Focal Elegia "Der Auserwählte"

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Randysch
Stammgast
#1 erstellt: 25. Dez 2018, 14:26
Ich leide zwar noch stark unter NTS allerdings bin ich jetzt schon der Meinung, dass dieser KH ein Review verdient hat.

Ich habe mir den Elegia gestern selbst unter den Weihnachtsbaum gelegt und bis jetzt ca. 6 Stunden quer durch alle Genre gehört, einzig Schlager/ Volksmusik oder Techno höre ich nicht.
Zuerst möchte ich erwähnen, dass ich die Optik und Verarbeitung spitze finde. Alles wirkt edel und sehr gut verarbeitet. Der Komfort ist bei mir ausgezeichnet, hat eine gewisse Stabilität allerdings ohne irgendwo zu drücken. Ebenso fühlt er sich herrlich ausbalanciert auf meinem Kopf an. Das Kabel dürfte weicher sein gibt aber dafür keine besonderen Störgeräusche von sich.
Was ohne zu hören auch direkt positiv auffällt ist die sehr gute Isolation. Ich komme von IEMs und möchte meine Musik mit geschlossenen Systemen genießen, um meine Mitmenschen nicht zu stören bzw. habe ich auch noch eine passable Anlage hier rumstehen. Naja vielleicht komme ich ja noch auf den Geschmack von offenen Systemen, aber erstmal anderes Thema.
Joar der Klang vom Elegia, mit welchen Superlativen soll ich anfangen aber irgendwie ist es genau das nicht was ich jetzt schon am Elegia schätze. Ich habe einen ganz speziellen Sweetspot, wie ich persönlich möchte, dass ein Hörer die Musik präsentieren sollte. Ich bezeichne das immer mit ausgewogener Klangfarbe. Soll heißen, mir ist es recht wichtig, dass ein Hörer Musik nicht sonderlich warm oder zu dünn/analytisch darstellt, sondern ausgewogen. Genau diesen Sweetspot trifft der Elegia bei mir. Ich kann verstehen, dass auch geäußert wird, der Elegia klingt etwas kühl, ich würde es allerdings als genau auf diesen Punkt beschreiben.
Bass
Puh hier hatte ich etwas Angst nachdem ich zuvor den Massdrop Emu Teak gehört hatte, dass der Elegia im unteren und für viele User so wichtigen Frequenzbereich, zu wenig Quantität zu bieten hat. Ich weiß schon neutralen Klang sehr zu schätzen, allerdings fehlt mir dabei gerne etwas der Spaßfaktor. Ich höre Musik idR schon recht analytisch und so gut wie nie einfach nur so nebenbei, trotzdem dieses Woowdenken (was eine Bassbetonung idR sehr leicht hervorruft) sollte ja nicht darunter leiden, sondern diesem eher zur Seite stehen.
Der Bass ist also was die Quantität angeht genau richtig dosiert für mich. In Sachen Qualität jaaa nee... unglaublich definiert also nicht ist schwammig/ matschig aber trotzdem ist genug Funfaktor da. Tiefbass und Kickbass geben sich die Klinke in die Hand, es wird gerade der abgerufen welcher benötigt wird, kein einschmieren des Anderen. Ich versuche es mal so, jeder der mal einen guten BA Treiber gehört hat weiß diese Präzision sehr zu schätzen jedoch gehen diese recht hastig mit dem Ausklang um. Der Elegia kann beides! Neben dieser Präzision fällt auch sofort die geniale Geschwindigkeit auf, man hat das Gefühl, dass nichts diese Bassdarstellung aus der Ruhe bringen kann. Das alte Rage against Album bekommt so nochmal eine ganz neue Wertigkeit, auch wenn meine Jugend etwas her ist und ich mittlerweile meist andere Musik bevorzuge. Auch schnelleres Metal ist einfach zum niederknien und ich höre keinen "technischen" Makel.
