tragekomfort. Erreicht wird das durch die nicht starre Aufhängung am Kopfband.

An den Hörmuscheln hängt ein ca. 3m langes Kabel von Sommercable mit einem vergoldeten Neutrikstecker am Ende. Die symmetrische Kabeltrennung befindet sich in etwa 45cm Abstand von den Hörmuscheln. Die gesamte Konstruktion wirkt sehr langlebig und übersteht sicherlich viele Einsteckvorgänge ohne Probleme zu bereiten.

Dennoch lässt mich das Gefühl nicht los, dass bei der Kabelwahl ein wenig darauf geachtet wurde Kabelvoodoogläubige nicht zu verschrecken. So dick und schwer muss es wirklich nicht sein. Ein kurzer Blick auf die oben genannten technischen Daten verrät, dass es bei einem Kennschalldruck von 102db/mW nicht grade Starkstrom bedarf um den Hörer zu betreiben.

In meinem Fall stellt sich das Kabel auch noch als viel zu lang für meine Anwendung heraus. Ich nutzte meinen PC als Quelle und sitze direkt neben dem A1 so kommt fast schon der Wunsch nach einer Kabeltrommel auf. Wo hin mit dem ganzen Kabel? Soll ja schließlich nicht unter die Räder meines Bürostuhl gelangen.

Ein wechselbares Kabel wäre meiner Meinung nach eine schöne Lösung mit der die meisten zufrieden sein dürften.

Komfort/Sitz

Kopfhörer sind nicht zum anschauen da, also rauf mit dem T1 auf die Ohren. Eingestellt auf meinen Dickschädel war der Hörer innerhalb kürzester Zeit und saß bequem, wie sich herausstellte sollte sich das auch bei längeren Hörsessions nicht ändern.

Im Gegensatz zum oben erwähnten AKG K340 (ein geschlossener Hörer) konnte ich mit dem Beyerdynamic T1 im Hochsommer über Stunden Musik genießen ohne das meine Ohren zu glühen anfingen. Auch für kurze Unterhaltungen mit meiner besseren Hälfte musste ich den Hörer nicht absetzten, allerdings konnte ich auch unsere Nachbarn unten im Hof reden hören, während die Musik noch lief. Kurzum ich weiß jetzt genau was „offene Bauweise“ bedeutet. Der Hörer braucht unbedingt eine ruhige Umgebung im Gegensatz zu den doch sehr stark isolierenden In-Ears die ich sonst nutze.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass ein Fullsize Hörer wie der T1 nicht unbedingt richtig aufgesetzt ist, sobald man ihn auf dem Kopf und über den Ohren hat. Hier gilt es ein wenig zu probieren. Genauso wie In-Ears abdichten müssen, Lautsprecher im Sweetspot genossen werden sollten, muss der T1 auch richtig auf die Ohren gerichtet sein. Es sind schon deutliche Unterschiede in Tonalität und Räumlichkeit auszumachen je nachdem ob man den Hörer weiter vorne oder weiter hinten aufsetzt. Sonderlich schwer ist es allerdings nicht die richtige Position zu finden. Im Regelfall setzt man den Hörer wohl intuitiv relativ mittig auf und so hat es auch bei mir am besten gepasst.

Klang des T1

Tonalität/Abstimmung

Der T1 ist ziemlich hell abgestimmt oder anders formuliert hat eine deutliche Betonung im Hochtonbereich. Diese Betonung wirkt aber aufgrund der hohen Auflösung des Kopfhörers nicht so schrill und aggressiv wie es bei einigen schlechten Hörern der Fall ist. Gegenüber In-Ears stelle ich einen erweiterten Hochtonbereich fest. Da ich schon öfter gelesen habe wie die beiden oben genannten Punkte durcheinander geworfen werden nochmal kurz. Die Betonung entspricht einem quantitativen mehr. Mit erweitertem Hochtonbereich meine ich höher bezogen auf die höchste Frequenz die der T1 noch in angemessener Lautstärke im Verhältnis zum restlichen Spektrum wiederzugeben vermag. Auch wenn "ganz oben" wenig Musik spielt sind dort doch einige Obertöne zu finden die für das Gesamtbild entscheident sein können.

Die Mitten kann man als weitestgehend neutral bezeichnen. Nimmt man den Hochtonbereich als Bezugspunkt wirken sie etwas zurückgesetzt.

Der Bass ist etwas zurückhaltend. Ich würde sagen hier fehlt quantitativ „eine Schippe“ voll, dem ein oder anderen Hörer vielleicht auch etwas mehr und damit meine ich nicht Leute die hier als „Basshead“ bezeichnet werden. Tiefe ist ausreichend vorhanden, der T1 geht bis in den metaphorischen Basskeller runter und zeigt seine Fähigkeit sogar noch Tiefstbässe wiederzugeben.

Ich wollte es natürlich noch etwas genauer wissen und habe den T1 kurz mit Sinustönen gequält. Geräusche waren schon ab ca. 20Hz hörbar, allerdings handelte es sich hierbei mehr um ein „Flackern“ als um einen Bass. Gegen 25Hz konnte ich dann schon einen richtigen Basston hören der allerdings deutlich leiser war als bei 40Hz. Inwiefern mir bei diesem Test meine eigene Hörkurve eine Strich durch die Rechnung macht oder die frequenzabhängig empfundene Lautstärke (Wikipedia: Phon) vermag ich allerdings nicht einzuschätzen, deshalb lege ich jetzt Mal keinen subjektiven -3db Punkt fest.

Mit den genannten Über- bzw. Unterbetonungen kann der Hörer natürlich nicht mehr als neutraler Hörer durchgehen, der keinen Präsenzbereich haben sollte, dennoch sei kurz erwähnt, dass der T1 zumindest noch ein homogener Hörer ist der in sich stimmig klingt.

Auflösungsvermögen/Detailwiedergabe

Der Hörer löst über das gesamte Spektrum wirklich extrem gut auf und deckt damit nahezu jedes Detail im Bass-, Mitten- und Hochtonbereich auf. In diesem Punkt ist der T1 definitiv auf Referenzniveau. Bei schlechteren Aufnahmen muss das nicht unbedingt eine gute Eigenschaft sein, allerdings kann Beyerdynamic natürlich nur herzlich wenig für heutige im Zuge des Loudness War völlig zerstörte Aufnahmen.

Ortung/Räumlichkeit

Räumlichkeit wird von vielen eher subjektiv beurteilt wie groß die Bühne bei dem ein oder anderen Musikstück wirkt. Macht man sich allerdings klar, dass manchmal jedes einzelne Instrument in einem anderen Studio/Raum aufgenommen wurde und jede Form von Räumlichkeit künstlich erzeugt wurde, z.B. durch hinzufügen von Hall etc., kommt man schnell darauf das sich solche Aufnahmen eher schlecht eigenen diesen Punkt zu beurteilen.

Ich habe deshalb Kunstkopfaufnahmen zur Beurteilung verwand bei denen auch darauf hingewiesen wird wo genau im Raum und in welcher Entfernung was zu hören ist.

Hier stellte sich für mich die simple Frage „Schließt sich der Kreis“?

Ich habe im In-Ear Bereich die Erfahrung gesammelt, dass es aus welchen Gründen auch immer, nahezu unmöglich zu sein scheint, Schallereignisse vorne abzubilden. Fast alles wirkt so also würde es auf der Hörachse oder dahinter liegen.

