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Dual 721 vorsorglich revidieren?

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TheBigW
Stammgast
#1 erstellt: 01. Jun 2016, 19:15
Hallo @all,

ich hab seit nunmehr 4 Jahren einen komplett originalen Dual 721. Erstaunlicherweise laeuft er problemlos - fast unheimlich.... Da ich ihn auf alle Faelle noch ein paar Dekaden laufen lassen will meine Frage ob ich ihn vorsorglich mal warten lasse (oder mch mal selber daran versuche)? Oder kann ich es getrost drauf ankommen lassen und mache erst was wenn es mal unangenehm riecht?

Eine andere Frage: im Moment ist ein Sure M44MG montiert. Ich habe nichts zu meckern und es scheint dafuer sogar noch Nadeln zu geben. Ist das so korrekt oder sollte ich das aendern?

Viele Gruesse,
Tobias
ad-mh
Stammgast
#2 erstellt: 01. Jun 2016, 20:35
Was ist daran so unheimlich.
Der 621 meines alten Herrn benötigte erst kürzlich einen neuen Steuerpimpel. Mehr ist daran in all den Jahren nicht gemacht worden.

Vorsorglich sollten die Knallfrösche getauscht werden. Falls sich so ein Teil selbst zerstört, dann wird die Überarbeitung aufwendiger.
Den Begriff Knallfrosch findest Du über die Suchfunktion. Dazu gibt es unzählige Beiträge.
TheBigW
Stammgast
#3 erstellt: 01. Jun 2016, 20:49
Danke fuer die Antwort! Ich denke dann lasse ich es wohl drauf ankommen - geht ja schließlich noch klaglos . Falls es dann durch einen zerrissenen Elko doch aufwendiger wird kann ich ja immer noch Profis ran lassen.

Falls es mich doch noch packt, wo kriege ich denn die paar Elkos her? Mir wuerde spontan noch Reichelt einfallen...
akem
Inventar
#4 erstellt: 02. Jun 2016, 06:22
Die "Knallfrösche" (=Entstörkondensatoren) sind keine Elkos sondern Folienkondensatoren. Oft ist auch noch ein Widerstand im gleichen Gehäuse mit drin. Die würde ich auf jeden Fall mal tauschen weil wenn die mal hochgehen dann wirst Du furchtbar erschrecken (es knallt und stinkt fürchterlich) und Du wirst unwillkürlich glauben, jetzt isser ganz kaputt...
Diese Dinger kosten nicht viel. Wenn Du dei bei Reichelt und Co bestellst mußt Du vielleicht noch zusätzlich was bestellen, um den Mindestbestellwert zu erreichen... Oder Du versuchst es mal im wwww.Dual-Board.de, vielleicht findet sich jemand, der die richtigen Teile vorrätig hat und Dir für schmales Geld zuschickt. Auch das Servicemanual kannst Du dort runterladen und Dir ein Bild davon machen, was eine vollständige Wartung beinhalten müßte (Schmieren...).

Gruß
Andreas
Bepone
Inventar
#5 erstellt: 02. Jun 2016, 11:43
Hallo,

ich persönlich würde zumindest noch das Motorlager (das hier ja gleichzeitig Tellerlager ist) mit frischem Fett (Axiallager) und Öl (Radiallager) versorgen. Der uralte Schmierstoff, sofern überhaupt noch vorhanden, sorgt mit Sicherheit dafür, dass die Lager eher ausfallen, als sie es müssten. Das muss aber nicht bedeuten, dass die nicht noch weitere 20 Jahre ungewartet ihren Dienst tun könnten. Da fehlen einfach die Erfahrungswerte.

Gruß
Benjamin
onabudget
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 02. Jun 2016, 16:08

akem (Beitrag #4) schrieb:
Die "Knallfrösche" (=Entstörkondensatoren) sind keine Elkos sondern Folienkondensatoren. Oft ist auch noch ein Widerstand im gleichen Gehäuse mit drin.


Bist Du Dir sicher?

Ich habe noch nie von einem Bauteil gehört, das in einem Gehäuse sowohl einen Widerstand als auch einen Kondensator enthält. Dass Folienkondensatoren explodieren können, ist mir auch noch nie zu Ohren gekommen.


[Beitrag von onabudget am 02. Jun 2016, 16:09 bearbeitet]
akem
Inventar
#7 erstellt: 02. Jun 2016, 16:16
Es gibt bei Entstörkondensatoren alle möglichen Bauformen. Es gibt sogar welche mit drei Anschlüssen, von denen einer an den Schutzleiteranschluß gehört.
Und ja, so ein Ding kann hops gehen und das tut es mit einem lauten Knall und stinkt furchtbar. Es gibt Bauformen (und gerade die wurden früher gerne eingesetzt), die in einem Kunststoffbecher vergossen sind, der im Laufe der Jahrzehnte Risse kriegt und dann "zieht" der Kondi Luft. Und dann geht's dahin bis er irgendwann abraucht. Bedenke auch: da liegt Netzspannung an - da steckt schon Dampf dahinter...