Mitten
Hier kommt wieder diese bereits beschriebene Klangfarbe zum tragen. Stimmen klingen demzufolge mMn nicht zu hell oder eingefärbt. Wer es dort gerne warm und kuschelig mag ist beim Elegia verkehrt. Alles klingt schön klar, ich höre auch keinen unnötig erhöhten Präsenzbereich (obere Mitten) oder das der KH irgendwie zu mittenfokusiert klingt. Manchmal ist es allerdings auch nicht verkehrt, wenn ein Hörer dieses schmalzige in den Stimmen darstellt, hier gibt es aber genug Hörer welche sich mMn perfekt mit dem Elegia ergänzen würden.
Höhen
Hier tue ich mir immer etwas schwer. Ich kann nur sagen, dass er für mich persönlich kein Zischen oder auffällige Spitzen bietet. Würde auch sagen, dass nirgendwo am oberen Ende des Frequenzbereiches Informationen verloren gehen. Persönlich würde mich aber auch als Person beschreiben, welche keine großen Probleme mit Hochton hat und außerdem recht leise höre.
Auflösung
Normalerweise lasse ich das Thema in letzter Zeit eher außen vor. Nicht das ich sage Auflösung spielt keine große Rolle aber ich behaupte, dass Auflösung oftmals auch ein Effekt der Abstimmung ist. So z.B. kann ein gut platzierter Hochton gerne Auflösung vorgaukeln. Mit dem Elegia habe ich allerdings bei meiner Hörsession mehrfach erschreckt. Heh was hat da jetzt so komisch geknackt (z.B. bei ruhigen unplugged Stücken) wo ich gedacht habe häh ist das immer da, NTS lässt allerdings auch noch grüßen.
Bühne
Das Thema lasse ich jetzt in der Vertiefung wirklich lieber, da ich wie gesagt von IEMs komme und keine wirkliche Erfahrung mit z.B. offenen Büglern habe. Nur so viel, er klingt schon eher intim, Bühnenbreite ist wie bei guten IEMs, höhe und tiefe bzw. Dreidimensionalität lässt im Vergleich zum Emu Teak etwas Luft nach oben. Allerdings empfinde ich dafür die Separation und Ortung der Instrumente wieder auf Spitzenniveau.
Fazit
Abschließend bleibt zu sagen, dass der Elegia in eine ganz spezielle Nische hineinschlägt. Für mich schafft er es sehr gekonnt diesen Spagat zwischen analytischem Hören und man hat ordentlich Spaß beim Musikhören. Hinzu kommt die exzellente Verarbeitung, die gute Isolation und der mMn ausgezeichnete Komfort. Als IEM empfand ich zuletzt den PP8 als ausgezeichnet, jedoch fehlte mir am Ende etwas die Spaßabstimmung, der Elegia trifft für mich genau diesen kleinen Sweetspot. Für mich ein ganz fantastischer geschlossener KH.
Poe05
Stammgast
#2 erstellt: 25. Dez 2018, 16:54
Glückwunsch zum neuen „Spielzeug“.