Oft wurde in diesem Zusammenhang erwähnt, dass Bereiche außerhalb des Ohrkanals für das Hörempfinden mitverantwortlich sind (Ohrmuschel, Teile des Schädelknochens etc.) und somit ein In-Ear eine solche Abbildung gar nicht leisten kann.

Der T1 ist allerdings ohrumschließend und die Treiber sind angewinkelt, was laut Beyerdynamic auch zu einer besseren räumlichen Darstellung führen soll.

Die Antwort auf die obige Frage lautet traurigerweise für mich „Nein, der Kreis schließt sich nicht“ bzw. was auch immer da geschlossen ist, ist sicherlich kein Kreis mehr.

Alles was vorne abgebildet werden sollte wird sehr stark
zur Hörachse hin gestaucht. Der Hauptteil des abgedeckten räumlichen Bereichs bleibt nach wie vor hinten.

Bezogen auf die verschiedenen Systeme gilt bezogen auf die Räumlichkeit ganz klar:
Lautsprecher > Kopfhörer > In-Ears.

Wer also nur In-Ears besitzt, gerne klassische Musik mit Orchester hört, für den kann sich ein Umstieg auf ausgewachsenen Hörer durchaus lohnen. Das trotzdem recht deutliche Plus an Räumlichkeit gegenüber In-Ears verbessert den Gesamteindruck bei bestimmten Musikrichtungen doch erheblich.

Wie gut sich da der T1 gegen seine ausgewachsene Konkurrenz schlägt kann ich, wie in der Einleitung erwähnt, jedoch nicht beurteilen.

Sonstiges zum Klang

- Der T1 scheint bezogen auf die Leistungsaufnahme einen Sweetspot zu haben bei dem er sich am besten anhört. Meiner Meinung nach liegt dieser im Bereich mittlerer Lautstärken.
- Das Gehäuse spielt in einem bestimmten Frequenzbereich mit (Gehäuseresonanz). Man hat das Gefühl Töne in diesem Bereich mehrfach zu hören, einmal von den Treibern und nochmals vom Gehäuse.
- Lautstärke: Die technischen Daten des T1 suggerieren schon das dieser Hörer weit lauter kann als das jeder vernünftige Mensch je brauchen könnte. Dennoch gehört auch das der Vollständigkeit halber überprüft. Ich habe also kurz die Musik auf so ziemlich den höchsten Pegel eingestellt auf dem ich mir vorstellen könnte Musik zu hören und dann nochmal ein/zwei „Stufen“ lauter gedreht, einmal kurz reingehört und in keinem Frequenzbereich Verzerrungen wahrgenommen.

Der A1


BDA1

Groß und schwer darf man denke ich sagen, wenn man bedenkt das er in der Regel nur Bruchteile von Milliwatt an Ausgangsleistung liefern muss. Trotz der Größe und dem Verkaufspreis lässt er allerdings einen integrierten DAC vermissen, der das Paket bei Beyerdynamic zur Vollständigkeit abgerundet hatte. Der A1 ist in der Lage auch im Standbybetrieb ein Signal über die Cinchverbindungen durchzuschleifen. Komplett ausschalten lässt er sich leider nicht.
Der Kopfhörerverstärker von Beyerdynamic macht das was er soll „verstärken“. Er rauscht nicht, Gleichlauf ist für mich früh genug vorhanden und die meiner Meinung nach einzige wirklich Klang beeinflussende Größe bleibt die Ausgangsimpedanz.

Der angeschlossene Hörer bildet mit der Ausgangsimpedanz der Kopfhörerbuchse einen frequenzabhängigen Spannungsteiler (Wikipedia: Spannungsteiler), das hat zur Folge das sich der Impedanzverlauf des Kopfhörers mehr oder weniger in einer Frequenzgangverbiegung niederschlägt.

Wer fit in Englisch ist findet das ganze hier sehr gut erklärt: NwAvGuy Blog

Hat man ansatzweise 0 Ohm am KH-Ausgang sind wird der KH unabhängig von seinem Impedanzverlauf linear „befeuert“. Aus diesem Grunde sind hier im Forum auch viele auf der Suche nach eben solchen KHV und der Meinung nur an 0 Ohm klingt der Hörer „richtig“. Dabei wird jedoch häufig ein Denkfehler gemacht. Mache Hersteller entwickeln ihre Kopfhörer für eine bestimmte Ausgangsimpedanz am KH-Ausgang. Dies bedeutet, dass eventuelle durch den Impedanzverlauf bedingte Verbiegungen bereits in der Gesamtabstimmung des Hörers berücksichtigt worden sind, das heißt nur an KHV mit der vom Hersteller gewünschten Ausgangsimpedanz klingt der KH „richtig“.

Da Beyerdynamic den A1 unter anderem für den T1 konzipiert hat ist also klar, der T1 erwartet 100 Ohm am KH-Ausgang.

Ich habe also ein paar Mal umgesteckt zwischen A1 und meinem Leckerton UHA-6s mit annähernd 0 Ohm. Für mich waren die Unterschiede zu gering, als dass ich mich hier darüber äußern will, ohne nochmals die Möglichkeit zu haben die Ergebnisse im Blindtest mit direktem Umschalten nachzuvollziehen.

Wieso aber immer nur hören, wenn man auch rechnen kann? Ist der Impedanzverlauf bekannt kann man ganz leicht die Schwankungen bzw. Differenzen an den verschiedenen Ausgängen kalkulieren.

Netterweise hat mir Beyerdynamic den Impedanzverlauf zu Verfügung gestellt und ich kann sagen der Verlauf ist eher unkritisch und die maximale sich ergebende Differenz liegt bei weniger als einem Dezibel.

Den Impendanzverlauf selbst muss ich euch leider vorenthalten und respektiere damit den ausdrücklichen Wunsch von Beyerdynamic. Wer Vergleichsmöglichkeiten hat der lenke seine Aufmerksamkeit auf den Bassbereich. Unter Umständen veröffentlicht der Forumsteilnehmer Bad_Robot auf Nachfrage eine RMAA-Messung mit dem T1 an einem hochohmigen Ausgang. Auf diese Art ließe sich der Impendanzverlauf auch erkennen ohne das ich hier mein Versprechen gegenüber Beyerdynamic brechen muss.

Daher kann mein Fazit für den A1 nur lauten, er macht nichts falsch aber das machen andere weniger teure Geräte auch nicht und den größten hörbaren Unterschied machen zwei ohmsche Widerstände die den Kaufpreis sicherlich nicht rechtfertigen können.

Schlußwort

Kann ich eine Kaufempfehlung für den T1 aussprechen?

Nein

Warum?

Bei Kopfhörern in diesem Preisbereich führt meiner Meinung nach nichts am Probehören vorbei und das muss schon jeder Interessierte selbst machen. Viel zu viel hängt vom persönlichen Geschmack und den Hörgewohnheiten ab.

Ich kann nur sagen das sich ein Blick zu den großen Kopfhörern bei mir gelohnt hat und falls man sich dort umschaut sollte man den T1 nicht ungehört übergehen, wenn man so will könnte ich also eine Hörempfehlung für den T1 aussprechen.

