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VInyl höchstwertig digitalisieren

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Autor
Beitrag
avalontime
Neuling
#1 erstellt: 17. Mrz 2012, 10:47
Wie digitalisiere ich meine Schallplatten möglichst verlustfrei.


Ich besitzte einen Brinkmann Plattenspieler, eine VTL Phonovorstufe und einen professionellen A-D Wandler mit SPDIF Ausgang.
Wie bekomme ich die Daten jetzt, möglichst klanglich hochwertig, in meinen PC sodaß ich CD s davon brennen kann.

Oder muss ich mit einen cd Spieler mit Brennfunktion kaufen. z.b. Alesis 9600?

Danke, Klaus
WeisserRabe
Inventar
#2 erstellt: 17. Mrz 2012, 19:01
von der Phono Vorstufe in eine gute Soundkarte
RobertKuhlmann
Inventar
#3 erstellt: 18. Mrz 2012, 23:36

avalontime schrieb:
...Ich besitzte einen Brinkmann Plattenspieler, eine VTL Phonovorstufe und einen professionellen A-D Wandler mit SPDIF Ausgang.
...
Was verstehst Du denn unter einem professionellen A/D-Wandler?

Wenn der gut ist und bereits einen SPDIF-Ausgang hat, braucht Du lediglich eine Soundkarte mit SPDIF-Eingang, den Du dann 1:1 aufzeichnest und auf der Platte ablegst (ohne weitere Wandlung).
Als Software kannst Du z.B. SoX einsetzen (OpenSource) oder Audacity (ist bei manchen Soundkarten dabei).

Der A/D-Wandler sollte mindestens 48kHz Samplingrate und 24-Bit Auflösung beherrschen. Mehr lohnt sich kaum, weil der Dynamikumfang von Schallplatten (45dB-48dB), ebenso, wie der Frequenzgang (40Hz-ca. 13kHz) recht begrenzt ist.
Und dann wären da noch die Programme zum automatischen Entfernen der Knackser und Kratzer (die ich aber im Einzelnen nicht kenne).
Accuphase_Lover
Inventar
#4 erstellt: 19. Mrz 2012, 00:39
Wenn das jetzt die Vinyl-Junkies lesen, Robert !
RobertKuhlmann
Inventar
#5 erstellt: 19. Mrz 2012, 12:34

Accuphase_Lover schrieb:
Wenn das jetzt die Vinyl-Junkies lesen, Robert ! :D

Ich weiß. Hab' schon den Schutzhelm auf.
12109-bylas
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 19. Mrz 2012, 12:54

RobertKuhlmann schrieb:

Der A/D-Wandler sollte mindestens 48kHz Samplingrate und 24-Bit Auflösung beherrschen. Mehr lohnt sich kaum, weil der Dynamikumfang von Schallplatten (45dB-48dB), ebenso, wie der Frequenzgang (40Hz-ca. 13kHz) recht begrenzt ist.


Also, dann sind entweder die Aufnahmen, oder das TA-System miserabel.
Von meinem OC-9 bekomme ich (Nutzsignal-)Frequenzen von 20Hz bis 30 KHz übertragen, was man mit der Frequenzspektrumsananalyse von Audacity sehr schön darstellen kann. Ein generelles Fehlen des Bereiches unter 40 Hz wäre für mein Empfinden eine eklatante Schwäche, die unüberhörbar auffällt (z.B. Orgel).
Bevor nun gleich wieder die Diskussion über die Hörbarkeit einsetzt, sollten wir es bei der Fragestellung des Threadstarter belassen:
Eine möglichst verlustfreie Digitalisierung sollte eben ALLES beinhalten, was in die Rillen gepresst ist.

Gruß
Manfred
Pilotcutter
Administrator
#7 erstellt: 19. Mrz 2012, 13:04

RobertKuhlmann schrieb:

Accuphase_Lover schrieb:
Wenn das jetzt die Vinyl-Junkies lesen, Robert ! :D

Ich weiß. Hab' schon den Schutzhelm auf. :D


Was haben wir gelacht, 3 Säcke voll und den Rest in Tüten.

Platten waschen ist sehr wichtig und ein richtig knackiger Tonabnehmer ist sehr wichtig. Vieeeel wichtiger als irgendwelche 48kHz Raten.
Mit den beiden Punkten steht und fällt jede Digitalisierung. Man kann nicht höchst- und höherwertiger digitalisieren, wie's der Tonabnehmer hergibt.
Ich halte Aufnahmen ohne PC auch für besser. Ich hatte schon Probleme mit brumm von billigen Trafos in den Rechnern.

Am besten gleich nach der VTL-Phonovorstufe in ein eigenständiges Aufnahmegerät. Dann später am Rechner die Dateien teilen, ggf. bearbeiten und Audio-CD fertig machen. Siehe Besprechung hier!

Gruß. Olaf


[Beitrag von Pilotcutter am 20. Mrz 2012, 11:57 bearbeitet]
Amperlite
Inventar
#8 erstellt: 19. Mrz 2012, 19:34

12109-bylas schrieb:
Von meinem OC-9 bekomme ich (Nutzsignal-)Frequenzen von 20Hz bis 30 KHz übertragen, was man mit der Frequenzspektrumsananalyse von Audacity sehr schön darstellen kann. Ein generelles Fehlen des Bereiches unter 40 Hz wäre für mein Empfinden eine eklatante Schwäche, die unüberhörbar auffällt (z.B. Orgel).
Bevor nun gleich wieder die Diskussion über die Hörbarkeit einsetzt, sollten wir es bei der Fragestellung des Threadstarter belassen:

Die Diskussion über die Hörbarkeit kann man sich sparen, denn der Anteil über 20 kHz wird bei den allermeisten Aufnahmen im Aufnahmestudio niemals existiert haben. Du siehst in der Spektrumsananalyse also den "Oberwellen-Müll", den dir deine mechanische Abtastung generiert.
Zum gegenüberliegenden Teil des Spektrums: Die CD hat keinerlei Probleme mit tiefsten Frequenzen. Im Zweifel auch mit 180° Phasenversatz zwischen linken und rechtem Kanal bei Vollpegel. Der LP ist da weit vorher die Nadel aus der Rille gehüpft.


Platten waschen ist sehr wichtig und ein richtig knackiger Tonabnehmer ist sehr wichtig. Vieeeel wichtiger als irgendwelche 48kHz Raten.
Mit den beiden Punkten steht und fällt jede Digitalisierung. Man kann nicht höchst- und höherwertig digitalisieren, wie's der Tonabnehmer hergibt.