Hoffentlich bleibt das NTS noch lange erhalten. Vielleicht kannst Du ja in ein paar Wochen nochmals ein Update geben.
Randysch
Stammgast
#3 erstellt: 25. Dez 2018, 22:22
Danke dir! Ja werde ich gerne machen bzw. hatte ich auch so vor.
Stoneprophet
Stammgast
#4 erstellt: 26. Dez 2018, 12:21

Randysch (Beitrag #1) schrieb:
Genau diesen Sweetspot trifft der Elegia bei mir.


Dann hast du alles richtig gemacht. Glückwunsch! Immer schön zu hören wenn wieder jemand fündig geworden ist.

Kopfhörer sind extreme Geschmackssache. Daher ist ausschließlich das eigene Empfinden ausschlaggebend und nicht was andere für das Beste halten, oder gar Testberichte.
Randysch
Stammgast
#5 erstellt: 26. Dez 2018, 14:06
Danke auch dir! Sehe ich genau so. Übrigens gefällt mir der Emu Teak als spaßiger Gegenspieler zum Elegia auch sehr gut. "Technisch" sehe ich ihn nicht auf Elegia Niveau aber die Fostex Treiber machen schon Spaß.
thewas
Inventar
#6 erstellt: 27. Dez 2018, 20:11
Test und Messungen vom Elegie wie auch vom Elear gibt es übrigens seit kurzem auch von Rtings
https://www.rtings.com/headphones/reviews/focal/elegia
https://www.rtings.com/headphones/reviews/focal/elear
Randysch
Stammgast
#7 erstellt: 27. Dez 2018, 22:39
Ich finde die Messungen etwas seltsam. Im vergleich zum Target hätte der Elegia bei 4kHz 12dB zu wenig, finde ich arg übertrieben.
Den Vergleich finde ich da passender:
Elegia vs Clear
captain_carot
Inventar
#8 erstellt: 28. Dez 2018, 01:03
Mir ist auch schon aufgefallen dass das Rtings Target für mich totaler Mist ist. Und ja, sorry, isso. Gerade im Tiefton ist da für mich völig der Wurm drin. Was demnach linear sein soll finde ich oft deutlich zu fett untenrum. Aussagen zu Soundstage und Imaging auch nicht nachvollziehbar. Auch manche Pauschalaussagen zum Tragekomfort sind für mich z.B. schlicht falsch.
Gibt zwar einige Punkte, die ich mir da raus ziehen kann, in anderen dafür aber wenig bis nix. Und ja, das ist tatsächlich völlig subjektives Empfinden.
thewas
Inventar
#9 erstellt: 28. Dez 2018, 06:47
Gerade die Basspräferenzen sind sehr individuell und auch Aufnahmeabhängig, gibt ja sogar nicht wenige die dem Sony WH-1000XM3 der ja sogar mit dem Rtings/Harman Target eine 5 dB Bassüberhöhung hat, nicht zu bassig finden.
Am Ende ist ja de gustibus non est disputandum, trotzdem finde ich es hilfreich Messung aus mehreren Quellen zu haben.
captain_carot
Inventar
#10 erstellt: 28. Dez 2018, 08:48
Es gibt ein paar Sachen die ich da praktisch finde. Auch die Ohrtemperaturmessung. Bei anderen Dingen kann ich wiederrum nur mit dem Kopf schütteln.
Randysch
Stammgast
#11 erstellt: 03. Jan 2019, 09:40
Frohes neues Jahr!
Ich denke mein NTS habe ich mittlerweile recht gut überstanden und der Elegia gefällt mir immernoch ausgezeichnet.
Was ich zum Review noch gerne ergänzen bzw. aufbereiten möchte.
Isolation Würde ich mittlerweile wohl eher als gut, anstelle von sehr gut beschreiben.
Mitten Der Elegia spielt schon etwas "in your face", soll nicht negativ gemeint sein, da er für mich dadurch auch mehr Klarheit suggeriert, welche im Hochton vielleicht ein klein wenig fehlt.
Höhen Wie in der Messung von RTings angedeutet, könnte der Bereich um ca. 4kHz vielleicht ein paar Dezibel mehr vertragen. Ich muss allerdings immernoch deren Target widersprechen bzw. 12dB mehr, an dieser Stelle, ist für mich völliger Quatsch. Stimmen klingen auch ohne EQ Eingreif natürlich und klar.
Höhen Der Elegia hat jetzt nicht groß Hochtonsparkel, klingt aber auch nicht super smooth. Ich denke es sind diese kleinen Akzente im Hochton, welche für mich einen tollen Spagat zwischen beiden "Extremen" schaffen.
Bühne Wohl auch im Bezug zu den Mitten. Es wird an anderer Stelle empfohlen, die geraden Brainwavz Lederpolster aufzuziehen. Ich denke die Spielweise wird dadurch etwas distanzierter. Werde ich demnächst mal ausprobieren und natürlich hier berichten.
ayran
Stammgast
#12 erstellt: 03. Jan 2019, 09:46
Wann schickst du den nochmal auf Rundreise?
Randysch
Stammgast
#13 erstellt: 03. Jan 2019, 09:52
Oh äh ja warte mal...