Deshalb bleibt zu diesem Review eigentlich nur folgendes zu sagen:

Alles Gesagte soll hier nicht als absolute und einzige Wahrheit dastehen, die angesprochen Punkte sind viel mehr dazu gedacht vom interessierten Leser bei Gelegenheit selbst überprüft zu werden.

Spaß macht das allemal.
burki111
Inventar
#24 erstellt: 23. Okt 2011, 23:21
Der Anfang

Da liegt es nun hier im Büro das dicke Packerl und im raren Sonnenlicht dieses verregneten Sommers lockt doch eher der leuchtende Fels des Wettersteins, als die Hörprobe im heimischen Gefilde.
Sonntag wird aber angegriffen...

Tatsächlich wird am Sonntag im Hörraum vorsichtig ausgepackt und die Probanden, welche da ein Stax SRS-4040 II Set, ein Sennheiser HD-800 und ein Beyerdynamic DT-880 am Lake People G100 sowie natürlich der T1 am A1 wären, in Position gebracht.

KHs im Hörraum

Die Anprobe

Ja, was nutzt denn der gute Ton, wenn der Sitz nichts taugt. Trotz Brille und Breitschädel passen mir alle meine Hauptkopfhörer durchaus nicht schlecht, doch an den A1 muss sich mein Schädel erst gewöhnen und das Knarzen geht ja schon einmal gar nicht...

Die Zuspieler

Achja, im Paket haben wir ja noch einen recht unscheinbaren und mausgrauen Kopfhörerverstärker namens A1.

Erste Tests zeigen mal wieder, dass auch der A1 nicht wirklich die Klangcharaktere der einzelnen KHs verändert und im weiteren Vergleich habe dann eher darauf verzichtet, ständig zwischen den Vorverstärkern zu wechseln und dafür lieber auf einen sauberen Pegelabgleich geachtet.

In Anbetracht der begrenzten Zeit, werde ich im Folgenden auch fast ausschliesslich zwischen dem A1 und dem HD-800 vergleichen.

Töne - Teil 1...

Los geht es dann endlich mit dem Ton und Änglagård legt da mit "Epilog" los.
Ja, da wippt der Fuss, der Bass kommt angenehm schnell daher und die Höhen scheinen (im Gegensatz zum HD-800) etwas zurückgenommen zu sein.
Die Bühne etwas weiter hinten, doch die Raumdarstellung passt.
Nur was soll das wirklich Matthias Olsson am Schlagzeug sein und auch John's Keyboard will ich so nicht hören.

Ob ein Bösendorfer Flügel und Frauenstimmen da natürlicher daherkommen? Tori Amos legt auf "Under the Pink" los und ich bleibe dabei: Der HD-800 mag das Klavier durchaus mehr und auch Tori's markante Stimme gefällt mir hier in ihrer Direktheit besser.

Doch wo bleibt die Violine? Frau Mutter spielt in der "Carmen-Fantasie" auf und das hört sich ja nicht schlecht an, doch dann beim Flageolett, was ist das?
Schnell zurück zum Sennheiser gewechselt und wieder entspannt zurückgelegt, was für mich bedeutet, dass der T1 gewisse Oberschwingungen für mich nicht zufriedenstellend darstellt.

Natürlich gibt es auch weniger gutes Ausgangsmaterial wie z.B. Dead Kennedys "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" oder Eric Burdons "Declares War". Entgegen meiner bisherigen Erfahrung ist auch hier der HD-800 etwas im Vorteil. d.h. der T1 bietet bei beiden Scheiben weniger Substanz und Eric's Stimme schwächelt leicht.
Noch drastischer zeigt sich das Problem "schlechtes Ausgangsmaterial" und T1 mit der "The Doors" aus der Perception Box, wo u.a. das Video von "The End" mit dem T1 für mich absolut unhörbar ist, während der Sennheiser es noch halbwegs erträglich erscheinen lässt.

Mal etwas Jazz mit Metheny Mehldau und hier scheinen die Percussions ok zu sein, doch dafür der Bass etwas zu dumpf.

Can's "Tago Mago" auf SACD überzeugt dagegen mit dem T1
voll und ganz, Stimme und Balance, alles passt.

Zum Ausklang des Tages noch etwas Filmton von der BluRay "Iron Man 2".
Beim Rennen in Monaco zeigt sich der T1 knackig, doch dafür etwas eingeengt, während der HD-800 softer und weiträumiger daherkommt.

Töne - Teil 2...

Heute bleibt der Hörraum zu und das Homeoffice wird mit dem Beyerdynamic-Duo bestückt.

Büro

Zur Einstimmung zeigt Dvořák's 6. Sinfonie auf BluRay gerade im 3. Satz, dass der T1 dem HD-800 in den Höhen deutlich unterlegen ist, was sich auch mit Zappa's DVD-A "Halloween" in "Magic Fingers" bestätigen lässt.

Komplett entgegengesetzt geht der Vergleich aber mit Steven Wilson's DVD-A "Insurgentes" aus. Während der HD-800 mit großer Bühne und samtigen Klang daherkommt, punktet der T1 mit Druck und deutlich passenderer Bühne.

Den Tag und leider auch den gesamten Hörvergleich beendet Wagner's "Walküre" unter Metha auf DVD-A, wobei hier wieder was Raum, Balance und Stimmen betrifft, der T1 ganz klar das Nachsehen hat.

Fazit

Ja, wenn man sich jetzt tatsächlich durch den Text gequält hat, scheint das Duo von Beyerdynamic ja keinen Stich zu machen.

Genau diesen Eindruck möchte hier nicht bestätigen, denn für sich alleine ist zumindest der T1 (beim A1 ist mir das Verständnis für den abgerufenen Preis nicht vorhanden) keine schlechte Wahl.

Der Beyerdynamic gehört ganz klar in die "Oberklasse" der verfügbaren Kopfhörer, kann den Mitwippfaktor erzeugen und stört (auch im Vergleich zum BT-880 aus dem eigenen Haus) nicht mit scharfen Höhen.
Filmton von ordentlicher Quelle sehe ich ebenso als Domäne des T1.

Nur: Schlechtere Aufnahmen (und davon existieren leider fast unzählige) werden mit dem T1 z.T. unhörbar und natürliche Instrumente lassen sich mit anderen Kopfhörern durchaus besser reproduzieren.

In meinem Portfolio wird der T1 keinen Platz finden, da der Sennheiser HD-800 für meine Hörgewohnheiten i.d.R. die bessere Wahl ist.
Sollte hier ein etwas intimeres Hörvergnügen gewünscht sein, kann der Stax mit seiner ganzen Natürlichkeit die Lücke füllen.

Bei rockigen Material hat der T1 gegenüber dem HD-800 durchaus seine Vorteile, doch bisher ǵenügt da mein HD-650, der wohlmöglich in baldiger Zukunft durch den AUDEZÈ LCD-2 abgelöst werden könnte.
Intraaural
Inventar
#25 erstellt: 23. Okt 2011, 23:41
Einleitung:

"Wollen Sie das wirklich? IEM's mit Ohraufliegende Kopfhörer vergleichen?" fragte Peter Grooff, Beyer Product Manager im DT1350-Thread hier im Forum.

Nicht nur das, ich werde für mich sogar große ohrumschliessende Kopfhörer mit mobilen, ohraufliegenden vergleichen (müssen). Eine andere Möglichkeit habe ich gar nicht, wenn ich an dieser tollen Aktion von Beyer teilnehme.