Dies kann man nur verstärkt betonen. Sämtlichen Aufwand auf der Analogseite betreiben! Die elektrische (und umso mehr die digitale Seite) ist heutzutage derart gut, dass selbst Onboard-Sound weit bessere Eigenschaften hat als je in das Vinyl gepresst werden konnte.
Auf eventuelle Störgeräusche durch den umgebenden Recher (z.B. Aufnahme bei leisen Passagen oder ohne Eingangssignal gegenhören) und den Pegel achten und du hast keine Sorgen.

Wenns die Aufnahme auf CD zu kaufen gibt und diese nicht dem Loudness-War zum Opfer gefallen ist, dann schenke dir den Aufwand.


[Beitrag von Amperlite am 19. Mrz 2012, 19:36 bearbeitet]
Accuphase_Lover
Inventar
#9 erstellt: 19. Mrz 2012, 20:20
Damit ist eigentlich alles gesagt.
RobertKuhlmann
Inventar
#10 erstellt: 20. Mrz 2012, 11:59

Amperlite schrieb:
...Wenns die Aufnahme auf CD zu kaufen gibt und diese nicht dem Loudness-War zum Opfer gefallen ist, dann schenke dir den Aufwand.
Ja. Toll. Die Fragestellung des TE war allerdings eine andere. Aber na gut.
Amperlite
Inventar
#11 erstellt: 20. Mrz 2012, 15:01

RobertKuhlmann schrieb:

Amperlite schrieb:
...Wenns die Aufnahme auf CD zu kaufen gibt und diese nicht dem Loudness-War zum Opfer gefallen ist, dann schenke dir den Aufwand.
Ja. Toll. Die Fragestellung des TE war allerdings eine andere. Aber na gut. :.

Der ein oder andere ist ja derart von der angeblich überragenden Qualität der schwarzen Scheiben überzeugt (worden), dass er an diese Option garnicht mehr denkt.
Sirvolkmar
Inventar
#12 erstellt: 20. Mrz 2012, 15:08

avalontime schrieb:
Wie digitalisiere ich meine Schallplatten möglichst verlustfrei.


Ich besitzte einen Brinkmann Plattenspieler, eine VTL Phonovorstufe und einen professionellen A-D Wandler mit SPDIF Ausgang.
Wie bekomme ich die Daten jetzt, möglichst klanglich hochwertig, in meinen PC sodaß ich CD s davon brennen kann.

Oder muss ich mit einen cd Spieler mit Brennfunktion kaufen. z.b. Alesis 9600?

Danke, Klaus

Du kannst ja mal mein Blog lesen.
http://www.bluray-di...uration-wie-geht-das
Da habe ich mal aufgeführt wie ich es mache bzw.an diese Sache ran gehe.
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 21. Mrz 2012, 07:52
Hallo!

@avalontime

Wie hier schon erwähnt befindet sich der eigentliche Flaschenhals auf der Analogen Seite, leider kann man genau hier nichts weiter tun als mit einem hochwertigem System und einem ebenso hochwertigem Tonarm das bestmögliche aus den Schallplatten herauszuholen.

Allerdings siweht es hier schon von der Grundqualität der Tonträger her gesehen recht düster aus, die -im Vergleich zur CD-, recht bescheidenen Werte in Puncto Dynamik und Rauschabstand wurden ja schon erwähnt, die ebenfalls sehr hohe Rate von Klirr undv anderen Verzerrungsprodukten die nicht nur bei der Abtastung entstehen sondern schon auf dem Tonträger Schallplatte gespeichert sind sollte man ebenfalls nicht ausser Acht lassen.

Alles in allem lohnt sich Digitalseitig ein hoher Aufwand kaum, hier genüg ion deinem Fall tatsächlich ein SPDIF-Eingang und ein entsprechendes handelübliches Kabel, der Eingang ist bei besseren Boards in der Regel schon verbaut und kann ohne Bedenken genutzt werden.

MFG Günther
Detektordeibel
Inventar
#14 erstellt: 21. Mrz 2012, 14:29
Welcher Tonabnehmer hat der "Brinkmann" verbaut? Ortofon OMB 3?
8erberg
Inventar
#15 erstellt: 21. Mrz 2012, 15:29
Hallo,

wo der Antrieb des Brinkmann Oasis ja ein Klon des Duals Direkt-Antriebs des 630er sein soll (EDS 910), so sagt man wenigstens
Warum auch nicht, war ja auch sehr gut, immerhin hatte der 630 ein 20er Ortofon dran.

Peter
stbeer
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 21. Mrz 2012, 16:08

avalontime schrieb:
Wie digitalisiere ich meine Schallplatten möglichst verlustfrei? ...

Danke, Klaus


Spitz formuliert: Eine Schallplatte kann man nicht verlustfrei digitalisieren, da das Digitalsignal (aus dem AD-Wandler kommend) zu hoeheren Frequenzen hin immer schlechter sein wird als das Analogsignal.

Ich habe selber schon mal ein paar Tracks digitalisiert (16Bit, 44.1kHz Samplingfrequenz), auf CD gebrannt und anschliessend ueber den CD-Player auf meiner Anlage mit der LP verglichen. Mit dem Ergebnis, dass Analog besser klingt

Mit einer hoeheren Samplingfrequenz koennte das Ergebnis besser klingen.

Trotz allem: Schallplatten werden i.d.R. genossen

Gruss Stefan
8erberg
Inventar
#17 erstellt: 21. Mrz 2012, 16:15
Hallo,

das sind dann aber gute Pressungen.... die meisten die ich habe haben bei spätestens 15 kHz - fast - nix mehr.

OK, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die meisten Pressungen haben das nicht so sehr mit den Höhen.

Peter
Hörbert
Moderator
#18 erstellt: 21. Mrz 2012, 16:26
Hallo!

@8erberg

Oberhalb von 12 KHz ist bei Schallplatten mit einer linearen Aufzeichnung von Hochtoninformationen nicht mehr zu rechnen, zwar konnte man diese Probleme gegen Anfang der 80ger Jahre mit Digitalaufnahmen und DMM-Technik in den Griff bekommen und sogar noch im letzten Drittel der Schallplatten annehmbare Hochtonimpulse speichern aber leider gibt es relativ wenige DMM-Pressungen beim Gros der Schallplatten sieht es eher düster aus. Da weder die Schneidemaschinen noch entsprechende Schneideköpfe heutzutage zur Verfügung stehen sind auch aktuelle Pressungen leider nicht mehr auf diesem Qualitätsniveau.