Ich glaube ihr müsst dafür vorbei kommen
Poe05
Stammgast
#14 erstellt: 04. Jan 2019, 16:21
Wann und wo?
Randysch
Stammgast
#15 erstellt: 04. Jan 2019, 17:45
Haha... ihr seid herzlich eingeladen den Elegia, mittlerweile auch mit gewinkelten Leder Brainis, bei mir zu Hause zu hören. Ich wohne etwa eine halbe Stunde vom geographischen Mittelpunkt von RLP entfernt, genaue Adresse gerne bei Bedarf per PN
neo171170
Stammgast
#16 erstellt: 04. Jan 2019, 20:03
meiner kommt morgen, inkl. der Lederpads. Ich bin gespannt und werde hier berichten....
ayran
Stammgast
#17 erstellt: 06. Jan 2019, 16:38
@Randysch: Sind das Echtleder-Pads? Und findest du, dass sich der Klang merklich verändert hat?
neo171170
Stammgast
#18 erstellt: 06. Jan 2019, 17:34
Hallo Randysch,

der elegia sowie die pads sind inzwischen bei mir eingetroffen. Aktuell höre ich nach 20 Stunden eindudeln, erstmal mit den standard pads.
Ich habe jetzt dennoch mal zaghaft an den pads gezogen. Die dinger sitzen jedoch brutal stramm, so daß ich mir ernsthaft Sorgen mache,
da was abzubrechen, wenn ich zu feste daran ziehen würde. Gibt es da einen Trick, den ich beachten muss? Müssen die Pads vorher etwas gedreht werden? Wäre klasse, wenn Du hierzu kurz etwas schreiben könntest...

VG Martin
Randysch
Stammgast
#19 erstellt: 06. Jan 2019, 22:57
Erstmal zu den gewinkelten Echtleder Pads. Waren jetzt nicht sonderlich gut Befestigt, daher sind meine Eindrücke mit Vorsicht zu genießen, decken sich doch recht gut mit dem was ich sonst so gelesen habe. Die Bühnendarstellung ist in erster Linie betroffen, er spielt halt schon weiträumiger, dass ist schon sehr stimmig da der tendenziell eher intimere Charakter (geschlossener KH) trotzdem nicht komplett verloren geht. Ich finde aber schon das es sich gut bemerkbar macht.
Stimmen erscheinen dadurch halt auch etwas distanzierter. Wobei ich die intime Spielweise beim Elegia schon mag, Stimmen sind halt dadurch sehr klar und ich persönlich empfinde es nicht als Anschreien
Was mir mit den gewinkelten Pads nicht so gut gefällt ist der Bassverlust. Da der Elegia eh schon keine Bassschleuder ist, finde ich die gewinkelten Pads für mich nicht so arg geeignet.
Ich hoffe das dies mit den geraden Lederbrainis, welche ich eben im "Biete" ergattert habe, durch die geschlossenere Form diesen Bassverlust nicht haben. Ich denke das die Bühnenerweiterung auch ein Effekt der, durch die dickeren Pads, größeren Distanz zum Treiber ist. Könnte also auch bedeuten das der Bass als dünner wahrgenommen wird oder durch die stärkere Isolation eben nicht. Ich bin gespannt auf die geraden Lederbrainis und werde wieder berichten und bin auch auf deine Eindrücke gespannt Martin


[Beitrag von Randysch am 06. Jan 2019, 22:58 bearbeitet]
neo171170
Stammgast
#20 erstellt: 07. Jan 2019, 09:27
Hi Randysch,

leider hast Du nichts zu meinem Problem hinsichtlich abnehmen der Pads geschrieben. Was gibt es hier zu beachten? Die Standardpads
sitzen extrem fest und ich will nichts zerstören :-/