Meine Kopfhörer-Karriere begann einmal mit einem Walkman-Kopfhörer und wurde durch einen DT880 aus den 80er-Jahren fortgesetzt. Dann folgten 15 Jahre ohne Kopfhörer, die erst durch einen UE triple.fi 10 beendet wurden. Auf den TF10, den ich immer noch besitze, folgte dieses Jahr der DT1350. Bei Playern und Verstärkern gab es häufigere Wechsel, bei Kopfhörern verfolgte ich eine stetigere Linie.

Umso willkommener nun die Gelegenheit, mit dem T1 einen sehr exponierten Vertreter, sprich Topmodell, eine Woche zuhause testen zu können. Mir ist dabei klar, dass die verschiedenen Kopfhörer-Gattungen unterschiedlich klingen werden. Sehr gut ist die Idee von Beyer mit dem A1 gleich einen passenden Kopfhörerverstärker für den Test mitzuliefern, weil nicht jeder einen passenden KhV zuhause haben dürfte.


Fangen wir in der Kette vorne an und beginnen mit dem A1.

A1 (Allgemein):

Das Design als erster ins Auge stechende Punkt polarisiert. Entweder man mag es oder man mag es nicht. Ungewöhnlich ist es auf jeden Fall mit dieser Mischung aus eher gerundeten Kunststoff- und eher eckigen Metallteilen, erst recht in der zweiten erhältlichen und hier nicht begutachteten Variante mit den orangefarbenen Kunststoffteilen. Da sich über Geschmack schwerlich streiten läßt, gehen wir lieber gleich zum nächsten Punkt. Die Fotos zeigen alles, was man zur eigenen Beurteilung des Designs benötigt.

A1 Totale

A1 oben

Der A1 ist ein klassisches Heimgerät für große Bügel-KH. Portable Hörer lassen sich nur bedingt betreiben. Dies liegt zum einen an der laut Datenblatt nach unten begrenzten Hörerimpedanz von 30 Ohm (mobile KH können durchaus unter diesem Wert liegen) und zum anderen an der hohen Ausgangsimpedanz von 100 Ohm. Mit einer solch hohen Ausgangsimpedanz lassen sich fast alle aktuellen In-Ears mit Multi-Balanced-Armature-Treibern nicht vernünftig betreiben.

Dies sollen sie aber auch nicht, weil sie nicht zur Zielgruppe gehören. Zu dieser gehört der stationär bestückte klassische HiFi- bzw. High-End-Freund. Ob diese Auslegung der Weisheit letzter Schluss ist, muss Beyer für sich selbst beantworten (...und der Kunde ebenfalls). Spätestens beim Lesen dieses Forums zeigt sich, dass KH-Liebhaber durchaus stationäre und mobile Hörer ihr Eigen nennen. Es gibt in der gleichen Klasse Wettbewerbsprodukte, die keinerlei Probleme mit der Auslegung der angeschlossenen KH haben und jeden Treiber gleich gut befeuern, zumindest ohne Schwankungen bzw. Verbiegungen im Frequenzgang. Diese entstehen zwangsläufig, wenn eine hohe Ausgangsimpedanz vom Verstärker auf große frequenzabhängige Impedanzunterschiede beim Kopfhörer trifft, wie dies bei (fast) allen Multi-BA-Treibern von In-Ears der Fall ist.

A1 Front von unten

A1 (Handhabung):

Der A1 ist ein sehr anschlussfreudiger Zeitgenosse. Er besitzt 2 Eingänge, die bequem von der Frontseite aus mittels Tasten umgeschaltet werden können. Darüberhinaus wird einer der Eingänge wieder an einen Ausgang ausgegeben. Damit ist der permanente Anschluss einer Quelle (z.B. CD-Player) sowohl an den A1 als auch an eine Anlage mit Lautsprechern möglich, ohne ständig umstecken zu müssen. Der Ausgang ist intern fest mit dem Eingang verdrahtet, das Signal wird nicht durch irgendwelche aktiven Bauelemente geleitet. Auch wenn der A1 ausgeschaltet ist, steht das Quellsignal am Ausgang somit in ungeschmählerter Qualität zur Verfügung.

Dieser Ausgang läßt sich auch vorzüglich dazu nutzen, einen zweiten Kopfhörerverstärker mit dem selben Signal zu versorgen, um so die Verstärker vergleichen zu können.

A1 Spot

Nun sind wir bereit zum Einschalten des A1. Was hören wir beim Einschalten? Genau, keinen Einschaltplopp! Sehr gut.

Stattdessen hören wir den Grund für den unterbliebenen Einschaltplopp. Wir hören ein Relais-Klacken. Der KH-Ausgang wird mit dem Relais erst dann zugeschaltet, wenn nach dem Einschalten stabile Zustände im Verstärker herrschen. Mit dem Einschalten strahlen uns eine grüne und eine von zwei blauen LED an. Die grüne bedeutet "Power" und die blaue LED über der jeweiligen Taste zeigt an, welcher Eingangskanal gerade ausgewählt ist.

Die KH-Buchse ist sehr stabil. Hier wirkt keine vom Benutzer eingebrachte Kraft direkt auf eine Platine wie bei vielen HiFi-Großserienprodukten, sondern hier werden etwaige Kräfte direkt von der Gehäusefrontplatte abgefangen. Mit dieser ist die KH-Buchse fest verschraubt. Man hat fast das Gefühl, man könnte den gesamten A1 an der KH-Buchse aufhängen, so stabil wirkt sie.

Der A1 ist mit 2,3 kg nicht gerade ein Schwergewicht und man ertappt sich immer wieder dabei, den A1 festzuhalten, wenn man einen KH-Stecker hineinsteckt oder herauszieht, weil man dies von anderen Geräten – insbesondere mobilen - so gewohnt ist. Dies ist beim A1 absolut unnötig. Der Stand des A1 auf einer normalen Tischoberfläche (IKEA-Tischplatte) ist absolut fest. Es reicht vollkommen, den KH-Klinkenstecker in die Hand zu nehmen und in die KH-Buchse zu stecken. Der A1 wird dabei nicht nach hinten geschoben. Genauso wenig wird er beim Herausziehen des Steckers nach vorne gezogen.

Anekdote am Rande:
Ich habe einmal mitbekommen, wie sich ein Violectric V200 mit seinem 3-fachen Eigengewicht in dieser Beziehung als zunächst sehr schlecht erwiesen hat, weil er beim Ein- und Ausstöpseln des Klinkensteckers immer ein wenig nach vorne und hinten rutschte. Später bemerkte ich, dass dafür die Aufstellungswahl der V200/V800-Kombi verantwortlich war. Die Oberflächenbeschaffenheit des V800 ist nicht geeignet, einem V200 einen sicheren Stand zu garantieren. Wer also eine DAC/KHV-Kombi besitzt, sollte den KHV immer unter den DAC stellen. Es kommt selten vor, dass man am DAC etwas im Betrieb stöpseln muss und Füße von HiFi-Geräten scheinen auf einer Tischplatte besser zu haften als auf Metallflächen.