Aber das tut der Schallplatte an sich keinen Abbruch da sich ca. 98% des Musikgeschehen ohnehin im Bereich zwischen 40 Hz und 10 KHz abspielen.

Schlimmer sind die durch die Fertigungstechnik, den Schneide- und später den Abtastvorgang entstehenden Verzerrungen die bis zu 2% betragen können.

MFG Günther
8erberg
Inventar
#19 erstellt: 22. Mrz 2012, 08:48
Hallo,

ja, leider sind die DMM-Pressungen selten.
Selber hab ich leider viel zu wenige.... Aber der Neu-Vinylmarkt ist so klein inzwischen. Wer sollte denn dort noch investieren?

Es gab aber auch besonders hochwertige Pressungen im "normalen" Schnitt, leider meist auch recht teuer und heute erst recht hoch gehandelt. Ich weiß nicht, ob die von der ersten "Mutter" produziert wurden oder so, aber ich hab z.B. eine Japan-Pressung vom Genesis-Livealbum "Seconds out" zur deutschen Ausgabe um Welten besser - auch im Hochtonbereich (obwohl das bei Synthesizer- und Gitarrenklängen doch schwiriger zu beurteilen ist, was der Musiker oder der Tontechniker denn wollten).

Nur sind das nicht 99 sondern eher 1 % aller Platten.

Meist liegen die Klangunterschiede zwischen analoger und digitalisierter Aufnahme dann aber an Einstellungen vor dem A/D-Wandlers, sind also beeinflussbar.

Ein Auto was spuckt und stottert ist auch nicht grundsätzlich schlecht sondern sollte sich dann ein Mechaniker mal damit beschäftigen.
Wie sooft im Leben alles eine Einstellungssache.

Peter
Hörbert
Moderator
#20 erstellt: 22. Mrz 2012, 14:25
Hallo!

Ja, etliche der Japan-Pressungen waren zurecht berühmt. Hier wurde mit seinerzeit recht modernen Schneidköpfen gearbeitet, besondere Vinylmischungen eingesetzt und nur streng limitierte Auflagen gepresst. Auch kamen hier schon recht früh Digitalbänder als Quelle zum Einsatz. Zum Teil handelte es sich dabei auch um Direktschnitte die ohnehin damals als das Non-plus-ultra galten.

Allerdings wurde hier dann ab Mitte der 80ger Jahre mit dem Begriff "Japan-Pressung" regelrecht Schindluder getrieben und teilweise billigste Massenware damit abgesetzt.

Der Durchschnitt der Schallplatten, -insbesondere auf dem Rock-/Popsektor aber auch teilweise bei Jazz und Klassik selbst von den Mayor-Labels-, mußt aber mit wesentlich bescheidener Technik auskommen, hier wurden teilweise schon damals uralte Schneidköpfe und Schneidetische eingesetzt, Masterbandmaschinen die Anfang der 60ger Jahre gefertigt wurden und wiederverwendetes Vinyl sorgten ebenfalls dafür das die aufkommende Digitaltechnik keine Mühe hatte sich gegen die Schallplatte trotz anfänglich sehr hoher Preise für die neuen Abspielgeräte und Tontrager durchzusetzen.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 22. Mrz 2012, 14:26 bearbeitet]
12109-bylas
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 22. Mrz 2012, 14:31

stbeer schrieb:


Spitz formuliert: Eine Schallplatte kann man nicht verlustfrei digitalisieren, da das Digitalsignal (aus dem AD-Wandler kommend) zu hoeheren Frequenzen hin immer schlechter sein wird als das Analogsignal.

Ich habe selber schon mal ein paar Tracks digitalisiert (16Bit, 44.1kHz Samplingfrequenz), auf CD gebrannt und anschliessend ueber den CD-Player auf meiner Anlage mit der LP verglichen. Mit dem Ergebnis, dass Analog besser klingt

Mit einer hoeheren Samplingfrequenz koennte das Ergebnis besser klingen.

Trotz allem: Schallplatten werden i.d.R. genossen

Gruss Stefan


Deshalb digitalisiere ich grundsätzlich zunächst mit 96KHz/32Bit und brenne das Ergebnis als 96KHz/24Bit-Format auf DVD-V oder DVD-A, oder spiele die WAV-Datei vom PC über die Anlage ab. Damit bleiben die Verluste so gering wie nur möglich.

Gruß
Manfred
BassTrombone
Inventar
#22 erstellt: 22. Mrz 2012, 14:39
Angeregt durch diesen Thraed hier, hab ich das digitalisieren auch mal mit vorhandenen Bordmitteln erstmalig in meinem Leben probiert, auch weil ne Kollegin unbedingt eine Platte als CD haben wollte (4 Jahreszeiten, Karajan, Anne S. Mutter von 1984)

Plattenspieler ist Thorens TD 145 II mit Ortofn VM Red.

Also bin ich per Ausgang meines Gram Amp2 Vorverstärkers (per Adapter Chinch auf 3,5 mm Stereoklinke) in den Line In meines Onboard Chips meines MSI Mainbords.....hab in XP und Realtek Audiotreiber, den Recorder und die Soundkarte konfiguriert und zur Aufnahme (16/44,1) und Schneiden dann Audacity benutzt....

Und was soll ich sagen....der Brand klingt ganz passabel...

heute dann festgestellt, dass man die CD gebraucht bei Amazon für 0,25 Euro bekommt plus 3 Euro Versand.....

http://www.amazon.de...id=1332403303&sr=1-2

Hat aber trotzdem irgendwie Spass gemacht.....werds wohl trotzdem nicht zur Dauerbeschäftigung machen...


[Beitrag von BassTrombone am 22. Mrz 2012, 14:41 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#23 erstellt: 22. Mrz 2012, 15:46
Hallo,

jau, der Aufwand lohnt selten. Höchstens, wenn mal wieder jemand Murks beim "Remaster" macht.

Es stimmt schon, die Platte sollte in den 80er Jahren schlechter klingen, damit die Leute entnervt zur CD greifen. Ich gestehe: bei mir hats auch gezogen....

Peter
Hörbert
Moderator
#24 erstellt: 22. Mrz 2012, 16:35
Hallo!


Es stimmt schon, die Platte sollte in den 80er Jahren schlechter klingen, damit die Leute entnervt zur CD greifen. Ich gestehe: bei mir hats auch gezogen....