VG Martin
Randysch
Stammgast
#21 erstellt: 07. Jan 2019, 17:11
Ach sorry.
Ich habe mir einfach eine Ecke gegriffen und gezogen
Die sitzen bei mir auch recht stramm. Ist aber alles noch in bester Ordnung und ich habe ja mittlerweile schon mehrmals gewechselt.
neo171170
Stammgast
#22 erstellt: 08. Jan 2019, 07:07
danke Dir! Ich habe jetzt knapp 2 Stunden Höreindrücke sammeln können, heute geht es weiter. Alles noch mit den Original-Pads. Erster grundsätzlicher Eindruck: für mich der beste geschlossene, den ich bislang hören konnte. Was mich zudem sehr wundert, sind die doch recht widersprüchlichen Aussagen bzgl. der Bass-Quantität des Elegia. Sowohl diese als auch die Qualität sind schlicht großartig und für mich perfekt dosiert! Gibt es hier Fertigungsschwankungen??
Randysch
Stammgast
#23 erstellt: 08. Jan 2019, 10:12
Ich kann deine Eindrücke zur Bassdarstellung bestätigen
neo171170
Stammgast
#24 erstellt: 09. Jan 2019, 13:56
der Elegia hat jetzt etwa 35 Stunden auf dem Tacho. Nun ein paar Eindrücke:

Verarbeitung: mit einem Wort hervorragend. Die Schienen rechts und links lassen sich ohne Problem justieren und rasten sauber ein. Der Materialmix
wirkt auf mich ebenfalls sehr hochwertig. Alle Teile sind sehr sauber verarbeitet. Die Transportox ist große Klasse. Lediglich das steife Kabel will so gar nicht in das Gesamtbild passen. Da ich nach Möglichkeit immer balanced höre wurde dieses auch sofort gg. ein 2.5mm Klinke Kabel der Firma Beyerdynamik getauscht.

Komfort: ich habe einen recht großen Schädel, was den Elegia jedoch vor keinerlei Probleme gestellt hat. Einmal auf meine "Maße" eingestellt sitzt das gute Stück stramm aber nicht unbequem und nach kurzer Zeit vergesse ich, daß ich da einen KH auf der Melone sitzen habe.

nun zu den Höreindrücken.
Bass: frisch ausgepackt, klang der Elegia erstmal ziemlich fleischlos. Nach den ersten 30 Stunden jedoch ist der Elegia nicht mehr wiederzuerkennen. Der Bass reicht enorm tief runter und das frei von jeglichen Resonanzen. Getestet habe ich dies mit einigen Tracks von "Massive Attack", mehr Tiefbass geht nicht. Andere Songs, z.B. das Live-Album Paris von "Ramstein", oder auch Rockmusik von "Thrice" zeigen wie schnell der Bass ist. Sehr federnd und bei Bedarf schnell ausklingend. Wie einige schreiben (mitunter auch in englisch-sprachigen Foren), der Elegia sei "bass-light", sollte mal dringend seine Ohren überprüfen lassen oder mal die Pads nachdrücken. Evtl. sind die nicht sauber eingerastet.
Kurzum, sehr knackiger, tief in den Keller reichender Bass, der absolut nichts zu wünschen übrig lässt. Ein XC bietet hier quantitativ noch etwas mehr, muss sich qualitativ jedoch deutlich geschlagen geben.

Mitten: Die Mitten waren mir zu Beginn etwas zu präsent, was sich inzwischen aber gelegt hat. Weibliche wie männliche Stimmen klingen für mich genauso, wie sie sollen. Der XC ist ihm hier aus meiner Erinnerung jedoch minimal überlegen. Er bringt noch einen Tick mehr Schmelz rein. Dafür klingen wiederum für mich Instrumente beim Elegia authentischer. Alles klingt wunderbar frisch und spritzig und deutlich klarer als z.B. beim XC.

Höhen: Die Höhen fügen sich nahtlos ins Geschehen ein. Wie überhaupt, kein Bereich in den anderen eingreift. Siblianten werden ohne Zischen wiedergegeben. Ich habe jedoch auch immer gerne den AKG K812 gehört, mit dem bekanntlich einige gelegentlich Probleme mit der Hochtondarstellung hatten. Für mich passt hier ebenfalls alles.