Dieses "Festhalten wollen" hat beim A1 einen unschönen Nebeneffekt. Man versucht erst einmal intuitiv den A1 nach unten zu drücken, um durch höheren Anpressdruck das vermeintlich geglaubte Wegrutschen zu verhindern. Leider steht nicht der A1-Body auf den Füßen, sondern nur der umgebende Kunststoffrahmen. Der A1-Body "hängt" nur mittig befestigt im Rahmen, so dass beim Herunterdrücken an der Vorderkante automatisch ein Spalt zwischen Body und Kunststoffrahmen entsteht. Ein kleiner Restspalt ist beim Testexemplar auch in Ruhestellung nicht mehr wegzukriegen und wurde auch schon von früheren Testteilnehmern festgestellt.

A1 Spalt

Da der A1 nun eingeschaltet und der KH eingesteckt ist, drehen wir das Poti auf. Wie sieht es mit dem Gleichlauf aus?
Theoretisch gibt es Ungleichheiten, praktisch gibt es keine.

A1 Poti

Wer auf allerunterster Lautstärke hört, bemerkt ein extrem leises Geräusch anfangs nur überwiegend aus dem rechten Kanal kommend. Dreht man nur minimal lauter, ist es immer noch nur ein unidentifizierbares leises Geräusch, aber es kommt jetzt gleichmäßig links und rechts. Erst später kommt der Bereich, wo aus dem Geräusch leise Musik wird, dort sind die Kanäle vollkommen gleich laut. Der Bereich, in dem Kanalungleichheiten existieren, wird zum Musikhören nicht benutzt, weil das Signal dort viel zu leise ist.

Während des - auch stundenlangen - Betriebes wird der A1 nicht mehr als lau- bzw. handwarm. Dies verwundert nicht, weil er laut Messgerät im Betrieb nur 5,6 W aus der Steckdose zieht. Wird er über die Power-Taste ausgeschaltet, wird dies über die nun in rot leuchtende Power-LED verkündet. Hardcore-Ökologen werden sich aus Prinzip über die nicht komplette Netztrennung ärgern, aber bei genauer Betrachtung sind es nur 0,5 W, die der A1 in diesem Zustand der Steckdose entnimmt. Damit erfüllt er jetzt schon die ab 2014 geltende strenge Version der Ökodesign-Richtlinie und potentielle Kunden aus dem A1-Preisbereich werden über 1€ Standby-Stromkosten pro Jahr sowieso nur lachen (wenn sie sich überhaupt Gedanken darüber machen...).

Viel ärgerlicher ist für den einen oder anderen eher die Leuchtkraft der LED. Wer es am Schlafplatz gerne richtig dunkel hat, sollte nicht in der Nähe des A1 nächtigen...

A1 LED rot A1 LED blau

Kommen wir nun zum eigentlichen Objekt der Begierde, dem T1

T1-Allgemein:

Der T1 ist der erste Kopfhörer mit einem neuen dynamischen Treiber namens Tesla. Der Name ist Programm, weil Tesla die Einheit für die magnetische Flussdichte ist. Diese physikalische Größe ist wichtig bei Kopfhörern, weil die in sie reingesteckte elektrische Energie in Magnetkraft umgewandelt wird, die dann zum mechanischen Antrieb der Membran genutzt wird. Wenn nun eine dieser Umwandlungen besser umgesetzt wird, profitiert davon das Gesamtsystem. Unter dem Strich hat es Beyer geschafft, die magnetische Flussdichte im Vergleich zu den bisherigen Modellen ohne diese Technik in etwa zu verdoppeln.

T1 Totale

T1-Handhabung:

Dann nehmen wir nun den T1 in die Hand und setzen ihn auf ...

Zuerst erwarten uns ganze 530g Gesamtgewicht, von denen alleine 175g auf das Kabel entfallen. Keine Leichtgewichte also, weder der Hörer, noch das Kabel. Gott sei Dank liegt das Kabel meistens auf dem Tisch und fällt somit überhaupt nicht ins Gewicht.

Die Größe des T1 auf dem Kopf wird über Raststellungen eingestellt. Diese Rastpunkte sind zwar spürbar, wenn man explizit nach einer Rastung sucht, absolut betrachtet ist die Rastung jedoch eher schwach ausgeprägt. Sie reicht aber vollkommen aus, um die eingestellte Größe beizubehalten.

Das Tragegefühl auf dem Kopf ist sehr angenehm. Das stattliche Gewicht des Hörers wird sehr gut vom Kopfpolster auf dem Kopf verteilt und fällt (mir) nicht negativ auf. Auch das Kopfpolster selbst ist bequem, obwohl der Testhörer noch das alte Kopfpolster verbaut hatte. Jedenfalls sind die beiden kleinen Kopfpolster eines DT1350 in Sachen Komfort weit von denen des T1 entfernt. Auch ist der T1 deutlich frisurenfreundlicher als der DT1350, schließlich muss beim T1 kein Bügel gespreizt werden.

Etwas unangenehmer als bei meinen bisherigen Kopfhörern wird es bei sommerlichen Temperaturen. Hier zeigt sich der Nachteil der dicken, ohrumschliessenden Polster im Vergleich zu In-Ears oder ohraufliegenden Systemen. Es wird mit der Zeit durchaus warm um die Ohren. Direkte Vergleiche mit anderen großen KH kann ich mangels Erfahrung leider nicht anstellen.

Die Position des T1 auf dem Kopf hat Auswirkungen auf die wahrgenommene Klangfarbe. Positioniert man den T1 weiter nach vorne, wird es dumpfer, der angewinkelte Treiber ist dann weiter vom Ohr entfernt. Positioniert man den T1 weiter nach hinten, wird das Klangbild heller, der Treiber sitzt näher am Ohr. In einer mittigen Position klingt es am ausgewogensten und dort ist es auch am bequemsten, weil dann kein Teil des Ohres Kontakt mit den Polstern bekommt. Bei sehr großen Ohren kann dies in den anderen Positionen durchaus der Fall sein.

Das fest angeschlossene und daher nicht austauschbare Kabel der Fa. SommerCable wird sonst eigentlich mehr als Cinch-Kabel genutzt und hat beim T1 lediglich einen Klinkenstecker bekommen. Dieser stammt aus dem Hause Neutrik und steht für anerkannt gute Qualität. Das Kabel selbst ist ca. 3m lang und damit durchaus für die Entfernung HiFi-Anlage<->Sofa ausgelegt. Aufgrund dieser Länge ist es bei normaler Schreibtischnutzung eigentlich immer irgendwie im Weg. Dies liegt auch an der unflexiblen Auslegung, wie dies bei Cinch-Kabeln nun mal so ist. Ein Spiralkabel wäre ein deutlicher Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit. Auf der anderen Seite dürfte ein 3m langes Spiralkabel auf eine reine Kabellänge von mindestens 10m kommen. Ob sich dies beim Tesla-Antrieb irgendwie elektrotechnisch auswirkt, vermag ich nicht zu sagen. Da ich nicht auf Kabel-Voodoo stehe, betrachte ich den T1 als ein Gesamtprodukt vom Klinkenstecker bis zum Ohrpolster. So hat ihn Beyer designed und so wird er von mir im nächsten Abschnitt bewertet.

T1 Spot

Klang A1/T1:

Kommen wir nun zum Wichtigsten beim Kopfhörer, dem Klang. Dieser Eindruck ist natürlich – wie immer – sehr subjektiv. Ich ging einerseits mit gewissen (hohen) Erwartungen in solch eine Testaktion, anderseits hatte ich noch die Erfahrung vom DT1350 in Erinnerung, bei dem ich eine Zeit lang brauchte, mich an bestimmte Klangaspekte von ihm zu gewöhnen.