Na ja, das ist eine Verschwörungstheorie, bei Licht besehen sieht die Sache doch ein wenig anders aus.

Es wurden einfach mit billigsten Mitteln schnelle Kohlen gemacht, -das ist nicht anders als heute auch-. Wenn ich mir allerdings eine heutige Durchschnitts-CD anhöre und eine der alten Durschnitts-Schallplatten dagegen anhöre dann gibt es immer noch eine qualitative Diskrepanz, so schlecht wie die alten Schallplatten auch schon vor der Einführung der CD teilweise waren ist keine heutige Massenware für gerade mal 5 Euro (Naxos) . Als Vergleich nehme ich da z.B. eine der alten Nachpressungen der DG aus der "Resonance" Serie für seinerzeit 9.90 DM.

Ich kann mich noch lebhaft an genügend Stereroanlagen der damaligen Zeit erinnern bei denen die Phono-Sektion schlechter klang als der UKW-Tuner. Insbesondere klassischer Gesang war da nicht zum aushalten.

MFG Günther
Fhtagn!
Inventar
#25 erstellt: 22. Mrz 2012, 17:37
Damals gabs auch genug CDs die schlecht klangen....
12109-bylas
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:07

Hörbert schrieb:

Ich kann mich noch lebhaft an genügend Stereroanlagen der damaligen Zeit erinnern bei denen die Phono-Sektion schlechter klang als der UKW-Tuner. Insbesondere klassischer Gesang war da nicht zum aushalten.

MFG Günther


Das hat aber nichts mit dem tatsächlichen Klangpotential einer Schallplatte zu tun und läßt keinen wirklichen Vergleich zu. Natürlich ist es mit der CD einfacher und billiger geworden, guten Klang zu haben. Die unbestreitbaren Vorzüge sind das Fehlen der vinylbedingten Störgeräusche und der Wegfall des Einflusses schlechter, abgenutzter, schlecht angepaßter, falsch eingebauter Tonabnehmer-Systeme.
Ansonsten bleibt es dabei, Digitalisierung ist nur eine andere Technologie um das originale Analogsignal zu speichern und zu transportieren. Sie kann also nicht besser als Analogtechnik sein, nur störungsfreier.

Manfred
Amperlite
Inventar
#27 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:25

12109-bylas schrieb:
Ansonsten bleibt es dabei, Digitalisierung ist nur eine andere Technologie um das originale Analogsignal zu speichern und zu transportieren. Sie kann also nicht besser als Analogtechnik sein, nur störungsfreier.

Falsch. Jeder "Transportbehälter" weist bestimmte Limitierungen auf. Beim Vinyl sind das bei weitem nicht nur Knacksen und Rumpeln.
Nein, auch der Inhalt muss vorher an den "Transportbehälter" angepasst werden. Bei der CD habe ich weitaus weniger Beschränkungen und muss deutlich weniger "abfeilen", um das "Runde ins Eckige" zu bekommen.
Detektordeibel
Inventar
#28 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:30
Grau ist alle Theorie
Amperlite
Inventar
#29 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:41

Detektordeibel schrieb:
Grau ist alle Theorie :D

... und Farbe wird ihr verliehen, wenn die Praxis mit ihr am Ende auch noch übereinstimmt. Farbiger ist sie dann als manche Ansicht, die nur durch die verschwommene rosarote Brille der Liebhaberei für antike Technik betrachtet wird.
Detektordeibel
Inventar
#30 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:48

wenn die Praxis mit ihr am Ende auch noch übereinstimmt


Wenns so ist, ist das ja ne gute Sache.

Wenn aber (wie verdammt oft) nicht hört sich die CD dann doch einfach beschissener an als die "Antike Technik".
8erberg
Inventar
#31 erstellt: 22. Mrz 2012, 19:52
Hallo

na, auf das Pferd "Verschwörung" will ich mich garnicht setzen: die Tonträgerindustrie war bereit zum Wechsel zur CD, da war es dann klar, dass in die neue Technologie kräftig investiert wurde, fürs Vinyl eben nicht.

Ebenso vermarktet man das "beste Pferd" also die Silberlinge natürlich besser. Daher stellt man es auch besser ins rechte Licht, denn den alten Zossen soll/will/kann ja keiner mehr sehen.

Weiterhin war eine CD von Anfang an günstiger zu produzieren und damals trotzdem teurer zu verkaufen. Da wäre man doch blöde, wenn die LP dann besser klingen würde.

Geschickte Aktionen - Beispiel Karajan - brachten ja vor allen Dingen die Klassikhörer dazu sich einen damals richtig teuren CD-Player zu kaufen (meinen Philips bekam ich mit Gehäuseschaden von einem befreundeten HiFi-Händler erheblich billiger, sonst wäre es mir damals zu teuer gewesen).

Ich weiß noch, wie ich am Dual (!)-Stand auf der letzten Hifi-Messe in Düsseldorf 1982 das erste mal eine CD gehört habe.
Ganz ehrlich: es war ein Erlebnis - und so sahen es alle die dabeiwaren und mit denen ich sprach.
Es war uns allen klar, dass das eine ganz neue Qualitätsstufe war, stärker noch als der Schritt zur Stereophonie.

Peter
12109-bylas
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 22. Mrz 2012, 20:33

Amperlite schrieb:

Die Diskussion über die Hörbarkeit kann man sich sparen, denn der Anteil über 20 kHz wird bei den allermeisten Aufnahmen im Aufnahmestudio niemals existiert haben.

Das ist ein großer Trugschluß!. Anders als heute, wo es als 'modern' gilt, viel vermeintlich 'Unhörbares' aus dem Audiosignal herauszukomprimieren, das die 'meisten Menschen' angeblich sowieso nicht hören, war die damalige Maxime, möglichst alles 'einzufangen' was überhaupt hörbar sein könnte. Alle renommierten Hersteller von Aufnahme- und Wiedergabetechnik wetteiferten darin, einen möglichst großen Übertragunsbereich zwischen 20Hz und mindestens 30 KHz abzudecken. Wenn dem nicht so wäre, würden all die Neuveröffentlichungen alter Alben aus den 60 und -70er Jahren auf DVD-Audio oder als HR-Downloads keinen Sinn machen.


Du siehst in der Spektrumsananalyse also den "Oberwellen-Müll", den dir deine mechanische Abtastung generiert.