Gruß
Andreas
8erberg
Inventar
#8 erstellt: 02. Jun 2016, 17:11
Hallo,

in den 70er Jahren gab es eine Ausführung von ITT die sogar richtig anfingen zu brennen und eine der ersten Rückrufaktionen hervorgerufen hat.
Die "RIFA" sind berühmt-berüchtigt, die Dinger stinken wirklich wie die sprichwörtliche Hulle und es qualmt ebenso wie eine Rauchbombe.

Ab & an geht dabei auch ne Sicherung "hoch", das war es auch... Daher: besser raus damit und fertig.

Peter
Marsilio
Inventar
#9 erstellt: 02. Jun 2016, 18:02
Wenn Du noch etwas Geld in Deinen Dual 721 stecken möchtest würde ich Dir einen Tonabnehmerwechsel empfehlen. Der 721 ist ja bekanntermassen ein richtig guter Dreher, der auch mit hochwertigen Tonabnehmern eine gute Figur abgibt. So eine Nadel mit einem feinen Multifacettenschliff löst halt schon noch deutlich besser auf - und das hört man dann auch.

LG
Manuel
TheBigW
Stammgast
#10 erstellt: 03. Jun 2016, 21:39
Danke an euch alle fuer die zahlreichen Antworten. Ich werde mich wohl dann doch mal darauf vorbereiten ihn zu erneuern (oder erneuern zu lassen). Mit dem derzeitigen System bin ich ganz zu frieden. Da LP hoeren eh nur so nebenbei und dann ausschliesslich mit alten Platten stattfindet passt das schon so wie es ist.
Buckminster*
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 04. Jun 2016, 08:06
Guten Morgen Tobias,
als Tipp, melde Dich beim Dual-Board an. Dort erhälst hinsichtlich Dualplattenspieler und -wechsler ein Unmenge an Informationen.

http://www.dual-board.de/

u.a. auch diese hier:

http://wegavision.pytalhost.com/dual.html

Hier sind viele Service- und Bedienungsanleitungen abgelegt, auch die für den 721.
germi1982
Moderator
#12 erstellt: 06. Jun 2016, 20:06

onabudget (Beitrag #6) schrieb:

akem (Beitrag #4) schrieb:
Die "Knallfrösche" (=Entstörkondensatoren) sind keine Elkos sondern Folienkondensatoren. Oft ist auch noch ein Widerstand im gleichen Gehäuse mit drin.


Bist Du Dir sicher?

Ich habe noch nie von einem Bauteil gehört, das in einem Gehäuse sowohl einen Widerstand als auch einen Kondensator enthält. Dass Folienkondensatoren explodieren können, ist mir auch noch nie zu Ohren gekommen.


Nennt sich RC-Glied...

Hier mal ein Datenblatt von so einem Teil, Conrad verkauft das als Entstörkondensator, und dafür ist das auch ganz gut:

http://www.produktin...209MC6220M100R30.pdf


Ich würde das reinmachen was das Servicehandbuch vorsieht an der Stelle.


[Beitrag von germi1982 am 06. Jun 2016, 20:07 bearbeitet]
akem
Inventar
#13 erstellt: 07. Jun 2016, 08:36

germi1982 (Beitrag #12) schrieb:
Ich würde das reinmachen was das Servicehandbuch vorsieht an der Stelle.

Absolut! Nimmt man andere Werte kann es zu unschönem Knacksen in den Lautsprechern kommen wenn der Motorschalter geschlossen / geöffnet wird.

Gruß
Andreas
ParrotHH
Inventar
#14 erstellt: 07. Jun 2016, 09:10

akem (Beitrag #13) schrieb:
Nimmt man andere Werte kann es zu unschönem Knacksen in den Lautsprechern kommen wenn der Motorschalter geschlossen / geöffnet wird.

Auch andersherum kann ein Schuh daraus werden...

Mein Dual 621 produzierte Ein- und Ausschaltknackser am Billig-Phonopre TEC TC-754. Nicht schlimm, aber doch störend, vor allem bei ausgeprägtem Perfektionismus. Reinigen des zugehörigen Kontaktes inkl. Schleifen der Kontaktflächen brachte keine Besserung. Seitdem ich einen 100 Ohm Widerstand mit dem Entstörkondensator in Reihe geschaltet habe, ist Ruhe.