Folglich habe ich an meinem ersten Abend mit der T1/A1-Kombination sämtliche Planungen, was ich alles testen möchte, hintenan gestellt und einfach nur Musik gehört. Ein Sprichwort besagt: "Niemand hat eine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu vermitteln." Die T1/A1-Kombi hat ihre erste Chance genutzt. Vom ersten Moment an hatte ich den Eindruck:

Das passt! Hier macht Musik Spass. Völlig anders als ich es (systembedingt) gewohnt war, aber auf diesen Klang möchte ich mich gerne näher einlassen.

Besonders sticht die Auflösung hervor. Die T1/A1-Kombi ist extrem detailreich und sehr hochauflösend. Aber es werden auch andere Musikbestandteile betont als ich es bisher gewohnt war, insofern kann ich nicht abschließend beurteilen, wieviel Auflösung echt und wieviel vorgetäuscht ist. Die Höhen sind mir nämlich ab und zu ein klein wenig zu stark, insbesondere wenn man sehr laut aufdreht.

Es klingt jedoch immer irgendwie souverän, was bei mir einen starken Eindruck hinterlassen hat. Ebenso ist das Klangbild immer sehr luftig, wie ich es bisher nicht kannte. Klaviere z.B. klingen auf den ersten Blick einfach "echt" und die hohe Auflösung ist ein Genuss beim Ausschwingen von Instrumenten. Einfach nur hervoragend.

Die T1/A1-Kombi passt für mich bei sehr vielen Genren, auch ältere nicht so gut aufgenommene Musik klingt meist besser, weil irgendwie dynamischer bzw. lebendiger. Die Räumlichkeit bzw. Bühne ist sehr groß. Wer einmal "virtualhaircut.mp3" mit einem In-Ear gehört hat und dachte, dies sei die ultimative Räumlichkeit einer Binaural-Aufnahme, sollte sich dies mit dem T1/A1 anhören und er wird eine weitere Steigerung des räumlichen Erlebnisses feststellen können.

Viele gute Dinge, die einem die T1/A1-Kombi da um die Ohren haut. Insbesondere die Mitten – bei meinen bisherigen Weggefährten TF10 und DT1350 nicht das Maß aller Dinge – sind gigantisch gut. Da passt einfach alles, so soll es (für mich) klingen.

Wo bleibt die Kritik? Ist die T1/A1-Kombi das Nonplusultra? Nein, auch hier hat jede Medaille zwei Seiten. Durch die Räumlichkeit/Luftigkeit klingt es nicht so direkt, wie ich es von In-Ear und DT1350 kenne. Auch könnte der "Punch" mehr Power haben. Spritzig klingt es immer, aber "punchig" nicht unbedingt. Je länger man mit dieser Kombi hört, desto mehr fällt (mir) die Höhenbetonung negativ auf. Nicht dass es unhörbar werden würde, keinesfalls, aber man entfernt sich ein wenig vom Klangolymp und bei den hohen Erwartungen ist dies schon ein kleiner schwarzer Fleck auf der Weste.

Klang A1/DT1350:

Sobald der T1 ab- und der DT1350 aufgesetzt wird, erlebt man einen regelrechten Klassenunterschied. Der DT1350 ist wahrlich kein schlechter Hörer, wahrscheinlich der Beste seiner Klasse, aber der T1 macht einfach alles besser.

Wirklich alles? Nicht ganz. Eine Kleinigkeit gibt es, die beim T1 im direkten Vergleich keine rechte Freude aufkommen läßt. Da ist etwas im Bassbereich, das den DT1350 in einer Eigenschaft am T1 vorbeiziehen läßt. Ich habe lange gebraucht zu ergründen, was dies ist. Es ist nicht die Auflösung, die ist beim T1 höher, es ist nicht die Lautstärke, dem T1 geht runtenherum nicht die Puste aus, aber irgendetwas klingt beim T1-Bass flach, was beim DT1350 mehr "Textur" aufweist. Wenn man sich einmal darauf eingeschossen hat, möchte man dieses nicht mehr missen und der T1 kann dies nicht so bringen, wie es der DT1350 vermag. Alles in allem gewinnt für mich aber der große und ältere Bruder T1 deutlicher als ich es erwartet hatte. Schließlich ist die Preis/Leistungskurve normalerweise stark degressiv. Möglicherweise war der Eindruck auch deshalb stärker als erwartet, weil es nicht nur den qualitativen Unterschied gibt, sondern auch den prinzipbedingten aufgrund der unterschiedlichen Baukonzepte.

Klang Pico Slim/T1:

Welch ein Frevel. Einen T1 an einen HeadAmp Pico Slim pKHV anschliessen wird sich manch einer denken. Aber warum nicht? Der Pico Slim ist zwar offiziell nur für Kopfhörer bis 300 Ohm gedacht, aber er hat leichtes Spiel mit dem effizienten Tesla-Treiber. Die Lautstärke ist jedenfalls hoch genug, zumindest, wenn das Signal von einem stationären Cinch-Ausgang kommt. An einem MP3-Playerausgang sähe es evtl. etwas anders aus.

Wie macht sich der pKHV nun im Vergleich zum A1? Beim Wechsel zum Pico Slim gibt es vier Effekte zu beobachten.

Effekt 1: Es klingt ein klein wenig dünner. Dies liegt nicht an einem evtl. Bassabfall beim PicoSlim, sondern wahrscheinlich am 100 Ohm Ausgang vom A1. Dieser läßt den T1 wegen kleiner Verbiegungen im Frequnzgang ein wenig voller klingen. Ein kurzer Quercheck mit einem Corda 2move bestätigte dies, der war im Bass nämlich ähnlich laut wie der Pico Slim und das entscheidende Quentchen leiser als der A1.

Effekt 2: Die Räumlichkeit geht mit dem Pico Slim etwas verloren. Alles klingt dichter gedrängt als mit dem A1.

Effekt 3: Das allgemeine Klangbild des A1 ist unter dem Strich souveräner als beim Pico Slim. Wahrscheinlich hat der große Amp doch mehr Reserven und muss nicht an seine Grenzen gehen. Oder er hat einfach das bessere Schaltungslayout....who knows?

Effekt 4: Sollte ich jemals Zweifel gehabt haben, warum ich mir damals den Pico Slim nach 1-2 Wochen heimischen Probehörens gekauft habe, wurden diese Zweifel jetzt schnell beiseite geräumt. War der T1 in Verbindung mit dem A1 zwar souverän, luftig und räumlich, aber nicht punchig, so kam der Punch, das "Knackige" mit dem Pico Slim zurück. Richtig gelesen. Der kleine Pico Slim ist punchiger als der große A1. Dies mag man angesichts der Größenunterschiede kaum glauben, aber meine Ohren vermelden es so.

Fazit:

Der T1 ist ein toller Kopfhörer. Nicht ohne Macken, aber das Beste, was meine Ohren bisher gehört haben. Der A1 ist ein toller Verstärker, aber nicht universell mit mobilen Hörern einsetzbar und auch nicht ohne Fehl und Tadel.

Die Räumlichkeit ist beim T1 vorhanden und wird durch den A1 für mich unerwartet stark vergrößert. Der fehlende Punch geht auf das Konto vom A1, nicht vom T1. Die Mitten sind für mich das Beste am T1. Da fällt mir nur ein Wort ein: Perfekt!