"Oberwellen Müll" ist m.E. eine Erfindung bzw. Folge des Digitalzeitalters (Noise-Shaping, Wandler- bzw. Rundungs-Artefakte, etc.) und sieht schon rein optisch als Spektrum ganz anders aus als die Fortsetzung natürlicher Musiksignale in den Obertonbereich. Wenn mein damals DM 500,- teurer Abtaster sowas generieren würde, wäre er schon in der ersten Woche in der Tonne gelandet.


Zum gegenüberliegenden Teil des Spektrums: Die CD hat keinerlei Probleme mit tiefsten Frequenzen. Im Zweifel auch mit 180° Phasenversatz zwischen linken und rechtem Kanal bei Vollpegel. Der LP ist da weit vorher die Nadel aus der Rille gehüpft.

Das kann auf das eine oder andere System durchaus zutreffen. Meiner bleibt in der Spur.
Natürlich gab es mit Analiogtechnik nie einen linearen Frequenzgang, der linealgleich vom 20Hz bis 20 KHz reicht, wie bei der CD .
Ich habe aber Beispiele für saubere Abtastung von echten 20 Hz-Signalen aus der Rille von einer DHFI-Testschallplatte sowie Direktschnitten von Orgelmusik.

Man kann nicht höchst- und höherwertig digitalisieren, wie's der Tonabnehmer hergibt.


Natürlich!

Gruß
Manfred
12109-bylas
Ist häufiger hier
#33 erstellt: 22. Mrz 2012, 20:46

Amperlite schrieb:
Farbiger ist sie dann als manche Ansicht, die nur durch die verschwommene rosarote Brille der Liebhaberei für antike Technik betrachtet wird. ;)


Ich glaube nicht, daß es nur an der 'rosarotenBrille' liegen kann, daß manche Leute € 100000,- oder mehr für einen Plattendreher augeben, wenn es ein €1000,- CD-Spieler auch täte.

Manfred
Detektordeibel
Inventar
#34 erstellt: 22. Mrz 2012, 20:59
Bevor sie es der Wohlfahrt spenden.
12109-bylas
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 22. Mrz 2012, 21:47

8erberg schrieb:

Ich weiß noch, wie ich am Dual (!)-Stand auf der letzten Hifi-Messe in Düsseldorf 1982 das erste mal eine CD gehört habe.
Ganz ehrlich: es war ein Erlebnis - und so sahen es alle die dabeiwaren und mit denen ich sprach.
Es war uns allen klar, dass das eine ganz neue Qualitätsstufe war, stärker noch als der Schritt zur Stereophonie.
Peter


Ich erinnere mich auch noch sehr gut an diese Zeit, und wieviel Geduld ich aufbringen mußte, bis einer der ersten gut klingenden neuen CD-Player unter die DM 1000,-er Marke rutschten, und damit für mich erschwinglich wurde (es war ein Philips CD101!). Natürlich war es zunächst bis dahin nie gekannte Fehlen jeglicher Störgeräusche, und die 'digitale' Klangreinheit, was faszinierte. Dieser über-perfekte, klinisch-saubere Ton einer CD wird aber bis heute oft als kühl und steril empfunden.

Etwas off-topic: Ein sehr anschauliches Beispiel aus dem Bereich von Musikinstrumenten ist die aus Rock und Jazz nicht wegzudenkende B3-Orgel, deren unvergleichlicher Sound eigentlich nur aus Fehlern bei der analogen Klangerzeugung herrührt. Je 'schmutziger, rotziger' um so besser! Jedes moderne Digital-Keyboard klingt einfach nur 'blass bzw. blutleer' daneben.
Zurück zum Thema:
Aus heutiger Sicht wäre es aber kein Fehler gewesen, mit der Markteinführung der CD noch solange zu warten, bis die Preise der Digitaltechologie soweit gesunken waren, daß man keine Kompromisse in Auflösung und Frequenzgang hätte machen müssen (z.B.eine Samplingrate von 64 KHz in Verbindung mit 24-Bit Auflösung).

Gruß
Manfred
cptnkuno
Inventar
#36 erstellt: 22. Mrz 2012, 23:01

12109-bylas schrieb:

Etwas off-topic:

Nein, komplett daneben

12109-bylas schrieb:

Ein sehr anschauliches Beispiel aus dem Bereich von Musikinstrumenten ist die aus Rock und Jazz nicht wegzudenkende B3-Orgel, deren unvergleichlicher Sound eigentlich nur aus Fehlern bei der analogen Klangerzeugung herrührt. Je 'schmutziger, rotziger' um so besser!

Die Orgel ist ein Instrument, die muß das tun. Ein CD Player ist ein Wiedergabegerät, der darf das nicht.
Das ist ein grundlegender Unterschied
svelte
Hat sich gelöscht
#37 erstellt: 22. Mrz 2012, 23:18

cptnkuno schrieb:

12109-bylas schrieb:
Ein sehr anschauliches Beispiel aus dem Bereich von Musikinstrumenten ist die aus Rock und Jazz nicht wegzudenkende B3-Orgel, deren unvergleichlicher Sound eigentlich nur aus Fehlern bei der analogen Klangerzeugung herrührt. Je 'schmutziger, rotziger' um so besser!

Die Orgel ist ein Instrument, die muß das tun. Ein CD Player ist ein Wiedergabegerät, der darf das nicht. Das ist ein grundlegender Unterschied

Deshalb hat er ja auch Orgel mit Keyboard verglichen. Wenn die Orgel das muss, dann muss das Keyboard auch. Um digitale Reinheit zu veranschaulichen ist das ein sehr gutes Beispiel.


cptnkuno schrieb:

12109-bylas schrieb:
Etwas off-topic:

Nein, komplett daneben

Einzig dein Einwand ist komplett daneben und für Nix und Niemand hilfreich.
cptnkuno
Inventar
#38 erstellt: 22. Mrz 2012, 23:29

svelte schrieb:

Deshalb hat er ja auch Orgel mit Keyboard verglichen. Wenn die Orgel das muss, dann muss das Keyboard auch. Um digitale Reinheit zu veranschaulichen ist das ein sehr gutes Beispiel.

Nein, das Keyboard muß das nicht unbedingt, weil es eben keine Orgel ist. Wenn du Orgel willst, dann nimm Orgel. Allein die Tatsache, daß jemandem die Orgel besser gefällt als das Keyboard, heißt noch lange nicht, daß das Keyboard was falsch macht.