Auflösung: auch hier keinerlei Patzer. ein HEK1000 löst sicherlich noch feiner auf, aber hier reden wir von einem Hörer zu 4-fachen des Kurses eines Elegias. Nein, der Elegia spielt schön seidig, wo es die Aufnahme vorgibt und greift gnadenlos zu, wenn es sein soll.

Bühne und Separation: Wir haben es hier mit einem geschlossenen KH der Referenzklasse zu tun, wenngleich es der Preis nicht unbedingt wiederspiegelt. Die Klangphilosophie von Focal ist eine gänzlich andere wie die von AKG ode auch Sennheiser. Dies trifft auch auf die offenen Vertreter der französischen Edel-Schmiede zu. Der Elegia hat mich dennoch überrascht, da er zwar bauartbedingt etwas kompakter aber dennoch irgendwie luftig und völlig authentisch spielt. Die Separation des Geschehens ist nur als vorzüglich zu betrachten, selbst wenns mal etwas hektischer wird. Chapeau!!

Schlusswort: Der Elegia ist für mich schlicht der beste jemals gehörte KH der Geschlossenen-Fraktion. Er spielt weitestgehend neutral und ehrlich auf. Er ist sauschnell und verfügt über die focal-typische Dynamik. Der Bass ist IMHO das Prunkstück, hier passt einfach alles. Aber auch Mitten und Höhen sind klassenübergreifend auf extrem hohem Niveau. Verarbeitung und Tragekomfort liegen auf Referenzniveau und das alles zu einem immer noch überschaubaren Preis. Es ist einfach ein Gesamtpaket, bei dem alles perfekt aufeinander abgestimmt ist.

Für die, die es interessiert, was ich bislang an geschlossenen Höhrern besaß oder gehört habe:
AKG K872, Denon D7200, BD t5p 2nd & t1, Audeze lcd xc, Aeon flow closed back, Audeze sine.

Im übrigen habe ich mir ebenfalls die geraden Leder Brainie's zu gelegt. Ich werde die am WE mal testen und kurz berichten, ob bzw. was sich mit denen noch so tut beim Elegia...


[Beitrag von neo171170 am 09. Jan 2019, 14:09 bearbeitet]
Randysch
Stammgast
#25 erstellt: 09. Jan 2019, 14:43
Danke dir, klasse Review!
Ich kann deine Eindrücke bestens nachempfinden und denke unsere Eindrücke decken sich doch sehr gut.
Falls du mal abgleichen möchtest oder auf etwas eingehen magst, D7200 und Aeon flow closed (AFC) kenne ich auch.

Ah ich bin schon heiß auf die geraden Lederpads von Brainwavz. Früher kursierte hier auch, dass beim Beyer Custom Studio (COS) durch Leder bzw. Kunstlederpads der Klang etwas voller wurde. Vielleicht ist dies, neben der Bühne, auch ein möglicher Effekt beim Elegia.
Ich persönlich mag ja diese Klarheit bei Stimmen, etwas mehr Schmelz gerade bei Frauenstimmen würde dem Elegia aber auch sehr gut stehen und speziell für Frauenstimmen übe ich leichte Kritik. Ich denke dies ist auch der einzige Punkt den User vielleicht öfters beanstanden werden, da die meisten doch leichte wärme bevorzugen.
Im Hochton bin ich mit dir auch daccord. Er ist messtechnisch zwar nicht perfekt, fügt sich aber, wie du ja auch geschrieben hat, homogen ins Gesamtbild ein ohne sibilant zu werden.
Auf Topniveau sehe ich auch weiterhin den Bass (dieses da sein wenn benötigt macht einfach mächtig Laune und wünscht man sich ja auch bei guten Freunden) , Verarbeitung, Komfort, Separation, Drive, homogenes klares Klangbild.

Ich kann aber User verstehen, welche ihn als etwas bassleicht empfinden. Der Elegia hat halt keine sonderlich ausgeprägte Bassbetonung, ich denke wir sprechen hier vielleicht von gleichmäßigen 5dB im Tief- und Midbass. Der Bassbereich wird halt schnell bewertet bzw. am direktesten wahrgenommen. Für mich ist er perfekt dosiert.