Tonal gefällt mir der T1 an einem 100 Ohm Ausgang besser als an einem 0 Ohm Ausgang, da etwas voller klingend.
Alles in allem sieht der optimale Hörer für mich nach dieser Testaktion folgendermaßen aus:
Die Basstextur vom DT1350, die Mitten vom T1 und die Höhen zwischen DT1350 und T1. Alles natürlich geparrt mit der Auflösung vom T1.

Zum Schluß auch von mir ein großes DANKE an Beyerdynamic. Dies war eine tolle Testaktion, die es mir ermöglichte in neue Dimensionen hineinzuhören, die ich sonst so schnell nicht kennengelernt hätte.


[Beitrag von Intraaural am 23. Okt 2011, 23:50 bearbeitet]
lyticale
Inventar
#26 erstellt: 23. Okt 2011, 23:57
Glücklicherweise noch nicht ganz zu spät möchte ich ein paar Worte zum Set von Beyerdynamic verlieren.
Bei mir musste sich das Set vor allem gegen ältere Kopfhörer und auch vermeintlich betagte Verstärker behaupten.

Zum A1:
Weder Fertigungsqualität noch Haptik geben einen Grund zur Beanstandung. Einzig die Optik fällt doch stark gegenüber dem T1 ab. Ohne Herstellerlogo würde man nie vermuten, daß beide aus gleichem Hause stammen. Man muss ja kein Designwunder erwarten, aber so sieht der "Kasten mit Gummi" einfach nur langweilig aus ...

Immerhin wurden bei den inneren Werten die Hausaufgaben richtig gemacht. Rausch- und verzerrungsarm selbst bis in die höchsten Pegel. Obgleich ein paar meiner alten Verstärker/Receiver (Harman Citation Receiver, Marantz 18, Sony TA-1120F, Technics SU-50A) klangtechnisch ebenso verstärken, sind solch hohe klirrfreie Pegel nicht drin.
Zum Glück muss das auch nicht sein, wäre man doch nach kurzer Zeit der Möglichkeit beraubt, überhaupt noch Unterschiede zwischen einen Telefonhörer und einen hochwertigen Kopfhörer wie dem T1 zu hören.

Zum T1:
Auch hier kann ist die Verarbeitung in fast allen Teilen top. Die ausgefrästen Halter und die Metallgitter der Kapseln sehen edel aus.
Das Gitter scheint mir auch eine Reminiszenz an den Elektrostaten DT 1000 zu sein.
Man erkennt sofort die Wurzeln des Hörers. Bei Beyerdynamic wurde wert auf Kontinuität gelegt und das Design behutsam verändert (gegenüber ehemaligen Tophörer aus gleichem Hause), so daß er sich nahtlos in die Firmenpalette einreiht.
Das Kopfband ist sehr bequem und passt sich gut an meine Kopfform an. Das weiche Leder sieht für mich allerdings nicht so hochwertig aus - auch wegen dem oben eingearbeiten "Streifen". Ich vermute, der Komfort wird hier mit einer geringeren Haltbarkeit erkauft. Hm, ein einfacher Wechselmöglichkeit des Kopfbandes würde mich das nicht so kritisch sehen lassen.
Die Ohrpolster sind groß genug und schmiegen sich wie eh und je an. Der Anpressdruch ist noch im Rahmen, wobei ich es etwas lockerer bevorzugen würde. Der HD 800 hat bei mir bzgl des Tragekomfort die Nase vorn. Es ist der erste Sennheiser überhaupt, von dem ich sagen kann, daß er hier mehr Punkte einheimst als irgend ein andere Beyerdynamic.
Allerdings ist der T1 bequemer als all meine anderen Beyerdynamics aus der "Plastikära" - ihr wisst, welche ich meine.

Zum Klang: Der T1 ist ein wahrlich guter Kopfhörer. Er konnte sich letztlich gegen all meine Kandidaten durchsetzen.
Beim Auflösungsvermögen hat er sich aber meinem Koss ESP-950 geschlagen geben müssen.
Und auch der Sansui SS-100 hat ihm einiges abverlangt, allerdings fehlte es ihm am Druck und im Vergleich zu eng dargestellter Bühne.
Aus dem Hause Beyerdynamic durften sich DT 880 alt, DT 901, DT 911, DT 770 und DT 990 gegen den T1 beweisen.
Sie mussten sich alle hinter dem T1 einreihen. Basspräzision, Dynamik, Tiefenstaffelung, Auflösungsvermögen, Positionierung der Instrumente, all das vermag der T1 eine Spur besser zum Klingen zu bringen.
Ein Merkmal, was keiner meiner Testkandidaten sonst noch hatte, war die Außer-Kopf-Lokalisation. Das war für mich einer der wichtigsten Pluspunkte für den T1. Da haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.
Auch die Leichtigkeit, wo die anderen Hörer aus den letzten Löchern pfeifen, hat mich verblüfft.

Wenn der Peak im Hochtonbereich mittlerweile schon in der laufenden Serienfertigung abgemildert wurde, kann man über einen rundherum sehr guten Kopfhörer sprechen.

Ob er seinen Preis wert ist?
Als bekennender Kopfhörerjunkie denke ich: Ja!


[Beitrag von lyticale am 23. Okt 2011, 23:59 bearbeitet]
DaDude
Stammgast
#27 erstellt: 05. Nov 2011, 03:11
So, nun auch zu später Stunde auch mein Review...

Bin leider nicht früher dazu gekommen, und das Gewinnspiel hatte für mich keine Prio, da ich und der T1 nicht die wirklich dicksten Kumpel geworden sind, abe dazu später mehr...

Einleitung

Bevor ich auf den T1 eingehe, noch folgende Anmerkung: Ich würde mich eher als Holzohr denn als audiophilen Gesellen bezeichnen, daher wird das Review auch eher subjektiv sein, und nicht tiefgehen wir manch andere Koryphäe hier im Forum.

Ausserdem höre ich sämtliche Musikstile, darunter auch teilweise semi-professionelle Aufnahmen die eben nicht in einer ultrahohen Qualität ala Flac vorliegen, aber dass muss das von mir genutze Equipment eben abkönnen.

Erster Eindruck

Mein erster optischer und haptischer Eindruck vom T1 war doch durchaus positiv. Man hatte direkt das Gefühl, einen hochpreisigen KH in der Hand zu halten. Alles fühlt sich extrem wertig und robust an, sodass man nicht den Drang verspürt, immer höchstpenibel damit umzugehen, sondern den KH als Gebrauchsgegenstand (was er ja letztendlich auch ist) zu benutzen. Ganz zu schweigen von dem Kabel, mit dem man zur Not auch mal ein Auto abschleppen könnte.

Im Gegensatz dazu steht der A1. Er ist keinesfalls schön anzusehen, und strahlt auch nicht das aus, was man dem Preis nach erwarten könnte. Da habe ich haptisch bei meinem Dr. DAC Prime oder einem Lehmann KHV doch ein deutlich bessseres Gefühl.

Klang

Zu Beginn muss ich sagen, dass ich bislang keinen der großen Beyer wirklich gut finde, mal vom DT1350 abgesehen. Von daher war ich doch sehr gespannt, wie der T1 in der Hinsicht ist.