Btw eigentlich darf der Plattenspieler das genausowenig wie der CD Player, tut es aber doch, und von da her ist der Vergleich eben total daneben, weil er nur beweist, daß der Plattenspieler die technisch schlechtere Lösung ist.
12109-bylas
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 23. Mrz 2012, 00:15

cptnkuno schrieb:

Die Orgel ist ein Instrument, die muß das tun. Ein CD Player ist ein Wiedergabegerät, der darf das nicht.
Das ist ein grundlegender Unterschied


Ok, ich habe ja nicht gesagt, daß ein CD-Player das Signal ruinieren soll, sondern daß bisher in der digitalen Technologie - egal ob Klangerzeugung oder Musikreproduktion - etwas fehlt, daß wir im Analogbereich sehr schätzen.
Es ist einfach zu verstehen, daß Menschen, die mit der CD groß geworden sind und nie ihre Freude mit eigenem Vinyl auf einem halbwegs guten Plattenspieler erlebt haben, dieses Thema schnell als was Antiquiertes fürs Museum abtun. Viel interessanter ist doch die Frage, warum jemand, der wie ich alle Vorzüge der CD, SACD, DVD-Audio und BluRay von zu Hause kennt, nach wie vor die Wiedergabe von der LP, trotz aller bekannten Schwächen, als unvergleichlich empfinden kann. Sie hat was, was die anderen nicht haben, und man kann es nur unzureichend mit Worten beschreiben.
Auch mir ist bekannt, daß techologiebedingt die Dynamik der Vinylplatte weit unter der einer CD liegt. Aber warum empfindet man z.B. die Dynamik von Musik auf LP als lebendiger, eher als 'live'-mäßig, als von der CD (auch wenn diese nicht per Loudness-Walze plattgefahren wurde)?

Gruß
Manfred
12109-bylas
Ist häufiger hier
#40 erstellt: 23. Mrz 2012, 00:23

cptnkuno schrieb:

Nein, das Keyboard muß das nicht unbedingt, weil es eben keine Orgel ist. Wenn du Orgel willst, dann nimm Orgel. Allein die Tatsache, daß jemandem die Orgel besser gefällt als das Keyboard, heißt noch lange nicht, daß das Keyboard was falsch macht.


Die interessante Frage dabei ist doch:
auch vom digitalen Keyboard möchte man ggf. mal einen originalen B3-Sound haben, aber es kann es einfach nicht. Warum?

Manfred
svelte
Hat sich gelöscht
#41 erstellt: 23. Mrz 2012, 00:46

cptnkuno schrieb:

svelte schrieb:

Deshalb hat er ja auch Orgel mit Keyboard verglichen. Wenn die Orgel das muss, dann muss das Keyboard auch. Um digitale Reinheit zu veranschaulichen ist das ein sehr gutes Beispiel.

Nein, das Keyboard muß das nicht unbedingt, weil es eben keine Orgel ist. Wenn du Orgel willst, dann nimm Orgel. Allein die Tatsache, daß jemandem die Orgel besser gefällt als das Keyboard, heißt noch lange nicht, daß das Keyboard was falsch macht.

Btw eigentlich darf der Plattenspieler das genausowenig wie der CD Player, tut es aber doch, und von da her ist der Vergleich eben total daneben, weil er nur beweist, daß der Plattenspieler die technisch schlechtere Lösung ist.


Du treibst die Diskussion in die völlig falsche Richtung. Wer hat denn, und wo, geschrieben dass das Keyboard Irgendetwas falsch macht!? Du interpretierst einfach zu viel...
Hörbert
Moderator
#42 erstellt: 23. Mrz 2012, 07:15
Hallo!

@12109-bylas

Nun, auch Japan-Pressungen, Direktschnitte und DMM-Schallplatten wurden seinerzeit in den 80gern von etlichen Schallplattenliebhabern als "kalt" ,"steril" und/oder "leblos" bezeichnet.

Interessanterweise wurde genau hier mit Techniken gearbeitet die Verzerrungen minimierten und für einen halbwegs linearen Hochtonanteil bis ca. 15 KHz sorgten.



Wenn dem nicht so wäre, würden all die Neuveröffentlichungen alter Alben aus den 60 und -70er Jahren auf DVD-Audio oder als HR-Downloads keinen Sinn machen


Genau das ist es auch, -Unsinn-, selbst wenn die damalige Technik es erlaubt hätte Hochtonimpulse oberhalb von 20 KHz aufzunehmen (was nicht der Fall ist, Tonköpfe und Mikrophone spielen gar nicht mit) wären die Bänder längst Digitalisiert worden um der Alterung vorzubeugen oder durch die Alterung gar nicht mehr in der Lage diesen Bereich wiederzugeben, -das Signal wäre längst im Grundrauschen verschwunden.


Aus heutiger Sicht wäre es aber kein Fehler gewesen, mit der Markteinführung der CD noch solange zu warten, bis die Preise der Digitaltechologie soweit gesunken waren, daß man keine Kompromisse in Auflösung und Frequenzgang hätte machen müssen (z.B.eine Samplingrate von 64 KHz in Verbindung mit 24-Bit Auflösung).


Hm, halte dir doch einfach einmal die Größe des resultierenden Files vor Augen, Damit hätte sich die Markteinführung um ca. 30 Jahre verschoben und wahrscheinlich wäre die gesamte HiFi-Branche bis dato schon den Bach runtergegangen, ohne die Einführung der Digitaltechnik hätten Qualitativ hochwertige Stereroanlagen niemals diese Verbreitung gefunden. Schon in den Frühen 80gern war der Schallplattenspieler auch ohne den Einfluß der Digitaltechnik auf dem Rückzug, wahrscheinlich wäre er von immer aufwendigeren Tape-Decks abgelöst worden.

MFG Günther
8erberg
Inventar
#43 erstellt: 23. Mrz 2012, 09:31
Hallo,

na ja, ist ja nicht nur im Bereich Schallplatte so...

Ich denke an manch merkwürdige Diskussion auch im Bereich Verstärker wo Geräte mit lausigem Klirrfaktor als "angenehm und warm" bezeichnet werden.

Da hörts wirklich auf. Will ich "angenehmen" Sound dann hol ich mir ein paar Lautsprecherboxen aus der Taunus-"Ära" und hab das gleiche für kleines Geld....

Wenn Leute hören können ob der Synchron-Motor des Plattenspielers mit normalen Wechselstrom aus der Steckdose oder gleichgerichtetem, gesiebten und neu "zerhackten" Strom läuft dann kommen mir doch irgendwie langsam Bedenken.