Vergleiche zum T5p 2nd sind wohl am meisten gefragt. Was ich bisher gehört habe: Bass: T5p 2nd etwas mehr Quantität als Elegia, Mitten: T5p 2nd wärmer als Elegia, Hochton: T5p 2nd "spitzer" als Elegia.

Bin gespannt auf die Brainis


[Beitrag von Randysch am 09. Jan 2019, 14:44 bearbeitet]
neo171170
Stammgast
#26 erstellt: 12. Jan 2019, 09:14
So, gestern meet&greet mit meinem Freund Dieter, alias "Schmardi". Hier haben wir mal die Lederpads montiert, allerdings nur mit grob montiertem doppelseitigem Klebeband (nicht durchgehend). Was sofort auffiel, war die bessere Räumlichkeit und mehr Bass. Letzterer wurde jedoch nicht ganz so sauber wiedergegeben, wie unter der Verwendung der stock-pads.
Heute morgen nochmal kurz reingehört mit meiner Testreferenz "still water run deep" von Carolin No. Hmm, ja viel Bass, aber nicht ganz so sauber und schnell. Dann bin ich hingegangen und habe das Klebeband sauber auf der vollen Auflagefläche verteilt und die pads mit viel druck aufgesetzt.
Und siehe da, der Bass war kaum wieder zu erkennen. Schnell, sehr sauber und mit extremen Tiefgang. Was soll ich sagen? der Elegia klingt jetzt absolut perfekt für mich. Und vor allem, er klingt nicht wie ein geschlossener KH - einfach nur WOW

Bin im KH-Himmel angekommen

wenn es denn jetzt einen Nachteil zu nennen gilt würde ich den Komfort nennen. die lederpads machen naturgemäß "kuschelig" warme Lauscher


[Beitrag von neo171170 am 12. Jan 2019, 09:16 bearbeitet]
Randysch
Stammgast
#27 erstellt: 12. Jan 2019, 10:28
Moin,
Ich konnte die letzten Tage auch die geraden Lederbrainis ausführlich testen. Meine eindrücke sind etwas zurückhaltender, im Vergleich mit offenen KH, trotzdem bin ich vom Elegia immernoch schwer begeistert.

Auch ich empfinde, dass die Bühnendarstellung nun pompöser wird. Sie gewinnt stark an Luftigkeit und nimmt in allen Bereichen Tiefe/Breite/Höhe zu.
Ich will es mal so beschreiben: Mit den Stockpads ist die Bühne vom Elegia wie mit guten IEMs, mit den Brainis gewinnt sie recht stark an Größe.
Ich habe derzeit den Emu Teak zum Vergleichen da und empfinde, dass dieser noch mehr Dreidimensionalität darstellen kann.
Grob gesagt würde ich die Bühne so zwischen Emu und guten IEMs einordnen.

Auf den ersten Eindruck dachte ich auch noch, dass der Hochton etwas smoother bzw. besser implementiert wird ohne Klarheit zu verlieren. Schwierig nachzuvollziehen da das hin und her Wechseln sich ja schwierig gestaltet, ist nur so ein Gefühl

Es sei noch erwähnt, dass die Bühnendarstellung mit den Brainis sich hervorragend in den Gesamtcharakter des Elegias einfügt, nach wie vor ein sehr homogener, sehr gut abgestimmter (Richtung ausgewogen mit dezenter Spaßnote) KH mit geilem "drive".

Das Hautgefühl mit den Lederpads finde ich klasse! Die original Pads sind zwar sehr angenehm, können aber im Vergleich zu den Lederpads leicht zum "Jucken" neigen, aber ja die Lederpads werden etwas wärmer.

Übrigens Glückwunsch Martin, ich fühle mich beim Musikhören mit dem Elegia wie ein Kind was dinge wieder neu entdeckt


[Beitrag von Randysch am 12. Jan 2019, 10:31 bearbeitet]
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