Leider gab es die Kombination von Kapazität und Widerstand nicht als RC-Störglied zu kaufen, das wäre mir lieber gewesen. Aber so funktioniert es auch.

Parrot
WilliO
Inventar
#15 erstellt: 07. Jun 2016, 10:31
@TheBigW:

Als Erstbesitzer eines Dual 721, Bj. 1979, kann ich dir sagen: Bezüglich des "unheimlichen funktionierends" deines 721 ist nichts unheimlich!
Du hast ein absolut hochwertiges Gerät dessen größte Schwäche wohl die bereits beschriebenen Elkos im Netzteils sind.
Wenn du aber nicht den berühmt/berüchtigten Einschaltplopp/ -knacks wahrnimmst sind die auch i.O.
Solltest du das aber hören hilft nur der Austausch, gleiche µF-Werte und höchste Endstörkategorie.
Diese Filmcond. kosten nicht viel und sind bei allen einschlägigen Elektronikhändlern zu kaufen.

Gruß
Willi
TheBigW
Stammgast
#16 erstellt: 07. Jun 2016, 18:42
Danke Willi,

genau das fasziniert mich so: mein 721 ist so alt wie ich und laeuft wie neu ohne jegliche Macke. In heutigen Zeiten wo die Halbwertszeit von elektrischen Geraeten im Bereich 1..2 Jahre liegt umso Bemerkenswerter!!! Ich kann natuerlich nicht ausschliessen das der Vorbesitzer schon mal Hand angelegt hat - soll mir aber auch recht sein :).

Viele Gruesse,
Tobias
ad-mh
Stammgast
#17 erstellt: 07. Jun 2016, 19:37

TheBigW (Beitrag #16) schrieb:

genau das fasziniert mich so: mein 721 ist so alt wie ich und laeuft wie neu ohne jegliche Macke.


Das ist doch toll. Er wird sogar noch laufen, wenn Deine Halbwertszeit längst abgelaufen ist.
WilliO
Inventar
#18 erstellt: 08. Jun 2016, 06:45
Hallo Tobias,
es ist sehr gut möglich das dein Dual 721 bereits überholt wurde.
Es gibt genügend Lieberhaber die sich den Erhalt dieser Präzisionsgeräte zum Hobby gemacht haben.
Ich habe an meinen 721 ebenso die genannten Kondensatoren austauschen müssen. Einen neuen Trafo habe ich schon 1992 wickeln und austauschen lassen nachdem die Primärwicklung im Trafo durch einen Blitzeinschlag durchgebrannt war.
1992 hat keiner verstanden das ich den "ollen" Plattenspieler habe reparieren lassen. Heute weiß ich mehr denn je was an diesem Gerät habe.
Eine neue Zarge ich ihm vor ein paar Jahren auch gebaut! Bei Interesse findest die Bilder in meinem Profil.

Viel Spaß mit deinem 721!

Beste Grüße
Willi
Ingor
Inventar
#19 erstellt: 08. Jun 2016, 06:58
Finger weg. Keine Experimente, kein vorsorgliches fetten, ölen, tauschen. Die DUAL-Plattenspieler funktionieren über Jahrzehnte problemlos, aber eins können sie nicht vertragen: "Bastlerhände".

Sogenannte Fachleute, die Öl nicht von Fett, Bronze nicht von Messing, Elkos nicht von Entstörkondensatoren unterscheiden können ruinieren die Geräte nur.

In den meisten Geräten mit Direktantrieb von DUAL steht extra: "Nicht ölen!". Wenn man ölen möchte nur das richtige Öl an den richtigen Stellen und nur nach Serviceunterlagen.

Die Kurvenscheibe kann leicht gefettet werden, das Plattenspielertellerlager respektive Motorlager lässt man, sofern es keine Geräusche macht in Ruhe.

Die Entstökondensator kann man von einem, der etwas davon versteht austauschen lassen. Den Plastiknippel am Steuerpimpel auch.
TheBigW
Stammgast
#20 erstellt: 02. Jul 2016, 13:30
Ich habe mal den letzten Vorschlag befolgt:


Finger weg. Keine Experimente


weil er auch am einfachsten umzusetzen ist er spielt noch tadellos ohne jegliches ploppen etc. Ich hab allerdings mal 28 Euro in eine neue Nadel investiert. Die gabs laut Tip aus dem Forum beim grossen T. Soielt klaglos und ich bilde mir ein in den hoehen etwas frischer als mit der alten Nadel. Ich hoffe das es noch lange passende Ersatznadeln gibt.

Danke fuer alle Tips! Jetzt muss ich nur noch meine Plattensammlung in Richtung 70er/80er Musik erweitern.
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