Peter
cptnkuno
Inventar
#44 erstellt: 23. Mrz 2012, 10:31

12109-bylas schrieb:

Ok, ich habe ja nicht gesagt, daß ein CD-Player das Signal ruinieren soll, sondern daß bisher in der digitalen Technologie - egal ob Klangerzeugung oder Musikreproduktion - etwas fehlt, daß wir im Analogbereich sehr schätzen.

Damit sagst du aber, daß du ein Gerät möchtest, daß das Audiosignal genau so ruiniert wie ein Plattenspieler oder eine analoge Bandmaschine. Das was du hier so toll findest ist nichts anderes als Klirr oder Kompression durch Bandsättigung.


12109-bylas schrieb:

Es ist einfach zu verstehen, daß Menschen, die mit der CD groß geworden sind und nie ihre Freude mit eigenem Vinyl auf einem halbwegs guten Plattenspieler erlebt haben, dieses Thema schnell als was Antiquiertes fürs Museum abtun.

Wenn du mich damit meinst, ich hab meine erste CD Ende der 80er gekauft, da war ich ca. 30 Jahre alt, ich kenne die Geschichte also sehr wohl.

12109-bylas schrieb:

Viel interessanter ist doch die Frage, warum jemand, der wie ich alle Vorzüge der CD, SACD, DVD-Audio und BluRay von zu Hause kennt, nach wie vor die Wiedergabe von der LP, trotz aller bekannten Schwächen, als unvergleichlich empfinden kann. Sie hat was, was die anderen nicht haben, und man kann es nur unzureichend mit Worten beschreiben.

Ich wiederhole mich gerne:
Das was du hier so toll findest ist nichts anderes als Klirr oder Kompression durch Bandsättigung.

12109-bylas schrieb:

Auch mir ist bekannt, daß techologiebedingt die Dynamik der Vinylplatte weit unter der einer CD liegt. Aber warum empfindet man z.B. die Dynamik von Musik auf LP als lebendiger, eher als 'live'-mäßig, als von der CD (auch wenn diese nicht per Loudness-Walze plattgefahren wurde)?

Das beispielsweise kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Was vergleichst du überhaupt?
Eigentlich kannst du, wenn du eine CD und eine LP hast, doch gar nicht sagen, was bei der Produktion der beiden passiert ist, und was du jetzt genau womit vergleichst.
Hörbert
Moderator
#45 erstellt: 23. Mrz 2012, 12:12
Hallo!

@8erberg

Natürlich ist das nicht nur bei Schallplatten so, genau genommen handelt es sich bei den von dir angesprochenen Geräte gar nicht um HiFi-Geräte sondern eher um "Musikinstrumente" die einen bestimmten "Sound" erzeugen. Viele dieser Geräte, -so z.B. die bekannten 2,5-3 Watt Eintakt-A-Röhrenverstärker-, erfüllen von ihren technischen Eckdaten her gesehen nicht einmal die alte Din-Norm 45500 .

Das der Tonträger Schallplatte in diese alte Norm gerade noch reinpasst kommt im übrigen nicht von Ungefähr, die Minimalanforderungen wurden danach gestaltet sonst wären weder Schallplattenspieler noch Schallplatte von dieser Norm erfasst worden.

Eine Qualitätsdiskussion Schallplatte versus Digitale Tonträger sprengt aber eigentlich den Rahmen des Treads, hier sollten wir uns eher über die Anforderungen einigen die es Braucht um Schallplatten zu digitalisieren und die sind von den technischen Eckdaten her gesehen wahrlich nicht allzu hoch anzusetzen 16 Bit/ 44 KHz reichen da allemal.

MFG Günther
12109-bylas
Ist häufiger hier
#46 erstellt: 24. Mrz 2012, 06:49

Hörbert schrieb:

Eine Qualitätsdiskussion Schallplatte versus Digitale Tonträger sprengt aber eigentlich den Rahmen des Treads, hier sollten wir uns eher über die Anforderungen einigen die es Braucht um Schallplatten zu digitalisieren und die sind von den technischen Eckdaten her gesehen wahrlich nicht allzu hoch anzusetzen 16 Bit/ 44 KHz reichen da allemal.

MFG Günther


Das soll jeder nach seinen technischen Aufnahmemöglichkeiten eintscheiden. Wenn ich richtig informiert bin, wird im Profibereich schon lange nicht mehr mit weniger als 24-Bit Auflösung digitalisiert. Und selbst wenn das Zielformat 44,1KHz/16-Bit für die CD ist, empfiehlt sich die Verwendung der höheren Auflösung zum Schneiden und Bearbeiten.

Zur Veranschaulichung der Frequenzen hänge ich hier einen Screenshot einer meiner Aufnahmen an. Er zeigt doch deutlich, daß eine Beschneidung des Frequenzganges bei 20 KHz eine abrupte Begrenzung wäre.
spectrum
TA- System war ein Audio Technica OC9, das Recording Interface ein M-Audio Firewire Audiophile. Die Schallplatte ist ein Direktschnitt.

Gruß
Manfred


[Beitrag von 12109-bylas am 24. Mrz 2012, 08:25 bearbeitet]
12109-bylas
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 24. Mrz 2012, 07:21

Hörbert schrieb:
Hallo!

@12109-bylas

Nun, auch Japan-Pressungen, Direktschnitte und DMM-Schallplatten wurden seinerzeit in den 80gern von etlichen Schallplattenliebhabern als "kalt" ,"steril" und/oder "leblos" bezeichnet.

Interessanterweise wurde genau hier mit Techniken gearbeitet die Verzerrungen minimierten und für einen halbwegs linearen Hochtonanteil bis ca. 15 KHz sorgten.
MFG Günther



Wenn für diese Produktionen die damals verfügbare, auf 44,1 bzw. 48 KHz und 16 Bit begrenzte Digitaltechnik verwendet wurde, wäre das eine plausible Erklärung.

Manfred
Apalone
Inventar
#48 erstellt: 24. Mrz 2012, 07:44
Dafür dass hier zu Anfang das Haupthema gut und später etliche interessante Seitenstränge beleuchtet wurden, ist der TE schon ein wenig still...

Finde ich immer ein wenig enttäuschend: erst groß anfragen und dann gar nichts mehr sagen.
12109-bylas
Ist häufiger hier
#49 erstellt: 24. Mrz 2012, 07:48

Hörbert schrieb:
Hallo!