Und ich muss sagen, dass der erste Eindruck doch sehr positiv war. Bass ist in Quantität und Qualität mehr als erhaben, die Mitten sind für mein Verständnis sehr hoch aufgelöst und die Höhen gut, aber fast etwas zu viel des Guten.

Und so habe ich den Hörer mal mit diversen Alben angetestet, wobei sich doch schon ein klares Bild abgezeichnet hat:

HipHop und RnB sind keinesfalls die Stärken des T1. Hier fehlt einfach der Punch und es ist teilweise einfach zu schrill. Da konnte nur der Foobar-EQ nachhelfen.

Ähnlich verhält es sich bei Electro.

So richtig gut wird der T1 erst, wenn es in Richtung Blues/Jazz/Weltmusik geht. Bei der Liveaufnahme des Buena Vista Social Club kam Stimmung auf, man konnte alles perfekt auf der Bühne orten und hatte doch schon das Gefühl, "mittendrin statt nur dabei" zu sein. Auch das Album "Anthology - 50 Years" von John Lee Hooker macht mächtig Spaß. Genauso die Platten "Supernatural" und "Shaman" von Santana.

Klassik werde ich nicht bewerten, da ich zwar das ein oder andere Stück kenne, jedoch nicht genug um ein gutes Urteil zu bilden.

Einen sehr, sehr großen Minuspunkt hat der T1 jedoch: Er ist sehr empfindlich was die Quelldateien angeht. Sobald man mal etwas unter 320kbit hat, was nicht perfekt gerippt wurde, wird der T1 sehr störrisch. Da kommt dann absolut keine Freude auf, egal wie sehr man das Lied mag.

An dieser Stelle würde ich den T1 dann gerne mit dem HD800 vergleichen: Letzterer macht nämlich doch alles ein Stückchen besser als der T1. Ausserdem ist er im Hochton eher zurückhaltend und fast schon unempfindlich was die Quelldatei angeht.

Und mir persönlich sagt die doch schon verdammt weite Bühne sehr viel mehr zu, als die doch engere/kleinere Bühne des T1. Manch eine Aufnahme kommt mir beim HD800 fast schon sphärisch vor, v.a. bei manchen Tracks von Armin van Buuren.

Und damit kommen wir zum

Fazit

Ist der T1 ein guter Hörer? Absolut. Ist er optisch und haptisch seinen Preis wert? Vollkommen. Kann er es mit dem HD800 aufnehmen? Leider absolut nicht. Zumindest für mich persönlich. Dafür ist man beim T1 in einem Preisbereich, in dem man nicht einfach mal noch einen Hörer kauft, sondern wirklich tief in die Tasche greifen muss. Gäbe es einen Hörer mit dem identischen Klang (bin da für Vorschläge offen), den man für 300 Euro haben kann, wäre ich dabei. Aber wenn es um den Nonplusultra dynamischen KH geht, ist der HD800 dem T1 vorzuziehen.

Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, den T1 an haufenweise verschiedenen KHVs zu testen, evtl ergibt sich da ja noch einen Unterschied, der den T1 für mich attraktiver machen würde. Aber in der Konstellation A1/T1 ist er für mich keine Alternative.

Vielen Dank fürs Lesen, solltet ihr es bis hierhin geschafft haben.

Und auch vielen Dank an alle Personen/Organisationen, die diese Testaktion möglich gemacht haben.

Gute Nacht.
Hüb'
Moderator
#28 erstellt: 15. Nov 2011, 12:02
Hallo,

Beyerdynamic hat mich gerade über ein besonderes Bonbon informiert, dass man als kleines Dankeschön den 9 Teilnehmern der "Endrunde" zukommen lassen möchte.

Dies sind:

01. Remanerius
04. McMusic
05. HuoYuanjia
06. marathon2
07. ZeeeM
11. Intraaural
17. ultrasound
22. cosmopragma
24. My$ter¥ :)


Und zwar erhalten diese auf den Kauf eines T1 und/oder A1 einen Rabatt i. H. v. 20 %!

Ich möchte daher die genannten User bitten, mir eine E-Mail-Adresse zukommen zu lassen, unter der sie erreichbar sind und einen entsprechenden Gutscheincode entgegen nehmen können. Der Code wird bis zum 31.3.2012 gültig sein, so dass ihr euch nicht sofort für oder gegen einen Kauf entscheiden müsst.

Viele Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 15. Nov 2011, 12:28 bearbeitet]
HuoYuanjia
Hat sich gelöscht
#29 erstellt: 15. Nov 2011, 20:47
Sehr geil! Ich bin dabei! (Die Email kommt wenn ich noch etwas gespart habe!:D)
Hüb'
Moderator
#30 erstellt: 16. Nov 2011, 09:46
Bitte direkt. Ich würde B. sämtliche Adressen gerne gebündelt zukommen lassen. Ob Du den Gutscheincode dann tatsächlich in Anspruch nimmst, bleibt ja Dir überlassen.
widerstand_ist_möglich
Schaut ab und zu mal vorbei
#31 erstellt: 22. Dez 2011, 00:34
Ich bin gerade über den Thread gestolpert und habe das ein oder andere Review gelesen, sehr gut! Das ist etwas für die Feiertage.
Schöne Fotos, wow!
Sven_1983
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 12. Jan 2012, 17:35
Richtig toller Thread, auch wenn ich persönlich kein Kopfhörerfreund bin - ein Lob an alle Tester für Ihre großartigen Reviews !!!!
Aenos
Ist häufiger hier
#33 erstellt: 13. Jan 2012, 15:25
Wer hat das gute Stück eigentlich bei der Verlosung gewonnen? :-)

Aenos
Hüb'
Moderator
#34 erstellt: 13. Jan 2012, 15:25
Das Zuglufttier.
Aenos
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 13. Jan 2012, 15:30
Yay, Glückwunsch!

Aenos
lyticale
Inventar
#36 erstellt: 13. Jan 2012, 17:35
Gibt es eigentlich ein offizielles Feedback seitens Beyerdynamic über die ganzen Rezensionen?
Und auch, ob Beyerdynamic ein paar Kritikpunkte/Verbesserungsvorschläge annimmt und sie in einem zukünftigen überarbeiteten Modell ausmerzt/einarbeitet?

Ich habe mal eine freundliche Mail an Beyerdynamic gesendet.
Hüb'
Moderator
#37 erstellt: 13. Jan 2012, 17:39

lyticale schrieb:
Gibt es eigentlich ein offizielles Feedback seitens Beyerdynamic über die ganzen Rezensionen?

Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, hat Beyerdynamic auf die Aktion verlinkt:
http://www.beyerdyna...ic-pleasure/t-1.html

Hinsichtlich Kritik am T1 wäre mir aus den Berichten nichts in Erinnerung geblieben, was im Wesentlichen nicht in die Kategoerie "Geschmacksfrage" fallen würde, so dass ich persönlich in dieser Hinsicht keinerlei Feedback erwartet habe.

Viele Grüße
Frank
lyticale
Inventar
#38 erstellt: 13. Jan 2012, 17:53
Das mit der Verlinkung ist mir natürlich aufgefallen.

Selbst wenn es nur Geschmacksfragen wären
(meiner bescheidenen Meinung nach lese ich in den Reviews aber durchaus auch wirkliches Verbesserungspotential heraus),
wird Beyerdynamic diese ganz sicher nicht komplett ignorieren.


Wir werden sehen.
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