@12109-bylas


Wenn dem nicht so wäre, würden all die Neuveröffentlichungen alter Alben aus den 60 und -70er Jahren auf DVD-Audio oder als HR-Downloads keinen Sinn machen


Genau das ist es auch, -Unsinn-, selbst wenn die damalige Technik es erlaubt hätte Hochtonimpulse oberhalb von 20 KHz aufzunehmen (was nicht der Fall ist, Tonköpfe und Mikrophone spielen gar nicht mit) wären die Bänder längst Digitalisiert worden um der Alterung vorzubeugen oder durch die Alterung gar nicht mehr in der Lage diesen Bereich wiederzugeben, -das Signal wäre längst im Grundrauschen verschwunden.


MFG Günther


Selbst wenn man die Herstellerangaben zu den technischen Daten ihrer Mikrophone, Bandmaschinen und Tonabnehmer aus dieser Zeit - wie etwa Übertragungsbereiche bis 30 oder 35 KHz - mit großer Skepsis betrachtet, müßen die Meßwerte ja irgendwie zustande gekommen sein. Messen kann man nur, was man auch aufzeichnen konnte.

Auch die Meinung zu DVD-Audio und HR-Formate läßt sich durch eine einfache Frequenzanalyse üerprüfen
12109-bylas
Ist häufiger hier
#50 erstellt: 24. Mrz 2012, 08:19

Hörbert schrieb:
Hallo!
.


Aus heutiger Sicht wäre es aber kein Fehler gewesen, mit der Markteinführung der CD noch solange zu warten, bis die Preise der Digitaltechologie soweit gesunken waren, daß man keine Kompromisse in Auflösung und Frequenzgang hätte machen müssen (z.B.eine Samplingrate von 64 KHz in Verbindung mit 24-Bit Auflösung).


Hm, halte dir doch einfach einmal die Größe des resultierenden Files vor Augen, Damit hätte sich die Markteinführung um ca. 30 Jahre verschoben....
Die Größe der Files spielt bei der Produktion zunächst mal keine Rolle, und das Tempo der technischen Entwicklung in der Computertechnik war damals schon hoch. Spätestens 3 Jahre später hätte man 64KHz/24Bit zum gleichen Preis realisieren können. Und bis dahin hätten die Leute ihre Musik sicher weiter auf Vinyl gekauft!

.......und wahrscheinlich wäre die gesamte HiFi-Branche bis dato schon den Bach runtergegangen, ohne die Einführung der Digitaltechnik hätten Qualitativ hochwertige Stereroanlagen niemals diese Verbreitung gefunden.

Das halte ich für sehr unwahrscheinlich


Schon in den Frühen 80gern war der Schallplattenspieler auch ohne den Einfluß der Digitaltechnik auf dem Rückzug, wahrscheinlich wäre er von immer aufwendigeren Tape-Decks abgelöst worden.

MFG Günther


Ein Tape-Deck konnte zu dieser Zeit nur eine (eher minderwertige) Ergänzung zum Plattenspieler sein, diesen aber als Quellgerät nie ersetzen. Vorbespielte Kassetten waren klanglich der Schallplatte weit unterlegen. Sicher, Tape-Decks haben eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Auch ich hatte ein solches, zertifiziert nach DIN45500 HiFi-Norm. Aber im Vergleich zu meiner Revox Bandmaschine lagen immer noch 'kleine Welten' dazwischen.

Manfred
Hörbert
Moderator
#51 erstellt: 24. Mrz 2012, 08:56
Hallo!

@12109-bylas

Wenn für diese Produktionen die damals verfügbare, auf 44,1 bzw. 48 KHz und 16 Bit begrenzte Digitaltechnik verwendet wurde, wäre das eine plausible Erklärung.


Nun, zumindestens die Direktschnitte und viele der DMM-Schallplatten waren damals noch nicht digital gemastert.


Selbst wenn man die Herstellerangaben zu den technischen Daten ihrer Mikrophone, Bandmaschinen und Tonabnehmer aus dieser Zeit - wie etwa Übertragungsbereiche bis 30 oder 35 KHz - mit großer Skepsis betrachtet, müßen die Meßwerte ja irgendwie zustande gekommen sein. Messen kann man nur, was man auch aufzeichnen konnte


Du wirfst hier einiges zusammen. Die Bandbreite der verwendeten Schaltungen hat keinen Einfluß auf die Bandbreite des Tonträgermateriales und der Tonköpfe der Masterbänder wenn diese begrenzter ist, Messsungen führt man nicht mit aufgezeichnetem Material durch sondern mit Frequenzgeneratoren, die damit gemessene Bandbreite der Elektronischen Schaltungen ist also für das resultierende Ergebniss bedeutungslos. Ebenso bedeutungslos ist der Übertragungsbereich eines Tonabnehmersystems für eine Schallplatte wenn die begrenzung schon auf dem Tonträger vorhanden ist.

Dazu kommt-wie schon erwähnt daß das Gros der Masterbänder schon in den 80gern und frühen 90ger nachdigitalisiert wurde, Der Stand der damaligen Technik lag bei 16Bit/48 KHz, heutige höherbittige Remasters von solchen Bändern sind reine Augenwischereie.

Ein Mikrophon aus den 60ger-70ger Jahren das linear 30-35 KHz aufzeichnen kann wirst du nicht finden, eine Bandmaschine und entsprechendes Bandmaterial aus dieser Zeit das diese Frequenzen halbwegs linear aufzeichnen kann dürfte ebenfalls nicht existent sein.

Dazu kommen die -zumindestens bei Massenware-, verwendeten Schneideköpfe für Schallplattenmatritzen die bei höheren Frequenzen als 12 KHz einfach ausbrannten.


Die Größe der Files spielt bei der Produktion zunächst mal keine Rolle, und das Tempo der technischen Entwicklung in der Computertechnik war damals schon hoch. Spätestens 3 Jahre später hätte man 64KHz/24Bit zum gleichen Preis realisieren können. Und bis dahin hätten die Leute ihre Musik sicher weiter auf Vinyl gekauft


Sorry, aber das ist aus der Luft gegriffen:

Stand der Technik waren 1986 im Studiobereich keinesfalls A/D Wandler mit 64KHz und 24 Bit sondern 16 Bit mit 48 KHz, Die Speichermöglichkeiten der verfügbaren Digitalbänder lagen bei etwa 1,2-1,4 Gigabit, größere Datenvolumen mußten auf mehere Bänder aufgeteilt werden, das zusammenfügen solcher Files war noch eine äusserst komplizierte Angelegenheit. Datenträger für den kommerziellen Bereich die solche Datenmengen fassten waren ebenfalls nicht verfügbar.

MFG Günther
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